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Wiesbadener Tasblatt

Druck und Berlaa: ,-sl_ ______

ErscheinungszeU:

Nr. 15.

Dienstag, 19. Januar1937,

85. Jahrgang

Revolutionierung des bisherigen Erziehungswesens.

Verbindungsstelle der Reichskanzlei

in Berchtesgaden.

Berchtesgaden, 18. Jan. Der Führer wohnte heute in

gez. Dr. Ley.

gez. Baldur von Schirach.

Wöchentlich

mit einer täglichen

bereits in Ban und werden ab 1. April bezogen werden. Die Auslese des ersten Jahrganges bat begonnen. Es werden dies absolut Schulen der Partei sein, während die nationalpoli­tischen Erziehungsanstalten als Staatsschulen dem Reichs­erziehungsminister unterstanden. Darin eben, daß die Partei sich selbst ihren Nachwuchs heranzieht, und die von ihr Auser­korenen schon vom 12. Jahre an dem Dienst an Führer und Staat geweiht sind, liegt das Besondere und völlig Neue dieses einschneidenden Aktes in der deutschen Erziehungs- und Staatsgeschichte. ____________________

spanische Krieg einmal zu Ende sein wird, in Spanien zu bleiben. Im übrigen, so wird in den italienischen Blättern hinzugefügt, macht diese Maßnahme alle Be­mühungen um eine Lösung der Freiwilligenfrage hin­fällig, denn, wer nach dem bolschewistischen Spanien gehen will, braucht sich nur von Valencia einenPaß zu ver­schaffen, sodaß der Zustrom von Bolschewisten durch diese Schwindelmanöver ungehindert weitergehen kann. Da­mit ist also» ganz abgesehen von der Moskauer Note, eine weitere Erschwerungder Freiwilligen­frage eingetreten.

Im übrigen scheint Moskau gern jene Elemente nach Spanien abzuschieben, die ihm irgendwie unbe­quem sind. So meldet der Moskauer Berichterstatter derDeutschen Allgemeinen Zeitung", daß die öfter- reichischen Schutzbündler, die nach dem Zu­sammenbruch der roten Revolte in Österreich im Februar 1934 nach Sowjetrußland flüchteten, bereits die Aufforderung erhalten haben, sichfreiwillig" für Spanien zu melden. Die Leute sollen in Odessa ge­sammelt und in einem gefchlossenen Transport nach Alicante gebracht werden. Als diese Schutzbündler nach Sowjetrußland kamen, sind sie sehr gefeiert worden. Dann freilich wurden sie auf die sowjetrussischen Be­triebe verteilt. Sie genossen aber nicht die Vorzüge der ausländischen Spezialisten, sondern wurden wie die sowjetrussischen Arbeiter behandelt. Die Folge war, daß viele der ehemaligen Schutzbündler sich an die österreichische Gesandtschaft wandten und erklärten, daß sie lieber jede Strafe in der Heimat erdulden würden, als sich länger der zweifelhaften Freuden des Sowjet­paradieses zu erfreuen. Die Sowjetrussen versuchten durch ein ausgeklügeltes Angebersystem diese Flücht­lingswelle abzubremsen und mancher ehemalige Schutz­bündler wurde wegengegenrevolutionärer Be­tätigung" vor das Gericht geschleppt. Die Sowjetmacht­haber glauben nun. die unbequemen Gäste am besten loszuwerden, wenn sie sie nach Spanien schicken. Man macht ihnen klar, daß sie keineswegs bis an ihr Lebens­ende in Sowjetrutzland bleiben könnten, sondern, daß sie alsSoldaten der Weltrevolution" andere Ver­pflichtungen hätten und daß sie z. B. jetzt in Spanien kämpfen müßten. Die Schutzbündler ihrerseits sehen in der Möglichkeit, aus dem Sowjetparadies, das sie sich so ganz anders vorgestellt hatten, herauszukommen, die Erfüllung einer großen Hoffnung in der Erwartung, daß sich, wenn sie erst einmal draußen sind, Mittel finden lassen werden, wieder eigene Wege zu gehen.

