Wiesbadener TaMatt
Erscheinungszelt:
Nr. 51.
Dienstag, 2. Marz 1937.
Botschafter von Ribbentrop:
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Die Beschlüsse des Faschistischen Großrats:
Heute neuer Roman:
von Roland Marwitz.
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3
85. Jahrgang.
6 Ausgaben
Unterhaltungsbeilage.
Wöchentlich
mit einer täglichen
L Schilleobergssche Hofbuchdrllckerei, „Zagblatt = Saus'. Fernsprech cr-Sammel-Nr. 59631. Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.
„D/e näcfyfte trifft ins fjetg"
. - Voraussetzungen: Durchführung des
Vrerlahresplanes und Rückgabe der deutschen Kolonien.
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Deutschlands Gesundung für alle von größter Bedeutung
„Wille zum Welthandel."
. März. Die Kommission für Wirtschaftspolitik
oer NSDAP„ die alljährlich im Rahmen der Leipziger Messe m einer Erosskundgebung durch maßgcLendc MänneHr Par- te- vor Len Wirtschaftlern und Wirtschaftspublizisten des In- und Auslandes die wirtschaftspolitische Arbeit und Kampfrich- tuncs der Partei darlegen lässt, hatte ihre diesjährige KunL- gebung unter dem Thema „Wille zum Welthandel" gestellt.
Ganz außergewöhnlich war das Interesse, das die Kundgebung im Mi- und Ausland fand. Seit Tagen schon war die 2aüll Menschen fassende Alberthalle Lis auf den letzten Stehplatz ausoerkauft. Sieben den führenden Männern der Wirtschaft aus dem ganzen Reich waren auch namhafte Vertreter der ausländischen Wirtschaft, namentlich aus England, sowie das Diplomatische und Konsularkorps in großer Zahl erschienen, um Botschafter von Ribbentrop und den Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik, Bernhard Köhler, zu diesem nir die Handelspolitik aller Staaten der Welt grundlegenden Thema zu hören. Der Wichtigkeit der Kundgebung entsprechend war die Beteiligung von Männern des Staates und ver Partei außerordentlich stark.
Der sächsische Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit, e n d e, begrüßte die (Säfte. Danach hielt der außerordentliche Zind bevollmächtigte Botschafter des Deutschen Reiches, Pg. soachim von Ribbentrop, eine große Rede, in der
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Größere Anzeigen müssen spätestens -inen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.
lAimuAe Lage die folgenden Tagesordnungen beschlossen:
Der Faschistische Großrat drückt seine Solidarität mit dem nationalen Spanien aus und bedrüßt die Truppen Francos, deren Sieg das Ende jeden bolschewistischen Versuches im Westen und den Beginn einer neuen Epoche der Macht und sozialen Gerechtigkeit für das spanische Volk bedeuten wird, das mit dem Italiens durch jahrhundertealte Bande der Sprache, Religion und Geschichte verbunden ist. ^Der Außenminister wird beauftragt, der Regierung Franco diese Tagesordnung amtlich zur Kenntnis zu bringen.
Der Eroßrat billigt die im Bericht des Außenministers dargelcgte Tätigkeit der italienischen Außenpolitik vom 18. 11. ab und spricht ihm lebhaften Beifall aus. Er stellt mit Freude fest, daß die Politik des italienisch - deutschen E i n o e r st ä n d n i s s e s sich fortentwickelt und ihre zunehmende praktische Wirksamkeit gezeigt hat.
Er stellt mit Befriedigung fest, daß die italienisch-britischen Abkommen voni 2. 1. eine nützliche Klärung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern im Hinblick auf das Mittelmeer darstellen.
Er nimmt die positiven Ergebnisse zur Kenntnis, die in den italienisch-türkischen Besprechungen von Mailand erreicht wurden, und spricht noch einmal seinen Willen zu wirksamer friedlicher Zusammenarbeit auf allen Gebieten und mit allen Ländern aus, die den Wunsch zur Zusammenarbeit mit dem faschistischen Italien gezeigt haben oder zeigen werden.
