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7 Ausgaben
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Unterhaltungsbeilage.
mit einer täglichen
ein.
Posychecktonto: grantfnrt a. M. Nr. 7405.
Drahtanschrift: lagblatr Wirrbaden.
84. Jahrgang.
Montag, 29. Juni 1936.
Nr. 175.
Lor bet Werfommhing in Senf
Bank von Frankreich übernimmt
Erfüllung der Abessinien gegebenen Versprechen verlange. ________________
EeschiUtszeit: 8 Uhr morgen« bis 7 Uhr abends, außer Sonn, und gtiertogs.
Hotelzimmer»Besprechungen. — van Zeeland Vorsitzender der Vollversammlung? Bon den peinlichen Dingen soll wenig gesprochen werden.
Werktäglich nachmiuag«, Samstag, »er» u. nachmittag.
Fernsprecher-Sammel-Nr. 5963L Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.
Britische Kriegsschiffe in Gibraltar eingelaufen.
London, 27. Juni. Der britische Kreuzer „Cairo" und die zweite Zerstörerflotilkr der Heimatflotte sind Samstagmorgen in Gibraltar eingelaufen. Auch der Flugzeugträger „Furious" und der Zerstörer „Sturdy" warfen am Samstag, von England kommend, in Gibraltar Anker.
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Marxistische Defizitwirtschast in Frankreich
Pariser Regierung gibt Vorschüsse an Munitionsfabrik.
ßeon Blum und Delbos bei Eden.
e Senf, 28. Juni. Der französische Ministerpräsident ' L^on Blum und Außenminister Delbos waren am Sonntagabend Gäste des englischen Außenministers ' Eden Der bei dieser Gelegenheit stattgefundenen che wird allgemein große Bedeutung für die beider Mächte beigelegt.
Arbeiter übernehmen das Werk.
Paris, 28. Juni. Die Arbeiter der Munitionsfabrik von Boutillöre in der Nähe von Amiens, die bereits im Mai in den Streik getreten waren und die Werke besetzt hatten, wett chre Lohnforderungen nicht erfüllt werden tonnten, haben nunmehr — hn Cinvernshmen mit den Arbeitgebern — die Leitung der Fabrik selbst übernommen. Ihr Verlangen nach Lohnerhöhung war abgelehnt worden, wett die Werke bereits feit längerem mit großen finanziellen Schwievrgreiten zu kämpfen batten, sodaß bei einer Vergrößerung der Ausgaben der Betrieb nicht mehr hatte auf rechte rhai re n werden' können. Die fvanzSsische Regierung hat stch jetzt zu dem Versuch entschlosfen, die jetzt gefundene Notlösung dadurch durchführbar zu machen, daß sie Vorschüsse auf Munitionsbestellungen gibt, um somit wenigstens vorläufig eine Deckung der zu erwartenden Fehlbeträge zu ermöglichen.
_..isprtife: Für eme Bezugszeu von 2 Wochen 94 Rps„ für einen Monat RM. L—, etn- id)he5'id) Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Ruf. Bestellgeld, Einzel, nummern 10 Rps. — Bezugsbestellunzen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Tröger und alle Poftanstaüen. — In Fällen höherer Gewalt oder BeiriebsstSrungen haben die Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes ober auf Rückzahlung des Bezugspreqes.
Zwischen London, Paris und Moskau.
Der Kampf um den politischen Einfluß auf dem Balkan.
Seitdem Sowjetrutzland durch seine Aufnahme in den Völkerbund wieder festen Fuß in Europa und besonders in Westeuropa gesagt hat, ist die russische Diplomatie in ebenso geschickter wie emsiger Tätigkeit bestrebt, im Südoften Europas erhöhten politischen Einfluß zu gewinnen. Immer mehr machen sich die unheilvollen Folgen des sowjetrussischfranzösischen Militärbündnisses für Frankreich bemerkbar. Noch bis zum Abschluß dieses Militärpaktes hatte Frankreich in jeder Weise ein politisches Übergewicht im Südosten Europas, das über Polen, Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien sich bis tief hinein in den Balkan erstreckte. Die großen Militärrüstungen in diesen Staaten gingen alle auf Konto des französischen Gold franken und brachten diese Staaten damit zugleich in eine politische Abhängigkeit von Frankreich.
