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Wiesbadener Tagblatt
ab. Auch in diesem Jahre führt der Gau Hessen-Nassau für die Mitglieder und deren Angehörige Urlauberfahrten durch, und zwar vom 17. 6. bis 26. 6. in das Berchtesgadener Land, vom 3. 7. bis 12. 7. an den Bodensee und vom 20. 8. bis '1. 9. an die Ostsee. Es werden Fahrkarten mit 75 % Ermäßigung ausgegeben. Anmeldungen und Zahlung nur bei den zuständigen NSKLW.-Kameradschaften. — Durch die nunmehr eingetreteneitrockene milde Witterung sind die Wein- b e r g s a r b e i t e n wieder in vollem Umfange ausgenommen worden. Besonders wird der Rebschnitt beschleunigt vorgenommen und kann man erfreulicherweise die Feststellung machen, daß das Rebholz verhältnismäßig gesund und gut ausgereift ist.
Frankfurter» Nachrichten.
Ein Darmstädter erringt die Kurzschrift-Eaumeisterschast.
— Frankfurt a. M., 22. März. Am Sonntag wurde in Frankfurt im llnterrichtsheim der Deutschen Stenographenschaft die Eaumeisterschaft in Kurzschrift ausgetragen. Die beste Leistung und damit den Titel Gaumeister errang der Darmstädter Hellmuth Kochenburgcr mit 320 Silben. An zweiter Stelle steht, ebenfalls mit 320 Silben, Hans Fischer (Darmstadt). Es folgen mit 260 Silben Ernst Nagel lFrankfurt), Ewald Bötig (Gelnhausen) und Else Fischer (Mainz). Das Schreiben galt gleichzeitig als Ausschcidungs- schreiben für die Pfingsten in Bayreuth zur Austragung gelangende deutsche Kurzschrift-Meisterschaft. Die Leitung der Veranstaltung lag in den Händen von Paul Busch (Hofheim).
Kassel und Umgebung.
Raubmord in letzter Sekunde vereitelt.
— Kassel, 22. März. Der stellenlose Karl Kümpel, ein 22jährigcr Mensch aus Tann in der Rhön, wollte stch auf irgendeine Weise Geld verschaffen. Er klingelte vormittags an der Wohnungstür einer in Kassel-Bettenhausen wohnenden Ehefrau und erkundigte sich nach einem bei der Frau wohnenden Untermieter, der angeblich Jin Freund von ihm sei. Kümpel wußte natürlich, daß der Gesuchte nicht in der Wohnung anwesend war. Als die Frau dem ihr fremden jungen Mann mitteilte, daß der Untermieter abwesend sei, veranlaßte er sie, ihn in die Wohnung hineinzulassen, um eine Nachricht für seinen Freund aufschreiben zu können. Als sich bei dieser Gelegenheit die Frau in der Küche abwandte, versetzte er ihr von hinten mit einem mitgebrachten Hammer einige wuchtige Schläge auf den Kopf, die die Frau zu Boden streckten. Dann ging Kümpel daran, die Wohnung nach Bargeld zu durchsuchen. Die Frau, die inzwischen aus ihrer Ohnmacht erwacht war, versuchte nun hilseschreiend die Wohnung zu verlassen. Sie wurde jedoch von dem Verbrecher verfolgt, der ihr abermals einige Schläge auf den Kops versetzte. Es gelang ihr aber noch, das Treppenhaus zu erreichen und um Hilfe zu rufen. Kümpel flüchtete darauf auf seinem vor dem Haus abgc- stellten Fahrrad. Der sofort benachrichtigten Kriminalpolizei gelang cs, den Verbrecher nach zweistündiger Nachforschung f e st z'u n e h m e n. Es handelt sich bei Kümpel um einen Menschen, der bereits wegen Einbruchs vorbestraft war. Der Täter wurde dem Amtsgericht zugeführt. Die schwerverletzte Wohnunngsinhaberin mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. Dieser Vorfall möge allen Wohnungsinhabern zur Warnung dienen, unbekannte Personen in die Wohnung hineinzulassen.
Gerichtssaal.
Der Deku-Prozeh.
(8. Verhandlungstag.)
Darmstadt, 22. März. Im Prozeß gegen den früheren Direktor der Unionbank, Erich Deku, wurde am Montag dre Beweisaufnahme fortgesetzt, indem zunächst die Vernehmung des Hauptgeschädigten beendet wurde, die jedoch keine neuen Gesichtspunkte ergab.
