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Wiesbadener Tagblab
Freitag, 3. April 1936.
LZ. „Hindenburg" vor Brasilien
125 Jahre Matheus Müller. Eltville a.Rh.
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Bekanntmachungen
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Wiesbaden, Langgasse 2
EXTRA-AUSLESE
JUBILÄUMS CUVEE
Auflauf. Kommandant Lehmann hielt eine launige Ansprache, für die Ministerialrat Thomas vom Ver-
Die Fahne des Luftschiffes „Hindenburg."
(Wagenborg, M.)
kehrsministerium im Namen der Fahrgäste mit herzlichen Worten dankte. Im übrigen herrschte Freude bis in die tiefe Nacht hinein, da es zum Schlafen ohnehin zu heiß war.
Stuttgart, 3. April (Funkbericht.) Das Luftschiff „LZ. Hindenburg" teilt mit, daß es heute früh um 6.18 Uhr die Insel Fernando de Norona überflogen hat.
-Lendenschnitten, Monsum"-Kartosfeln und
„Gras Zeppelin" glatt gelandet.
Friedrichshafen, 2. April. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist nach seiner Werkstättenfahrt um 17.20 Uhr auf dem Werftgelände des Luftschiffbaues Zeppelin unter Führung von Kapitän von Schiller glatt gelandet. Bei herrlichem Frühlingswetter verlief die Fahrt zur Zufriedenheit der Teilnehmer. Die Versuche mit dem Peilwagen sind gut gelungen. Trotz ziemlich starken Westwindes (Stärke 4) konnte das Luftschiff ohne Schwierigkeit in die Halle gebracht werden.
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An Bord des „LZ. Hindenburg", 3. April. (Funkbericht des Sonderberichterstatters des DNB.). Am Donnerstag um 20 Uhr hatten wir insgesamt 3786 Seemeilen zurückgelegt. Der Nordostwind, der in Stärke 9 bis 10 wehte, begünstigte die Fahrt. Am Freitagfrüh 2.45 Uhr MEZ. wurde der Äquator überquert. Der Luftgott Äolus erschien persönlich und taufte die Hahrgäste, die sämtlich mit dem Luftschiff „Hindenburg" zum ersten Male die Mittellinie der Erde überflogen. Die dienstfreien Offiziere, die dem luftigen Gott als Ehrengefolge dienten, verteilten kunstvolle, auf den Namen ausgestellte Taufscheine und silberne Zepp- Nadeln. Backbord voraus leuchtete aus etwa zwanzig Himmelsgrad das Kreuz des Südens in unwahrschein- 7 licher Pracht. Niemand konnte sich der Stimmung dieser herrlichen Tropennacht entziehen. Hell erleuchtet zog Wer Zepp ruhig und majestätisch seine Bahn, während | bte Gestirne auf dem dunkelblauen Ozean funkelten.
Das Fest der Äquatorweihe wurde am Abend durch Win „Äquatoressen" eingeleitet, bei dem alles, einschlietz- der Gerichte, in jeder Weise stilecht war. Es gab
Wnien-Eemüse, M
Aus Provinz und Nachbarschaft.
Ein Zigeuerkrösus verhaftet.
— Frankfurt a. M., 2. April. Vor einigen Tagen wuvüe bei einem Zigeuner in Rinteln ein Gold- und Si Ibe rscha tz von rund 11 500 RM. entdeckt. Der Zigeuner, der dann durch die Polizei in Gewahrsam gebracht wurde, ist der türkische Staatsangehörige Tasche Diko- litsch, Anführer einer 18köpfigen Zigeunerbande, der bereits steckbrieflich gesucht wurde. Er verfügt, wie sich inzwischen herausgestellt hat, über größere Barmittel, konnte er doch vor einiger Zeit, als er ebenfalls festgenommcn war, eine Kaution von 10 000 RM. zur Wiedererlangung seiner Freiheit stellen. Außerdem ist er Eigentümer eines größeren Mietshauses in Esch weiler int Rheinland. Auf welche Weise er zu seinem Besitz gekommen ist, steht noch nicht fest. Erwiesen ist, daß der Zigeuer sich eine gan.ze Reihe Bedienstete gehalten hat, die von den beim Betteln erzielten Beträgen die Hälfte an den Bandenführer abliefern mußten.
