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s-d-üenberz'iche SofduchLruckerei. .T°ablatt-L>ai»-. Wöchentlich 7 Ausgaben »ackmittaa-. E-m-t°a,»or- n.n

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Wöchentlich

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£. Sch-Uenberg'sche HosbuchLruckerei,Tagdlatt-Haus'.

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Unterhaltungsbeilage.

mit einer täglichen

' Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden.

Postschecklonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

Meistgelesene Tageszeitung in Wiesbaden.

84. Jahrgang

Mittwoch, 10. Juni 1936

b Lösung der Wache.

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Olt*. 156.

Fsrnsprecher-Cammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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Lcschäftszett: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn» und Feiertags.

zu befassen. Auf der Rechten wirb einmütig die Auffassung vertreten, daß eine allgemeine Preiserhöhung und Lebens­verteuerung unvermeidlich fei, während die Linke sich da- gegen verwahrt, daß durch unberechtigte Preissteigerungen die Arbeiter um die Früchte des Kampfes gebracht werden sollen. Die Arbeitgeber scheinen jedoch nicht gewillt zu sein, die Kosten der unmittelbaren oder mittelbaren Lohn­erhöhungen selbst zu tragen.

anjeigeiwreile: Em Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte tm Anzeigenteil Grund, preis 7 Rpf-, der 85 Millimeter breiten Spalte im Textteil 60 Rpf-, sonst laut Pretslifte Nr. 6, Nachlatzstaffel B. - Für die Aufnahme von Anzeigen an besttmmten Tagen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen - Annahme O/a Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

Am Donnerstag Wiederaufnahme der Arbeit.

_ Paris, 10. Juni. (Funkmeldung.) Die r ü ck - äufige Bewegung in dem Streik in Frankreich heint sich allmählich stärker durchzusetzen. In der "acht zum Mittwoch kam ein Abkommen zustande, strch das der Streik der Bergarbeiter in

Vqnqspreise: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2., ein. fchlietzlich Traglohn. Durch die Poft bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel- nummern 10 Rpf. Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. 3n Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

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^Regierungsumbildung in Rom.

Mussolini tritt drei Ministerien ab. Graf Ciano übernimmt das Außenministerium

Suvichs.

liegt. Es ist an sich auch kein neuer Zustand, wenn Mussolini jetzt wieder die Leitung des Auswärtigen Amtes abgibt. Er kehrt damit zur Teilung der Macht­befugnisse unter mehrere Personen zurück, wie sie schon mehrmals bestanden hat. Die letzte Kabinettsumbildung, die die Konzentration der Macht in seine eigene Person bedeutete, wurde am 20. Juli 1932 vollzogen. Nun­mehr gibt der Duce von den von ihm bisher innege­habten Ministerien wieder drei ab, nämlich das Austen-, das Korporation?- und das K o- l o n i a l m i n i st e r i um. Er behält die Minister­präsidentschaft, das Innen- und das Verteidigungs­ministerium. Gleichzeitig tritt auch der bisherige llnter- staatssekretär im Auswärtigen Amt, Suvich, zurück und wird ersetzt durch den jüngsten Botschafter, der Italien zur Zeit in Warschau vertritt, Vastianini, der 30 Jahre alt ist.

