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# Freitag, 30. Juli 1937.

Wiesbadener Tagolatt

Zweites Blatt. Nr. 175.

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Reger Betrieb auf der Wasserkuppe.

Nach der Zwangspause des vierten Wettbewerbstages konnte am Donnerstag durch den völligen Witterungs­umschwung, der mit Sonnenschein und Wolken die meteoro­logischen Voraussetzungen für Segelflüge brachte, der Wett­bewerbsbetrieb im 18. Rhön-Segelfliegen auf der Wasser­kuppe bereits in den Morgenstunden in vollem Umfange ausgenommen werden. Insgesamt wurden innerhalb von 2% Stunden 56 Starts ausgeführt und die wiederum nach Tausenden zählende Zuschauermenge konnte eine reiche Segelflugtätigkeit beobachten. Die bis um 6 Uhr vor­liegenden Landemeldungen wiesen Streckenflüge zwischen 40 und 135 km Entfernung auf und nur der Berliner Segel­flieger Haase überschritt auch noch diese Entsernung mit der großartigen Leistung eines Zielstreckensluges bis zum Flughafen Regensburg mit 225 km. Der Kölner Teil­nehmer Krieger war nur 42 km weit bis östlich von Bad Kissingen gekommen und die beiden Rostocker Andrös/Müller in ihrem Doppelsitzer brachten es sogar nur auf 35 km bis zum Flugplatz Meiningen. Rockstroh-Dresden erreichte mit einem Fluge von 60 km Untersranken. Treuter-Weimar ging 10 km östlich von Bamberg nach 102 km nieder. Der Unterbannsührer Seele von der NSFK.-Gruppe 11 legte 41 km zurück und Blankerts-Stettin landete nach 48 km bei

Zella-Mehlis in Thüringen. Stuf 90 km brachte es Graf von Treuberg-München, der Lichtensels erreichte, während Kracht-DLV., Heidrich-Essen und mit einem Doppelsitzer die beiden schlesischen Piloten van Husen/Sauerbier bei Hatz­burg in Unterfranken nach 70 km landeten. Uber Bamberg hinaus flog Nieland-Essen, der 105 km schaffte. Eine Stei­gerung brachte noch die Landemeldung von einem weiteren Doppelsitzerflug, den Bräutigam/Steinert bis nach Forch­heim in der Nähe von Erlangen durchführten mit 126 km. Schmidt-München erreichte nach einem Fluge von 132 km Fort bei Gräfenberg (Mittelfranken).

Aus der Fülle der weiteren grotzen Flugleistungen sind noch hervorzuheben der Flug von Dr. Jahnke-Eietzen, der mit 80-km-Strecke bis in die Nähe von Bamberg kam. Der ostpreutzische Segelflieger Bruhnke legte 104 km zurück und kam über Bamberg hinaus. Medicus-Nürnbergbesuchte" die Fränkische Schweiz und ging bei Weilbronn nach 114 km nieder. Blech-Breslau erreichte in einem Zielstreckenflug den Flugplatz Nürnberg mit 135-km-Strecke.

Nürnberg, Fürth und Erlangen wurden von einer ganzen Reihe weiterer Wettbewerbsteilnehmer angeflogen. Zwischen Nürnberg und Fürth ging Ludwig-Weimar nach 132 km nieder, Eierlich-Essen kam über die Stadt der Reichspartei­tage hinaus und schaffte 144 km. Steinig-Breslau erreichte Erlangen nach 125 km und Beck-Stuttgart sowie der in der Wertung führende Doppelsitzer Karch/Zimmermann (DLV.) landeten nach 151km Flugstrecke unweit von Nürnberg.

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Deutsche Fliegeroffiziere siegten im Internationalen Alpenflug für Militärstasseln.

Bei ausgezeichneten Witterungsverhältniffen wurde am Donnerstag im Rahmen der Internationalen Züricher Flug- woche der Alpenrundflug für Militärflugzeuge ausgetragen, der als Patrouillenflug im Dreierverband für Ein- und Mehrsitzer ausgeschrieben war.

£ Der vom Flughafen Dübendorf über Thun nach Bellin­zona und zurück über eine Gesamtentfernung von 367 km führende Rundflug endete wieder mit einem grotzen deutschen Erfolg. Die aus Jagdeinsitzern des Typs BFW. Me. 109 mit Sumo 210 640 PS-Motoren mit den Fliegeroffizieren Hptm. Reftemeier, Oblt. Trautloft und Oblt. Schleif gestartete deutsche Staffel sickerte sich in 58:52,7 Minuten einen großartigen Sieg vor Der Tschechoslowakei, Frankreich, Belgien und den beiden Schweizer Staffeln.

