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Wöchentlich
B. ScheUenbrrg'sch« Hofbuchdruckrrei, „Zagblatt «£>ae**.
Werltäglich nachmittags, Samstags»»r- ».nachmittag.
Unterhaltungsbeilage.
mit einer täglichen
Drahtanschrift: Zagblatt Wiesbaden.
Postlcheckkailto: Frankfurt a. M. Str. 7405.
Nr. 65.
84. Jahrgang
Italienische
in
Auch Hirotas Kabinettsbildung gescheitert
Fernsprecher-Sammel-Rr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.
bunde zur Folge.
Bundesrat Motta Depeschenageniur zu der richt nicht ganz den Bundesrat Motto habe
Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn» und Feiertags.
Rückfragen?
troffenen Maßnahmen setzt Italien seinen Angriff fort. Wir sind mit dem Beginn von Verhandlungen unter Beachtung der Bestimmungen des Völkerbundes einverstanden und nehmen Kenntnis davon, daß die Vorschläge vom 13er- Ausschuß gemacht worden sind und daß die Verhandlungen im Geiste und Rahmen des Völkerbundes statt- finden sollen. — Unsere ausführliche Antwort empsan-
ermächtigt die schweizerische Erklärung, daß diese Nach- Tatsachen entspricht, keine Schritte in dem ei
gen Sie durch Vermittlung unseres Vertreters Paris. gez. Haile Selassie.
Direkte Fühlung zwischen Mussolini und dem Negus?
Bezugspreise: Für em- B-zugszeit von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2.—, ein. fchlietzllch Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel, nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. — In Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher leinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Vezugspreifes.
Sensationelle Behauptung der „Daily Mail".
London, 6. März. Der diplomatische Mitarbeiter der sanktionsfeindlichen „Daily Mail" stellt die überraschende Behauptung auf, daß kürzlich eine unmittelbare Fühlungnahme zwischen Addis Abeba und Rom hergestellt worden sei. Der e r st e Schritt sei vom Negus ausgegangen, der sich nicht nur, wie die „Daily Mail" wisien will, zur Eröffnung von Verhandlungen mit Mussolini bereiterklärt haben soll, sondern sogar bereit sein soll, auf der E r u n d l a g e weitgehender Gebietsabtretungen zu verhandeln. Die englische Regierung sei von verschiedenen Seiten über diese Angelegenheit unterrichtet worden, u. a. vom britischen Gesandten und vom britischen Militärattache in Addis Abeba.
Die Behauptungen der „Daily Mail" werden von keiner anderen Seite bestätigt.
Mottas halbes Dementi.
Genf, 5. März. Die Pariser Zeitung „Le Jour" hat gemeldet, Bundesrat M o t t a, Leiter des außenpolitischen Departements, habe in Genf bei verschiedenen Mitgliedern des 18er-Ausschußes dringende Schritte unternommen, um ihre Aufmerksamkeit aus die Schwierigkeiten hinzulenken, die sich in der Schweiz aus einer Anwendung der ölsperre gegen Italien ergeben könnten.
Diese Maßnahmen hätten voraussichtlich den Austritt dieses Landes aus dem Völker-
Pionierarbeit des Arbeitsdanks.
Die Siedlungsfrage ist in Deutschland seit Jahren, namentlich nach der Machtergreifung, eine entscheidende soziale und politische Angelegenheit geworden. Ohne neue Bodenverwurzelung weitester Kreise unserer schaffenden deutschen Menschen kann es nicht gelingen, die bevölkerungspolitischen Probleme unseres überindustrialisierten und durch die Folgen des Krieges im Altersaufbau gestörten Volkes zu lösen und zugleich zusätzlichen Wohlstand und einen innerlich gestärkten Finanzhaushalt herbeizuführen, der die Anforderungen einer gesunden Sozialpolitik zu tragen vermag. Die Siedlungsfrage ist auch heute keineswegs gelöst, sie befindet sich vielmehr im Zustand der Vorbereitung einer Gesamtlösung.
Der Arbeitsdank hat bisher in seinem Land- und Siedlungsdienst erste Versuche auf dem Gebiet der ländlichen Berufshilfe gemacht und Erfahrungen gesammelt. Aber durch das Abkommen mit der Deutschen Arbeitsfront, durch den Auftrag des Reichsarbeitsführers, und dadurch, daß immer zahlreicher ehemaliger Arbeitsmänner und -maiden in das entscheidende Lebensalter vor der Heirat und Existenzgründung einrücken und sich der Obhut des Arbeitsdankes anvertrauen, trägt er die Verantwortung für die richtige Lebensgestaltung dieser jungen Menschen. Der Arbeitsdank hat in der Frage der ländlichen Berufshilfe und Siedlung in den nächsten Jahren seine Feuerprobe zu bestehen, und hat vor allen Dingen das Vertrauen derjenigen ehemaligen Arbeitsmänner und -maiden zu rechtfertigen, die sich bereits auf eine ländliche oder landverbundene Existenz vorbereiten. Ihr Ziel müßen sie mit Hilfe des Arbeitsdank-Spar- und Kreditwerkes erreichen und so Pioniere für die Stadt- und Landbewegung werden. Ganz allgemein gesehen gilt heute für uns die Parole:
Wir haben zu siedeln und nicht mehr über Siedlung zu reden.
Das heißt für den Arbeitsdank:
Er hat zu erfüllen, was ihm als Befehl vom Reichsarbeitsführer aufgetragen ist, und was er den ihm anvertrauten Kameraden versprochen hat. Um richtige Maßnahmen für die Zukunft treffen zu können, gilt es festzustellen, was der Verwirklichung einer Arbeitsdank - Siedlungstätigkeit zunächst noch hemmend im Wege steht.
1. Der organische Ablauf des Weges vom Arbeitsdienst zu neuer Bodenverbundenheit wurde für viele ehemalige Arbeitsdienstler, die bereits in der landwirtlichen Lehre standen, durch die Zwischenschaltung des Wehrdienstes unterbrochen. Das wird durch den direkten Anschluß des Wehrdienstes an den Arbeitsdienst anders.
2. Der Aufbau verschiedener neuer Industrien in bisher wenig gewerblich erschlossenen Gebieten bewirkte, daß viele sich dieser Jndustriearbeit zuwandten, zumal Mangel an Nachwuchs und an Facharbeitern, verbunden mit Wohnungsmangel, den jungen Leuten eine gewiße Chance boten im Verhältnis zu anderen Betrieben, die für junge Menschen infolge der Durchführung eines gesunden Altersaufbaues vielfach ver-
wähnten Sinn unternommen. Er habe aber verschiedene Unterredungen gehabt, besonders mit dem französischen Außenminister F l a n d i n. Dabei sei begreiflicherweise von den Gefahren die Rede gewesen, die die allgemeine Lage und die besondere Stellung der Schweiz in sich schließe.
winow und erklärte int Auftrage seiner Regierung, daß die letzten Ereignisse in Tokio lediglich innenpolitische Angelegenheiten Japans berührten. Sie würden sich in keiner Weise auf die Außenpolitik der japanischen Regierung und insbesondere nicht auf die Beziehungen mit der Sowjetunion auswirken.
Der Botschafter erklärte weiter, daß die japanische Regierung unabänderlich eine Festigung der Beziehungen zu Sowjetrußland anstrebe und eine raschere Lösung aller Streitfragen in freundschaftlichem Geiste wünsche. Vor allem lege Japan Wert auf den Abschluß eines neuen Fischereiabkommens an Stelle der in diesem Jahre ablaufenden Vereinbarungen.
Außenkommissar Litwinow brachte seine Befriedigung über die Erklärungen Ohtas zum Ausdruck und versicherte, daß es im Bestreben der Sowjetregierung liege, die besten Beziehungen mit Japan he r z u ste l l en. Er drückte ferner die Bereitschaft der Sowjetregierung aus, die Verhandlungen über das Fischereiabkommen und andere schwebende Fragen fortzusetzen. Litwinow hob hierbei, der TASS, zufolge, hervor, daß es feiner Meinung nach für einen erfolgreichen Verlauf der Verhandlungen überaus wichtig wäre, wenn die Ordnung längs der so w i et russisch-m an ds chu r ischen und der mandschurisch- mongolischen Grenze rasch wiederhergestellt werden würde. Dazu müßten der zwischen Japan und der Sowjetunion vereinbarte Beschluß über die Schaffung einer gemischten Kommission zur Untersuchung der Zusammenstöße an der sowjetrussischmandschurischen Grenze sowie die zwischen Mandschukuo und der Mongolischen Volksrepublik schwebenden Verhandlungen über die Errichtung einer gleichartigen Kommission beitragen.
Hnjeigenpreife: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grundpreis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 4, Nachlatzstaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird feine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen - Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.
Siegesstimmung in Rom.
s.8. Berlin, 6. März. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Der Negus hat sich mit seiner Antwort an den 13er-Ausschuß beeilt. Er ist mit Friedens- verhandlungen, die im Geiste und im Rahmen des Völkerbundes stattfinden sollen, einverstanden. Von der abessinischen Seite drohen also den Genfer Plänen offensichtlich keine Gefahren, was nach den Niederlagen der Abessinier kaum überraschen wird. Offen bleibt nach wie vor die Frage, was Mussolini antworten wird. Da der Duce sich die erste Erklärung zu dem Friedensappell für die morgige Kabinettssitzung vorbehalten hat, so hüllt man sich in den amtlichen Stellen in Stillschweigen. In Genf selbst hält man es, obwohl einwandfreie Unterlagen für diese Kombination nicht vorliegen, für wahrscheinlich, daß Rom kein glattes Nein au s s p r e ch e n, sondern unter gewißen Vorbehalten annehmen wird. Man rechnet auch mit der Möglichkeit italienischer Rückfragen wegen der Fortdauer der Sanktionen usw. Diese Annahme findet eine gewisse Stütze in einem Artikel, den die „Tribuna" veröffentlicht. Das römische Blatt wirft nämlich die Frage auf, wo denn eigentlich die Zustimmung und wo die Ablehnung beginne und fährt erläuternd fragend fort, was werde Genf tun, wenn Rom eine Antwort erteile, die zwar nicht völlig dem Appell des 13er-Ausschußes entspräche, die etwa die italienischen Forderungen wiederhole, zugleich aber Friedensbereitschaft ausdrücke. Diese Frage des Blattes ist ohne weiteres nicht zu beantworten. Mit einer solchen italienischen Antwort würde die Verantwortung, die jetzt Rom zugeschoben worden ist, wieder auf die Genfer Institution zurückfallen.
