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Wiesbadener Tagblatt

Montag, 20. Dezember 1937.

Seite 2. Nr. 296.

Die fißinoroh^oft FlOlitkiilnOl unD her IgO

Ees auherordentlich befriedigend feien. Der Direktor desGiornale d'Jtali

Rom, 19. Dez. Die neuen wirtschaftlichen Vereinbarungen finden in der römischen Sonnlagspresse starke Beachtung, wo­bei betont wird, daß die Ergebnisse dank des Geistes der Zu- Mnmemrvbert und des weitgehenden beiderseitigen Verständ-

Eencral Ludendors und seine Gattin vor ihrem Wohnsitz in Tutzing.

(Erich Zander, Archiv, K.)

Der Führer stattete heute der Mutter, des j Reichskriegsmini st er s, Frau Emma von Bkom-Z berg, in Eberswalde zu ihrem heutigen 90. Geburts- W tage einen Gratulationsbesuch ab.

w= nUIIVU>uK d'Jtalia" unterstreicht die Bedeutung der neuen Vereinbarungen und betont, daß dieser Warenaustausch im ständigen Wachsen be­griffen sei. Deutschland nehme schon heute den ersten Platz im italienischen Außenhandel ein. So belaufe sich die italienische Einfuhr aus Deutschland in den ersten neben Monaten des lausenden Jahres auf eine Milliarde, 380

Die Wettkampfgrupven Banken und Ver­sicherungen, Textil, Ersen und Metalle und Druck und Papier weisen eine Teilnahmeziffer zum Reichsberufswettkampf auf, die mit 100 % den möglichsten Höchstsatz erreicht. *

Der amerikanische Botschafter in London, Bingham ist, wie aus Baltimore in USA. berichtet wird, dort am Samstag nach einer Operation gestorben.

Unterzeichnung ergänzender Vereinbarungen.

Rom, 19. Dez. Der Minister des Auswärtigen Eraf C i a n o und der deutsche Botschafter von H a s s e l l haben Samstag im Palazzo Chigi mehrere wirtschaftliche Vereinbarungen unterzeichnet.

Die Vereinbarungen sind von dem deutschen und dem italienische Regierungsausschuh für die Regelung der deutsch-italienischen Wirtschaftsbeziehungen unter Vorsitz von Ministerialdirektor Sarnow und Botschafter Giannini während der in Rom zum Abschluh gebrachten Tagung vorbe» reitet worden.

Diese Tagung gab den Ausschüssen Gelegenheit, alle die beiden Länder betreffenden wirtschaftlichen Fragen zu erörtern und eine Reche von weiteren Erleichterungen für den Handelsverkehr vorzubereiten.

Gemeinsamer Kampf um die wirtschaftliche Unabhängigkeit.

Millionen Li« gegenüber einer Milliarde, 584 Millionen LM JKr 1930.

Rach einer Havas-Melüung aus Haifa, i|t die | irakische Ölleitung in der Nacht zum Samstag unter- ; brachen und in Brand gesteckt worden. Die Drähte der parallel 1 laufenden Telephonleitung wurden durchgeschnitten.

Scapini und Baldur von Schirach Über die deutsch-französische Verständigung.

Berlin, 19. Dez. Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, gab zu Ehren des zur Zeit in Berlin weilenden Präsidenten des Comitö France-Allemaane, Georges Scapini, in der Deutsch-Französischen Gesellschaft einen Empfang, dem von französischer Seite außerdem Bot-

Jtaliens Ausfuhr nach Deutschland betrage für die gleichen Zeitabschnitte 849 Millionen bzw. eine Milliarde, 61 Millionen Lire. Italien decke vor allem den größten Teil seines Bedarfes an Kohlen, an Erzeugnissen der Schwer­industrie sowie der Maschinenindustrie in Deutschland, das seinerseits Hauptabnehmer der italienischen Reis- und Süd- früchte-Ausfuhr sei. Wichtiger aber noch als das Sich-Er- gänzen dieser beiden gleichermaßen auf die wirtschaftliche lln- äbhängigkeit hinarbeitenden Staaten sei, wie der Direktor desGiornale d'Jtalia" abschließend betont, die Tatsache, daß zwischen Rom und Berlin heute der gemeinsame aufrichtige Wille bestehe, sichauchbei derDurchführungder Wirtschaftsschlacht und der Auswertung aller nationalen Hilfsquellen gegenseitig zu u n te r st ü tz e n.Dieser Wille ist die Beseitigung der Festigkeit sowie des aktiven und solidarischen Geistes der Achse BerlinRom."

Besuch des französischen Pressechefs in Berlin.

