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Nr. 1.
Dienstag, 2. Januar 1934.
82. Jahrgang.
aufgegebenen Richt-
Die durch Staatssekretär Reinhardt geförderte freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit hat Ende Dezember 100 Millionen M. überschritte». Die Zahl der bis Ende Dezember gewählten Ehestandsdarlehen betragt 150 000. Die Nachfrage nach Ehestandsdarlehen ist nach wie vor außerordentlich groß. Im Jahre 1934 sollen 200 000 bis 250 000 Ehestandsdarlehen gewährt werden.
Rach den Festen.
8,8. Berlin, 2. Ian. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die Ansprachen, die auf den offiziellen Empfängen am Neujahrstag gehalten wurden, haben wesentlich Neues nicht gebracht. Außenpolitisch sind die Dinge eben zu sehr in Fluß, als daß der Augenblick geeignet wäre, zu den im Mittelpunkt stehend«» Fragen Stellung zu nehmen. Man hat dafür aber den Neujahr stag benutzt, um die diplomatische Aktion sortzu führen. Der französische Bot-
'fter Francois-Poncet hat gestern bereits Kanzler in Anwesenheit des Reichsautzenministers Schriftstück der französischen Regierung zur Ab- rgsfrage überreicht und dieses Schriftstück mündlich ert. Inwieweit der Inhalt des Schreibens >en Angaben der französischen Press« überein« t, ist schwer zu sagen. Es soll nämlich, und zwar s heißt, auf Veranlassung des Botschafters selbst, Änderung in diesem Schriftstück vorgenom- worden sein, und auch heute wird in einer r Meldung gesagt, daß noch nach der Abreise ois-Poncet aus Paris Abänderungen, die tele- fch nach Berlin übermittelt wurden, vorgenom- worden feien. Dadurch sei dieses Schriftstück ■ mehr s o itu r wie anfangs, sondern sei rlich biegsamer und erleichtere mithin die Fort- ing der deutfch-ftanzöstfchen Fühlungnahme.
steigen. Die Folge dieser Enttvicklung werde sei», daß die Arbeitslosenzifser im Laufe des Jahres 1934 wahrscheinlich um weitere 2 Milliarden sinken und das Aufkommen an Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen im Jahre 1934 in noch wesentlich höheren -Ziffern steigen werde als 1933. Die Gesamtausfichten für das Jahr 1934 feien denkbar günstig. Die soziale, wirtschaftliche und finanzielle Gesundung werde im Jahr 1934 noch wesentlich größeren Umfang erreichen als im Jahre 1933. Die Hauptsache werde sein, daß alle Volksgenossen im Rahmen der von der Reichsregierung aufgege'----
linien nach wie vor unentwegt ihre Pflicht tun.
Rumänien nach dem Attentat.
Zensur und Belagerungszustand.
Bukarest, 1. Ian. Inder Regierung stehen einige Änderungen bevor. MinisterPräsident Anghelescu wird das Unterrichtsministerium abgeben. Sein Nachfolger ist noch nicht bekannt. Außerdem sollen zwei Unterstaatssekretäre ersetzt werden.
Am Sonntagmittag fand in der Pressedirektion ein Empfang der ausländischen Presse statt, bei dem der Minister für Presse und Propaganda im, Auftrage der Regierung die Gründe für die Verhängung des Belagerungszustandes und der Zensur auseinandersetzte. Im ganzen Lande herrscht Ruhe.
Günstige Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft.
3m neuen Jahre sollen weitere zwei Millionen Erwerbslose eingegliedert werden.
Berlin, 30. Dez. Der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Reinhardt weift in einem Rückblick und Ausblick zur Jahreswende daraufhin, daß die Umsätze in der deutschen Volkswirtschaft im Kalenderjahr 1933 um mindestens 10 Milliarden M. gestiegen feien. 5 Milliarden davon stellten neues Volkseinkommen dar. Im Jahr 1934 würden die Umsätze in der deutschen Volkswirtschaft wahrscheinlich um weitere 12 bis 14 Milliarden und das Volkseinkommen um weitere 6 bis 7 Milliarden M. Folge dieser Enttvicklung werde sein, daß die senzifser im Laufe des Jahres 1934 wahr- ... .12.-—. n 1YT? : 1 f ; • S. .. f . w A w ttwS
Verbeugung machte, ebenso wie die Russen. Das alles dürfte die Italiener nicht gerade zu einem besonders stürmischen Auftreten in dieser Frage veranlassen. So wird das Schwergewicht der römischen Gespräche wohl auf der Abrüstungssrage liegen, wenn man auch hier, wie gesagt, die Erwartungen nicht Überspannen soll.
Sie WlomlW 'Million miti sorlMl.
Die Neujahrsansprachen. — Franyois-Poncet beim Kanzler. — Bor der Unterredung zwischen Mussolini und Sir John Simon.
Weiterarbeiten für unser geliebtes Vaterland
Die Reichsregierung beim Reichspräsidenten.
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ist.'
