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Wöchentlich

Ausgaben

8.

mit einer tägliche«

Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

Drahtanschrift: Dagblatt Wierdaden.

Nr. 170.

Mittwoch, 24. Juni 1936,

Regierungserklärungen und Parlamentsdebatten.

Paris, 23. Juni. Einem Artikel des Außenpolitikers der

Hytepublique, dem Blatt des französischen Kriegsministers i Taladier, liegt die Rede zugrunde, die Marschall

Unterhaltungsbeilage.

Ausländische Schiffe meiden Marseille,

Ausbreitung des Streiks auf die übrigen französischen Mittelmeerhäfen?

England und Aegypten.

Londons Entscheidung in der ägyptischen Frage.

Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

Anzeigenpreise: Em Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalts im Anzeigenteil Grund. Preis 7 Rpf. der 85 BUUimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 5 Nachlatzstasfel B. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen-Annahme 9'/a Uhr vormittags, kroßere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

Werktäglich nachmittags,Samstags oor- u. nachmittags Fernsprecher-Eammel-Nr. 59631.

Der Erbfeind-Kompler.

Sine frauzösische Stimme für Verständigung mit Deutschland.

Gautag Hessen-Nassau

vom 8.12. Juli in der Gauhauptstadt Frankfurt a. M.

Der Gautag Hessen-Nassau wird bereits am Mittwoch, 8. Juli 1936 mit der Weihe des Lustschisshasens Rhein-Main durch den Gauleiter eröffnet werden. Aus diesem Anlag sind beide Lustschisse in Frankfurt a. M. Das Luftschiff LZ. 129Hindenburg- wird in Frankfurt a. M. und der näheren Umgebung eine Kästerundfahrt unternehmen, während LZ. 127Graf Zeppelin» am Abend nach Südamerika startet. Außerdem findet am gleichen Tag die Übersiedlung der Lusthansamaschinen aus den neuen Flugplatz statt. Auch eine Reihe von englischen Poolslug­zeugen treffen zur Weihe des Weltlufthafens ein.

Gegenzug de la Rocque's: Gründung einer neuen Partei.

Paris, 24. Juni. (Funkmeldung.) Der Führer der nun­mehr durch eine ergänzende Verordnung restlos ver­botenen und aufgelösten Feuerkreuz-Orga- n 11 a t i o n, Oberst de la Rocque, hat in einer Erklärung vor der Presse die bevorstehende Gründung der franzö­sischen Sozialen Partei (Parti Social Franeais) angekündigt. Eine Liste der Abgeordneten seiner Partei in der Kammer werde er in drei Tagen veröffentlichen.

2n seinen weiteren Erklärungen bedauert de la Rocque u. a daß durch das Verbot auch der sozialen Einrichtungen der ^euerkreuzler zahlreiche' Kranke und Bedürftige der not» wendigen Betreuung beraubt worden seien.

Italienisches Echo.

H as. Berlin, 24. Juni. (Drahtbericht unserer Berliner I Abteilung.) Die französische Regierungserklärung über die Ziele und Richtlinien der Außenpolitik ist gestern von dem Ministerpräsidenten Löon Blum selbst im , Senat und von seinem Außenminister Delbos in der Kammer verlesen worden. Man wird, wie in vielem, : auch hier sagen müssen, daß es auf die Taten an- ko m m t, die den Worten folgen werden. Bezüglich Deutschland ist die Erklärung in eine Form gekleidet, die wir bei den Franzosen nicht gerade gewohnt sind. Mit besonderer Genugtuung nehmen wir die Versicherung Des Glaubens in die Worte des Führers auf. Es heißt diesbezüglich in der Regierungserklärung:Wir haben .nicht die Absicht, an seinem Wort als ehemaliger Front­kämpfer, der vier Jahre lang in den Schützengräben

Elend gekannt hat, zu zweifeln.» Frankreich will die W e utschen Vorschläge mit dem aufrichtigen ^Wunsche prüfen, darin eine Abkommensgrund- ' a g e zu finden. In der Zielsetzung sind somit die deut- n und die französischen Bestrebungen gleichgerichtet. Mr der Frage der Methode gehen die Wege jedoch mach wie vor auseinander. Was diesbezüglich in der nzösischen Regierungserklärung zu finden ist, ist Vingst bekannt und bewegt sich zwischen den Begriffen ston derkollektiven Sicherheit» und derTotalität des liebens». Wir wollen hoffen, daß die französischen emühungen um eine Verständigung, die wir aus der gierungserklärung herauslesen möchten, nicht, in der ris-Eenfer politischen Dogmatik stecken bleiben, son- rn daß das auch von Baldwin in seiner Unter- zpüserklärung aufgestellte Ziel, einer Freundschaft drei europäischen Großmächte, England, Frankreich Deutschland, wirklich erreicht wird.

2m englischen Unterhaus hat die A b l e h n u n g des Mißtrauensantrages der Arbeiterpartei gegen die Re- rung Baldwin den Abschluß der Sanktions- '

Nur noch das Feuerwehrboot ohne rote Fahne.

