Wiesbadener Tagblatt
L. SdlpUpnbprn'iAp Cxa> rx >u ...
Lrjcheimwgszeit:
Nr. 233.
Mittwoch, 6. Oktober 1937
85. Jahrgang,
Der Zührer eröffnet das Winterhilsswerk.
Dr. Goebbels gibt den Rechenschaftsbericht. - Seit 1933 hat das deutsche Bolt 1490 Millionen geopfert
6 Ausgaben Unterhaltungsbeilage.
L. Schelleubekg'sche Hvftnchdnukerei, „Xagfclatt.Aans-'. gernipce<tiefSammti.8te. 59631. Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden. PoftscheÄonw: Frankfurt a. M. Nr. 7405.
3,1 DeutiHluudhulle zu Berlin erösfuete der Führer das Winterhilsswerk 1937/38 und rief das deutsche Volk erneut zum Kamp, gegen Hunger und Kalle aus. (Presse-Hoffmann, ZaM>er-M.)
Werttägtich ua-rvitLags.
Eeschüftszeit: 8 Uhr morgens bts 7 Uhr abends, au ft er Sonn» u. Feiertags. Berliner Büro: Berlm-Mümersdors.
Zustimmung auf, wenn der Führer beispielsweise das Winterhilfswerk ein sehr christliches Werk nannte oder wenn er schilderte, wie das deutsche Volk durch die Ideale des Nationalsozialismus wieder gesundete. Es war das Hohelied der Volksgemeinschaft, das hier erklang, der Volksgemeinschaft, die im Winterhilfswerk ihren starken Ausdruck findet, der Volksgemeinschaft, die Deutschland zugleich aber auch in einer unruhigen Umwelt zur Insel des Friedens werden ließ. Der Führer beschwor die Erinnerung an die Opfer der Millionen Gefallenen durch die Deutschland seine Stellung in der Geschichte behauptet hat und fragte, was dagegen die jetzt verlangten Opfer bedeuteten. Der Jubel, der diesen Worten des Führers folgte, war zugleich das Bekenntnis, das diese Opfer gern wieder gebracht werden und daß der Appell des Führers überall im deutschen Land freudig befolgt werden wird, sodaß das fünfte Winterhilfswerk des deutschen Volkes bestimmt nicht hinter seinen Vorgängern zurück st ehe» wird. Die „Volksarmee der sozialen Tat", wie Adolf Hitler die unermüdlichen Helfer und Helferinnen des Winterhilfsiberkes nannte, denen er ebenso wie Dr. Goebbels Dank sagte und höchste Anerkennung zollte, wird auch in den kommenden Wintermonaten in unserem Volk eine „Gemeinschaft des Opferns vorfinden, die ihre Pflicht kennt, und die ihre Pflicht freudigen Herzens tut.
Wöchentlich
mit einet täglichen
Mols Mr: „Vies ist bas khristeniaia der lot"
Zwei Faktoren. Auf der einen Seite steht der Spender und auf der anderen Seite der Mitarbeiter an diesem Werk, der Sammler. Auf der einen Seite die große Armee derer, die durch ihre Groschen und durch ihre größeren Opfer helfen, und auf der anderen Seite die Millionenzahl jener freiwilligen Kräfte, die es durch ihre Arbeit erst ermöglichen, daß dieses gewaltige Werk gelingen kann. Der eine ist der Opferträger, aber vergessen wir es nicht: Der zweite ist der Opferbringer.
Mancher, der sich vielleicht unangenehm berührt fühlt, weil sich zum zweiten oder zum dritten Male jemand an ihn wendet mit der Bitte, er möge etwas spenden, vergißt vollkommen, daß der, den er glaubt, abweisen zu müssen, den viel unangenehmeren Schritt machen muß, um etwas zu bitten, das nicht nur ihm nicht zugute kommt, sondern im Gegenteil, für lhn selbst nur Arbeit und Aufopferung bedeutet. Diese beiden nun, der Spender und der Mitarbeiter, sind die Garanten für das Gelingen dieses großen Werkes!
