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Werktäglich nachmittags, Samstags vor- u. nachmittag»
£. Schellenberg'ich- HofbnchSrnckerei, „Tagblatt - Hans".
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Nr. 161.
Montag, 15. Juni 1936.
84. Jahrgang.
Befehl des Gauleiters zum Gautag Heffen-Raffau.
Parteigenossen nnd Parteigenossinnen.
Ich ordne an, daß am Samstag, 11. und am Solmtag, 12. Juli 1936, die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, ihre Gliederungen und angeschlossenen Verbände in der Hauptstadt des Gaues, Frankfurt a. M., ausmarschieren.
Heil Hitler!
Sprenger.
Warum Gautag?
Wenn am Samstag, 11. und am Sonntag, 12. Juli 1936 etwa 70 Sonderzüge in den Bahnhöfen von Frankfurt a. M. ans dem Dilltal und dem Odenwald, aus Rheinhessen und Oberhessen, vom Westerwald und Spessart, kurz aus dem ganzen großen Gau Hessen-Nassau einlaufen, wenn auf allen Straßen des Gaues in Lastwagen, Omnibussen und Privatwagen, auf Motor- und Fahrrädern abermals ZshntaNfende sich auf Frankfurt a. M. zu begeben, wenn in Frankfurt a. M. allein fast feder 10. Einwohner zu den Sammelplätzen der NSDAP, eilt dann wird sich wohl so mancher aus seiner Behaglichkeit aufgeschrecktc Mitbürger fragen, warum -das?
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Besonders geschäftstüchtige und kluge Menschen werden wahrscheinlich mit Riesenschritten an ihren Rechenschieber eilen und ausrechnen, was die Vorbereitung und Durchführung dieses Gautages wohl wieder kosten möge. Meder andere. noch klügere, werden feststellen, daß das deutsche Volk bei der letzten Wahl doch eine so eindeutig und absolut klare Sprache gesprochen habe, daß man ihm doch nunmehr die verdiente Ruhe gönnen und lasten sollte. Und trotz all dieser Bedenken wird die Partei weiterhin dafür Sorge tragen, daß außer den ungeheuren Vorbereitungen zum Gautag auch die Stadt Frankfurt a. M. einen Flaggenschmuck annehmen wird, wie er bisher noch nicht zu sehen war. Trotz der Bedenken und Ermahnungen aller Superklugen wird der Gautag Hessen-Nassau in gewaltigstem Ausmaß durchge- führt werden. Denn es ist notwendig, daß wir immer wieder daran erinnern, daß vor etwa über 3 Jahren in Deutschland noch Verzweiflung und Arbeitslosigkeit, politischer Mord, Korruption, Ehrlosigkeit und fremde Besatzung, Klastenkanrpf und Kulturlosigkeit an der Tagesordnung waren. Es ist erstaunlich, wie schnell diese Dinge alle vergessen werden, und mit welcher Selbstverständlichkeit die Erfolge der nationalsozialistischen Regierung hingenommen werden. Darum ist es notwendig, daß immer wieder in der Öffentlichkeit fostgestellt wird, daß alles, was sich in den letzten Jahren in Deutschland geändert har, einzig und allein
Die Politik des nationalsozialistischen Deutschlands.
\ IeulWM, hie Wei öes MenS.
Das englische Kabinett soll Mittwoch über die Sanktionen entscheiden. — Wird Eden zurücktreten?
Hetz und Goebbels sprachen.
