Montag, 15. März 1337.
Wiesbadener Tagblatt
Nr. 62. Seite 3.
Grenzlanddeutschtum im Osten.
Kurze Umschau.
Seine Bedeutung für Bestand Das Band zwischen Osten und Westen. Stuttgart, 14. März. Auf der Tagung des „Bundes
und Zukunft unsres Volkes.
Prager Vorstoß gegen die deutschen Hochschulen.
. Zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten 'st ein Abkommen abgeschlossen worden, wonach ab sofort die beiderseitigen Paßgebühren von 10 auf 2 Dollar herabgesetzt werden.
deutscher Osten" sprach Professor Oberländer über den volkspolitischen Stand des Erenzlanddeutschtums im Osten. Er schilderte die starke Zielstrebigkeit des Weltbundes der Polen und des polnischen Westmarkenbundes. Das Grenzland, so führte Professor Oberländer in seinem Vortrag am Sonntag aus, dürfe nicht als etwas aufgefaßt werden, das am Rande der Dinge liegt. Gerade an den Grenzen des Reiches gehe es stets um den Bestand und die Z v k u n f t u n s e r e s V o l k e s. 2m Zusammenhang mit den Fragen des deutschen Ostens unterstrich der Redner die Notwendigkeit einer richtigen und planmäßigen Form der Siedlung. Entscheidend für die deutsche Grenzpolitik sei ein wirkliches Verständnis zwischen dem Osten und dem Westen,
Prag, 14. März. (Funkmeldung.) Das Prager Unter« n$tsnitni|teriuin hat den deutschen Hochschulen einen Entwurf der Anstellungsbedingungen für Professoren an den deutschen Hochschulen zugehen lassen. Der Entwurf ist jedoch von den deutchen Hochschulen als untragbar bezeichnet worden, weil er praktisch das Ende der deutschen Hochschulen bedeuten wurde. Nach dem Entwurf kann leoer Vorschlag des Pro- fessoren-Kollegiums abgelehnt und der Vorschlag 'einer Fachkommission, die in der Mehrheit aus tschechischen Professoren beacht, eingeholt werden. Auch das Disziplinarverfahren soll den deutschen Senaten entzogen werden. Der einzige Staat, bei Vorbild für eine gerechte Regelung dieser Frage sein kann, i|t Belgien, dar in seinen Hochschulen das nationale Prinzip peinlich gewahrt hat.
Ungebrochener Lebenswille des Deutfchlnms in Lettland.
Nach einer Reutermeldung aus Washington ist damit zu rechnen, daß die Vereinigten Staaten die britischen Oberhoheitsansprüche über die Weihnachtsinseln im südlichen Stillen Ozean bestreiten werden. Die englische Regierung beabsichtigt, diese 2nsel zu einem Flugzeugstützpunkt auszubauen. Dis Insel, die 1777 am Heiligen Abend von Kapitän Cook entdeckt wurde, war schon öfters der Gegenstand von Streitigkeiten zwischen England und USA.
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2m Pariser amtlichen Gesetzblatt ist eine Verordnung erschienen, die die Kriegsmaterialherstellung der Schneider- Creuzot-Werke nationalisiert. Die Fabriken werden zugunsten des französischen Staates enteignet.
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Die Sachverständige», die
(Weltbild, Ä.)
sei, die Unabhängigkeit und sichern.
2n mehreren Militärbezirken Sowjetrußlands werden zur Zeit größere Wintermanöver abgehalten. Anschließend an die Manöver im Moskauer Militärbezirk fanden in Weißrußland ausgedehnte Truppenübungen unweit der polnischen Grenze statt. 2m Fernen Osten wurden bei Chabarowsk an der mandschurischen Grenze umfangreiche Luftmanöver durchge- sührt.
Der letzte Versuch.
Bolschewisten beim Barrikadendau in den Straßen von Madrid.
