Seite 12. Nr. 285.
Wiesbadener Tagblatt
Dienstag, 7. Dezember 1937.
Sport und Spiel,
Scfymding uni feine Spaeeingspaetnee.
Ski-Lauf.
Im Mittwoch, 8. Dez., 20.30 Uhr: Vortrag über die Skr fahrt der Ski-Abteilung des Schwimmklubs Wiesbaden 1911 im Allgäu Februar 1938. Rest. „Thüringer Hof", Schwalbacher Straße 14. Anmeldungen noch möglich, Gäste willkommen.
Harry Thomas wird nicht unterschätzt.
Der deutsche Meister aller Klassen, Max Schmelinq begann am Montag in New Jersey mit dem Abschluß-Training für seinen Kampf mit dem jungen Amerikaner Harrn Thomas, dem er am 13. Dezember im New Yorker Madison-Square-Garden gegenübertritt.
Harte Arbeit hat der Deutsche in der vergangenen Woche geleistet. Fünf von seinen acht Sparringspartnern setzte er so zu, daß sie nicht mehr zu gebrauchen waren und entlaßen werden mußten. Ausgezeichnete Dienste leistete zedoch der junge Bill Schloemann, Amerikas Amateurmeister urrd. Sieger im letzten Turnier um die „goldenen Handliche . Schnellfüßig und wuchtig angreifend, hart im Nehmen und Geben, sparrte er mit Schmeling am Montag die beiden ersten der sieben Runden, die „Maxe" an diesem Tage boxte.
Daß die harte Trainingsarbeit Appetit macht, bewies der Deutsche beim Abendessen. Erfreulich ist, daß Schmeling Harry Thomas nicht im geringsten unterschätzt. Er erklärte, er wisse genau, daß er am 13. Dezember auf einen Iungen, unverbrauchten und hart schlagenden Mann treffen werde, der noch nie k. o. geschlagen worden sei und von lnen 56 Kämpfen 44 selbst durch k. o. gewonnen habe. Wenn Thomas bisher in Europa nicht so bekannt geworden sei, dann liege es daran, daß der amerikanische Farmer ausschließlich in Chikago und an der Westküste geboxt habe und nun seinen ersten Kampf in New York austrage. Schmeling sagte dem DNB.-Vertreter wörtlich: „Ich habe absichtlich einen so schweren Gegner ausgesucht, um denen, die da behaupten, ich sei zu alt, das Gegenteil zu beweisen." . ,, Die amerikanische Presse beschäftigt sich schon jetzt ausführlich mit dem Kampf. Dabei klingt immer wieder ^die hohe Achtung vor dem Können Harry Thomas' durch, dem man einen Sieg voraussagt. Besonders geschätzt
<£!)tenpteife des ffittjtets
für slugsportliche Bestleistungen.
Der Führer und Reichskanzler hat auf Antrag des Herrn Relchsministers der Luftfahrt zwei Ehrenpreise für flugsportliche Leistungen gestiftet, die an Stelle der früheren Hindenburg-Pokale getreten sind. Der erste trägt die Bezeichnung „Adolf-Hitler-Ehrenpreis für besondere Leistungen im Motorflugsport". Er ist bestimmt für die Bestleistung im Motorflugsport im Jahre 1937. Mit ihm ist eine Geldspende von 10 000 RM. für den Sieger verbunden. Der zweite Preis ist bestimmt für die Bestleistung im motorlosen Flug im Jahre 1937. Er ist bezeichnet als „Adolf-Hitler-Ehrenpreis zur Förderung des motorlosen Fluges 1937“. Der Sieger erhält neben dem Ehrenpreis einen Geldbetrag von 4000 RM.
Die beiden Ehrenpreise, zwei mit Halbedelsteinen besetzte, feuervergoldete Silberpokale, sind Schöpfungen des Berliner Goldschmieds Professor Lettrs.
Unfete Tve-emacht am Statt
Neue Titelkämpfe iu zahlreichen Sportarten.
Neben der militärisch-körperlichen Ertüchtigung ihrer Angehörigen stellt die Wehrmacht mehr und mehr die rein sportliche in den Vordergrund und legt auch auf die Steigerung der Spitzenleistungen immer größeren Wert. Aus diesem Grunde ist für das Ausbildungsjahr 1938 das Meisterschafts-Programm erheblich erweitert worden. Zu den feit langem ausgetragenen Titelkämpfen im Skisport, Tennis und Modernen Fünfkampf, die durch die ersten Heeres- und Marinemeifterschaften im Kraftfahr-Geländesport bereits in diesem Jahr eine Bereicherung erfuhren, gesellen sich künftig noch die Meisterschaften in der Leichtathletik, im Schwimmen, Boxen und Turnen hinzu, Um für die Entscheidungen eine sorgfältige Auslese zu treffen, finden Korps- und Divisions-Wettkämpfe statt, deren Veste zu den Wehrmacht-Meisterschaften zuaelassen werden.
