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Sonntag, 4. Oktober 1936.
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M«s«r Bett, unser Radio und unsere Zeitung, unsere Sttbbeln Wwd die anderen Klamotten und obendrein noch die Löh-
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Der Güter höchstes ist die Ehre
Erzählt von Max Karl Böttcher.
rwar brauste man auf. zwar gab es rasch hin und her ein -«ar harte Worte, aber dann schob sich der behäbige, zwei 'Zmtner schwere Kollander, «in Fleischer aus der Bayerischen Mimik, dazwischen und sagte gemütlich: „A Ruh' gebt's i fat Leut'!!! Halt' euer drecket es Maul und basta!"
J ; M.. „Ra, hörst du schwer! Das Geld suchen!"
O Ms" „Wir haben es ja schon gefunden, Herr Oberfeld- s M Wkr!"
• 1 „Gefunden^! — Und da leibt der Dieb noch, den hat der M »Thines«" noch nicht zu Mus zermalmt?!"
4 ^Das geht doch nicht, Herr Oberfeldmeistet! Der i »Chinese" ist nämlich selbst — der Dieb!"
Der Vorgesetzte stierte den Dormann an wurde rot, M ivurde blaß, dann ries er: „Ausgeschlossen!, Volfftändig, aus- k ^schlossen! Der „Chinese" soll kommen, sofort!" k » -^nd drei Minuten später stand der Arbeitsdienstmann l Bilander vor dem Lagersührer.
Mel nahm und deren täglich neu« ausgebrütet wurden. Krmr brauste man auf. zwar gab es rasch hin und her ein
s> Wchng! Wozu dann noch 50 RM. schicken lassen?! Dem Monk i K®etö’ ich' was tuten! Ander« Leute zum Diebstahl ver- § I |«iten! Unerhört! Also los! Sucht den Zimt! So lange gesucht, bis ihr das Geld gefunden! Abtreten!" Aber Stubenälteste blieb noch in militärisch strammer Hal-
Zn Truppstube 2 der Ostbaracke des Arbeitsdienstlagers Dammbau" herrschte ein rauher, aber herzlicher Ton. Daß -Jan dem kleinen, so schnell explodierenden Mannheimer sghnomt ab und zu Essig ins Rasierwasser schüttete oder -em stets fidelen, aber saugroben Schlesier Scholz (welcher Echlesier hieße nicht Scholz?) ein paar tote Mäuse in die i Libeitsstiefel steckte, das waren so kleine Scherze, die keiner
h Da geschah etwas ganz Furchtbares auf Stube zwo! Es s Dar gestohlen worden! —
t „Ein Diebstahl auf Stube zwo!? Ganz ausgeschlossen! r <<is ist Quatsch!" lachte der Laaerführer, der Oberfeldmeifter ? ullrich, als.der Vormann, der Stubenälteste ihm vorschriftsmäßig Meldung von dem Diebstahl erstattete. Dann fuhr
; «r Oberfeldmeister fort: „Geh ruhig heim, mein Sohn und Myähle das deiner Großmutter, daß auf Stube zwo ein Dieb HP Der „Chinese" wurde den Burschen zu Brei zerquet- „ fegen, der in euren Stubenfrieden solch dreckigen Mist mengt!
■Mo sucht gefälligst den 50-Markschein, und morgen früh will WA Meldung sehen, daß alles in Ordnung geht! Wem ge- Ubirl überhaupt das Geld?! Aha, dem Monk! Den werde ich zwei Stunden Strafdienst beglücken, weil er der Dienst- MMschrift zuwider so sündhaft viel Geld im Spind hat! DDozu überhaupt 50 RM. beim Arbeitsdienst? Das soll mir gffir Monk noch einmal klarmachen! Wir haben unser Mutter, gut und reichlich, wir haben unsere warme Stube,
Eine Blumenfrau erzählt.
