937.
Montag, 22. November 1937.
Wiesbadener Tagblatt
Zweites Blatt. Nr. 272
Dee Spott öes Sonntags
5:0 (2:0) in ftltona
'Deutlet! Sturm in gtofiet ffaljrt
npe
Die Mannschaften.
Was die ffußballgaue alles melden.
Idorf.
-.95
1.30
1.55
1.80
PALMOLIVE -Rasier seife ee .
--- so gut wie ihr Name y Bokehtehoiter
, 1.00
, 1.30
ndig zert, eine ®!as
ihl.
aöe 9
Urban im Kampf mit der schwedischen Verteidigung.
(Scherl-Wagenborg-M.)
r s ien
■R
der schwedische Anstoß und erste Angriff abgewehrt, da erschien schon der deutsche Angriff im gegnerischen Strafraum
Der schwedische Torwart Bergquist stand immer wieder im Brennpunkt.
meistert er eine gefährliche Situation vor dem angreifenden Schön (rechts) und Siffling (links).
(Scherl-Wagenborg-M.)
!.S5
r.so : in tac8
achm, 215 I HU ini
M' Das Spielfeld war leider nicht in allerbester Ver- Massung. Ern nächtlicher Eisregen hatten der Decke zugesetzt Mnd die Längsseiten des Platzes wiesen sogar noch einen Wchneebelag auf.
-tr. vZ »er Ri» ef.toetb, -achte, ler. 1
»SAt ^•1.45 •zig 05j]
und erzwang gleich ein« Ecke. Urban gab fein herein, der abgewehrte Ball kam zu Siffling, der von der Strafraumgrenze aus unhaltbar einschoß. 1:0 nach zwei Minuten Spielzeit! Und noch waren keine zehn Minuten gespielt, da hieh es bereits 2:0 für Deutschland, nachdem Schwedens Abwehr einige deutsche Angriffe, die mit größter Wucht vorgetragen wurden, zurückgeschlagen hatte. Siffling bediente diesmal Szepan mit einer steilen einige Schritte und schoß
hatte. Srfsling demente diesmal S Vorlage, der Schalter machte noch dann aus vollem Lauf ein. Di
SBW.—BfL. Neckarau 4:1 (2:0).
Nur 800 Zuschauer bekundeten für dieses unprogrammmäßige Privatspiel Interesse. Sie fanden, daß der in sich geschloffene Gast aus Baden einen gehaltvollen Fußball vorführte, haargenaue Vallkontrolle übte und im übrigen genau das gleiche Stoppersyftem beherrschte wie der SBW. Die Vortragskunst war sogar anfangs noch ausgeprägter, mußte es sein, da Wahl auf Linksaußen und Heffenauer am entgegengesetzten Flügel von den aus dem Kapitel Zuspiel und Taktik Vorlesungen haltenden Außenhalfs Erößle und Schmidt nicht nur richtig eingesetzt wurden, sondern auch in den seltensten Fällen zu halten waren. Aber ihre
>ie jungen Schweden, von denen einige zum ersten Male ein so schweres Spiel bestritten, ließen fich nicht entmutigen. Sie kämpften aufopfernd weiter und nachdem sie eine halbe Stunde lang in der Abwehr sehr Gutes geleistet hatten, erzwangen sie auch ausgeglicheneres Feldspiel. Aber die kleinen Stürmer konnten sich gegen die stämmige deutsche Hintermannschaft nicht durchsetzen. Da aber Janes und auch Jakob nicht ganz
:u be- wird nnert char, ngen wand tscht, lack-
sicher waren, gab es doch einige brenzlige Lagen, die ihren zahlenmäßigen Ausdruck in einigen Eckbällen fanden.
. . . Schön (2) und Siffling führten 5:0 herbei.