Die Wehrmacht-Skimeisterschaften finden vom 5. bis 13. Februar in Neustadt i. Schw. im Rahmen der deutschen Meisterschaften statt. Vom 27. Februar bis 2. März sind in Garmisch-Partenkirchen Sonderwettbewerbe für Wehr- machtsangehörige vorgesehen. Die genauen Termine für die Titelkämpfe in der Leichtathletik, im Schwimmen, Boxen, Turnen und Modernen Fünfkampf liegen noch nicht fest. In Aussicht genommen sind die Tage vom 8. bis 10. Juli. Die Austragungsorte hierfür werden noch bekanntgegeben. Die besten Tennisspieler ermitteln ihre Meister im August wieder in Berlin. Die Heeresmeifterschaften im Kraftfahrgeländesport werden beibehalten.
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Ein englischer Vorstoß.
Es find schon viele Vorstöße und Versuche unternommen worden, die Daoispokal-Beftimmungen den veränderten Verhältnisien anzupasien und sie grundlegend zu reformieren. Die meisten Versuche scheiterten aber an der Starrköpfigkeit vor allem der angelsächsischen Länder, an- geführt von England. Es überrascht nun, daß England jetzt selbst (nachdem der Pokal außer Landes gegangen ist!) sich Mm Träger eines Antrages macht, der bei der nächsten Tagung des Internationalen Lawn-Tennis-Verbandes im März 1938 in Paris gestellt werden soll. England will einen Beschluß erwirken, die Davis-Pokal-Spiele nur alle zwei Jahre abzuhalten. Bisher find, wie gesagt, ähnliche Anträge stets unter den Tisch gefallen, aber es ist gar nicht ausgeschlossen, daß der englische Antrag durchgeht, denn er wird sich wahrscheinlich der Unterstützung der Dominions und unchrscheinlich auch noch anderer Länder erfreuen können.
v. Tram«, Henkel, Budge und Mako in Australien.
Während bei uns der Winter seinen Einzug gehalten hat und nur die wenigen Hallenveranstaltungen für etwas Mwechftung im euroMsihen Temnssport sorgen, steht auf
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mit seinen mustergültigen Umkleide- und Waschanlagen für alle Sportarten, die der Reichsbahn-TSV. Wiesbaden auf seinen in der Nähe gelegenen Sportstätten betreibe. Aber neben den rein sportlichen Aufgaben sei das neue Heim eine Stätte der Pflege der Berufskameradschaft, an der auch der Eisenbahnverein, der Eisenbahn-Gesangverein und die Ve- triebsgemeinschast mit ihren Veranstaltungen teilhaben sollen. „Möge in der neuen, schönen Anlage immer der echte Sports- und Kameradschaftsgeist walten!"
Als Weihespende überreichte Reichsbahn-Oberrat Kreck im Namen des Reichbahndirektions-Präsidenten eine Büste des Führers.
Wiesbadener Sdjadjmeifietfäaft.
Roth holt auf.
Das bemerkenswerteste Ereignis der am vergangenen Spielabend zum Austrag gekommenem 9. Runde ist die — nicht ganz unerwartete — Niederlage Rupp es gegen Roth. Zunächst zwar konnte Ruppe, der das angebotene Damengambit slawisch „verteidigte", durch Läuferopser auf b 2 — ein Versehen des Biebrichers, der auf einen bekannten Trick hereinfiel — einen heftigen Angriff auf den feindlichen Königsflügel lichten, doch standen seine Figuren noch zu unentwickelt, als daß er seinen Angriff hätte durchdrücken können. Erfolgreicher war der Gegenstoß des Weißen, dessen gut postierte Offiziere bald das Kampffeld souverän beherrschten und die interessante Partie schließlich nach Eroberung eines Springers zu seinen Gunsten entschieden.
Eine weitere bedeutsame Verschiebung erfuhr die Tabelle durch das Treffen Dr. Jung gegen Steinkohl, in welchem der Weiße seinen dritten Verlustpunkt einsteckem mußte. Steinkohl, der seine beliebte Fianchetto-Variante spielte, zeigte, daß er keinesfalls gewillt ist, das Rennen schon aufzugeben, und schlug den Anziehenden nach ausgeglichenem Mittelspiel sicher im Endkampf. Damit ist der Exmeister wieder bis auf 1% Punkte an Bleutgen herangekommen, denn dieser wird in seiner Hängepartie gegen Vogel, einem beiderseits korrekt vorgetragenem posi- tionellen Damengambit, das der Postsportler durch Abtausch geschickt zu vereinfachen verstand, wohl kaum um einem weiteren halben Punktverlust herumkommen. Sehr zur Freude auch von Linnmann, der z. Zt. mit V/2 (!) Zählern Vorsprung die Tabellenspitze hält. Dierkes, durch verschiedene Tempozüge ins Hintertreffen geraten, vermochte dem Düffeldorfer, der durch vorteilhaften Abtausch zwei Bauern gewann, in einer russischen Partie nur 32 Züge widerstehen.
Kreiß' Stärke liegt in der Verteidigung. Das zeigte erneut die von ihm als Nachziehendem französisch eröffnete Partie gegen Lodroner. Auch die bestgemeintem Kombinationen des Weißen, der in riskantem Angriff eine Entscheidung herbeizuführen suchte, scheiterten an der umsichtigen Verteidigung des Schwarzen, so de droner trotz aller Anstrengungen nur zu schlichten ve
Stand mach der 9. Rund Knnmanm 6% P. (2% Verlustpunkte), 2. Bleutgen 5 P. . 3. Steinkohl 5 P.
