* , • W
PE y
i
.......
I' KwShB; 4? M MUUZM »" MUW^U ; E.
' * «MM<
, • * . ÄS
;»
-
84. Jahrgang.
Sonntag, 14. Juni 1936.
Nr. 160.
Wer hat die „abessinische Suppe/’ eingebrockt?
Das neue Kegel-WM Der firieösmorine M Weisel"
Stapettauf in Gegenwart des Führers. — Die Mutter des toten Helden vollzieht den Taufakt.
Rudolf Heß hielt die Taufrede.
Hamburg. 13. Juni. (Letzte Funkmeldung.) Das zweite Segelschulschiff der Kriegsmarine „Horst Wessel" ist am Samstagvormittag im Hamburger Hafen imVeiseindes Führers und Reichskanzlers glücklich vom Stapel gelaufen.
Es ist noch nicht lange her, daß auf der Werft von Blohm und Bog das Segelfchuifchiff der Kriegsmarine den Helgen verließ, das unter dem Namen des Dichters der deutschen See „Eorch Fock" dem seemännischen Nachwuchs für Deutschlands Kriegsmarine zur Ausbildung und Schulung dient. Inzwischen ist auf der gleichen Werft ein weiterer Neubau emporgewachsen, ein Schwesterschiff der „Eorch Fock", das aber noch größer und geräumiger sein wird. Erst im Februar d. 2. wurde der Kiel gestreckt und schon jetzt liegt die schmucke Dreimastbark in ihrem äußeren Bau vollkommen fertiggestellt, zum Ablauf bereit. Sie ist ein Musterstück deutschen Segelschrff- b a u e s, der auch in der Zeit der Dampf- und Motorschifffahrt nicht vernachlässigt worden ist. Dieser Tag ist ein Festtag für Hamburg, für die Kriegsmarine, für die deutsche Seefahrt und das ganze deutsche Volk geworden, um so mehr, als
Frankreich wird nervös.
as. Berlin, 13. Juni. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die Erörterungen über die Frage, ob die Sanktionen aufgehoben werden, hat neuen Auftrieb durch die Rede erhalten, die der englische Finanz- ininister Neville Chamberlain im „Klub von 1900“ gehalten hat. Chamberlain hat hier bekanntlich scharf gegen die Sanktionen Stellung genommen. Obwohl Baldwin es bei dem Frage- und Antwortspiel im englischen Unterhaus vermieden hat, sich die Ausführungen Chamberlains zu eigen zu machen, sodaß also keineswegs einwandfrei feststeht, ob Chamberlain die Ansicht der Regierung wiedergegeben hat, so ist man in England doch allgemein der Auffassung, daß der Finanzminister „die Sanktionen getötet hat." Ja, einige englische Blätter gehen sogar so weit, den Rücktritt Edens vorauszusagen, eine Prophezeiung, die allerdings in maßgebenden Londoner Kreisen stark angezweifelt wird. Es ist auch kennzeichnend für die Lage, wenn der „Daily Herald" berichtet, daß die City bereits Vorkehrungen treffe, um den Handel mit Italien wieder aufzunehmen. Daß die Völkerbundsfanatiker von dieser Rede Chamberlains nicht entzückt sind, versteht sich von selbst. Sie fordern nach wie vor die Aufrechterhaltung der Sanktionen und ihr Führer, Lord Cecil, verficht die Ansicht, daß eine Völkerbundsreform zwecklos ist, wenn die Autorität des Völkerbundes im Abessinienkonflikt nicht aufrecht erhalten werden kann. Unterstützung finden diese britischen Sanktionsfreunde in Südafrika, wo man von der Rede Chamberlains peinlich berührt ist. Man spricht hier sogar von „Verrat" und wendet sich mit sehr großem Nachdruck gegen die Pläne, die Chamberlain zur Reform des Völkerbundes entwickelt hat, und die nach südafrikanischer Auffassung den Völkerbund einfach zu einer beratenden Körperschaft machen würden. Da auch die südafrikanischen Regierungskreise sich noch bis vor ganz kurzer Zeit wiederholt für die Beibehaltung der Sanktionen eingesetzt haben, so wird man in London vermutlich über die Widerstände, die sich hier zeigen, nicht ohne weiteres zur Tagesordnung übergehen können.
