Verlag Langgasse 21
„Tagblatt-Haus".
Sriffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends.
Wöchentlich
IUr beide Ausgaben: 70 Pfg. monatlich, M. 2 .— vierteljährlich durch den Verlag Bringerlohn. M. 3.— vierteljährlich durch alle dcutjchen Postanftalten. auSsch!:cülich io .Bezugs - Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle BiS- - >ow,e die Ausgabestellen in allen Teilen der «ladt: in Biebrich: die dortigen AuS- >n den benachbarten Landorten und im Rheingau die belrcjjenden Tagblart-Träger.
12 Ausgaben.
Fernruf;
„Tagblatt .HanS" Nr. 6650-53.
Von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntags.
Auzeiaen'Preis für die Zeile: 15 Pfg. für lokale Anzeigen im „ArbeitSmockt" und „Kleiner Anzeigerin einheitlicher Satzform; 20 Pfg. in davon abweichender Satzausführung, sowie für alle übrigen lokalen Anzeigen: 30 Pfg. für alle auswärtigen Anzeigen: 1 Mk. für lokale Reklamen: 2 Mk. für auswärtige Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung. — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Rabatt.
Berliner Redaktion deS Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf. Giintzelstr. 66, Fernspr.: Amt Uhland 450 u. 451.
3. Huguft, vormittags.
Sonder-Kusgabe.
1914.
Der Weltkrieg!
*»ti ScS Sonntags haben wir eine Reihe von Extrakts. ^ neue i tcu telegraphischen Meldungen über die ^cn. Eilt Teil der in den Extrablättern verölt t! ,rid,tcn >"uß des Zusammenhanges wegen hier H "^tbctt;
% ^ ,tctt des Wolff-Burcaus vom Generalstaü zensiert.
Aug. Die Presscabteilung des ■ Großen >tft genehmigt, datz samtliche Nachrichten ! be c6reit f U teauS (die auch vom „Wiesbadener Tag- ^ toerden), von den Zeitungen übernommen
Ult, , ' d" sie vorher der Presseabteilung zur Ge- b Vorgelegen haben.
putzig»
- md eröffnet den ttr!eg.
I». e ® un ß des Großen Generalstabes.)
?thisjs?' ^ Aug. Nachdem die Kunde von der allge- »7 Mobilmachung hierher gelangt war, wurde ’S ^"tschafter in Petersburg beauftragt, di- russische Attej. ••!,* "fordern, die Mobilmachung gegen unS A kitt„"/'0.rrrichifcheil Bundesgenossen einzustellen und bündige Erklärung binnen 12 Stunden
!, -‘it, ffiutiuunj miracn xz Winnoen
• * Auftrag ist nach Meldung des Grafen Nit „J n der Nacht vom 31. Juli zum 1. August um
>v"or Rächt vom 31. Juli zum 1. August „-»
^'SirAngeführt worben. Falls die Antwort der russi- »A s ''ine ungenügende sein sollte, war der deutsche erncr beauftragt, der russischen Negierung
wir uns mit Rußland als
nur uns mit Rußland als im Y’ ^jsl"''' d befindlich betrachteten. Die Meldun- !>>ds ^„Alters über di? Antwort der russischen Regtest.». »,ore befristete Anfrage ist hier nicht einge-
Aet, "sowenig eine Nachricht über die Ausführung > Tn» "strags, obwohl wir konstatiert haben, dass der ?l>s«„Al"dhenverkehr noch funktioniert.
.
1 I y, d in dieser Nacht bis 4 Uhr in der Frühe bei ■■ ‘ ^ "oueralstab folgende Meldungen eingcgangen:
«acht fand ein Angriff russischer
i "Mi "
ssogcn die Eisenbahnbrücke über die «An ^ichenried an der Strecke Jarotschin-Wreschc» W. Angriff wurde abgewiesen.
Deutscherseits
* V n J 1 verw unser worven. Die Verluste ljAnh "icht festgestellt. Eine von den Russen gegen z "d/of Milos law eingeleitete Unternehmung ist , * worden.
•Ii e 6 n {*!l crc russische Kolonne hat mit Geschützen die I l «tt. ^chwibben, südöstlich von Bialla, über- Ljttf » ?oi Schwadronen Kosaken reiten in der Ricky
t."», ^ rerrcn rn oer mrai-
"^ltnniSburg. Die Fernsprechverbindung l|,'ttfäj- Bialla ist unterbrochen. Hiernach hat Rnß- Reichsgebiet angegriffen. Der Krieg ist
"kt,
kSttit! "ssiziclle Kriegserklärung an Rußland. ».Mgru, o o». «... ^ . . » .