Der Flug gestaltete sich zu einem Zweikampf zwischen der deutschen und der tschechoslowakischen Mannschaft. In Bellinzona hatten die Tschechoslowaken die beste Zeit, aber auf der Schlutzetappe war die deutsche Staffel weitaus am , schnellsten und sicherte sich mit einem Vorsprung von über zwei Minuten den Sieg, obwohl einer der deutschen Appa­rate Öl verloren hatte und Nachtanken mutzte, so dah da das Ziel geschlossen erreicht werden mutzte auch die übrigen beiden Maschinen nicht mit voller Geschwindigkeit geflogen werden konnten.

Der Nachmittag brachte auf dem Flugplatz Dübendorf wiederum vor zahlreichen Zuschauern ein interessantes Schauprogramm, bei dem auch die deutsche Kunstfliegerin Liefe! Bach mitwirkte. Bei der Vorführung neuer Ma­schinen interesiierte besonders die von Fieseler gezeigte Neu­konstruktionStorch" und das neue Dornier-Flugzeug Do. 17, das fliegend vorgefiihrt wurde.

in großer Zeitnot gegen den Hamburger Kranki einen Figurenverlust und gab auf. Der Ludwigshafener Heinrich fetzte feine Verlustserie durch eine Niederlage gegen den Münchener Zöllner fort. Engels-Düsseldorf brachte ein Damenendfpiel gegen Michel-Nürnberg mit Meisterschaft zum Siege. Kohler-München sicherte sich gegen Ernst- Gelsenkirchen im Endspiel das Läuferpaar und gewann. Einen scharfen Kampf um die Spitze lieferten sich der Bres­lauer Schmitt und der Kölner Äieninger. Nach achtstündiger Spieldauer wurde das Läufer-Springer-Endspiel in besserer Stellung für Schmitt abgebrochen.

Stand nach der 10. Runde: Rellstab 7 Punkte, Kie- ninger 6% und Hängepartie, Richter ß/i, Schmitt 6 und Hängepartie, Engels, Reinhardt und Zöllner je 5%, Ernst, Kranki, Dr. Lachmann und Michel je 5, Kohler 3%, Rodatz 2% und Heinrich % Punkt.

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Ergebnis der Borliiufe.

Mit den beiden über 100 km führenden Vorläufen zu je sieben Fahrern wurden am Donnerstagabend auf der Frank­furter Sportseldbahn die deutschen Siehermeisterschaften 1937 in Angriff genommen. Der überragende Mann des ersten Vorlaufes war der Berliner Stach, der sich.bisher gerade auf der Frankfurter Bahn keine besonderen Lorbeeren ver­dienen konnte. Diesmal aber war der Berliner in ganz her­vorragender Form, setzte sich nach der 13. Runde schon vom 4. Platz an die Spitze und hielt sie bis zum Schluß ganz überlegen. Lohmann beschränkte sich daraus, den 2 Platz zu halten, Schindler kam als Dritter ein, während Krewer wieder einmal schwer enttäuschte und mit säst drei Verlust- runden nur Vierter wurde. m

Ergebnis: 1. Vorlaus, 100 km: 1. Stach-Berlm 1:27:28 Stunden, 2. Lohmann 220 m, 3. Schindler 700 m, 4 Krewer 1195 m, 5. Leuer 1275 m, 6. Kirmse 1575 m. Witzbröcker in der 75. Runde ausgeschieden.

Zu einer wahren Rekordfahrt voller Spannung und Dramatik gestaltete sich der zweite Lauf. Immer wieder lösten die prächtigen Zweikämpfe zwischen dem Wies­baden e r Adolf Schön und Meister Erich Metze be­geisterten Beifall aus, immer wieder setzte Schön zum An­griff an aber Metze witterte jedesmal die Gefahr recht­zeitig und rettete sich mit einem Vorsprung von 60 m als Sieger ins Ziel. Großartig hielt sich der junge Düsseldorfer Island der seine Bemühungen mit einem fernen 3. Platz belohnt sah. Auch der Leipziger Hille hielt sich tapfer und wurde schließlich dank seiner guten Leistung als 7. Fahrer für den Endlauf am Sonntag bestimmt.

Fünf Bahnrekorde, Darunter auch die beiden eben erst von Stach aufgestellten Bestzeiten, mußten bei der tollen Jagd ihr Leben lassen, und zwar: 30 km mit 25:00, 40 km mit 33:16, 50 km mit 41:41, 60 km mit 50:04 und 70 km mit 58:24 Minuten.

