Sonntag, 2. August 1914,
^Eung des Dampferverkehrs mit den Nordsee- "tschl
i V! >tn ri’,r uerne ^' 1- Aug. (Eig. Drahtbericht) Die ^ e u t f r 6' m e r i f n = 2 i n i e und der N o r d- Hl>ch ° 21 o y d haben den Verkehr der Dampfer ^ " Seebädern in der Nordsee eingestellt.
"^cheii gegen die dänischen Aufwiegler in der A Nordmark,
fcb B°"sleüen, 1. Aug. (Eig. Drcchtb-ericht) Gestern wer der Belagerungszustand erklärt worden, "»d Blatt „Dannevrrke" wurde geschlossen
^etTjc dänischer Führer verhaftet.
^ polnischer Zeitungen in Oberschlesien. kNtaÜÜ."?' ^ Aug. (Eig. Drahtbericht) Der Korps- r j *fine n V 1 n ‘ des schlesischen Armeekorps hat das Er- ;<*? *°ten, ° er fünf Kattowitzer polnischen Zeitungen ver- -i!
Die deutsche Arbeiterschaft, ouch die deutschen Sozialdemokraten
die
die deutschen
f/ t i E Wok n,1ert ' die uns von Rußland her drohen, lehrt 1 " ischokratische „Rheinische Zeitung"; sie
tir ” 1 ^ «ü* s tncn Überfall des zaristischen Knutenregiments p&en, m ö ’ c deutsche sozialdemokratische Arbeiterschaft nicht ^dern „ lC ^ gegen das russische Volk wird sie dann kämpfen, r'»b beg Cn ^e regierende Verbrecherbande, die auch der Jpettjj). eigenen Landes ist, und deren Existenz eine fort- , ^tbare Gefahr für den Frieden und die Kultur rj »'chstag d bedeutet. Unser Bebel hat es seinerzeit im
/»kljch V gesagt: Gegen Rußland würde auch er noch unbe- ?oftfiü te te Sünte auf den Buckel nehmen. Und in seiner
B^ .'s^ie Tätigkeit des Reichstags von 1890 bis 1893" Sfitu'- 11 der Erhaltung der Unabhängig- j®en f 0 .Wanb§ sind die arbeitenden Klassen mindestens . wteressiert wie diejenigen, die sich als die berufenen
/.An der Erhaltung der Unabhängig-
. ■ -
,! j ifftt Illie oxejenifjen, tue ]xty tu» tut vctuitucu
” ist der Völker betrachten, und das arbeitende
o;fu Muer
hi^f'Wt gewillt, seinen Nacken unter irgend eine Fremd- ,.öu beugen. Gälte es einmal, sich seiner Haut zu irii fr ni Wt<>fi e Leitenden Klassen Deutschlands würden ihren r" Cn -' Zunächst aber erhebt die Arbeiterklasse den •
j Schrei nach Erhaltung des Friedens, den Öster-
I f J? Qt[c m ^erhörter Frivolität gestört hat. Die Arbeiter ;[V ?? etl Re br> n ^ leidtragenden eines Krieges; marschieren
> u |Tp V. ~ ^ 'VUUuuyuvm.H ...v.~p- r -
ö r T QruTn nur, wenn das deutsche Volk hinterrücks b-k ^östn, en und seine Selbständigkeit und seine Kultur ^ tz, Barbarei bedroht werden."
