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Wiesbadener Tagblatt

Samstag/Sonntag, 21/25. Juli 1937.

Peking

z w e i breiten, asphal- ,WohnbIöcke" zerlegt

nahmslos von

Das Richtige

Ecke Friedrichstraße Anruf 27939

(Beginn Montag früh)

kanzlers, dann aber auch des Reichswirtschaftsministers, de- Reichsftnanzministers, des Leiters der Kommission für Wirt­schaftspolitik der NSDAP, und anderer Persönlichkeiten haben die unbeirrbar festgehaltene Linie mehr als einmal unterstrichen. Das deutsche Beispiel beweist nicht minder ein­dringlich als das französische, lediglich mit umgekehrtem Vor­zeichen, die Abhängigkeit der Sparkapitalbildung von poli­tischen Faktoren. Der Glaube an die Zukunft, das Vertrauen zur politischen Führung und zur Einheit der Nation finden ihren Ausdruck nicht zuletzt auch in der Haltung des deut­schen Sparers. 2n Deutschland ist der Satz:Sparen ist natio­nale Pflicht" einprägsam verwirklicht worden.

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< bei

Viertes Blatt. Nr. 170.

Liebe ist ein Geheimnis.

Besonders für die, die es trifft.

Du brauchst dich wahrlich nicht zu fragen, was dich dem Gang der Zeit entrückt.

Wie können dich noch Zweifel plagen, ob Liebe dir das Herz bedrückt.

Du wehrst dich nur mit falscher Pose, die dir dein Stolz zur Abwehr gibt;

es gibt nur eine Diagnose:

Verehrter Freund, du bist verliebt!

Du merkst ja auch, wenn auf der Straße dich jäh ein Auto überrennt, und dir die Ohren und die Nase

vonOben" und vonInnen".

Auf demFunkturm"

Ecke Friedrichstraße Anruf 27939

ein Land, in dem derartige Verhältnisse einreitzen, unver­mittelt von einem Regiment der Sparsamkeit zu einem Regi­ment der Inflation hinüberwechseln kann.

Während somit Frankreich in den letzten Jahren eine wenig günstige Entwicklung seiner Spareinlagen zu verzeichnen hat, weist Deutschland das entgegengesetzte Bild auf. Die ununterbrochen aufwärts gerichtete Kurve der deutschen Sparkasseneinlagen seit 1833 (Spareinlagenzuwachs von 1933 bis 1937 3,6 Mrd. RM.) spricht eindringlich dafür, daß eine wohl abgewogene Finanzpolitik bei dem Sparer auf volles Verständnis stößt. Bündige Erklä­rungen berufener Männer, vor allem des Führers und Reichs-

Osten parallel zu den Hauptverkehrsadern laufen. Die Grundlagen einerOrientierung in Peking" sind damit also gegeben: würde man in Berlin einem wegsuchenden Frem­den die Auskunft erteilen:Gehen Sie 10 Minuten nach Norden, dann die 6. Strahe nach O sten und von dort die dritte Straße nach Süden" dann würde der betreffende Fremde glauben, man verulke ihn . . . h i e r in Peking ist das die ortsübliche Auskunft, weil der Chinese ja sogar im handwerklichen Alltagsleben mitHimmelsrichtungen" statt mit den BegriffenRechts" oderLinks" operiert . . .

Doch, um auf den besagtenFunkturm" zurückzukommen: Berlin, vom Funkturm aus gesehen, habe ich als einen grauenHäuser-Dunst" in der Erinnerung zurückbehalten, Peking vomPavillon der 10 000 Frühlinge" aus be­trachtet, ist nichts weiter als ein grüner, viereckiger Wald, mit dem gelben quadratischenFleck" derVerbotenen Kaiser-Stadt" in der Mitte. Das Ganze eingefaßt von einer 42 Kilometer langen, 20 Meter hohen und 12 Meter breiten Ninive-Mauer, auf der in regelmäßigen Abständen zwölf Hochhaus-Tempel auf ebensovielen Stadt -Toren sitzen, die wie babylonische Türme aus den Staubwirbeln, die Peking im Herbst ständig heimsuchen, gen Himmel ragen und die die äußersten Grenzen dieser Riesenstadt bezeichnen, die wir uns nunmehr mal etwas nähervon Innen" an­sehen werden . . . (Ein Schlußartikel:Peking von Innen" folgt.)

ein Häusermeer, das in nord-südlicher Richtung von drei und in west-östlicher Richtung von Herten Prachtstraßen in 12 große! _

wird, deren insgesamt 3284 Straßen und Gassen alle aus- Rorden nach Süden oder von Westen nach

Von unserem Mitarbeiter im

Hm! . . . Also einenallgemeinen ersten Überblick" über Peking wollen Sie gewinnen?? . . . Dann machen Sie es wohl am besten wie in Berlin und lassen sich erst mal zum Funkturm, wollte sagen zum Kohlenhügel, fahren. Dort. . .

