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Wiesbadener Tagblatt

Montag. 29. Zanuar 1934.

Der neue Reichsführer des deutschen Handwerks, W. G. Schmidt (rechts), bisher Handwerks- kammerprä'sident in Wiesbaden, und sein Vize­präsident Karl Z e l e n y.

Theater und Literatur. Die Waldsestspiele in $ ab Zoppot feiern in diesem Sommer ihr 25jähiiges Bestehen. Anläßlich dieses Jubiläums finden Auffiihiun- qen desParsifal" und derMeistersinger" in neuer Sni-enierung und Besetzung statt.

Das neue Präsidium der Reichshandwerkskammer.

den mag da der Gedanke gekommen sein an glänzende Para­den vor dem Kriege und an feierliche Stunden während des Weltkrieges, bei denen der Regimentsmarsch ertönte.

Nach der Enthüllung überbrachten zahlreiche Vertreter Wiesbadener Regiments- unb Offiziersvereinigungen ihre Glückwünsche. Für die StadtMZiesbaden sprach Beigeordneter Spieser, ferner Vertreter des FAR. 5 der Reichswehr, das die Tradition des Regiments wahrt, der SA.-Standarte 80, der StandarteOranien" und des Freiwilligen Arbeits­dienstes. Bon den drei letzteren Verbänden hatten Ehren- stürme Aufstellung genommen.

Die erhebend verlaufene Fahnenweihe, die mit dem ge­meinsamen Gesang vonGroßer Gott, wir loben dich" und einem Vorspruch von D. Ahrens: OdeAn die Preußen" von Friedrich dem Großen, eingeleitet worden war, wurde mit dem gemeinsamen Gesang des LiedesO Deutschland hoch in Ehren" und dem Badenweiler Marsch beendet.

Es war eine Feier echt soldatischen Geistes, die jedem, der ihr beiwohnte, unvergessen bleiben wird. Der Wunsch des Vertreters der Stadt Wiesbaden, daß bald an bevorzugter Stelle unserer Stadt das Denkmal für die gef alle­nen 2 7 e r Aufstellung finden möge, wird hoffentlich bald zur Tatsache werden. 27er, 80er und Wiesbaden sind e i n Begriff, der auch äußerlich durch die Errichtung eines würdi­gen Ehrenmales Ausdruck finden mutz.

Anschließend an die Weihestunde fand im großen Saale des Paulinenschlötzchens ein Kameradschaftsabend statt, bei dem wie bei der Fahnenweihe die SA.-Kapelle MZ. III/80 unter Leitung des Kameraden F e i st k o r n die alten schönen Regimentsmärsche erschallen ließ. Kamerad K. Seelgen begrüßte in herzlichen Worten die alten Kameraden, die Ehrengäste und die Abordnungen der übri­gen Regimentsvereine. Eine Gruppe des Jungvolks und die Jugendgruppe derKaiserjäger" unter Leitung von Dr. W. Raßbach verschönten den Abend durch ihre Darbietungen.

Wiesbadener Nachrichten.

Fahnenweihe der27er".

Eine erhebende Feier im Paulinenschlößchen.

Für den alten Soldaten bedeutet die Weihe einer Fahne mehr als nur die Schaffung eines neuen Symbols. Für die Regimentsvereinigungen, die es sich zur Aufgabe stellen, neben der Kameradschaft der ehe­maligen Angehörigen auch die Tradition ihres Regi­ments zu fördern, ist die Weihe einer Fahne gleichbedeutend mit der Erneuerung des Eides, den der Soldat bei feinem Eintritt in die Armee für fein Vaterland geleistet hat. 3n unseren Regimentsvereinigungen werden die Tugenden des Soldaten als Richtlinien für das Leben an­gesehen unb um die Fahne scharen sich alle die, die sich zu diesen Tugenden bekennen unb ihnen nachleben wollen. Im Eebanken der innigen Verbundenheit der alten Regiments- unb Kampfkameraden ist deshalb die Enthüllung einer Fahne eine Wethestunde besonderer Prägung, ein Erinnern an bas soldatische Leben unb ein Bekenntnis -z u Volk unb Vaterland.