Blumen sind Sinnbilder und dadurch Dolmetscher der Gefühle, und die Frauen, die Blumen feilhalten und verkaufen, sind gewissermaßen als Vermittler in die wechselseitigen Beziehungen der Menschen eingeschaltet. Sommers und winters stehen die Blumenfrauen da, im kalten Novemberregen und im lachenden Maiensonnentag, auf glänzenden Asphaltstraßen und auf grünen Parkwiesen, auf gepflegten Gartenpfaden, vor den glitzernden und flimmernden Portalen großstädtischen Nachtlebens, an Bahnhöfen und Theatern, an Ufern rebenumkränzter Flüsse und auf den Strandpromenaden der Seebäder. Oft sind ihre Waren Kostbarkeiten, die wie Edelsteine betreut und behütet werden müssen, in den rauhen Ländern des Nordens und unter der Sonne Afrikas, am Rande der ewigen Sandmeere, oft sind sie etwas Alltägliches, in all den Ländern, wo die Natur ihr Füllhorn im Überfluß über die Landschaft ausgegossen hat, an den Gestaden des Mittelmeeres, auf den in Farben brennenden Inseln der südlichen Meere. Alte, verhutzelte Frauchen mit klugen Augen halten sie seil, Mütter, denen di« Not aus den Augen spricht, junge Mädchen mit geheimnisvollen Hoffnungen und Wünschen, Kinder, denen die Freude am farbigen und bunten Dasein aus dem Gesicht lacht. Ich greife eine heraus, aus deren Zügen die abgeklärte Ruhe reifer Lebenserfahrung spricht und lass« mir erzählen von ihren Blumen und ihren Kunden:
„Wenn man seit vierzig Jahren Blumen verkauft, mein Herr, dann kann man vieles erzählen. Als ich hier anfing, meine Nelken, Rosen und Tulpen feilzubieten, war ich noch eine junge Frau, und an meiner Schürze hingen drei Kinder, di« Hunger hatten und die ich sattmachen mußte, weil ihr Vater gestorben war. Ich bin auf dem Lande groß geworden und habe immer schon die Blumen geliebt, und da Blumen- verkaüfen ein Beruf ist, zu dem man nicht viel gelernt haben mutz, war diese Tätigkeit für mich die richtige, als ich damals gezwungen wurde, mich und meine Kinder selbst zu ernähren. Als ich anftng, Blumen zu verkaufen, war ich noch jünger und auch schöner; ich habe auch nicht mein ganzes Leben hier vor dieser Ecke gestanden, sondern früher ging ich mit meinen Blumen abends und nachts in die eleganten Restaurants, Dielen, Tanzlokale und Gaststätten. Ich habe dabei manches hören und einstecken muffen, was mir fremd und unangenehm war, denn ich war damals, wie ich Ihnen schon sagte, noch eine Frau, die das Ansehen wert war. Ich habe immer so
viel verdient, daß ich rechtschaffen leben konnte. Damals habe ich auch zum ersten Male beobachten können, was eine große Liebe ist. Das war in einem eleganten Tanzlokal, das schon lange nicht mehr existiert. Da bediente eine junge hübsche Kuchen Verkäuferin, und jeden Abend kam ein Gast, der ihr durch mich die kostbarsten und schönsten Blumen schenkte, Monat« hindurch. Sie durfte nie wissen, von wem die Blumen kamen, und sie hat es auch nie erfahren. Eines Tages kam der Herr nicht mehr, und die hübsche Kuchenver- käuferin hat sich später verheiratet, ohne jemals zu wiffen, für wen sie die „große Liebe" war. Ob ich heute noch alte Kunden habe? Wenn Sie ein paar Minuten früher gekommen wären, hätte ich Ihnen einen alten weißhaarigen Herrn gezeigt, der ein Menschenleben lang jahraus, jahrein bei mir Blumen kauft, immer die gleichen, die