Einzelbild herunterladen
 

»>,<> m.inh» hör ar Itln> hi» tünHHAo ftnnh Hnh unter Rrfien nnh Pnrften inirh her Alreifnnnnrni ..trauet mir nickt iolcken sündhaften Gedanken zu. Belehrung, fein sinnreiches Märchen und feine gütige Hano.

Mksbckmr TilgM

o Wöckentlick 7 Ausaaben gnerHöali» naämittaas. Samstaas eor= n. n

7 Ausgaben

Wöchentlich

Werttäglich nachmittags, Samstags vor- u. nachmittag»

L. Schellenberg'Ich« Hofbuchdruckerei,Tagblatt-Haus".

Unterhaltungsbeilage.

mit einer täglichen

Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden.

84. Jahrgang,

Samstag, 20. Juni 1936

Nr. 1S77 <6

Eine Mahnung

Fernlprecher-Sammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

New York, 20. Juni. (Funkmeldung.) In der Nacht vom Freitag aus Samstag feierte der deutsche Exweltmeister Max Schmeling im Pankce- Stadion zu New Hort, vor 100 000 Zuschauern, den größten Sieg seiner sportlichen Lausbahn. 2m Ausscheidungskamps um die Boxschwerge- wichtsmeisterschast schlug er den favorisierten Amerikaner 2oe Louis nach überlegen durch­geführtem Tressen inderlL. Rundek.»., nach­dem er seinen Gegner bereits in der 4. Runde bis sieben" zu Boden gebracht hatte. Dieser Sieg gibt Max Schmeling die Qualifikation, dem Titelvertei­diger Braddock im Entscheidungskamps um die Weltmeisterschaft entgegenzutreten.

Bezugspreise: Für eine Bczugszett von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2., ein- Ichlie-rnch Traglohn. Durch tue Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel, nummern 10 Rps. Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. In Fällen höherer Gewalt ober Betriebsstörungen haben die Bezieher fernen Anspruch auf Lieferung des Blattes ober auf Rüitzahlung des Bezugspreises.

Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, . außer Sonn, und Feiertags.

Anzeigenpreise: Ein Millimeter Löhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil (Bruni- preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte tm Zeitteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 5, Nachlatzstaffel B. - Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Platzen wird leine Gewähr übernommen. Schluß bet Anzeigen»Annahme 9 /s Uhr vormittags. Größere Anzeigen muffen spätestens einen Tag vor dem Erschemungstage ausgegeoen werden.

Der lachende Sieger.

(Graphische Werkstätten, M.)

Ungelöste Probleme.

as. Berlin, 20. Juni. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die gesamte internationale Presse hat sich, wie nicht anders zu erwarten war, sehr eingehend mit der Rede und der Aussprache im Unterhaus, die übrigens am Dienstag fortgesetzt wird, beschäftigt. Die mannigfachen Kommentare stimmen, soweit sie auch in der Beurteilung der Einzelheiten auseinandergehen mögen, darin überein, daß das Ende der Sank­tionspolitik nunmehr gekommen ist, zumal die französische Regierung sich beeilt hat, ihre Überein-, stimmung mit diesem Punkt der Rede Edens bekannt­zugeben. An dieser Tatsache ändern die vielfachen An-

gsstürme im Pankee- Stadion.

7 Wenn je ein deutscher Sportsieg im Ausland mit > grösster Begeisterung ausgenommen wurde, so ist es dieser Weuke Nacht von Max Schmeling in der 12. Runde herbei- - geführte Niederschlag desbraunen Bombers" Joe Louis im [ Hankee-Städion zu New dort. Gerieten 100 000 Ameri- : tarier schon rein aus dem Häuschen, als der Deutsche den , großen Favoriten in der 4. Runde unerwartet bis s i e b e n" z u V o d e n brachte, so fehlen gänzlich die Worte. . um den Zustand der Ekstase zu beschreiben, in den dqs F Stadion geriet, als Joe Louis in der 12. Runde im f wahrsten Sinne des Wortes von dem überlegenen Gegner -niedergeschmettert wurde und sich nicht mehr erhob. : Das hatten die kühnsten Optimisten nicht erwartet, und die Herren Fachbeflissenen werden wohl gewaltig ihre Augen­brauen in die Höhe gezogen haben, als sie ihrentotsicheren" 2;:p in des Wortes wahrster Bedeutung am Boden liegen Mähen. Nur einer war nicht überrascht und ging Müchelnd in die Kabine zurück: Schmeling selbst, der von der 1. Runde an unerschütterlich davon überzeugt war, daß sein i -Äampf des Lebens" zugleich sein bester sein werde.