Paris,24. Juni. (Funkmeldung.) DerMatin" berich­tet, daff ftch die Streikbewegung im Marseiller Hafen weiter ausgedehnt habe. Über 6 8 Schiffen wehe die rote Fahne, rund 4000 Streikende hielten die Schiffe, die von ihren Kapitänen und Offizieren verlassen worden seien, be­setzt. Der Hazenverkehr ruhe völlig. Ein ein- ztges Schiff, das FeuerwehrbootAlerte", das der Handels­kammer gehöre, habe nicht die rote Fahne gesetzt.

Einige wenige Schiffe, die noch im Laufe des Tages ohne schlepperhtlfe in den Hafen eingelaufen waren die meisten ausländischen Schiffe werden auf andere Hafen umgeleitet konnten ihre Post­ladung, leicht verderbliche Lebensmittel und Passagiere noch abladen, woran sich «Ser sofort die Arbeitsniederlegung und Besetzung der «chiffe anfchloß. Die Verpflegung der Streiken­den wird, soweit möglich, aus Schiffsvorräten beschafft, wo- bei es, wie derMatin" weiter meldet, sogar zu gewaltsamem Aufbrechen der Türen zu den Vorratskammern gekommen sein soll. Dem Streif haben sich nicht nur die Matrosen der Hafenrundfahrttchiffe, der Schlepper und auch der kleinsten Boote angefchlossen, sondern sogar die Schiffsreparatur­arbeiter, die Schisfsanstreicher und die Dockarbciter.

Mst in am Sonntag in Verdun über die Notwendigkeit MNner deutsch-französischen Verständigung gehalten hat. Die ^Zustimmung zu diesen Erklärungen Petains gibt das Blatt- Wchon mit seiner ÜberschriftWir stimmen ' mit Marschall v^tain überein". Der Verfasser des Artikels vermertt u. a.

MPötains Hinweis, daß Frankreich unrecht habe, wenn es i Deutschland als seinen Erbfeind betrachte. Diese Erklärung L E Marschalls habe bei den Radikals-oMlisten und bei dem i klnken Flügel der Partei keine Entrüstung, sondern Genug- 1 r fuung hervorgerufen. Das Blatt setzt sich dann des längeren - kur eine unabhängig« französische Außenpolitik ein, um die WMhler zu vermeiden, die vor dem Kriege begangen worden | bnd. Der Artikel schließt mit der Betrachtung des Verfassers, t bfm Willen Ausdruck zu geben, mit dem Dritten Reich in stneden zu leben.

DerAmi du Peuple" berichtet, daß sich die Streikbewe­gung auch auf die anderen französischen Mittelmeerhäfen auszudehnen beginne. So sei der Verkehr des Hafens Port Vendres völlig stillge- kegt- Auch hier wehe die rote Fahne an den Masten der Schiffe. Das Blatt erklärt, diese Vorfälle ließen darauf schließen, daß der Bolschewismus im Anmarsch sei

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debatte gebracht. Der englische Innenminister Simon konnte der Arbeiterpartei entgegenhalten, daß die von ihr geforderte Politik zum Kriege hätte führen müssen, daß die Arbeiterpartei aber andererseits sich nicht ein­mal bereitgefunden habe, die nötigen Kredite für die im Mittelmeer getroffenen militärischen Maßnahmen zu bewilligen. Im letzten hat auch wohl die englische Arbeiterpartei nicht mehr an den Erfolg ihres Gegen­stoßes geglaubt, und das Schicksal der Sanktionen ist mit dem Sieg der Regierung Baldwin nunmehr end­gültig besiegelt.

Die italienische Presse ist den englischen Entschlüssen gegenüber außerordentlich zurückhaltend gewesen. Die Aufrechterhaltung des Schuldspruches seitens Englands verstimmt in Rom. Aber auch die französische Regierungserklärung wird in der ober­italienischen Presse mit einer gewissen Enttäuschung ausgenommen. Man vermißt neue Gesichtspunkte. Die Stampa» schreibt z. B., daß die schüchterne Rede Delbos' die Wolken am Horizont nicht zu zerstreuen vermöchte. Mehr als die englischen Staatsmänner schienen die augenblicklichen Leiter der französischen Politik zu bedauern, daß die Sanktionen gegen Italien nicht wirksam gewesen seien. Solche Ansichten könnten nicht zur Wiederherstellung des Vertrauens und des Geistes der Zusammenarbeit beitragen.

Mit den beiden großen Debatten in Paris und London ist ein politisches Kapitel, das die letzten Monate beherrschte, der Sanktionsstreit, praktisch liquidiert. Rach dieser negativen Bereinigung ist der Weg zu den Verhandlungen über den deutschen Friedensvorschlag freier geworden. Es ist unangebracht, wie auch Baldwin in seiner Unterhausrede betonte, die Schwierigkeiten zu unterschätzen. Immerhin kann man feststellen, daß die französische Regierungs­erklärung diese Schwierigkeiten nicht vermehrt und Deutschland gegenüber einen Ton gefunden hat, der den Verhandlungen zum Vorteil gereichen kann.

Aus dem neuen Spanien.