Durch den Abschluß des Militärpaktes verschob sich dieses französische Übergewicht sehr stark. Polen war der erste Staat, der die Gefahren der militärischen Einkreisung durch Sowjetrutzland erkannte und sich in energischer Führung seines Außenministers Beck selbständig machte. Die Annäherung Frankreichs an Italien, das von Albanien her auf dem Balkan im Jnteresie einer starken Mittelmeerpolitik festen Futz faßte, machte bald auch Jugoslawien stutzig und hatte trotz der verschiedenen Versöhnungsversuche, die Frankreich im Ausgleich der Interessen Italiens und Jugoslawiens machte, auch eine Änderung in der jugoslawischen Außenpolitik im Gefolge. Jugoslawien machte sich ebenfalls mehr und mehr von dem französischen Einfluß unabhängig und wandte sich England zu. Zugleich aber auch wußte es durch eine geschickte Handelspolitik ein freundschafUickes Verhältnis zu Deutschland her- zuftellen. das ihm gitabe In handelspolitischer Beziehung manchen Nutzen gebracht hat. Auch Österreich ist für den französischen Einfluß mehr und mehr verloren und hier kämpfen zur Zeit noch italienische und englische Politik um die Oberhand. Die Tschechoslowakei ist durch den Abschluß eines Militärpaktes mit Sowjetrußland mehr und mehr in die Interessensphäre Sowjetrußlands gerückt, was am besten durch die Tatsache verkörpert wird, daß sowjetrussische Jnstruktions- offiziere hier eine ausschlaggebende Rolle spielen, ja, daß insbesondere die sowjetrussische Luftflotte durch Anlegung großer Flughäfen hier ein gewißes Heimatrecht erworben hat. Die nächsten Anstrengungen der Moskauer Diplomatie gingen nun darauf hinaus, Rumänien in das Bündnissystem Paris-Moskau- Prag einzubeziehen und den Balkan somit unter das Vorzeichen dieser Mächtegruppierung zu stellen. Trotz der Abneigung, die in vielen maßgebenden politischen Kreisen Bukarests gegen eine Verbindung Rumäniens
Nicaragua verläßt den Völkerbund.
Finanzielle Gründe ausschlaggebend.
Genf, 27. Juni. Die Regierung von Nicaragua bat in einem Telegramm an den Generalsekretär des Völkerbundes ihrem Austritt aus dem Bunde erklärt.
In den letzten Wochen haben bereits Guatemala, Honduras und El Salvador teils in Genf, teils in ihren Hauptstädten ihren Austritt angekündigt.
In Volkerbundskreisen wird dazu abschwächend erklärt, das Vorgehen dieser mittelamerikanischen Staaten habe hauptsächlich finanzielle Gründe und werde wohl wieder rückgängig gemacht werden, wenn im Zuge der Völkerbundsreform eine neue Festsetzung der Beiträge für diese durch die Wirtschaftskrise besonders betroffenen Länder erfolge.
nationales Erwachen di« Vorbedingung zum sozialen Fortschritt sei. Tw^er, der s und
freies Frankreich wünsche, solle sich ,einen Reihen anfchließe« und michelfcu, cs vom fremden Einfluß zu teWWB.
aniHtmrter tsnbe her 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Gründ» W Mi"r,Er bXn Spalte im Sextteil CO Rpf.,. lonst laut Preisliste Nr. 8.
R __ hie Snrnabme von Anzeigen an bestimmten Tagen and Plätzen übernommen - etbluB bei Anzeigenannahme S'/. Uhr vormittags. Größere Anzeigen müßen spätestens einen Tag vor dem Erschemungstage an,gegeben werden.
