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Nr. 200.
Freitag, 24. Juli 1936.
84. Jahrgang.
Das gemeinsame Ziel: „Freude auf Erden unter den Menschen.“
Moll M möW Den WIM IOr M inib Mim.
Auswertung der durch die Technik gewonnenen Freizeit. — Überwindung des Vegetierens. — Förderung des Strebens nach Höherem. — Erfüllung der menschlichen Berufung.
„KdF.", das deutsche Beispiel.
Hamburg, 23. Juli. Mit einem Weckruf durch den Rundfunk wurde am Donnerstag um 6 Uhr morgens der Weltkongreß für Freizeit und Erholung angekündigt. Nach einer vorausgegangenen Sitzung des internationalen Ve- ratungskomitees erfolgte um 10 Uhr vormittags die feierliche Eröffnung in der festlich geschmückten Hamburger Musik- hatle. In vier Reihen sind auf der Bühne in einem großen Halbkreis die Plätze für das Präsidium und die Ehrengäste herberichtet. Den Ehrenplatz nimmt der Präsident des internationalen Beratungskomitees Mr. Kirby (New Port) ein. Neben ihm sitzen Reichsorganisationsleiter Dr. L e y und der Leiter des deutschen Organisationsausschusses, Rentmeister. Im Parkett und auf beiden Rängen sitzen die in- und ausländischen Abordnungen. Als Ehrengäste sieht man Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden und aller Parteigliederungen, unter ihnen auch den Präsidenten des Reichsverbandes für Fremdenverkehr, Minister a. D. Esser, Reichssendeleiter Hadamovskn und den Reichsamtsleiter der NSE. „Kraft durch Freude", Ministerialrat Drctzler- A n d r e tz. Von den führenden Männern Hamburgs sind u. a. anwesend Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann, regierender Bürgermeister Krogmann mit den Mit
gliedern des Hamburger Senats, der Admiral der Kriegsmarinedienststelle. Konteradmiral Lindau, und SA.- Gruppenführer F u st.
Bald nach 10 Uhr erscheint mit lebhaftem Beifall be- grlltzt der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Hetz, der die Schirmherrschaft des Kongresses übernommen hat.
Das große Orchester des Reichssenders Hamburg eröffnete die festliche Stunde mit der Euryanthe-Ouver- t ü r e von Weber. Der Leiter des Deutschen Organisations- ausschusies, Rentmeister, begrüßte die Anwesenden auf das herzlichste. /
Dann richtete der Schirmherr des Kongresses,
der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Hetz
von minutenlangem Beifall aller Kongreßteilnehmer begrüßt, folgende Ansprache an die Versckmmlung:
Der deutsche Reichskanzler und Führer des deutschen Volkes hat mich beauftragt, die Teilnehmer der Tagung herzlich zu begrüßen, insbesondere die Vertreter und Abordnungen aus dem Auslande willkommen zu heißen. Zugleich
Amerikanische Botschaft meldet:
Niederlage der spanischen Linken
Rückzug auf Madrid. — Ernste Lage in der Hauptstadt.
Rotmord in Malaga.
Washington, 24. Juli. (Letzte Funkmeldung.) In einem Telegramm des Sekretärs der amerikanischen Botschaft aus Madrid wird die L a g e in der spanischen Hauptstadt als äußerst e r n st bezeichnet. Die Regierungstruppen sollen nördlich oon Madrid eine Schlacht gegen die Armee der Militärerhebung verloren haben und würden sich in großer Unordnung auf Madrid zurückziehen.
Im Gebäude der amerikanischen Botschaft befinden sich bereits über 100 Flüchtlinge. Weitere Flüchtlinge treffen stündlich in großer Fahl ein. Auf dem Dach des der Botschaft gegenüberliegenden Gebäudes ist rote Miliz mit Maschinengewehren postiert. Einer Meldung des amerikanischen Konsulates in Barcelona zufolge besteht die Befürchtung, daß einem mit der Flagge der
USA. gekennzeichneter Kraftwagen, in dem sich ein Angestellter des Konsulates befindet, der den Auftrag erhalten hatte, den Leiter der Ford-Vertretung auf das Konsulat in Sicherheit zu bringen, etwas zugestoßen sei. Die Insassen des amerikanischen Kraftwagens werden seither vermißt.
