Einzelbild herunterladen
 

Samstag/Sonntag, 10./11. April 1937.

Wiesbadener Tagblatt

Nr. 83. Seite 16.

Die Welt in Waffen.

Sn der letzten Zeit sind mchrfach Gerüchte von einer ge­planten Abrüstungskonferenz im Umlauf gewesen. Es wurde auch an Mahnungen Roosevelts erinnert, das Wett­rüsten abzustoppen, es wurde weiter darauf verwiesen, daß in Kürze wieder einmal in Genf Verhandlungen über das Thema der Abrüstung stattfinden würden, kurzum man hätte auf den Gedanken kommen können, daß die Abrüstung marschiert. Tat­sächlich ist das Gegenteil der Fall, überall werden die Rüstungen fortgesetzt, was schon zu einer außerordentlichen Preissteigerung aller wichtigen Kriegsrohstoffe geführt hat. Zur Illustration seien hier nur einige wenige Nachrichten über die Rüstungen verschiedener Länder aufgeführt, Nach­richten, die klar erkennen lassen, wie wenig man sich in der Praxis um das Wrüstungsgerede kümmert.

In England, wo man mit der Durchführung des großen Ausrüstungsprogramms noch stark beschäftigt ist, und wo die Frage des Mannschaftsersatzes den maß­gebenden Stellen noch immer starke Kopfschmerzen bereitet, setzt neuerdings eine Propaganda für die A u f st e l l u n g von Kolonialtruppen ein. So fordert ein mili­tärischer Mitarbeiter derMorning Post" die Aufstellung größerer Eingeborenenheere in den afrikanischen Kolonien. Die Notwenoigkeit dieser Maßnahme wird sehr offenherzig mit der wahrscheinlichen Wiederholung der Ereignisse von 1914 begründet. Der Verfasser weist darauf hin, datz die eng­lischen Besitzungen an französische und italienische Kolonial­gebiete grenzten, in denen sich große farbige Armeen befänden. Dabei, so meint der englische Major, verfime Großbritannien in seinen Besitzungen und Kolonien über Raffen und Volks­stämme, deren kämpferische Eigenschaften denen der fran­zösischen Senegalneger und der italienischen Askaris überlegen seien. Dieser Propagandaartikel ist gewiß nicht unintereffant und man darf gespannt sein, welches Echo er in England wecken wird.

Die Schweiz ist im Begriff ihr Heer gründlich zu modernisieren. Sie will unter allen Umständen im Falle kriegerischer Verwicklungen ihre Neutralität aufrecht erhalten und jeden Einmarsch fremder Truppen verhindern. So wer­den vor allem die Grenzbefestigungen ausgebaut. Man will dabei aber nicht ^roße Werke schaffen, sondern Grenzsperren aus einzelnen Blockhäusern auf den Gebirgs­pässen otoei aus zusammenhängenden Linien von Maschinen­gewehrständen an den offenen Stellen der Grenzen. Zwischen den^Straßen sollen Minenfelder und Drahthinderniffe ge­schaffen werden. Die Befestigungsanlagen werden von Erenz- schutzkompagnien bewacht, von denen vorerst neun aufgestellt werden. Ausgebaut werden vor allem die Flieger- und die Fliegerabwehrtruppe. Da man sich unter keinen Umständen auf die Waffenlieferungen aus dem Auslande verlassen will, so ist dem Eeneralstab eine besondere Abteilung für die Wehr­wirtschaft angegliedert worden und ihre Aufgabe ist es, die industrielle Mobilmachung vorzubereiten, die es möglich machen soll, die Industrie von einem Tag auf den anderen ^.ag von der Friedens- auf die Kriegsproduktion umzustellen.

2n Italien spielt die Organisation der Luftwaffe eine erhebliche Rolle. Der Vierjahresplan zur Luftaufrüstung sicht u. a. vor, daß die Zahl der Piloten (Offiziere und Unter­offiziere)^ von rund 12 000 auf rund 20 000 bis zum Jahre 1941 erhöht wird. Die Luftwaffe wird sich in Italien künftig aus vier großen Zweigen zusammensetzen, nämlich der eigent­lichen Luftarmee, die den Kern der Luftmacht Italiens bildet und aus 93 Gruppen von Flugzeugstaffeln bestehen soll, 2. der Heeresfliegerei, bestehend aus fünf Fliegerregimentern, 3. der Marinefliegerei, die unterteilt ist in vier Kommandos und 4. der Kolonialslugmacht. Außerdem werden neue Schulen für Fallschirmabspringer und für Vlindflieger eingerichtet und es wird ein eigenes Luftsanitätskorps geschaffen. Alles das geschieht unter persönlicher Leitung Muffolinis, der selbst das Luftfahrtministerium verwaltet.

In Sowjetrußland hat man bekanntlich der sogen. Luft-Infanterie, der F a l I s ch i r m t r u p p e, eine große Be­deutung beigemeffen. Man hat bei den Manövern größere Truppenverbände auf diese Weise im Rücken des Gegners ab­gesetzt und ist bisher immer sehr stolz auf diese Erfolge ge­wesen. Wie nun das Militär-Wochenblatt: mitteilt, denkt man über dieses Problem jetzt auch in Rutzkand sehr viel nüch­terner. Man betont, daß zwischen den wohlgelungenen Lan­dungen bei Manövern und der rauhen Kriegswirklichkeit, be­sonders bei dichter bevölkerten Gebieten, große Unterschiede beständen. Die gelandeten Mteilungen würden in kürzester Zeit vernichtet werden, ohne irgendwelche Erfolge aufzuweisen. Außerdem müßten zahlreiche Großtransportflügzeuge gebaut werden, was recht kostspielig sei. Der Bau dieser Flugzeuge soll daher eingeschränkt und das Schwergewicht auf die Ver­mehrung derZZroßbomber gelegt werden. Dagegen hält man nach wie vor an dem Gedanken fest, einzelne Agi­tatoren und, Soldaten hinter der feindlichen Front durch Fall­schirm abzusetzen, um so Sabotageakte durchführen und eine Agitation dort betreiben zu können, wo die Bevölkerung nicht immun gegen das kommunistische Gift ist.

Nach der Erlangung der Selbständigkeit ist auch Agvpten sehr eifrig bemüht, seine Wehrmacht zu ver- stärken. England hilft dabei seinem neuesten Verbündeten oraLasten, indem es vor allem Jnstruktionsoffiziere stellt. Auch Ägypten will seine Kriegsindustrie ausbauen, es will Wastenfabriken, Flugzeug- und Gasmaskenfabriken schaffen, wofür Unfalls englische Sachverständige zur Verfügung stehen. Da die englische Industrie kaum in der Lage ist, die ungeheuren Aufgaben des englischen Rüsiungsprogramms zu bewältigen, so ist es London natürlich sehr "angenehm, wenn sein neuester Verbündeter selbst für das Kriegsmaterial sorgt. Darüber hinaus verlautet, daß es sich bei den Kasernenbauten für die in der Kanalzone verbleibenden englischen Truppen durchaus nicht um einfache Kasernen, sondern um wichtige Befestigungsanlagen handeln wird. As.

Rückgang der Fürsorgelasten in Hessen-Nassau.

Frankfurt a. 3JL, 9. April. Wie im gesamten Reichs­gebiet, so ist nach den Ergebniffen der Reichsfürsorgestatistik 1935/36 auch im Bezirksfürsorgeverband Heffen-Naffau die Zahl der laufend in offener Fürsor^ unterstützten Parteien in der Zeit nach der Machtübernahme durch den National­sozialismus in starkem Ausmaße zurückgegangen, über­wiegend durch die Abnahme der laufend unterstützten Ar­beitslosen sank die Zahl der Hilfsbedürftigen in Heffen- Naffau von 168000 im Jahre 1933 auf 91000 im Jahre 1936. Während auf 1000 der Bevölkerung im Jahre 1933 im Be­zirksverband Heffen-Naffau 65,0 Hilfsbedürftige kamen, ent­fielen 1936 auf 1000 Einwohner nur noch 35,2.

Im einzelnen wurden am Stichtag der Erhebung (31. März 1936) in Heffen-Naffau laufend unterstützt: 722 Kriegsbeschädigte usw., 19140 Sozialrentner, 3279 Klein­rentnerhilfeempfänger, 4023 sonstige Kleinrentner, 1396 Gleichgestellte, 16 523 Wohlfahrtserwerbslose, 10107 sonstige

Lus Gon unÜTlenmnz.

Taunus und Main.

Fc. Schlangenbad, 9. April. Der Kursus im Segel- f l u g m o d e l l b a u, der vom NSLB. in Schlangenbad durchgeführt wurde, hatte einen guten Erfolg. Im Werk­unterrichtsrat der Volksschule stellte man Segelflugmodelle her, die ihr Flugvermögen bei Versuchen unter Beweis stellten.

