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7 Ausgaben

Wöchentlich

B. Schellenberg'fche HofbuchLmckerei, „Zagblatt=Som*.

N nterhaltungsbeilage.

mit einer täglichen

Postscheckkonto: gtauffurt a. M. Nr. 7405.

Lrahtanschrist: Zagblatt Wiesbaden.

84. Jahrgang

Nr. 48.

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Absolute Mehrheit der Sinken in Spanien?

Unruhiges Südamerika

Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

Werktäglich nachmittags, Samstags vor- u. nachmittags Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631.

Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

Hier spielte sich die Schlacht von Enderta ab.

Line Übersichtskarte zur jüngsten großen Schlacht an der abessinischem Nordfront, in der den Italie­nern nach fünftägigem blutigem Ringen die Er­oberung des Amba Aradam und die Besetzung von Antalo gelang. (Graph. Werkstätten, M.)

Abbau des irisch-englischen Handelskrieges.

Wirtschaftsabkommen zwischen Irland nnd England.

London, 17. Febr. Der Unterstaatssekretär für die Dominien teilte am Montag im Unterhaus mit, daß zwischen Großbritannien und Irland «in Wirtschaftsabkommen zu­stande gekommen ist. Nach dem Inhalt dieses Wkommens kann der irisch-englische -Handelskrieg so gut mit beendet angese hen we rden«

Ein Nachtrags-Haushalt.

as. Berlin, 18. Fobr. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die englische Regierung legt soeben - .-inen 3ia chtr agshaush alt der drei Wehr- ö Ministerien vor, durch den insgesamt etwa 7,8 s M iHio nen Pfnnd Sterling angefordert ■_ werden. Diese Nachtragssovderung sicht in keinem Fdirekten Zusammenhang mit dem geplanten großen | englischen Aufrüstungsprogramm, das rund 300 i- Millionen Pfund erfordert, und das voraussichtlich erst l. im März Los englische Parlament beschäftigen wird. ' Die fast 8 Millionen Pfund, die jetzt angefoüdert wer­den, stellen vielmehr im wesentlichen die Kosten dar, die England durch den abessini­schen Konflikt entstehen. Die Erhöhung der Mannschaftsstärke der Motte, die Zusammenziehung von Schiffen, Flugzeugen und Truppen an den Gestaden des Mittelmeeres, alles das find keine gang billigen Vorsichtsmaßnahmen. Die Kritiker dieser Politik ver­weisen zudem darauf, daß es auch mit den fast 8 Mill. 'Pfund noch nicht getan sei, da, ganz abgeschen von den Ver­lusten, di« die englische Wirtschaft durch die Sankt io ns- l Politik erleidet, der Ausbau der Verteidigungsstellung ' im Sudan und in Ägypten fortgesetzt wird. Anderer­seits zeigt die gleichzeitig veröffentlichte Antwort- - note Edens auf den italienischen Protest

gegen die militärischen Rückfragen Englands bei den • Mittelmeermächten, daß England an seiner bisherigen

Politik festhält. Wenn im gleichen Augenblick ein

Wender

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Wenn nicht alles täuscht, so steht Spantenam Vor­abend ein|'tci Ereignisse. Die Parlamentswahlen habe« einen st»rcken Ruck nachlinks gebracht. Die von

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Enderta.

In der letzten Zeit sind verhältnismäßig wenig be­deutsame Nachrichten vom abessinischen Kriegsschauplatz nach Europa gedrungen: es war die Stille vor dem Sturm, das Interesse an den Kampfereignissen in Ost­afrika schien allmählich eingesch'lafen zu sein. Seit der italienische General Graziani an der Südfront seinen großen Erfolg errungen hatte, waren die Kämpfe im Norden, wo die Italiener von den Abessiniern immer wieder beunruhigt wurden, einigermaßen ins Stocken

Brief Lord Rothermeres veröffentlicht wird, in dem angeführt wird, daß -die im Mittelmeer statio­nierten englischen Geschwader sich in einer unmöglichen Lage bosiäden, da sie im Ernstfall den überlegenen italienischen Fluggeschwadern rettungslos ausgeliefert feien, so dient diese Veröffentlichung der Propa­ganda für eine Verstärkung der eng­lischen Luftflotte. Diese Propaganda hat schon in der Unterhausdebatte, in der Sir Austen Cham­berlain heftige Angriffe gegen Baldwin richtete, eine große Rolle gespielt. In das gleiche Kapitel ge­hören auch die Luftmanöver, die in dieser Woche über London stattfinden werden und an denen auf jeder Seite über 70 Flugzeuge teilnehmen. Auch aus diesen Manöoorn, an denen bezeichnenderweise keine Erdabwehrformationen beteiligt sind, wird man sicherlich den Schluß ziehen, daß mehr für die Luftflotte geschehen muß, wie schon im Unterhaus darauf ver­wiesen wurde, daß die Luftflotte an erster Stelle, die Seeflotte an zweiter und das Landheer an dritter Stelle stehen müsse. Da 'man in England vielfach der Ansicht zuneigt, daß ein solcher Ausbau der Rüstungen an dem „Ressort - Patriotismus" der drei Wehr- ministerien scheitert, so prüft die englische Regierung erneut die Frage, ob und in welcher Form ein gemein­sames Wehrministerium geschaffen werden kann. Dieser Frage galten auch die gestrigen Beratungen des eng­lischen Kabinetts, die noch zu keinem endgültigen Ergeb­nis geführt haben.