Eine aus Malaga bei der Botschaft eingelausene Meldung besagt, daß die Straßen der Stadt von 6 e - waffneten Kommunistenbanden durchzogen werden, die alle Angehörigen spanischer Rechtsverbände, deren sie habhaft werden können, verhaften und niederschießen.
In Anbetracht der bedenklichen Zuspitzung der Lage in Spanien trifft die amerikanische Marineleitung Vorbereitungen, nötigenfalls weitere Kriegsschiffe in die spanischen Gewässer zu entsenden.
Son öcr Sttitrhonitteiij znr UnsMnsmnz.
Die Einladung an Deutschland und Italien. — Die diplomatischen Vorbereitungen der neuen Konferenz.
Engländer befriedigt
as. Berlin, 24. Juli (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die Dreier-Konferenz in London, die Zusammenkunft englischer, französischer und belgischer Staatsmänner, die gestern nachmittag bereits beendet wurde, dürfte wohl die bisher kürzeste aller internationalen Konferenzen gewesen sein. Ihre Beratungen nahmen insgesamt nur etwa vier Stunden in Anspruch. In England ist man damit recht zufrieden, denn London hat von Anfang an jede Festlegung vermeiden wollen und hat der Einberufung der Konferenz vor allem deswegen schließlich zugestimmt, weil die Abhaltung einer Konferenz in Genf beschlossen und weil diese Konferenz für die französische Regierung schließlich eine Prestige- Angelegenheit geworden war. So weit nach den bisher vorliegenden Nachrichten beurteilt werden kann, hat sich der englische Standpunkt durchgesetzt, das heißt, es ist nichts beschlossen worden, was die Politik einer europäischen Befriedung gefährden könnte. Es wird auch von englischer Seite nachdrücklich betont, daß keine Geheimen Abmachungen getroffen worden sind. Damit
erledigt sich die Frage, ob die Engländer den Franzosen irgendwelche neuen Garantien gegeben haben, da in dem amtlichen Bericht hierüber nichts gesagt ist.
Hinsichtlich der geplanten Fünsmächte-Konferenz ist man in der englischen Hauptstadt ziemlich optimistisch und glaubt auch, daß die Schwierigkeiten, die einer Hinzuziehung Italiens im Wege stehen, überwunden werden können. Trotzdem hat man vorsichtigerweise weder Ort noch Termin dieser Konferenz festgesetzt. Inzwischen werden die Diplomaten an der Vorbereitung der Konferenz arbeiten. Der „Völkische Beobachter" sagt zu diesem Thema: Der gestrige Londoner Start laste erhoffen, „daß auch der Fortgang der geplanten Besprechungen unter dem gleichen guten Stern stehen werde. Daß dabei Überstürzung nur schaden könne, ist ja auch von englischer Seite in der letzten Zeit verschiedentlich ausgedrückt worden. Wir sind deshalb davon überzeugt, daß man mit der ruhigen Stetigkeit desjenigen, der sich seines Zieles bewußt ist, daran gehen wird, die kommenden Besprechungen so vorzubereiten, daß die Verhandlungen selbst auch wirklich zu den allseitig gewünschten Erfolgen führen kann."
übermittelt der Führer und Reichskanzler durch mich seine besten Wünsche für einen guten Erfolg dieser Tagung, für die weitere Ausgestaltung der Freizeit des arbeitenden Menschen. Die Wünsche des Führers und Reichskanzlers sind die Wünsche des deutschen Volkes. Möge es ein gutes Omen für den Erfolg der Arbeit des Kongresses sein, daß durch eine glückliche Fügung des Schicksals er in einem Lande tagt, das ihm ein reichhaltiges Anschauungsmaterial zur Ergänzung ihre Studien für die praktische Freizeitgestaltung zu bieten vermag. Deutschland würde sich freuen, wenn Sie über das hinaus, was Ihnen im Rahmen des Kongresses gezeigt werden kann, möglichst ausgiebig und nach eigener Wahl die entsprechenden Einrichtungen und Veranstaltungen in Deutschland besichtigen.