Der Dank Hindenburgs
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Der Jahresanfang in Berlin
Eine zahlreiche Menichen- der Wilhelmstraße einge-
wiederzugeten, das
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ident, mir und der Regierung iiung der Ehre und Gleichbe- eitte Politik verfolgen, deren
So spreche ich denn in diesem Augenblick nicht nur in meinem und int Namen der Reichsregierung, sondern tm Namen des ganzen deustchen Volkes Ihme», ehrwürdiger Herr Generalfeldmarschall und Prüfident des Deutichen Reiches für die durch Sie beschirmte Entwicklung dieses Jahres den tiessten und ehrerbietigsten. Dank aus und verbinde ihn mit dem herzlichen Wun'.che, der all- inächtige Gott möge auch im kommenden Jahr Ihr Leben und Ihre Gesundheit in seine Sorge nehmen und mit seinem Segen bedecken zum Glücke des Reiches, dem in inniger Ver- bnndenheit unter Ihrem Vertrauen zu dienen das Glück und die tiefste Genugtuung aller Mitglieder der Reichsregierung
der Reichskanzler, der Vizekanzler die Reichsminister sowie die Staatssekretäre des Reichs, reiner wann ReichsbankpiÄident Dr. Schacht und pteußttcher Finanzminnter Dr. P o p i tz anwesend. Reichskanzler Adolf Hitler begrüßte den Reichspräsidenten mit folgender An-
solg und < persönliches
alle umschließt.
Die Kraft, die aus dieser Gemeinschaft strömt hat uns ermöglicht, in einer Zeit schwerster wiriichaftlicher t
Berlin, 1. Jan. Am 11,30 Uhr fand der Empfang der Reichsregierung statt. An diesem nahmen teil:
’ chskanzler, der Vizekanzler, die Re ichs- > r sowie die Staatssekretäre des Reichs, feiner
spräche:
Der Kanzler begrüßt den Feldmarfchall.
Herr Reichspräsident! Am Ende eines schicksalschweren Jahres haben sich beute die Mitglieder der Reichsregierung zu Ihnen Herr Reichspräsident, begeben, um durch mich den Empfindungen des Dankes und der Verehrung Ausdruck zu verleihen, die in diesen Stunden nicht nur die Regierung, sondern dasganze deutsche Volk b e w e g e m
Als Sie, Herr Reichspräsident, am 30. Januar ,1933 tue neue Reichsregierung beriefen und mir den ehrenvollen Auftrag ihrer Führung'erteilten, wurde der Aufbruch des deutschen Volkes in eine würdigere und bessere Zukunft flelmet. Denn dieier Ihr damaliger Entschluß, Herr Reichspräsident führte in der Folge zu jener unerhörten (5 ent es- und Willenseinheit in unserem Volke und Wischen ihm und seiner Führung die am 12. November einen so denkwürdigen geschichtlichen Ausdruck fand.
Das deutsche Voll aber ist glücklich geworden tm Erleben dieser so lange entbehrten Einheit, tue, ausgehend von Ihnen, Herr Eeneralfeldmarschall, vis zur deutschen Jugend
Hauies die Meldung des Führers der Ehrenwache entgegen- nahm Auch der Führer wurde immer wieder mit Jubel- rufen begrüßt. als er stch zum Empfang zum Reichspräsidenten begab, und auch vor der Reichskanzlei wurde immer wieder der Ruf nach dem Führer laut. Eine zahlreiche Menschenmenge batte sich zum Empfang in der Wilhelmstraße eingesunden um die Ankunft der Halloren und die Auffahtt der Botschafter und Regierung-Mitglieder vor dem Reichspräfitentenpalais beobachten zu können. Im übrigen bat man eine alte Tradition wieder ausgenommen. Der 'Tag begann mit dem „Großen Wecken". Die Kapelle und der 'Spielmannszug der Polizeiabteilung ZBV. marschierte die Linden entlang und brachte schließlich dem preußischen Ministeroräsidenten ein Ständchen. Die Kapelle wurde aus ihrem Maisch überall mit großem Jubel begrügt. Zum ersten Male seit langer Zeit wehten am Reuiahrstag wieder die Fahnen. Und wenn das Wetter auch unfreundlich und griesgrämig ausiah, so ging doch die Reichsbaupt- stadt voll Zuversicht und voll Vertrauen auf den Führer in das Jahr des deutschen Aufbaues hinein.
politischer Krisen das Reich in seinem Gefüge zu f e st iqen, die Autorität der Regierung und die Achtung vor den Gesetzen zu erhöhen, dem religiösen, moralischen und kulturellen Verfall unseres ganzen Volkes Einhalt zu gebieten, den wirtschaftlichen Zusammenbruck aber nicht nur aufzuhalten, sondern auf vielen Gebieten sogar eine kraftvolle Wendung zum Besseren herbeizusubreii. Getragen und gestärkt von dem Vertrauen und der Zustimmung die Sie Herr Reichspräsident, mir und der Regierung schenkten, konnten wir in Wahrung der Ehre und Weichberechtigung des deutschen Volkes eine Politik verfolgen, deren letztes Ziel immer nur di« Herstellung eines r k - liehen und -----------"*
alle Zukunft jein
frichtigen Friedens war und für ___v__________ wird. Wir empfinden es dabei als eine besondere, gnädige Fügung des Schicksals, in Ihnen, Herr Reichspräsident, als unserem obersten Schirmherrn für unser Wollen und Handeln einen Zeugen zu besitzen, der der ganzen Welt die Aufrichtigkeit unserer Absichten beweisen kann und muß.