Ergebnis: 2. Vorlauf: 1. Erich Metze-Dortmund 1:24:46 2 Schön 60 m, 3. Island 190 m, 4. Hille 200 m, 5. Umbenhauer 1280 m, 6. Ilse 1560 m. Ehmer in der 82. Runde ausgeschieden.

Den Endlaus am Sonntag bestreiten demnach: Stach-Berlin, Lohmann-Bochum, Schindler-Chemnitz, Metze- Dortmund, Schön-Wiesbaden, Island-Düsseldorf und Hille-Leipzig.

Scfywimmländeetampf gegen &fteeeeidj.

Die Reihe der deutschen Schwimm-Länderkämpse wird am Wochenende im Berliner Olympia-Stadion mit einer inoffiziellen Begegnung mit Österreich fortgesetzt. Nach den großen Siegen über Frankreich, Ungarn und England läßt sich Deutschland in dem Tressen mit Österreich durch die Aus­wahl des Gaues Brandenburg vertreten, die in den letzten Monaten fast die Kampfstärke einer Nationalmannschaft er­reicht hat.

Das sich aus 14 Wettbewerben zusammensetzende Länder- kampf-Programm sieht vor, daß in den Frauen-Konkrrrrenzen jeweils nur eine Schwimmerin, bei den Männern aber stets zwei von jeder Nation starten. Während die österreich­ische Wasserballmannschaft bereits festfteht, wurde die Sieben Berlins, die auf die Spieler des zur gleichen Zeit in Duis­burg weilenden SV. Weißenfee 96 verzichten muß, noch nicht bekannt.

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Hein warf deutschen Rekord.

Das Leichtathletik-Abendsportfest in Osnabrück brachte am Donnerstag vor 3000 Zuschauern einen neuen deutschen Rekord im Hammerwerfen. Olympiasieger Hein er­reichte 56,68 Meter und verwies mit dieser hervorragenden Leistung den Dortmunder Lutz mit 51,90 Meter auf den zweiten Platz.

Rudolf Caracciola erwies sich beim ersten Trai­ningstag zumGroßen Bergpreis von Deutschland" auf dem Schauinsland als schnellster Fahrer. Mit 7:38,4 Min. (94,2 Stdkm.) unterbot der Mereedes-Benz-Fahrer den Re­kord Rofemeyers aus dem Jahre 1936. Rosemeyer fuhr 7:42,5 (93,4 Stdkm.).

Frauen-Doppels Schneider-Peitz/Couquerque wird nur die Holländerin wieder antreten.

Mit den Meisterschaften in Hamburg verabschieden sich übrigens auch unsereWelireisenden" v. Cramm, Henkel und Marieluise Horn, die anschließend an die Titelkämpfe ihre große Tennisreise um die ganze Erde antreten. Wir hoffen, von ihnen noch recht gute Leistungen bei ihren letzten Spielen in Deutschland zu sehen!

Die Auslosung der Einzel.

Gesetzt" sind im Männer-Einzel von oben nach unten: Cramm, Destremeau, Mac Grath, Farguharson, Puncec, Crawford, Kho Sin Kie und Henkel. Cramm trifft in seinem Achtel u. a. auf Bromwich. Destremeau hat sich mit Avory, Bossi und Gras Baworowski auseinanderzu­setzen. Im Achtel von Mac Grath befinden sich Hebda, Butler, Lund und Cejnar. Im vierten Achtel (Farqu- harson) sind Deitmer, Mitic und der Ungar Szigetti die Stärksten. 3m Puncec-Achtel befinden sich Caska, Bartko- wiak, Denker und Petra. Metaxa, Kirby, Goepfert und Dessart sind die Stärksten des 6. Achtels, das Crawford an­führt. 3m 7. Achtel wartet Kho Sin Kie auf Kukuljevic ober Sprople. Im letzten Achtel schließlich trifft man neben Henkel noch Wilde, Vodicka und den Polen Tloczynski. Bei den Frauen (Nachmeldungen wurden für die Gräfin Lilly de la SBalbene unb für Frl. Noemik - Estlanb abgegeben) führen die einzelnen Viertel von oben nach unten an: Sper­ling, Couquerque, be la Valdene unb Horn.

