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ß. Lchcllenberg'kche HofduchLnukerei,lagblatt--Sans.

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mit einer täglichen

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Größte Auflage aller Tageszeitungen Groß-Wiesbadens.

84. Jahrgang

Nr. 31

Samstag, 1. Februar 1936

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Fernsprecher-Sammel-Nr. 69631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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Kondylis auf den 3. November anberäumten Volksabstim­mung entschied das griechische Volk zu rund 98 d. H. für die Wiederherstellung der Monarchie.

Vis zur Rückkehr des Königs vergingen knapp drei Wochen. Es kam jedoch bald zur Trennung zwischen Kondy­lis und dem König, da dieser für eine allgemeine Amnestie eintrat. Trotzdem führte Kondylis bei den Wahlen am 26. Januar 1936 eine der monarchistischen Parteien, mußte aber sehen, daß die Venizelospartei als stärkste aus dem Treffen hervorging.

Der Name Kondylis ist aus der neueren Geschichte Griechenlands nicht mehr fortzudenken. Kondylis ist immer und in erster Linie Patriot gewesen; nur unter diesem Gesichtspunkt ist es möglich, seinen vielfach verschlungenen politischen Weg zu verstehn.

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wieder gestellt hat. Am 2. Februar, zu Beginn des vierten Jahres der nationalsozialistischen Erhebung, werden sich die Männer der SA., SS. und NSKK jene, in deren Reihen das nationalivzialiftifche Opfertum geboren wurde, in den Dienst des Kampfes gegen Hunger und Kälte stellen.

Die aus ihren Reihen gebrachten Opfer an Gut und Blut werden den Volksgenossen daran erinnern, daß ohne Opferwillen ein Volk zerfällt, daß ohne den Mut zum Opfer jede Gemeinschaft zugrunde gehen muß.

Der Chef des Stades der SA., gez. Lutze. Der Reichsführer der SS., gez. H. Himmler. Der Korpsführer, gez. H ü h n l e i n."

Gleichzeitig läßt der Reichsstudentenbundführer Pg. Derichsweiler folgenden Aufruf an die deutschen Studenten veröffentlichen:

Im Kampf um die deutsche Volksgemeinschaft steht der Student im ersten Glied. Wie Arbeiter, Bauern und Be­amte, wie alle Stände dem Ruf des Führers zur nationalen Solidarität gefolgt find, jo stellt sich auch der Student 1> dingungslos in den Dienst des Winterhilfswerks 1935/36.

Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn, und Feiertags.

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Blick in die Welt.

Die große außenpolitische Ruhepause, die durch das Ableben des König Georgs V. bedingt war, hat mit dem Ab-

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Der plötzliche Tod Kondylis

Gerüchte über eine angebliche Vergiftung.

mochte. Nimmt man hinzu, daß auch der sowjerrussische Außenminister Litwinow gestern von den Beifetzungs- feierlichteiten in London kommend, in der französischen Hauptstadt eingetroffen ist, so liegt in der Tat die Ver­mutung sehr nahe, daß das Thema des rumänisch­sowjetrussischen Vertrages jetzt wieder einmal zur De­batte steht, umsomehr, als nun, nachdem Sarraut gestern das Vertrauensvotum der Kammer erhielt, in der kommenden Woche der französisch-sowjet- russische Pakt vom französischen Parlament rati­fiziert werden wird.

Ms zweites wichtiges Verhandlungsthema wird im Zusammenhang mit einer Neuordnung im Donauraum auch für die jetzigen Pariser Besprechungen die Habs­burger Frage genannt, zumal auch Fürst Star- h ein berg nach seinem Besuch in London nunmehr in Paris Aufenthalt nimmt und auch ein Besuch der Exkaiserin Zita in Paris angekündigt wird. Allerdings scheinen die Aussichten der Habsburger nicht sehr groß zu sein. Man steht in Paris wohl auf dem Standpunkt, daß die Rückkehr der Habsburger nach Österreich nicht aktuell sei, da das Risiko größer sei als der mögliche Vorteil. Auch in London scheint man sich in dieser Frage Starhemberg gegenüber sehr reserviert verhalten und betont zu haben, daß man diese Frage zum mindesten auf eine Reihe von Jahren zurück- st.ellen müsse.

Es ist begreiflich, daß man im Südosten Europas die jetzigen Pariser Besprechungen, die sich an die Londoner Gespräche anschließen, mit lebhaftem In­teresse verfolgt, umsomehr, als auch eine Pariser Reise des tschechoslowakischen Ministerpräsidenten Hodza für diesen Monat angekündigt worden ist und als ja auch die tscheschoslowakisch-österreichischen Gespräche noch nicht vergessen sind. Die Herren Diplomaten sind jedenfalls geschäftig und der Südostraum rückt so mit einemmal wieder in den Vordergrund. Was im einzelnen bei all dieser Geschäftigkeit herauskommt, das muß freilich abgewartet werden.

Neue Donauraumpläne?