^ f 0lf,u 'its»ncftec Vorschlag, betreffend Einbehaltung der J\ [„Sei,,.' „ russischen Saisonarbeiter.
il J ü Aug. Die „L. N. N." sprechen folgenden be-
■A Unsch aus: Unter den Maßnahmen, die schleunigst
J Änttjj, n 8 hwrmit unsererseits zu treffen sind, besteht die Einbehaltung der russischen lif^rai, 6e Her, die noch auf deutschem Boden weilen.
von weit über 50 000 Mann nicht der schlechtesten
• fl
it
i<
iit
pate!"? ! - —"
stellen sie ein volles russisches Armee-
Genau so wie man in Österreich alle serbischen st. Kurzerhand verhaftet, halte man diese russischen «>? Lam-, uns sofort unter militärischer Bewachung — ■f { it e sturmleute genügen — und lasse die Ernte- vollenden und interniere sie dann an ge-
ren.
lit" 8 ' m Es ist das eine Pflicht der Selbsterhal- keine falsche Zurückhaltung den russi-
-densbrechern gegenüber!
ich-
urvng der bayerischen Stnatsrcgierung gegen , die LebenSmitteltcuerung.
°en von der bayerischen Staatsregierung ver-
Erklärung bL- ..Dem Vernehmen nach hat ö.d'c ^.Bayern in den letzten Tagen, hervorgerufen >»A'che Mrschen Ereignisse, stellenweise eine nicht unbe- sid,7' C- Tigerung der Lebcnsmittelpreise bemerkbar ge- J °^t°ht daher Anlaß, mit allem Nachdruck darauf
% l8c ti ei daß solche Preissteigerungen bei dem gegen- %, ? e te*tf tn ' 5e der Lebensmittelversorgung Deutschlands V«SfiSnrL stnd und daß selbst bei Eintreten weiterer r£;: l * c * Ereignisse eine hinreichende Versorgung
.Mt Sr?; llia )c
mit Lebensmitteln sichergeftellt ist. Auch ii cf 13 ^ea m daß in der heute vormittag stattfindenden -k l ircid. ^ndesrats über den Erlaß von Ausfuhrverboten ist, {t+ Tiere und tierische Erzeugnisse beschlossen st n geeignet, beruhigend zu wirken. Die Staats- äl'? 1 i'.Mb ?snut zu der in den letzten Tagen bewährten fl'it % ^iebs., 'rtschgfllichcn Sicherheit der Bevölkerung, daß !Ll Erscheinungen in dieser Richtung fernerhin
r t 11 toetb. 1 ^ daß die besonnenen Teile des Volkes davon l l Qi $t t „j _ tt ' die Lage spekulativ auszunützen."
sfj e °^ = und Güterverkehr mit Österreich-Ungar».
??u, 1. Aug. Infolge der eingetretenen Ereig- ^ der Deutsch-Österreichisch-Ungarische Wirt-
c ?°nb in Berlin mitteilt, der Personen- und der Nachbarmonarchie weitere Einschränkung ^ stud neuerdings die Strecken Budapest-Kelen- sowie die Strecke Kessöhidegkut-Gyönk bis ferner die Strecke von Mura-Keresztur bis ft ° n Steinbrück bis Sissek und von Sopron über
Nagykaniza für den Verkehr gesperrt wor- ^ L > dlwr. " deutsch-österrcichisch-ungarischen Wirt-
fiktr^er^^9egangenen Berichten hat sich jedoch bis jetzt
-er»,
Und
e r k e h r sowie auch der Po st verkehr mit
V !U Hh " Unh , V *• V4U.V*-; VVt. ryj U |V V V. i. v- ‘.J *• • —
V V* üofi Ungarn ziemlich glatt abgewickelt. Ins dienst er, sich «^en Grenzstationen bisher keine sind Ansammlungen von Gütern bemerkbar ge- "rf % gegenwärtig in Bodcnbach etwa 50 Güter und
»25 Güter, die der Weiterbeförderung harren, SÄttr, Zeit schon expediert werden dürften. Von dix Ostung im Güterverkehr kann also bis jetzt
'(
Zs.
rjp. i % die ^ ""ung ttrr (Ailterverreyr rann ai^o ms
sein, überdies hat die ungarische Eisen- Ö folüoül mtf dpn ^taatsbabnen als aulü aus
fj
w
1.
r , W u ' ! ofl|t,'' a sowohl auf den Staatsbahnen als auch auf is U f ‘ 3ert für den übrigen Verkehr gesperrten
',kÄ-ösw° ^ Postzüge eingerichtet. Ferner macht dab ^'^^wngarische Wirtschaftsverband daraus r,%t b o» Jüt diejenigen Güter, die. infolge der Kricgs- V Mew uer Bahnverwaltung unterwegs angehalten f dj«^kr Bestimmungen gelten wie zu Friedens- ^lik' od^^^^uder wird benachrichtigt, daß die Sendung '• lener Station lagert und ersucht, darüber zu
Hus Nutzland.
