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Wiesb adener Taalilan

Erscheinungszeit:

Druck und Berlag:

85. Jahrgang

Donnerstag, 11. Februar 1937,

Nr. 35.

Um die Erneuerung

,D:e

Wöchentlich

mit einer täglichen

Hrueigenprcife: Em Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grand- preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rpf., sanft laut Preisliste Nr. 5, Nachlatzstaffel B. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plötzen wird keine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen-Annahme S'/r Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstag! aufgegeben werden.

HI."

Dr. Ley erinnerte daran, daß der Latz des Führers, Lugend müsse durch Jugend geführt werden, umstürzend ms in allerletzte Tiefen sei, aber nur durch seine Erfüllung sei

L. TcheNenberg'sch« Hofbuchdruckerei,Tagblatt-Haus". Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631. Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

ist, jüngere Ersatzrichter bestellen. Auf diese Weise hoffte Roosevelt bei dem obersten Gericht, das sich immer wieder als Hemmschuh für seine Reformpläne erwies, und seine Wirtschaftsgesetzgebung zerschlug, den Ein­fluß der alten Richter zu brechen. Von ihnen erklärte der Präsident selbst einmal, daß sie allzusehr geneigt seien, die umwälzenden Probleme der Neuzeit durch die Brille einer überwundenen Vergangenheit" zu be­trachten. Obwohl nun die Regierung bekanntlich im Parlament über eine so starke Mehrheit verfügt, ist das Abgeordnetenhaus dem Präsidenten auf diesem Wege nicht gefolgt. Es soll lediglich den Richtern die Möglichkeit gegeben werden, mit siebzig Jahren aus dem Amt zu scheiden und zwar unter Weitergewährung ihrer vollen Bezüge. In diesem Fall hängt es also ganz von dem freien Ent­schluß der alten Richter ab, ob sie jüngeren Kräften, von denen Roosevelt hofft, daß sie für die Probleme der

Die DAF. übernimmt die Berufserziehung der deutschen Jugend. Ein Abkommen zwischen Baldur von Schirach und Dr. Ley.

Durchführung des HJ.-Gesetzes ab 1. April.

Gleichzeitig Eröffnung von sieben Adolf-Hitler-Schulen.

Berlin, 10. Febr. Wie die Dienststelle des Jugendführers des Deutschen Reiches mitteilt, wird die im Gesetz vom 1. Dezember 1936 über die Hitlerjugend verkündete O b e r st e Reichsbehörde zum 1. April 1937 ihre Tätig­keit ausnehmen. Die Durchführungsbestimmungen dieses Gesetzes sowie die übrigen amtlichen Verordnungen sind be­reits ausgearbeitet und werden nach diesem Zeitpunkt in Kraft gesetzt. Zur Zeit sind die Vorbereitungen der Reichsjugend­führung zur Erfassung des Jungoolk-Jahr- ganges 1927 in vollem Gange. Die Eingliederung des neuen Jahrganges in die Reihen der nationalsozialistischen

Prag in Verlegenheit.

Uber die Erregung, die Jan Schebas Buch über Sowjetrußland und die Kleine En­tente in Polen ausgelöst hat, glaubte man in Prag noch hinweggehen zu können. Die jüngsten Vorgänge in der rumänischen Kammer mußten jedoch die Prager Regierung in erhebliche Verlegenheit bringen. Jan Scheba ist aus Bukarest abgereist und hat Herrn Krosta über die Vorgänge Bericht erstattet. Man scheint sich in , Prag darüber klar geworden zu sein, daß man den un­vorsichtigenDiplomaten" nicht mehr halten kann. Aber auch dann, wenn man ihn in die Wüste schickt, ist die Tatsache nicht mehr aus der Welt zu schaffen, daß der Außenminister selbst das Vorwort zu einem Buch geschrieben hat, dessen Umschlag eine Karte der Kleinen Entente und darüber ein sowjetrussisches Flugzeug zeigt und daß außerdem noch mit dem Masarykpreis der Stadt Prag ausgezeichnet wurde.

