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Wiesbadener Tagblatt

Donnerstag, 7. Oktober 1937.

Zweites Blatt. Nr. 234.

Jeder Italiener will alles über Deutschland wissen.

3)05 Dritte W - Millionen Fragen Oder DenWM in Men.

Nach dem Duce-Besuch im Dritten Reich. / Balilla-Jungens sammeln Hitler-Bilder. / Deutsche Mode, deutsches Esserk interessiert Italiens Hausfrauen.

Em Avantguardist berichtet über Deutschland 5 und dieLöhne der Wölfin" hören zu.

Die kleinen dunklen Kerle in der schwarzen Uniform mit den weißen breiten Bändern über der Brust und dem metalle­nenM, die auf dem blendend weißen Strand am Mittel­meer zusammenhocken, sind eifrigst beschäftigt. Sie sind zwar erst sieben, aber was macht das! Wie ihre Bäter, ihre großen Brüder, tragen sie mit Stolz das schwarze Hemd. AlsFigli della Lupa", als jüngste Kinder der italienischen Jugend­bewegung. Den ganzen Tag, vom frühen Morgen an, haben die kleinen Burschen in Reih und Glied, wie große Soldaten, im Lager exerziert. Jetzt herrscht Ruhe im Lager. Das heißt, nur so weit, als es das Marschieren und den Sport angeht. Denn dieSöhne der Wölfin" haben immer etwas wichtiges zu bereden, und Ruhe können sie nie geben. Heute haben sich besonders viele am Meer zusammengesunden. Ein ganzer Haufen drängt sich um einen großen Jungen. Gespannt und aufmerksam. Denn was der Große jetzt ist, werden sie auch bald sein: Avantguardisten in der Opera Nazionale Balilla. Der Große hat auch etwas Großes erlebt. Staunend und eif­rig hören die kleinen Kerle auf feine Erzählung. Der große Kamerad ist in Deutschland gewesen. Die Augen der Kleinen leuchten. Nicht mehr lange, und sie werden auch einmal dort­hin fahren dürfen. Und der Große erzählt. Und die Kinder hören begeistert zu. Nicht ganz diszipliniert. Dauernd haben sie Fragens und dann zerren sie aus ihren Hosentaschen, in denen sich in trauter Vereinigung alles findet, was ein Valilla-Junge für wesentlich hält, sorgfältig zusammengefal­tete Zeitungsausschnitte. Sie haben zwar alle gerade erst die Fibel hinter sich, aber niemals versolgten sie so eifrig die Zeitungen als jetzt, da ihr Duce nach Deutschland reiste. Ihr Duce in München, ihr Duce in Berlin, ihr Duce hat den Mann getroffen, der für sein Land das gleiche tat, wie ihr Duce für Italien, ihr Duce und derFührer" sie können das deutsche Wort nicht ordentlich aussprechen haben sich Treue geschworen.

Bilder vom Duce-Besuch stark gefragt.

Die kleinen Buben verstehen noch nichts von Politik, aber sie wiffen, auch mit ihren sieben Jahren, was der Duce tut, ist gut. Der Duce in München, der Duce bei der Parade, bei' den deutschen Manövern, in den weltberühmten Krupp- Werken in Esten, der Duce mit Adolf Hitler im Wagen, ge­nau so begeistert begrüßt in Deutschland wie in Italien. Das alles haben sich die kleinen Burschen ausgeschnitten und sorg­fältig gesammelt. Ein Balilla-Junge ist nicht anders als die Jungen der ganzen Erde. Er sammelt und tauscht. Die Figli della Lupa" sammeln Fahnenbilder, die Fahnen des Dritten Reiches. Der Große hat ihnen vom Hakenkreuz er­zählt, von seiner Bedeutung, von der Geschichte der Partei- sahnen. Sie haben alle gut begriffen, und nun sind deutsche Fahnen ein begehrtes Tauschobjekt bei derFigli della Lupa"., Sie sind noch klein, sie verstehen vieles nicht, aber sie ahnen, daß etwas Großes und Wichtiges um diese Verbindung RomBerlin sein muß.

Deutschland das große Thema.