An Bard des „LZ. Hindenburg", 3. April. In rascher Fahrt nähern wir uns auf südwestlichem Kurs dem Äquator. Die tropische Hitze wird immer drückender, und legt sich lähmend auf alle Fahrgäste. Bis auf einige Wenige liegt alles zerschmelzend in den weichen Sesseln und wartet auf die bevorstehende „Äquatortaufe", von der man erfrischende Kühlung durch einen Wasserstrahl erhofft. Am Donnerstag gegen 18 Uhr MEZ. begegnet uns der Hamburg-Südamerika-Dampfer „Monte Sarmiento", der sich auf der Heimreise befindet. Unser „LZ. Hindenburg" zeigt sich von seiner schönsten Seite und fährt drei Ehrenrunden über dem Schiff, was an Bord der „Monte Sarmiento" grenzenlosen Jubel auslöst. Alle Decks und selbst die Schornsteine sind mit jubelnden Menschen besetzt, die in begeisterten Rufen ihrer Freude über die Begegnung Ausdruck geben. Auch wir grüßen hinunter, und geben dem Schiff Grüße an die Heimat mit.
Äquatortaufe.
- Vreithardt, 2. April. Am Mittwoch, 1. April, geriet ein von Stvinzmargarethae kommendes Reichsbahnauto an . der Kurve ungefähr 250 Meter vom Dorfe entfernt infolge des nassen Wetters ins Rutschen und fiel eine 2 Meter hohe! Böschung hinab. Der Anhängewagen blieb jedoch noch zum! Glück auf der Straße stechen. Ein von Mainz hinzugezogener Lastkraftwagen konnte am andern Morgen mit großer Mühe den Wagen aus seiner unglücklichen Lage befreien. Personen! find nicht zu Schaden gekommen. — 5n der vergangenem Woche wunde mit Unterstützung der Gemeinde, sowie des! Obst- und Gartenbauoerems die erste Vorblütenspritzung an den Obstbäumen in der hiesigen Gemarkung vorgenommen?
Aus der HI.
An alle Gefolgschaften und Sondersormationen.
Am Sonntag tritt um 10.15 Uhr auf dem Luisen- l a tz der gesamte Bann einschließlich der Sonderformatio- jsttt an. Ich erwarte, daß um 10.15 Uhr alle Einheiten zur Stelle sind und zwar in tadelloser Uniform. Der Propaganda- ^narsch, der anläßlich des 10jährigen Bestehens der NSDAP.
Wiesbaden durchgeführt wird, muß auch die HI. in ihrer samtheit sehen. Es gibt zu diesem Äppell keine Ent- uldigung.
Heil Hitler!
Der Führer des Bannes 80, m. d. F. b. Singel, Unterbannführer.
*Sn alle Stamm- und Fähnleinführer des Jungbannes 80.
Am Sonntag um 10.15 Uhr tritt auf dem Blücher- k platz der gesamte Jungbann, einschließlich der Vororte zum - Appell anläßlich des 10jährigen Bestehens der NSDAP, in Wiesbaden an. Ich erwarte, daß alles in tadelloser Uniform Erscheint und auch dis Vororte pünktlich zur Stelle sind. ^Weitere Benachrichtigung ergeht nicht mehr.
Heil Hitler!
HDer Führer des Jungbannes 80. m. d. F. b. Kornmeyer, Stammführer.
Sturm verwüstet amerikanische Stadt.