Das einzige Ziel der Anleihe Freiheit des Vaterlandes zu
I" Der na, wo Mussolini zusammen mit Marschall B a l b o am Sonntag im Flugzeug ankam, während fast zur gleichen Zeit in weiteren hundert Flugzeugen sein Gefolge und die ihn begleitenden 2ournalisten eintrafen, wurde dem Duce ein begeisterter Empfang zuteil.
Aus allen Teilen des Landes sind Araberabordnungen herbeigeeilt, um Mussolini die Huldigungen des Islams darzu- bringen.
Besonders begeistert wurde Mussolini in einem Dorfe be- drüßt, das von sizilianischen Siedlern gegründet wurde. Die Bewohner schenkten ihm zur Erinnerung ein dreijähriges Pserb reinster Berberrasse.
Auch der Sonntag, an dem sich der Duce von Cyrene üb« Barce nach Benghasi begab, gestaltete sich zu einem Triumphzug. 2n allen Orten wechselten Reiterspiele der Araber mit volkstümlichen Darbietungen der Frauen und Kinder italienischer Kolonisten ab. Große Kundgebungen wurden Mussolini besonders in Barce und Tokra zuteil, wo er immer wieder als der Freund und Beschützer der Mohammedaner gefeiert wurde.
Gegen Abend kam der Duce mit der langen Automobilkarawane seines Gefolges und den 450 Journalisten, die seine Fahrt bereiteten, m Benghasi, der Hauptstadt der Provinz Cyrenaica an.
Die große Stunde des italienischen Imperiums
Mussolinis Besichtigungsreise in Libyen.
Englische Ausfälle gegen Italien.
London, 15. März. (Funkmeldung,) Die Londoner Morgenblätter berichten in ihrer Mehrzahl in großer Aufmachung und ausführlich über die Triumphfahrt -Mussolinis durch Libyen. Bus den Erklärungen Mussolinis werden die Stellen stark herausgehoben, wonach Italien Freund und Beschützer des Islams sei und die Gegenüberstellung des religiösen Friedens in Libyen und der Unterdrückung der Araber in Palästina und anderen Teilen Afrikas und Vorderafiens werden von der Press« stark her- ausgestellt.
„ Der »Daily Telegraph" ergeht sich in gehässigen Ausfallen gegen Italien und schreckt auch vor Verunglimpfungen der kolonialen Tätigkeit Italiens in Libyen und Abessinien nicht zurück, Ton und Inhalt des Artikels find dazu angetan, zum mindesten eine Hein« Pressefehde mit italienischen Zeitungen auszuläse».
Der Sauptvollzugsausschuß der Sowjetunion ernannte den ^uden Abraham Saweniagin zum ersten stellvertretenden Volkskommissar für die Schwerindustrie. Nach dem Tode des bisherigen Schwerindustrie-Kommissars Odschoni- tii>|e, wird demnach das wichtige Wirtschaftsgebiet der sowjet- russischen Schwerindustrie von dem Letten Meschlauk als Volkskommissar und dem Juden Abraham Saweniagin als erstem Stellvertreter verwaltet.
w VGkWen lchW mit k WWW MM Aufgeweichte Strahen verhindern die Zurückziehung der schweren Artillerie.
Wie „Sunday Dispatch" meldet, äußerte sich der südafrikanische Verteidigungsminister P i r o w zu den Rüstungsplänen der Union. Die Pläne umfassen eine Befestigung der Robben-Insel in der Tafelbucht, die industrielle Mobilmachung und die Errichtung von Wassensabriken. Die Südafrikanische Union benötige 1000 Flieger und 750 Flugzeuge. Ferner solle eine mechanisierte Landstreitmacht von 50 000 Mann mit einer Tankabwehrtruppe sowie Artillerie- und Gasabwehreinheiten gebildet werden. Die Reserve solle aus weiteren 50 000 Mann Heftchen.
_ ______ , das Sandschak-Statut
ausarbeiten sollen, haben die ganze Woche in Gens getagt, sind aber noch zu keinem Ergebnis gekommen. Das französische Mitglied hat einen Entwurf vorgelegt, der mit dem türkischen nicht in Einklang gebracht werden konnte. Die Beobachterabordnung, die den Sandschak bereist hatte, und das Völkerbundssekretariat nahmen an den Arbeiten teil.
