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Dienstag, 5. Januar 1937.

Wiesbadener Tagblatt

Nr. 3. Seite 11.

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»Me Reiter, die bisher gekommen," murmelt er, „haben flenommen, weggetrieben, und ihr, ihr bringt einem stein- alten Mann ein Schwein. Zeiten sind das, seltsame Zetten . . .!

Mit Tränen in den Augen schließt der Vater den Sohn tn die Arme.

SUs sie dem Hauptmann danken wollen, da ist er davon- gerttten, aber ein Faß Wein hat er dagelassen für seine Soldaten.

„War besser so, Leute", meint er am nächsten Morgen, „btn immerhin euer Hauptmann, und ihr konntet sorgloser feiern ohne mich ..."

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rüstung der Truppen ein und bemüht sich, daß die Feuer­waffen immer weitere Verbreitung finden.

Auf strenge Manneszucht ist er unablässig bedacht.

Einmal wird ihm gemeldet, daß brandenburgische Soldaten einem Schuhmacher seinen ganzen Vorrat an Stiefeln weggenommen haben.

Da fährt Derfflinger auf.

nicht, bis angespannt ist, sondern reitet, nur non fctnem begleitet,, in die Stadt, aus der der

Vorfall berichtet worden ist.

Wittext er die Soldaten an, „ihr wollt Derff- lingersche Dragoner sein und macht mir solche Unehre? Wer von euch hat gestohlene Stiefel an, vortreten!"

Einer tritt aus dem Glied, ein zweiter, dritter, Dierter . . .

„Ausziehen die Stiefel!"

Die Soldaten gehorchen.

„Antreten zum Parademarsch!"

n-, müsien die Miffetäter mit im Glied marschieren.

Es gibt Blasen und wunde Füße

Derfflinger kennt kein Pardon.

< , £e.m 9* ^e Stiefel weggenommen habt,

hat auch nicht gelacht, als ihm das geschaht"

... beit diesem Tage hat Derfflinger nicht mehr zu klagen über seine Soldaten, die von ihm sagen: „Der Derfflinger ist ein Kerl, vor dem man den Hut ziehen muß “ U

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1674: Als Feldmarschall gibt Derfflinger nichts auf äußere Ehrungen.

Er ist so schlicht geblieben, wie in den Tagen, da er als einfacher Soldat seine Pflicht getan.

Aber er freut sich, daß man in ihm die Armee ehrt, die junge, tüchtige Armee . . .

Und sie ist sein Werk!

Ohne Derfflinger, ohne seinen unermüdlichen Einsatz für die Soldaten wäre sie nicht in solch kurzer Zeit zu einer Macht geworden, mit der Europa rechnen muß.

Immer wieder setzt er sich für die Verbesserung der Aus-

Derfflingers Soldatenleben.

Diese interessanten Ausschnitte sind dem soeben i” K. Thienemanns-Verlag, Stuttgart, erschienenen Buch „Derfflinger" von unserem Mitarbeiter Hans Gäfgen entnommen.

Man schreibt das 3ahr 1632.

Der große Krieg tobt durch die Länder Europas. Städte Brennen, Dörfer Brennen, kein Acker wird mehr BeBaut, der Hunger reitet durch das Land. Aber es reiten auch Soldaten durch Deutschland, viele, viele Soldaten, Deutsche und Fremde, und unter ihnen auch ein Hauptmann, Hauptmann Derfflinger.

Der Schlafgeselle aus dem Zelt ist noch immer Dragoner, nun auch im Heere Gustav Adolfs, wie Derfflinger. Er muß stramm stehen vor seinem einstigen Kameraden. Das Spotten hat er sich abgewöhnt und manchmal meint er Bet sich: Der Derfflinger ist ein Kerl! Vielleicht wird er wirklich General . . .

Beliebt ist der Hauptmann wie kaum ein zweiter.

Seine Soldaten gehen für ihn durch dick und dünn. Er ist, wenn ihn auch Ehrgeiz beseelt, kein Leuteschinder. Für jeden hat er ein gutes Wort. Hat einer etwas auf dem Herzen, Bei dem Hauptmann findet er ein williges Ohr.

