Einzelbild herunterladen
 

WUbs-klw Tsgblstt

scheliEg'sches-fb-chd-»-««, Wöchentlich 7 Ausgaben

Wöchentlich

Ausgaben

8.

mit einer täglichen

N nterhaltungsbeilage.

Berliner Büro: Berlm-Wikmersdorf.

Sroetexf*dft: ZogMett Wiesbaden.

Postscheckkoitto: Frankfurt e. St. Mr. 7M5.

Nr. 177

Mittwoch, 1. Juli 1936.

84. Jahrgang

Eefchäfiszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Ahr abends, ayßer Sonn« und Feiertags.

»«t täglich nachmittags,Samstags vor««. nachmittag, Fernfprecher-Sammel-Rr. 59631.

tUSJL' <L8*?£we£ S°'S. 1 Wochm M «Pf., für einen Monat RM. L-. ein« EtSsfjS. aS?86Ä* Z bi° Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich a Rpf. Bestellgeld, Einzel- "^<?I^nhUlnn%nr^.»^Ug6be|tSU%51 n/6m«n an: der Verlag, die Ausgabestellen, die ^Eanstasten. In Füüen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die ' c',e' rr 'c,ncn Anspruch aus Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

Anzeigenpreise: Em Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte int Anzeigenteil «rund- preis 7 Rpf., der 86 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 «Pf., sonst laut Preisliste Nr. s, Nachlahstasfel B. Für die Aufnahme oon Anzeigen an bestimmten Tagen und Plötzen wtrd leine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen-Annahme 9'/= Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

NN

Sensationen um Halle Selassie,

Der Negus spricht im Völkerbund.

Pfeifkonzert italienischer Journalisten. Trügerische Hoffnungen des Negus. Die italienische Denkschrift.

Der Ausweg.

as. Berti«, 1. Juli. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung). In G e n f hat es gestern, entgegen allen Erwartungen, doch noch eine Sensation gegeben: der Negus erschien in der Vollversammlung des Völker- b bundes und ergriff als erstes Staatsoberhaupt denn in Genf ist er gestern noch als Kaiser anerkannt wor­den im Völkerbund das Wort. Es kam bei dem Auf­treten des Negus zu einer regelrechten Prüge­lei auf der Pressetribüne, da einige italienische Journalisten ihr Temperament nicht zügeln konnten und den Negus mir Pfeifen und Schmährufen empfingen, was zu Eegentundgebungen und zu einem EingreifenderEenfer Polizei führte, die die Unruhestifter aus dem Saal entfernte. ' Wenn der Negus sich etwa der Hoffnung hingeben sollte, dass sein Auftreten und seine Rede in der Voll­versammlung die Stimmung beeinflussen und den Din­gen einen neuen Lauf geben würde, so würde er sich j damit einer schweren Täuschung hingegeben haben, wie ja seine ganze Politik sich auf einer falschen Einschätzung der Genfer Insti­tution aufbaute. Diese falsche Beurteilung des Völkerbundes mutz er mit dem Verlust seines Thrones und mutzte fein Land mit den Schrecken des Krieges be- zablen. Es war wohl peinlich für die Herren in Genf, vom Negus an ihre Entscheidung vom Herbst vorigen Jahres erinnert zu werden, aber auch das ändert nichts an den Dingen Der Negus hat auf grotze Völkerrechts- Auseinandet;Zungen verzichtet und fet sich vielmehr bemüht, ein plastisches unv eindrucksvolles Bild des Elends zu vermitteln, in das fein Land durch die »Kriegsführung des Gegners gestürzt worden sei. Man kennzeichnet diese Rede im allgemeinen als die p o l i - ; tische Abschiedsrede des Negus, aber es gibt f auch Politiker, die auf die Schluhsätze der Rede ver­weisen. Darin hat der Negus die Frage aufgeworfen, welche Antwort er seinemVolke nach Hause -2 bringen solle, und darin will man teilweise eine Bestä­tigung jener Meldungen erblicken, die davon sprechen, datz der Negus vom unbesetzten Teil 1 Abessiniens aus den K ampf erneut aus­nehmen werde. Datz ein solcher Kampf hoffnungs­los wäre, -raucht wohl kaum besonders betont zu wer­

den und ergibt fich auch ohne weiteres aus den Schilde­rungen des Negus über die italienischen Machtmittel.