Im Rundsaal des Paulinenschlötzchens wurde am Sonntagnachmittag die Weihe der neuen Fahne der Ortsgruppe Wiesbaden der Regimentsvereinigung des in unserer Stadt garnisoniert gewesenen Feldartillerie-Regi- ments Rr. 27Oranien" vorgenommen. Wiesbadens Be­völkerung ist wie mit den 80ern auch mit diesem Regiment aufs engste verbunden. Tausende der besten Söhne unserer Stadt haben in diesem Regiment ihren Militärdienst fürs Vaterland geleistet und sind in den Reihen des ruhmreichen Regiments im großen Krieg für uns gefallen. Diesen Tapferen galt auch vor allem die Ehrung, die mit der Fahnenweihe verbunden war. Vereinsführer Kaiser führte in seiner Weiherebe auf das Regiment vor allem aus, daß im Toben der Materialschlachten unb in bem gigantischen Ringen des großen Krieges doch der Mensch immer im Mittelpunkt des Geschehens stand. Ohne die Tapferkeit, den Mut und Entschlossenheit jedes einzelnen Regimentsangehörigen wäre es nicht möglich gewesen, der Übermacht unserer Feinde standzuhalten unb den Kampf vom Heimatboden feinzuhalten. Sn seinen längeren, aufschluß­reichen und mit Begeisterung für sein Regiment gehalte­nen Vortrag schilderte der Vereinsführer einzelne Etappen aus den größten unb schweren Kämpfen im Westen, an denen die 27er in treuer Waffenbrüderschaft mit den anderen Regimentern des 18. Korps ehrenvollen Anteil hatten. Beim GeÄenksn an die Gefallenen des Regiments, zu deren Ehren Jungvolkführer D. Ahrens das Regniern von Hebbel einfühlsam zum Vortrag brachte, fangen die Versammelten das Lied vom guten Kameraden. Nach der Ehrung fand der Vereinsführer zündende Worte für das neue Deutschland. Die alten Soldaten vereinigen ihre Kraft mit der Kraft des Führers der Nation, der es sich gelobt hat, Deutschland aus der Erniedrigung wieder herauszuführen. Die Hingabe aller für unser Vaterland ist nur bann von Erfolg begleitet, wenn das deutsche Volk einig zu seiner Führung steht.

Major Henke gedachte in seiner Rede auf das Vaterland der Männer, die sich dafür eingesetzt haben, daß die Taten des Weltkrieges nicht umsonst geschehen sind. Er streifte kurz die alles vernichtende Politik der Nach-- kriegszeit unb dankte dem Führer, der es fertig gebracht hat, das Volk zu einem eisernenBlock zusammenzuschmieden. Die altert Soldaten danken es dem Herrn Reichspräsidenten, daß er vor Jahresfrist das Steuer des Reichsschiffes in die Hand Adolf Hitlers gelegt hat. In das ausgebrachte Sieg-Heil auf dap Vaterland stimmte die Versammlung be­geistert ein. Deutschland- und Horst-Wessel-Lied wurde zum Treubekenntnis der alten Soldaten zum neuen Reich.

Die Weihe der Fahne wurde von dem früheren Batterieführer der 27er Oberstleutnant Wilhelmi vor­genommen, der einen Weihespruch Sr. Exz. General bei Artillerie v. Gollwitz, dem bekannten Heeresgruppen­führer des Weltkrieges, zur Verlesung brachte. Exzellenz v. Gollwitz bedauerte in dem Schreiben, nicht persönlich an­wesend fein zu können. Er ermahnte die Kameraden, treu zur Fahne zu stehen unb immer zu geloben:Alles für Deuts ch land".

Im Kreis der zahlreich erschienenen Fahnenabordnungen der Wiesbadener Regimentsvereinigungen wurde das neue Symbol derDränier enthüllt. Die Kapelle spielte den RegimentsmarschWilhelmus von Nasiauen", dem die Ver­sammlung stehend lauschte. Wie manchem Regimentskamera-

Aus Runft und Leben.