Berlin, 19. Dez. Der Pressechef des französischen Außen­ministeriums, Gesandter C 0 m e r t, hat Sonntagabend Berlin wieder verlassen. Er hat während seines hiesigen Aufenthaltes mit Reichspressechef Dr. Dietrich und der Presseabteilung des Auswärtigen Amtes Fühlung genommen. Hierbei haben ersprießliche Unterhaltungen über alle die­jenigen Fragen stattgefunden, die int allgemeinen Rahmen die beiderseitigen zuständigen Stellen interessieren.

Aussprachen dieser Art sollen in der Folgezeit fortgesetzt werden, um Mißverständnisse soweit wie möglich zu ver­meiden, die auf dem Gebiete der Presse und des Nachrichten­wesens süh einstellen und die für die Entwicklung guter Be­ziehungen zwischen den beiden Nachbarländern schädlich sind.

3<niptfd?riftkiter: Fritz Günther.

Stellvertreter des Hauptschrislletters: Kari Hei«z Kuag.

verantwortlich für Politik, Kulturpolitik und Kunst: Fritz GüutLe»; für de» politischen NachrichrendienH: Kari Heinz Kutrz; fit unpolitische Beiträge um* vermischt«: Dr. Heinrich Reichert; für Stadtnachrichtt«, «wirtschaft. tzam>» und Gewerbe: Willi Pempel; für Umgebung, proviiynachrichten und de» Sportteil: Heinz Lenhardt: für den Bilderdienst: die bett. Ressortleiter;

für den Linzeigenteil: Otto Kaiser, sämtlich in Wiesbaden.

Preisliste Nr. 5. Durchschnitts-Liuflage Nov. 1937 : 21736 Sonntags allein: 26638«

Druck und veriaa des Wiesbadener Tagblatts? ,

L Schellenberg'fche hofbuchdrucferei,wiesbaden,Langgasse2^, .Cagblatt^s»* Gesamte itung:

Kurze Umschau.

In Berlin würbe ein neuer Vertrag über die Regelung der Zahlungen im deutsch-niederländischen Warenverkehr unterzeichnet, der bis Ende 1938 gilt. Der Vertrag werft gegenüber dem am 31. Dezember d. I. ablaufenden Vertrag einige Änderungen auf. So ist die freie Devisenspitze der Reichsbank auf 10 v. H. des / deutschen Ausfuhrerlöses erhöht worden. Ferner können ge- j wisse Hafenumschlagskosten und Nebenkosten des deutsch-nieder- , ländischen Transitverkehrs, die bisher in Devisen gezahlt werden mußten, in Zukunft über Verrechnung geleistet werden, j

*

Der Führer und Reichskanzler hat dem königlich italie- 5 nischen Außenminister Graf C i a n 0 und der Gräfin Crano j telegraphisch Glückwünsche zur Geburt ihres Sohnes, ihres dritten Kindes, ausgesprochen.

schafter Franvois-P 0 n c e t und der Leiter der Presseabteilung des Quai d'Orsay, Gesandter Co merk, beiwohnten. In der - unformellen Herzlichkeit des Empfanges kam die aufrichtige Kameradschaft der Frontkämpfer und der Jugend zweier Völker zum Ausdruck, die im Dienste des - Friedens eine Verständigung und ein gegenseitiges Sich- kennenlernen von ganzem Herzen erstreben. Auch in dieser Stunde wurde offenbar, daß gerade die Frontkämpfer und die / Jugend am meisten berufen sind, Brücken zu schlagen von i Volk zu Volk. .

Der Reichsjugendführer gab diesem Empfinden Ausdruck, als er seinen festen Willen aussprach, die Zusammenarbeit zwischen der deutschen und der ftanzösischen Jugend zur Tat werden zu lassen. Er spreche nicht als einzelner, sondern im Namen der Millionen der deutschen Jugend, die alle genau wie er eine ehrliche und aufrichtige Verständigung mit der jungen französischen Generation wünschten.

Georges Scapini sprach seinen aufrichtigen Dank für die herzliche Aufnahme in Deutschland aus, insbesondere dankte er dem ReichsjugendfLhrer dafür, daß er tausend Söhne von ftanzösischen Frontkämpfern nach Deutschland eingeladen habe. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß es gerade bura) die Jugend und die Frontkämpfer gelingen möge, das deutsche und das französische Volk einander näherzubringen.

Außenminister Antonescu begrüßt Zusammen­arbeit der rumänischen Jugend mit HI.

Berlin, 19. Dez. Aus Anlaß des kürzlich erfolgten Be­suches von Baldur von Schirach gab der rumänische Außen­minister Antonescu dem Hauptschristleiter vonWiste und Macht" Kaufmann gegenüber Erklärungen ab, m denen er die Zusammenarbeit der rumänischen Staatsjugend Wacht des Landes" mit der Hitlerjugend begrüßte.