(3), 4. und 5. Krautmann und Roch je 4% P. (3%), 6. i)r. Jung 4 P. (4), 7. Kreiß 314 P. (3k), 8. Ruppe 3 P. (3), 9. Menz 3 P. (4), 10. Lodroner 3 P. (5), 11. Vogel 2% P. (3J4), 12. Steinmetz 2 P. (5), 13. Dierkes 14 P. (5%).
Sport-Uundfäau.
Karl Hohmann wird weiterhin Fußballehrer im Gau Südwest bleiben. Das ehrenvolle Angebot der Stadt Frankenthal hat er abgelehnt.
Jockey I. Rastenberger, der bisher noch ohne feste Verpflichtung für die kommende Rennzeit war, wird 1938 für den Stall des Grafem C. A. Wuthenau tätig sein.
Englands Flachrennzeit 1937 wurde jetzt abgeschlossen. Meisterreiter ist wieder Gordon Richards, der bei 987 Ritten 214 Sieger steuerte. 3n der Rangliste stehen W. Nevett mit 110 und H. Wragg mit 102 Siegen an zweiter und dritter Stelle.
Mit einem eigenen Flugzeug will Radweltmeister Scherens nach Australien fliegen, um dort ein mehrwöchiges Gastspiel zu bestreiten.
Der Mann, dem man in USA. nicht den Weltmeistertitel gönnt.
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(Schirner, Archiv, Zander-K.)
wird die schnell kommende, harte Linke des jungen Farmers, den man im Überschwang sogar schon als den kommenden Weltmeister bezeichnet. — Nun, da wird Max Schmeling auch noch ein Wort mitzureden haben!
der anderen Hälfte unserer Erde, in Australien, ein ereignisreicher Tennissommer bevor. Die australische Wettkampf- S‘t erhält diesmal ihr besonderes Gepräge durch das Er- einen der deutschen und amerikanischen Weltklassespieler, die in verschiedenen Länderkämpfen und bei den australischen Meisterschaften mit der australischen Elite zusammentreffen werden. Die Amerikaner Donald Budge und Eene Mako (Parker und Riggs blieben zu Hause!) sind bereits in Sidney eingetroffen, während G. von Eramm und H. Henkel in den nächsten Tagen erwartet werden. Im Verlaufe ihres Australien-Aufenthaltes werden unsere beiden Spitzenspieler nicht weniger als vier Länderkämpfe bestreiten und außerdem noch an den australischen Meisterschaften beteiligt sein.
Sportfjeim des 'Refdjsbaljn'TS'U.
wurde seiner Bestimmung übergeben.
Bekanntlich hat die Reichsbahn in Wiesbaden auf dem alten Vahngelände zwischen Hauptbahnhos und der Rhein- straße Sportplätze angelegt. Dort, wo ehemals vor dreißig Jahren der alte Taunusbahnhof gestanden hat, wird Tennis gespielt, weiter in der Richtung nach dem Hauptbahnhof neben der Herbert-Anlage wird Fußball- und Handballsport gepflegt. Schon lange empfand man das Bedürfnis, für den regen Sportbetrieb der Wiesbadener Eisenbahner ein Sportheim zu bauen. Vor längerer Zeit wurde man sich über Lage, Raumgestaltung und Vauformen einig. So ist ein formenschöner Holzbau entstanden, der sich dem Stadtbilde anpaßt. So konnte am vergangenen Donnerstag das neue, gegenüber dem neuen Museum gelegene Sport- und Kameradschaftshaus von der Reichsbahndirektion Mainz dem Reichsbahn-TSV. Wiesbaden in einer schlichten Feierstunde übergeben werden. Der Sportdezernent der Reichsbahn- direktion Mainz, Reichsbahn-Oberrat K r e ck, führte zunächst aus, man habe bei dem Bau des neuen Sporthauses die Mahnung des Reichssportführers beherzigt, für den Sport keine Luxus-, sondern Zweckbauten zu errichten. Mit Stolz dürfe aber doch gesagt werden, daß trotz der Einfachheit ein zweckentsprechendes und schönes Haus vollendet fei. Er sprach allen denen, die am Gelingen des Werkes mitgeholfen haben, den besonderen Dank und die Anerkennung der Reichsbahndirektion Mainz aus und überbrachte die Glückwünsche des Reichsbahndirektions-Präsidenten Dr. Tecklenburg. Neben der körperlichen Ertüchtigung, wie Pflege der Athletik, Tischtennisspiel, diene das Sportheim
Die große Hockey-Überraschung von Düfieldorf.
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Deutschlands Hockey-Elf kam bei dem Länderspiel gegen Belgien in Düsseldorf über ein Unentschieden 1:1 (1:1) nicht hinaus. — Der deutsche Torwart Pfaffenholz hat erfolgreich einen belgischen Angriff abgewehrt.
(Schirner-Wagenborg-U.)