An der Aussprache nahmen teil: de Bono, Starace, di Revel, Grandi, Marconi, Farinacci und Volpi.
Der Eroßrat hat schließlich dem Vizemarschall Gr a z i a n i einen kameradschaftlichen Gruß und warme Glückwünsche gesandt in der sicheren Annahme, daß er das gerechte, doch unbeugsame Gesetz Roms anzuwenden wissen wird und hat den italienischen Faschisten und Arbeitern von Addis Abeba für ihre Haltung nach dem Attentat^ein besonderes Lob ausgesprochen.
Der Faschistische Rat wird am 3. März, 10 Uhr abends, erneut zusammentreten."
Solidarität mit dem nationalen Spanien.
, 2. März. (Funkmeldung.) Die amtliche Mit-
teilung über die Sitzung des Faschistischen Eroßrates in der Nacht zum Drenstag hat folgenden Wortlaut:
"2m Faschistischen Großrat vom 1. März berichtete Mussolini über die militärische Vorbereitung der Nation. Der Großrat nahm folgende Tagesordnung an:
Der Faschistische Großrat betrachtet den Stand unserer militärischen Ausbildung, nachdem er den ausführlichen Bericht des Duce gehört hat, als befriedigend. Er ist jedoch der Ansicht, daß irgendwelche Möglichkeit einer Rüstungsbeschränkung endgültig auszuschließen ist, und beschließt daher
a) die Verwirklichung eines Planes für eine weitere angeinessene Vermehrung unserer Wehrmacht;
bj die Verlängerung der dem Generalkommissariat für die Kriegsproduktion übertragenen Aufgaben auf 5 Jahres
o) die vollständige Militarisierung sämtlicher^ aktiven Kräfte der Nation zwischen 18 und 55 Jahren mit regelmäßiger Einberufung der mobilisierbaren Klaffen,'
ck) die Erreichung eines Höchstmaßes an A u t art i e, was die militärischen Bedürfniffe anbetrifft,_ und wenn nötig, vollkommene H i n t a n st e l l u ng der zivilen Bedürfnisse hinter den militärischen;
e) die Aufforderung an die italienische Wissen- schäft und Te ch n i k zur Mitarbeit, damit dieses Höchstmaß an Autarkie möglichst rasch erreicht wird, da nur durch die Wissenschaft, durch die Tüchtigkeit und durch Opferbereitschaft die weniger begünstigten Völker einem etwaigen Angriff von Ländern ftandhalten können, die über reichere Mittel und größere Hilfsquellen verfügen.
Der Faschistische Großrat Hai ferner nach einem Bericht des Außenministers Graf C i a n o über die inter-
mit Japan gegen die Komintern ab- £n Das Schlußwort Ribbentrops mit der Schilderung der neuen deutschen Wirtschaftsgesinnung, des Lebens- und Schaffensmutes und der kraftvollen Sicherheit Deutschlands inmitten einer von Skepsis und Pessimismus erfüllten Welt, ist eine wirkungsvolle Berichtigung jenes Bildes, das die Auslandspreise und undurchsichtige Kreise, die hinter dieser Presse stehen, der Welt von dem Deutschland des Vierjahresplanes vorzutäuschen versucht.
Starke Beachtung der Rede von Ribbentrops in England.
London, 2. März. (Letzte Funkmeldung.) Die Rede des Botschafters von Ribbentrop anläßlich der Eröffnung der Leipziger Messe wird von der gesamten englischen Presse an hervorragender Stelle und in langen Auszügen widergegeben. Dabei werden die Äußerungen von Ribbentrops über die deutschen Kolonialforderungen ganz besonders hervorgehoben. Die „Times" bringt die Überschrift: „Deutschlands Kolonialforderung". Die Schlagzeile dK „Daily Mail" lautet: „Ribbentrop über die deutschen Kolonialrechte". Das Blatt hebt in seiner Meldung hervor, daß Ribbentrop die Mandatsmächte ausgefordert habe, freiwillig eine großzügige Geste zu machen, die Deutschland erwarte.
Jf Leipzigs großer Tag.
Leipzig, das mit der Eröffnung der Frühjahrsmesse am Sonntag die Blicke, vor allem der Wirtschaft, auf sich lenkte, hatte gestern seinen großen, und wenn man ,o sagen darf, seinen politischen Tag. Den Rahmen gab die Kundgebung der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, ab, eine Kundgebung, die einen außerordentlich starken Besuch aufwies und zu der er- * lreulicherweise sich sehr viele Messebesucher ausdemAusland eingefunden hatten. Auf dieser Kundgebung sprach Botschafter v. Ribbentrop. Stand die Kundgebung unter den Losungsworten „Wille zum Welthandel", so war die Rede des Botschafters einmal diesem Thema gewidmet, zum andern war ste darüber hinaus ein Bekenntnis zum ftlieden. In sehr glücklicher Form hat der Botschafter in dieser Rede sich ausführlich mit der deutschen Kolonialforderung beschäftigt. Er hat dem Ausland dabei nochmals klar gemacht, daß Deutschland die Forderungen nach Kolonien nicht vertritt, um Unruhe in der Welt zu stiften, sondern daß diese Forderung er- hoben wird gerade um des Friedens der Welt willen. sSS Ein schaffendes Volk sei die beste Ga- rantiefürRuheundFrieden. Im einzelnen hat Botschafter v. Ribbentrop bei der Behandlung der deutschen Kolonialfrage drei Punkte in den Vorder- M f gründ gestellt. Deutschland braucht Kolonien, so er- klärt v. Ribbentrop, 1. wegen der Roh st of frage
. 2. als A b s a tz m aK k t für Jndustrieartikel und als . Betätigungsfeld für das deutsche Unternehmertum und
3. wegen der Entwicklungsmöglichkeiten in den Kolonien, die für das nationalsozialistische Reich und seine Wirtschaft viel größer sein werden als früher. Er wies dabei die fadenscheinigen Argumente zurück, mit denen gegen die deutschen Kolonialforderungen draußen gearbeitet wird und sprach die Erwartung aus, daß die Mandatsmächte endlich die notwendige g r o ß - Zügige Geste freiwillig machen würden. Die Darlegungen des Botschafters zur Kolonialfrage sprachen für sich und man geht sicher nicht in der An- nähme fehl, daß sie auch im Ausland ein starkes Echo finden werden. Botschafter v. Ribbentrop hat sich weiterhin mit dem zweiten deutschen Vierjahres- p l a n befaßt, der für die Frage der Rohstoffe und der .. Devisen kaum weniger wichtig ist, als die Kolonial- forderung. In sehr sachlicher Form wurde den Ausländern in Leipzig vor Augen geführt, daß der Vier- jahresplan von uns nicht erfunden wurde, um einen Krieg vorzubereiten, oder um uns vom Welthandel ab- zuschalten, sondern, daß dieser Vierjahresplan uns vom Ausland geradezu aufgezwungen worden ist. Er ist nur ein Mittel der Selbsthilfe für Deutschland, das wird im Ausland noch oft verkannt und zum A Teil bemüht sich auch eine Deutschland feindlich gesinnte
Preffe, die Zusammenhänge zu vernebeln. Deshalb war es gut und zweckmäßig, gerade im Rahmen der Leipziger Messe nochmals darauf zu verweisen, daß alle Bemühungen Deutschlands um eine Gesundung seiner Wirtschaft zugleich im Interesse der Gesundung der Weltwirtschaft liegen. „Denn der Welthandel kann nicht zu neuer Blüte kommen, wenn Deutschland ausfällt. Ein blühender Welthandel ist die t beste Garantie des Frieden s."
Der eigentliche Störenfried, derjenige, der die Gesundung der Weltwirtschaft und die Befriedung der Welt verhindert und der heute leider noch allzuviel Helfershelfer findet, ist der Bolschewismus. Hier E konnte der Botschafter auf die Zusammenarbeit mit Italien Hinweisen und auf das Abkommen, das der
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Erneutes Bekenntnis zur deutsch-italienischen Zusammenarbeit.