langstieligen gelben Marschal-Niel-Rosen. Ich habe den Herrn oft mit Damen gesehen, als jungen Offizier unserer Garnison, als Herrn im besten Alter und auch jetzt sehe ich ihn noch oft mit Damen jeden Alters, aber nie habe ich bei den Frauen seiner Gesellschaft eine der Blumen entdecken können, die er bei mir gekauft hat. Einmal habe ich ihn gefragt, wem er immer die teuren Blumen schenke, und nach dieser Frage kam et wochenlang nicht mehr. Ich kenne einen Ehemann, der jeden Abend, wenn er aus dem Büro kommt, Blumen bei mir kauft, die er seiner Frau mitbringt. Er kauft nie einzelne Blumen, sondern immer den Farben nach paffende Zusammenstellungen, und morgens kommt seine Frau und kauft für ihn eine schöne einzelne Blume, die sie für ihn auf seinen Schreibtisch stellt. Wenn man so etwas sieht und beobachtet, hat man immer wieder Freude in seinem Beruf, denn man weiß, daß man mit feinen Blumen zwei Menschen glücklich macht. Ob ich auch schon Unglück mit Blumen erbebt habe? Auch das, mein Herr. Ein junger Mann hat oft bei mir die Blumen für seine Braut gekauft, und dann kam er eines Tages und sagte mit: „Nun kann ich keine Blumen mehr kaufen, jetzt müffen Sie mir zum Abschied einen schönen Kranz für ein Grab binden." Da habe ich gewußt, was passiert war. Es gibt auch Künstler im Blumenschenken. die die Blumen immer paffend zur Haarfarbe oder zum Kleide ihrer Damen kaufen. Einen solchen Kunden hatte ich vor Jahren; der war noch ein Kavalier der alten Schule, der die Blumen wirklich sprechen ließ. Ich konnte an den gekauften Blumen mit Sicherheit wissen, ob die Dame, mit der er ausging ober zu der er eingeladen war, blond, schwarz oder rothaarig war, ob st« ein grünes, blaues ober weißes Kleid trug, und meine Vermutung hat sich immer
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scheu kennen gelernt, der ihn zur Flucht aus dem Arbeitslager und zur Überfahrt nach Indien beschwatzt hat, welches die Gründe dieses Menschen sind, weiß ich nicht! Er hat Fritz auf einem holländischen Dampfer eine Schiffsheuer verschalt, und die 50 RM. sollten für die Reise bis nach Amsterdam gehen. Gestern abend sollte die Flucht vor sich gehen. Desertieren aus dem Lager und vom Dienst und als wehrpflichtiger Mann ins Ausland gehen — das sind schimpfliche Taten! Davor mutzte ich meinen Kameraden bewahren! Alle Vorstellungen von mir waren fruchtlos, ich habe ihn fast auf den Knien gebeten, davon abzulassen, alles war umsonst! Da mußte ich zu einem gefährlichen Gewaltmittel greifen! Ich stahl ihm das Geld aus dem Spind! Hoffentlich schlägt er nicht Lärm, sonst trifft mich die Schande! Ich bitte Sie, unverzüglich hierher zu kommen und von mir den 50-Markschein in Empfang zu nehmen und Ihren Sohn den Kopf zurechtzusetzen! Mit deutschem Gruß Kollander.
Der Feldmeister las den Brief noch ein zweites und drittes Mal und schaut« dann mit fast glücklichem Lächeln den Vater Monk an, der nun bang fragte: „Nun?!"
,Nun?! — Ich sage, daß Ihr Sohn vor einem bösen Streich bewahrt wurde durch di« Tat seines Kameraden!"
„So ist er nicht fort, mein Sohn? Er ist noch da?"
„Gewiß ist er noch da! Aber der arme Kollander, der steckt'nun im Kittchen dem wird der Prozeß gemacht werden wegen Kametadendiebstahl, den et offen zugegeben hat!"
„A, da muß er aber sofort heraus, der Kollander, der Brief hier beweist doch, daß er nicht das Geld um des Geldes willen stahl, nicht, um sich zu bereichern, er hat ja ein gutes Werk durch diesen Diebstahl getan, et hat mich und meine Familie vor Schande und Unglück bewahrt? Lassen Sie. ich bitte Sie, den Mann sofort frei!“ „Hm, so schnell geht das nun nicht! Gestohlen ist gestohlen und Einbruch ist Einbruch! Die Motive zur Tat kommen erst in zweiter Linie, aber ich werde das Oberstfeldmeisteramt anrufen, das mag entscheiden!" —
Ein Stündlein später war der „Ehinese" frei und wurde von seinen Kameraden im Triumph vom Kittchen abgeholt. Aber zum Abendappell, zu dem der Oberstfeldmeister erschienen wat, bekam der gute Kollander doch eine Abreibung. „Kameraden! — Ihr denkt alle in eurer unerfahrenen Jugend der Arbeitsdienstmann Kollander hat eine Heldentat begangen?! Nein, hat er nicht, das sicht nur so aus! Er hat zwar in vorbildlicher kameradschaftlicher Weise feinen Kamerad vor einer schlimmen Tat bewahrt, di« diesem sein ganzes Leben versaut hätte, er hat auch seine Freiheit für den Kameraden eingesetzt, und dafür befördere ich ihn unter heutigem Tag« zum Vormann und spreche ihm vor vetfem- melter Mannschaft meine Anerkennung aus, aber der Weg, den er ging, um seinen Kameraden zu bewahren, wat falsch, denn et setzt« für diese Tat seine Ehre auf das Spiel! Gesundheit, Gut, Selb und fdgar Leben für seinen KamettM einzusetzen, ist edel und des deutschen Mannes Art, aber seine Ehre, die opfert der deutsche Mann nicht, für niemanden und für nichts! Merkt euch das Kameraden, denn die Ehr« ist uns unverletzlich und heilig! Der Güter Höchstes ist die Ehre! — Weg getreten!"
„Sie werden beschuldigt, Kollander, dem Kameraden Monk aus dem verschlossenen Spind einen 50-Markschein gestohlen zu haben! — Nun sag bloß, daß es Quatsch ist!“
„Es ist die Wahrheit, Herr Obetfeldmeister!"
„Unsinn. Kollander! Mensch! „Chinese!" Das ist doch Unsinn! So sagen Sie doch wenigstens, daß es ein dummer Witz ist!"
„Nein? Herr Oberfeldmeifter, das ist kein Witz, das ist bitterer Ernst!" erwiderte kurz und bestimmt Kollander.
Der Lagetführet, der im Lauf« der Dienstjahre ein guter Menschenkenner geworden wat und obendrein gegen jeden Untergebenen Wohlwollen zeigte, blickte lange und nachdenklich auf den Dicken aus der Bayerischen Ostmark, er sah dessen klare Augen, in denen kein Falsch stand, und da wußte er, daß etwas vorliegen mußte, etwas Besonderes, das den prächtigen Kerl zu solch übelster Tat, wie Kameradendiebstahl ist, veranlaßt hatte.
„Warum taten Sie das? Kollander?" fragte er gütig und eindringlich den „Chinesen", aber der antwortete nicht.
„So nennen Sie doch Ihre Grunde, Mensch?"
„Ich bitte, darüber schweigen zu dürfen!" „Warum?!"
„Aus Kameradschaft!"
„Das ist Ihr letztes Wort, Kollander?"
„Mein letztes Wort!"---
Der Lagerführer trat an das Fenster, schaute lange hinaus und über das grüne Vorfeld der Baracke, nach dem Damm zu und sann und sann. Et ahnte, daß der Diebstahl des Kollander nicht ein Vergehen war, sondern eine kameradschaftliche Tat sein müsse, nut die Zusammenhänge konnte et nicht finden.
Doch schon am nächsten Morgen kam Licht in die verworrene Geschichte. Pflichtgemäß hatte der Oberfeldmeistet den Dieb, der geständig war, festsetzen lassen und sofort der vorgesetzten Stelle, dem Oberstfeldmeistet Meldung erstattet. Am frühen Vormittag des nächsten Tages traf im Kraftwagen ein Herr im Lager ein und begehrte den Lagetführet zu sprechen. Als er vor dem Oberfeldmeistet stand, stellte er sich vor: „Mein Name ist Monk. Ernst- Monk. Ich bin der Vater des Arbeitsdienstmannes Fritz Monk von Trupp- stube zwo. Gestern erhielt ich diesen Brief da, unterschrieben von einem Kameraden meines Sohnes namens Kollander, unb in Sorge um meinen Sohn bin ich sofort herbeigeeilt. Bitte lesen Sie diesen Brief!"