38 Todesopfer. — 700 Verletzte. — Großer Sachschaden.
New York, 3. April. Die kleine Stadt Cord eie im Staate Georgia ist von einem heftigen Sturm verwüstet worden. Der Sturm, der zeitweilig mit einer Stärke von 95-Stundenmeilen daherbrauste, zerstörte mehr als 50 Wohnhäuser.
Die einstürzenden Gebäude haben ein Reihe von Menschen unter sich begraben. Bisher sind 10 L e i ch e n geborgen worden. Man befürchtet, daß noch viele Todesopfer festgestellt werden müßen. Bisher hat man 60 Verletzte gezählt.
Die Straßen der Stadt sind mit den Trümmern der Gebäude angefüllt, was das Rettungswerk ungemein erschwert.
Der Wirbelsturm hat nach den bisherigen Feststellungen 38 Todesopfer gefordert. 700 Personen wurden mehr oder weniger erheblich verletzt. Der Sachschaden, den der Wirbelsturm auf seinem Wege angerichtet hat, wird auf 3 Millionen Dollar geschätzt. ____
Vollstreckung eines Todesurteils. In Landshut ist am 2. April 1936 der vom dortigen Schwurgericht am 27. November 1935 wegen Mordes und versuchter Notzucht zum Tode verurteilte Georg Kraus hingerichtet worden. Kraus, ein mehrfach vorbestrafter und gemeingefährlicher Straßenräuber und Sittlichkeitsverbrecher, hat am 14. September 1934 im Kröninger Forst die 30jährige Maurersfrau Rosa Hornsteiner zu vergewaltigen versucht und ermordet.
Kraftwagen in die Marne gestürzt. Ein Privatkraft- wagen, der aiuf der Landstraße zwischen Reims und Epe r na y einer Gruppe von Kindern auswsichen wollte, stürzte in die Marne, die an dieser Stelle über vier Nieter kies ist. Don i»n fünf Insassen konnten nur zwei gerettet werden. Der Führer des Kraftwagens, seine Frau und seine vierjährige Tochter ertränke n.
Religiöse Unruhen im Libanon-Gebiet.
5 Tote.
Jerusalem, 3. April. (Funkbericht.) Anläßlich des mohammedanischen Festes zur Erinnerung an den Tod Alis, des Schwiegersohnes Mohammeds, kam es in den Bergen des südlichen Libanon zu blutigen Auseinandersetzungen, bei denen 5 Personen getötet und viele verwundet wurden.
Nächtlicher Verkehrsunfall.
= Frankfurt n. M„ 2. April. Zwei Radfahrer, die sich nachts auf >der Heimfahrt von Neu-Isenburg nach Frankfurt befanden, wurden bei der Sachsenhämser-Warte von einem rasend ei-nhe fahrenden Kraftwagen eingeholt. Bei dem Bemühen. möglichst nach rechts zu fahren, erfaßte der Wagen den 31jährigen Bautechniker Karl Bausch und spieste ihn auf den Kühler auf. Bausch wurde durch die Windschutzscheibe geschleudert nnd dann gegen das Reserverad geworfen, sodaß er nach wenigen Augenblicken verstarb. Der Wagenführer, der in größter Schnelligkeit weitergosaihren war, wurde erst durch dös Geschrei des auch verletzten Radfahrers aufmerksam und hielt dann den Wagen an. Der zweite Radfahrer konnte wieder ans dem Krankenhaus entlassen werden.
Nr. 93. Seite 7.
Wetterbericht des Reichswetterdienstes.
Ausgabeort: Frankfurt a. M.
Witterungsaussichten bis Samstagabend: Weiterhin kühl, zeitweise wieder ausheiternd, keine wesentlichen Niederschläge mehr, abslanende Winde aus nördlichen Richtungen. Im ganzen Reich zunehmende Beruhigung, meist niederschlagsfrei und stellenweise wieder aufheiternd, allgemein kühl.
Die heutige Ausgabe umfaßt 16 Seiten und das Unterhaltungsblatt.
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