Stahlhelmgelöbnis für Hitler.
Ein Befehl Seldtes.
Berlin, 8. Febr. Der Bundesführer des Stahlhelm, Seihte, veröffentlicht im Stahlhelm" einen Befehl an den Bund. In dem Befehl heißt es:
Dem Stahlhelm stelle ich im völligen Einvernehmen mit unserem Führer Adolf Hitler für die Zukunft die Aufgabe, das für den Bestand und die Entwicklung der Nation unentbehrliche Ideengut des Frontsoldatentumes im Sinne des Nationalsozialismus zu bewahren und zu pflegen. Über die organisatorische Gliederung und die Besetzung der Führerstellen des Stahlhelm folgen weitere Anordnungen. Bis zu deren Durchführung haben alle öffentlichen Veranstaltungen des Bun.des zu unterbleiben. In einzelnen Teilen des Reiches ist sein Stahlhelm in letzter Zeit vorgeworfen worden, er verfolge reaktionäre Bestrebungen Ich weih, daß diese Vorwürfe nicht berechtigt sind. Ich will im Stahlhelm eine getreue Gefolgschaft Adolf Hitlers führen. Deswegen und um allen Verdächtigungen des
Bundes auch den Schein des Rechtes zu nehmen, ordne ich an, dah bis zum 28. Februar jeder Stahlhelmkamerad sich schriftlich mit eigenhändiger Unterschrift der unbedingten Gefolgschaft Adolf Hitlers zu geloben hat. Die Landesverbände melden bis zum 15. März, dah alle Stahlhelmkameraden ihres Bereiches verpflichtet und diejenigen, die eine Verpflichtung abge- lehnt haben, aus dem Bunde ausgeschlossen sind. Die Verpflichtung hat folgenden Wortlaut:
„3lnf Mannes- und Soldatemoort gelobe ich unbedingte Gefolgschaft dem Führer Adolf Hitler. Ich verpflichte mich aus Befehl des Führers, an jeder Stelle der Nation mit allen meinen Kräften zu dienen und allen staatsfeindlichen Bestrebungen, seien sie reaktionärer oder marxistischer Richtung, rückhaltlosen Widerstand entgegenzusetzen."
Der Bundesführer ordnet dann an, dah allein die Zeitung„DerStahlhelm" das amtlicheOrgan des Stahlhelm ist.
WzePiten aus Her MMung übel bis Ktaatszagehöligkeit.
Beseitigung alter „Zöpfe".
Berlin, 7. Febr. Der Wortlaut der Verordnung über die neue Staatsangehörigkeit, der nun amtlich veröffentlicht wurda sieht u. a. den Fortfall des Paragraphen 9 des Reichsund Staatsangehörigkeitsgesetzes vom 22. Juli 1913 vor. Dieser Paragraph sah vor, dah eine Einbürgerung in einem deutschen Lande erst erfolgen konnte, wenn festgestellt war, dah keines der übrigen Länder Einspruch erhebt. Im Falle der Einsprucherhebung muhte der Reichsrat entscheiden. Nachdem nunmehr die Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit an die Zustimmung des Reichsinnenministers gebunden ist, bedurfte es dieser alten Bestimmung nicht mehr. Im übrigen beseitigt, wie das DdZ.-Büro meldet, die Verordnung eine Reihe alter „Zöpfe" auf dem Gebiet des Personen st andrechts. Sie verfügt nämlich, dah, soweit es nach geltenden Gesetzen rechtserheblich ist, welche deutsche Landesangehörigkeit ein Reichsangehöriger besitzt, von nun an maßgebend ist, in welchem Lande der Reichsangehörige seine Niederlassung hat. Das bedeutet eine wesentliche Erleichterung, z. B. für die Eheschließung, die Ehelichkeitserklärung, die Beschaffung
von Heiratsdispensen und andere Personenstandsfragen, wo bisher der Geburtsstaat auch dann zuständig war, wenn der Volksgenosse bereits feit einem halben Menschenalter in einem ganz anderen Einzelstaat wohnte. In allen wesentlichen Personenstandssachen ist nun nur noch der Gang auf das Amt des Ortes notwendig, in dem der betreffende wohnt.