Inzwischen liegen die rumänischen Zeitungen vor, und man kann nun feststellen, welche Stellen des Buches es gewesen sind, die in Bukarest zu starker Erregung Anlaß gegeben haben. Der Abgeordnete Atta Eon- stantinescu hat vor allem an zwei Stellen des Buches Anstoß genommen. Er zitierte in der Kammer fol­gende Abschnitte:Minister Titulescu trug dafür Sorge, daß die Annäherung zwischen Rumänien und Rußland sich in derselben Zeit vollziehe wie die An- »näherung zwischen Prag und Moskau. Er hatte in dieser Beziehung einen schwereren Standpunkt als Benesch. Die rumänische öffentliche Meinung und be­sonders ihr entscheidender Teil, das bevorzugte Bürger­tum, konnte sich nur schwer mit der neuen Orientierung vertraut machen, da es durch die Perspektive, mit einem Nachbar, der die alten Privilegien aufhob, in Bezie­hungen zu treten, verängstigt ist. Die Idee, daß durch die Beziehungen mit den Sowjets jene Klasien des rumänischen Volkes, die, vom sozialen Standpunkt be­trachtet, schwach sind, die gefährlichen sozialistischen Ideen in sich aufnehmen könnten, ruft eine Unruhe in den Reihen der Führer der Gesellschaftsklasse hervor, die in Luxus und ohne Arbeit lebt."

Weiter führte er noch diese Stelle an:Nach dem herzlichen Telegrammwechsel, den die Herren Litwinow und Titulescu gelegentlich des Jahrestages der Wieder­aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Rumänien und Rußland austauschten, begann Titu­lescu mit Moskau zu verhandeln, um einen gegen­seitigen llnterstützungsvertrag nach dem Muster des tschechisch-russischen Vertrages abzuschließen. Diese Ver­handlungen sind nicht abgeschlossen worden."

Man kann es angesichts dieser unzweideutigen Fest­stellungen den nationalen rumänischen Politikern nicht verdenken, wenn sie nachträglich das Gefühl des Reiters haben, der über die Eisdecke des Bodensees geritten ist, und wenn sie, in Übereinstimmung offenbar mit der Krone und mit der Mehrheit des rumänischen Volkes, Sicherheiten in dem Sinne fordern, daß sie nicht durch die Eeheimdiplomatie plötzlich vor vollendete und ver­hängnisvolle Tatsachen gestellt werden. Diese Sicher­heit, die auch für Europa eine Beruhigung darstellt, werden sie aus den Worten Antonescus entnommen haben:Ich erkläre es für die Gegenwart: wir haben keinen Hilfspakt mit der Sowjetunion, und wir haben noch weniger die Absicht, über einen solchen Pakt zu ver­handeln." Wie sich die Tschechoslowakei mit dieser Tat­sache und mit den Folgen der Entgleisung Schebas abfindet, ist nun ihre Sache.

des Obersten Gerichtshofes.

as. Berlin, 11. Febr. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die Verhandlungen des amerikanischen Abgeordnetenhauses lassen klar erkennen, daß Roose­velts Pläne, die auf eine Stärkung der Regie- 1 rungsgewalt hinauslaufen, auf sehr großen Widerstand stoßen. So hat der P r ä s i d e n t in der Frage der Pensionierung der höchsten Richter eine Niederlage erlitten. Be­kanntlich hat Roosevelt gefordert, daß der Oberste Bundesgerichtshof «inenZu ström neuen Blutes" erhalten müßte. Für diejenigen Richter, die über 70 Jahre alt und bereits über 10 Jahre Mit­glieder des Bundesgrichtshofes sind, wollte Roosevelt, da eine Zwangspensionierung der Richter nicht möglich

Roosevelt stöbt auf Widerstand

Die Furcht vor demdiktatorischen Regime".

eine solche total« Betreuung der deutschen Jugend möglich ge­worden, die es noch nie gegeben habe, weder im deutschen Volk noch sonstwo in der Welt.Ich erkläre es offen", rief Dr. Ley unter stürmischem Beifall aus,für mich gibt es in Deutschland für die deutsche Jugend nur zwei Er­ziehungsmomente: Das Elternhaus und die HI.!"