Kleine Unsicherheiten, die in der ersten Halbzeit über dem Spiel der deutschen Els lagen, waren nach Seitenwechsel nicht mehr festzustellen und so lag der eigentliche Höhepunkt des Kampfes in der zweiten Hälfte. Jetzt zeigte die deutsche Elf Leistungen, die sich denen in den Spielen gegen Dänemark und Norwegen gebotenen würdig anreihten. Es wurde einfach fehlerlos gespielt, und so hervorragend sich die Nordländer auch schlugen, sie mußten vor diesem überlegenen Gegner die Segel streichen. Sehr erfreulich war es, daß auch der Dresdener Schön, der ja erstmals ein Länderspiel bestritt, mit einer vorzüglichen Leistung aufwartete und in diesem Kampf bald der erklärte Liebling der Besucher wurde. Schon drei Minuten nach Wiederbeginn lagen die Schweden mit 0:3 im Rückstand. Ein feines. Zusammenspiel zwischen Urban, Szepan und Schön krönte der Länderspieldebütant Schön mit einem erfolgreichen Schuß. In der Folge sah man herrliches deutsches Zusammenspiel, blitzschnelle Angriffe und feine Schüsse der deutschen Stürmer. Vor allem Schön, der von den Zuschauern stark angefeuert wurde, lief zu ganz großer Form aus und war zweifellos einer der besten deutschen Stürmer. Er bestach durch seine vollendete Technik und sein vorbildliches Kopfballspiel. Mit Lehner harmonierte er prächtig und so sah man einen sehr wirkungsvollen deutschen rechten Flügel. Die Schweden erzwangen zwar gegen diese jetzt in Höchstform spielende deutsche Elf noch eine 6. Ecke, aber die Tore fielen auf der Gegenseite. 2n der 59. Minute kam ein Freistoß hoch in den Schweden-Strafraum, Siffling sprang höher als alle schwedischen Abwehrspieler und köpfte wunderschön zum 4:0 ein. Hellste Begeisterung erweckte das Spiel der deutschen Mannschaft und die Spieler legten sich erst etwas Zurückhaltung auf, als Schön eine genaue Urban-Flanke mit direktem Schuh zum 5:0 verwertet hatte. Unsere Stürmer hatten noch genug Torgelegenheiten, aber die Schweden wehrten fich mit letzten Kräften und ließen keine Erfolge mehr zu.
Die Kritik.
Die deutsche Elf hatte in der ersten Halbzeit kleine Schwächen, die überraschend in der etwas allzu sorglos spielenden Hintermannschaft zutage traten. Jakob griff einige Male neben den Ball und hatte Glück, daß daraus keine Verlusttrefser entstanden. Nach Seitenwechsel spielte aber die deutsche Mannschaft in bester Form. Ganz groß- artiq war vor allem der Sturm, in dem der junge Schon eine ganz prächtige Partie lieferte. Neben Schön war Siffling der auffallenste Spieler, aber auch die drei anderen Stürmer waren gut. Szepan arbeitete unermüdlich Desgleichen Urban, und der Augsburger Lehner bildete mit Schön zusammen einen erstklassigen rechten Flügel. Bester Läufer war Gel les ch. ,
Die Schweden stellten eine durchschnittlich gute Mannschaft, die recht geschlossen ftnelte, aber bei weitem nicht an das Können der deutschen Elf heranreichbe. Der beste Spieler war noch der Torhüter Beraqvrst, der eine Reihe prächtiger Paraden zeigte und vieles gut» machte, was seine Vorderleute verdarben.
maffenhaft in den 16-Meter-Raum geschlagenen Flanken eröffneten von der ersten Minute das große Manko der Gästeelf: ihre erschütternde Schußschwäche. Und darum mußte der VfL. einpacken.
Die Wiesbadener liefen zunächst verloren und unselbständig auf dem Platz herum. Neckaraus Schachzüge datierten. Ausfall der Außen, solange Kaufmann den fehlenden Schulmeyer vertrat. Hombachs abgebrochene Ee- dankengänge und monoton toi den Gegner gespielte Vorlagen. Weilbächers unglückliche Verbinderversuche und merklichen Anstrengungen, die beiden Spielhälsten im gleichen Tempo durchzuhalten. Dagegen Fuchs' Frische, Forschheit und Vorwärlsdrang und die wieder ausgezeichnete Aufbauarbeit der Außenhalfs Lubjuhn und des später für Hombach I eingesprungenen Schmidt. Die Linie Holz/Vogl/ Siebentritt leistete Ersprießliches, hatte aber gegen Schluß Schwächemomente. Vogl gefiel durch befreienden Schlag, Holz durch saubere Ballabnahme und Stellungsspiel, Sieben» tritt aber überzeugte in allen Verteidigerdisziplinen. Neckarau fand Anerkennung im Feldspiel, SVW. hatte Torschützen und — das kommt selten bei ihm vor — sein Kopfspiel war diesmal kein leerer Wahn.