Der Mitarbeiter ist zugleich aber auch für uns alle eine unersetzbare Kraft im Dienste der Aufrichtung einer wahren Volksgemeinschaft. Denn unser Nationalsozialistisches Winter- hilfswerk ist rein erziehungsmäßig das größte angewandte Sozialwcrk, das die Welt je gesehen hat. Wenn der Einwand erhoben wird: „Warum lassen Sie ascht durch eine besondere Steuer diese notwendigen Summen einbringen?", dann möchte idi Ihnen erklären, weshalb wir diesen Weg nicht gegangen sind.
Gewiß würde er viel einfacher und für unzählige Menschen viel weniger beschwerlich sein, allein er würde gerade das vermissen lassen, was wir durch das Winterhilfswerk mit erreichen wollen, dre Erziehung zur deutschen Volksgemeinschaft. (Stürmische Zustimmung).
Indem wir den Weg des freiwilligen Sammelns ein- Ichlagen, wird Tür Hunderttausende Tag für Tag immer wieder betont: Es gibt soziale Aufgaben, die der einzelne durch sein Opfer erfüllen muß! (Tosender Beifall).
Unter uns leben — und wir wollen ihnen deshalb keinen Vorwurf machen — Millionen Menschen, denen ihr eigener Lebensweg jede Einsicht in die Not und die
Armut anderer Volksschichten oerschließt.
Aber gerade deshalb ist es wichtig, daß ihnen das Auge ge-ffnet wird damit |ie ermessen, wie groß die Opfer anderer für d,e,e Gemeinschaft sind. Daß sie vor allem oerftehen, welches Opfer alle diejenigen bringen, die sich für ihr Volk entsetzen, obwohl sie selbst nicht ?‘vluck gesegnet sind. Es ist z. V. sehr ein- ThL» oer®°Scni,«n Mann, für ein nationales
Ideal e nzntreten, das sich ihm plötzlich in vorteilhaftem
Lichte zeigt.
SS«. bewundernswürdiger ist dieser ;6ci Millionen anderen, denen sich dieses glanzvolle Bild im praktischen Leben nicht so zeigt, wie es sich etnäelnen wenigen gibt. (Stürmische Beifallskundgebungen). „ „.; Wiillerhilfswerk soll uns alle erziehen, das z^eal in ein sozialistisches zu Der« Denn es ist leicht gesagt: „Wir wollen fein ein einig Volk von Brüdern! — wenn man dafür gar nichts zu
Ein erfolg- und glückverheißender Auftakt.
Schon über 21 Millionen RM. für das Winterhilfswerk 1937/38.
Berlin, 5. Okt, Obwohl erst wenige Stunden seit der feierlichen Eröffnung des 5. WHW. des deutschen Volkes durch den Führer vergangen sind, liegt bereits die erste amtliche Reichsspendenliste vor, die mit einem Ee,amtbetrag von 21016 400 RM. das Ergebnis vom Vorjahre weit übertrifft.
Auch in diesem Jahre wird die Liste mit einer Spende von 500 000 RM. der Reichsleitnng der NSDAP. München eröffnet. Hieran schließt sich eine Spende der Mitglieder der Wirtschastsgrnppe Fahrzengindustrie uns des Reichsoerbandes der Automobilindustrie von 1714 000 RM. Ans der Unzahl der weiteren Spenden fallen auf das Rheinisch-Westfälische Kohlensyndikat rund 3 750 000 RM., die Vereinigten Stahlwerke A G. Düsieldorf rund 1500 000 RM. und die D A F., Berlin, rund 1000 000 RM. Besonders zu erwähnen ist ferner eine Sonderspende von einer Million RM., die von den Ee- folgschaftsmitgliedern der DeutschenReichs- b a h n gezeichnet wurde, sowie eine Spende von Ungenannt, die in der gleichen Höhe eingegangen ist.