Die Aufgabe, die dem Kongreß gestellt worden ist, muß als eine der bedeutungsvollsten Aufgaben unseres Zeitalters angesehen werden. Denn die Technisierung mit ihrer so intensiven Beanspruchung des- Menschen wird erst dann zu einem wirklichen Segen werden, wenn die durch sie f r e i- röerdende Arbeitszeit zu einer zweckmäßig geregelten und gestalteten Erholung verwandt wird. Die ausgleichende Wirkung einer sinnvollen Freizeit und Erholung kann zweifellos wesentlich beitragen zur Beruh i g u n g d e r i n s o weiten Teilen der Welt überreizten Menschen, kann somit beitragen zur Förderung des Friedens innerhalb der Nationen wie auch des Friedens zwischen den Nationen. Aus dieser Überzeugung heraus wünscht Deutschland der Tagung ganz be- lonoeren Erfolg.
Präsident Kirby
Im Anschluß an die Ansprache des Stellvertreters des Führers ergriff der Präsident des Internationalen Beratungskomitees K i r b y das Wort.
Wir alle sprechen verschiedene Sprachen, so führte er aus, auch unsere heimischen Sitten und Gebräuche sind verschieden. Aber wir st reden alle dem gleichen Ziele zu: Uns nicht zu begnügen mit einem bloßen Dahinvegetieren, sondern uns zu bemühen, die uns gebührende Lebensfreude zu erwerben. Nicht nur dahinleben, sondern auch unsere höheren Bestrebungen befriedigt zu sehen, das ist unser Ziel. Wir dürfen nicht nur für das Heute leben, sondern müsten für morgen vorsorgen. Das sind die Fragen, die diesen Kongreß beschäftigen sollen.
Im einzelnen handelt es sich um Fragen wie die folgenden: Kommt die Kraft von der Freude oder die Freude von der Kraft? Wie soll die Freizeit, die außer der zur unmittelbaren Erholung notwendigen Zeit noch übrig bleibt, organisiert werden? Soll sie auf einer mehr berufsmäßigen oder außerberufsmätzigen Grundlage organisiert werden? Soll nicht die Familie die Grundlage für diese Erholung sein? Diese letzte Frage ist eine der wichtigsten und wesentlichsten Fragen. Eine weitere Frage ist die: Soll sich der Staat mit allen diesen Dingen befassen? Über allen Fragen, mit denen sich der Kongreß zu befassen hat, schwebt jedoch das gemeinsame Ziel: Freude auf Erden unterdenMenfchen. .
Sodann übergab Präsident Kirby mit herzlichen Worten das Präsidium des Kongresses dem einstimmig zum Präsidenten des Weltkongresses gewählten Reichsleiter Dr. Ley, den er als den großen Führer zur Eroberung der Freude und der Freizeit für alle Schaffenden bezeichnete.
Reichsleiter Dr. Ley
dankte anschließend für das ihm erwiesene große Vertrauen und sprach dem bisherigen Präsidenten G. T. Kirby in herzlichen Worten den Dank aus für die umfangreiche Arbeit, die er in den letzten vier Jahren seit den Freizeitbesprechungen bei den Olympischen Spielen in Los Angeles für das Freizeit- und Erholungswerk der Völker geleistet habe.
Dann fuhr Dr. Ley fort: Die Art, in der wir in Hamburg mehrals 50 Nationen in dem einen Glauben zufammeygeführt haben, für das Wohl ihrer Volksangehörigen zu sorgen, scheint uns die beste Methode zu sein, um unter den Völkern das gegenseitige Verstehen zu wecken und die Achtung eines Volkes vor dem anderen zum Wohle des Friedens der Welt zu gewährleisten. Nur wenn jedes Volk stolz ist auf seine Eigenart, auf seine Leistung und seine Rasse, nur dann hat jedes Volk auch Achtung vor den übrigen Nationen der Erde. (Brausender Beifall.)
Dr. Ley hob erneut hervor, daß es Deutschland völlig fern liege, anderen Völkern seine Idee und seine Weltanschauung aufzudrängen. 2m Gegenteil, für Deutsch- land bedeute es das Schön st e, auch im Auslande seinen Friedenswillen bestätigt zu erhalten. Ein Volk, das wie wir mit unseren „KdF."- Schiffen die Freude hinausträgt in die Welt, kann den Krieg
