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__ Druck und derl°g: Wöckentlick 7 Ausgaben Werktä alich nachmittags, Samstags vor- n.n

7 Ausgaben

Wöchentlich

Werktäglich nachmittags, Samstags vor» n. nachmittags

E. Schellenberg'sche Hofbuchbruckerei,Tagblatt-Haus'.

Unterhaltungsbeilage.

mit einer täglichen

ein.

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Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

Nr. 162.

Dienstag, 16. Juni 1936.

84. Jahrgang.

Um die Aufhebung der Sanktionen.

Die Welt kann kommen!

$or sWlisMWn (srldiirunp NenS.

Ein wenig aufschlußreiches Frage- und Antwortspiel. Donnerstag grundsätzliche Erklärungen des englischen Außenministers. Eden dürfte die Krise überstehen.

Italien dämpft den Optimismus.

as. Berlin, 16. Juni. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Im Unterhaus hat der englische Außenminister Eden gestern eine Kanonade von A n - fragen über sich ergehen lassen müssen. Eden ist in seinen Antworten geschickt jeder Festlegung ausge­wichen, er hat aber für Donnerstag eine außen­politische Erklärung angekündigt, die zu den schwebenden Fragen Stellung nehmen soll. Auch dabei hat Eden jede Andeutung darüber, welche Haltung die englische Regierung zur.S a n k t i o n s s r a g e und zu den im Vordergrund stehenden Problemen einnehmen wird, vermieden, obwohl mehrfach die Anfrage an ihn gerichtet wurde, ob das Kabinett mit den sanktions­feindlichen Reden des Finanzministers Neville Cham­berlain übereinstimme. Wenn auch mithin keine Klar­heit geschaffen ist, und wenn auch das englische Kabinett selbst erst morgen Stellung nehmen wird, so neigte man in London gestern abend doch der Ansicht zu, die übri­gens auch durch eine Reutermeldung gestützt wird, daß Eden die Krise überstehen und im Amte bleiben' wird, wenn nicht unvorhergesehene Ereig­nisse eintreten. Ja, man will in London sogar wissen, daß Eden, dessen Ansichten,Reuter" zufolge, durchaus mir denen Chamberlains übereinstimmen sollen, selbst in Genf ganz offen das entscheidende Wort sprechen werde, nachdem die ganze Welt habe cinsehen müssen, daß der Lauf der Ereignisse die inter­nationale Lage grundlegend geändert habe. Es wäre aber doch falsch, aus einer solchen Einstellung den Schluß zu ziehen, daß nun die Schwierigkeiten mehr oder minder überwunden wären. Wenn Eden gestern bei­spielsweise betonte, daß der abessinische Ge­sandte in London nach wie vor als der beglau­bigte Vertreter des abessinischen Kaiserreiches ange­

sehen werde; so ist damit schon auf eine gefährliche Klippe hingewiesen. Es ist auch bemerkenswert, daß der ursprünglich nach den Erklärungen Chamberlains in Italien zutage getretene Optimismus wieder einer sehr viel ruhigeren Beurteilung Platz gemacht hat. Zu einem Teil mag das durch die Angriffe ver­anlaßt worden sein,.die die englische Opposition gegen Chamberlain wegen seiner Absage an die Sanktions­politik richtete. Jedenfalls erklärt dasGiornale d'Jtalia", das'sich zunächst sehr zuversichtlich geäußert hatte, daß die italienische Nation, solange die allge­meine Unsicherheit andauere, von jedem Optimismus Abstand nehme, den ausländische Blätter gerne ver­treten. Italien nehme eine ruhig abwartende und bervußt mißtrauische Haltung ein, die die Völkerbundsersahrung lehre, denn noch sei die all­gemeine Ruhe nicht zurückgekehrt, und die internationale Lage erscheine noch voller Schatten.

Es paßt durchaus in dieses Bild, wenn man in Rom erklärt, daß Italien sich an der am 22. Juni be­ginnenden Meerengen-Konferenz in Mon­treux nicht beteiligen werde, da es,jede Mit­arbeit in europäischen Fragen ablehnen müsse, solange es unter dem Druck der Sanktionen stehe. Allerdings kommt dieser italienischen Erklärung zunächst wohl keine größere Bedeutung zu, denn die Konferenz von Mon­treux wird vermutlich sehr bald unterbrochen werden, da ja wenige Tage später die Mnfer Beratungen be­ginnen. Wie aber in Genf die Dinge laufen werden, das wird man vielleicht aus der für Donnerstag ange­kündigten Rede Edens erkennen können. Erst danach wird sich auch wohl Rom darüber schlüssig werden, ob es einen Vertreter nach Genf entsendet oder nicht. Kein Wunder also, daß man der morgigen Sitzung des eng­lischen Kabinetts und der Rede Edens mit Spannpng entgegensieht.