Druck und Verlag:

L. Echellenierg'sche S-sb»chdnuk«r-i, .lagblatt.Sems". Femspr-cher^Sammel-M 59631. Drahtanschrift-. Tagblatt Wiesbaden. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

Sechs Monate Blutvergießen.

Spanien im Kampf gegen den Bolschewismus. Der große Betrug der Einbürgerun g Österreichische Schutzbündler als Kanonenfutter nach Spanien.

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Die Adolf-Hitler-Schulen

Vorschulen für die nationalsozialistischen Ordensburgen.

Österreichische Marxisten im Sowjetparadies.

as- Berlin, 19. Jan. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Es ist heute genau ein halbes Jahr her, daß aus Spanien die ersten Nachrichten über die Er­hebung der nationalen Teile des spanischen Volkes gegen die marxistische Willkürherrschaft kamen. Niemand dachte damals daran, daß dem Lande so blutige und lang­wierige Kämpfe beschieden sein würden. Selbst heute ist ein Ende dieser Kämpfe noch nicht abzusehen und auch die bolschewistischen Machthaber in Rot-Spanien erklären in ihrem Rund­funk lediglich, daß der Kampf nunmehr ein halbes Jahr dauere und daß er im nächsten Halbjahr beendet werden müsse, Die ganze Entwicklung wäre sehr wesentlich anders verlaufen, es wäre dem unglücklichen Lande viel Elend erspart und Europa von der nervösen Unruhe verschont geblieben, wenn Moskau nicht den Versuch gemacht hätte, diese Auseinandersetzungen für seine Zwecke auszunutzen. Immer neue Freiwilligentrans­porte und immer neue Waffenlieferungen" werden von den Moskauer Machthabern nach Spanien gesandt. So steht das nationale Spanien heute im Kampf gegen den Bolschewismus, im Kampf gegen den Menschheitsfeind Nr. 1. All das Drängen Deutschlands und Italiens, endlich das spanische Problem gründlich zu bereinigen und es den Spaniern selbst zu überlassen, die ihnen ge­nehme Regierungsform zu finden, wie Eden das un­längst formulierte, sind bisher ohne Erfolg geblieben. Noch immer kann man sich nicht zu der Parole zurücksinden, Spanien den Spaniern zu überlassen. Noch immer ge­schieht nichts, um die Unterstützung der Bolschewisten in Spanien durch Moskau zu stoppen. 2m Gegenteil, die neue Note der Sowjetunion, die wir gestern bereits charakterisierten, zeigt, daß Moskau entschlossen sisi seinen Kampf vom spanischen Kriegs­schauplatz aus weiter fortzusetzen. Gleich­zeitig versuchen die jüdisch-bolschewistischen Machthaber in Valencia vorher alle Maßnahmen unwirksam zu machen, die auf eine Unterbindung des roten Frei- willigenzuftroms hinauslaufen. Man sucht dieses Ziel zu erreichen, indem man die Freiwilligen ein» la ch einbürgert. In der italienischen Presse wird diese Maßnahme der Bolschewisten als ungeheuer- l i ch e r Schwindel gekennzeichnet, denn keiner der so eingebürgerten Ausländer denkt daran, wenn der

In der anschließenden Feierstunde im Saal des Hotels Zum goldenen Bären", in der Staatssekretär Dr. Lammers allen am Bau Beteiligten für ihre Arbeit und Leistung dankte, ergriff der Führer selbst das Wort; er sprach zu den Bauarbeitern als ein selbst aus ihren Reihen Heroorgegangener über Sinn u.,d Inhalt unseres Schckffens für die deutsche Ration. Diesem Schaffen sei auch das Berchtesgadener Haus der Reichskanzlei bestimmt. Alle, gleichvi» an welcher Stelle sie stehen, dienten dem großen Werk, ob sie an diesem Bau arbeiten oder in ihm wirken.