Erstaunt nahm der Lagetführet das Schreiben und las:
Geehrter Herr! Ihr Sohn Fritz ist mein Arbeitslamerad und Bettnachbar in Stube zwo. Er vertraut« mit an, daß er sich von Ihnen im Paket 50 RM. hab« schicken lassen, um angeblich seine Eigentumsuniform zu bezahlen. Aber leider ist der Zweck ein anderer. Ihr Sohn, der öfters den Gasthof des Nachbardorfes Linbenau besucht, hat dort einen Men-
; Und merkwürdig, das wirkt«! Die erhitzten Gemüter äjSnftigten sich fast augenblicklich, und wo erst Zeter und Mztdio waren, wurde jetzt mitgelacht. Eine vorbildliche Wltzengtabenartige Kameradschaft herrschte auf Stube zwo, EBeüf) doch natürlich keiner der jungen Leute je int Schützengraben gestanden hatte. Kam ein Neuer auf Stube AK, etwa einer, dem Schaufel und Spaten und harter Dienst Kampf mit Schlamm und Erde etwas Frentdes und Un- M-A0hnt«s war, so daß er schier verzweifeln mochte, so waren Kameraden, die ihm alles genau erklärten, die ihm MPeich zur Hand gingen und anfangs ein gut Teil feines siLÄeitspensums mit erledigten, bis er sich in die Derhält- ■jge des Arbeitsdienstes und an die schweren körperlichen Mstungsansprüche gewöhnt hatte.
|: Der Lagerführer, Oberfeldmeister Ullrich, wußte gar WM, daß man diese vorbildliche Kameradschaft auf Stube Wch-vor allem dem „Chinesen" verdankte. Dieser „Chinese" Wß eben der dicke Kollander, der Fleischer aus der Baye- Wchen Ostmark. Ein gang prächtiger Bursche von charakter- ■ben Hochqualitäten! Drei Jahre lang war er auf einem als Schiffskoch tätig gewesen, dann in China hängen geblieben, auf einer Rersplantage Kuli- WM geworden, und dann als die Verhältnisse in Deutsch- MW wieder wesentlich besser wurden und ihm die, Idee der . ilibeitsdienstpflicht aller jungen deutschen Menschen ge- Mltig imponierte, meldete er sich freiwillig zum Arbeits- Mpst, obgleich er schon längst das pflichtige Alter über« Wrftten hatte. Wegen feines langen Aufenthaltes im Lande Bfa aufgehenden Sonne und wett er gern und viel von x/khma erzählte, nannte man ihn im Dammbau-Lager kutzet- DM> den „Chinesen". Et verstand auch allerhand seltsame ? Singe exotischer Art, z. B. wie man einen Igel schmackhaft Wbereitet und bratet, wie man eine Henn«, natürlich aus- WDrnmen, aber dafür ungerupft, zart und fein im offenen briet. Er umkleidet« die Henne mit einet doppel- -Nlldicken Schicht breiigen Lehms und warf diesen großen Wdkloß ins lodernde Lagerfeuer, der Lehm wurde glühend Wtz wrib rot unb hart, das Huhn darunter köstlich gar, bann, ■6 zweistündigem Backen im Feuer, klopfte er die stein- pstte ziegelrote Lehmschicht ab, und siehe da, rosig-weißes, Weiches Fleisch, im eigenen Fett der Henne gebraten, lag Wyetitlich vor dem Koch. Das Federkleid samt der Haut t Dar stm Lehm stecken geblieben. — Fetner verstand bet isSbinefe“, ein Dutzend wirklich feinschmeckender Reisgetichte Bef chinesische Art herzustellen, er wußte, wie man die Dienst- Biefel garantiert wasserdicht und dabei wildleder-geschmeidig Wfelt, er kannte viele Tees und Wurzelkräuter gegen Schnupfen, Halsentzündung und Zahnweh, kurz, er Btt geradezu eine Perle an Kameradschaft und Hilfsbereit- kWhi. von feinen musikalischen Talenten auf Okarina und Whifferklaoier gar nicht zu reden. Die Leute von Trupp- Mude zwo waren in und außer Dienst wie eine große Fami- Be, hingen zusammen wie Kitt, waten immer fröhlich, - immer sangesbereit, und draußen, bei der schweren Arbeit des Dammbaues, immer unverdrossen und allein anderen . ttran.
Veiiaye des Wiesbadener 3TaijbUitt5.