Bad Schmalbach, 9. April. Zur Zeit werden um­fangreiche Wegeausbesjerungsarbeiten durchgeführt. Der Martha-von-Opel-Weg ist für den Fuhrwerksoerkehr ge­sperrt, da er mit einer neuen Asphaltdecke versehen wird.

Niedernhausen, 9. April. Die Vorarbeiten für die hier vorbeiführende Reichsautobahn sind in vollem Gange. In der hiesigen Gemarkung führt die Reichsauto­bahn ausschließlich durch den Wald, so daß hier keinerlei wertvoller Bodcnverlust entsteht. Das Holz ist auf der Bahn­linie der Reichsautobahn restlos geschlagen, so daß nun mit dem Abfahren begonnen wird. Mit dem Beginn der Vor­arbeiten hat hier schon eine merkliche Wirtschaftsbelebung eingesetzt. Arbeitslose wird es während der Bauzeit wohl kaum geben. Auch der Zubringer amGrauen Stein" wird sich weiter wirtschaftsbelebend auswirken und sich ebenso schön in das Landschaftsbild einfügen wie die Brücke über das Theisbachtal. Bei der Sitzung der Eemeinderäte rm Rathaus wurde der Haushaltsplan für 1937, welcher durch die Steuerreform zurückgestellt war, fertig beraten. Ein­nahmen und Ausgaben sind mit zirka 70 000 RM. aus­geglichen. Zum Schluß gab der Bürgermeister bekannt daß in diesem Jahre die Feldbergstraße und dieSchone Aussicht instandgesetzt werden sollen.

Wildsachsen, 9. April. Frau Katharina Fritz feiert bei bester Gesundheit am Sonntag, 11. April, ihren 78. Geburtstag.

Rus dem Rheingau.

Ehrenvolle Berufung ins Ausland.

m. Geisenheim, 9. April. Der Vorstand des Instituts für Pflanzenkrankheiten an der Versuchs- und Forschungs­anstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Geisenheim, Prof. Dr. F. Stellwaag, erhielt eine Berufung als Leiter des neuen entomologischen Laboratoriums in Ankara in der Türkei. Damit ist die Stellvertretung in der Lei­tung des großen Zentralinstituts für Pflanzenschutz in An­kara und die Leitung der entomologischen Abteilungen der Laboratorien in Adana und Izmir, sowie eine Professur an der Landwirtschaftlichen Hochschule verbunden.

Tafin und 'Westenwald.

Zusammenstoß im Bahnhof Oberlahustein.

= Oberlahnstein, 9. April. Donnerstagvormittag kam es auf dem Oberlahnsteiner Eüterbahnhof zu einem Zu­sammenstoß. Ein Sondergüterzug fuhr auf drei im Ein- sahrtsgleis stehende Wagen auf, wobei zwei Wagen ent­gleisten. Der Zugführer des Sondergüterzuges wurde leicht verletzt und das Gleis für längere Zeit gesperrt.

Gesunkene Lahnschiffe wieder gehoben.

= Niederlahnstein, 9. April. Dieser Tage war in der Nähe von Niederlahnstein das MotorschiffLahn 12" beim Ausweichen auf einen unter Waffer befindlichen Felsvor­sprung gefahren, wodurch am Bug ein großes Leck entstand. Durch das eindringende Waffer sackte das Schiff ab und legte sich quer in die Fahrrinne, die völlig gesperrt wurde. Gleich­zeitig kam ein Kieskahn bei dem Versuch, das Schiff aus der Sperrzone zu schleppen, zum Sinken. Nach mehrtägiger Ar­beit konnte jetzt das MotorschiffLahn 12 gehoben und nach dem Oberlahnsteiner Hafen abgeschleppt werden. Die Fahrrinne ist auch von dem gesunkenen Kieskahn befreit und die Sperre beseitigt worden.

Lahnmarmor für das Deutsche Haus in Paris.

x Fachmgen a. d. L., 9. April. Bei der Erbauung des Deutschen Hauses auf der Pariser Weltausstellung wird auch Lahnmarmor verwendet. Als Fußboden- und Wandbelag wird sog. Juramarmor verwendet, der in Freien­diez zersägt und in Fachingen verwendungsfähig gearbeitet wird. Von hier aus wird der Marmor direkt nach Paris per Bahn versandt, dort Zeugnis ablegend von der Güte und Schönheit des Lahnmarmors.

5m Schacht verschüttet.