Was die Frage der Pässe anlangt, so ist, wie das VdZ.-Büro noch meldet, mit einem Runderlaß des Reichsinnenministers zu rechnen, der diese Angelegenheit und die übrigen wichtigen Einzeldinge der neuen Staatsangehörigkeitsverordnung regelt. Cs ist anzunehmen, daß die ausgegebenen rechtsgültigen Pässe auch weiterhin bis zu ihrem normalen Ablauf gültig bleiben. Es ist nur nicht ausgeschlossen, dah die neue deutsche Staatsangehörigkeit an Stelle der bisherigen Einzel-Landesangehörigkeit durch einen Polizei stempel im Pah vermerkt werden wird. Neue Kosten dürften dabei den Inhabern gültiger Pässe nicht entstehen. Die genaue Regelung dieser Frage steht noch aus. Bei Neuausstellung von Pässen wird natürlich die Rubrik Staatsangehörigkeit nur noch mit dem Vermerk „d e u t s ch" ausgefüllt, wenn man sie nicht überhaupt für überflüssig hält, da ja der deutsche Reisepaß nur den deutschen Staatsangehörigen ausgehändigt wird.
Welling Her Wichen $et|onaIMtimniunoen.
Drei wichtige Anordnungen des Reichsbischofs für die Altpreutzifche Union.
Berlin, 7. Febr. Der Reichsbischof hat in seiner Eigenschaft als altpreußischer Landesbischof auf Grund seiner Verordnung zur Sicherung einheitlicher Führung der evangelischen Kirche der Mtpreußischen Union drei wichtige Verordnungen erlassen. Durch die Verordnung vom 5. Februar wird das Amt des Präsidenten sowie des weltlichen und geistlichen Vizepräsidenten des evangelischen Kirchenrates aufgehoben Und entgegenstehende Bestimmungen der Verfasiung und der Kirchengesetze auher Kraft gesetzt.
Die beiden anderen Verordnungen, die am 5. Februar in Kraft getreten sind, regeln die Versetzung von Geistlichen im Interesse des Dienstes sowie die Versetzung in den einstweiligen Ruhe st and und die Beurlaubung kirchlicher Amtsträger. Danach können Geistliche bis auf weiteres im Jnteresie des Dienstes durch den Landesbischof aus dem von ihnen bekleideten Pfarramt in ein anderes Pfarramt versetzt werden. Gegen die Versetzung findet ein Einspruch nicht statt. Sie erfolgt unter Gewährung der gesetzlichen Umzugskosten.
Kirchliche Amtsträger können bis auf weiteres durch den Landesbischof in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden, wenn die Voraussetzungen für eine Versetzung vorliegen, eine ersprießliche Wirksamkeit des kirchlichen Amts-
trägers an anderer Stelle fürs erste jedoch nicht erwartet werden kann. Kirchliche Amtsträger können im Interesse des Dienstes durch den Landesbischof jederzeit beurlaubt werden. Auch gegen diese Maßnahmen findet ein Einspruch nicht statt.
Ein Geistlicher kann während der Dauer des einstweiligen Ruhestandes vom Provinzialbischof mit der Verrichtung pfarramtlicher Dienstleistungen beauftragt werden. Der Landesbischof kann die Wiederverwendung eines in den einstweiligen Ruhestand versetzten Geistlichen ihm Gemeindepfarramt zulasten. Der Geistliche ist verpflichtet, einer derartigen Verwendung Folge zu leisten.
Während der Dauer des einstweiligen Ruhestandes erhält der kirchliche Amtsträger ein Wartegeld in Höhe von 80 v. H. des der Berechnung seines Ruhegehaltes zu Grunde zu legenden Diensteinkommens. Hat der kirchliche Amtsträger jur Zeit seiner Versetzung in den einstweiligen Ruhestand eine ruhegehaltsfähige Dienstzeit von 25 Jahren noch nicht zurückgelegt, so wird das Wartegeld für jedes volle oder angefangene Jahr, das dem kirchlichen Amtsträger an der Dienstzeit von 25 Jahren fehlt, um je 2 v. H. des ruhegehaltsfähigen Diensteinkommens geringer bemessen. Das Wartegeld Beträgt jedoch wenigstens 5 0 v. H. des Dien st einkommens.