Tatsächlich war Schmeling in einer noch nie an ihm gesehenen Form.

griffe der englischen Opposition gegen die eigene Re­gierung nichts. Mag die englische Arbeiterpartei von demgroßen Betrug" sprechen, mögen die oppositio­nellen Liberalen von einemvollständigen Zusammen­bruch der englischen Außenpolitik" schreiben, mögen auch selbst einige Mitglieder der Regierungspartei murren, alles das ändert nichts an der Tatsache, von der die internationale Presse gebührend Kenntnis nimmt, daß das Ende der Sanktionen gekommen ist. Freilich die Frage, was nunmehr werden soll, muß zu­nächst noch offen bleiben. Sicher ist lediglich, daß die Aufhebung der Sanktionen noch nicht den Schlußstrich unter den englisch-italienischen Konflikt bedeutet. Das beweist einmal der schon gestern hier herausgehobene

diese Runde sogar an sich, allein um so heftiger trommelte Schmeling ganze Salven auf den zerschlagenen schwarzen Körper vor ihm, der sich es war fast ein Wunder immer noch mit letzter Willensanstrengung aufrecht hielt. Unfaire, wahrscheinlich aber den großen Erschöpfungsgrad anzeigende T i e f s ch l ä g e des Unterliegenden wurden, mit Empörung im Publikum ausgenommen, desto lauter dröhnte der Beifäll, als Schmeling keine Erholungspause eintreten ließ.

Das Ende..

Die Lehrlektion nahm in der 10. Runde ihren Fortgang. Louis' hat kein Herz mehr und ist am Ende seiner Kräfte. Einen verzweifelt abgeschosienen rechten Haken quittierte Schmeling mit lächelnder Miene. Von der 11. Runde ab hatte er nichts mehr zu riskieren, ging aus der bisher sorgfältig beachteten Deckung heraus und nach dem 4. Tiefschlag des halbblinden Kontrahenten knallten die Treffer in der 12. Runde derart zermalmend auf dessen un­geschützte Kopf- und Körperpartien, daß das Ende unab­wendbar war. Bereits groggy durch fürchterliche Uppercuts, lief Louis in die plazierten Schläge Schme- lings geradezu hinein, der mit einigen vollen Rechten zum Kinn ganze Arbeit machte.

2it der 12. Runde sank Louis für die Zeit zu Boden.

Begeisterungsstürme umbrausten den Sieger derSchlacht des Jahrhunderts". Max Schmelings größter Erfolg seiner 12jährigen Laufbahn war Tatsache geworden.

MMUMMKUM

Der große Kampf.

Em"ungsgemäß erwies sich Joe Louis in den An­fangs! als der gefürchtete Schläger, dessen stechende LinkV jas war die erste Überraschung des Tages immer wieder versuchte. Schmeling von den Füßen zu holen. Die Schnelligkeit und Tatkraft'mit der Louis' in den ersten drei von ihm beherrschten Runden ope­rierte, war zweifellos eindrucksvoll, und es war ein Glück für Schmeling, daß er nur dann aus seiner Doppeldeckung herausging, wenn er der Wirkung seiner fulminanten Rechten sicher war. Louis wurde gleich am rechten Auge getroffen, ein Treffer, den er indes noch in der gleichen Minute mit einem genauen Linkshaken auf Schmelings rechtes Auge erwiderte. Die vielgerühmte Schlagkraft des Schwarzen erwies sich erst richtig in der 2. und 3. Runde. Immer wieder schob er seine wunderbar ausgebildete Linke in Schmelings Eestchtspartien, wobei er sich sehr vorteilhaft in die von ihm beherrschte H a l b d i st a n z zu bringen wußte. Schmelings großes Stehvermögen aber über­stand die zu Beginn zweifellos drohenden Gefahren, und als er rechts mit Wirkung konterte und auf die Taktik des (schwarzen eingehend, zugleich unter den mit unerhörter Wucht geschmetterten Schwingern und Haken wegtauchte, verschob sich die Eefechtslage auffallend rasch zu seinen Gunsten. Aus der Deckung heraus schlug er serien­weise Volltreffer auf Louis' Kinn, zumal es ihm von der 4. Runde ab fast stets gelang, aus der Distanz sofort in den von ihm gesuchten Nahkampf zu kommen.

2n der 4. Runde siel bereits, 100 000 heftig erregten Bankers gänzlich unerwartet, die Vorentscheidung.