Der Spielverlauf war wie oft. Der Gegner gab zuerst der Sache Format. Seine immer zurückstehenden und darum schußfertigen .Halbstürmer nahmen am laufenden Band Flügelvorlagen auf, um dann elendlich zu versagen. Nur zwei-dreimal hatte Wolf Glück. Bis dann Hombach einen von Lubjuhn kommenden Ball seinem Bruder servierte und das 1:0 fertig war, bis dann weiter der SVW. ein 2. Tor schoß, das als Musterbeispiel einer Vorbereitungsarbeit summa cum laude zu gelten hat. Denn W e i l b ä ch e r schob den Ball knapp vor dem angreifenden Läufer zu Lubjuhn und der vor dem andern angreifenden Läufer überlegt in den freien Raum vor den sofort unbehindert startenden Hombach, der flach und unhaltbar 2:0 herbeiführte. Das erfreute denn auch. Nach der Pause kämpfte der SVW. bei beiderseits merklich erhöhtem Einsatz stärker, sicherer. Schmidt war da und Kaufmann stürmte am gewohnten Flügel. Und gleich wetzte seine schußgerechte Flanke in den Jnnenraum, Wilhelm verhaute natürlich, doch Fuchs stand, als wüßte er es, hinter ihm, und ebenso natürlich hieß es 3:0. Feldspiel., SVW. blieb torgefährlich. Die Neckarauer Mitte vermurkste alles, aber die SVW.-Deckung trieb überflüssiges Galeriespiel, und Wahl, der schon einmal Wolfs Reaktionsvermögen durch einen Schuß wie ein v-Zug auf die Probe stellte, der ver-
Schwedische Elf kämpfte auf verlorenem Posten
Deutschlands Fußballelf feierte im letzten Länderspiel des Jahres einen neuen, stolzen Sieg: die starken Schweden wurden im Altonaer Volkspark-Stadion vor 55000 Zuschauern, unter denen sich auch der Reichssportführer von Tschammer-Osten befand, mit 5:0 (2:0) recht eindrucksvoll geschlagen. Dem 8:0 über die Dänen, dem 2:0 über die Finnen und dem 3:0 über die Norweger ließ unsere sieggewohnte Nationalelf nun ein 5:0 über den vierten skandinavischen Vertreter folgen, und wenn dieser Sieg gegen die Schweden auch noch nicht die deutsch-schwedische Länderspielbilanz auszugleichen vermochte (die Schweden verzeichnen sechs Siege, wir nur deren fünf!), so wurde doch jetzt wenigstens das Torverhältnis mit 25:24 aktiv gestaltet. Um bei nüchternen Zahlen zu bleiben: Elf Länderkämpfe bestritt Deutschlands Fußballsport im Jahre 1937, zehn wurden gewonnen und nur Holland konnte zu Beginn des Jahres im Düffeldorfer Rheinstadion ein schmeichelhaftes Unentschieden herausholen. In diesen elf Kämpfen wurden von unseren Mannen 38 Tore geschossen, davon allein 18:0 gegen die vier skandinavischen Länder, - und nur sechs entgegengenommen. Wahrlich eine eindrucksvolle und stolze Bilanz, auf die der deutsche Fußballsport stolz sein kann!
Altonaer Volkspark-Stadion ausverkauft.
Der 13. Fußball-Länderkampf zwischen Deutschland und Schweden hatte in Hamburg-Altona einen festlichen Rahmen gefunden. Die Hauptstraßen und großen Plätze der Hansestadt prangten im Festschmuck, ebenso natürlich die Stätte des Kampfes, das Altonaer Volkspark-Stadion, das nach erfolgtem Ausbau rund 55 000 Fußballfreunden Sicht- = Möglichkeit gab. Selbstverständlich war die Kampfbahn bis
en. litte!: erles, os.
gerie
auf den letzten Platz besetzt und viele Tausende standen re- " girierend vor den geschlossenen Toren. Hell rahlte die Sonne, aber sie hatte wenig Kraft und so achte sich der eisige Wind recht unangenehm bemerkbar. Fryuf den Wällen flatterten die Fahnen des Dritten Reiches, Was schwedische Sonnenkreuz auf blauem Grund und das Whoheitszeichen der Tschechoslowakei zu Ehren des tschechoslowakischen Schiedsrichters Pfitzner.
Während die deutsche Elf in der zuletzt gemeldeten Auf- E stellung antrat, hatten die Schweden doch Flodin an Stelle - von Svanström in die Läuferreihe genommen, so daß also ■ folgende Spieler auf dem Feld standen:
Deutschland: Jakob
Janes Münzeuberg
Kupfer Goldbrunner Gellesch
Lehner Schön Siffling Szepan Urban
O
Andersson Bergström Nyberg Carlsson Martenssou Erahn Nilssou Flodin
Johansson Eriksson
Schweden: Bergqoist.
Durch Siffling und Szepan 2:0 ...
Überraschend und vielversprechend für Deutschland be- ;ann der zur Weltmeisterschaft zählende Kampf. Schon war
■ ■