Kriegsminister Daladier sprach am Sonntag über alle staatlichen Rundfunksender Frankreichs und appellierte noch einmal an alle Franzosen, die zweite Tranche der Verteidigungsanleihe in Höhe von 5 Milliarden Franken genau so schnell zu zeichnen wie die erste. Die Anleihe sei einzig und allein für die außerordentlichen Ausgaben der Landesverteidigung im Jahre 1937 bestimmt.
Henlein: „Wir kämpfen um unser Recht!"
Prag, 14. März. In Rieder-Einsiedel, Schönlinde und Haida in Nordbohme» fanden am 14. März Fahnenweihen der Sude «Deutschen Partei statt. Die Weihe nahm Konrad Hey- sm- ®ot ul,b erklärte dabei u. a. in seinen Ansprachen: .Wir kämpfen um unser Recht. Das Volk allein hat zu ent- iche'den. ob es untergehen oder sich eine Zukunft erkämpfen i?tr wollen, wenn die Rot auch noch so groß ist, hoffen, day bessere Tage kommen, und uns unter keinen Umstände» kleinkriege» lasten. Wehe dem Volk, das nicht mehr de» Mut ambringt zum Kämpfen und zum Leben. Man kann uns Schwierigkeiten machen, wir werden umso geschlossener, fest und willensftark werden." a 1 11
Erfolgreicher Sturmangriff in strömendem Regen.
. r. (Funkmeldung. Vom Sonderbericht
erstatter des DNB.) Ungeachtet des seit nunmehr vier Wochen andauernden schweren Unwetters haben die Truppe» Francos wo immer es anging, weitere Operationen unternommen, um Bem Feinde unter gar keinen Umständen Gelegenheit zur Erholung zu geben. Völlig überraschend unternahmen sie jetzt auch aus dem rechten Flügel des Jarama-Abschnittes zwischen Eiempozuelo und Pingarron, also von einer Stelle aus, die in tier vergangenen Woche noch härtesten Angriffen der sogen, „internationalen Brigade" ausgesetzt war, einen Sturm- angnff, der zum Ergebnis hatte, baß die Front trotz des völlig ausgeweichten Geländes im strömende» Regen um 3 Kilometer vorgeschoben werden konnte. Die Abhänge des Plngarron-BerIes liegen nunmehr außerhalb des Feuer- dk,reiches der feindliche» Infanterie. Die spanischen Bolschewisten hatten auch hierbei zahlreiche Tote und Verwundete ZU verzeichnen.
»» J$Q,S lewere Unwetter, das die Schützengräben zu Wasterkanalen gemacht hat und selbst modernste Raupenschlepper augerhalb der Wege förmlich versinken läßt, verhin- dert auch den ursprünglich geplanten Abtransport der schweren JT1 Bolschewisten aus Madrid, dessen noch vorhan
dene Verbindungswege zur Außenwelt gleichfalls so gut wie u nb es ahrbar geworden sind.
Die katalanischen Bolschewistenoberhäuptlinge haben an alle noch von Bolschewisten terrorisierten Provinzen einen Aufruf gerichtet, Lebensmittel nach Madrid zu senden, da es „möglich' sei, daß die Hauptstadt eingeschlossen würde. Der sogen, bolschewistische Verteidigungsausschuß hat eine „Verordnung erlassen, wonach das Trinkwasser rationiert werden müsse, um für den Fall der völligen Einschließung Madrids über Vorräte zu verfügen.
Hedilla Über die Ziele der Falangisten.
Salamanca, 15. März. (Funkmeldung. — Pom Sonderberichterstatter des DRB.f Der stellvertretende Führer der Falange, Manuel Hedilla, hielt über den Sender von palamanca eine Ansprache anläßlich des Jahrestages der Verhaftung des Gründers und Führers der.Bewegung 2o|6 Antonio Primo de Rivera, dcr sttther den Kerker Nicht mehr verlassen hat und dessen Schicksal noch ungewiß ist. Hedilla gab einen Überblick über die Lehre der Falangisten, deren oberster Grundsatz der Glaube an ein kommendes großes Spanien sei, ein Spanien, das eine einzige Familie sein müsse.
