Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener TsgW

SLeNenbera'scke Aofbuthbrutferei. JZaoblfltt* Raus* Wöchentlich rffe 7 Ausgaben «Beriti »lich nadimittaos. Semstaog »er« u.tti

Ausgaben

Wöchentlich

Werttäglich nachmittags, Samstags »er««. nachmittag»

1. kcheNenberg'fch« S»fb»chdnukerei, ^ragblatt.tzans".

Unterhaltungsbeilage.

mit einer täglichen

Pestscheckiente: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden.

84. Jahrgang.

Nr. 149.

Ein Kämpfer des Weltkrieges und ein Kämpfer Hause ein Doppelposten der Wehrmacht Wache

Das Staatsbegräbnis

lFunkbericht des Wiesbadener Tagblatts.)

Alle von Kränzen und

Um die beherrschende Position am Suez-Kanal.

. .Hebe eines ganzen Volkes

zu dem greifen Helden bekunden. Seit Mittag hat vor dem

Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, anher Sonn- und Feiertags.

gestanden, nachdem bis dahin die SA. die Ehrenwache gestellt hatte.

des Dritten Reiches ist mit General L i tz m a n n heute zur letzten Ruhe bestattet worden. Alte und junge Generation waren in der Person und in den Handlungen des verstorbenen Generals, der sich

scheu. Durch die Vorgänge in China werden die sehr erheblichen englischen Landesinteressen stark gefährdet. So verzeichnet die englische Presse mit Besorgnis die Nachricht, daß angesichts des wirtschaftlichen Chaos in China vier der in Hongkong beheimateten großen eng­lischen Küstendampfer stillgelegt werden muhten, weil das Frachtgeschäft völlig darniederliegt. Es scheint, als ob man in England an eine Zusammenarbeit mit Japan in dieser Frage denkt. Wenigstens hat sich der englische Sachverständige Leith-Roh nach einer Studienreise durch China jetzt nach Tokio begeben. Nach japanischen Meldungen will er der Regierung in Tokio einen Plan zur englisch-japanisch e-n Zu­sammenarbeit vorlegen, da beide Länder in China starke Interessen hätten und eine gemeinsame Lösung zur Behebung der Schwierigkeiten gefunden werden müsse. Allerdings ist zu beachten, daß diese Darstellung aus japanischer Quelle stammt.

In all diesen britischen Nah-Ost- und Fern-Ost- Sorgen gibt es für London aber auch einen Lichtblick. Der Außenminister von Siam erklärte nämlich, dah seine Regierung den Gedanken eines asiati­schen Bundes unter Führung Japans energisch a b l e h n t. Er unterstrich die traditionelle Freund­schaft Siams mit England. DieTimes" erklärt, dah diese Mitteilung in Regierungskreisen mit groher Be­friedigung ausgenommen worden sei und dem Gerücht ein Ende mache, wonach Siam dem englischen Einfluh entgleite und immer mehr zu einem japanischen Va­sallenstatt werde. Im besonderen fügt dieTimes" hinzu, werde nun endlich das Gerücht widerlegt, dah Tausende von japanischen Arbeitern in aller Stille einen Kanal durch dieLandenge vonKra in Siam nördlich von Singapore bauten, und damit die militärpolitische sowie wirtschaftliche Bedeutung Singa- pores stark beeinträchtigten. Kein Wunder, dah diese Erklärung in England mit groher Genugtuung ausge­nommen wurde, bleiben doch genug Ostsorgen für das Britische Weltreich übrig. Dazu erinnert die A n - kunft des Negus in London auch noch sehr nachdrücklich an Abessinien und das Mittel- meer.

sind mit dunklem schwarz-roten Tuch ausgeschlagen. Aus dem dichten Grün der Rückwand ragt ein schmales silbernes Kreuz hervor, das auf den schweren Eichensarg herabsiehr. Aus dem Sarg ruhen der Helm und der Ehrendezen, den General Litz- mann von Kaiser Wilhelm I. als Anerkennung für sein her­vorragendes Abschneiden auf der Kriegsakademie bekam, und davor eine fast unübersehbare Fi " Blumen, die die Verehrung und Li