Lange Zeit habe man der HI. jeden erzieherischen Wert absprechen wollen, durch die Tat habe jedoch die HI. be­wiesen, daß sie den einzigen und alleinigen er­zieherischen Wert neben dem Elternhaus d a r st e l l t.

Als dritten Grundsatz schließlich betonte Dr. Ley den Wert des Wettkampfes, des Wetteifers als des besten Er­ziehungsmoments.Wir wollen die Menschen in unserem Lande wetteifern lassen, sie dadurch zur höchsten Leistung bringen, wir wollen eine natürliche Auslese treiben."

Besondere Dankesworte widmete Dr. Ley dem Oberge­bietsführer A x m a n n, der im Reichsberufswettkampf etwas aufgebaut habe, was in der Welt noch nicht da war.

Bezugspreise: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2., ein- schuchnch Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel­nummern 10 Rpf. Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Tröger und alle Postanstalien. In Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher leinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

Stehend hotten die Tausende deutscher Jungen und Mädels das Bekenntnis zum Führer Adolf Hitler, mit dem Dr. Ley seine Ausführungen schloß:Wir glauben auf dieser Erde allein an Adolf Hitler. Wir glauben, daß der Nationalsozialismus der alleinseligmachende Glaube unseres Volkes ist. Wir glauben, daß es einen Herrgott im Himmel gibt, der uns geschaffen hat, der uns führt und lentt und sichtbmlich segnet, und wir glauben, daß dieser Herrgott uns Adolf Hitler gesandt hat, damit Deutschland für alle Ewigkeit ein Funda­ment seiner Existenz habe. Adolf Hitler Siegheil!"

Mit dem LiedeUnsere Fahne flattert uns voran" fand die eindrucksvolle Eröffnungskundgebung zum Reichsberufs­wettkampf 1937 ihr Ende.

Die große Sportpalast-Kundgebung.

as. Berlin, 11. Febr. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Der vierte Reichsberufswettkampf, an dem 1,8 Millionen deutscher Jungen und Mädels teilnehmen, ist : gestern mit einer Kundgebung im Berliner Sport­palast eröffnet worden. Dieser Berufswettkampf vollzieht ; sich im Zeichen des Vierjahresplanes und es ist selbstverständlich, daß di« deutsche Jugend auch ihrerseits alles tun will, um di« Forderungen, die der Führer mit dem Vierjahresplan aufstellt«, erfüllen zu helfen. Dabei braucht nicht noch besonders betont zu werden, daß dieser Leistungs­kampf der deutschen Jugend im scharfen Gegensatz zu dem Zwangssystem und den Stachanow-Methoden der Sowjet- wirtfchaft steht. In Deutschland bekundet di« Jugend durch ihre Einsatzbereitschaft auch auf der Arbeitsstätte den Willen zur Ertüchtigung der Ration. Der - Reichsjugendführer hat den Sinn des Kampfes noch einmal mit den Worten zusammengefaßt, daß keine Berufs- ftreber, sondern ganze Kerle erzogen werden sollen. Die gestrige Kundgebung erhielt eine besondere Note durch ' die Bekanntgabe der Vereinbarungen zwischen Reichs- : jugendführer und dem Reichsleiter der DAF. Dr. Ley, durch die die Berufserziehung der Jugend der DAF. über­tragen wird. Dieses neue Abkommen, das es fei an die geplanten Adolf-Hitler-Schulen erinnert die Zusammen­arbeit zwischen DAF. und HI. aufs neue kräftig unterstreicht, zeichnet die Sphären ab, in denen die beiden großen Organi­sationen dos Vorhaben ihres Berufserzishungsplanes ent- wickeln wollen und werden.

Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach erklärte in der Sportpalastkundgebung u. a.: Ich habe mit dem Reichsleiter der DAF. im Zusammenhang mit dem dies­jährigen Reichsberufswettkampf ein Übereinkommen ge­schlossen, das aus den Erfahrungen, die aus der praktischen I Zusammenarbeit zwischen der DAF. und der HI. in den ver- aangenen Jahren gewonnen wurden, die praktische Kon- següenz zieht. Ich babe als Jugendführer des Deutschen Reiches die Berufserziehung der deutschen i- Jugend der DAF. feierlich übertragen. Ich werbe die Jugend aufrufen, sich ihrer berufserzieherischen Pflichten im "Rahmen der DAF. zu unterziehen, weil die DAF. in Zusammenarbeit mit der Jugendbewegung Adolf Hitlers unter Beweis gestellt hat, daß st« prattiich in der Lage ist, berufserzieherische Arbeit zu leisten. Wenn die DÄF. ihre von der ganzen Welt bewunderte Stiftung voll­bringen konnte, so ist es ein« nationalsozialistische Pflicht, daß ich meinerseits di« Jugend aufrufe, allein der DAF. ihre Ve- rufserziehung zu überlasten.

Di« S e l b st e r ziehu ng der jungen Genera­tion ist ein Programmpunkt der Nationalsozialistischen Partei geworden. Innerhalb der Millionenbewegung der HI. wurde der Beweis dafür angetreten, daß der Satz: Jugend mutz von Jugend gefühtt werden", den der Führer mir'einst mit auf den Weg gab, auf allen Lebensgebi eten der jungen Generation feine Richtigkeit und Gültigkeit besitzt. Mit Methoden der Bürokratie ist kein Berufswettkampi ge­gründet worden, aber mit den erzieherischen Grundsätzen der HI. ist es möglich geworden, datz stch freiwillig 1,8 Millionen - bester deutscher Jungen und Mädchen daran beteiligen Da­mit ist für alle Zeit die Richtigkeit unserer Forderungen und unserer Anschauungen bewiesen.

Weiter stellte der Reichsjugendführer als praktische Aus­wertung der voraufgegangenen drei Berufswettkämpfe fest, daß die HI. bei diesen Wettkämvfen in allen Fällen besser abgeschnitten habe als die nichl- organisiette Jugend. Was früher Parteien versprochen, aber nicht gehalten hätten, datz dem deutschen Aobcilerjungen der Weg an die Spitze des Staates frei sein solle, das habe der Nationalsozialismus wahrgemacht. Unter begeisterten Kund­gebungen der Jugend schloß der Reichsjugendführer mit dem Ruf: ,',Mit Gott ßir Deutschland, mit Gott für Adolf Hitler!"

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley

Jugendbewegung erfolgt zum Geburtstag des Führers.

Ferner verlautet, datz zur Errichtung der Adolf-Hitler- Schulen nach neuerlichen Besprechungen zwischen dem Reichs­organisationsleiter Dr. Ley und Baldur von Schirach ebenfalls zum 1. April 1937 die ersten Klassen von sieben Adolf-Hitler-Schulen eröffnet werden.

stellte an den Beginn seiner groß angelegten Rede grundsätz­liche Aussührungen über das Verhältnis von Partei und Staat. Während die Partei di« Probleme, fo neu und schwierig st« auch fein mögen, an packe und löse, ,nüsseder Staat hingegen das wahren, was di« Barter er- oberthat, verankern, befestigen und verwalten.

In den Mittelpuntt seiner Ausführungen stellte Dr Ley drei Grundsätze, di« von der deutschen Jugend mit stürmischem . Beifall aufgenommen wurden.Die Mensche n führ» ng ist Sach« der Partei", so erklärte Dr. Ley,und, d'.e Pattei wacht eifersüchtig darüber, oaß kein« andere -enstrtu- tion sich in dieses ihr Recht einmischt, und st« ist ouw nicht gewillt, mtt irgendeiner Institution diese Menschenfuhrung zu teilen. ~

Als zweiten Grundsatz verkündete er:D:e Er­zieh ung des deutschen Volkes gehört allein der P a r t e i, die Erziehung der Jugend gehört allein der

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Unterhaltungsbeilage. ®erIinec $aro: