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Ausgaben

Wöchentlich

Werktäglich nachmittags, Samstags vor- u. nachmittag.

2. Schelicnberg'iche HofbuchLrnckerei,Tagblatt - Han«'.

ttti terhaltungsbeilage.

mit einer täglichen

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Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

Drahtanschrift: Tagblair Wiesbaden.

84. Jahrgang,

Nr. 151.

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Das größte Kabinett der dritten Republik,

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Zur Reise nach Genf entschlossen.

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Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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Eeschüftrzeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, nutzer Sonn- und Feiertags.

Völkerbunds-Versammlung beschlossen.

as. Berlin. 5. Juni. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Ganz programmäßig, was den Zeitpunkt anbelangt, ist das Kabinett Blum gestern gebildet worden. Es ist mit 35 Mitgliedern, Ministern und Staatssekretären, das größte Kabinett, das bisher die / französische Republik besessen hat. Ginge es nur nach der Zahl, wäre Frankreich also einer trefflichen Regie- ; rung sicher, wobei allerdings daran erinnert sein mag, daß das Kabinett Poincar^, das den Franken rettete, seinerzeit nur 13 Mitglieder zählte. Weniger pro­grammätzig als der Zeitpunkt der Kabinettsbildung sind freilich die äußeren Umstände. Der Streik hat sich gestern noch weiter verschärft. Noch wird allerdings die Lage durch den Satz charakterisiert, daß in Paris zwar Ruhe herrsche, aber keine Ordnung. Wenn aber weiterhin die Angstkäufe anhalten, und die Lebensmittelzufuhr bedroht bleibt, so bedeutet das auch für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Sicherheit eine starke Gefahr. Uns kann diese Ent­wicklung nicht weiter überraschen. Wir sind uns nie einen Augenblick darüber im unklaren gewesen, daß der Pakt mit Moskau eines Tages seine Frucht tragen werde. Es ist für ein Kabinett

r der Linksfront aber zweifellos ein wenig erfreuliches Erbe und eine wenig angenehme Aussicht, den Kampf gegen die eigenen Wähler führen zu müssen. Jeden- falls kennzeichnet es die Situation, wenn derTemps" - erklärt, bu revolutionäre und anarchistische Lage könne L nicht andauern, ohne Frankreich in die Gefahr eines H Chaos zu stürzen. Das Blatt fordert den französischen ; Ministerpräsidenten auf, zu handeln.

Außer den Fragen, die mit dem Streik zusammen­hängen, werden für die neue Regierung zunächst außen- T politische Probleme in den Vordergrund treten. In der französischen Presse, soweit sie noch nicht vom Streik be­troffen ist, und auch in den großen internationalen Blättern, werden natürlich mancherlei Überlegungen | darüber angestellt, was das Kabinett außen­politisch unternehmen wird. So kann man

London, 5. 3uni. (Funkmeldung.) Der Negus erörterte Donnerstag mit dem Londoner abessinischen Gesandten ___Martin und dem Gesandtschaftsbeamten seine politische Pläne. Aus den Mitteilungen Halle S e l a s s i e an die Presse geht hervor, bag er während seines Londoner Aufenthalts, trotz feines Inkognitos eine lebhafte politische Betätigung durchführen wird. In einer Unterredung mit dem diplonratischen Mitarbeiter desDaily Telegraph" erklärte er, daß er alles, was in feinen Kräften stehe, tun werde, um die Sache feines Volkes zu unterstützen. Seine kaiserlichen Anweisungen seien seinen Ministern, die sich in Gore in Westabessinien be­finden, mitgeteilt worden. Obwohl er sein Land verlaßen hübe, habe er in keiner Weife auf seine Souoer- änitätsrechte über Abessinien verzichtet.

am Dr.

Die politischen Pläne des Negus

Ein angebliches Angebot Mussolinis.

Freiwillige Mithilfe am Aufbauwerk

Eröffnung der 7. Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung.

Bezugspreise: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rps., für einen Monat RM. 2., ein- IchlietzNch Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel, nummern 10 Rps. Vezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. In Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rüttzahlung des Bezugspreises.

Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund, preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 5, Nachlatzstaffel B. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. Schluß bet Anzeigen »Annahme 9 V» Uhr vormittags. Grötzere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erschemungstage aufgegeben werden.

Kabinett Blum im Amt.

Erste Aufgabe: Beilegung der Streiks. Die Außenpolitik der neuen Regierung

*216er nicht nur Arbeit hat der Nationalsozialismus dem deutschen Volke gegeben, sondern auch den Lebensmut wie­der wach gerufen und Freude am Schaffen. Die Schönheit der Heimat und der Natur sind dem deutschen Arbeiter in seinen Erholungstagen erschlossen.

In diesem Kampfe um das Wohl des, deutschen Volkes seid ihr, Losverkäufer, nicht nur Helfer, ihr müßt Kämpfer sein für den Führer. Euere Tätigkeit ist Ehren - d i e n st am deutschen Volk!

Meine Volks- und Parteigenoffen! Wenn in diesen Tagen der braune Losverkäufer vor Sie hintritt, denken Sie daran, daß er Ihr Arbeitskamerad ist, der seine ganze' Kraft dafür einsetzt, für einen anderen, unbekannten Arbeitslosen einen Platz an der Werkbank zu erobern.

Heil Hitler!

Dem Berichterstatter teilte der Negus mit, daß Muffolini am Tage vor der Flucht des abessinischen Kaisers aus 2Iddis Abeba die Überreichung eines Ultimatums angeord­net habe. Auf Grund der Bedingungen dieses Ultimatums hätte der Kaiser auf dem Dhron verbleiben und die Ober­hoheit über die zentralen ancharischen Provinzen beibe- halten können. Italien habe ferner den Abschluß eines Ver­trages geplant, -der Abessinien zu einem italie­nischen Protektorat gemacht hätte. Der Negus antwortete auf diese Mitteilung, daß er nicht weit vom Schuß sei, wenn Muffolini mit ihm in Verbindung zu treten wünsche. Er habe Abessinien verlassen, und sei nach Europa gekommen, um die Durchführung von Verhandlungen zu er­leichtern.Daily Telegraph" meldet, daß ber Negus be­reits beschlossen habe, sich zur geplanten Vollver­sammlung des Völkerbundes am 29. Juni nach Genf zu begeben, um den abefftuische« Standpunkt zu vertreten.

lesen, der neue Außenminister Selbes sei ein unbe­dingter Anhänger der kollektiven Sicherheit und des Völkerbundes, aber auch der Abrüstung. Man wird gut tun, zunächst einmal die Regierungserklärung ab­zuwarten, die an den außenpolitischen Fragen nicht vor­übergehen kann. Wir unsererseits werden das Kabinett nach seinen Taten beurteilen. Es findet den großen Friedensplan des Führers vor, und es wird darauf an­kommen, wie es sjch zu diesem Friedensplan einstellt.

Im übrigen scheint es, als ob Herrn Selbes zum Einarbeiten in sein neues Amt garnicht sonderlich viel Zeit bleiben wird. Es steht nunmehr fest, daß auf den Antrag Argentiniens hin die Völker­bundsvollversammlung einberufen werden wird. Wenn auch der Termin im Augen­blick noch nicht bekannt ist, so spricht man doch davon, daß die Vollversammlung und der Rat Ende Juni zu­sammentreten werden. Wie sehr auch über die Hinter­gründe des argentinischen Schrittes ein Rätselraten eingesetzt hat, so ist man sich doch überall klar darüber, daß diese Einberufung des Völkerbundes den Zwang zu einer Entscheidung bedeutet. Aus diesem Grunde sieht auch Rom mit besonderem Interesse der Tagung entgegen, da sich bei dieser Tagung zeigen muß, ob die Drohung Italiens mit dem Austritt aus dem Bund für den Fall, daß dieser die Sanktionen ver­längern sollte, wirksam wird oder nicht. Hier wird also die neue französische Regierung auf außenpolitischem Gebiet schon sehr bald Farbe bekennen müßen.