Moment mal! Kohlenhügel! Klingtn bisken reichlich schmuddelig. Haben Sie nicht einen etwas besseren Aussichts­platz? In weißen Hosen kann man doch wohl kaum . . ."

Der alte, erfahrene Pekinese" schüttelt mitleidig sein von Erfahrungen gebleichtes Haupt:Vorstellungen habt Ihr Ereenhörner von unserem Peking . . . kaum zu glauben! Haben Sie denn noch nie etwas vomKohlenhügel" gehört, auf dem sich der letzte Ming-Kaiser im Jahre ... im Jahre. . . also etwa in der zweiten Hälfte des 30jährigen Krieges aufgehängt hat? MitKohlen" hat dieser etwa 70 Meter hohe, künstlich aufgeschüttete Park-Hügel wenigstens heute nicht das geringste zu tun, aber von ' diesem Hügel, unmittelbar am Rande derVerbotenen Stadt/, hat man genau wie in Berlin vom Funkturm die beste Übersicht über Peking. Und ehe Sie sich in das Gewühl der Stadt stürzen, müssen Sie sich Peking unbedingt erst von Oben anfehen, weil Sie sonst das Wesen dieser Stadt überhaupt nicht verstehen. Vor allem werden Sie sich dann niemals in dieser Stadt verlaufen . . . warum? und wieso? darüber wird Ihnen auf dem Kohlenhüael schon rechtzeitig ein Licht aufgehen. Sagen Sie also Ihrem Rikscha-Kuli einfachCool-Hill, dann weiß er Bescheid. Die Kerle rade­brechen ja alle ein bißchen englisch . . ."

Als Herr Wang, der für einen Tagessatz von 70 Pfennig engagierte" Rikscha-Kuli, sich am anderen Morgen Punkt 9 Uhr mit seinem bHtzsauöeren Wägelchen vor dem Quartier einfindet, versuche ich ihm sicher ist sicher an Hand eines bunten Stadtplanes den BegriffKohlenhügel" zu erläutern. Aber Herr Wang winkt hoheitsvoll ab.Gerd", sagt er,früher selber mal Fremdenführer gewesen. Schlechte Zeiten heute. Rikscha-Kuli geworden. Was soll man machen! . . . Einladende Einsteighandbewegung:Plis, Sör!" ,

Ra schön! Also dann los zum Kohlenhügel! Aber' Dusemang! Dusemang! Sachte Sachte . . . Schwitzende Leute sind mir ein Greuel."

Herr Wang fpannt sich ein und die Reise geht los. Glatter Asphalt. Wang läuft mit leichten federnden Schritten und reagiert auf die leiseste Gewichtsverlagerung. Nur die Beine, arbeiten. Nicht .die Lungen. Nach 2000 Metex Dauerlauf erklärt Herr Wang mit leicht zur Seite gewendetem Kopfe die vorbeifliegenden Merkwürdigkeiten mit der gleichen ruhigen Trimme, als säße er behaglich in einem Großvaterstühlchen. Nach einem weiteren Laufschritt von 15 Minuten, an bessern Ende sich jede preußische Jnfanteriekompagnie japsend auf die Erde geworfen hätte, stoppt Herr Wang, trocken wie eine Herbariumpflanze, den Lauf vor einem roten Portal, sagt in aller Ruhe:Plis, Sör, Cool-Hill! Tick«s . . . dort!" Eintrittskarten! Ach so! So weit ist man also im romantischen Peking auch schon!