I as. Berlin, 1. Febr. (Drahtbericht unserer Berliner I Ilbteilung.) Die Pariser Zeitungen und die Presse der | Balkanländer beschäftigen sich eingehend mit den Ver- I Handlungen, die König Carol von Rumänien - und sein Außenminister Titulescu gegenwärtig in ; Paris führen. Man bringt diese Besprechungen in s Zusammenhang mit den Plänen für eine N e u o r d - l Ttung im Donauraum und will auch wissen, daß Carol beabsichtige, eine Konferenz der Donau- f künd er einzuberufen, um solche Pläne zu verwirk- lichen. Die französische Presse hebt damit die Beden- r tung Rumäniens hervor, das Bindeglied zwischen der Kleinen Entente und der Balkanentente sei, das aber auch Bindeglied zwischen der Kleinen Entente und Polen d ar stelle. König Carol andererseits unterläßt es nicht, die guten Beziehungen zwischen Frankreich und | seinem Land hervorzuheben und spricht in diesem Zu- r' sammenhang in einem Interview vonzwei Ländern -- mit einem Herzen." An freundlichen Worten fehlt es also auf keiner Seite. Was nun tatsächlich bei den | Pariser Verhandlungen herausspringen wird, ist schwer ? zu sagen. Zunächst einmal handelt es sich um w i r t - k schaftliche und finanzielle Fragen. Die i; Franzosen sind offensichtlich bereit, den Rumänen Zu- ä; geständnisse in der Frage des rumänischen Schulden- r bienstes zu Machen und darüber hinaus neue Mittel für k rumänische Rüstungen zur Verfügung zu stellen. Da- ' mit ergibt sich die Frage, was Rumänien als Eegen- . leiftung bieten wird. Es liegt sehr nahe, an den seit : langem geplanten, aber bisher nicht verwirklichten .. Beistandspakt Moskau-Bukarest zu denken, der ja erst dem sowjetrussisch - tschechoslowakischen E Pakt die volle Bedeutung geben würde, da sich damit f die Lücke im Osten schließen wüpde. Titulesou gilt ja | als eifriger Verteidiger dieser Bestrebungen, während L der König bisher seine Bedenken gegen eine so enge k Verbindung mit den Sowjets nicht zu überwinden ver-

6166, M«. und Studenten sninnietn für dns WB

Man kann wohl als sicher annehmen, Kairo daß sich das englische Kabinett in seiner und letzten Sitzung auch mit der ägyptischen

Damaskus. Frage befaßt hat diese Sorge liegt für die Engländer im Augenblick näher als z. B. die Sorgen um die Entwicklung in Ostaften. Noch immer dauern ja in Ägypten die blutigen Unruhen an und - die Erklärung der Londoner Regierung, daß sie zu Verhandlungen bereit ist, hat bis jetzt keine Entspannung gebracht. Auf den Vor­schlag, eine Koalirionsregierung zu bilden, ist die stärkste ägyptische Partei, der Wafd, nicht eingeigangen, und die national begeisterte ägyptische Jugend glaubt offensichtlich die Probleme am einfachsten durch Demon­strationen lösen zu können. Alles das ändert freilich nichts daran, daß England alle militärischen Vorbereitung e n-in Ägypten,trifft, die es für erforderlich erachtet, sodaß von einer Gefährdung der englischen Position nicht gesprochen werden kann. Andererseits zeigen aber die Vorfälle, wie schwierig sich Verhandlungen zwischen London und Kairo auch jetzt wieder gestalten werden. Zugleich mit den Nach­richten über Unruhen-in Ägypten kommen auch aus Syrien wieder Nachrichten, nach denen die Franzosen gezwungen waren, gegen Straßenunruhen Panzer­wagen einzusetzen. Auch hier handelt es sich um ein altes Unruhegebiet, in dem sich die Unruhe auswirkr, in die der Krieg in Abessinien die gesamte afrikanische und asiatische Welt versetzt hat. Aber auch das Beispiel Ägyptens, wo ja nach anfänglicher Weigerung selbst England gewisse Rücksichten auf die nationalen Bestre­bungon der Waffe-Partei nehmen, muß, hat wohl nicht unwesentlich dazu beigetragen, daß das unter der Asche glimmende Feuer jetzt wieder hoch geschlagen ist. Noch kann man diese nationalen Bewegungen mit Tanks, Kriegsschiffen und Maschinengewehren bekämpfen, aber sowohl in London als auch in Paris wird man sich dir Frage vorlegen müssen, wie lange noch sind solche Kampfmethoden möglich.

Wo Carols Pariser VechaiAuiW.

Der Russenpakt als Gesprächsthema. Französisches Geld im Dienste der Politik. Die Habsburger Frage nicht aktuell.

Gerichtliche Leichenöffnung angeordnet.

Athen, 31. 3a«. General Kondylis ist vom Tods hin- ; weggerafft worden, als er mit einem Abgeordneten eine Unterredung hatte. Jede Hilfe war vergeblich. König Georg k hat bei Bekanntwerden der Todesnachricht feinem Beileid Ausdruck gegeben.