Der Rede des Negus mutz man die grotze Denk­schrift der Italiener entgegenstellen, die gestern vor der Rede des abessinischen Ex-Kaisers in der Voll­versammlung des Völkerbundes von dem mit 47 von 50 Stimmen zum Vorsitzenden gewählten belgischen Ministerpräsidenten van Zeeland verlesen wurde. Wie schon früher, so erinnert Italien auch in dieser Denkschrift an seine zivilisatorischen Ziele in Abessinien. Es wirst eine Kriegsschuldfrage gegenüber dem Negus auf und macht ihn verantwortlich für das Scheitern aller Vermittlungsversuche. Italien habe versucht, Verbindungen zwischen den Vertretern beider Parteien in Athen oder in Dschibuti zu erreichen, aber der Negus sei gefloßen. Rom spricht schließlich auch von der Not­wendigkeit einer Reform des Völkerbundes, an der Italien mitzuarbeiten bereit sei.

Beide Standpunkte sind also in Genf nochmals aus­führlich dargelegt worden, ohne datz dabei neue Momente zutage getreten wären, es fei denn, datz man die italienische Mitteilung über die Vermittlungsver­suche als solche neue Momente betrachte. In Genf konnte man gestern hören, datz der ganze Fall Abessinien wohl trotz allem eine glatte Erledigung finden würde. Den Weg hierzu hat jedenfalls der argentinische Vertreter, der gestern eben­falls sprach, und den Antrag seines Landes auf berufung der Vollversammlung nochmals begründete, zum mindesten nicht verbaut. Er hat nicht verlangt, datz der Völkerbund die Eroberung Abessiniens nicht an­erkennt, wenn er sich auch wiederholt auf die Heiligkeit gewisser panamerikanischer Grundsätze berief. Ja, er drohte sogar mit dem Austritt seines Landes aus dem Bund, wenn die Anwendung des Völkerbundspaktes in Zukunft, und auf dieses Wort in Zukunft kommt es an. als unvereinbar mit den panamerikanischen Grund­sätzen fich erweisen sollte, die die Anerkennung jeder ge­waltsamen Eroberung ablehnen. Noch ist das Rede­feuerwerk in Genf nicht beendet, aber hier zeigt sich der rettende Strohhalm: in Zukunft wird man gewaltsame Eroberungen nicht mehr anerkennen, aber im gegenwärtigen abessinischen Fall wird man beide Augen zudrücken. Daran ändert auch die gestrige Rede des Negus nichts.

Frankreichs Reformpläne.

Militärpakte im Nahmen des Völkerbundes?