Reichsparteitag-Orgamsations- leitung an der Arbeit.

Programm vom Führer genehmigt.

Nürnberg, 16. Juni. (Funkmeldung.) Der Führer hait ttos Programm des Re ichspa r te ltags 1^3 6, das ihm >der Reichsorganisationsleiter vorlegte, geneh- m' §Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP., Pg. Dr. Robert Ley hatte heute in Nürnberg den stab der Organisationsleitung der Reichsparteitage zuiammenge- rufen, um ihm in grundlegenden Ausführungen seme Rickt- linien für feine diesjährige Arbeit zu geben. Er beauftragte feinen Stabsleiter, Hauptamtsleiter Pg. Simon, mit fer­ner Vertretung in allen Fragen des Reichsparteitags und bestimmte den Parteigenossen Amtsleiter Kropp zum Ge­schäftsführer der Organisarionsleitung der Reichsparteitage.

Der Reichsorganisationsleiter verteilte die Arbeiten auf die einzelnen Mitarbeiter, die im wesentlichen die bewähr­ten Kräfte des Vorjahres sind. Die Organisationsleitung der Reichsparteitage hat mit dem heutigen Tag ihre Arbeit au (genommen. ______________

Ministeriums der Konzentration" auf möglichst,breiter par­lamentarischer Grundlage zu versuchen. Pshrsson hat den Auftrag angenommen.

Die Bildung der neuen Regierung dürfte mit Rücksicht auf den morgigen 78. Geburtstag des Königs Gustav V. nicht vor Mittwoch erfolgen.

Die amerikanische Staatsschuld

auf 34 Milliarden Dollar gestiegen.

Washington, 16. Juni. Das amerikanische Schatzamt gab am Montagabend bekannt, daß nach der Auszahlung des Bonus für die Kriegsteilnehmer und anderen Schatz­amts-Transaktionen die Staatsschuld um etwa 2,7 Mil­liarden Dollar auf den neuen Friedenshöchststand von etwa 34 Milliarden Dollar angestiegen sei. Unter den am Montag durchgeführten Transaktionen befindet sich auch die Ausgabe von Schatzamtsscheinen in Höhe von 1106 Mil­lionen Dollar, die mit den Bonus - Zahlungen und weiteren Nothilfeausga.be n in Verbindung steht.

Das Olympische Dorf ist bereit. Kein Problem bleibt ungelöst. Der Platzmajor über die letzten

Vorbereitungen.

Großkampftage" nannte sie Hauptmann Fürstner, der Platzmajor des Dorfes die letzten drei Tage, da das Olympische Dorf noch der Öffentlichkeit freigegeben war. Nach vorsichtiger Schätzung dürfte die Gesamtzahl der Besucher, die Tag für Tag und Stunde um Stunde, seit das Dorf seine Tore geöffnet hatte, voll Staunen und ehrlicher Bewunderung hinter den (schließlich etwas heiseren) Führern in Gruppen durch die herrlichen An­lagen zogen, wesentlich über 350 000 liegen. Allein am letzten Sonntag konnten dank der ausgezeich- neten Organisation des Führungsdienstes des Deutschen Studentenwerkes über 50 000 Volksgenossen das Dorf'besichtigen! Es kann kaum einen eindring­licheren Beweis als diese gewaltigen Taten geben, wie das Interesse an den Olympischen Spielen und der olympischen Idee alle Schichten des deutschen Volkes erfaßt hat, das seiner Wehrmacht dafür dankt, daß es ihr gelungen ist, dem Ideal eines olympischen Dorfes in einer Weise nahezukommen, wie dies nicht leicht von irgendeiner anderen Nation übertroffen werden könnte.

Zuerst die Japaner.

Doch während die letzten Gruppen von Besuchern noch durch das Dorf wanderten, wendete der Komman­dant Oberstleutnant von und zu Gilsa, bereits seine Aufmerksamkeit den letzten Vorbereitungen für den Empfang der olympischen Teilnehmer zu. In Kürze schon wird ein Teil der japanischen Mann­schaft erwartet, die als erste kommt, um sich in der Zeit bis zum Beginn der Spiele zu akklimatisieren. Auch die deutschen Sprinter werden bereits in wenigen Tagen,u»«tr»M«^-und ehe noch dieser Monat zu Ende ist, werden die Mannschaften von Argentinien, Brasilien, Uruguay, Australien und Südafrika das Dorf bevölkern. .