Holzappel, 9. April. Auf Grube Holzappel wurde in einem Schacht ein junger Bergmann durch niedergehendes Gestein verschüttet und so schwer verletzt, daß er sofort dem Krankenhaus zugeführt werden mußte.

x Mensfelden bei Limburm 9. April. Auf dem Mens- felder Kopf herrschte in diesen Tagen ein lebhafter Segel­flugbetrieb.

x Biedenkopf, 9. April. Auf dem 650 Meter hohen Staffelböll wird eines der schönsten und größten Frei­lichttheater des Gaues Heffen-Naffau erstehen. Als erstes Schauspiel wird aufgeführtNiemals wird das Reich zerstört".

Fnankfunten Nachnichten.

)( Niederwalluf, 9. April. Im hiesigen Rathaus ist eine von Bürgermeister Bruno Lange geleitete NS.-Bera­tungsstelle für die Gemeinden Nieder- und Oberwalluf eingerichtet woroen.

)( Eltville. 9. April. Die Freiwillige Feuer­wehr wurde am Donnerstag unerwartet zu einem Probe­alarm zusammengerufen und bewies dabei wieder ihre schnelle Einsatzbereitschaft. Das neue Schuljahr in der Städt. Höheren Schule beginnt am Montag um 7.50 Uhr mit der Aufnahme aller neu in die Schule eintretenden Schüler und Schülerinnen. Die Ortsgruppe des Taunus­bundes macht am kommenden Sonntag eine fünfstündige Wanderung nach dem Jakobsberg bei Gau-Algesheim. Ab­fahrt 9.43 Uhr nach Östrich.

)( Winkel, 9. April. Der Oberbürgermeister der Stadt Weimar als Weinpatenstadt unserer Gemeinde hat zum Zeichen der Verbundenheit ein Ölgemälde übersandt. Das Gemälde stellt Rathaus und Marktplatz von Weimar dar. Es wird im Sitzungssaal des Rathauses einen Ehrenplatz erhalten. Im hohen Alter von 88 Jahren verschied Maurermeister Josef Krainer.

Rhein und Mosel.

Vor den Augen des Vaters tödlich verunglückt.

m. St. Goarshausen, 9. April. Auf der Straße von Well­mich nach Dahlheim geriet eine Zugmaschine mit Anhänger, als ein Lastkraftwagen überholte, zu nahe an den Straßen­rand. Die schwere Zugmaschine rutschte ab, stürzte eine Böschung hinunter und begrub den Fahrer, den 28 Jahre alten Kraftwagenbesitzer Hoffmann aus Dachsenhausen, unter sich. Der Vater des Verunglückten, der auf dem Anhänger faß, konnte seinen Sohn nur noch tot bergen. Hoff­mann hinterläßt Frau und Kind.

Hörfolge ans Deutschlands größtem Tunnel.

Koblenz, 9. April. Am Mittwoch, 14. April, bringt der Reichssender Frankfurt eine Hörfolge aus dem Kochemer Tunnel, dem größten Tunnel Deutschlands, die nicht nur dem Laien, sondern auch dem Fachmann Jnter- effantes bieten wird. Da die Reichsbahndirektion Saar­brücken in der letzten Zeit besonders gefahrvolle Arbeiten in dem Kochemer Tunnel durchführte, nahm der Rundfunk durch den Sender Koblenz die günstige Gelegenheit wahr, seinen Hörern einmal etwas nicht Alltägliches aus dem Bahnbetrieb bringen zu können.

Arbeitslose, 10 021 zusätzlich unterstützte Arbeitslose usw., 3566 Pflegekinder und 22 262 sonstige Hilfsbedürftige.

Entsprechend der Abnahme der unterstützten Parteien sind auch die Aufwendungen der Bezirksfürsorgeverbände für die offene und geschloffene Fürsorge im Rechnungsjahr 1935/36 bedeutend zurückgegangen. Sie sanken in Heffen-Naffau von 98 467 000 RM. im Jahre 1933/34 auf 68 305 000 RM. im Jahre 1935/36. Bei Berücksichtigung aller Einnahmen- und Ausgabeposten ging im gleichen Zeitraum der Zuschußbedarf der öffentlichen Fürsorge und Jugendhilfe in Heffen-Naffau von 75 019 000 RM. auf 61140 000 RM. zurück.

