Wäsche zu tragen? Ihr dünkte ein seidenes Oberhemd T „Und was nun?", — fragte er, als Kathleen das „Halt?" — rief fie. „Nun find wir doch vorbei- e dann würde der Frost die Einfahrt in die Schäreninseln unmöglich
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Nr. 144.
Donnerstag, 28. Mai 1936.
84. Jahrgang.
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Des Führers Dank an die Helfer des Wiuterhilfswerks.
Reichsminister Dr. Goebbels und Hauptamtsleiter Hilgenfeld erstatteten dem Führer Bericht über das Endergebnis des Winterhilfswerks 1935/36, das das Ergebnis des Vorjahres wieder bei weitem übertrifft. Bei dieser Gelegenheit wurden dem Führer auch die Mitarbeiter der WHW.-Organisation in der Reichskanzlei vorgestellt: Der Führer dankt den Helfern des Winterhilfswerks durch Handschlag für ihre aufopfernde Tätigkeit im Dienste des deutschen Volkes; links Reichsminister Dr. Goebbels und Hauptamtsleiter Hilgen- feld. der Leiter des Amtes für Volkswahlfahrt. (Heinrich Hoffmann — M.)
Schwierige Verständigung
Rom baut England goldene Brücken. —
ßeon Blum macht den Italienern Sorgen.
Die französische Streikbewegung.
as. Berlin, 28. Mai. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Das italienische Propagandaministerium weist die Beschuldigungen der englischen Presse, daß Italien in Palästina Juden und Araber gegen die Engländer aufhetze, nachdrücklich zurück und unterläßt nicht hinzuzufllgen, daß Italien an der Provozierung weiterer Kriege kein Interesse habe, vielmehr beabsichtige, eine Politik des Friedens zu betreiben. In dieser Erklärung kommt sehr deutlich der Wunsch zum Ausdruck, alles zu vermeiden, was zu einer Zuspitzung des englischitalienischen Verhältnisses führen könnte. Auf genau der gleichen Linie liegt eine weitere amtliche italienische Erklärung, in der an eine frühere Äußerung Mussolinis erinnert wird, daß Italien keine Angriffe auf britisches Gebiet plane, und in der dann weiter gesagt wird, daß Italien der Frage der Zurückziehung der britischen Gesandtschaftstruppen aus Addis Abeba keine besondere Bedeutung beimesse, sondern bemüht sei, die Verhandlungen hierüber zu erleichtern. Durch solche Erklärungen, mit denen Rom England goldene Brücken baut, hofft man offenbar, die Verhandlungen, die der italienische Botschafter in London, Erandi, bereits eingeleitet hat, fördern zu können.
Trotzdem sieht man in Rom der weiteren Entwicklung nicht ganz ohne Sorge entgegen. Vor allem beziehen sich diese Sorgen auf die Haltung Frankreichs. Man fürchtet, daß der „Antifaschist" L6on Blum die Außenpolitik benutzen könnte, um die Aufmerksamkeit von innenpolitischen Schwierigkeiten abzulenken. Tatsächlich scheinen sich für die künftige sozialistische Regie
rung Frankreichs schon heute solche Schwierigkeiten abzuzeichnen. In einigen Pariser Betrieben, vor allem solchen der Rüstungsindustrie, sind die Arbeiter, um ihre Forderungen durchzusetzen, in den Streik getreten. Sie halten ihre Betriebe besetzt. Die unter dem Eindruck des Wahlsieges der Volksfront stehenden Belegschaften wollen ganz einfach nicht warten, bis eine Regierung der Volksfront ihre mannigfachen Wünsche erfüllt, sondern griffen zur Selbsthilfe, wobei sie, was sehr charakteristisch ist, in vollem Umfange das Wohlwollen der kommu- nistisch durchsetzten Eemeinderäte genießen. Daß es sich hier um eine örtliche Aktion handelt, durch die die K o m m u n i st e n die kommende Regierung Blum auf einen ganz bestimmten Weg zwingen wollen, kann keinem Zweifel unterliegen. Richt zuletzt aus diesen Vorgängen erklärt sich die italienische Befürchtung, L^on Blum könne die Außenpolitik benutzen, um die Lage seiner Regierung zu erleichtern.
Hier würde, so meint man in Rom, dann das Schlagwort geprägt werden: Kampf der Demokratien gegen den Faschismus. Zwar werde Blum nicht für eine Verstärkung der Sanktionen eintreten, aber unter dem Vorwand, daß die neue französische Regierung erst die internationalen Probleme prüfen müsse, würde er bei der Junitagung des Rates für eine Vertagung dieser Frage bis zum H e r b st eintreten. So würde die Politik Läon Blums zur Lokomotive, die den Sanktionszug wenigstens bis zum September ziehen werde. Überhaupt scheint Rom mit einer engeren französisch-englischen Zusammenarbeit zu rechnen. Man spricht in diesem Zusammenhang mit einer möglichen Stärkung der Sanktionsfront
Zer Mm bei her ReiWrieMarine in Siel
Feierlicher Empfang.