Aug. Aus Petersburg wird vom 1./8.
. Der deutsche Botschafter übermittelte ^ um 7,80 Uhr abends dem russischen
->»x
„----u-crung um nyr av ^"ssern die Kriegserklärung.
dotriotische Kundgebung in Petersburg. ,e^b"rg, i. Aug. (über Kopenhagen.) Auf
?k» s- Aug. (Über Kopenhagen.) Auf dem
?ik i^bd Minin- und PojarSkh-Monument fand kt etnc große Versammlung statt. Eine Anzahl V "sie Bürger auf, sich zur Wahrung der .Unabhängigkeit
'tj V(i n Verhandlungen abgebrochen.
» ' 2. Aug. (Eig. Drahtbericht) Die direkten
% abhängigkeit Rußlands zu der-
Ms^Iese wurde ein Telegramm an den Hofier in dem die Treue und Loyalität gegenüber ?lbt„,^ßesprochen wird. Die Menge durchzog in Zungen die Straßen.
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Frankreich will den Rrieg!
KPiii:; „ __ -.■—.
Pii\i * n der Diplomaten zwischen den Berliner « P«. »er Kabinetten, sowie auch zwisch
Lokalisierung deutsche Anfrage
üobinettcn, sowie auch zwischen den Kabi- /ljA Petersburg, die bisher eine Lokalisierung
?^bteu, haben a u f g c h ö r t. Die f r a n
ort auf die - gelautet.
der französischen Armee.
^'"3- Wie wir ersahren, ist gestern nachmittag
„ *»Ue Mobilisierung der französischen i.cvrdnet worden.
- Ein dritter Ministerrat.
?y»in j, Aug. Die Minister traten gestern abend '" b "wal unter dem Vorsitz Poincartzs zu ^ M d>?^"wmen, die sich bis Mitternacht erstreckte. e * Erlaijs unterzeichnet: 1. betretend den
Aufschub de? Wechselprotestes, Verfalltag bis zum 31. August; 2 . betreffend das Ausfuhrverbot von Mehlstoffen und verschiedenen Boden- und Jndnstrieerzeugnissen; 3. betreffend die Aufhebung der Einfuhrzölle auf Getreide und Mehl. Der Ministerrat beriet außerdem über die auswärtigen Ereignisse.
Die Rriegsereignisse.
Der Rrregshafen Libau von einem deutschen Rreuzer in Brand geschoffen!
Berlin. 2. Aug. Der kleine Kreuzer „AugSburg" meldet von 9 Uhr abends durch Funkspruch: Ich bombardiere den KricgShafeu von Libau und habe Gefecht mit einem feindlichen Kreuzer. Ich habe Minen gelegt. Der KricgS- hafcn von Libau brennt.
Die Moskowiter im deutsche» Land, n'b, Königsberg, 2. Aug. Jn Ehdtkuhnen ist eine russische Patrouille eingeritten. Das Postanrt Bilderweitschen ist nach sicheren Meldungen zerstört worden. Der Feind überschritt an verschiedenen Stellen die Grenze.
Danzig, 2 . Aug. (Eig. Drahtbericht) Deutsche Bahn- hofsarbeiter melden: Der Bahnhof bei Jllowo ist von den Russen beschossen worden.
Beschießung einer deutschen Patrouille durch die Russen, vb. Berlin, 1. Aug. Heute nachmittag wurde eine deutsche Patrouille bei Prostken, 300 Meter diesseits der Grenze, von einer russischen Patrouille beschossen. Die deutsche Patrouille erwiderte das Feuer. Auf beiden Seiten sind keinerlei Verluste zu verzeichnen.
Luxemburg von öeutschen Truppen besetzt!
wb. Berlin, 2. Aug. (Eig, Drahtbericht) Luxemburg ist zum Schutz der dort befindlichen deutschen Eisenbahnen von Truppenteilen des 8. Armeekorps besetzt worden.
Feindliche Luftschiffe und Flugzeuge. — Deutsche Baterlands- vcrräter.
wb. Berlin, 2. Aug. Soeben läuft die militärische Meldung ein, heute vormittag hätten französische Flieger über Nürnberg Bomben abgeworfcn. Da noch keine Kriegserklärung zwischen Deutschland und Frankreich ausgesprochen ist, bedeutet dies einen Verstoß gegen das Bölkcrrecht.