Als ich heute vor einem Jahre meine Neujahrswünsch: aussprach, gab ich der Hossnung Ausdruck, daß das neue Jahr die seelische Verfasiung des deutichen Volkes erneuern und uns den Geist innerer Verbundenheit und enger Schick- salsgeme.njchaft wictei61ingen möge. Ich kann heute mit Befriedigung und Dankbarkeit feststellen, daß dieser Wunsch Erfüllung gefunden hat. Das Jahr 1933 hat Deutschland aus der inneren Zerrisseneheit, ans den- Kampf sei Parteien und dem Gegensatz der Interessen heraus und auj« wärts geführt zur staatsbewußten Einigkeit uns zum Elaubenan fichfelbst. Gestützt auf diesen neuen Geist ist es der Reichsregierung in Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft gelungen, Millionen arbeitswilligen Menjcheu wieder Arbeit zu ichaffen. und denen, die noch auf Beschäftigung warten, die Hoffnung ltz auch sie nicht e w i g s e - e r n m ü - In dem mietet: erlangten Bewußtsein unlösbarer schick',als- gemeinschast hat das deutsche Volk das große freiwillige Wintcrhiljswerk ins Leben gerufen und dadurch denjenigen uttierer Brütern, sie Entbehrung leiten, Schutz vor Hunger und Kälte gebracht. So konnte die deutsche Not, di«
„Herr Reichskanzler! Meine Herren! Nehmen Sie meinen aufrichtigen Dank entgegen für die Glückwünsche, die Sie mir in so freundlicher Weste ausgesprochen haben. Ich erwidere sie von Herzen mit meinen Soften Wünschen für Er- Segen Ihrer weiteren Arbeit und für Ihr aller es Wohlergehen.
Halb soviel Zwangsgestellungen als im Vorjahr.
as. Berlin, 2. Jan. lDrahibericht unserer Berliner Ab- lung.) Der Übergang vom Jahr ter deutschen Revolution n Jahr des deutschen Aufbaues, wie Hitler in einem Dank {eine Mitkämpfer die Jahre -1933/34 kennzeichnet, h.t kick Berlin in würdiger Form vollzogen. Es hat cht an Fröhlichkeit und Stimmung gefehlt, aber diePoli - i hatte doch sehr viel weniger Arbeit, als t frühere n Silvestertagen. 342 Zwangsgostel- naen in der Silvesternacht, das ist nur etwa die Hälfte der »rfähresziffer. Der Straßenverkehr war in ter Silvester- chr lebhaft wie immer. Vor dem Haufe des Kanzlers in r Wilhelmstraße staute sich die Menge, stimmte immer ieter das Deutschlandlied und das Horst-Wesisl-Lied an iddanktedemFührerdesneuenDeutschland it brausenden Heilrufen. Diese Kundgebungen setzten sich n Neujahr-tag fort an dem auch ter Reichspräsident mit otzem Jubel begrüßt wurde, als er ani der Treppe des
er morgige Tag bringt dann die schon angefünbigte rrebung zwischen dem englischen Außenminister John Simon und dem italienischen Regierungs-
Mussolini. Naturgemäß sieht man dieser rredung, zu der Sir John Simon bereits heute ) in Rom eintrifft, mit großem Interesie entgegen.
Staatsmänner werden sich bei dieser Aussprache '.los von dem Willen zum Frieden leiten und vereint prüfen, rote nun die Abrüstungsfrage Lösung nähergebracht werden kann. Auf der en Seite wird man die Bedeutung dieser nicht überschätzen dürfen, als es sich in der ,tuttgsfrage nicht um irgendwelche Meinungsver- enheiten zwischen England und Italien handelt, rn in erster Linie um Gegensätze zwischen Berlin Paris. Man kann in Rom und auch in Lon- geroissermaßen für diese Auseinandersetzungen Hilfestellungen geben, aber man kann keine Iltigen Entscheidungen treffen. Nach der ganzen rigen englischen Politik ist mit einer starken eng- n Einwirkung auf Frankreich kaum zu rechnen, wird sich in Rom auch wohl über die Völker bunds- ■m unterhalten. Ater auch hier wird man schmer- ;u irgendwelchen positiven Beschlüssen kommen. Die iener haben bisher ihre Reformpläne nicht in An- en oder präzisierten Forderungen geformt Anderer- hat die Ernennung des Staatssekretärs im , lischen Auswärtigen Amt, Eden, zum Ee- ifiegelbewahrer mit der ausdrücklichen Aufgabe, die lkerbnndsangelegenheit zu bear- . t e n, erneut gezeigt, daß England an der Völker- dspolitik festhält. Es soll auch nicht übersehen roer- , daß auch Roosevelt trotz einer gewissen Kritik an Genfer Institutton doch vor dem Völkerbund eine