Vom Eingangstor her Horen wir eben die Klange der Dorfkapelle, die eifrig dabei ist, 58 verschiedene Nationalhymnen zu proben. Es ist nämlich ihr beson­derer Stolz, daß jede Mannschaft mit der National­hymne ihres Landes empfangen werden soll. Aber vor den Stolz ist die Mühe gesetzt!

Und im Eingangsgebäude sind P o st a m t und die Filiale der Deutschen Bank bereits in Betrieb, nicht zu vergesien natürlich die große Besuchergaststatte, die mit ihren internationalen Gästen in den nächster- Wochen sicher auch viele Besucher aus Berlin anziehen wird.

Indien aus der Schreibmaschine.

Eine Kompagnie Funker der Wehrmacht, von denen 80 v H. über vier Sprachen sprechen, versehen schon ihren Dienst in der Telephonzentrale. In der Halle der Nationen, in der die Attaches als Vertreter der verschiedenen Nationen ihre Büros haben, stellt man eben die Schreibmaschinen auf. Es ist das Un­glaubliche gelungen, Maschinen mit 36 ver­schiedenen Tastaturen aufzutreiben, so daß der Attache-, komme er nun aus Island, aus Hinterindien oder aus Guatemala, die Maschine mit der Buch­stabenordnung seines Landes finden wird. Und darauf dürfen wir stolz sein: Alle Maschinen sindmade in Eermany!"

Im Wirtschaftsgebäude, in dem oO Kuchen und ebensoviele Gasträüme für die verschiedenen Nationen untergebracht sind, eilen und schaffen bereits zahlreiche Stewards des Norddeutschen Lloyds, der der Wehrmacht

Staatstrauer für den gefallenen Danziger SA.-Mann Deskowfki.

Danzig, 16. Juni. (Letzte Funkmeldung.) Die Danziger Regierung veröffentlicht folgende Mitteilung: Der Staat und seine Behörden senken in kameradschaftlicher Verbundenheit die Fahnen vor dem für seine Heimat und das deutsche Volk gefallenen SA.-Mann Günter Deskowfki. Der Präsident des Senats hat daher angeordnet, daß am morgigen Bei- jetzungstag der Dienstschluß bei den Behörden auf 13 Uhr festgesetzt wird. Sämtliche Gebäude des Staates und der Stadt senken an diesem Tage die Staats­flagge aus Halbmast.

Die schwedische Kabinettskrise.

Aararfuhrer Pehrsso« mit der Neubildung der schwedischen Negierung be-uftr-gt.

Stockholm, 15. Juni. Der König bat i>en Führer der Agrarpartei, Pehrsson, beauftragt, die Bildung eines

Deutsche Kolonialgesellschaft aufgelöst.

Berlin, 16. Juni. DerVölkische Beobachter" veröffent­licht folgende NSK.-Meldung:

Die 1882 in Frankfurt a. M. mit dem Fürsten Hohen­lohe-Naumburg 1 als Präsident begründete Deutsche Kolonialgesellschaft, die sich 1884 mit der von Dr. Carl Peters begründeten Gesellschaft für deutsche Kolonien zusammenschloß, ist am 13. Juni d. I. durch einen Beschlug ihrer Dertreterversammlung aufgelöst worden.

Ihre Aufgaben werden von dem Reichskolonialbund übernommen, der vor einigen Tagen als eingetragener Ver­ein in das Vereinsregister des Amtsgerichts Berlin aurge= noarmen wurde und nunmehr die alleinige Organisation imrftettt. die dazu berufen ist, den kolonialen Gedanken im deutschen Volk wach zu halten.

Reichskolomalbund gegründet

Bundesführer General Ritter von Epp.

Mit der Gründung des Reichskolonialbustdes werden auch die bisherigen besonderen freien Organisationen, die auf kolonialem Gebiet soziale Tätigkeit entfaltete», sichi auf» lösen und ihre Aufgabengebiete an -den Reichsrolonralbund

- Die Auflösung dieser Verbände, insbesondere der Kolo- nialaesellschaft, darf nicht statffinden, ohne daß d'.e Äugen der deutschen Öffentlichkeit sich nochmals aus die ruhm­volle Tradition der Gesellschaft und aus die Namen der bewährten Kolonialpra,identen richten, die die Gesellschaft zu Ehre und Ansehen gebracht haben: Dr. Carl Peters und die späteren Präsidenten, Herzog Johann Albrecht, «muDerncur Dr. Seitz und Gou­verneur Dr. Schnee.

T'er ReichskoloiiiLlound wud unter seinem Bundes- fubrer General Ritter 6. E p p, berufen sein, die Tradition der alten Deutschen Kolonialgesellschaft in Ehren zu halten.