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Nr. 137.

Mittwoch, 20. Mai 1936.

84. Jahrgang.

Das Mittelmeerproblem.

MU" Wegen des Himmelfahrtstages erscheint die nächsteTagblatt"-Slusgabe am Freitag.

Charakter als Generalmajor verliehen

an Reichsarbeitssührer Hier! und Korpssührer Hühnlein.

Berlin. 20. Mai. Der Führer uroö Reichskanzler hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres dem Reichs- arLeitsfuchrer Hier! und dem Korpsführer des NSKK., Hühnlein, den Charakter als Generalmajor verliehen.

Der Führer an der Bahre seines Irenen Begleiters.

Die Trauerfeier auf dem Friedhof in Gräfelfing bei München, auf dem der so jäh aus dem Leben gerissene langjährige Begleiter des Führers, SS.-Brigadeführer Julius Schreck, zur letzten Ruhe gebssttet wurde. Der Führer, Generaloberst Göring, Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsminister Dr. Frick und viele andere führende Männer der Bewegung gaben dem toten Kameraden das letzte Geleit (Weltbild, M.)

Wer wird französischer Auhenminister?

| as. Berlin, 20. Mai. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Derjenige, der mit starkem Interesse die Vorgänge auf dem Gebiet der internationalen Politik - verfolgt und der ungeduldig sich und den andern die Frage vorlegt, was weiter werden soll, mutz sein Tem­perament _ zügeln. D i e Dinge entwickeln sich nur äutzerft langsam. Nur das eine kann man M mit Sicherheit sagen, datz nicht das gering st e Anzeichen einer Entspannung zwischen K. England und Italien zu entdecken ist. Die Verhaftung eines Mitgliedes des englischen Roten S Kreuzes durch die Italiener in Abessinien, das bisher noch nicht aufgeklärte Verschwinden der englischen d Kurierpost zwischen Addis Abeba und Dschibuti, sowie andere kleine Vorkommnisse haben in London die Stimmung nicht gerade gebessert. Es ist auch recht be- ' zeichnend, datz di« Engländer ein Schlachtschiff, das sie vor einiger Zeit aus dem M i t t e l m e e r zu- rückzogen, jetzt wieder dorthin entsenden, i i achdem es überholt und neu ausgerüstet worden ist. [ Angesichts dieser Spannung im Mittelmeer ist k cs nicht verwunderlich, wenn die Anliegerstaaten etwas k nervös werden, und wenn man wieder einmal auf der Suche nach neuen Pakten ist. Dabei wenden sich die i: Italiener gegen den englischen Vorwurf, datz diese lln- ruhe durch die Politik Roms entstanden sei. Sie er- | klären vielmehr, datz England durch den beschleunigten | Bau von Flottenstützpunkten und durch seine Verein- ! barung mit den anderen Mittelmeerländern das Eleich- k gewicht gestört habe. Im übrigen aber rückt für die ! Italiener immer mehr das Problem der Koloni - fierung Abessiniens und was damit zusammen- E bängt in' den Vordergrund. Man erzählt sich in Rom t gerüchtweise, datz die Krönung des Königs zum Kaiser v o n A b e s s i n i e n in der Peterskirche erfolgen werde.

Sorgen um die Ratstagung.

Stillstand in der internationalen Politik. Madariaga will die Ratstagung besser vorbereiten.

Das Direktorium der faschistischen Partei hat eine Sammlung eröffnet, mit deren Ertrag ein nationales Monument zur dauernden Erinnerung an den Grün­dungstag des faschistischen Imperiums geschaffen werden soll. Aber auch in der praktischen Politik bekundet Rom seine Entschlossenheit. Der wirtschaftliche Abwehrkampf gegen die Sanktionen soll noch verschärft werden.

Es ist begreiflich, wenn man sich bei dieser Lage der Dinge heute in Genf fragt, wie man denn eigentlich auf der nächsten Ratstagung weiterkommen soll, auch wenn man noch fast einen Monat bis zu dieser Tagung vor sich hat. Jedenfalls hat der spanische Vertreter beim Völkerbund, Madariaga, der zugleich auch Vorsitzender des Dreizehnerausschusses ist, gestern in Paris diese Fragen sowohl mit Paul-Boncour, der den Außenminister Flandin vertritt, wie auch mit dem künftigen Ministerpräsidenten 2eon Blum ein­gehend erörtert. Madariaga hat dabei darauf ge­drängt, datz möglichst schnell Vorverhandlungen zwischen den beteiligten Regierungen eingeleitet werden, da man sonst unter Umständen wieder zu einer Vertagung genötigt sein könnte. Die französischen Staatsmänner haben nichts dagegen einzuwenden gehabt. Allerdings dürfte die noch immer ungeklärte Lage in Frankreich selbst dem sofortigen Beginn solcher Vorverhandlungen entgegenstehen. Noch immer weitz man nämlich nicht, wer das Auhenministeriun^im Kabinett Blum über­nehmen wird. H e r r i o t, um den sich Blum bemüht, hat zunächst abgelehnt. Es ist aber nicht klar, ob diese Ablehnung das letzte Wort ist, oder ob er sich noch etwas weiter bitten lassen möchte, vielleicht auch, um sich auf diese Weise eine möglichst grohe Unabhängigkeit zu sichern. Noch ist das letzte Wort hier jedenfalls nicht gesprochen, vielmehr wird Herriot in diesen Tagen mit L4on Blum persönlich verhandeln. Es ist aber klar, datz bis zum Regierungsantritt des neuen Kabinetts in den ersten Tagen des Monats Juni Frankreich kurz treten wird.