VX ? Mobilmachung in Rußland,
^»rres» (Eig. Drahtbericht) Der Pcters-
wvudent der ganz zur panslawistischeu
Mesüadensr Tagblatt. >
Partei haltenden „Times" telegraphiert über den Gang * der allgemeinen Mobilmachung Rußlands: Seit Men- schengedcnken hatte Rußland keinen Tag solch ungeheurer Erregung, wie diesen Freitag durchgemacht. In Kiew haben tagsüber 3000 tschechische Reservisten die russische Staatsbürgerschaft erlangt und sich in die russischen Regimenter einschreiben lassen. Die in Rußland lebenden deutschen Reservisten sind infolge der Verzögerung der deutschen Mobilmachung nicht einberufen worden. Alle Bahnverbindungen in südlicher nnd westlicher Richtung von Petersburg sind unterbrochen. Die Rückreise wird für sie schwierig, wenn nicht überhaupt unmöglich sein. Die Lage der Dentsm e n in Rnßlan d, deren Zahl sich ans mehrere Millionen beläuft, wird für ä u ß e r st e r n st gehalten.
Ausdehnung der russischen Mobilisierung auf Seeland und die finnischen Gewässer.
wb. Petersburg, 1. Aug. Ein kaiserlicher Ukas ordnet an, daß Seeland und die finnischen Gewässer in Kriegszustand gesetzt werden.
Die Schwierigkeiten der russischen Mobilmachung.
Die Schwierigkeiten der russischen Mobilmachung bestehen nicht nur darin, daß eine verhältnismäßig geringe Zahl von Bahnen und Kommunikationen für die Heranbringung der Reservisten und den Transport zur Verfügung steht, sondern vor allem auch darin, daß die Mann- schaftsergänzung eine ganz eigenartige ist. Sie soll verbessert werden, was aber bisher noch nicht durchgeführt ist. Einzig die Kosaken haben eine territoriale Ergänzung. Bei der aktiven Armee erhalten sonst die Truppenkörper 75 Proz. ihres Bestandes aus den ihnen zugewiesenen national- russischen Grundbezirken, während der Rest durch Leute nichtrussischer Nationalität gebildet wird. Im Falle einer allgemeinen Mobilisierung, die nun ja eingetreten ist, sollen die Truppen „nach Tunlichkeit" aus den Nächstliegenden Be- .zirken ergänzt werden. Man ersieht hieraus, daß in der Praxis sich erhebliche Verzögerungen bei der Einberufung der Reservisten einstellen müssen. Das Gardekorps ergänzt sich ebenso wie bei uns ans ausgesuchtem Rekrutenmaterial des ganzen Reiches. Bei der Mobilmachung bildet ein jedes Korps eine dritte Reserve-Division. Die Reserve- Divisionen sind ähnlich wie die Infanterie-Divisionen zusammengesetzt, die die eigentliche operative Einheit der Armee bilden. Eine Infanterie-Division setzt sich normalerweise aus zwei Infanterie-Brigaden zu zwei Regimentern zu je vier Bataillonen zusammen. (Jedes Regiment verfügt über acht Maschinengewehre.) Ferner ein bis drei Eskadrons Divisionskavallerie, einer Artilleriebrigade zu sechs, bezw. auch acht Batterien, einer Sappeurkompagnie usw. Der Gefechtsstand beträgt 14 000 Gewehre, 32 Maschinengewehre, 48 bis 64 Geschütze und 400 Reiter.