Anschließend wurde die frühere Sekretärin des Hauptgeschädigten vernommen, die bis Ende 1934 bei ihm tätig war. Uber die Geschäfte mit Deku wußte sie nur wenig zu berichten; ihr war von doppelten Safeschlüsseln nichts bekannt. Die 21jährige Stenotypistin des Hauptgeschädigten. die seit vier Jahren bei ihm tätig ist, bekundete, daß sie bei
■ Ihre Freunde und Bekannten wohnen gut und billig im
der Revision im Dezember 1935, bei der die ausländischen Wertpapiere geprüft wurden, mitgeholfen habe. Damals seien die Papiere nur stückweise gezählt, die Nummern im einzelnen aber nicht festgestellt worden.
Die seit Herbst 1931 bei dem Hauptgeschädigten tätige Sekretärin wird ebenfalls über die Revision vom Dezember 1935 und zu der Frage der Safeschlüssel gehört. Die Zeugin bekundete, daß sie schon während ihrer früheren Tätigkeit in Berlin vor Deku gewarnt worden sei, daß sie aber, da er einen günstigen Eindruck auf sie gemacht habe, ihm später sogar ihre eigenen Wertpapiere anvertraut habe, weshalb auch sie zu den Geschädigten gehöre. Sie ist der Ansicht, daß Deku unter keinen Umständen Verfügungsberechtigung über die Wertpapiere in seinem Depot gehabt habe und sie'selbst habe wiederholt auf Herbeischaffung von fehlenden Papieren oder Schriftstücken drängen müßen.
2m Anschluß hieran wurde der Sohn des Hauptgeschädigten im Zusammenhang mit den Aussagen dieser Zeugin vernomyien, der ebenfalls bekundete, daß er niemals eine Bemerkung gemacht habe, die Deku berechtigt hätte, über die Papiere feines Vaters zu verfügen.
Am Nachmittag wurde die Vernehmung der Sekretärin fortgesetzt. Da sie erklärte, der Bevollmächtigte des Angeklagten habe ihr bestimmt versichert, daß es für die Safes keinen zweiten Schlüssel gebe, wurde der Bevollmächtigte Dekus nochmals gehört. Das Gericht beschloß auf Antrag des Staatsanwalts, ihn als Zeugen nicht zu vereidigen, da er im Verdacht der Mittäterschaft stehe.
» Ein Betrüger am Winterhilfswerk. In Bornich bei St. Goarshausen sollte im vergangenen Winter für das WHW. gesammelt werden. Man betreute damit den Paul M., zu dem man das Vertrauen hatte, daß er diese ehrenamtliche Tätigkeit auch ordnungsgemäß ausführte. Hierin hatte man sich aber getäuscht. Nahezu 200 RM. gingen dem WHW. durch Veruntreuungen verloren. Das Gericht zog zwar in Betracht, daß sich der Angeklagte selbst in Not befand. verurteilte ihn aber angesichts feiner niedrigen Gesinnung zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten.
Die heutige Ausgabe umfaßt 16 Seiten, und das „Unterhaltungsblatt".
9Tletropole
LDilhelmstraße 10
Nr. 69. Seite 7.
Dienstag, 23. März 1937.
Beteiligung am Preisausschreiben der Nasiauischen Landesbank einen Buch- und einen Geldpreis. — Zum Führer der Gefolgschaft 1/288 der HI. wurde Jg. Schnok ernannt.
)( Erbach, 22. März. Die Ausstellung der Volksschule am Sonntag war für Schülerinnen und Schüler ein voller Erfolg. Besonders die Arbeiten der Mädchen aus der Klasse von Frl. Abel fanden allseitige Anerkennung.
)( Winkel, 22. März. 3n einem Amtswalterappell verabschiedete Ortsgruppenleiter Jäger u. a. den nach Frankfurt a. M. versetzten Lehrer I. Fischer. — Die Ausstellung der Nadelarbeiten der Mädchen, die im Unterricht von Frl. Barbara Henrich angefertigt worden sind, war gut besucht und fand starke Beachtung. — Aus den Hausschlachtunaen der Gemeinden Winkel und Mittelheim konnten 74 Büchsen Fleisch und Wurst an die Kreissührung des WHW. abgeliefert werden. — Bei der Kurzschrift-Abschlußprüfung wurden die Mitglieder der Deutschen Stenographenschaft Leni Allendorf, Kath. Berg, Lrsa Berg und Liselotte Krayer augezeichnet. — Aus der Volksschule wurden 14 Knaben und 18 Mädchen entlassen. — 2m Bartholomae rannten am Samstag zwei Radfahrer zusammen.
— Rüdesheim, 22. März. Die NS.-Kriegsopferversor- guna, Kameradschaft Rüdesheim, hielt am Samstag eine gutbesuchte Mitgliederversammlung im Gasthaus „Münchhof"
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Gauleiter Sprenger legt den Grundstein zum 3. Erbhöfedorf im Gau Hessen-Nassau.
(Weltbild, M.)
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