Das Ticket wird im Portal gekauft, geknipst und kon­trolliert:Plis, Sör, kömm in! . . . Aha! So also sieht der PekingerFunkturm", aliasKohlenhügel", aus! Ein wunderhübscher Park, in dem sich einst die hohen Palast­beamten mit ihren Frauen zu erholen pflegten. Grün­anlagen, aus denen ziemlich unvermittelt ein symmetrischer Bergrücken mit fünf ebenso symmetrisch angeordneten Gipfeln, deren jeder einen kleinen, rot-blau-grün lackierten Tempel trägt, bis zur Höhe von 70 Meter ansteigt. An Warnungstafeln, Wegweisern, Lageskizzen und Bänken, be­setzt mit chinesischen Liebespaaren vorbei, wandert man zum rechten Flügel des langgestreckten Hügels, dessen Erat ein gepflasterter Promenadenweg bildet. Am Anfang ein ur­alter Baum, der zum Schutze des Publikums mit einer nied­rigen Mauer umgeben ist. Denn hier hängte sich im Jahre der Gnade 1643 Chung-Cheng, der letzte Kaiser aus der be­rühmten Ming-Dynastie mit seinem Leibeunuchen zusammen auf, als Peking in die Hände der Rebellen heute würden wir sagen:Der Nationalisten" fiel. Spätere Generationen haben dann diesen Baum in Ketten gelegt, um ihn für seine Vermessenheit, einem Kaiser und Sohn des Himmels beim Selbstmord behilflich gewesen zu sein, zu bestrafen. Im Boxer-Krieg 1900 hat diese Kette dann einen fRari täten« Liebhaber gesunden, dafür hat die republikanische Regie­rung dann 1930 hier eine Steintafel anbringen lassen, die Dem ehrerbietigen, Angedenken an einen Kaiser gewidmet ist, der lieber Selbstmord beging, als in die Hände seiner Feinde zu fallen." Bevor Kaiser Chung-Cheng sich Lb-

von deiner Epidermis trennt.

Du merkst ja auch, wenn du beim Schwimmen durch einen Wadenkrampf ertrinkst und auf der Hochtour, bei dem Klimmen, in eine Gletscherspalte sinkst.

Du spürst doch jegliche Angina, selbst wenn sie kaum von weitem winkt, bei einer Margot oder Lina versagt indesien dein Instinkt.

Du spürst ja Zahnweh, Ziegenpeter,

' spürst Leibweh, Neuralgie und Gicht, entweder früher oder später...

Nur dein Verliebtsein spürst du nicht!

Puck.

Sparer und Staatsführung.

Das französische Beispiel.

Von Dr. E. Eugelmeier.

stellv. Präsident des Deutschen Sparkasien- und Eiroverbandes.

Der 3. Internationale Kongreß des Sparwesens, der in Pans vom 20. bis 25. Mai 1935 stattfand, hatte sich u. a. mit dem ThemaDie Sparkassen und die Krisen" zu befassen.. Als Eeneralberichterstatter konnte der Verfasser : damals feststellen:Das wichtigste Ergebnis, das man aus einer ins einzelne gehenden Untersuchung der Frage gewinnen kann, geht dahin, daß die Sparkaffen " von Wirtschaftskrisen wefentkich weniger berührt werden als von politischen Er- schütterungen". Diese Schlußfolgerung fußte auf den Unter­lagen, die von zahlreichen europäischen und außereuropäischen Landern für einen mehr als 100 Jahre umfassenden Zeit­raum vorlagen. Ihre Bestätigung hat die These durch die französische Entwicklung der letzten Jahre gefunden. Die Spareinlagenbewegung in Frankreich war in dieser Zeit keineswegs befriedigend. Seit einigen Jahren haben die mehr als, 22 Millionen französischen Sparkonten / insgesamt keinen Bestandszuwachs zu verzeichnen. In das i Jahr 1934 gingen die sogen, normalen Sparkaffen Frank- , reichs, die mit unseren Sparkaffen zu vergleichen sind, mit , 38 Mrd. Franken, und in das Jahr 1937 wurden ebenfalls knapp 38 Mrd. Franken übernommen. Bei der Postsparkaffe, der zweitgrößten Spareinrichtung Frankreichs, liegt es ähn­lich. 1933 wie-heute zeigen die Ausweise etwa 24 Mrd. Franken. Die Stagnation, wie sie aus diesen Zahlen spricht, läßt darauf schließen, daß die Spartätigkeit und damit die sichtbare Kapitalbildung (nicht die in Frankreich stets stark verbreitete Hortung von Gold und Papiergeld) einen ge­wissen Stillstand erreicht hat. In der Zwischenzeit, vor allem gegenüber 1935, find sogar merkliche Abzüge erfolgt. Anfang , 1936 nämlich betreuten die französischen Sparkassen 39,6 Mrd. , Franken und die Postsparkaffe 25,67 Mrd. Franken. Jn- zwischen sind also beträchtliche Einbußen zu beobachten ge- K wesen. Insgesamt haben die französischen Sparkassen seit Be- £ grnn des vorigen Jahres ca. 3 Mrd. Franken verloren; die - ausgleichende Wirkung der Zinsgutschriften ist weitgehend / Lberkompenstert.