Die Gliederung der russischen Armee in Europa.
Militärbezirk Petersburg: Garde, 1., 18., 22. Armeekorps nrit der 1. und 2. Garde-Kavallerie-Division, Petersburg.
Militärbezirk Wilna: 2., 3., 4. 20. Armeekorps mit der 2. Kavallerie-Division, Suwalki, und 3. Kavallerie-Division, Kowno.
Militärbezirk Warschau: 6„ 14., 15., 19., 28. Armeekorps mit der 4. Kavallerie-Division, Bjelostock, der 13. Kavallerie-Division, Warschau, der 14. Kavallerie-Division, Czenstochau, der 6. Kavallerie-Division, Ciechanow, der 15. Kavallerie-Division, Plozk, der 7. Kavallerie-Division, Wladi- mir-Wo!hynsk, der 1. Don-Kosaken-Division Zamostje.
Militärbezirk Kiew: 9., 10., 11., 12., 21. Armeekorps mit der 9. Kavallerie-Division, Kiew, der 10. Kavallerie-Division, Charkow, der 11. Kavallerie-Division, Dubno, der 12. Kavallerie-Division, Proskurow, der 2. gem. Kosaken-Division, Kamenez-Podolsk.
Militärbezirk Odessa: 7., 8. Armeekorps mit der 8. Kavallerie-Division, Kischinew.
Militärbezirk Moskau: Grenadiere, 6., 13., 18., 25. Armeekorps mit der 1. Kavallerie-Division, Moskau.
Militärbezirk Kasan: 16. und 24. Armeekorps mit der 5. Kavallerie-Division, Samara.
Eine Moskauer Bewilligung für die sanitären Hilfsmaßnahmen.
wb. Moskau, 1. Aug. Der Gemeinderat bewilligte eine Million Rubel zur Organisierung der sanitären Hilfsmaßnahmen für das Heer und die Flotte Rußlands und die befreundeten Mächte.
Die Cholera in Rußland.
* Petersburg, 31. Juli. Im Gouvernement Minsk ist in verschiedenen Orten die Cholera ausgetreten. Amtlich werben die Krankheitsfälle als einfache Darmerkrankungen bezeichnet, aber Privatnachrichten lassen an dem Charakter der gefährlichen Epidemie keinen Zweifel. Die Cholera dürfte sich in kurzer Zeit infolge der höchst mangelhaften Sanitätsmaßnahmen über ganz Rußland ausbreiten. — Lemberg, 31. Juli. Infolge der Ausbeitung der asiatischen Cholera im Gouvernement Podolien hat die Statthalterei die sanitäre Revision der aus den verseuchten Gebieten an- kommenden Reisenden und des Reisegepäcks auf den Stationen Brodh und Podwoloszhska verfügt.
£üi§ England.
Alle englischen Börsen geschlossen.
wb- London, 1. Aug. Alle englischen Provinzbörsen sind ebenfalls geschlossen worden. Im Zusammenhang mit der Verschiebung hiesiger Abrechnungen werden von dem Börsen- komitec die Verzugszinsen auf Basis der Bankrate festgesetzt werden. Man erwartet angesichts des kontinentalen und auch des heimischen Verlangens nach Gold, daß die B a n k a k t e suspendiert wird, wodurch die Bank von England in den Stand gesetzt wird, eine Note ohne Golddeckung auszugeben. Die Depositenbanken haben die Zinsrate für Depositen von 2 y z auf 4 Prozent erhöht.
Der Dampfcrdicnst nach Holland eingestellt.
London, 31. Juki. Hier verlautet, daß der Dampferdienst zwischen England und Hoek van Holland eingestellt wurde, um die Anordnungen der Admiralität nicht zu stören. Dabei versichern die Adniiralität und der Kriegsminister immer wieder, daß keine Mobilmachung angeordnet sei, sondern nur Vorsichtsmaßregeln getroffen würden. Trotzdem hat, wie ans der folgenden Meldung hervorgeht, die Admiralität die Kohlengrubenbesitzer in Wales aufgesordert, ihre Vorräte zusammenzuhalten.