* Heinrich Lilienfein:Der große Karoman". (Urauf­führung im Frankfurter Schauspielhaus.) Ein Zeitstück, das im Gegensatz zu denZeitstücken" einer üblerwundenen ge­schichtlichen Periode über den Realitäten das Ewige sucht. Der große K a r a m a n ist ein Bild, bas vom Dichter als ewig waltendes Schicksal einer geistigen Macht aufge­faßt wird, die das Vergängliche in die Bezirke des Unver­gänglichen emporhtebt. Lilienfein, ein Dichter, der sich der Tradition der Klassiker im Geistigen und Formalen ver­pflichtet fühlt, will an dem mysterienspielartigen Beispiel einer heroischen Revolution, die hier als Symbol der von uns miterlebten Zeitwende aufgefaßt ist, als die höchste Sinngebung der Machtentfaltung die Ächtung vor wem Geist als bem höchsten Gesetz aufzeigen. Der Zeitlosigkeit und Unirdischkeit des Geistes, in der Lilienfein im Sinne eines Schiller die Überwindung der menschlichen Unzuläng­lichkeit fleht, steht allerdings die irdische Not gegenüber, an die wir noch gebunden sind unb aus der heraus sich das Gesetz" entwickelte, das für die Revolution von 1933 be­stimmend war. Das Gesetz des Geistes, das Lilienfein auf« stellt, unb baS Gesetz der Materie, unter das wir uns ge­stellt 'iletjen, steht im gleichen Widerspruch wie der Mythos der Idee und der Mythos von Blut und Scholle. Doch ist es möglich, daß diese Gesetze sich einmal begegnen unb zu einer Kongruenz gebracht werden, wie auch auf den anderen Seite nicht übersehen werden darf, daß der zeitliche Abstand zu dem Umbruch von 1933 noch zu gering ist, um ihn jub Jpecie aeternitatis zu sehen. Da die mythische Bildwelt Lilien seins auf bem Mythos der ldeenmätzigen Abstraktion beruht (die hier übrigens nicht wie im eigentlichen Mysterienspiel im Kultischen ruht), mit dem die Masse nicht gleichmäßig vertraut ist, so mutz die Gefahr bestehen, daß das Ideendrama an manchen Stellen zu einem Märchen­drama verkleinert wurde. Doch Hat die, ausgezeichnete Wiedergabe des Frankfurter Schauspielhauses (Regie: Jakob Geis) diese Gefahr auf ein Minimum zu reduzieren gewußt. Zwischen abstraktem Lehrstück unb dem Zauber einer märchenhaften Symbolwelt wurde eine Mitte gefunden, die Dichtung und Schauspieler nicht um ihre Wirkungsmöglichkeiten brachte. Vollrath von Klip st ein hatte fyifer eine Aufgabe, in der er sich über die an ihm be­kannten Grenzen hinaus zu einer vollgültigen Leistung

bekennen. Nach einem Gedenken der Toten der Hitler­jugend übergab Gebietsführer Kramer den Kameraden der HI. unb des Jungvolks die Fahne. Nunmehr fangen die An­wesenden mit großer Begeisterung das Lied des Reichs- jugendfühters Baldur von SchirachUnsre Fahne flattert uns voran", nach bem Bannführer Sauer ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer ausbrachte. Gebietsführer Kramer entließ darauf die einzelnen Fahnenträger mit Handschlag, worauf der Abmarsch der 10 000 erfolgte, die im Paradeschritt über den Kurhausplatz marschierten, während die ausgezeichneten Musikkapellen unb Trommlerkorps er­schallten, in die sich der helle Ton der Fanfaren mischte.

Die gewaltige Kundgebung zeigte die enge Verbunden­heit, Kameradschaft unb vorbildliche Disziplin der Jugend und wurde in Wiesbaden von bler Bevölkerung, die die Straßen dicht umsäumte unb überall geflaggt hatte, freudig begrüßt. Nach einem Marsch durch die Straßen bet Innen­stadt erfolgte die Auflösung auf bem Luisenplatz.

Hitler-Jugend marschiert.

Kundgebung des Vannes 80. Einholung der neuen Bannfahne.

Aus allen Teilen des Bannkreises 80 strömten am Sonntag die Hitlerjugend in Wiesbaden zusammen, galt 'es I doch die Bannfahne, die am Mittwoch in der Pots­damer Garnisonkirche an der Gruft Friedrichs des Großen I durch den Reichsjugendführer, Baldur von Schirach, mit weiteren 341 Bannfahnen feierlich geweiht worden ist, und I die von Bannsührer Sauer, einem Fahnenträger und I 2 Begleitern nach Wiesbaden gebracht wurde, am Bahnhof abzuholen. Aus diesem feierlichen Anlaß hatte um 10 Uhr die ganze Hitlerjugend und das Jungvolk aus Wiesbaden Stadt und Land, Rheingau, Kreis St. Goarshausen unb bem I Untertaunuskreis mit ihren Motorrad-, Fahrrad- unb Reitergruppen vom Bahnhof ab bis zur Wilhelmstraße Auf- I stellung genommen. Dem Empfang am Bahnhof wohnte Kreisleiter Piökaiski bei.