as. Berlin, 15. Juni. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Das Wochenende stand, soweit die ' internationale Politik in Frage kommt, ganz im Zeichen der Auseinandersetzungen über die Frage, was aus den Sanktionen werden wird. Mit einiger Spannung sieht man der üblichen Mittwochssitzung des englischen Kabinetts entgegen, von der man vielfach eine Klärung dieser Frage erwartet. Mehr und mehr neigt man dabei der Ansicht zu, daß Chamberlain mit seiner Rede gegen die Sanktionen bereits den Kurs der künftigen englischen Politik angezeigt hat. Die englischen Sonntagsblätter erörtern, was unter solchen Um- sständen nicht weiter verwunderlich ist, sehr eingehend, ob nach einem solchen Kurswechsel Eden, „der Erzapostel der Sanktionen", im Amte bleiben kann. Es fehlt dabei nicht an recht scharfer Kritik an derPolitik Edens. Die französische Preste läßt durchblicken, daß Frankreich sich einer Aushebung der Sanktionen nicht widersetzen werde. Von der außenpolitischen Kammer- Debatte, die im Laufe dieser Woche stattfinden soll, er« oaifel'fnän eine Bestätigung dieser Ansicht, sowie ferner Aufklärung über den künftigen außenpolitischen Kurs. I Zu diesen außenpolitischen Sorgen gesellen sich, wenn Lauch nicht für London, so doch für Paris und Brüssel innenpolitische Sorgen, die nicht minder schwer sind. Allerdings ist in Frankreich eine Entspannung eingetreten, aber die Art, wie die Arbeiter in Paris das Streikende zum Siegesfest gestalteten, gibt doch zu denken. In Belgien haben sich die Gegensätze noch weiter verschärft und das neu gebildete Kavinett van Zeeland sieht sich keiner leichten Aufgabe ^gegenüber.
L Gegenüber dieser Unruhe in der Welt ist das Deutschland Adolf Hitlers eine Insel der Ordnung und Ruhe, der inneren Sicherheit und Beständigkeit, wie es Reichsminister Dr. Goebbels ^gestern in seiner großen Rede auf dem Eautag Südhannover-Braunschweig formulierte. Wie Bier der Reichspropagandaminister, so betonte auch der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß auf dem Eautag in Schlesien, daß Deutschland, eben weil es eine Insel der Ruhe und Ordnung ist, zum Bollwerk gegendenBolschewismus wurde. Beide Reden kennzeichnen noch einmal klar uud deutlich die
deutsche Politik. Sie richten sich auch an das Ausland, wenn in diesen Reden nochmals der Friedenswille Deutschlands unterstrichen wird, wobei Dr. Goebbels der Hoffnung Ausdruck gab, daß es am Ende doch noch gelingen werde, die Welt für unseren großen Friedensgedanken zu gewinnen. Deutschland steht dank der Tatkraft und dem Ideenreichtum seines Führers vor so großen Aufbauarbeiten, daß es von den Wirrnissen der übrigen Welt überhaupt nicht berührt wird. Es weiß aber auch diese friedliche Aufbauarbeit zu schützen. Das ist die Aufgabe der deutschen Wehrmacht. So wird das Deutschland Adolf Hitlers seinen Weg gehen. Es wünscht von den anderen Völkern nichts als daß sie sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern und Deutschland in Frieden arbeiten und seine Wege gehen lassen. Deutlich und unmißverständlich unterstrichen sowohl Rudolf Heß wie Dr. Goebbels, daß dieses Deutschland niemals in dem Kamps gegen den Bolschewismus erlahmen werde, weil eben Deutschland weiß, was es heißt, den Bolschewismus im eigenen Land würgen und wüten zu sehen. Deshalb aber, so betonte Heß, weiß Deutschland auch, was ihm von dem Bolschewismus droht. Wenn dieser versucht übet fremde Länder nach Deutschland einzudringen.
So kennzeichnen die Reden auf den ©autogen in Südhannover-Braunschweig und Schlesien noch einmal die Politik des nationalsozialistischen Deutschland, dieses Deutschland der Ruhe und Ordnung, und bilden in ihrer ruhigen Sicherheit und ihrem Bekenntnis zum Frieden einen starken Gegensatz zu den nervösen Erörterungen der internationalen Presse über Sanktionspolitik, Ministersturz, Streiks und Umsturz- gefahr. ________________
Starke Beachtung der Goebbels-Rede in Paris.
Paris, 15. Juni. (Funkmeldung.) Die Rede des Reichsministers Dr. Goebbels in Hildesheim wird von den meisten Pariser Zeitungen auszugsweise, allerdings ohne eigene Stellungnahme, übernommen. Die Blätter heben vor allem den Teil der Ausführungen des Reichspropagandaministers hervor, in dem er auf die friedlichen Absichten Deutschlands hinweist.
Die schwedische Regierung zurückgetreten.