Antonescu erklärte:Sie Jugend hat immer eine beson­dere Rolle bei der Begründung der Freundschaft zwischen Ländern gespielt. Wenn wir in Betracht ziehen, daß die Ver-

Die MtsWW MliMMbeit MM Berlin und Hom

Weitere Erleichterungen im Handelsverkehr.

land, unterstreicht in seinen Kriegserinnerungen immer wieder von neuem Ludendorffs verblüffende militärische In­st inktsicherheit. Obwohl Ludendorff ein Schüler Schlief­fens war und was für ein Schuler! fand er die Unr­und Abkehr der Schlieffenfchen Strategeme. Bei Tannenberg und in Polen handelte Ludendorff noch im Geiste der Schlieffenfchen Erbschaft der Umklammerung und Vernichtung. Im Stellungskrieg war Schliessens Strategie unanwendbar ge­worden. Der Wahnsinn der übersteigerten Materialschlachlen brachte keine Lösung aus der Erstarrung. Ludendorff sand den neuen Weg durch die Loslösung vom Dogma des Bodenbesitz- Haltens. Er schuf das System der elastischen Verteidigung, am glänzendsten bewährt im Rückzug auf die Siegfriedstellung im Frühjahr 1917, und die Einleitung des Bewegungskrieges durch neue Methoden. Daß er sein Ziel nicht erreichte, lag nicht an ihm. Das abgekämpfte deutsche Heer, dem nicht die unerschöpflichen Hilfsquellen zur Verfügung standen wie den Heeren der Entente, mußte nach anfänglichen unerhörten Er­folgen Haltmachen, am Siegeswillen hat es wahrlich weder dem Obersten Feldherrn noch dem untersten Soldaten gefehlt.

Ludendorfts Taktik und strategische Lehren sind heute zum eisernen Bestandteil der Eeneralstäbe aller Armeen ge­worden. Daß künftige Kriege nicht noch einmal in den Schützengräben versanden, ist das Ziel der modernen Feld- herrnkunst, die mit dem Namen Ludendorffs unlösbar ver­bunden ist. Schon dies allein genügt, um Ludendorff unter die größten Feldherrn einzureihen. Für uns Deutsche hat er ihre Reihe von Moltke über Schliessen gleichwert und gleich­würdig fortgesetzt. Damit hat er sich einen dauernden Ehrenplatz in der Walhalla des preußisch-deutschen Heeres gesichert.

Ein Mann wie Ludendorff konnte nicht untätig bleiben, auch wenn er die Lebenslust seiner soldatischen Umwelt nicht mehr atmete. Was er während des Krieges als richtig er­kannt hatte, setzte er während des Friedens auf feine Weife fort. Er suchte nach dem Weg einer Erneuerung Deutschlands auf völkischer Grundlage. Da­durch wurde er ein Weggenosse Adolf Hitlers, mit dem er Schulter an Schulter den Marsch zur Feld- herrnhalle am 9. November 1923 vollführte. Zeit­weilig haben sich dann ihre Wege getrennt. Dank der Ini­tiative Adolf Hitlers sind dann in den letzten Jahren Miß­verständnisse und Meinungsverschiedenheiten aus dem Wege ge­räumt worden. Beim 70. Geburtstage 1935, beim 55. Militar- jubiläum im April dieses Jahres und zuletzt am 9. November dieses Jahres haben Telegrammwechsel und erhebende militärische Ehrungen gezeigt, daß es zwischen dem Feldherrn des Krieges und dem Führer des neuen Deutschlands nichts Trennendes mehr gab.

Heute wissen das deutsche Volk und vor allem d i e alten Soldaten,- die einst unter Ludendorff gekämpft haben, was sie an ihm besessen haben und was sie ihm für alle Zeiten schulden. In aufrichtiger Trauer neigen wir uns vor feiner sterblichen Hülle und huldigen demHerzen von Erz", das fein ganzes Leben hindurch nur für ein Ideal schlug, für Deutschland und das deutsche Heer.

Unser Bild links zeigt den Feldherrn im Gespräch mit Adolf Hitler im Jahre 1923 in München. Mitte: Eine große Ehrung wurde Ludendorff aus Anlaß feines 70. Geburtstages durch die Wehrmacht zuteil. General Ludendorff schreitet hier zusammen mit Eeneralfeldmarschall von Blomberg die Front der angetretenen Truppenteile vor seinem Haus in Tutzing ab. Rechts : Ein historisches Bildookument aus dem Weltkrieg: Eeneralfeldmarfchall von Hindenburg und General der Infanterie Ludendorss mit der Operationsbasis des Generalstabes des Feldheeres. (Scherl-Wagenborg-Archw-M.)