Der Entjchlutz der Westmächte, in Genf die Auf­hebung der Sanktionen gegen Italien herbeizuführen, zwingt die verantwortlichen Staatsmänner wenigstens einige Geste n zu machen, um die mit der planlosen Völkerbundspolitik unzufriedenen kleineren Staaten etwas zu besänftigen. An eine gründliche Reform desVölkerbundes, die in diesem Falle das einzig wirkende Heilmittel wäre, getraut man fich noch nicht heran. Besonders Frankreich ist hier der zögernde Fak­tor, was wohl damit zusammenhängt, datz man in Paris in jeder grundlegenden Reform des Völkerbundes eine weitere Gefährdung der Pariser Dororteverträge der Jahre 1919 und 1920 erblickt, obwohl man sich auch in einzelnen französischen Kreisen über die llnhaltbarkeit und teilweise Überlebtheit dieser Diktate klar zu werden beginnt. Es ist bezeichnend, datz der von Frankreich jetzt in Genf vorgeschlagene Ausweg, nur die Artikel 11 und 16 des Lölkerbundspaktes abzuändern, im übrigen aber die Reform zu vertagen, 'besonders bei den Staaten derKleinen Entente, also bei jenen Mächten, die unbedingt antirevisioniftisch einge­stellt sind, den größten Beifall und Begeisterung hervor­gerufen hat Frankreich schlügt nämlich vor. durch die Revision des Artikels 16 des Paktes regionale Hilfeleistungsabkommen vorzufehen, die militärische Klauseln enthalten und direkt unter die Völkerbundsgarantie gestellt werden sollen. Dieser Vorschlag, der zweifellos außerordentlich bedenk­lich für die Zukunft sein kann, findet bei der englischen Regierung wenig Gegenliebe, und wenn es in offi­ziellen Verlautbarungen auch heißt, bei der Aussprache zwischen Eden und ßr-on Blum am Montag sei in dieser Frage eine gewifie Annäherung erreicht worden, so kann doch kein Zweifel darüber bestehen, datz man sich in englischen Kreisen nach wie vor äußerst reserviert verhält. Unter dem Eindrücke dieses englischen Widerstandes muhten sich die französischen Staatsmänner sogar dazu entschlietzen, die allzu demon­strative Begeisterung gewisser südofteuropäischer Diplo­maten und Politiker etwas abzubremsen. Aber selbst wenn es jetzt gelingen sollte, den berühmten Sanktions­artikel des Völkerbundspaktes in dem von Frankreich vorgeschlagenen Sinne abzuändern, bzw. durch den Vor­schlag von Regionalpakten mit Militärklauseln zu er­gänzen, würden damit die Schwierigkeit und Hem­mungen noch lange nicht beseitigt sein; denn erst die praktische Verwirklichung dieser Idee und die Bildung der Staatengruppen, die solche Regionalpakte schließen sollten, würden zeigen, wie heikel und gefährlich für die wirkliche internationale Zusammenarbeit eine solche Art der Reform sein würde. Die Grenzen zwischen solchen militärischen Regionalpakten unter Völkerbunds-

Planmäßige antifaschistische

Provokationen."

Rom, I. Juli. (Funkmeldung.) In der römischen P.-ffe kommt einhellig die Entrüstung über das Auftre­ten des Reg «s vor der Völkerbunds Versammlung zum Ausdruck. Man vermutet hinter den gestrigen Vorgängen in Genfgemeine antifaschistische Spekulation". ..Messagers" spricht in der überschritt zu seinem Genfer Be- von ..v l a n m ä g f g e n « n t i s a s ch i st i s ch e n Pro­vokationen". Die italienische Regierung, so schreibt der Genier Korr spondent des Blattes, -er zu den wenigen nicht in Haft genommenen italienischen Journalisten gehört, habe «Les möglich: getan, um in Genf Verständnis dafür zu wecken, datz die Anwesenheit des Negus in der Bundesver­sammlung in einem Augenblick, um den Italien mit feiner Denkschrift eine VersGnungsgeste vollzog, zu schweren Stö­rungen rühren könnte. M-m habe gewußt, datz der Negus in feinet Rede das iralienüche Heer beschimpfen werde, aber aucki die einflußreichsten Mitglieder des Völkerbundes hätten nicht genügenb Tatkraft entwickelt, um di« Gefahr zu bannen. Aus -er BEhmmgsgeste Stattens sei mit einer Geste geant- Dorret worden, diedie berechtigte Gegenaktion der italie- niichen omirnalrsten hervorgrrustn" habe. Gegenüber dieser Haltung Genfs werde Italien in Erwägung ziehen ntüflen, welche Maßnahmen fich als zweckmäßig erweisen. Di« gleiche Antrallung kommt im©iomale d'Itatta" zum Ausdruck. Im übrigen find fich die Genfer Berichte der römischen Presse darin einig, daß die Rede des Negus eine einzige B e - bes ItalienifAen Heeres gewesen und dog vieie nt ambsrizcher Spr«6e gehaltene Rede in Mrklich- feir von den tm Dienste der Freimaurerei uns des Anti- -afchisuos arbeitenden europäischen Ratgebern brä fei französischer aufgesetzt worden fei.