In Frankreich legt man die Rede Chamberlains dahin aus, daß England im Begriff sei, der Aufhebung der Sanktionen zuzustimmen. Die französische Linke, die sich bisher stets für die Sanktionen eingesetzt hat, ist über diese Entwicklung nicht gerade sehr erfreut. Vor allem fürchtet man, daß England nicht selbst die Initiative ergreifen wird, sondern Frankreich vorzuschicken versuchen dürfte unter der Begründung, daß Frankreich, wenn auch das Frankle-ich Lavals, „die abessinische Suppe" eingebrockt habe und zwar durch die bekannten Abmachungen zwischen Laval und Mussolini vom Januar 1935.
Damit müßte aber dann Frankreich die Verantwortung für die Sanktionspolitik übernehmen, während tatsächlich England der Verantwortliche für diese Politik sei. Vor allem macht sich eine gewiße Nervosität in der französischen Preße bemerkbar, angesichts der Chamberlainschen Reformpläne für den Völkerbund. Man sieht hierin eine Abwendung von der von Frankreich stets verfochtenen Politik des universellen Völkerbundes und vor allem eine grundsätzliche Abkehr von der Idee der Sanktionen. Gerade das aber find zwei Programmpunkte, die die französische Linke mit großem Nachdruck verfochten hat. Die Rede Chamberlains dürfte den Wunsch des französischen Außenministers Delbos nach einer Aussprache mit seinem englischen Kollegen Eden gestärkt haben. Bisher hat man allerdings in England keine große Neigung gehabt, auf diese französischen Wünsche einzugehen. Sehr kennzeichnend ist es, daß die Sowjetrussen offenbar den Wunsch haben, sich möglichst bald in die Auseinandersetzungen einzuschalten und schon vor dem Beginn der Genfer Tagung mit den Engländern und Franzosen die Sanktionsfrage zu besprechen, ein Vorhaben, das wieder bei den kleineren Staaten Unruhe hervorgerufen hat, da sie nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden wollen.
Ueberprüfung der englischen Außenpolitik.
Von Staatssekretär a. D. Frhr. v. Rheinbaben.
Nach einem kürzlichen Ausdruck der „Times" ist das, was gegenwärtig im Foreign Office, im englischen Kabinett, an maßgeblichen Stellen der Parlamente und öffentlichen Meinung an Überlegungen und Vorarbeiten auf außenpolitischem Gebiete geleistet wird, nicht mehr und nicht weniger als eine „Überprüfung der englischen Außenpolitik, deren Ergebnis den Kurs für die nächste Generation maßgebend bestimmen könnt e." Das ist ein großes und gewichtiges Wort. Neben einer ganzen Anzahl ähnlicher Äußerungen in anderen Blättern hat der Außenminister Eden vor wenigen Tagen in einer Rede den Schleier der amtlichen Politik etwas gelüftet. Er sprach vom Festhalten am Völkerbundsideal unter Reform des bisherigen Völkerbundes, vom Festhalten auch an der kollektiven Friedenssicherung unter möglichster Begrenzung der Rüstungen, aber von der besonderen Wichtigkeit bestimmter Land- und Seegebiete für das Britische Weltreich (europäischer Westen — Mittelmeer), von der hervorragenden Bedeutung einer Verständigung mit Deutschland und von der Notwendigkeit der Verstärkung der eigenen Rüstung. Die Durchführung und Ausgestaltung dieses ganzen Programms soll sich frei von Illusionen unter das Zeichen eines „aufrichtigen Realismus" stellen. Man steht ohne weiteres, wie nahe verwandt die Auffassung der „Times" mit den zwar vorsichtigen, aber für die jetzige Übergangsperiode bis zur nächsten Genfer Tagung hinreichend aufschlußreichen Mitteilungen des verantwortlichen Ministers ist. Wir können in der Tat davon ausgehen, daß die nächsten Wochen, soweit England in Betracht kommt, wieder einmal die Chance eines Aufschwunges und einer Gesundung der europäischen Politik enthalten.
Warum aber wurde eigentlich diese jetzige realistische Überprüfung der englischen Außenpolitik notwendig? Weil
Werden die Sanktionen nnsgchoben?
Das Echo der Chamberlain-Rede. — Mißstimmung in Südafrika. — Sowjetrußland möchte sich einschalten.
der Führer Adolf Hitler an diesem Ehrentag des toten Sturmführers selbst gekommen ist, um an der Stapellausfeier teilzunehmen.
Von den Helgen von den im Hafen liegenden Schiffen, die über die Toppen geflaggt haben, von allen Häusern Hamburgs wehen die Fahnen der Freiheit in dem leuchtenden Sommertag. Dicht neben der Helling, auf der das neuerbante Schulschiff liegt, hat die „Gorch Fock", die bereits am Donnerstag im Hamburger Hafen eingetroffen ist, festgemacht.