Die Falange wolle nicht eine diktatorische Bewegung fern, sondem die ganze Ration am Staats;
Die Beziehungen zu Ägypten.
Rom, 15. Marz. Anläßlich der. Einweihung des ersten Teiles der neuen libyschen Küstenstraße äußerte sich Mussolini gegenüber ägyptischen Journalisten, dieser neue Verkehrsweg werde entscheidenden Einfluß aus die italienisch- ägyptischen Wirtschaftsbeziehungen sowie aus den Reiseverkehr zwischen beiden Ländern haben. Diese Straße stelle ein weiteres Bindeglied zwischen den beiden Ländern, deren freundschaftliche Beziehungen hierdurch verstärkt und erweitert worden seien. „Übermittelt euerem Land", so schloß der Duce seine Ansprache, „den Wunsch des italienischen Volkes und seiner Regierung, mit Ägypten in freundschaftlichstem und herzlichstem Einvernehmen zu leben."
Riga, 15. März. (Eig. Drahtmeldung.) Am Samstag und Sonntag tagte in Riga die „Deutsch-baltische Volksgemeinschaft". In den Verhandlungen kam der ungebrochene Lebenswille des Deutschtum? in Lettland zum Ausdruck. Sie zeigte die mühevolle Kleinarbeit, die von allen Deutschen mit dem Ziele der Schaffung einer geschloffenen Volksgemeinschaft geleistet wird. Der Präsident Mündel teilte mit, daß die Zahl der Mitgliederkarten sich gegenüber dem Jahre 1935 verdoppelt habe, Auch hinsichtlich der Zusammenarbeit aller deutschen Jugendgruppen habe sich ein gangbarer Weg gefunden. Ein Jugendsekretariat ist gegründet worden. Das kulturelle Leben dürfe vom Staate nicht weiter beschnitten werden. Die wirtschaftliche Lage der deutschen Volksgruppe habe sich leider ständig verschlechtert. Besonders für die Jugend sei es schwer, Beschäftigung zu finden. Hier müßten alle Anstrengungen, Abhilfe zu schaffen, gemacht werden.
leben teiinehmen lassen. Die Kraft eines gemeinsamen Ideals fei größer als die Kraft eines Parteistaates. Das Herz des Volkes müsse durch Gerechtigkeit und Liebe gewonnen werden.
Hedilla rotes auf die großen Opfer hin, die die Falangisten im Schützengraben für die national-syndikalistische Revolution gebracht haben und weiter bringen werden. Er wandte sich gegen „gewisse k o.n s e r y a t i v e Kreis e", die aus egoistischen Motiven der Bewegung ent- gegenarbeiteten. Die Falange nehme die Kampfansage dieser Kreise an.
Im Verlaufe der Ansprache befaßte sich Hedilla mit „bestimmten konservativen oder patriotischen Parteien", denen er vorwarf, in einer Betrachtung der Vergavgenheir stecken geblieben zu sein und sich nicht um die Zukunft zu sorgen. Wenn die Tradition aufhöre, Tat in der Gegenwart zu sein, verwandele sie sich in einen Widerspruch-
Anschließend ging Hedilla auf das monarchistische Problem ein. Kann Spanien, so fragte er, zugeben, daß es von einem Ausländer regiert wird, und man sein Schicksal durch Heiraten und Geheimyerträge gestaltet? Wer regiere, müsse ein ganzer Span-ier fein, reinen Blutes und reinen Willens.
Am Schluß seiner Ansprache forderte Hedilla seine Kameraden auf, fest zusammenzustehen, damit gemeinsam mit dem Heer der Krieg und Hamit der Frieden gewonnen werden könne. Vorbild in diesem Kampfe müfie Primo de Rivera sein.