Morgen-Ausgabe, 1. Blatt. Sette s«
Kein Kohlcnvcrkauf in Cardiff.
London, 31. Juli. Der „Daily Telegraph" meldet: Die Besitzer von Kohlenlager von Cardiff haben ein Rundschreiben der Admiralität erhalten, das in Erinnerung bringt, daß die Admiralität nach ihren Kontrakten das Recht habe, sich alle! verfügbaren Kohlen zu sichern. Infolgedessen haben alle Lieferanten der Admiralität sämtliche Bestellungen aus Kohlen sowie die Ablieferung bereits verkaufter Kohlen abgelehnt.
Äus Österreich.
Österreich in der Mobilmachung, wb. Wien, 1. Aug. (Amtlich.) Die „Wiener' Zeitung" veröffentlicht morgen eine kaiserliche Verordnung, betreffend die Übertragung von Befugnissen der politischen Verwaltung an den Armeeoberkommandanten, ferner Ministe- rialverordnungen über den Besitz von Waffen, Münitions- gegenständen und Sprengstoffen und den Verkehr mit denselben, sowie betreffend Einstellung der Wirksamkeit der Geschworenengerichte. Die kaiserliche Verordnung sowie d:e genannten Ministerialverordnungen sind gültig in Galizien, Bukowina und in Teilen von Mähren und Schlesien. — Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht ferner eine Ministerialver- ordnung, betreffeüd die Beschränkung deS Seeschiff- fahrtsVerkehrs, mit der Gültigkeit für das Küstenland und Dalmatien.
Das offiziöse „Fremdenblatt" zur Mobilisierung.
Wien, 1. Aug. Die Blätter ibch'prechen den durch die! europäische Mobilisierung nahegerückten Höhepunkt der Krise ruhig, würdevoll und mit Zuversicht, daß 'die Monarchie sich -des -großen Augenblickes -würdig zeigen werde. Das „F r e m d e n b l a t t" sagt: Die -allgwne-ine Mo- bi'lisiernNg Österreich-Ungarns sei eine . Verleid:- gnngsmaßregel. Österreich-Ungarn ist eine Friedensmacht und bat immer wieder bewiesen, idaß -cs weder von Erdberungssucht noch von eitler R-ulhmsucht erfüllt ist. Wir führen, sagt das Blatt, Krieg für dein- Frieden nnd der Friede, den wir für un-s wollen, ist zugleich der Friede 'für den ganzen Weltteil. Wenn Serbien, da? durch seine Politik maßvollen Ehrgeizes Europa nicht zur Genießung der Fri-edens- sicherheit kommen läßt, belehrt -wird, so wird dieses ein Gewinn für alle Kulturvölker sein. Daher ist cS unbe-gründet, wenn das russische Reich in den Streit, den wir mit unserem Nachbar auszutvagen haben, durch die Ausbietu-nlg mMtärischer -Kräfte -ein greift. Wir halben g-e -g e n Rußland n i e m a l s, in -der Gegenwart ebenso wenig wie in der Vergangenheit, -eine aggressiv-! Politik geführt. Wir vermögsn nicht zu finden, daß unser Konlflikt mit Serbien den Jnteressen-kreis Rußlands verletzen könne. Serbien ist ein unabhängiger Staat und die Abhängigkeit dieses an unserer FlanSe -gelegenen Staates von einer anderen Macht können wir nicht zugelben. Wenn wir uns anschicken, die B e r schw ö r-er-gru pp e, von der es sich leiten und korrumpieren läßt, zu stürzen, jcht, wo wir zu diesem Werke auSzie-h-en, Rußland -so auftritt, als würden wir uns anschicken, einen russischen Vasallenstaat an- zugreisen, den es zu beschützen hat, so -antworten wir darauf, daß Serbien kein -russischer Vasallenstaat ist. Rußland hat mit seiner Mobilisierung -eine schwere Last, nicht nur sich selbst, sondern vor alle-nr auch unserer Bevölkerung auferlegt. Aber wir sind -Werzeugt, daß Mls-er Volk auch dieses Opfer mit dies-sm Mut tragen wird, der in diesen Dagen so herrlich zum Ausdruck kam.