In den Uferstraßen drängen sich unzählige Tausende, um das Einlaufen des Avisos „Grille" zu sehen. Gegen 10 Uhr tauchen in der Ferne die Umriße des Avisos auf.
In flotter Fahrt läuft die „Grille" in den Hamburger Hafen ein, macht an der llberseebrücke fest.
Um 10.30 Uhr trifft das Boot mit dem Führer an der Seeanlage der Werft ein. Auf dem Werftgelände wird der Führer, in dessen Begleitung sich Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, die Reichsminister Heß und Dr. Goebbels, sowie der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Admiral Dr. R a e d e r, befinden, von Reichsstatthalter Kaufmann, dem regierenden Bürgermeister Kroßmann, sowie den leitenden Männern der Schiffsbauwirtschaft aufs herzlichste willkommen geheißen. Der Führer schreitet unter dem Klang des Präsentiermarsches and den Liedern der Nation die Front einer Ehrenkompagnie des Segelschulschiffes „Gorch Fock" und eines Ehrensturmes Berliner SA. ab, und grüßt die alte Fahne des Sturmes 5 und die Standarte, die Horst Wessels Namen tragen. Dann begibt sich Adolf Hitler unter brausenden Heil-Rufen aus die Lauftribüne. Hier hatten sich inzwischen mit den Vertretern des Staates, der Partei und der Wehrmacht, die Mutter Horst Wessels, Frau Margarethe und seine Schwester Jngeborg eingefunden.
Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, nimmt das Wort zur Taufrede. Dieses Schiff soll den Namen des Dichters und Kämpfers der Front der deutschen Revolution Horst Wessel tragen, sowie sein Schwesterschiff den Namen des Dichters und Kämpfers der Front des Krieges zur See Gorch Fock trägt. Die beiden Segelschulschiffe unserer Kriegsmarine tragen damit Namen von Dichtern und Kämpfern der gleichen Idee, von Männern die ihr Leben Hingaben für diese Idee.
Das Deutschland, das ihnen als Deutschland der Zukunft vor ihrem geistigen Auge stand; das Deutschland, geboren aus dem Erleben gemeinsamen Ringens,gemeinsamens Leidens, gemeinsamen Sterbens der deutschen Menschen; das Deutschland, für das sich lohnte das Leben zu lassen, das ihre Hoffnung war, daß in der Hingabe des Lebens erstehe ein Leben der Gemeinschaft, würdig ihres Opfers. Ihr Glaube an Deutschland war getragen vom Geist der Front, war ein nationalsozialistisches Deutschland, ohne daß sie das Wort „Nationalsozialismus" kannten. Die Idee dieses Deutschland trugen die Frontkämpfer mit sich in die Heimat. Die Ides dieses Deutschlands erhob der Frontkämpfer Adolf Hitler für (Fortsetzung auf Seite &)
Die Parade der wlarinetruppen vor dem Fuyrer.
Anläßlich der Anwesenheit des Führers in Wilhelmshaven fand eine Parade sämtlicher Marinetruppenteile der Garnisonen statt. Unser Bild zeigt den Führer beim Äbschreiten der Front; neben ibm der Rerchs- kriegsminister v. Blomberg, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral R a e d e r, und (links neben dem Führer) der Kommandierende Admiral der Nordsee, Vizeadmiral Schultze. ,
(Scherls Bilderdienst, M.)
Wiksbil-km TsMt
SÄeliMtFiM-n'fAt wDCuClttllu) • ♦UlSUUVVll Werltäallcknachmittags. Samstaasvor-U.N
7 Ausgaben
Werktäglich nachmittags, Samrtagsvor- u. nachmittags
Unterhaltungsbeilage.
mit einer täglichen
Postscheck«»»«»: Zrantfurt a. M. Nr. 7405.
Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden.
Fernsprech er-Sammel-Nr. 69631.
Berliner Büro: Beriin-Wilmersdors.
8. Schellenberg Ich« Hosdachdrnckerei, „Tagblatt - Haus'. Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis.7 llßr abends, außer Sonn- und Feiertags.
Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund, preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 5, Nachlaßstaffel B. - Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen.Annahme 9'/- Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.
Bezugspreise: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf.. für einen Monat RM. 2.—, einschließlich Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35. zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel- nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. — Sn Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher feinen Anspruch auf Lieferung des Blattes ober auf Rückzahlung des Bezugspreises.