H: München, 2. Aug. (Eig. Drahtbericht) Das bayerische Kriegsministcrium teilt zu der Nachricht von dem Erscheinen französischer Flieger in Nürnberg folgendes mit: Würde die Nachricht sich bestätigen, so dürfte dies den Anlaß dazu bieten, daß alle äußeren Behörden, Gemeindegendarmcn und die gesamte Bevölkerung daran Mitarbeiten, den Weg solcher Flugzeuge zu verfolgen, damit sic bei etwaigen Havarien oder unfreiwilliger Landung festgcnommcn werden.
wb. Berlin, 2. Aug. Jn der Nacht vom 1. zum 2. August wuvde ein feindliches Lufdschisf auf der Fahrt von -Kerprich nach Andernach beobachtet. In der gleichen Nacht machten ein Cochem er Gastwirt und sein Sahn den Bevsuch, den Cochomer Tunnel zu sprengen. Dies mißlang jedoch. Beide wurden erschossen. FÄnidliche Flugzeuge wurden auf der Fahrt von Düren nach Köln beobachtet. Ein frantzösiisches Flugzeug wurde bet Weisel hcrunterge- schosse n.
Französische Offiziere in preußischer Uniform, wb. Koblenz, 2. Aug. Heute vormittag versuchten 80 frangöisische Offiziere in preußischer Uniform in Kraftwagen die preußische Grenze bei Walb eck, wcistlich von Geldern, zu Werschretten. Der Versuch mißlang.
Verhaftung eines französischen Spions, wb. Lörrach (Baden), 2. Aug. (10 Uhr abends.) Heute srW 1 Uhr wurde in Muttenz bei Basel ein ohentaliger französischer Offizier wegen Einfuhr von Brieftauben verhaftet. 150 Brieftauben wurden beschlagnahmt. Der Verhaftete wurde dem Gefängnis in Listal üöerw>ie!sen. Auch in diesem Falle hat sich die Beobachtung verdächtiger Elemente gum besten der Sache wieder glänzend bewährt. (Die Meldung ist vom offiziösen Wolff-Depeschcu- Bureau verbreitet, wir würden sie sonst nicht mitteilen. Sie kann auch nur zur Verschärfung der Ansmerksamkeit im ganzen Lande beitragen. Schriftleitnng.)
Russische Massenspiouage in Deutschland. — Eine Aufforderung an das gesamte Volk.
Berlin, 2. Aug. (Eig. Drahtbericht) Nach zuverlässigen Nachrichten bereisen russische Offiziere und Agenten in großer Anzahl unser Land. Die Sicherheit des Deutschen Reichs erfordert, daß auS patriotischem Pflichtgefühl neben den amtlichen Organen das gesamte Volk unbedingt daran mitwirkt, solche gefährlichen Personen unschädlich zu machen. Durch rege Aufmerksamkeit in dieser Hinsicht kann jeder an seiner Stelle zum glücklichen Ausgang des Kriegs beitragen.
chß Rcgcnsburg, 2. Aug. (Eig. Drahtbericht) Jn Lichtcn- felS sind zwei Russen, von denen einer alS Dame verkleidet
war, verhaftet worden. Sie wohnten seit 8 Tagen im „Hotel Krone", erhielten ständig postlagrrnde Briefe und machten sich verdächtig durch Photographieren der Eiscnbahnbrückc.
Russische Spionage auch in Kiel.
Kiel, 2. Aug. (Eig. Drahtbericht) Jn der Nähe der militärischen Anlage soll ein verdächtiger Russe durch einen Posten erschossen worden sein.
Die Beaufsichtigung der Fremden.
P Berlin, 2. Aug. (Eig. Drahtbericht) Jn sämtlichen! Hotels Groß-Berli»S wurden heute die Fremden durch Abs ordnungen der politischen Polizei auf ihre Pässe revidiert. I» einigen Hotels wurden Sistierungen vorgenommcn und alle diejenigen, die entweder Militärpflichtige fremder Staats oder sich nicht genügend ausweisen konnten, vor das Polizeipräsidium gebracht.
Großfürst Konstantin in Berlin angchalten.
Berlin, 2. Aug. (Eig. Drahtbericht) Der auf der Durchreise hier befindliche russische Großfürst Konstantin ist heute im „Hotel Bristol" Unter den Linden verhaftet worden. Wie amtlich mitgeteilt wird, wird der Großfürst wieder auf freien Fuß gesetzt und ihm die Möglichkeit gegeben werden, heute abend nach Rußland abzureisen.