Unter Vorantritt der neuen Bannfahne, die den Adler mit bem Hakenkreuz zeigt, marschierten dann die 10 000 Hitlers ungen und die Jungvolkbuben durch die Kaiser- unb Rheinstraße, zur Kirchgasse und weiter durch die Friedrich- nnd Wilhelmstraße. Dem darauf folgenden halbstündigen Vorbeimarsch auf dem Kurhausplatz wohnten auf der Frei­treppe die Spitzen der Kreisleitung und die Führer der Hitlerjugend bei. Dort fanben auch die etwa 150 Fahnen der Hitlerjugend Aufstellung. Hier richtete zuerst Kreisleiter Piskarski das Wort an die Äugend. Er sprach seine Freude darüber aus, daß in Wiesbaden die Übergabe der Dannfahne erfolgt. Der Redner wies auch auf die große Bedeutung der Fahne unb die der Lugend hin, die Deutsch­lands Zukunft ist, und wünschte bem Gebietsführer, daß er diese herrliche Jugend, die den Namen des Führers trägt, glücklich leiten und führen möge. Nunmehr ergriff Ge­bietsführer Kramer das Wort. Er übergab die Fahne dem Dann 80, die Symbol sein soll des Wollens und Kön­nens, bet Hingabebereitschaft unb der Einsatzfreudigkeit. Die Jugend ist bet Garant dafür, die deutsche Revolution vollständig zu sichern. Eine Revolution, die nicht an Äußer­lichkeiten hängt, bile aus bem Innersten kommt und so auch die Gewähr bietet für jahrhundertelanges Bestehen. Die Sugenb ist auch diejenige, die aus dem Innersten heraus dafür zu sorgen hat, daß der Gedanke der Gemeinschaft, der Kameradschaft unb des deutschen Sozialismus in alle Herzen getragen wird, damit alles was an vergangene, morsche Zeit erinnert, ausgerottet, alles zermalmt wirb, was sich dieser Revolution entgegenstellt. Wir vom Haken­kreuz wollen uns zu bem Heldengeist von Potsdam steigern konnte. Von den übrigen Mitwirkenden nennen wir: Dell Maria Teichen, Robert Taube und Franz Rücker. Das Schauspiel wird übrigens am Jahrestag der nationalen Revolution als Festaufführung gespielt werden. . , A.

* Ludwig-Thoma-llrausführung. In Rosenheim bei München hat das Führlbecksche Bauerntheater die breialtige PosseDer Rauchklub Kraglsing" nach einer Erzäh­lung von Ludwig Thoma, für die Bühne bearbeitet von Dr. E. Stemplinger, dem Oberstubiendirektor des dortigen Gymnasiums,^ erfolgreich zur Uraufführung ge­bracht. Der Bearbeiter hatte den guten Gedanken, die meisterlichen Humoresken ThomasDer Rauchklub" unb Die Fahnenweihe" (ausAgricola"), denen es nicht an charakteristischen Dialogpartien fehlt, zwanglos zu einem Stück zu formen. Lediglich zur Rettung des dritten Aktes hat er einige neue Situationen, durchaus im Sinne Thomas, hinzuerfunden, die aber ein Abgleiten der Spannung doch nicht verhindern konnten, vielleicht, weil er auf die große Rauferei, die die Thomasche Fahnenweihe geradezu krönt, allzubescheiden verzichtet hatte. Wir sehen und hören viele komische Situationen, die uns lachen lassen über diese Kragl- finger. Die Truppe spielte ihren Thoma mit großer Be­geisterung.

* Künftig einheitliche Regelung bei Verboten von Theateraufführungen. Amtlich wird mitgeteilt: Die einheit­liche Linie der vom Reich verfolgten Kulturpolitik ist bis­her auf dem Gebiete des Theaterwesens teilweise dadurch gestört worden, daß von örtlichen Polizeibehörden die Ver­bote von Theateraufführungen uneinheitlich gehandhabt wurden. Es ist vorgekommen, daß das gleiche Stück in einer Stadt verboten und in der anderen erlaubt wurde. Um in Zukunft eine solche Uneinheitlichkeit zu verhindern, hat der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, in dessen Hand die Theaterpolitik des Reiches liegt, die Landes­regierung ersucht, ihm vor dem Verbot eines Theaterstückes GelegenAit zur Stellungnahme zu geben.

Seite 4. Nr. 28.

Bezirkshaupttagung der Deutschen Lebensrettungsgesellschast.

