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(gez.) Adolf Hitler".

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General Ludendorff f.

Neueste Aufnahme des Generals, ausgenommen im Sommer 1937 vor seinem Heim in Tutzing tfm Starn­berger See. (Scherl-Wagenborg-M.)

Das Beileid des Führers.

Berlin, 20. Dez. (Funkmeldung.) Der Führer hat an Frau Ludendorfs folgendes Beileidstelegramm gerichtet:

3u dem schweren Verlust, deu Sie durch den Tod Ihres Herr« Gemahls getroffen hat, spreche ich Euerer Exzellenz meine herzliche Anteilnahme aus. Mit dem großen Soldaten und Feldherrn Ludeudorff verliert das deutsche Volk einen seiner besten und treue st en Söhne, dessen Arbeit in Krieg und Frieden nur dem Wohle Deutschlands galt. Sein Name wird in der deutschen Geschichte ewig weiterleben. Ich selbst und die nationalsozialistische Bewegung werde» ihm immer dankbar dafür bleiben, daß er in der Zeit größter nationaler Not sich unter Einsatz seiner Person mit denen ver­band. die zum Kampf für eine bessere deutsche Zukunst ein­

Der Feldherr.

Der Feldherr wie der Fürst bedarf ein Herz von Erz."

M ün ch en, 20. Dez. (Funkmeldung.) Am Montag um 9.25 Uhr wurde vom Josefinum folgende Mitteilung ausgegeben:

Heute Montag, den 20.Dezember, 8.20 Uhr, verschied der Feldherr General Ludendorff schmerzlos und ruhig. Das Bewußtsein blieb bis in die letzten Stunden erhalten. Bei der durch die lange Krankheit nur noch geringen Widerstandskraft war es unmöglich, dem schnell eintretenden Kräfteverfall und der zunehmenden Kreislauf­schwäche wirksam zu begegnen.

läugerung des Krieges hervorgerufen zu haben und der Streit um ihn lägt erst recht nicht nach, als er sich im März 1920 der Teilnahme am Kapp-Putsch verdächtig macht und später in München mehr und mehr Mitglied jener Kreise wird, die sich seit 1920 um Adolf Hitler gesammelt hatten.

Wir wissen um die Ereignisse des 8. und 9. November 1923 in München, als Hitler und Ludendorff versuchten, an der Spitze eines Demonstrationszuges die verworrene ßctßc in Deutschland gewaltsam zu klären. Erst vor wenigen Wochen haben wir des Tages, an dem der Marsch zur Feld- herrnhalle ging, gedacht und haben uns dabei erinnert, daß auch Ludendorff für die nationale Erhebung ftch an der Seite des Führer eingesetzt hatte. Parteihader, Spaltungen und Zwiet rächt in den anderen Lagern haben lange Zeit hindurch den großen Führer der deutschen Nation von Ludendorff ge­trennt. Ludendorffs Verdienste aber als Feldherr und Stratege und als Mitkämpfer für eine neue nationale Regie­rung nach der Novemberrevolte von 1918 sind unbestritten.

letzten eineinhalb Jahrhunderte.

Schon äußerlich entsprach Ludendorss dem Bilde des eisernen Soldaten". Kantig und knorrig stand vor uns sein Antlitz. Datz er einHerz von Erz" besaß, hat er im Frieden und im Krieg und abermals im Frieden mehr als einmal be­wiesen. Als "er in den Jahren 1912/13 mit dem von ihm aus­gearbeiteten Programm der Heeresverstärküng wohl im Großen Eeneralstab, nicht aber dem Kriegsministerium gegenüber durchdrang, gab er. eigenwillig wie er war, die bis dahin so überaus erfolgreiche Arbeit im Generalstab auf und ließ sich an die Front zurückversetzen. Als Frontsoldat zog er in den Weltkrieg, als aktiver Brigadeführer eroberte er Lüttich und erwarb sich den Pour le mörite dafür. Wenige Tage später wurde er Chef des Generalstabs der 8. Armee unter Hinden­burg. Das war sein Durchbruch zum Feldherrn.

Ludendorfs ist sein ganzes Leben hindurch Soldat ge­wesen und Soldat geblieben, auch nachdem er die Uniform ausgezogen hatte. Als der Feldherr des Weltkrieges ist er bereits in die deutsche Geschichte eingegangen. Die übrigen Seiten seines Wesens und seiner Tätigkeit treten ganz von selbst hinter die Erfüllung der Hauptaufgabe seines Lebens zurück. Von Tannenberg bis zur großen März- schlacht 1918 in Frankreich ist sein Name genau so wie der Hindenburgs, des Obersten Führers des deutschen Volksheeres int Kriege, mit allen operativen Maßnahmen verbunden, mit der die deutsche Oberste Heeresleitung die Abwehr gegen eine Welt von Feinden organisierte.