Der neu ernannte Autzenminister Graf Ciano, dessen Frau die Tochter Musiolinis, zur Zeit übrigens in Berlin weilt,, dürfte mit seinen eben vollendeten 35 Jahren der weitaus jung st e europäische Außenminister sein. Er war zuletzt Propaganda­minister, kehrt aber mit seiner jetzigen Ernennung zu seiner ursprünglichen Laufbahn zurück, da er aus der Diplomatie hervorgegangen, ist. Er bekleidete diploma­tische Posten in Rio de Janeiro, Buenos Aires, Peiping und Schanghai, wohin er im Mai 1930 nach seiner Heirat mit der ältesten Tochter des Duce ging und wo seine Gattin während der Beschießung Schanghais durch japanische Kriegsschiffe Gelegenheit hatte ihre persönlichen Qualitäten in besonderer Weise zu be­währen. Graf Ciano ist also, was im Augenblick sicher nicht unwichtig ist, zumal die italienischen Blätter in letzter Zeit wiederholt auf die ernste Lage im Fernen Osten hingewiesen haben, mit der E n t w i ck l u n g d e r Dinge in Asien vertraut. Allgemein in der Erinnerung dürste noch sein, daß Graf Ciano im abessinischen Feldzug an der Nordsront ein Bombengeschwader kommandierte, dem auch die beiden Söhne Mussolinis als Flugzeugführer angehörten. Ihnen wie auch seinem Schwiegersohn bereitere Musso­lini bei ihrer Rückkehr nach Italien nach Abschluß des Feldzuges einen besonders herzlichen Empfang. Daß die internationale Lage, die Graf Ciano bei seinem Amtsantritt als Außenminister vorfindet, nicht ganz einfach ist, braucht wohl kaum besonders betont zu werden.

Einigung im nordfranzöfifchen Bergbau

Die wirtschaftlichen Folgen der Lohnerhöhungen.

Verschärfung der Lage in China

Allgemeine Mobilmachung in Kwangtung und Kwangsi.

Warnungen Sunfos.

Schanghai, 9. Juni. (Ostasiendienst des DRV.) In den südchinestschen Provinzen Kwangtung und Kwangsi ist die allgemeine Mobilmachung aller Land-, See- und Luftstreitkräfte befohlen worden.. Die bisherigen Truppenstärken von 150 000 bzw. 100 000 sollen auf insgesamt 500 000 gebracht werden. Amtlich wird der Einfall von vier Divisionen der Kwangfi- Armee nach Hunan bestätigt. Die Vorhut soll nach einer Meldung aus Tschangscha über Jungtschou bereits 150 Kilometer in die Provinz Hunan eingedrungen und die Stadt Höngtschou angeblich schon erreicht haben.

Marschall Tschiangkaischek hat zur Vermeidung von Zusammenstößen di« Zurückziehung der Regierungs- truppen aus Südost-Hunan befohlen, um solange als mog= lich einen Weg zu friedlicher Regelung frei zu lassen. In einem umfangreichen Telegramm hat Tschiangkaischek außer­dem den Südwestführer nschentschitang dringend ausgefor­dert, alle militärischen Vorbereitungen sofort einzusrellen.

Der Präsident des gesetzgebenden Reichsamres, S u n f o,

Vor neuen Wirren im Fernen Osten.