Die Begeisterung in ganz Deiltschrand.
Ein Telegramm des Königs von Bayern an den Kaiser.
König Ludwig richtete an den Kaiser nachstehendes Telegramm: DaS bayerische Heer ist heute mit dem Beginn der Mobilisierung unter Deinen Befehl als Bundcsfeldherr getreten. Schon in Friedenszeiten in dem Geist erzogen, der die deutschen Truppen vor 44 Jahren zum Sieg führte, wird bas bayerische Heer sich deS Vertrauens würdig erweisen, daS ganz Deutschland in seine Kriegstüchtigkeit setzt. Nie ist bas Deutsche gleich vor einer c r n st e r e n Entscheidung gestanden als in dieser Stunde, in der seine Fürsten und Völker wie ein Mann aufstehen, um seine Ehre, Stellung und Zukunft gegen mächtige Feinde zu verteidigen. Nie aber wirb sich die unerschütterliche Treue, in der die Deutschen zusammcnstehcn, üüerwäl-- t i g c n d e r o f f e n b a r c n als in dem Kampf, der unS auf- gezwungen wird. DaS Vertrauen auf Gott und feine Gerechtigkeit wird nnscrc Heere stärken. Jn dem Bewußtsein ihrer Geschlossenheit, ihrer eiserne» ManneSzucht und ihres ernste» Mutes werden sic, wen» es zum Krieg kommen sollte, den Kampf für Ew. Majestät und das gemeinsame Vaterland, für den Ruhm und die Würde des deutschen NamcnS mit Ehre bestehen. Jn dieser Erwartung heiße ich Bayerns Söhne, sich um ihre Fahnen scharen, und bitte Gott, er möge, wenn der Kampf entbrennt, den deutschen Waffen den Sieg verleihen. Die gehobene Stimmung in Berlin. — Sammlungen für bas Rote Kreuz.
wb. Berlin, 2. Aug. Die Menschenmenge flutete biS spät in die Nacht hinein noch weiter Unter den Linden vont Brandenburger Tor über die Schloßbrücke bis zur Kaiser- Wilhelm-Brücke. Ganze Züge mit Fahnen marschierten über die Mittelpromenade. Auch Reserveoffiziere in Uniform sah man unter der Menge. Die Cafghäuser und Wirtschaften waren bis auf den letzten Platz gefüllt.. Jn den meisten wurden patriotische Ansprachen gehalten, Lieder gesungen und Hochrufe auf den Kaiser, das Heer und die Marine ausgebracht, worin die Gäste stets stürmisch einstimmten. Auch Sammlungen für das Rote Kreuz sind veranstaltet wor^ den, die teilweise recht ansehnliche Beträge ergaben. Gegen 11 Uhr durchfuhr der Kronprinz mit seinem Adjutanten! in, Automobil die Linden und die Friedrichstadt. Sein Erscheinen rief überall begeisterte Kundgebungen hervor, wofiir er fortgesetzt freundlichst dankte. Bis gegen 1 Uhr in der Früh erschollen Klänge von „Deutschland, Deutschland über alles" und „Die Wacht am Rhein".
Die Begeisterung in München.
wb. München, 2. Aug. Eine derartige Entfesselung! des Volksgei st eS wie nach den Anordnungen der Mob,l- machung durch den König ist noch nicht erlebt worden. Vergessen waren die Rangunterschicde.
Begeisterung in Mecklenburg-Strelitz.
wb. Neustrelitz, 1. Aug. Nachdem die Movivmachung hiev l«°!kannt geworden war, entstand in allen Straßen ider Stadt ein unendlicher Jubel. Jnsbeffondere wurden^ alle aktive Militärpersonen mit Jubel begrüßt. Vor der Kaserrw des 2. Bataillons deS Grenadier-Regiments Nr. 89 hatte sich eine große Menjschenmenge angesammelt, die unter patriotischen Gesängen ihren Weg nach dem großherzagl'chen Schloß nahm. Der G roßherz og erschien auf dem Balkon des Schlosses und richtete an die Menge eine Ansprache, in der er für die Huldigung dankte und die Hoffnung auNsprach, daß die Begeisterung, die das deutsche BckK jetzt erfülle, immer erhalten Reibe und noch wachsen möge. Der Großherzog schloß mit den Worten: „Fetzt gehet h,n und heftet den
Sieg an Eure FahnenI"