Kriegsmaßnahmen in Österreichs wb. Wien, 1. Aug. Infolge des kaiserlichen Handschreibens werden die Zöglinge der dritten Jahrgänge der Militärakademie als Leutnant auSgemustert.
Neue Kundgebungen in Wien, wb. Wien, 1. Aug. Nach dem Bekanntwerden der allgemeinen Mobilisierung bildeten sich große Menschenansammlungen, wobei die politischen Ereignisse lebhaft besprochen wurden. Eine große Menschenmenge zog vor das Kriegs- ministerinm, wo sich die Kundgebungen der letzten Tage in erhöhtem Maße erneuerten. Unter Vorantragung von Fahnen nahm der Zug den Weg über die Ringstraße, wo die Teilnehmer Hochrufe auf Österreich, Deutschland und Italien ausbrachten. Gleichzeitig ertönten Rufe: „Nieder mit Serbien! Hoch der Krieg!" Noch in den späten Abendstunden zeigte die Stadt ein sehr bewegtes Bild. Auch ans der Provinz laufen Berichte über begeisterte Kundgebungen ein. Tausende zogen vor die Gebäude der Landesregierungen und Korpskommandos und veranstalteten Ovationen. In Prag brachte die Menge lebhafte Slewarnfe auf den Kaiser aus.
Ein Moratorium.
vb- Wien, 1. Aug. (Amtlich.) Die „Wiener Zeitung" wird morgen eine kaiserliche Verordnung über ein pierzehntägiges Moratorium vom 1. August veröffentlichen, wodurch die Stundung protestrechtlicher Verpflichtungen eintritt.
Die Aufhebung der Sonntagsruhe in Österreich, wb Wien, 1. Aug. Die „Wiener Zeitung" veröffimtlicht eine kcns-erliche Verordnung, durch welche der Handelsmimster ermächtigt wiüd, wahrend der derzeitigen Kriegsverwicklung -d'e Gesetze, betreffend die Sonntags- und Feiertags ruhe, ganz oder teilweise äußer Kraft zu sehen. Davaufhiln erging eine Ministeriallverordnung, -durch welche diese Gesetze bis aus weiteres außer Wirksamkeit gesetzt werden.
Ein Ausruf an die akademische Jnernb Deutschböhmcns. wb. Prag, 1. August. Die ^sfefforen der Prager deutschen Universität haben an die akademische Jugend einen Aufruf erlassen, in welchem alle, denen es versagt ist, mit den Waffen in der Hand für Kaiser und Reich einzustehen, aufgefordert werden, sich in irgend einer Form dem Vaterlande zur Verfügung zu stellen. Die deutsche akademische Jugend sei eingedenk des großen Augenblicks, der jeden auf seinem Platze finden müsse, zum opferwilligen Schaffen im Dienste des Vaterlandes bereit.
Nur noch Kriegsbrot.
wtz. Wien, 1. Aug. Das Permanenzkomitee der Bäckerei- aenossenschaft hat beschlossen, infolge des Mmrgels an Arbeitskräften die Herstellung des kleinen Gebäcks einzustellen und nur noch das sogenannte Kriegsbrot in Weckensorm zur Ausgabe zu bringen. ^
AuS Serbien.
wb. Risch, 1. Aug. Ein Erlaß des serbischen Ministers des Innern weist die Präsekten an, soweit es die Kriegslage er- möAicht, für Leben und Eigentum der fremden Staats- angehörisen zu sorgen.