„Herr Hauptmann, nächsten Monat wird mein Vater neunzig!"

„Potztausend, Kerl, das ist etwas, da reiten wir Bin, alle zusammen, nud vorher treiben wir ein Schwein auf."

Da strahlt das Äuge des Soldaten. Er hatte um Urlaub Bitten wollen, fein Dorf, wo der Vater wohnt, liegt nicht weit. 216er so, wie es der Hauptmann will, ist es ihm viel ließer.

Und der Derfflinger hält, was er versprochen hat.

Mit vieler Mühe wird im ausgeplünderten Land das Schwein gefunden. Der Hauptmann Bezahlt es auf Heller und Pfennig aus feiner Tasche. Er hätte es nehmen können ohne Geld, er hat ja die Macht, und seine Reiter stehen hinter ihm. Er aber bezahlt das Schwein . . .

Ja, so ist der Derfflinger.

Die einen nennen ihn einen Dummkopf, die anderen aber Blicken zu ihm hin, als fei er etwas Besonderes, eine Ausnahme in diesen wüsten, wirren Zeiten.

„Bedenkt doch, Derfflinger, wieviel Kannen Wein Ihr trinken könntet für den Preis, den Ihr für das Schwein er­legt habt", sagt einet der Offiziere.

v r®0® ®eWI> recht getan zu haben, schmeckt mir besser als der Wern."

Derfflinger ruft es und reitet davon, gefolgt von seinen Soldaten.

Als sie dem Alten das Schwein in den verödeten Hof treiben, traut der Mann seinen Augen nicht.

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^^^^.Jutstehung ihres Bundes auf ihn selbst zurückführen.

-tx f° f.h.ft ®cttt aus, „ist tatsächlich eine Art »wltT<meti.ltniI>et^t?ts0US bet Arzte hervorgehen, die gleich- Wahrsager und Zauberer sind: eine Einrichtung, durch Ä“ £ medizinischen, pharmazeutischen, chemischen und ^xikologischen Überlieferungen der Raste bewahrt und von Generation zu Generation weitergereicht werden. Um all ^x,NEimmsse zu beherrschen, muß ein Mann sich aus« MtegNch ihrem Studium von Jugend an bis ins hohe Alter widmen. Aber wenn ein Glied des R'Kunda (das find die Pavianmenschen) endlich den höchsten Grad erreicht hat und fKnnö« ^m-U •roTrä’ M er die Zukunft frei Voraussagen

?4|eitllS€n entdecken können, welche mit dem bösen ÄSftet und er muß Herr des Unglücks sein und es vernichten können. Er hat außerdem gelernt, unzählige ?.WEren gegen fast jede Krankheit zu bereiten, gegen Gift- Biffe und Unfälle. Von den feierlichen und eindrucksvollen Zeremonien bet der Weihe eines Novizen, der bizarren Symbolik dieser Pavianmenschen gibt (Satti ein lebendiges Btto. a

* Die Eeheimgesellschaft der Pavianmenschen. „Wer auf der Straße am Ostufer des Kongo reist", so berichtet der Forschungsreisende Ättilio Eatti, „der wird häufig von einer Horde von Pavianen erschreckt, die den Weg vor dem Auto besetzt halten. Das Bellen ihres wildaussehenden Führers gibt den Weibchen das Zeichen, sich in den Wald zu- rückzuziehen, während er selbst — meist ein besonders großes und starkes Tier — frech den nahenden Eindringling anftarrt und die Zähne bleckt, vor denen sich sogar Leoparden fürch- ten.“ Bei den Eingeborenen entstand vor diesen mächtigen Affen eine abergläubische Furcht, die sich von Generation ju Generation vererbt und zu dem Glauben führte, der Große Pavian besitze übermenschliche Weisheit und magische Kräfte. Wie Attilio Eatti in der „Umschau in Wissenschaft und Technik" (Frankfurt a. M.) berichtet, ist es ihm Bei feinem 2^jährigen Aufenthalt als Erstem gelungen, in das Geheimnis der „Pavianmenschen" einzudringen, einer Sekte non Medizinmännern, ^welche den Großen Pavian verehren

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