Berchtesgaden dem Richtfest des dort im Bau befindlichen Dienstgebäudes für Zwecke der Reichskanzlei bei. Rach dem launigen Richtspruch des Poliers hielt Staatssekretär Dr. Lammers eine kurze Ansprache, in der er auf den Sinn des Baues hinwies, der dazu bestimmt ist, bei Aufenthalten des Führers in Berchtesgaden eine Verbindungsstelle der Reichskanzlei aufzunehmen, da der Führer immer int Dienst ist, ob werktags, feiertags oder im Urlaub.

aiqelgettpreife: Em Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund, preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 5 Nachlatzstaffel v. - Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen tr.b. ,clne Gewähr übernommen. - Schluß bet Anzeigen-Annahme 9V= Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

Deutschland und Italien.

Generaloberst Göring hat in Italien, das haben die Meldungen der letzten Tage sehr deutlich gezeigt, eine überaus freundliche und herzliche Aufnahme ge­funden. In Paris und auch in einigen anderen euro­päischen Hauptstädten ist man darüber nicht sonderlich erbaut gewesen. Die Franzosen haben auch eine ge­wisse Nervosität an den Tag gelegt, die sich in der Pariser Presse fast jedesmal bemerkbar macht, wenn einer der führenden deutschen Männer einen Besuch im Ausland abstattet. Zu einem Teil ist diese Unruhe diesmal wohl darauf zurückzuführen, daß einige mit besonderem prophetischem Geist begabte Journalisten Frankreichs bei dem Abschluß des italienisch-englischen Mittelmeer - Übereinkommens eine Abkühlung der deutsch-italienischen Beziehungen glaubten ankündigen zu können. Nun, die Aufnahme, die Ministerpräsident Generaloberst Göring in Italien gefunden hat, seine Unterredungen mit dem Kaiser und König und mit dem Duce zeigen, wie sehr diese Propheten sich geirrt haben. Tatsächlich handelt es sich ja auch im Falle Deutschland- Italien um viel mehr als um eine zeitlich bedingte Zu­sammenarbeit. Die Bindungen, die die beiden Völker zusammenhalten, sind viel tiefer und stärker: Gleiche Ideale (und, wie Göring sagte, gleiche Feinde) sind die Grundlage, aus der die deutsch-italienische Zusammenarbeit ruht. Beide Völker haben er­kannt, daß es kein Kompromiß mit den Mächten der Unordnung und des Blutrausches, mit dem Kommunis­mus, geben kann und daß alles darauf ankommt, diesen Menschheitsfeind zu bekämpfen. Durch die persönliche Fühlungnahme ist die Entschlossenheit gegen alle Kräfte des roten Umsturzes vorzugehen, weiter vertieft worden. Die italienische Presse hat das mehrfach in den Kom­mentaren zum Besuch des Generalobersten Göring be­tont und hat dabei stets erklärt, daß die Achse

6 Ausaoben . Werktäglich nachmittags.

* Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abenbs, autzerSonn-u. Feiertags.

Unterhaltungsbeilage. Berliner Büro: Berlin-Wllmersborf.