Da Gerüchte im Umlauf find, die den Tod des Generals auf Gift zuriickfiihren, wurde eine gerichtliche Leichenöffnung angeordnet.

General Kondylis wurde 1879 in Prusio (Provinz I Eurytanien) geboren. .

Nach Beendigung feiner Gymnafialstudien nn oahrc 1896 nahm er als Freiwilliger an der Revolution von Kreta teil. In den J-chren 1905 bis 1908 beteiligte er sich als Frei­schärler an den makedonischen Kämpfen. Die Feldzüge von f 1912 bis 1918 machte er als Offizier der regulären Armee mit. 2m Jahre 1919 kämpfte Kondylis gegen die Bolsche­wiken auf russischem Boden und in Kleinasien gegen die

Infolge der Wahlniederlage Venizelos im, November 1920 nahm er seinen Abschied und ging nach Konstantinopel, wo er eifrig für Venizelos arbeitete. 1922 kehrte et nach Griechenland zurück, wurde Divisionschef in Kreta und unter- - drückte dort 1923 eine Militärbewegung der Komgssreund- i lichen.

Eine bedeutsame Rolle |pulte Kondylis wahrend der Diktatur Pangalos. Solange Pangalos mit dem Parlament arbeitete, unterstützte ihn Kondylis, verließ ihn aber, als er unverhüllt die Diktatur errichtete. 1926 wurde Kondylis verbannt. Wenige Monate später kehrte, Kondylis wieder nach Athen zurück, stürzte Pangalos. rief Admiral Konduriotis zum Präsidenten der Republik aus, führte Neuwahlen durch und trat hiernach zurück. Er begab sich nach Frankreich, von wo er erst 1930 zuriickkehrte.

Als Kriegsminister im Kabinett Tfaldaris trat Kondy­lis im Jahre "1933 wieder in das politifche Leben ein. Mir starker Hand warf er den makedonischen Aufruhr nieder. Zu dieser Zeit vollzog sich auch fein Wandel vom Venizelyten zum Monarchisten. Die Oktobcrtage des Jahres 1935 wurden zum Wendepunkt in der griechischen Geschichte An der poli­tischen Neugestaltung Griechenlands hat General Kondylis entscheidenden Anteil schabt. Am 10. Oktober übernahm er feie Führung, stürzte Tfaldaris und bildete eine eigene Re­gierung. Die Republik wurde abgeschafft. Bei feer von

Der gemeinsame Aufruf der Formakionsführer.

Berlin, 1. Febr. Anläßlich der fünften Reichsstraßen­sammlung für das Winterhilfswerk, die am 2. Februar zur Durchführung gelangt, haben der Chef des Stabes der oil., Lutze, der Reichs führet der SS., Himmler, und feer Korps führet des NSKK., h n le i n , .folgenden Auftuf erlassen:

Große Opfer sind immer nur gebracht worden für eine Idee und für eine Gemeinschaft, die sich als Trägerin dieser Idee erweist.

Der Kampf der nationalsozialistischen Regierung hat Opfer gefordert. Diese Opfer sind gebracht worden aus der heiligen Überzeugung, aus dem festen Glauben an die Richtigkeit der Weltanschauung des Führers.

Wie gestern wird auch heute und morgen der Kampf für feie nationalsozialistische Idee mit Opfern ver­bunden sein.Gegen Hunger und Kälte" lautet feie Parole, die sich feie Bewegung in diesem Winterhalbjahr

Shuetgenpteife: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeier breiten Spalte im Anzeigenteil Gründ, preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 4, Nachlatzstaffel C. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen.Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen muffen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

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Ruhepause. lauf der Beisetzungssei erl i chkeitcn ihr

Ende erreicht. Schon die Anwesenheit zahlreicher hoher Trauergäste in der englischen Haupt­stadt hat Anlaß zu mancherlei Gesprächen und wichtigen Zusammenkünften gegeben. Die Engländer haben dabei eine starke Aktivität entfaltet und hüben sich keine Möglichkeit entgehen lassen, um sich aus erster Hand, besser noch als es auf dem üblichen diplo­matischen Wege oder etwa in Genf möglich ist, über die verschiedenen Auffassungen und über die, internationale Lage zu unterrichten. An diesen Besprechungen hat auch der neue englische König, Eduard VIII., starken Anteil gehabt. Inwieweit sich die Ge­spräche im einzelnen auswirken werden, das bleibt zu­nächst abzuwarten. Das englische Kabinett hat jeden­falls nach dem Abschluß der Trauerfeierlichkeiten die Aufrüstungspläne weiteroeraten und in Frankreich hat sich das Kabinett Sarraut dem Parlament vor­gestellt. Auch die Flottenkonferenz ist wieder in Gang gekommen, menir auch die Japaner jetzt nur noch als Beobachter an diesen Verhandlungen teilnehmen.