Paris, 23. Juni. Der bekannte von Ser 3. Internationale unabhängige kommunistische Abgeordnete und Bülmermeister von Saint-Denis, Jacques D o r i o t, hat am Sonntagnachmittag in Anwesenheit zahlreicher Ab- orbnurigen aus den verschiedensten Departements eine neue Partei gegründet, die „Französische Volksparte i".
Im Verlaufe einer kurzen Ansprache wirs Dorist darauf hin, daß diese Neugründung Arbeiter, Bauer» und Mittelstand vereinen solle und sie von jedem frem- iöen Einfluß, insbesondere von der 3. Internationale, befreien solle. Wetter erstrebe die Pattei vollkommene Lösung des gesamten sozialen und wirtschaftlichen Lebens von den „finanziellen Mächten", insbesondere die vollkommene Utt- abhüngiakeit von Staat. Parlament, Justiz und Presse von diesen Mächten. Doriot schloß seine Ausführungen, daß
Die Hotels an der Riviera geschlossen.
Paris, 28. Juni. Der Hotelverbarck der französischen Riviera hat beschlossen, ad Sonntagmittag sämtliche Hotels an der Riviera zu schließen, weil es die neuen Gesetze dem Hotelgewerbe nicht ermöglichten, ihren Betrieb normal d u r chz u f ü h r e n. Die Maßnahme anti> weiter mit der Besetzung mehrerer Hotels durch Stteikende in Cannes begründtt. In den Städten Nizza, Mentonc. Cannes ufw. wird jedoch ein Hotel jeder Preisstufe geöffnet bleiben, um Reifende für eine Rächt aufzunehmen.
Doriot gründet eine neue französische Partei.
Sorgen um Südamerika.
»8. Berlin, 29. Juni. (Drahlbericht unserer Berliner Abteilung.) In Genf, wo morgen die Vollversammlung des Völkerbundes beginnt, wurden am gestrigen Sonntag die Hotelzimmerbesprechungen fortgesetzt. Es geirrt, als ob man in diesen Besprechungen dahin übereingekommen sei, den Vorsitz der Vollversammlung dem belgischen Ministerpräsidenten van Zeeland zu übertragen, van Zeeland gilt als Mittler zwischen den gegensätzlichen Anschauungen der großen Völkerbunds- machte, dann aber glaubt man auch, daß die Wahl ssn Zeelands günstig auf die kleinen Völkerbunds- Mitglieder einwirken wird, denen es nicht sehr angenehm sein würde, wenn ein Vertreter der Großmächte die Versammlung leiten sollte. Im ganzen scheint die denz dahin zu gehen, von den Sanktionen möglichst wenig zu reden. Dieser Punkt der Tagesordnung gilt, besonders nachdem die polnische Regierung, was man in Rom sehr freudig zur Kenntnis nahm, die anktionen bereits offiziell aufgehoben hat, als er- gt, schon bevor die Vollversammlung überhaupt mit feiner Beratung begonnen hat. Man möchte aber auch möglichst die Frage der Einverleibung Abessiniens in as faschistische Weltreich nicht allzu eingehend ^handeln. Auf jeden Fall möchte man jeden Be- vermeiden. der einer erneuten Verurteilung liens gleichkäme, und der grundsätzlich die Annexion fsiniens nicht anerkennt. Zumindest wünschen das diejenigen Kreise, die Wert daraus legen, daß Italien sglichst bald wieder an den Verhandlungen über die •; der großen europäischen Politik, z. B. an den Verhandlungen der Meerengenkonferenz und sogenannten Locarnobesprechungen teilnimmt. Das Fernbleiben von all diesen Gesprächen und ^^■enMungen bedeutet ja einen starken Trumpf in der Hand Mussolinis, und die italienische Presse betont immer wieder, daß nicht nur die Sanktionen beseitigt werden müßten, sondern daß auch die „Sank- t i o n s m e n l a'l i t ä t“ oder, wie man am besten sagen würde, jede unfreundliche Haltung Italien gegenüber