Sejugspretfe: Für eine Bezugszett von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2., ein. schließlich Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel, nummern 10 Rpf. Bczugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. In Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf RüHahlung des Bezugspreises.

getreulich dem Gefreiten Adolf Hitler unterstellte, nachdem er sich davon überzeugt hatte, dah nur dieser eine Führer Deutschland zu neuer Größe emporführen konnte, symbolisch verbunden. General Litzmann begnügte sich aber nicht nur mit der for­mellen Unterordnung, sondern stellte sich und das ist das Besondere an der Haltung des Generals darüber hinaus als greiser Feuerkopf aktiv in die vorderste Kampflinie zu einer Zeit bereits, die die Eröhe dieses Vorganges noch nicht voll erfassen konnte.

Die Überführung auf die Kowno-Höhe.

Neuglobsow, 2. Juni. Trauer ist in dem kleinen ver­träumten märkischen Erholungsort Neuglobsow eingezogen, seit sein größter Cohn, der Heerführer des großen Krieges und nationalsozialistischer Kämpfer General der Infanterie Karl Litzmann seine Augen für immer schloß. Der ganze Ort steht im Zeichen des bevorstehenden Staatsaktes.

Das Wohnzimmer des schlichten Gutshauses, das von einem Garten umgeben in der Dorfstraße am Dagow-See liegt, istzumTotenzimmergeworden. Die Wände

Der Negus in London.

as. Berlin, 3. Juni. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die Nachricht, daß sich der englische Ober­kommissar für Ägypten, Lampson, nach London be­gibt, hat in England starke Beachtung gefunden. Aller­dings liegen über den Stand der englisch- ägyptischen Verhandlungen einwandfreie Darstellungen nicht vor. Wan weiß eigentlich nur, daß bisher vor allem über militärische Fragen verhandelt worden ist, schließt aber aus der Reise des Ober­kommissars, daß die Verhandlungen jetzt einen Punkt erreicht haben, in dem eine direkte Fühlung­nahme zwischen dem Oberkommissar und der Regie­rung in London nötig ist. Daß keineswegs alle Mei­nungsverschiedenheiten zwischen London und Kairo be­seitigt sind, ergibt sich schon aus der Tatsache, daß der ägyptische Außenminister ebenfalls nach London abge­reist ist, um dort den ägyptischen Standpunkt zu vertreten, das heißt eine einseitige Information durch den Oberkommissar zu verhindern. Alles weitere wird vermutlich davon abhängen, wie weit die britische Regierung heute bereit ist, den ägyptischen Wünschen entgegenzukommen. Es gibt Politiker, die darauf ver­weisen, daß das Britische Weltreich genug andere Sorgen hätte, die es ihm geraten erscheinen lassen könnten, die Verhandlung mit Ägypten nach Möglichkeit zu fördern. Ob diese Auffassung richtig ist, ist schwer zu beurteilen. Keinesfalls wird aber England auf die beherr­schende Position am Suezkanal verzichten.

An östlichen Sorgen fehlt es allerdings für London tatsächlich nicht. In P a l ä st i n a geht der Klein­krieg in unverminderter Heftigkeit weiter, obwohl das englische Militär sich mit aller Energie um die Unterdrückung der Unruhen bemüht und auch vor der Einsetzung von Maschinengewehren nicht zurückschreckt. Inzwischen ist die englische Militärmacht im Mandats­gebiet noch verstärkt worden. Es sind zwei weitere eng­lische Regimenter aus Ägypten in Jerusalem einge­troffen.