Die Nachrichten, die aus dem Fernen Osten kommen und die von einer wachsenden antijapanischen Stim­mung in China, ja, von militärischem Vorrücken der süd­chinesischen Provinzen Kanton und Hunan zu melden wissen, sind sehr undurchsichtig. Tatsache scheint zunächst nur, daß der japanische Druck, der in den letzten Jahren immer schärfer vom Norden und Nordosten Chinas her auf die Zentralregierung in Nanking ausgeübt wurde, im tieferen Süden zu einer mächtigen Gegenbewegung geführt hat. Nun darf man dabei nicht übersehen, daß sich die Entwicklung der Dinge von dem südlich gelegeneren Kanton ganz anders anschaut als von Nanking aus. Die weite räumliche Entfernung von dem eigentlichen Schauplatz des japanischen Vordrin­gens läßt die Machthaber in Kanton das Kräfte­verhältnis übersehen, in dem sich in Wirklichkeit Japan gegenüber China befindet. Das Unglück Chinas ist ja vor allem, daß es seit der Revolution vom Jahre 1912 keine einheitliche Führung mehr hat. Mit der Vernichtung des Kaisertums wurde die frühere staatliche Klammer gesprengt und nun konnten sich die ausein­anderstrebenden Kräfte und Interessen im Volk und Raum Chinas selbsttätig entfalten. Seit dieser Zeit ist das einst so mächtige chinesische Kaiserreich zum Tummelplatz der vielen Auseinandersetzungen der ein­zelnen chinesischen Generale und Gouverneure ge­worden. Die Bürgerkriege begannen und haben bis heute noch nicht aufgehört. Mit dem Fehlen bzw. der Ohnmacht der Zentralgewalt gelangten die Außenbe­zirke immer mehr in die Gewalt der japanischen Politik. Die Mandschurei wurde Kaiserreich unter japanischem militärischem Schutz, die Innere Mongolei japanische EinslußfMM llklö auch in Nordchina selbst gewann der japanische Einfluß bzw. die japanische militärische Machtpolitik immer mehr an Raum. Die Regierung in Nanking, an der Spitze Marschall Tschiangkaischek, führt seit Jahren einen zermürbenden Abwehrkampf gegen das japanische Vordringen und zu­gleich gegen den Bolschewismus. Tschiangkaischek selbst, von der klugen Erkenntnis ausgehend, daß China heute nicht über die notwendigen Machtmittel verfügt, und nicht über die staatliche Einheitlichkeit, um seine nationale Selbstbehauptung gegenüber Japan durch einen offenen Widerstand wagen zu können, hat bisher nur immer versucht, durch diplomatisches Nachgeben mit Japan zu einem sogenannten modus vivendi zu kommen, um China selbst die Atempause geben zu können, die zu seiner Reorganisation notwendig ist. Er hat deshalb von den hohen Zielen des ersten chinesischen Staats­präsidenten Sunjatsen, dessen Schüler er ist, nichts auf­gegeben, sondern ist noch heute derselbe unentwegte Anhänger der chinesischen Freiheitsbewegung und des chinesischen Nationalismus. Aber für die Machthaber in Kanton zeigt er gegenüber Japan wenigstens nach ihrer Auffassung nicht die notwendige Energie und Stärke und deshalb versuchen sie nun auf eigene Faust vorzugehen, vielleicht in der Hoffnung', die Nanking- Regierung mit sich zu reißen. Die weite räumliche Ent­fernung von dem Schauplatz des japanischen Vor­dringens hat es der autonomen Militärregierung von Kanton gestattet, ihr Heerwesen in Ordnung zu bringen. Zudem ist der südchinesische Bauer ein guter Soldat, und der Umstand, daß Kanton die englische Kolonie Hongkong mit ihrem Flottenstützpunkt vorge-

Rücktritt

j Rom, 9. Juni. Die teilweise Umbildung der italienischen Regierung, von der üe-

, reits seit einigen Wochen gesprochen wurde, ist am Dienstagnachmittag durch königliche Dekrete

= vollzogen worden. Danach werden das Außen-

; Ministerium, das Korporations-

i Ministerium und das Kolonialmini st e-

f r i u m, die seit Januar 1935 neben dem Wehr­machtministerien und dem Innen-

l Ministerium in Händen des italienischen Re- | gierungschefs lagen, von Mussolini abge- H treten. Der bisherige Propagandaminister

" Graf Galeazzo Ciani wird Außenminister, s Der bisherige Staatssekretär im Korporations- - Ministerium, L a n t i n i, wird Korporations-

Minister und der Staatssekretär des Kolonial- ;; Ministeriums, Lossona, wird zum Kolonial- i Minister befördert. Der bisherige Staatssekretär | im Propagandamrnisterium, Alfieri, wird Pra­ss pagandaminister.

k Gleichzeitig ist das Rücktrittsgesuch des bis- U herigen Staatssekretärs im Außenministerium, t Suvich, vom König genehmigt worden. An seine f- Stelle tritt der derzeitige italienische Botschafter in M Warschau, B a st i a n i n i.

U. Mussolini hat an Suvich für feine vier- M jährige Mitarbeit ein Handschreiben gerichtet und M ihm einen hohen Vertraueiksauftrag vor-

I behalten.