Eine Botschaft L6on Blums an England.

London, 5. Juni. In einer Unterredung mit dem Pariser Reuter-Korrespondenten hat der neue franzö­sische Ministerpräsident 26on Blum folgende Botschaft an die Bevölkerung Großbritanniens gerichtet:Die neue französische Regierung wird in enger Zu­sammenarbeit mit der britischen Demo­kratie bestrebt sein, dem internationalen Recht Achtung zu sichern und die tatsächliche kollek­tive Sicherheit durch gegenseitigen Beistand und eine Beendigung des Wettrüstens zu organi­sieren.

Die Familie als nationaler Faktor.

In Köln findet vom 6. bis 8. Juni in Anwesen­heit führender Männer von Partei und Staat die Tagung des Reichsbundes der Kinderreichen statt, zu der etwa 50 000 Personen erscheinen werden.

Das Bevölkerungsproblem ist heute eine Angelegenheit aller Kulturstaaten geworden. Bis zum Ende des -vorigen Jahrhunderts schien' die Bevölkerung Europas ununter­brochen zuzunehmen. Sie stieg in Deutschland im Lause von 100 Jahren von 20 Millionen auf 65 Millionen. Daraus entstand die Frage des Thomas Malthus, was geschehen könne, um dem Steigen des Geburtenüberschusses zu begeg­nen. 2n Deutschland wurden vor dem Weltkrieg jährlich fast zwei Millionen Kinder geboren, eine Zahl, die fast der Einwohnerzahl von Baden entsprach. Der Überschuß über die Todesfälle betrug damals 800 000 bis . 900 000 Köpfe. Welcher Umschwung eingetreten ist, beweist die Tatsache, daß 1933 die Geburtenziffer nur noch 970 000 betrug. Wenn die Folgen dieses Wandels noch nicht stärker hervorgetreten sind so ist das allein der längeren Lebensdauer der heu­tigen Menschen zu danken. In den 70er Jahren betrug das Durchschnittsalter der Männer 35 Jahre, es ist aus 47 Jahre gestiegen. Diese Zahlen stellen einen Triumph der deutschen Sozialpolitik, der medizinischen und hygie­nischen Fortschritte dar. Sie haben aber die sinkende Ge­burtenzahl nur verschleiert. Es kommt jetzt logischerweise eine Periode, in der die Sterblichkeit prozentual anwachsen muß, womit der Uberschuß der Todesziffern über die Ge­burtenziffer offenkundig wivd. Auf die andere Seite dieses Vorgangs, daß wir einvergreisendes Volk" zu werden drohen, hat Professor Dürgdör-fer in feinen verdienst­vollen ' Schriften hingewiesen. Auch unsere sozialen Ver­sicherungen wiffen davon zu berichten, weil die Anwärter­zahl auf Renten steigt, während der junge Nachwuchs, der als Beitragszahler in Frag« komme, zu gering ist, ein Vor­gang, der durch die Arbeitslosigkeit bis 1933 noch verschärft wurde. Jedenfalls hatten wir in Deutschland 1933 nur noch einen Geburtenüberschuß von 233000, ein Viertel so viel, wie in den Jahren vor dem Kriege.

Um das Jahr 1840 entfielen in Deutschland jährlich auf 1000 Einwohner 40 Lebendgeburten, 1933 waren es noch 14.7. Würde die Entwicklung in dieser Weise anhalten, so wurde Deutschland infolge der längeren Lebensdauer zwar in einigen Jahren auf 70 Millionen Einwohner steigen, dann aber nach dem Absinken der Reserven aus den alten Jahrgängen um einige Millionen zurückgehen.