Damit ist Ludendorffs bleibende kriegsgeschichtliche Be­deutung charakterisiert. War Hindenburg der Führer, verkör­perte sich in Ludendorfs das Organisationszentrum des deutschen Wider st andes. Früher als alle mili­tärischen und politischen Fachleute seinerzeit, hatte er erkannt, datz die Kriege des 20. Jahrhunderts nicht anders durchgeführt werden können, als mit dem Einsatz der gesamten Volkskraft, militärisch, wirtschaftlich, politisch und auch seelisch. Datz Ludendorss in der Durchführung der von ihm als richtig erkann­ten Notwendigkeiten auf Widerstände über Widerstände stietz, die ihn schließlich dazu nötigten, zu der militärischen Führung auch noch die politische zu übernehmen, ist uns aus der Geschichte der Jahre 1916/18 bekannt. Datz cs ihm trotz seines eisernen Willens nicht glückte, ist der Kern dieserTragödie des Fach­manns", wie ein Schriftsteller unserer Tage Ludendorffs Leben und Wirken gekennzeichnet hat.

Nicht minder tragisch ist die Feststellung, datz das seind- liche Ausland die wirkliche Bedeutung Ludendorfss als des genialen Organisators der deutschen Kampfkraft eher erkannt und richtiger in das militärische und politische Kalkül einge­setzt hat, aks die Heimat und das eigene Volk. Im Verkennen waren die Deutschen größer als im Erkennen. Nur so konnte es geschehen, daß einst ein Scheidemann unter dem lauten Bei­fall des Reichstages von Ludendorfs als demgenialen Hasardeur des Weltkrieges" sprechen konnte. Dabei war Ludendorss alles andere als einSpieler". Wohl war ihm kühner Wagemut nicht fremd, weder persönlich das hatte er bei Lüttich bewiesen noch als Feldherr die Vorbereitung und Durchführung der Offensive 1917 gegen Italien und 1918 in Frankreich sind unwidersprechbare Belege. Daß er dabei rücksichtslos seinen Willen durchsetzte, ist bekannt genug. Freunde und Anhänger erwarb er sich nicht. Er blieb ein Einsamer, weil man ihn fürchtete.

Um so rührender und menschlich tief bewegender ist die Treue, die ihm Hindenburg sein ganzes Leben hindurch gehalten hat, auch wenn sich ihre späteren Wege voneinander trennten. Hindenburg stand ihm wirklich am nächsten. In seinen Lebenserinnerungen hat er Ludendorss ein Denkmal ge­setzt, das in seiner Schlichtheit noch heute ergreift:Wir lebten beide ununterbrochen in der Kriegslage und kannten gegen­seitig unsere Gedanken. Die Entschlüsse fielen daher meistens auf Grund etlicher weniger Sätze, ja manchmal genügten einige Worte, um das gegenseitige Einverständnis festzulegen, das dem General als Grundlage für die weiteren Ausarbei­tungen diente." Und als im Oktober 1918 unter dem Zwang der politischen Entwicklung Ludendorss aus der Obersten Heeresleitung ausscheiden müßte, nahm Hindenburg von seinem treuen Gehilfen und Berater mit den Worten Abschied:Ich hübe ihn in meinen Gedanken viel tausendmal besucht und in meinem dankerfüllten Herzen stets gefunden."

Heute nach zwanzig Jahren sehen wir den Ausgang des Krieges so, wie er richtig beurteilt werden muß. Winston Churchill, Ludendorffs organisatorischer Gegenspieler in Eng-

* Als Österreichs großer Feldherr, der Marschall Radetzky, 80 Jahren zur großen Armee eingegangen war, legte ihm Dichter Anastasius Grün die Worte vom erzenen Herzen _ ein besonderes Lorbeerblatt auf den Sarkophag. Acht Jahrzehnte später dürfen wir die gleichen Worte vom deutschen Feldherrn Ludendorff sagen, auf den sie zutreffen, wie aus kaum einen Soldaten der kriegerischen Vergangenheit der

Ein Großer der Nation ging heim.