geraten. Es hieß, die italienischen Truppen seien völlig umzingelt und von der Verbindung zur Etappe abge- schnitten. Man hörte, daß die Abeffinier für die im Süden erlittene Niederlage im Norden Rache nehmen würden. Man sprach sogar -von der bevorstehenden Er-' oberung Makalles durch die zum äußersten entschlosse­nen Abeffinier, die besonders im Nahkampf mit einer beispiellosen Todesverachtung gegen ihre Feinde vor­gingen. Es sah im Norden für die Abeffinier nicht ge­rade ungünstig aus, und es schien, als hätten sie eine ernstliche Chance, das von den Italienern eroberte Ge­biet zurückzugewinnen und die Truppen Badoglios immer weiter zurückzudrängen. Alles hing davon ab, wie sich die militärische Lage im Norden gestalten würde.

Nun sind die Würfel auch im Norden gefallen: die Sensation, die manche erwartet haben mochten, ist noch vor Beginn der großen Regenzeit eingetreten. Die fünftägige Schlacht von Enderta, die den Italienern einen überlegenen und vollkommenen Sieg brachte, hat eine vorläufige Entscheidung herbeigeführt, deren militärische und politische Folgen noch nicht abzu-

Meistgelesene Tageszeitung in Wiesbaden.

Dienstag, 18. Februar 1936

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dem Führer der katholischen Volksaktion gelben« Parole der Bezähmung der Revolution hat sich als unwirksam erwiesen. Die'revolutionären Linksparteien haben die abso­lute Mehrheit im Parlament erhalten. Das scheint nun aber nicht nur zu ^bedeuten, daß die Aufbaumaßnahmen der letzten Regierung wieder rückgängig gemacht werden und man wie­der an die radikalen Beschlüsse aus der Zeit nach dem Sturz der Monarchie anknüpft, sondern es scheint auch zu bedeuten, daß wieder Gewalt und Terror ausgeübt wer­den, daß Mord und Aufruhr an der Tagesordnung sind, wie es nach dem Umsturz in Spanien der Fall war. Zum min­desten kaffen die vorliegenden Meldungen über die Unruhen in Madrid und verschiedenen anderen Stödten derartige Ent- wicklungsmöglichleiten als sehr wahrscheinlich gelten, ganz besonders angesichts der Tatsache, daß die Linke den Wahl­kampf unter der Parole der Gewaltandrohung ge­führt hat. Zunächst hat die alte Regierung den Ausnahme­zustand verhängt. Schon in Kürze dürfte aber eine neue Re­gierung, eine Regierung der Linken, gebildet werden, deren Maßnähmen man wird ab warten muffen.

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Aufstand in Paraguay.

Buenos Aires, 18. Febr. Am Montagabend waren über Montevideo Meldungen nach Buenos Aires gelangt, nach denen in Paraguay ein Ausstand ausgebrochen sein sollte. Diese Meldungen waren zunächst nicht nachprüfbar, da alle Verbindungen nach Asuncion gestört waren. Auch die paraguayische Gesandtschaft in Buenos Aires war ohne Verbindung.

Gegen Mitternacht bestätigten Meldungen aus den para­guayischen Städten V i l l a r i c a und Encarnacion, die über die argentinische Grenzstadt Posadas eintrafen, daß in Asuncion ein Aufstand ausgebrochen ist. Rach diesen Berichten ist die Lage.in der paraguayischen Hauptstadt sehr ernst. Die Straßen sind Schauplatz schwerer Schießereien. Die Führer des Aufftandes, der auf Unzu- ftiedenheit unter den Offizieren des Heeres zurückgeführt wird, sollen angeblich die Obersten Smith und Recalde fein, die sich im Chacokrieg sehr ausgezeichnet haben. Die Telephon- und Telegraphenleitungen rund um die Haupt­stadt sollen zerstört worden sein.

Auf Grund dieser Meldungen hat das argentinische Flußgeschwader Befehl erhalten, flußauswärts zu gehen und in der Nähe von Posades zu landen.

Die kommunistischen Wühlereien.