Arbeitet am Frieden!

Die französischen Frontkämpfer haben dieser Tage ihren deutschen Kameraden ein freundliches Bekenntnis zum Frie­den und zur gemeinsamen Friedensaufgabe geschickt. Sie haben mit Worten, deren Ernst und deren Ehrlichkeit sichtbar war, darauf hingewiesen, daß sie den Krieg Haffen, weil sie ihn kennen, und daß sie an den Frieden glauben, weil sie überzeugt sind, daß alle Völker, die durch den Wirbel des großen Krieges gegangen sind, ihn mit festen Händen und heißem Herzen festhalten. Sie haben dem deutschen Volke und vor allem den deutschen Soldaten Achtung gezollt und haben unterstrichen, daß auch sie nur einen Frieden wollen, der auf dieser Achtung und auf der mit dieser Achtung un­trennbar verbundenen Anerkennung des gleichen Rechtes gegründet ist.

Wir Deutsche haben von diesem Aufruf mit jenem Respekt Kenntnis genommen, den ein Zeichen guten Willens und gemeinsamer Gesinnung verdient. Wir zweifeln nicht daran, daß es den französischen Frontkämpfern mit ihrem Bekenntnis ernst ist. Wir zweifeln nicht daran, weil wir der Überzeugung sind, daß es überhaupt in den Grenzen unserer Länder keinen Menschen geben kann, der etwas anderes als den Frieden zwischen unseren Völkern will. Dieses Wollen ist etwas Elementares und etwas Selbstverständliches. Das Gegenteil wäre unnatürlich.

Aber liegt nicht gerade die Tragik des ganzen europäi­schen Schicksals darin, daß dieses Selbstverständliche immer von neuem diskutiert, immer von neuem beschworen, in immer erneuter Versicherung bestätigt werden muß? Liegt sie nicht gerade darin, daß trotz dieser Selbstverständlichkeit des allgemeinen Friedenswillens und trotz des allgemeinen Wissens um diesen Friedenswillen die Angst immör stärker die Herzen beschleicht, die Furcht sich immer tiefer einnistet und die Drohung immer strengere und härtere Schatten wirft? ..... .

Wenn alle Menschen über den Frieden sich einig sind, warum haben dann alle Menschen Angst um diesen Frieden? Ist der Mensch wirklich nicht in der Lage, das zu tun, was er will: den Frieden wirklich zu erhalten, den er uns zu be­wahren wünscht?

In der Tat, man soll nicht übersehen: in diesem sicht­baren Auseinanderfall zwischen Willen und Glauben der Menschen liegt eine der größten unmittelbaren Gefahren für den Frieden: die Gefahr des Fatalismus nämlich, die Ge­fahr, daß der Mensch in dem Empfinden, das Schicksal laffe sich durch sein Wollen und Wünschen ja doch nicht bestimmen, in eine passive Gleichgültigkeit hineingetrieben wird, die erfahrungsgemäß der erste Schritt zu einem aktiven Sichab- finden mit der gefürchteten Wirklichkeit wird. Wer sich noch ein Erinnern an die Zeit unmittelbar vor Kriegsausbruch bewahrt hat, der weiß, wie damals dieser Fatalismus, dieses stumpfe Warten der Regierungen und der Völker uns etwas Unabwendbares, die wesentlichste Ursache dafür gewesen ist, daß die Völker Europas in den fürchterlichsten Krieg ihrer Geschichtehineingeschliddert" find. Auch damals fehlte es

Verlegung englischer Munitionsfabriken nach fcet Westküste.

London, 20. Mai. (Funkmeldung.) Das englische Kriegsministerium hat bei Bridgend in Südwales ein größeres Grundstück gekauft, auf dem nach einem Be­richt derMorning Post" Anlagen zur Herstellung von Sprengstoffen errichtet werden sollen. Es fei möglich, datz ein Teil des berühmten Arsenals von Woolwich an der Themsemündung nach dem neuen Platz in Süd­wales verlegt werde.

Günstige Entwicklung des deutsch-polnischen Handels.

Tagung der Regierungsausschüsse in Hamburg.

Hamburg. 19. Mai. Die aus Grund des deutsch­polnischen Wirtschaftsvertrages vom 4. November 1933 eingesetzten deutsch-polnischen Regierungsausschüsse, denen die Überwachung und Durchführung des deutsch- polnischen Wirtschaftsvertrages und Verrechnungsab­kommens obliegt, haben ihre 6. gemeinsame Tagung in L/ der Zeit vom 15. bis 19. Mai 1936 in Hamburg abge- halten. Die' Regierungsausschüsse haben erfreulicher­weise eine weitere günstige Entwicklung der deutschen Ausfuhr nach Polen feststellen können. Sie sahen sich daher in der Lage, für den Monat Juni 1936 die deutsche Einfuhr aus Polen wie im Mai in voller Höhe des ursprünglich vorgesehenen Jahresplanes festzusetzen.

Es konnte erfreulicherweise festgestellt werden, datz die Einführung der polnischen Devisen­bewirtschaftung die Durchführung des deutsch- polnischen Wirtschaftsvertrages und Verrechnungsab­kommens im wesentlichen unberührt lätzt. Die Re- gierungsausschüsie haben ferner eine Reihe von Einzel­fragen im Zusammenhang mit dem deutsch-polnischen Waren- und Zahlungsverkehr erörtert. Die nächste Tagung der Regierungsausschüffe ist für Mitte Juni 1936 vorgesehen.

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