Die Auslosung der Doppelspiele:

Der Franzose Destremeau hat infolge Erkrankung ab­gesagt, für ihn spielt Jamain. Im Männer-Doppel sind gesetzt: Cramm/Henkel, Baworowski/Metaxa, Farguharson/ Kirby, Crawford / Mc Grath. Die gesetzten Paare treffen aber auf schwere Gegnerschaft wie Szigeti/Petoe, Hebda/ Tloczinski, Wilde/Butler (erstes Viertel); Denker/Dettmer, Bromwich/Sproule, Wahid/Shoukry (zweites Viertel); Stalios/Vodicka, Petra/Jamain, Lund/Goepfert (drittes Viertel); Kukuljevic/Puncec, Cejnar/Caska, Bosfi/Roma- noni (viertes Viertel). Im Gemischten Doppel wurden ge­setzt: 1. Viertel: Sperling/Farquharson; 2. Viertel: Whit- mirrsh/Wilde; 3. Viertel: Couquerque/Dessart; 4. Viertel: Horn/Denker. Weitere starke Paare sind im ersten Viertel Hein-Müller/Casca, Kovac/Puncec; im zweiten Viertel: Zehden/Eoepfert, Tonelli/Rornanoni; im dritten Viertel: Gräfin be la Valdene/Petra, Ullstein/Lund, unb im letzten Viertel: Florian/Kukuljevic, Scott/Buttler. 3m Frauen- Doppel führen die Viertel an: Sperling/Couquerque, To- nolli/Somogyi, Käppel/Ullstein, Scott/Wittmarsh.

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Rellstab führt vor Äieniuger.

Die 10. Runde der deutschen Schachmeisterschaft in Bad Oeynhausen brachte eine Reihe interessanter Spiele. Der Berliner RichterZicherte sich nach 23 Zügen den Sieg über den Hamburger Rodatz. Rellstab-Berlin siegte nach schönem Angriff über Reinhardt-Hamburg. Dr. Lachmann übersah

31. Juli bis 7. August.

Europas Tennis-Saison 1937 geht zu Ende. Sie be­gann traditionsgemäß mit den zahlreichen Turnieren ander Riviera, erlebte ihren ersten Höhepunkt mit den Meister­schaften von Frankreich und rief dann die Elite der Welt wieder in Wimbledon zusammen. Die englischen Meister­schaften brachten die erste Auseinandersetzung zwischen den Besten der Welt, eine Wiederholung erlebte Wimbledon mit den beiden Schlußkämpfen um den Davis-Pokal. Und jetzt meldet sich Hamburg mit den Snternationalen Tennismeisterschaften von Deutschland. Sie bilden den Ausklang der großen Tennisereignisie Europas in diesem 3ahr.

Selten waren die Titelkämpfe in Hamburg so gut be­setzt wie in diesem 3ahr; sie übertreffen an Qualität und Quantität nicht nur die Internationalen" der vergangenen Jahre in Deutschland, sondern stehen auch zum ersten Male über den französischen Meisterschaften, fehlten doch damals vor allem die australischen Spitzenspieler. Ursache der er­heblich vergrößerten Anziehungskraft der Hamburger Ereig- nisie in diesem Jahr sind zweifellos die Erfolge, die Deutsch­lands Spitzenspieler in den letzten beiden Jahren im Welt­tennis zu verzeichnen hatten.

- 19 Nationen schicken ihre besten Könner nach Hamburg. Von den ganz Großen fehlen in erster Linie die Amerikaner, die iinwischen den in Wimbledon errungenen Davis-Pokal nach Hause bringen. Auch EnglandsBunny" Austin kommt nicht; die Anstrengungen der letzten Spiele waren zu groß für ihn. Auf Roderich Menzel, desienTennisarm" immer noch nicht in Ordnung ist, müßen wir leider eben­falls verzichten. Dann fehlt noch Australiens Meister Adrian Quist, der sich, nach den letzten Spiel-Ergebnissen zu ur­teilen, von seiner schweren Krankheit noch nicht ganz erholt hat und daher auf seine Meldung verzichtete. Aber sonst ist alles da, was Rang und Namen hat im weißen Sport.

Da im vergangenen Jähr wegen der Olympischen Spiele und der damit verbundenen Termin-Schwierigkeiten die Internationalen Meisterschaften von Deutschland ausfielen, werden die Titel von 1935 verteidigt. Von den Meistern dieses Jahres sind übrigens nur zwei zur Stelle, und zwar E. von Cramm im Männer-Einzel und Hilde Spei- l i n g bei den Frauen. Für Henkel/Denker, die sich 1935 den Titel im Männer-Doppel holten, werden nun Cramm/ Henkel den Kampf aufnehmen. Auch das Gemischte Doppel Außem/Henkel ist gesprengt und von den Verteidigern des

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