Kiel, 28. Mai. (Letzte Funkmeldung.) Der Führer traf heute vormittag um 9 Uhr auf dem Kieler Hauptbahnhof ein. Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg und der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral R a e d e r begrüßten ihn Auch der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, war zum Empfang erschienen. Unter grenzenloser Begeisterung der Bevölkerung verließ der Führer den Bahnhof und begab sich zum Hasen, wo er mit Eeneralfeldmarschall von Blomberg und Generaladmiral Raeder ein Chefboot der Kriegsmarine bestieg. In diesem Augenblick dröhnten 21 Schuß Salut über das Wasser. Auf der sonst lo beschaulichen Promenade am Hindenburgufer herrschte ein beängstigendes Geschiebe und Gedränge. Kiel hatte sich versammelt, um seinen Führer zu begrüßen. In den vordersten Reihen Jugend. Die Pimpse, VdM., HI. und auf der Höhe von Bellevue eine SS.-Verfügungstruppe in Stahlhelmen und feldmarschmäßiger Ausrüstung. Auf dem Wasser bot sich, soweit das Auge schauen konnte, ein erhebender Anblick. Auf den Kriegsschiffen, die an ihren Bojen lagen, waren die Ehrenwachen angetreten. Besonderes Interesse erweckte das Schulschiff „E o r ch F o ck", auf dessen Rahen bis in die höchsten Spitzen hinauf die junge Mannschaft Paradestellung eingenommen hatte. Man sah an den Bojen das zweite Aviso „Grill e“. Dicht daneben das Panzerschiff „Admiral Graf Spee", Panzerschiff „Admiral Scheer" und das Panzerschiff „Deutschland". Weiter die Kreuzer „Königsberg", „Köln", „Leipzig" und „Nürnberg". Der Führer betrat das Panzerschiff „Admiral Graf Spee", auf dem ssch auch der Flottenchef Admiral Förster besindet. Um 10 Uhr ging das Panzerschiff „Admiral Gras Spee" in Begleitung von drei Torpedobootslottillen in See.
Einweihung des Marine-Ehrenmals.
llbertragung durch Ruudfunk.
Berlin, 27. Mai. Der deutsche Rundfunk überträgt die Einweihung des Marine-Ehrenmals in Laboe am Samstag, 30. Mai, in der Zeit von 11 bis 12 Uhr.
Spiel zwischen den Rassen.
Man hat sich neulich in der englischen Presse darüber erregt, daß die Öltanks für die britische Flotte an dem neu ausgebauten Stützpunkt in Asien, Singapore, u b e r der Erde, also der Fliegergefahr ausgesetzt, und nicht unterirdisch angelegt seien. Gleichzeitig kam die Meldung aus Vorneo, daß dort gewisse wichtige Ölquellen im britischen Hoheitsbezirk von der Erschöpfung bedroht seien. Die Überlegenheit der britischen Waffen scheint durch solche technischen Zufälle bedroht und damit die britische Herrschaft in den weiten Erdgebieten Asiens und seiner Meere.
Wenn man sich überlegt, daß die politische Weltkarte und damit das Schicksal der Menschheit heute von einigen Ölreservoiren abhängig ist, so kommt man — auch im Zeitalter des transkontinentalen Flugverkehrs — zu der Einsicht, daß hier etwas nicht mehr stimmt. Die Herrschaft der römischen Kaiser war letzten Endes eben nicht nur auf die Stützpunkte ihrer Legionen angewiesen, sondern in ihrer besten Zeit vor allem auf das innere Ansehen der römischen Macht. Wo Roms Tempel ragten, wo sich der kapitolonische Kult und zugleich der Kaiserkult mit den einheimischen Kulten vertrug, ja, verschwisterte, da stand Roms Macht unangefochten. Man brauchte die Legionen nur zur Abwehr von Einfällen von draußen. Heute leben wir noch in der Anschauung, vor allem Westeuropa lebt darin, daß das Ansehen des weißen Mannes groß genug sei, um die Erde unter seiner Herrschaft zu erhalten. Wenn wir uns ehrlich prüfen, können wir es uns kaum anders vorstellen. Und doch — diese Erdherrschast des weißen Mannes muß sich schon an ihren exponiertesten Punkten nach der Sicherheit der Öltanks und der Ölzufuhr für die komplizierten Maschinenwaffen und Wassen- maschinen sorgen.
An den klassischen Stätten des Christentums tobt ein Machtkampf um das Land, wo einst durch Mohammeds Krieger die Fahne des Islams aufgepflanzt wurde, wo in ihrem Schutze die einheimischen Araber ihr bodengebundenes Dasein fristeten — an diesen geschichtlich so schicksalvollen Stätten ist ein Aufstand scheinbar lokaler Art ausgebrochen, erregt durch die Invasion der Juden, die die Balfour-Erklärung unter den Schutz der britischen Flagge stellt. Kaum sind die Unruhen in Ägypten ein wenig abgeebbt, da bricht der Sturm in Palästina los. Hinter den Kulissen kämpfen nun zwei Kolonialmächte erbittert um Raum und Ansehen: England und Italien. Sie stehen beide noch ganz irrt Banne der alten Anschauung von der Überlegenheit der modernen europäischen Waffen. Glauben sie aber auch noch an den seelischen, geistigen Hinter-
Eröffnung einer Marinegemälde-Ausstellung
in Gegenwart des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine.
Kiel, 27. Mai. Am Mittwoch wurde in der Kieler Kunsthalle unter der Schirmherrschaft des kommandierenden Admirals der Marinestation der Ostsee Admiral Albrecht und im Beisein des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Generaladmiral Dr. h. c. Raeder eine Ausstellung von Gemälden der alten und neuen Kriegsmarine, die der bekannte Maler Claus Borgen schuf, feierlich eröffnet.