Santiago de Chile, 18. Febr. Ein unffangreicher Schrift­wechsel zwischen dem brasilianischen Kommunistenführer Car­los Prestes und dem chilenischen Senator Grove, der Anhänger der Marxisten ist, wurde am Montag veröffent­licht. Dieser Schriftwechsel beweist den engen Zusammen­hang mit dem Aufstand m Brasilien und der kommunistischen Streikbewegung in Chiles

Der chilenische Verteidigungsminister beglückwünschte Heer, Marine und Fliegerei wegen ihrer vorbildlichen Hal­tung während der Streikbewegung.

Der Eisenbahnerstreik kann als beendet angesehen wer­den. Die Leitung der Eisenbahnen wird demnächst an die Zivilbehörden zurückgegeben werden. — Der für Montag von den Gewerkschaften ausgerufene allgemeine Ausstand der Schauerleute und Hafenarbeiter ist nicht zu­stande g e k o m m e n, da der größte Teil der Arbeiter zur Arbeit erschienen ist. Lediglich im Hafen von Talcahuano wird ein Teilstreik fortgesetzt.

Blutige Zusammenstöße in der mexikanischen Stadt Mazatlan. Mexiko-Stadt, 18 Febr. Zu ernsten Unruhen kam es am Montag in der Stadt Mazatlan im Staate Sinaloa. Die Stadtverwaltung hatte den Schlachthof als einen lebenswich­tigen Betrieb erklärt, in dem ein Streik nicht geduldet wer­den könne. Die Streikenden zogen daraufhin vor den Schlacht­hof, und es kam zu schweren Zusammenstößen mit der Poli­zei. Dabei wurden vier Personen getötet und mehrere verletzt.

5ltneiaem>rei|e: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund, stets 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Zeitteil 45 Rpf., fonst laut Preisliste Nr. 4, Nachlatzstaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen-Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

* Erklärung des Alarm- und Kriegszustandes.

Madrid, 17. Febr. Die weiter in Madrid eintreffenden Wahlresultate lasten daraus schließen, daß die v e r e i n i g t e ■ Linke (Linksrepublikaner, Sozialdemokraten, Kommunisten | und die Syndikalistische Partei) doch noch die absolute | Mehrheit für das kommende Parlament er­reichen wird. Die Bildung einer Linksregierung unter Azana erscheint nichr unmöglich.

Der spanische Ministerpräsident hat über die Städte ; Huesca und Cadiz sowie über einige weitere Otte den i Kriegszustand verhängt, ta alarmierende Nachrichten aus mehreren Provinzen in Madrid einliefen.

Ministerpräsident Valladares teilte Montagabend der Presse mit, daß in ganz Spanien Ruhe herrsche.

Nur an einigen Orten hatten politische Ansamnnuagen | stattgefunden, die aber von der Polizei mühelos aufge.öst ® werden konnten. In Valencia seien die E e s a n g e n e n aufrührerisch geworden. Mit Hilfe von Polizei- kräften seien sie aber wieder zur Ordnung gebracht worden. In A l i c a n t e habe die Menge ein Lepra-Hospital gestürmt und die Aussätzigen frei gelassen. Der Ministerpräsident glaubt, daß sich die M a s s e n der Linken nach dem ersten Sieges tau mel beruhigen werden. Er wies darauf hin, daß die Regierung vorläufig noch auf ihrem Posten stehe. Sie werde jeden Versuch der öffentlichen Ruhe­störung mit allen Mitteln unterbinden. .

Aus zuverlässiger Quelle verlautet, dag bei dem Ge- fangenenaufruhr in Valencia ein Polizeioffizier getötet und mehrere Personen verletzt wurden.

Auch bei einer Revolte im Gefängnis von Cartagena, wo die Gefangenen bei dem Bekanntwerden der Wahlergebnisse ihre Freilassung forderten, gab es einen Toten und mehrere Verletzte. Der Aufruhr wurde auch hier unterdrückt. , _

Der Minister rat hat beschlossen, über ganz Spanien den Al arm zustand zu verhängen. Der Ministerpräsi­dent wurde ermächtigt, den Kriegszustand in den Provinzen zu erklären, wo diese Maßnahme notwendig erscheint. D i e Familie des Stastsprä sidenten hat ihre Privat­wohnung verlassen und ist in den Nationalpalasi übergesiedelt, um Belästigungen aus dem Wege zu geh>sn.

In den Vorstädten Madrids kam es zu Schießereien, wo­bei ein Toter und mehrere Verwundete am Platze blieben.

Die spanische Regierung gibt bekannt, daß der Alarm- zustand zunächst aus acht Tage begrenzt ist. Die Pressezensur und das Bersammlungsverbot sind wieder in Kraft gefetzt. Der Unterstaatssekretär des Innern hat die Führer der Linksrepublikaner Aza na und Marttnez B a r r i o zu sich berufen und sie gebeten, Ausschreitungen der Massen zu verhindern und den politischen Gegner zu achten. Panzerwagen fahren zur Aufrechterhaltung der Ordnung durch die Stadt. Zum Generalgou­verneur von Katalonien wurde der Linkskatalone Males ernannt.

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Millionen Kosten für Großbritannien.

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