In den Kreisen der Völkerbundssreunde scheint man die ganze Situation nicht besonders angenehm zu empfinden. Aus dieser Nervosität heraus tauchen Gerüchte auf, daß die Schweiz schon offiziell ihren Austritt aus dem Völkerbund angekündigt habe für den Fall, daß der 13er-Aus- schuß sich für die Ölsperre entscheide. Weiter wollte man wißen, daß Mussolini Ö st erreich und Ungarn veranlassen würde, dem Bund den Rücken zu kehren. Was diese letzten Gerüchte anbelangt, so verweist man in Genf darauf, daß Österreich und Ungarn angesichts ihrer Völkerbundsanleihen ihre Bindungen an Genf kaum lösen dürften. Auch hinsichtlich der Schweiz zeigt man sich neuerdings wieder etwas weniger besorgt. Immerhin wird niemand verkennen können, daß es eine sehr schwere Bela st ungs probe bedeuten würde, wenn die Friedensbemühungen scheitern sollten und eine Verschärfung der Sanktionsbeschlüße zur Entscheidung gestellt werden müßte. Im Augenblick aber vermag niemand mit Sicherheit zu sagen, wie sich die Dinge weiter entwickeln werden. Zunächst muß einmal das Ergebnis der morgigen römischen Kabinettssitzung abgewartet werden.
Die italienische Presse wendet sich derweilen, um die Position Italiens in ein möglichst Helles Licht zu rücken, gegen alle Bemühungen französischer Blätter, den italienischen Sieg an der Nord- sront zu verkleinern. Es wird vielmehr betont, daß auch die abessinische Flankendrohung bei Aksum nunmehr beseitigt sei. In den ilberschriften der römischen Zeitungen wird von gigantischen und grandiosen Siegen gesprochen. Die abeßinischen Nordarmeen seien in wilder Flucht begriffen, sodaß man den Krieg eigentlich nur noch eine Jagd nennen könne. Daß diese Siegesstimmung für die Friedensbemühungen des 13er-Ausschußes nicht besonders günstig ist, braucht kaum noch erwähnt zu werden.
Die Antwort des abessinischen Kaisers.
Addis Abeba, 5. März. Der Kaiser hat auf den Vorschlag des 13er-Ausschußes wie folgt geantwortet:
Wir haben Kenntnis von dem Telegramm, das Sie im Namen des 13er-Ausfchußes meinem Außenministerium übermittelten. Alle Völkerbundsmitglieder wißen, daß wir alles, was möglich war, bereits vor Ausbruch des Krieges getan haben, um durch gerechtes Verhalten entsprechend dem Geist des Völkerbundes den Frieden zu bewahren. Unter Verletzung seiner internationalen Verpflichtungen trotz der bis jetzt ge-
Fochhmg des Krieges oder Frieden?
Der Negus stimmt dem Genfer Vorschlag zu. — Wieder Rätselraten um die Antwort Mussolinis
Meistgelesene Tageszeitung in Wiesbaden.
Freitag, 6. Marz 1936.
Die Armee versagt ihre Zustimmung.
Schanghai, 6. März. Nach Meldungen aus Tokio sind die Bemühungen Hirotas zur Bildung eines Kabinetts als gescheitert anzusehen, da die Armee ihre Mitarbeit versagt.
Die Ablehnung Perauchis.
Tokio, 6. März. (Eig. Drahtmeldung. Ostasiendienst des DNB.) General Pera uchi hat die Übernahme des Kriegsministeriums abgelehnt.' Er begründet seinen Entschluß damit, daß er nach seinen Besprechungen mit den zuständigen Männern der Armee in der Zusammensetzung des geplanten Kabinetts keine Erneuerung der Staatspolitiksehen könne, wie sie von der Armee gefordert werde.
Wie die Agentur Domei berichtet, sieht die Armee im neuen Kabinett keine starke einheitliche Regierung. Die neuen Minister werden als „Überbleibsel überlebter Anschauungen" bezeichnet, mit denen man Krisenzeiten nicht überwinden könne. Da somit die Bedingungen Perauchis unerfüllt geblieben seien, habe er ablehnen müssen. Besonders habe die geplante Besetzung des Innenministeriums mit Kawasaki, der Parteipolitiker sei und der Minseito angehöre, Anstoß bei der Armee erregt.
Beruhigende japanische Erklärungen in Moskau.
Moskau. 5. März. Wie die TASS, mitteilt, besuchte der japanische Botschafter O h t a den Autzenkommissar L i t -