M! Der Stillstand in den Spareinlagen ist mit einer nur bedingt ausgeglichenen Eesamtwirtschaftslage gepaart. Zwar E. ist der Außenhandel in den ersten Monaten des Jahres 1937 I rn Ein- und Ausfuhr fühlbar gestiegen, aber die Jndustrie- L Produktion liegt beträchtlich unter dem Stand von 1928. e. Selbst die Rrchstahlerzeugunq war 1936 geringer als 1929. fc. Die Großhandelspreise haben in den letzten Jahren und et« neut in der jüngsten Vergangenheit angezogen. Die Land- £ wirtschaft, eine der Hauptstützen der französischen Wirtschaft, M weist durchschnittlich niedrigere Hektarerträge als Deutschland auf trotz besserer Bodengüte. Mit 87,1 Mrd. Franken er- fc scheint der Geldumlauf stark überhöht (Deutschland 6,9 Mrd. V. RM.). Der Goldbestand der Bank von Frankreich ist in der letzten Zeit weiterhin merklich zurückgegangen. Trotz ein- W ^net ungünstiger Symptome liegen aber bei der französischen e Wirtschaft diejenigen Voraussetzungen vor, die eine gedeih- r liche Entwicklung verbürgen könnten. Daß restlos befrie- digende Verhältniffe nicht Platz greifen, ist vielmehr vor allem E in politischen Vorkommnissen begründet. Auch die Deoal- Nationen, von denen der französische Sparer mag er k Rentenbesitzer sein oder seine Ersparnisse den Sparkassen' an- E vertraut haben seit Kriegsende mehrfach betroffen wurde, ff .Rnb im Kern politisch bedingt.

P Die französischen Sparkassen betrachten die Entwicklung, ki die sich für sie in einer unzulänglichen Einlagenentwicklung V auswirkt, mit Besorgnis. In dem Rechenschaftsbericht der t Straßburger Sparkasse für 1936 findet sich eine Aufzählung k. der Ursachen, die für den beträchtlichen Einlagenschwund ver- k". antwortlich zu machen seien. Dort werden die Regierungs- r krisen, der fehlende Ausgleich des Staatshaushalts, die sozial- e politischen Schwierigkeiten als Vorkommnisse erwähnt, die die Er Bevölkerung beunruhigt hätten. Seit 1935 hätten sich die Gerüchte über die Abwertung des Franken verdichtet.Eine A.solche Atmosphäre konnte einer normalen Entwicklung der g Sparbewegung nicht günstig sein", bemerkt der Verwaltungs- . rat der Kasse. Allein in den zehn Tagen vom 28. September ; bis 7. Oktober 1936 verlor die Straßburger Sparkasse 13 Mill, r Franken. Der Präsident der französischen Sparkassen-General- « konferenz nahm die Ende September angekündigte Abwertung r zum Anlaß einer Protestkundgebung. In ihr brachte er u. a. t zum Ausdruck:Im Interesse des öffentlichen Kredits, der k nur nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit gestaltet sein kann, f müssen in allernächster Zukunft und mit rückwirkender Kraft i gesetzliche Maßnahmen dahin getroffen werden, daß den I Sparern die von ihnen erlittenen Verluste ausgeglichen wer- t den... Dies wird gleichzeitig eine Maßnahme 'der Billigkeit I- und ein überzeugender Beweis für die gute Geschäftsführung Uder staatlichen Zentralkasse sein".

Ein abschließendes Urteil über die Auswirkungen der : neuen Abwertungspläne, die denfreipendelnden Franken,, W bringen sollen, ist heute noch verfrüht. Soviel steht aber fest," daß die Bestandsentwicklung bei den Spareinlagen weiterhin p: ungünstig war. So haben die Sparkassen 'vom 16. bis | 30. Juni bei der staatlichen Zentralkasse, die für sie die Ein- , lagen anlegt, 50 Mill. Franken eingezahlt, aber 72 Mill. - Franken abgezogen. So fandLe Temps" unlängst scharfe " Worte gegen die Methode, die den Sparer um den Wert seiner Ersparnisse brächte, indem sie den Wert des Geldes [ vermindere. Dort wird die Befürchtung ausgesprochen, daß

Fernen Osten, Haus Trübst.

rigens erhängte, hatte er mit Blut [ein Schuldbekenntnis nach alter Sitte auf sein weißes Totenkleid geschrieben und erst kürzlich hat sich wieder ein Chinese an dem gleichen Baum aufgehängt, weil er angeblich auf dem kürzesten Wege in den kaiserlichen Himmel gelangen wollte. Vielleicht wird man also die kreisrunde, niedrige Schutzmauer des Baumes erhöhen müssen, denn ständig ist er von philosophischen Chinesen umlagert, die wie hypnotisiert die breitausholen- den und man möchte beinahe sageneinladenden" Äste an­starren . . .

