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Nr. 20.

Dienstag, 21. Januar 1936.

84. Jahrgang.

Georg V König von Großbritannien uni Irland f.

Friedlicher Heimgang des englischen Königs.

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König Georg V. von England t.

(Scherls Bilderdienst, M.)

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Die deutsche Anteilnahme

König Eduard VIII, besteigt als Unverheirateter den Thron. Die Königin Mary wird als Königin­mutter weiterhin die erste Lady des Landes bleiben, der Herzog von P o r k wird präsumptiver Thron­folger. Er wird nicht Kronprinz, da diese Stellung nur durch den Sohn oder Enkel eines Souveräns eingenommen werden kann.

von 1867 wird das Unterhaus nicht mehr nach den: Tode eines Königs aufgelöst, aber das Parlament mutz so­fort zusammentreten. Innerhalb von drei Tagen nach dem Tode des Königs erfolgt sodann die formelle Proklamation seines Nach­folgers.

Der Führer att den Thronerben und die Königinwitwe.

Berlin, 21. Jan. Der Führer und Reichskanzler hat un­mittelbar nach Eingang der Meldung vom Ableben des Königs von England an den Thronerben folgendes Bei­leidstelegramm gerichtet:

Die Trauernachricht von dem Ableben Seiner Majestät des König Georgs V. hat mich tief betrübt. Ich bitte Ew. Majestät mit meinem und der Reichsregierung aufrich­tigem Beileid die Versicherung entgegenzunehmen, daß mit mir das ganze deutsche Volk an dem schweren Verluste, der das königliche Haus und die britische Nation betroffen hat, herzlichen Anteil nimmt.

(gez.) Adolf Hitler, deutscher Reichskanzler."

Zugleich hat der Führer Ihrer Majestät der Königin­witwe wie folgt telegraphisch seine Anteilnahme bekundet:

Vater des Empire.

Auch ®ei die Feiern und Feste zuin 25jährigen Re- tzierungsjnbiläum Georgs V. nicht miterlebt hat, son­dern den Jubel eines Volkes und eines 5OO-Millionen- Reiches nur aus dem Niederschlag in den Zeitungen kennt, der weiß, daß das englische Volk in seinem König nicht nur einen Monarchen verliert, sondern einen Vater, einen M e n s ch e n, der Engländer unter Engländern war, der keine unsichtbare Scheide- wand zwischen sich und seinem Volk kannte. Wenig gilt dem Engländer in diesem Augenblick die Politik mit ihrem Auf und Ab und allen ihren Schwierigkeiten, Wegen und Umwegen ganz steht das Menschliche mn Vordergrund, und wenn Tausende von Briten in den letzten Tagen um Las Leben ihres Königs beteten und es still ward in den Straßen, in den Heimen und in den Klubs, so hat hier zweifellos ein echtes und tiefes Gefühl nicht nur für den König gesprochen, sondern auch für den Menschen, der selbst bei keiner Gelegen­heit versäumte, sich als Mensch inrank and file" (in Reih' und Glied) des britischen Voltes und nicht als Herr und Herrscher zu fühlen. Die wunderbaren, war­men und einfachen Schlichtheiten, die aus den Bot­schaften des Königs an feine Völker zu feinem Jubi­läum und zuletzt noch zum Weihnachtsfest sprachen, appellierten stärker an das Gefühl des Briten, als die funkelndste Adresse es hätte tun können.

Georg V. . bestieg 1910 den Thron als zweitze- borener Sohn Eduards VII. Sein älterer Bruder, der Herzog von Clarence, war früh gestorben. Georg V. besaß nicht den glänzenden Charme seines älteren Bruders: er mar ein Seemann, der selten viele Worte machte, aber er war ein Seemann, der seinen Beruf nicht als die äußere Fassade seines hohen Standes betrachtete, sondern der arbeitete und der Zeit seines Lebens ein Marinesachoerständiger war, dem kein Lord der Admiralität etwas vormachen konnte. Den Marinekönig" hat das Volk ihn später, als der Tod seines Vaters Eduard ihn auf den Thron berief, gern genannt, und noch bis in die letzten Jahre gehörte die große Liebe des Königs der See'und der Flotte. Man weiß, daß Georg V., sicher in froher Erinnerung an seine Leutnantsjahre, mit Vorliebe seine Jacht Britannia" selbst zu steuern pflegte.