In tiefer Erschütterung steht das deutsche Volk ander Bahre Erich Ludendorfss, des ruhmreichen Feld­herrn des Weltkrieges, der in dem gigantischen Schicksalskampf des deutschen Volkes gegen eine Welt von Feinden wie ein Gipfel aus Urgestein aus dem Zeitgeschehen hervorragt. Mit ehernen Lettern sind Name und Tag des großen Soldaten, der nun zur ewigen Armee abberufen wurde, in die Tafel der Weltgeschichte eingegraben. Überall, wo deutsche Herzen schlagen, sind sie von aufrichtiger Trauer er­füllt über den Heimgang des mannhaften Streiters für die deutsche Freiheit, den vom ersten bis zum letzten Atemzuge eine wahrhaft glühende Vaterlandsliebe beseelte. Ungebrochen nahm der Sieger in tausend Schlachten, der wie kaum ein anderer unter dem Zusammenbruch gelitten hat, den die feigste Revolte der Weltgeschichte verschuldete, den Kampf gegen die ewigen Feinde des Deutschtums wieder auf. Am 9. November 1923 hat er Seite an Seite mit Adolf Hitler den Weg in die deutsche Freiheit begonnen, der dann durch des Führers Tat: die Erringung der deutschen Wchr- sreiheit später Wirklichkeit geworden ist. Mit der Erreichung dieses Zieles, das auch das feine war, hat das neue D e u t f cks^ !land zugleich den Dank der Nation abgestattet, den es feinem großen Feldherrn schuldete.

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Erich Ludendorff, der am 9. April 1865 aus dem Gut Prussennia bei Schwersenz, in der früheren Provinz Posen geboren wurde, hat ein soldatisches Leben hinter sich, wie es nur selten einem Militär beschiedcn ist. Mit 17 Jahren trat er in die Armee ein, mit 30 Jahren gehörte er dem Großen Generalstab an und kurz vor Ausbruch des großen Völker ringens ist er Generalmajor und Brigadekom­mandeur in Strätzburg. Als der Krieg ausbrach, wurde er zunächst Oberquartiermeister der 2. Armee. Bei den ent­brennenden Kämpfen um Lüttich kann er zum erstenmal feinen Mut und feine Entschlußfähigkeit beweisen. Neben ihm fällt der Kommandeur der angreifenden Brigade und nun ist es Ludendorff, der aus eigenem Antriebe deren Kom­mando übernimmt und an der Spitze der deutschen Truppen Lüttich erstürmt. Mit Ludendorss, dem Sieger von Lüttich, beginnt sein großes Wirken als Feldherr und Stratege. Als Chef des Stabes an die Seite Hindenburgs Berufen, geht er mit diesem an die große Aufgabe, Ostpreußen zu schützen. Das gelingt durch die Schlacht bei Tannenberg im August 1914 und den folgenden Feldzug in Litauen und Polen. Aber zu noch größeren Aufgaben wird Ludendorff berufen, als er unter Beförderung zum General der Infanterie in die Stel­lung des ersten Generalquartiermeisters auf rückt. In dieser Stellung wird er der Organisator des deutschen Verzweff- lungskampfes. Der Zusammenbruch Rußlands gibt ihm im Frühjahr 1918 die Gelegenheit, durch einen großen Offensiv- stotz eine siegreiche Beendigung des Krieges ,zn versuchen. Die mißglückte Julioffensive in der Champagne aber war der An­fang vom Ende. Der Fochsche Gegenstoß, der folgt, leitet die Bewegung der deutschen Front nach rückwärts ein, die mit dem Abschluß des Waffenstillstandes von Compiegne ihren Abschluß findet.

Der Krieg ist aus. Unter dem Druck der politischen Par­teien wird Ludendorff am 24. Oktober 1918 noch von Kaiser Wilhelm seiner Stellung enthoben. Aber nimmer rastend und hoffend, die Verworrenheit in Deutschland wieder ins Gleichgewicht Bringen zu können, stellt er sich, wie auch Hindenburg, der neuen Regierung zur Verfügung, die jedoch fein Anerbieten ablehnt und ihm nahelegt, Deutschland zeit­weilig zu verlassen. Für General Ludendorff brechen schwere Monate und Jahre an, denn bald wird er zum Gegenstand des heftigsten Parteistreites. Man wirft ihm vor, die Vcr-

gez. Professor Kielleuthner

Trauer um Ludendorff

itsli nu entr Tagblatt

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85. Jahrgang

Montag, 20. Dezember 1937

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