Die Kurve nimmt keinen einheitlichen Verlauf. So hat z. B. Berlin im Jahre 1933 nur eine Geburtenzahl von 8,7 von Tausend, also erheblich weniger als der Reichsdurch­schnitt, die umliegende Mark Brandenburg eine solche von 14 pro Tausend. Im allgemeinen gilt das Wort, daß die Großstädte das Grab der Völker seien. Daß das nicht in jedem Falle zutrifft, beweist aber das Ruhrgebiet, das trotz seines eng besiedelten Raumes über dem Durchschnitt der Geburtenzahl steht. Wie Professor Most in seiner neuen Schrift über die Bevölkerungspolitik nachweist, ist das Übel aber auch auf das flache Land gedrungen, auf dem in den letzten Jahren die Bevölkerungszahlen immer ungünstiger geworden sind.

Zum Glück hat auch auf diesem Gebiete der national­sozialistische Staat eine neue Entwicklung eingeleitet. Er weiß, daß die wirtschaftlichen Bedingungen allein nicht ge­nügen werden, um die Freude am Kind und ander Familie zu schaffen, daß aber die Beseitigung wirtschaft­licher Hindernisse sehr wohl zur Gründung neuer Familien beitragen werde. Aus dieser Erkenntnis erfdlgte die Einführung der Ehestandsdarlehen. Der Erfolg hat denn auch alle Erwartungen übertroffen. Die Folg« war, daß das Jahr 1934 und 1935 eine erfreuliche Steigerung der Eheschließungen und der Geburtenzahlen gebracht haben. Es folgten steuerliche Maßnahmen zu Gunsten großer Familien, darüber hinaus die Bereitstellung von Mitteln für bedürf­tige kinderreiche Familien. Die Wohnungs- und Siedlungs­politik, die Gedanken und Pläne der Auflockerung der Groß­stadt u'sw. haben in erster Linie das Ziele im Auge, einem

Rundfunkrede des Reichsschatzmeisters der NSDAP.

München, 5. Juni. Bei Eröffnung der neuen Arbeits­beschaffungslotterie führte der Reichsschatzmeister der NSDAP., Schwarz, in einer Rede folgendes aus: Mit dem heutigen Tage eröffne ich die 7. Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung.

Wenn auch der große Erfolg der bis jetzt durchgeführten Arbeitsbeschaisungslotterien gezeigt hat, 1 daß Sie, meine Volksgenossen, diese Art der Mittelbeschaffung freudig auj- genommen haben, so ist es mir ein Bedürfnis, der neuen Ar- beitsbeschaffungslotterie einige Worte mit auf den Weg zu geben.

" Das Ziel der Arbeitsbeschaffungslotterie ist der große Ruf an Sie zur freiwilligen Mithilfe am mäch­tigen Aufbauwerk unseres Führers. Bedenken Sie, daß Sie mit jedem Los dem Führer einen Baustein schenken zur Fortsetzung seines großen Werkes. Bauen Sie nach besten Kräften mit; Sie können dadurch die Faust des Ar­beiters zu froher Arbeit fördern, die Handwerksbetriebe be­schäftigen, bis zuletzt das rastlose Räderwerk großer Industrien das eiserne Lied der Arbeit singt.

Ich grüße die 5000 Losverkäufer. Wieder habe ich euch gerufen, damit der Schwung der nationalen Arbeit nicht erlahme. Seit drei Jahren steht das deutsche Volk im zähen Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Die Er­folge dieses Kampfes stehen beispiellos da in der ganzen Welt und überall, wohin ihr seht, treten euch die gewal­tigen Werke, die der Rattonalsozialismus auf ewigen Fundamenten geschaffen hat, entgegen.

Werke, die für sich selbst sprechen Werke, die den Tat­willen der Station betonen Werke, die den anderen Län­dern die Auferstehung Deutschlands und das unbegrenzte Vertrauen des Volkes zu feinem Führer beweisen. In inniger Verbundenheit svn Partei upd Staat und privatem Unter­nehmungsgeist entstehen Straßen und Brücken und Dämme, in Tausenden von Siedlungen, die zum Teil der See und dem Meer abgerungen, findet der deutsche Arbeiter zurück zur Scholle.

Meistgelesene Tageszeitung in Wiesbaden.

Freitag, 5. Juni 1936.