®w unmittelbaren laufenden Fürsorge-Barleistungen verteilen sich auf die einzelnen Fürsorgegruppen in Hessen- Naffau wie folgt: Kriegsbeschädigte usw. 354 000 RM., Sozialrentner 3943 000 RM, Empfänger von Kleinrentner- 1317 000 RM., sonstige Kleinrentner 1723 000 RM. Gleichgestellte 342 000 RM, Wohlfahrtserwerbslose und sonstige Arbeitslose 22 358 000 RM, zusätzlich Unterstützte 1363 000 RM, sonstige Hilfsbedürftige 9 330 000 RM.

tfui das Jahr 1936/37 ist mit einer weiteren starken Ent­lastung zu rechnen. Insgesamt wird im Reich eine Ver­minderung der Fürsorgelaften um etwa 200 Millionen RM. erwartet.

Volk ohne Raum.

Frankfurt o. M 9. April. Die »Deutsche Kolo­nialausstellung" zeigt in mehreren künstlerisch ge­zeichneten Bildtafeln die deutsche Rot an Lebensraum und die Bedeutung kolonialen Gebietes für die deutsche Wirt­schaft und das deutsche Volkstum auf. So vermitteln einige Tafeln ein anschauliches Bild, wie bei gleichbleibendem Lebensraum die Bevölkerung Deutschlands von 24 Millionen im Jahre 1814 auf 67 Millionen im Jahre 1914 anstieg, wie eine Umschichtung der Bevölkerung in der Form zunehmen­der Abwanderung vom Lande stattfand, wie das Versailler Diktat die Raumnot Deutschlands verstärkt, wie das Aus­land nach dem Weltkrieg eigene Industrien aufbaut und nicht mehr wie 1914 deutsche Waren bezieht. Die Kolonial- ausstelluna findet vom 4. bis 25. April auf dem Festhallen­gelände (Bach-Saal) statt.

Rus Hessen.

Auftakt zur Werbung des Deutschen Frauenwerkes.

= Darmstadt, 9. April. Am Sonntag, 11. April d. I., 15 Uhr, findet im Saalbau in Darmstadt eine Großkund­gebung des Deutschen Frauenwerkes, Gau Heffen-Naffau, statt. Auf der Kundgebung sprechen die Gaufrauenschafts­leiterin Frau Westernacher, und Gaupropagandaleiter Müller-Scheld. Mit der Kundgebung beginnt im ganzen Gau Heffen-Naffau eine große Werbung für das deutsche Frauenwerk.

Von den Puffern erdrückt.

= Kassel, 9. April. Auf dem Bahnhof Bettenhausen wurde ein Rangieraufseher bei dem Zusammenkuppeln von Güterwagen von den Puffern zweier Wagen erfaßt und so­fort getötet. ____________________

Alle jungen Sportler und Sportlerinnen in die HI.

Ausruf des Reichssportführers.

Mit dem Gesetz vom 1. Dezember 1936 ist die von uns allen gewünschte Erfassung aller deutschen Jungen und Mädels in der Hitler-Jugend vollzogen worden. Als Reichs­sportführer und als Beauftragter des Jugendführers des Deutschen Reiches für die körperliche Erziehung der gesamten deutschen Jugend schätze ich mich glücklich, die körperliche Erziehung der gesamten deutschen Jugend durchführen zu können, und ich erachte es als eine selbstverständliche Pflicht für alle jungen Sportler und Sportmädels, die jetzt noch außerhalb der Staatsjuaend stehen, die ersten zu sein, die sich freiwillig der HI. oder dem BdM. an­schließen und dort in treuer Pflichterfüllung ihren Dienst in der nationalsozialistischen Jugend tun."

(gez.) v. Tschammer-Osten, Reichssportführer.

Meteorologische Beobachtungen in Wiesbaden. (Klimastation beim Städt. Forschungsinstitut.)

Datum

9. April 1937

10. April

Ortszeit

7 Uhr

14 Uhr

21 Uhr

7 Uhr

UUll- |

druck < auf 0 und Normalschroere . . red. (

Lufttemperatur (Celsius) .......

752.5

9.3

92 D 1 0.0

750.2

16.3

61 WNW1

747.7

13.1 DM? 2

742.3

11.2

79 NNO 1

-relative Feuchtigkeit (Prozente)....

Windrichtung und -Stärke ......

Niederschlagrhöhe <Millimeter) ....

ÜB etter................

Dunst Perarur: der Te>

wolkig 17.0. nveratnr

'/-bedeckt : 13ck>.

wolkig

9. April 1937: Höchste Ten TagesMittel

10. April 1937: Niedrigst« Nachttemperatur: g.g, Sonnenscheindauer am 9. April 1937:

vormittag« 1 Ltd. Min. nachmittag« 1 Std. « Mtn.