Aber auch die Entwicklung im Fernen Osten verläuft keineswegs nach den englischen Wün-

Vor der nächtlichen Überführung aus d'e Komno-Höhe im Park fand am Dienstagabend im Trauerhauie i m engsten Familienkreise die feierliche Aus­segnung statt. Darnach formierte sich vor dem Gutshause der Trauerkondukt zur nächtlichen Überführung auf die Kowno-Höhe im Park von Neuglobsow. SA.- Männer fetzten den schweren Eichensarg auf die sechsspännige Lafette. Dumpf dröhnten die Trommelwirbel in die nächt­liche Stille. Im Fackelschein reckten sich die Arme empor züm Gruß an den großen Heerführer und nationalsozialistischen Kämpfer. Dann setzte sich ein Zug Infanterie von der Wach­truppe Berlin an die Spitze. Es folgte die Lafette mit dem Sarg, dahinter gingen die nächsten Angehörigen des Gene­rals, in der ersten Reihe fein Sohn SA.-Obergruppenführer Litzmann. Dann schlossen sich SA.-Männer an, die die vielen Kranzspenden trugen. So ging der Weg etwa einen halben Kilometer lang durch das Fackelspalier der märkischen SA.

In dieser nächtlichen Überführung tarn symbolhaft das Wesen des großen Toten zum Ausdruck. Der deutschen Wehr­geltung galt sein ganzes Leben und sein ganzer Einsatz im

Neuglobsow, 3. Juni.

Schon am frühen Morgen herrscht reges Leben. Aus nah und fern sind tote Abordnungen der NS.-Formationen und die Trauergäste mit der Bahn, mit Omnibussen und zu Fuß nach der kleinen märkischen Gemeinde geeilt, um an dem Staatsbegräbnis des Generals Pg. Litzmann teilzu­nehmen. Sie marschieren durch die lange Dorfstraße an

großen Krieg und der nationalsozialistischen Idee gab et sich in nie versagendem Opfermut und beispielhafter Tatkraft hin. So geleiteten ihn denn die Männer der wieder­er st and enen Wehrmacht und der SA. gemein­sam auf dieser nächtlichen Überführung.

Hell leuchtete der Schein der Fackeln über die kleine, von märkischen Kiefern umsäumte Anhöhe. Er fiel auf di« drei Findlinge, die der General hier hatte herschaffen lassen. Ihre Inschriften sind symbolhaft für sein Leben. Der erste Stein wurde gesetzt am 18. Oktober 1913 zur Erinnerung an die große Schlacht bei Leipzig, der zweite am 18. August 1925 zur Erinnerung an die Erstürmung von Kowno, bei der sich General Litzmann besonders auszeichnete, und der dritte schließlich zur Erinnerung an den 30. Januar 1933, die Ee- burtsstunde des Dritten Reiches. Reben diesen drei Find­lingen steht nun der Sarg aufgebahrt zur letzten Feie».

In andächtiger Stille verharrten die Ehrenabordnungen und die Trauergäste. Dann zogen in endlosen Reihen die Einwohner, Trauergäste und Formationen der Bewegung vorbei an der Bahre des Heerführers und nationalsozia­listischen Kämpfers, der hier aufgebahrt war auf seinem Heimatsitz auf märkischer Erde und unter märkischen Kiefern. Sie zogen vorbei in dieser nächtlichen Stunde, um Abschied zu nehmen von diesem großen Vorbild.

Englands Ostsorgen.

Die englisch-ägyptischen Verhandlungen an einem entscheidenden Punkt. Der Kleinkrieg in Palästina geht weiter. China, Japan und Siam.

Die letzte Fahrt des Generals Litzmann

Deutschland ehrt den General des Weltkrieges und den Soldaten des Führers.

Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund­preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 5, Nachlabstaffel B. Für die Ausnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plötzen wird leine Gewähr übernommen. Schlug bet Anzeigen - Annahme 9>/r Uhr vormittags. Größere Anzeigen wüsten spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

Fernfprecher^-ammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

dem Wohnsitz des großen Toten vorbei, der seit 150 Jahren Besitztum der Familie Litzmann ist, und der dem alten Gene­ral fein ganzes Leben lang stets eine teure Heimat war, vorbei an der kleinen Schule, die seit einiger Zeit mit Stolz den NamenGenerail-rLitzmann-Schule" trägt und die der General schon im Alter von 4 Jahren besuchte.

Auf der Kowno-Höhe haben bereits um 9 Uhr die Ehrena'bordnungen Aufstellung genommen. Eine Ehren­kompagnie der Wehrmacht, ein Ehrensturm der SA. und ein Zug der Leibstandarte Adolf Hitler stehen angetreten. Der Platz in der Mitte der Anhöhe vor dem Sarg ist frei ge lassen. Immer noch werden Kränze niedergelegt. Auf dem Sarge liegen der Helm und Ehrestdegen des Generals. Auf dem Wege zur Anhöhe bilden Arbeitsdienst und SS. Spalier.

Der Führer beim Staatsakt.

Um 11 Uhr traf der Führer und Reichskanzler zur Teil­nahme an dem Staatsbegräbnis für General Pg. Litzmann auf der Kownohöhe ein. In seiner Begleitung befand sich der Sohn des Verstorbenen Obergruppenführer Litzmann sowie Obergruppenführer Sepp Dietrich, Obergruppen­führer Brückner, Gruppenführer Dr. Dietrich. Brigade­führer Schaub und Oberstleutnant Hoßbach. Der Führer begrüßte die Bahre und die Angehörigen des Toten mit erhobener Rechten. Der Platz aus der Kownohöhe war inzwischen völlig von den Trauergästen besetzt. Hier standen die Reichs- und Gauleiter, der Oberbefehlshaber der Wehr­macht und die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile Reichsminister und Staatssekretäre, die Mitglieder des Reichstages, die Generalität der Wehrmacht und des alter deutschen Heeres, die Gruppenführer oer SA. und SS., di« Gebietsführer der HI. und zahlreiche Amtsleiter der Reichs­leitung und (Sauleitungen. Der Trauermarfch aus der As-Dur-Sonate von Beethoven", gespielt von einem Musik- zug der Wehrmacht, leitete den Staatsakt ein

Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht Generalfeldmarschall von Blomberg

hielt folgende Rede:

Im Namen der deutschen Wehrmacht lege ich diesen Kranz am Grabe unseres alten Kameraden, des Generals Litzmann, nieder.

Jeder deutsche Soldat ist Leidtragender beim Tode eines Kriegers aus großer Zeit. Und dieser Entschlafene war ein ganzes langes Leben hindurch ein Soldat und Krieger. Im Kriege 1870/71 stritt er als junger Offizier mit. Trotz feiner Jugend wurde er mit dem Eisernen Kreuz aus­gezeichnet. In den langen Friedensjahren, die folgten, zeichnete er sich in der Armee aus. Er wurde an hervor­ragender Stelle verwendet. Ich selber hatte die Ehre, unter seinem Kommando die alte Kriegsakademie zu be­suchen. Einige Jahre vor dem Kriege nahm er seinen Ab­schied. Seine ganze Kraft und Tätigkeit setzte er weiter ein für feine vaterländische Arbeit.

Als der Weltkrieg ausbrach, war er durch fein Alter über die gesetzmäßige Kriegspflicht längst hinaus. Aber es duldete den weißhaarigen Feuerkopf nicht in der Heimat. Er hat den Krieg von Anfang bis zu Ende an der Spitze wichtiger Kommandostellen mitgemacht. Brzeziny und Kowno leuchten auf seiner Ruhmestafel. Hier durchbrach er die feindliche Umklammerung an der Spitze seiner Division, den Degen in der Faust, dort be­mächtigte er sich, allen Bedenken zum Trotz, der Festung

Meistgelesene Tageszeitung in Wiesbaden.

Mittwoch, 3. Juni 1936,