Die Reise des Duce hat alles Deutsche in Italien volks­tümlich gemacht. Vor allem bei der Jugend. Die kleinsten Faschisten sammeln die Zeitungsbilder und die Fahnen, und die größeren kümmern sich um alles, was mit Deutschland zusammenhängt. In jedem Lager sind einige, die mit der Balilla in Deutschland gewesen sind. Sie sind seit der Reise des Duce umschwärmte und ausgefragte Persönlichkeiten ge­

worben. Sie waren in Berchtesgaden, sie haben den Führer begrüßt, sie sind mit der deutschen Jugend gewandert, sie haben die mächtigen Krupp-Werke gesehen, am Ehrenmal in Berlin haben sie ihren Kranz niedergelegt. Die Parteistadt Nürn­berg haben sie besucht. In der Hauptstadt der Bewegung haben sie vor der Feldherrnhalle gestanden, wo ihnen gesagt wurde, daß hier der Führer des neuen Deutschlands am 9. November 1923 mit seinen Getreuen den mutigen Marsch angetreten hat. Sie haben die deutschen Soldaten gesehen. Seit der Duce wieder zurück ist, werden die jungen Deutsch­landfahrer belagert. Alle wollen mehr wisten von dem Land, das mit ihrem Duce zusammenmarschiert.

Tausend Fragen über das Dritte Reich.

Wie sicht es bei der deutschen Balilla aus, die man Hitlerjugend nennt? W arbeitet man, wie ist man organi­siert und wie sind die ? ungens? Manche der Deutschland­fahrer haben von ihren deulschen Freunden HJ.-Abzeichen zur Erinnerung mitbekommen. Sie gehen bestaunt herum. Gin besonders Unterrichteter zeichnet den Ausbau der deutschen Jugendorganisationen aus. Sie erzählen von den großartigen Paraden des deutschen Militärs, von der Disziplin der Sol­daten, ihrem Schneid und ihrer guten Haltung. Der deutschen Armee gilt das brennendste Interesse. Das Deutschland der großen wissenschaftlichen, technischen und sportlichen Leistung bewegt die italienische Jugend von heute. Wie sehen die Männer aus, die das befreundete Deutschland leiten, mit

Hat Moskau auch in Palästina seine Hand im Spiel?

Der Mörder des englischen Diftriktskommistars in Nazareth soll ein armenischer Kommunist sein.

Damaskus, 6. Okt. Zuverlässigen Nachrichten zufolge, stammt der Mörder des britischen Diftriktskommistars in Nazareth, Andrews, besten Ermordung die Auflösung des arabischen Hochkomitees, die Entsetzung des Groß-Muftis, die Verbannung der Araberführer und andere starke Maßnahmen mr Folge hatte, gar nicht, wie bisher vermutet wurde, aus Araberkreisen. Vielmehr handele es sich um einen kürzlich aus Amerika nach Syrien gekommenen armenischen Kom- mu nisten, der sich vor Arabern gern hochtrabendarmeni­scher Wolf" oderarmenischer Löwe" titulierte und direkte Beziehungen zu Moskau habe. Seine Mordtat, die er in arabischer Kleidung gemeinsam mit 5 Kommunisten verübte, habe nur der Zerstörung der englisch-arabischen Be­ziehungen gegolten, die Moskau um jeden Preis trüben wolle.

Eerichtssaal.

Die Arbeitskamrradinnen bestohlen. Von ganz ge­meiner Gesinnung zeugt der Diebstahl, den sich die Elfriede W. hatte zuschulden kommen lasten. Sie bestahl ihre Arbeits­kameradinnen, mit denen sie das Zimmer teilte, um Klei­dungsstücke und verschwand. Trotz der Verwerflichkeit der Tat wurden ihr nochmals mildernde Umstände zugebilligt, da die gestohlenen Sachen einen verhältnismäßig geringen Wert hatten. Hierdurch wurde ihr das Zuchthaus noch ein­mal erspart. Das Urteil lautete aßet' wegen Diebstahls im Rückfall auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr sechs Monaten.

denen der Duce sprach? Bilder vom Führer, von General­oberst Göring, Dr. Goebbels, Rudolf Heg, der den Duce von der Grenze abgcholt hat, und Reichskriegsminister von Blom­berg werden von allen italienischen Jungens eifgrrg ausge­schnitten und gesammelt. Udet, Rosemeyer, Elly Beinhorn, Schmelinq das sind Namen, die in allen italienischen Iungs- köpfen fest drinsitzen. Wie lebt der Führer? Wie spricht er? Jede Wochenschau im Kino, wo er erscheint, wird mit Eooioa begrüßt. Mit dem Radio ihres Lagers suchen .die Balilla-Jungens die deutschen Stationen. Wie lebt man tn Deutschland? Wie sind die Menschen, die so südlich begeistert sein konnten, als der Duce eintraf? Wie feiert man den 1. Mai im befreundeten Deutschland? Keiner der jungens hat die monumentalen Bilder vom Nürnberger Parteitag tn den Zeitungen vergessen. Man will alles wissen von diesem Land, das so Großes geleistet hat, das dem eigenen Lande so ähnlich aufgebaut ist, das ihr Duce zum Freundesland ge­macht hat.

Deutsche Mode, deutsches Esten in Italien.

So ist es bei der Jugend. Bei den Großen ist es nicht anders. Wie der Deutsche lebt, wie die deutsche Armee ge­formt ist, wie die Partei aufgebaut ist, was man in Deutsch­land liebt, deutsche Forschung, deutsche Wissenschaft, deutsche Leistung, alles, alles interestiert den Italiener. In den ehr­würdigen, uralten Palazzos und in der kleinen, bescheidenen Osteria ist Deutschland das große Thema. Die Frauen inter­essieren sich für den Arbeitsdienst, für das Landjahr, für, die Arbeit der Frauenschaft. In den eleganten Modehäusern sieht man schon deutsche Modelle. Wie kocht man in Deutschland? Welche Aufgaben hat die deutsche Frau? 2n den grogen Städten und in den kleinen Dörfern, bei der italienischen Jugend, beim ganzen italienischen Volke ist seit einigen Wochen Deutschland das Thema. Man hat den großen Wunsch, das Volk kennen zu lernen und zu verstehen, das der Duce zu seinem Bundesgenossen gemacht hat.

Wetterbericht des Reichswetterdienstes.

Ausgabeort: Frankfurt a. M.

Das über dem Mittelländischen Meer lagernde Tief verfrachtete wärmere Luftmasten in unser Gebiet, die an der kälteren Festlandsluft zum Aufgleiten kamen und zu Nieder­schlägen führten. Da sich jedoch die Warmluft bis zum Boden durchsetzen wird, kann mit Vesterung des Wetters gerechnet werden.

Witterungsaussichten bis Freitagabend: Wieder Übergang zu unbeständigem Wetter mit Regenfällen. Tagestemperaturen zwischen etwa 10 und 15 Grad, anfangs noch östliche Winde.

Wasterstand des Rheins am 7. Oktober. Biebrich: Pegel: 1,77 gegen 1,78 m gestern; Bingen: 2,01 gegen 2 02 m gestern; Mainz: 0.97 gegen 0,97 m gestern; Kaub: 2,21 gegen 2,23 m gestern; Köln: 1,86 gegen 1,92 m gestern; Kehl: 2,86 gegen 2,82 m gestern.

Meteorologische Beobachtungen in Wiesbaden. tKlimastation beim Stöbt. Forschungsinstitut.)

Datum

6. Oktober 1937

7. Okt.

Ortszeit

üün» (

druck < auf 0l und Normalichwer« . . red. 1

Lufttemperatur (Celsius).......

Relative Feuchtigkeit (Prozente). . . .

Windrichtung und -Stärke......

Nieder!chlagshöhe (Millimeter) ....

Wetter................

7 Uhr

755.8

9.6

78

OSO 4

wolkig

14 Uhr

754.3

11.2

80 NNO 1

2.1 bedeckt Regen

21 Uhr

753.3

12.3

75 ONO 4

0.0 bedeckt

7 Uhr

750.0

8.8

81 NNO 1

wolkig

6 Okt. 1937: Höchste Temperatur: 12.6. Tagesmtltel der Temperatur 11.4.

7. Okt. 1937: 9li«9cigite 9lat>tte noer ttur 7.9.

ionnenirbemOauer am 6. Okt. 1937:

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Jd) hielt mein Maschen für schonen-, bis ich dieses Gespräch hörte:

Nach dem Abendessen hörte ich zufällig, wie ein Herr zum andern sagte:Bekamen Sie bei Tisch auch solche weiße Härchen auf den Anzug? 3d> glaube, das kommt von der Serviette." Der andere antwortete:Aller- dings ist die Tischwäsche schuld. Sie ist nämlich zu scharf gewaschen. Dann gehen kleine Gewebefäserchen ab, und die schöne Tischwäsche Ist bald zerstört. Wir hatten das gleiche Übel bei unserer Wäsche, bis meine Frau vor dem Waschen Burnus nahm." Burnus half, weil es bei einfachem Einweichen fast den ganzen Schmutz herauslöst. Behutsam und gründlich. Dann braucht man die Wäsche nur noch kurz in milder Lauge zu kochen. Probedose zu 15 Pfg. für 3 Eimer Wasser. Die große Dose Burnus zu 40 Pfg. reicht für eine große Familienwäsche.

Jein tnifhed ZdimitMöfctt erspart scharfes Waschen!