verschwinden müßte, ehe Italien wieder am Aufbau Europas Mitwirken könne. Bei den Engländern scheint Neigung vorhanden zu sein, auf diese Dinge möglichst wenig einzugehen, und auch sonst scheint die Absicht zu bestehen, statt besten große Reden allgemeiner poetischer Natur zu halten. Inwieweit sich Litwinow diesen Standpunkt zu eigen machen wird, ist noch nicht zu übsriehen. Auch Titulescu, der hier als Sprecher der Kleinen Entente auftritt, hat offenbar weniger Jntereste an einer Zusammenarbeit mit Italien. Ebenso besteht bei den südamerikanischen Staaten — die Vollversammlung ist ja auf Antrag Argentiniens einbe- ruien worden — keine große Neigung, auf die Wünsche der europäischen Großmächte einzugehen. Es spielen in diese Fragen schon die Bemühungen um einen amerikanischen Völkerbund hinein, und gerade deshalb machen diese Probleme den Freunden der Genfer Institution einige Kopfschmerzen. Die Verhandlungen hinter den Kulissen werden auch heute fortgesetzt. Zu welchen Ergebnissen sie führen werden, muß abge- wartet werden. Wir unsererseits find an allen diesen ? Fragen erfreulicherweise unbeteiligt, was uns aber - nicht hindert, die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen.
Wie der Regus seine Lage auffaßt.
Sens, 27. Juni. Im Auftrage des Negus hat Ras N a s i b u eine Note über die politische Lage in Abestinien an den Völkerbund gerichtet. Die Note geht von der Behauptung aus, daß nicht einmal die Hälfte des abessinischen Gebietes gegenwärtig von den italienischen Truppen beseA sei „und stellt dann fest, daß Halle Selastie mit einer regulären Regierung in Verbindung stände und nach wie vor von ödem Ilnterzeichuerstaat des Bölkerbundspaktes die
Rediskontierung von verlängerten Wechseln.
Paris, 28. Ium. Der Gouverneur der Bank von Frankreich bat an den Vorsitzenden bet Bankvereinigung ein Schreiben gerichtet, in dem er darauf verweist, daß durch die Streikwirren manche Zirmen nicht in der Loge fein werden, zum Monatsende ihren Verpflichtungen nachzukommen. Er empfiehlt Lacher den Banken, in solchen Fällen nachsichtig zu sein und die Wechsel zu verlängern. Die Bank von Frankreich we-rde bereit lein, die Rediskontierung für die aus diesem Grunde verlängerten Wechsel zu Übernamen. . . *
Militärische Aktion" auf Grund der Völkerbundssatzung.
Eden, Delbos und Lord Stanhope beraten.
London, 29. Juni. (Funkmeldung.) Der Genfer Sonder- berichtevstatter der „Times" berichtet von einer Unterredung zwischen (Eben, Delbos und Lord Stanhope, bei der u. a. besprochen worden sei, daß die gegenwärtige Tagung sich nur mit der Erörterung >der Völkerbundsreform befassen solle. Mit einigen Vorschlägen fei es wohl günstiger bis zum Herbste zu warten. Ebenso sei man überein gekommen, gegenwärtig keine Tagung der Locarno- mächte aibjuiljalten. Schließlich Spricht der „Times'- Berichterstatter noch von solchen Vorschlägen zur Völkerbundsreform, die am aussichtsreichsten erschienen, weil sie eine Erklärung der Staaten vorsehen, die bereit feien, eine militärische Aktion auf Grund der Völker bundssatzung gegen einen A n- greifet durchzuführen. Wenn sie dazu bereit wären, so werde ihnen wirtschaftliche Unterstützung durch die anderen Völterbundsstaaten zuteil werden. e»m Weigerungsfälle hätten sie keinen Anspruch auf diesen kollektiven wirtschaftlichen Beistand.,
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