Hier beginnt der eigentlicheAufstieg" zum Gipfel diesesKohlenhügels", der von einem wunderhübschen rot­lackierten Tempel gekrönt ist, den man um einem dringen­den Bedürfnis abzuhelfen und dem Zuge der Zeit zu folgen in ein Casthaus umgewandelt hat. In der Mitte des Tempels sitzt ein mächtiger Holz-Vuddah, der mit verzeihen­der Milde über die Bier- und Limonadenflaschen hinweg­blickt, die seinpiedestal" dekorativ umgeben. Ursprüng­lich war dieser 4 Meter hohe Buddah aus Bronze sehr sehr alt und dementsprechend teuer. Im Jahre 1900, als wäh­rend der Boxer-Unruhen französische Truppen den Kohlen­hügel besetzten,verschwand dieser Buddah plötzlich" . . . mehr sagen taktvollerweise die gedruckten chinesischen Fremdenführer über dieses wundersame Ereignis nicht. Da aber einGott" sich von jeherin Frankreich" besonders wohlgefühlt hat, darf man wohl mit hoher Wahrscheinlich­keit annehmen, daß sich dieser alte Bronze-Buddah ebenfalls nach dorthin aufgemacht hat. Wie seinerzeit so viele andere große und kleine Buddahs. . .

3m übrigen ist dasRestaurant im Funkturm wollte sagen: das Teehaus imPavillon der 10 000 Früh­linge tatsächlich wie geschaffen, um den bewußtenersten Eindruck von Peking zu vermitteln. Also lassen wir uns einen Korbstuhl an die Ballustrade rücken, herben Blätter­tee und zwei Schüsseln mit gerösteten Sonnenblumenkernen und allerlei Süßigkeiten anfahren, klappen den großen Bunten Stadtplan auf, um das künftige Schlachtfeld wie ein Feldherr in alten Zeitenvon oben her zu erkunden.

Erste Überraschung: zunächst sieht man von Peking überhaupt nichts! Rur Bäume, Bäume, nichts als Bäume! Und dahei ist man doch vorhin über breite Asphaltstraßen, durch unzählige graue Gassen und Gäßchen gerollt, ohne eine Spur von Vegetation zu entdecken! Kein Zweifel: Peking ist eine grüne Stadt, eine Stadt, die in einem grünen Meer vonKos-Bäumen so restlos verschwindet, daß jeder Flieger-General seine Helle Freude daran haben würde. Zu sehen sind eigentlich nur die leuchtenden, in der Sonne funkelnden gold-gelb glasierten Dächer der Hunderte von Palästen und Tempeln derVerbotenen Stadt, die wie ein rechteckig geschnittenes Spiegelei in einer ebenso rechteckigen Spinatschüffel liegt. Den Rand dieser Spinatschüssel aber bildet die gigantische Stadtmauer mit ihren gewaltigen, phantastischen Tor-Tempeln oben drauf hat man sich den Verlauf dieser Stadtmauer erst einmal eingeprägt und das geht sehr rasch! dann kennt" man Peking! Das heißt: man wird sich niemals in die er mit beängstigender mathematischer Regelmäßigkeit angelegten Riesenstadt verlaufen! Alldieweilen. . . doch hier ist der mathematische Beweis: Die etwa 20 Meter hohe und auf der Krone etwa 12 Meter breite Stadtmauer der Tataren-Stadt" bildet genau ein Quadrat mit einem Umfang von das muß man ausschreiben: vierund­zwanzig Kilometer Länge, das haargenau von Rorden nach Süden und Westen nach Ostenorientiert ist. An diesesQuadrat schließt sich ein ebenso ummauertes Rechteck an, das den NamenChinesenstadt führt und das wieder einen Umfang von 19 Kilometer hat. . . der ©efamtumfang der Stadtmauern von Peking beträgt also über 42 Kilometer! Diese Ninive-Mauern umschließen nun