Marxisten besteuern Glockengeläut.

| . Madrid, 24. Juni. Der Bürgermeister von Laisas Bajas ' «l? . Ortsgeistlichen eine Entschließung der marxistischen ' ^'ueindeverwaltung mitgeteilt, wonach in Zukunft für Ge- ' D-släuten. für Läuten für die Frühmesse, für Rosenkranz Sy Katechismus je 25 Peseten, für das Läuten zum Hoch- [ "isst 50 Peseten, für die Sterbeglocke 15 Peseten Steuer zu i z-Urichten sind. Fest läuten sämtlicher Glocken kostet 100 | Wssttn, Vegräbnisläuten erster Klasse 200 Peseten zweiter | AM« 100 und dritter Klaffe 50 Peseten. Bei Brandläuten l *aut die Steuer weg.

Eden beim Negus.

Gegensätzliche Auffassungen.

. London, 23. Juni. Der englische-Außenminister Eden suchte am Dienstagvormittag den Negus in der abessini­schen Gesandtschaft in London auf. Er hatte dort mit dem Negus eine Unterredung, die etwa eine Stunde dauerte.

Wie zu dem Besuch bekannt wird, hat der Negus die Gelegenheit benutzt, um Eden davon zu unterrichten, welche Haltung die abessinische Regierung in Genf ein- zunöhmen gedenke. Er soll darauf hingewiesen haben, daß Abessinien sich weiterhin als ein unabhängiges Volk ansehe und daß der organisierte Widerstand noch nicht aufgehört habe; schließlich werde er um weiteren Beistand bitten.

Die britische Regierung steht bekanntlich im Wider­spruch zu dieser Ansicht d?s Negus.

Der Londoner Aufenthalt des britischen Ober­kommissärs in Ägypten, Sir Miles L a m p f o n, geht noch in dieser Woche feinem Ende entgegen, und wenn er in den nächsten Tagen nach Kairo zurückreist, so wird er die Entscheidung des englischen K a b i n e t t e s über dessen Haltung zur ägyptischen Frage mit sich führen. Diese Entfcheidung wird für die weitere Entwicklung der Lage im Nahen Osten von größter Bedeutung sein. Gelingt es England, mit Ägypten zu einer Einigung zu kommen, so wird es damit gleichzeitig vor der muselmanischen Welt einen Erfolg erringen? *Äwi e» nach den verhängnisvollen Auswirkungungen feiner Palästinapolitik dringend notwendig hat. Seitdem am 2. März im Palais Zaafaran in Kairo die Verhandlungen zwischen dem britischen Oberkommissär und der unter der Führung von Nahas Pascha stehenden ägyptischen Abordnung begonnen haben, hat sich die bis dorthin ziemlich eng­landfeindliche Stimmung im Lande am Nil außer­ordentlich beruhigt, so daß auch durchaus die Mel­dungen, daß die Besprechungen in größter Freundschaft geführt würden, Gauben verdienen. Auch zwei ein­schneidende politische Veränderungen, die Einset-' ing eines Regentschaftsrates nach dem Tode des Königs Fuad und der große Wahlsieg des Wafd, haben ad den bei den Verhandlungen gezeigten VerständiMngs- willen einen nachteiligen Einfluß gehabt. Ziemlich überraschend erfolgte nur die Abreise Sir Lampsons nach London, zumal es hieß, daß man in wesentlichen Punkten zu einer Verständigung gekommen sei, die nun­mehr von der englischen Regierung genehmigt werden müsse, ehe sie perfekt gemacht werden könne. Über die Grundlage, auf der dieses neue Abkommen getroffen werden soll, hat man zunächst von englischer und von ägyptischer Seite das gleiche Stillschweigen bewahrt und nur allmählich sickerten Nachrichten durch, aus denen man Schlüsse auf die künftige Gestaltung des englisch-ägyptischen Verhältnisses ziehen kann. Danach scheint man die Absicht zu haben, die nationalen Ge­fühle und den politischen Eelbständigkeitswillen Ägyptens in jeder Weise und auch nach außen hin zu l achten und lediglich zwischen England und Ägypten ein

Irr NsWMW Siirs Senn Slums.

Glaube in die Worte des Führers. Versöhnlicher Ton gegenüber Deutschland. Vertrauensvotum für Baldwin.

| . Wennder Pfarrer sich an die 'Gläubigen richten will" I S heißt es in dem amtlichen Dokument weiter, so hat er I Bürgermeister rechtzeitig mitzuteilen und ihm die

[. einzureichen. Falls die Erlaubnis erteilt wird, soll l ssss Delegierter der Gemeindeverwaltung an der Messe 'teil- kMmen. um darüber zu wachen, daß der Geistliche die Pre- I SkJo hält, wie sie dem Bürgermeister vorgeleot wurde. Bei | Assssssauch erfolgt gerichtliche Bestrafung. Auch für die l M^bniffe, deren Trauergefolge sich mit einem Kreuz durch I Atraßen 'bewege, sowie von solchen Pfarrern, die sich in in ihrem Priestergewand zeigten werben E>ere Steuern erhoben.

Postschecktonto: Franlftat a. M. Rr. 7405.

84. Jahrgang.