MDie Regierungsumbildung, die gestern in Rom erfolgte, kommt nicht überraschend. Sie war Kon vor einiger Zeit angekündigt worden und auch da­mals sprach man bereits davon, daß Graf Ciano, der Schwiegersohn des Duce, das Außenministerium Übernehmen würde. Es ist klar, daß man einen Re- Usrungswechsel im faschistischen Italien nicht mit den gleichen Vorgängen in einem parlamentarisch regierten Lande vergleichen darf. DieAblösung der Wache", vie man einen Regierungswechsel in Italien zu charak­terisieren pflegt, vollzieht sich in mehr oder weniger Melmäßigen Abständen, da Mussolini Wert darauf Bgt, möglichst viel tätige Kräfte an der Regierung zu Beteiligen. Es kann "deshalb auch nicht von einem Rsrswechfel der italienischen Politik gesprochen werden, Benn iefct neue Männer in die Regierung eintreten, zu- Ual ohnehin die letzte Entscheidung in allen Fragen auch fernerhin bei Mussolini

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hat ebenfalls an den Südwestführer telegraphiert und ihn aufgefordert, der bevorstehenden Plenarsitzung des über die auswärtige Politjk entscheidenden Zentralvollzugsausschusses nicht durch staatsgefährliche Einzelaktionen vorzugreifen.

Japan versichert Neutralität.

Schanghai, 9. Juni. (Ostasiendienst des DNB.) Der japanische Generalkonsul in Kanton, Kawai, hatte am Dienstag eine einein halbstündige Unterredung mit dem Südwestrührer Tschentschitang. Dabei versicherte er, daß die japanische Regierung strengste Neutralität einhalten werde und warnte vor unüberlegten Schritten gegen Japan. Irgendwelche unglücklichen Zwischen­fälle könnten ernste Rückwirkungen haben.

In chinesischen Kreisen Hongkongs hegt man Zweifel an der von Japan behaupteten antijapantschen Stimmung in den Süd Provinzen. Es wird darauf hingewiesen, daß in der Provinz Kwangsi noch heute .zahlreiche Japaner als Be­rater tätig seien und daß dort «och immer umfangreiche Waffengeschäfte mit Japan durchgeftihrt würden.

kRord frankreich b eigelegt werden konnte. : Dieses Abkommen sieht eine allgemeine Lohn- t erh ä h u n g v o n 12 v. H. vor. Am Donnerstag K-. foll in sämtlichen Bergwerken die Arbeit wieder aufge- Hemmen werden. In Paris erfolgte eine Einigung rtm. Kleinhandel und im Versicherungsgewerbe, die dem Streik in diesen Wirtschaftszweigen ein Ende Usetzt. Hingegen sind in Toulouse jetzt auch die Arbeiter

des Baugewerbes und verwandter Gewerbe in den Streik getreten.

t- Während die der Regierung nahestehenden Blätter mit Befriedigung der bisher erreichtenSiege der Arbeiter- ichaft" hervorheben, versuchen di« Blätter der Rechten nach- : Zuwersen, daß die Tatsachen dem ausgeaebenen Stichwort eiaer Entspannung nicht entsprechen. Mit einer gewissen Irunruhigung heben die Rechtsblätter hervor, daß am Dienstag zum ersten Male streikende Arbeiter über die «oulevards gezogen seien und die Passanten mit erhobener Amrst begrüßt hätten. Auch glauben sie festgestellt zu Waben, daß in manchen Fabriken, in denen die Arbeit wie­der ausgenommen werden sollte, junge Kommunisten die Ar­biter entgegen den Abmachungen zur Fortführung des Streiks zu bewegen versucht hätten. Tatsächlich hat die Regierung in einer Verlautbarung vor Provokateuren fernen müssen.

. Allmählich beginnt man sich ernsthafter mit den w i rt - 'chaftlichen Auswirkungen der neuen WLommen

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