Erhebliche Verstärkungen der russischen Luftflotte.

Eine englische Darstellung.

Loudon, 1. Juli. (Funkmeldung.) Der Moskauer Korre- iportbent desDaily Telegraph" berichtet, datz nach dem Stand im Juni der fowjetrussische Flugzeugpark eine Ver­größerung von 72 v. H. gegenüber dem Jahresbeginn ausweite.

Der Leiter der smvjetmsstschen Flugzeugindustrie, K aga nowitsch, toll bei Bekanntgabe Mer Zahl gesagt haben: Mir haben stets genug Flugzeuge für die Verteidi- gung unteres Vaterlandes. Unsere Flugzeuge wevden immer Häher und immer weiter fliegen und unsere Feinde notwen- dd-fotts vernichten. Unsere Flugzeugwerke sind

S rotz er als irgendwelche in Europa und S 1 gar nicht nötig, nach dem Westen

Wie bereits mitgeteilt, wird der Gautag Hessen-Nassau vom 8. bis 12. Juli in der Gauhauptstadt Frankfurt a. M. am 8. Juli mit der Weihe des Flug- und Luftschiffbafens Rhein-Main beginnen.

Am Donnerstag, den 9. Juli, findet anläßlich des Gau­tages auf dem Römerberg eine Fcstaufführung .Die ^rschwör ung des Fies ko" statt.

Am Frettag, den 10. Juli, wirb in Anwesenheit des

Patronanz und machtpolitiichen Staatengruppierungen könnten unter Umständen sehr schwer festzustellen sein. Daher droht durch diesen französischen Vorschlag die Gefahr der Bildung von Blocks, die den Frieden mehr gefährden, als sichern Ganz richtig hat der frühere franzöftsche Luftsahrtminifter Deat in diestn Tagen erklärt:Unter keinen Umständen darf Frank­reich zum System der Allianzen oder der Blocks zurück­kehren, die geradewegs auf den Krieg zuführen". Diese Warnung müßte auch jetzt in Genf beachtet werden!

Die nächsten Locarnobesprechnngen in Brüssel?

3« der zweiten Hälfte des Juli.

Paris, 1. Juli. (Funkmeldung). Der Berichter­statter der französischen AgenturHavas" in Genf glaubt zu wissen, daß bei dem Abendessen der franzö­sischen, englischen und belgischen Minister am Dienstag von allem die Bedingungen der näch^sten Zu - sammenkunft der Locarnomächte erörtert worden seien, die in der zweiten Hälfte des Juli in Brüssel stattfinden solle.

Reichsbauernführers Darre das neue Erbhofdorf Ried- ro^e geweiht und

Samstag, beit 11.3tr!i. gehört den 20 Sondertagungen der einzelnen Ämter der NSDAP. Am gleichen Abend lagt in der FefLalle das gesamte Führerkorps der NSDAP des Gaues Hessen-Nassau. Weiterhin ist für bieten Abend und auch für den Sonntagnachmittag ein großes Volksfest auf dem neuen Ausstellumrsgeländc f,; &£t vorbereitet.

Am Sonntag, den 12. Juli, werden auf dem neuen Aus- stellungsgelände an der Bismarck-Allee (hinter dem Fest»

WW Entrüstung über das WM Des NM

Gautag Hessen-Nassau

8.12. Juli in der GauhaupOadt Frankfurt am Main. Vortragsfolge und Fest-Gestaltung.