Am Samstagabend fand im gelben Saal des Paulinen- fchlößchens die Haupttagung der Deutschen Lebensrettungs­gesellschaft Bezirk Mittelrhein im L.-B. Hessen-Nassau statt. Bezirksleiter Schlink eröffnete die Tagung unb begrüßte die zahlreich erschienenen Anwesenden. Als der Vorstand im vorigen Jahr von Stadtrat Altstadt als Bezirksleitung eingesetzt wurde, fand er ein großes Arbeitsfeld vor. 3m Laufe des Sommers wurde bann eine machtvolle Weibe- veranstaltung abgehalten um den Gedanken der Lebens­rettung in alle Schichten der Bevölkerung zu tragen. Die Rettungsstation in Schierstein war vom 14. April bis zum 27. September 1933 in Betrieb. Sn dieser Zeit wurden nun zahlreiche fehr notwendige Anschaffungen gemacht, so: zwei Tragbahren, vier Spinde, Tische und Stühle, sechs komplette Verbandskästen, ein neues Motorboot, ein neues Ruderboot, ein Mast für Signale, drei verteilt stehende Signalmelder, ein Tauchapparat. Ferner waren dringend erforderlich der Umbau des Einganges in Beton, der Ausbau des Medika­mentenschrankes, die Installation von elektrischem Licht und Uhr, der Ausbau der Plattform zum Wachtturm, das Vor­dach an der Station und der Bau einer Steintreppe zum Landeplatz. Im Verlaufe des Berichtsjahres erfolgte auch die Ausbildung von drei Leuten zu Tauchern, sowie die Ausbildung eines Stammes von Lehrscheininhabern. Dabei wurden 22 Lehrscheine. 115 Grundscheine (29 weibliche, 86 männliche) unb 96 Prüfungsscheine (31 weibliche, 65 männliche) ausgestellt. Recht erfreulich ist die Tatsache, daß es gelang die Mitgliederzahl von 100 auf 476 zu er­höhen.

Was die Hilfeleistungen anbetrifft, so konnten 25 gekenterte Boote geborgen, 3 6 Personen gerettet und 90 Notverbände angelegt werden. Diese hohen Zahlen zeigen, mit welcher großen Pflichterfüllung und Aufopferung in der Retungsstation in Schierstein gearbeitet wird. Bezirks- leiter Schlink dankte allen Vorstandsmitgliedern für die ge­leistete Mitarbeit, besonders aber dem Landesoerbandsführer Stadtrat Altstadt für seine außerordentlichen Bemühun­gen desgleichen auch Herrn Philippi. Der Redner sprach seinen Dank ferner den angeschlossenen Vereinen, bei Ne­gierung, die im vergangenen Jahr 1000 M. zum Ausbau gab. bem Magistrat, der die Unkosten der Rettungsstation tragt, sowie den Kameraden der Feuerwehr aus, die durch selbst­lose Arbeit in der Freizeit die Station technisch vervollkomm­neten und die Maschinen überholten. Herr Haßler gw darauf den Kassenbericht, den die Prüfer, die Herren, <A>tt- sried unb Pfost, ordnungsgemäß befunden haben, sodaß! Ent­lastung erteilt werden konnte. Herr Gottfried berichtete dann anschließend über die Besichtigung der Station dum den neuen Generaldirektor des gesamten Wiesbadener Kur­wesens Freiherr von Wechmar, zwecks einer großen Veran­staltung die im Juni zusammen mit der Kurverwaltung una Stadt abgehalten werden soll.

Nach einem Dank an den Landesverband legte der B--. stand seine Ämter in die Hände des Landesverbandsfuhrers Stadtrat Altstadt zurück. Dieser hielt darauf eine ein« i drucksstarke, packende Ansprache, in der er betonte, daß oa- neue Tätigkeitsjahr keinerlei Veranlassung Bringt einen I Wechsel in der Leitung eintreten zu lassen, sodaß Beziis-' I leitet Schlink weiterhin seines Amtes waltet. Notwendig I mit verstärkter Energie an die Arbeit zu gehen. Alle glieder haben die Pflicht für die Deutsche Lebensrettunz - gejellschaft zu werben unb dafür zu sorgen, daß jeder Waise spöttlet der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Beitritt, jeder Schwimmet zum Retter wird. Dieses Ziel mW diesem Iaht erreicht werden und wird, wenn alle im des alten Kampfgeistes handeln, auch volldracht, damit w nach Berlin melden könnenJeder Wassersportler un>e.- Bezirks ist in der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Deutsche soll Schwimmer und jeder Schwimmer ein we» werden. Denn die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft Hane- nach dem LeitsatzGemeinnutz geht vor Eigennutz ' ~ I Wassersporttreibenden sind moralisch verpflichtet bei **