Diese Ziffer», so überwältigend sie auch sind, stellen nur einen erfolg- und glückverheißenden Auftakt für jenes gewaltige Hilfswerk dar, dessen Durchführung heute für jeden deutschen Volksgenossen zu einer freiwilligen Verpflichtung geworden ist.
tütteisestnreifc: Gtn
KShlasÄr « 85 Spalte NN Teilten 60 Stpf, ionli laut Preisliste Nr. 5.
tmrö ÄS.L6 Ausnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen unv Platzen
ZsL- b»Iutz der Anzeigen-Annahme 9-7- Uhe vormsttags. Größere Anzeigen Mützen ipatestens -men Tag vor dem Erkchenmngstage ausgegeben werden.
Der Führer spricht:
Deutsche Volksgenossen und -genossinnen!
... Sie haben soeben wieder ein Bild der Leistung des grogten Sozialwerkes aller Zeit aus dem vergangenen Jahre erhalten. Es ist gigantisch in seinen Ausmaßen und gewaltig in der Tiefe seiner Wirkungen. Ich glaube^ der Lohn für alle, die an diesem Werke tätig sind liegt tm Gelingen der Arbeit selbst.
Dieses Werk hat für uns nach zwei Richtungen hin eine besondere Bedeutung, nach der organisatorischen und nach der ideellen Seite. Denn dieses Werk umfaßt die Leistungen von
. Ein Volk Hilst sich selbst.
ÄÖSÄ iS oantfeft die Eröffnung des Winterhilfswerkes durch den Sfe, Am Zweiten Male fand dieser feierliche Akt in der ""«emem Fassungsvermögen von 20 000 Personen nicht nur Berlins größte, sondern auch «rFx15 .^""ike Kundgebungsstätte ist. Sie hatte für diesen Wend einen besonders würdigen aber einfachen Schmuck er- halten. Das einzige Spruchband, das sich auf der Stirnseite ?'!? ?ie Anschrift: Ein Volk hilft sich | elbst. Damit ist das Motto für das Winterhilfswerk und zugleich die Parole für die weitere Arbeit gegeben. Wie sich das deutsche Volk selbst geholfen hat, welche großen Leistungen es tm Kampf gegen Hunger und Kälte vollbrachte, das ergibt sich aus dem Rechenschaftsbericht, den Dr. Goebbels gestern erstattete. Gewaltige Zahlen marschierten hier auf, Zahlen, die der Minister durch wirkungsvolle Bilder und Ver- gleiche amchaulich zu gestalten wußte. Zugleich zeigte die Rede Ministers auch wie sich dank des Sieges in der Arbeits- Ichlacht, der zugleich eine Minderung von Not und Elend bedeutet, allmahlich eine Verlagerung der Ar - beit des Winterhilfswerks vollzieht. So kt,ten Winter rund 59% Millionen RM. des WHW.-Aufkommens zur das Hilfswerk „Mutter und Kind" und für den Reichsmutterdienst verwandt werden. Je weiter die wirtschaftliche Gesundung vorschreitet, umso mehr wird es mussnch Iein, nicht allein die Krankheiten am Volkskörper zu bekämpfen, sondern ihre Ursachen — vorbeugend nach Möglichst Zu beieitigen. Gerade in dieser allmählichen Verlagerung des Winterhllsswerkes, ein Vorgang, der zum erstenmal in diesem Rechenichaftsbericht feststeMar ist, spiegelt sich der Erfolg der naturnalsozialistischen Politik in ihrem Kampf gegen das Gespenst der Arbeitslosigkeit und gegen Not und Elend überaus deutlich wider.
Der Beifallssturm, der den Worten Dr. Goebbels folgte, war kaum abgeflaut, als der Führer die Halle betrat. Alles sprang auf, drängte zum Mittelgang, den der Führer durch das Spalier der SS. hindurch entlangschritt. Es folgte eine kurze Begrüßung der Mitglieder des Reichskabinetts, das sich fast vollzählig eingefunden hatte, und dann durchbrauste neuer Jubel die Riesenhalle, als der Führer zum Rednerpult trat, um in etwa ^stündiger Rede noch einmal Sinn und Ziel des Winterhilfswerkes, dieses größten Sozialwerkes der Welt, darzulegen. Immer wieder klang der Jubel, die begeisterte 1