x Durch die Anordnung des Führers, die neugegründeten Führernachwuchsschulen der Bewegung nach ihm zu benennen, wird der bedeutsame Schritt der Partei voll und ganz als das gekennzeichnet was er ist: eine Revolutionierung des bisherigen Erziehungswesens. Der Führer und seine engsten Mitarbeiter haben niemals das so oft besprochene Problem der Schulung und der Auslese des Nachwuchses für die Kommandostellen im Staate aus den Augen gelaßen. Nunmehr zeichnen sich im 5. Jahre der Machtergreifung die Crundsätze der Führerauslese auf sehr vielen Gebieten klar ? und deutlich ab. Die Polizei wird sich aus der SS. rekru­tieren. Die HI. wird chren Führernachwuchs aus der Maffe der bewährten Unterführer wählen, um chn in drei Jahren auf der Akademie von Braunschweig und München für seine Aus­gaben zu schulen. Der FUhrernachwuchs der Partei dagegen rekrutiert sich aus der breiten Masse des Jungvolkes. Die Hoheitsträger der Partei werben aus den Volksschulen den 12jährigen, in der Kameradschaft und in der Schule Bewähr­ten auslesen, um ihn den Schulen Adolf Hitlers zuzusühren. Ohne Rücksicht auf Herkunft und Stand, lediglich nach seiner geistigen und körperlichen Eignung ausgewählt auf die ee Befähigung wird der Nachdruck gelegt soll sich der ngsgang dieser dem Jungvolk Entsproßenen in sechs Jahren so vollziehen, daß in dieser Zeit dasselbe erreicht wird wie auf den höheren Schulen. Lehrstoff und Lehrer bestimmen Reichsjugendführung und Reichsorganisationsleiter. Die Er- B Ziehung wird rein nationalsozialistisch sein. Der Absolvent der Schulen Adolf Hitlers, der in diesen sechs Jahren eine Probe auf Herz und Nieren durchzumachen hat, wird dann durch Ar- beitsdienst und Heer gehen, um auf den Ordensburgen sozu­sagen die Hochschulvollendung zu erhalten. Aus diesen ; Männern, die eine solange und so sorgfältige geistige wie körperliche Ausbildung durchlaufen haben und auf deren Er­ziehung zu absoluter Treue und Hingabe an den Führer und die Bewegung die Partei volles Vertrauen haben darf, wird sich die künftige Führerschaft der Partei zu­sammensetzen. Um Verwechslungen vorzubeugen: Die bisher bestehenden nationalpolitischen Erziehungsanstalten sind etwas . anderes. Die Ausführungsbestirnmungen, die Angaben über die Anzahl der Schulen, die Orte, an die sie gelegt werden, werden noch belanntgegeben. Schulen, dieses neuen Stils sind

Eine Verfügung des Führers.

München, 18. Jan. Der Führer und Reichskanzler hat, wie die NSK. meldet, folgende Verfügung erlaßen:

Nach Vortrag des Reichsorganisationsleiters der NSDAP, und des Jugendführers des Deutschen Reiches ge­nehmige ich, daß die neu zu errichtenden nationalsozia- l i st i s ch e n S ch u l e n, die gleichzeitig als Vorschulen für die nationalsozialistischen Ordensbur- U. gen gelten sollen, meinen Namen tragen.

V e r l i n, 15. Januar 1937.

gez. Adolf Hitle r."

, Zu der Verfügung des Führers geben die beiden Reichs­leiter Dr. Ley und Baldur von Schirach, wie der Reichsjugendpreffedienst" erfährt, folgende Erklärung ab:

Der Führer hat auf Grund eines von uns gemeinsam M ausgearbeiteten Planes die obige Verfügung über die Adolf- Hitler-Schulen der NSDAP', erlaßen. NSDAP, und r. Hitlerjugend haben damit einen neuen gewaltigen Auftrag erhalten, der weit über diese Zeit hinaus in die ferne : Zukunft reicht.

Nähere Einzelheiten über die Adolf-Hitler-Schulen wer­den heute noch nicht veröffentlicht. Wir teilen jedoch, um Unklarheiten zu vermeiden, die nachfolgenden Grundsätze mit:

1. Die Adolf-Hitler-Schulen sind Einhei­ten der Hitlerjugend und werden von dieser verant- wörtlich geführt. Lehrstoff, Lehrplan und Lehrkörper werden von den untenstehenden Reichsleitern reichseinheitlich be- stimmt.

U? 2. Die Adolf-Hitler-Schule umfaßt sechs Klassen. K Die Aufnahme erfolgt im allgemeinen mit dem vollende- ten 12. Lebensjahr.

3. Aufnahme tn die Adolf-Hitler-Schule finden solche fr- Lungen, die sich im Deutschen Jungvolk hervor­ragend bewährt haben und von den zuständigen Hoheitsträgern in Vorschlag gebracht werden.

4. Der Schulbesuch in den Adolf-Hitler-Schulen ist unentgeltlich.

5. Die S ch u l a u f s i ch t gehört zu den H o h e i t s - rechten des Gauleiters der NSDAP. Er übt sie r entweder selbst aus oder übergibt die Ausübung dem Eau- - schulungsamt.

6. Nach erfolgter Reifeprüfung steht dem Adolf-Hitler- Schüler jedeLaufbahnderParteiunddesStaa- V tes offen.

München, 17. Januar 1937.

Der Reichsowanisationsleiter Der Reichsjugendführer des der NSDAP. Deutschen Reiches.