Stockholm, 15. Juni. (Letzte Funkmeldung.) Die schwedische Regierungist heute vormittag z u - rückgetreten.
Die Ursache der Regierungskrise ist die Ablehnung einer Regierungsvorlage über eine Erhöhung der Alterspensionen in besonders teueren Orten durch die beiden Kammern des Reichstages.
Uncle Sam legt 2 Milliarden auf den Tisch.
Generalstreiksgefahr für ganz Belgien.
(Letzte Funkmeldung.)
Brüssel, 15. Juni. Der von dem außerordentlichen Bergorbeiterkongreß am Sonntag ausgegebeuen Streik- lofung ist nach den bisher vorliegenden Meldungen überall Folge geleistet worden. Die Werke der Eisenindustrie in Lüttich liegen seit heute vormittag still. Wie eine Meldung aus M o n s besagt, ist gestern abend sämtlichen Bergarbeitern von den Gewerkschaften die Niederlegung der Arbeit zugestellt worden. 3n allen I»dustrien sind die Arbeiter mit Lohnforderungen heroorgetreten. In Brüssel ist man über die Verschlechterung der Lage sehr beunruhigt. Es hat sich gezeigt, daß die Beschleunigung der Regierungsbildung nicht die allgemeine Streikbeweguug aufzuhalte» vermochte, obwohl van Zeeland den Sozialisten eine Reihe von Zugeständnisse» gemacht hat, die er ihnen am Freitag noch'verweigert hatte.
Frankreich zahlt wieder nichts an Amerika.
Paris, 15. Juni. (Funkmeldung.) Der französtsche Geschäftsträger in Washington überreichte der amerikanischen Regierung eine Note, tu 'der die französische Regierung ihrem Bedauern Ausdruck gibt, auch diesmal nicht die fällige SÄuldenzahlung leisten zu können.
»Division Teuere" kommt nach Addis Abeba.
Addis Abeba, 15. Juni. (Funkmeldung.) Demnächst wird hier die „Division Teoere" eintreffen. Sie besteht ausschließlich aus Auslandsitalienern, die in Somali gekämpft haben. Vizekönig Graziani nahm eine Besichrigung einer bereits in Addis Abeba weilenden Abteilung dieser Division •B.
Die Auszahlung des Beteranen-Bonus beginnt.
New Pork, 15. Juni. (Funkmeldung.) Mit dem Montag beginnt die vor wenigen Monaten vom Kongreß über das Veto des Präsidenten Roosevelt hinweg verfügte Ausschüttung der Bonuszahlungen an die ehemaligen Kriegsteilnehmer.
Seit Wochen haben Hunderte von Regierungsangestellten in Washington an den Vorbereitungen gearbeitet. Es waren große technische Schwierigkeiten zu bewältigen. Insgesamt 3 517 000 Veteranen erhalten ihre Dienstentschädigung voll ausbezahlt, obwohl sie ursprünglich erst 1945 erfolgen sollte. 2 679 514 Briefumschläge enthalten Bonus-Zertifikate und Schecks im Werte von 1,6 Milliarden Dollar. Andere werden folgen, da noch nicht alle Veteranen Anträge auf Auszahlung gestellt haben. Wenn sämtliche An
träge erledigt sind, werden ungefähr 2 Milliarden Dollar zur Auszahlung gelangt fein. Die Zahlungen an die einzelnen Veteranen schwanken zwischen 60 und 1500 Dollars. Der Durchschnitt beläuft sich aus 550.
200 000 dieser Veteranen erhalten A r b e i t s - losenunter st ützung, aber der Veteranenverband ist so einflußreich, daß die Regierung es nicht wagen würde, angesichts der Bonusauszahlung die Arbeitslosenunterstützung herabzusetzen, oder zu unterbrechen. Um die Postämter und Banken vor dem Riesenandrang zu schützen, wurden überall in den Kasernen der Rational-Earde Schalter eröffnet, wo die Veteranen ihre Zertifikate einlösen können.
Die Jnflationisten erhoffen von bei plötzlichen Milliardenauszahlung eine Belebung der Wirtschaft, was jedoch von der Regierung bezweifelt wird, da ein großer Teil des Geldes wahrscheinlich in Form von Sparguthaben in die Banken wandert.