Entgegenstehende Bestimmungen der Verfassung und der Kirchengesetze werden durch die Verordnung außer Kraft gesetzt.
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schichte deutschen Studententums noch den Grundsätzen des Nationalsozialismus entsprechen. Wenn die Verfassungen von Reichs wegen erlassen werden, so soll damit der Studentenschaft und der Fachschulschaft vom Reich aus der Raum und Rahmen gesichert werden, innerhalb dessen sie in eigener Verantwortung ihre Angelegenheiten selbst verwalten.
Ferner soll durch den Erlaß von Reichs wegen ausgedrückt werden, daß diese Selbstverwaltung der Studierenden nicht um ihrer selbst willen, sondern um der höchsten Ziele von Volk und Reich willen besteht. Die Aufgabe der Studentenschaft besteht darin, die ständige Gefahr der Absonderung der Studenten vom Volk zu überwinden. Sie soll ihm immer wieder zeigen, daß die Hochschule keine in sich geschlossene auf sich selber beruhende Welt ist, und daß er sich für sein künftiges Wirken im Volk nur dadurch tauglich machen kann, daß er während des Studiums die ganze Weite und Tiefe des Volkes miterlebt.
Die schwerste Aufgabe und die höchste Verantwortung trägt nach der Verfassung der Reichsführer der Reichsschast der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen. Er muß die lebendige, kraftvolle Einheit und Geschlossenheit aller Arbeit der Studierenden verbürgen. Er muß diese Arbeit ins Ganze des Volkes einfügen und auch den Kräften der nationalsozialistischen Bewegung vorwärts treiben. Wenn ich den Pg. Dr. Oskar Stäbe! zum Re i ch s s ch af tsf ühr er ernenne, fo tue ich das, weil ich in feiner Person die Eigenschaften vereint sehe, die für die hohe Aufgabe und Verantwortung vorausgesetzt werden müssen. Kämpfergeist der Bewegung, SA.-mäßige Haltung, frontsoldatischen Sinn, Führungskraft in Jugend und Jungmannschaft und opferbereite Volksverpflichtung.
In seine Hände lege ich daher die Verfassungen der Reichsschaft der Studierenden, der Deutschen Studentenschaft und der Deutschen Fachschulschaft in dem Vertrauen, daß er diese Verfassungen wahren und erfüllen werde in Treue zum Führer, zum Vesten der studentischen Jugend, zum Heil von Volk und Reich!
Reichsschaftsführer Dr. Stäbel.
Im Namen aller deutschen Studenten dankte der Führer der Deutschen Studentenschaft Dr. S t ä b e I dem Führer der durch feine Anwesenheit den Studenten einen besonderen Beweis des Vertrauens gegeben habe, und dem Reichsinnen- mrnrster. Die Aufgaben, die der Studentenschaft durch die neuen Verfassungen gestellt würden, seien zweierlei Art:
1. Die Erziehung zum anständigen deutsch e n 'M e n f ch e n mit unbedingter nationalsozialistischer Grundhaltung,
2. die AusbildungzumtüchtigenFachmann.
An den Führer sich wendend, schloß Dr. Stäbel: I« dieser ernsten Stunde spüren wir alle, meine Kameraden und ich, die große Verpflichtung und wissen um die Verantwortung, die uns aufgegeben ist. Wir Studenten aber wollen nichts anderes sein als ein Teil dieser großen nationalsozialistischen Volksgemeinschaft und wollen kein anderes Vorrecht als dieses: an erster Stelle in freudiger Pflichterfüllung mitzuhelfen und dienen zu dürfen am Wiederaufbau des Reiches.
Mei« Führer! Hier, bei diesem Symbol der Standarte unseres Freiheitshelden Horst-Wessel, des Korpsstudenten, der zum deutschen Arbeiter ging, gelobe ich, daß wir Studenten getreu dem Vorbild Horst Wessel und Axel Schaffeld uns in Treue und Einsatzbereitschaft bei der Erfüllung unserer Ausgaben gegen Volk, Reich und Bewegung, Hochschule und Elternhaus von niemand, aber auch von niemand übertreffen lassen wollen.
llnd..ich lasse dieses Gelöbnis ausklingen in den Ruf: Unser geliebtes deutsches Vaterland, unser Reichspräsident von Hindenburg und unser Führer: Sieg-Heil!
Wiesbadener Tagblatt
Donnerstag, 8. Februar 1934.
Augen stellen wollten. „Der Kampf um Rom" ist aus der Beschäftigung mit dem Untergang der Ostgoten erwachsen, den er auch in seinen „Königen der Germanen" behandelte. Mehr als 20 Jahre hat er daran gearbeitet, wollte sogar das noch nicht fertige Buch vernichten, und nur seine Gattin Therese rettete die Handschrift vor dem Flammentode. Die Anlage und die Charakteristik zeigen den Schwung seiner Phantasie, den Farbenglanz und “ die Stimmungsgewalt seiner Darstellung von der besten Seite, und in der ersten Hälfte ist ihm eine Schöpfung gelungen, die neben dem Besten steht, was der deutsche historische Roman vollbracht hat. Auch seine nordischen Erzählungen, die den Stil der Edda geschickt nachahmen, verdienen noch heute Beachtung, besonders „Odhins Trost" in dem seine heroische Entsaaungs- lehre am reinsten zum Ausdruck kommt. In dem Roman „Sind Götter?" oftenbart sich die Sehnsucht dieses „alten Heiden" nach einer Erneuerung der germanischen Religion, und er ruft aus: „Bester Glaube ist pflichtbewußtes, todes- trutziges Heldentum!" Auch der Roman „Julian, der Abtrünnige" besitzt hohen Wert, während sie vielgelesenen „Kleinen Romane aus der Völkerwanderung" zu eilfertig und nachlässig gearbeitet sind.
Doch über das vielgestaltige, in unermüdlichem Fleiß geschaffene dichterische und wissenschaftliche Werk erhob sich in immer monumentaleren Linien das Bild seiner einzigartigen Persönlichkeit. Der „alte Dahn", der schon in Königsberg in seinem wehenden Odinsmantel und Breiten Schlapphut als wundersame Erscheinung angestaunt worden war, wurde in Breslau zu einem Wahrzeichen deutschen Geistes.^ Wenn er so dahinschritt, immer noch mit jugendlichem Feuer, oder doch von ehrwürdiger Größe umwittert, dann erschien er wie ein Prophet der ewigen Vaterlands- lieBe und idealen Begeisterung, gemahnte an jenen höchsten der alten Götter, an die er immer geglaubt, an Wotan, den Wanderer . . .
Theater und Literatur. Im Frankfurter Opernhaus Sagt demnächst Paul Eraeners Oper „Friedemann in Anwesenheit des Komponisten zur Erstaufführung. Der Uraufführung von Pflugmachers Singspiel „Prinz Eugen, der edle Ritter" wird ine Uraufführung von „Docktor Iohannes Faust" von Hermann Reutter folgen. Außerdem wurde Ottmar Eersters Oper „Madame Liselotte" zur Erstaufführung angenommen. — Das Erstlingswerk des ^chwäb.scheu Dichters Otto Rornbach „Der Äünstersprung" erzielte bei seiner Uraufführung am Mannheimer NatlWaj- thealei einen freundlichen Publikumserfolg.
Der Dichter des „Kampf um Rom".
(Zum 100. Geburtstage Felix Dahns am 9. Februar 1934.)
Von Ludwig Voß-Harrach.
, . Knaben haben wir es mit pochendem Herzen und heißen Wangen gelesen, das Buch vom Kampf um Rom. SeiB'it in die Träume hinein verfolgte uns das Ringen der stolzen, tapferen Goten, die das Erbe des großen Theodorich gegen die Byzantiner verteidigten. Unsere Phantasie entzündete sich an den grandiosen Bildern vom Sturme auf die Ewige Stadt, von deren Mauern der Römer Cethegus die
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marmornen Kunstwerke der Antike auf die blonden Schöpfe der Angreifer herniederprasseln läßt. Da flattert der weiße Mantel des Goten durch d>e finstere Nacht, wenn der Held 5". Feinsliebchen reitet. Da erlischt ein edles Fiirsten- geschlecht in dem Verzweiflungskampfe am Fuße des Vesuv, nicht von der Kraft des Römertums besiegt, sondern von der Blenbete’ eisenen Volksgenossen, die das welsche Gold ,,?5 hateine Zeit gegeben — und sie liegt wahrlich noch ntdjt weit hinter uns —, Ba hatte ein Erbteil der künftigen Literaten nichts als ein spöttisches, mitleidiges Lächeln, wenn von Felix Dahn die Rede war. Du lieber Himmel, dieser
Professor nvt seiner naiven Deutschtümelei! Das war denn doch ein ganz und gar überwundener Standpunkt. 3a, wirklich! Die Welt sollte den Germanen gehören? Am deutschen Wesen sollte die Welt genesen?
Der Sturm der nationalen Revolution hat sie alle wie Spreu verweht, die Literaten, die so schön von Individualismus, Realismus und anderen Ismen zu geistreicheln wußten. Niemand weint ihnen eine Träne nach. Nahrhafte Kost haben diese zungenfertigen Köche nicht bereiten können. Und das, rpas ihnen als Zielscheibe des Spottes gerade gut genug war, ist wieder zu der verdienten Ehre gekommen, darunter auch das Werk des alten Felix Dahn, der heute vor einem Jahrhundert an der Wasserkante das Licht der Welt erblickte.
Der junge Erdenbürger war in der glücklichen Lage, schon im Elternhause einer Fülle geistiger Anregungen teilhaftig zu werden. Sein Vater hat es als königlich bayerischer Hofschauspieler und Regisseur zu einem gewissen Ansehen gebracht und gehörte noch im Älter als Heldenvater zu den Sternen des Bühnenhimmels. Die Mutter wandelte als jugendliche Liebhaberin über die weltbedeutenden Bretter. Die Phantasie des Sohnes konnte daher schon in zartem Alter hohen Flug nehmen. Immerhin dachte Felix Dahn bürgerlich genug, sich dem Studium der Rechte zu widmen. Im Jahre 1863 wurde er in Würzburg Professor für deutsches Recht. Als sein bedeutendstes wissenschaftliches Werk gilt „Die Könige der Germanen". - In die fünfziger Jahre fiel die Zeit seiner besten Schöpfungen. Dann stockte sein Schaffen für ein Jahrzehnt, um sich darauf wieder aufs üppigste zu entfalten. An dem siebziger Kriege nahm Felix Dahn als Johanniter teil. Seine Gattin zweiter Ehe war eine Nichte der berühmten Annette von Droste-Hülshoff. 3m 3ahre 1912 starb Dahn in Breslau.
Seine Weltanschauung war früh ausgebildet und tritt schon in seiner ersten Dichtung, der Verserzählung „Harald und Theano", hervor. Er sandte, an seinem Dichterberuf zweifeln, dieses Werk an Rückert und gelobte, falls dieser die Probe verwerfen würde, nie mehr einen Vers im Leben zu schreiben. Ader der greife Poet war begeistert und gab ihm Mut zu einem Schaffen, das sein ganzes Leben begleitete. Dahn ist im wesentlichen Epiker. Seine reine Lyrik ist unbedeutend, seinen Dramen fehlt die kraftvolle Komposition und Steigerung. Aber in der Ballade ist er ein Meister und hat todestrotziges Heldentum, germanische Treue und Opferbereitschaft, den schwertfrohen sieghaften Klang deutschen Weltgefühls vortrefflich gestaltet. Vor allem aber bewies er fein lebendiges Erzählertalent in seinen historischen Romanen, Die aus tiefer K'nn'n's der Geschichte dem deutschen Volke die Vorbilder einer großen Vergangenheit vor