Schmeling pfefferte aus der Deckung einen mächtigen Rechts­schlag auf das offene Kinn des Favoriten, der wie ein ge­fällter Baum auf die Bretter sank, um sich erst aufsieben" wieder zu erholen. Nur, der Gongschlag rettete ihn vor der schon jetzt drohenden Niederlage. Zum erstenmal in seinem Leben stützte sich derbraune Bomber" schwer auf seine Fäuste das Stadion brauste wie ein Orkan.

Die Zertrümmerung Louis' Widerstandkraft betrieb Schmeling, von nun an s y st e m a t i s ch, dabei keine Sekunde die nötige Vorsicht außer acht lassend, aber zupackend, wenn die Erfolgsmöglichkeit mit lOOprozentiger Sicherheit winkte.

2n der 5. und 6. Runde befand sich Louis auf vollem Rückzug.

Schmeling feuerte ganze Serien von Uppercuts und Geraden ab, steckte zwar auch einige schwere Brocken ein, um aber dann im Nahkampf den wankenden und taumeln­den Gegner durch empfindliche Körperschläge allmählich zu unterminieren. Louis' linkes Auge war bald geschlossen. Zweimal rettete ihn der Gong!

Von der 6. Runde gab kein Amerikaner auch nur, einen Pfifferling für den Getipten Die Gewalt seiner schweren Linken wurde von Runde zu Runde schwächer, und feine zeitweilig von rechts forcierten Schläge trafen Schme­lings undurchdringliche Deckung. Nur die boxerischen Instinkte seiner Rasse hrachken ihn über die nächsten Runden, als Schmeftng auf Biegen und Brechen die Ent­scheidung suchte. Noch einmal rieselten und sickerten Kraft­quellen in des Negers Armen, als er in der 7. Runde verzweifelt das unabänderliche Schicksal abwenden wollte. Mit anerkennenswerter Tapferkeit brachte er

ax Schmelings größter (Erfolg

Nunmehr Wettmeisterschaftskampf gegen Braddock.

Die Opposition in England.Antiitalienische Flottenallianz." an die falsche Adresse.

äußerst tapferen, dann aber immer mehr an dem Nimbus - seiner Unbezwinglichkeit zweifelnden und schließlich ver­zweifeltenhraunen Bomber" glatt auf die Verliererstrecke. Und nach der 5. Runde konnte es keinen Zweifel mehr über den Ausgang dieses so unerhört überraschungsreichen Kampfes geben. Es war Max Schmelings größter Sieg, diese :Schlacht des Jahrhunderts". Jack Dempsey's bisher unan­getasteter Fundamentalsatz:They never eome back ist unter den zermalmenden Fäusten Max Schmelings ins ' Wanken geraten. Denn seit der letzten Nacht ist der Exwelt­meister und Braddocks Herausforderer unbestritten

Favorit auf den Meisterfchaftsgürtel 1936!

Es war kein Sieg der rohen Kraft. Schmelings Arme gehorchten vielmehr den Gesetzen der Technik und Taktik. In 3>er Beherrschung des Körpers und der Sinne zeigte sich der Meister. Es wär, als Schmelings glänzende Form feststand, eine reine Jntelligenzprüfung, ein berechnender Einsatz der in Hunderten von Runden gewonnenen und er- probten Erfahrung, ein nur von der Seite des Deutschen aus K7 überlegen geführter Kampf, der die Grenzen der Begabung Joe Louis' schonungslos aufdeckte. Die wenigen Warner " behielten recht, als sie auf den zu schnellen, geradezu silm- f haft-romantischen Aufstieg Louis' hinwiesen, der noch gar : nicht in die Lage kam, über die vollen Runden seine ' sportliche Reise unter Beweis zu stellen. Und der darum : ein Opfer der Reklame werden mußte, sobald er in die Reichweite eines wirklichen Könners geriet. Louis' jäher Fall ist der fprechendste Beweis für die Richtigkeit der Be­hauptung, daß sich auf die Dauer nur solche Sportler durch­setzen werden, die außer ihren Muskelpaketen einen stahl- harten Willen und eine auf einem grundsoliden Lebens­wandel aufgebaute und ausbalancierte innere Festigkeit in den Kampf bringen, die weder mit Minderwertigkeits- , komplexen behaftet ist. noch sich in irgend einer Weise stim- k mungsmäßig beeinflussen läßt. Das ist der eigentliche Wert des Sieges des Deutschen Max Schmeling, den die Ameri­kaner, wie sie zu sagen pflegen, inall action", d. h. im r Stil eines Weltmeisters kämpfen sahen.

2n Deutschland hegt mau nach diesem durchschlagenden Erfolg den verständlichen Wunsch» den kommenden Weltmeisterschastskampj auf deutschem Boden austragen zu lassen.