Aber das ist nur eine Seite von Georgs V. Wesen und nicht die wichtigste. Was die Liebe des Volkes

Die amtliche Mitteilung.

Loudon, 21. 3a«. Die amtliche Mitteilung über den Tod des Königs lautet:

Der König starb friedlich um 11.55 llhr nach­mittags in Gegenwart Ihrer Majestät der Königin, des Prinzen von Wales, des Herzogs von Port, der König­lichen Prinzessin, des Herzogs und der Herzogin von Kent.

gez. Frederic Williams.

Stanley Hewett.

Dawson of Penn.

König Georg V. hatte einen friedlichen Heim- 6 $ vis zum Ende ohne besondere Schmerzen ne=

3rls die Ärzte erkannten, daß das Ende nur noch eine ^rage von Minuten war, riefen sie die Königin mit ihren Kindern in das Sterbezimmer. In ihrer Gegenwart hal der König seinen Atem ausgehaucht. Die Königin, die sich bis dahin eisern aufrecht gehalten hatte, umarmte unter Tränen raItelten Sohn, den neuen König. Eduard Windsor noch vor kurzem Prinz von Wales, und letzt König Eduard VIII. von England, wonoie sich dann zu seinen Geschwistern, und die königliche Familie verließ das Totenzimmer und begab sich in den da­neben Liegenden Raum.

König Georg ist fast zu der gleichen Stunde gestorben, in der fern Vater, König Eduard VII., jm Jahre 1910 ver­starb.

Entsprechend dem Vorgänge beim Tode Eduard VIT wurde die Mitteilung über den erfolgten Tod des Königs an alle diejenigen Mitglieder der königlichen Familie tele- 8faphiert,die sich nicht in Sandringham befanden, sowie an dfe Minister der Krone und die auswärtigen Staatsober- j!5"ptcr. Der neue König gab sodann dem Königlichen Postmeister den Auftrag, sein persönliches Telegramm au den Minister des Innern abzusenden, indem er diesem den Tod seines Vaters mitteilte Der Minister des Innern gab diese Nachricht an den Lordmayor von London weiter und wies ihn an, die große Glocke der St.-Pauls- Kathedrale zu läuten.

Hierauf wurden die Vorbereitungen für den Kronrat getroffen, der verfassungsmäßig zu folgen hat. Nach dem Tode König Eduard VH. fand der Kronrat am Tage nach E TodeZ>es Königs statt. König Georg gab damals seine Jte Erklärung an diesem Tage ab, die veröffentlicht wurde. Die Königlichen Räte werden daun wieder vereidigt als Mitglieder des neuen Rates, und sodann wird die Anweisung gegeben, den neuen König zu proklamieren. Es folgt hierauf die Proklamation an die Öffentlichkeit. Die erste Mitteilung ^ird von den Mitgliedern der königlichen Familie, dem Erzbischof von Canterbury, dem Diensthabenden Königlichen Rat, dem Lordmayor und den anderen hohen Beamten der Stadt London unterzeichnet sein. Sie gibt bekannt daß der König gestorben ist und wer sein Nachfolger geworden ist.

Die Ankündigung des neuen Königs wird erklären daß die Nachfolge gefallen istauf den hohen und mächtigen Prinzen Eduard, Alders. Christian, George, Andrew Patrick, David", der demgemäß proklamiert wirdals unser eigener gesetzmäßiger und rechtmäßiger Oberlord Eduard Vm., durch Gottes Gnade König von Großbritan­nien, Irland und den britischen Dominien über See Ver­teidiger des Glaubens, Kaiser von Indien". Die Erklärung des neuen Königs wird sodann in der amtlichen Zeitung Loudon Gazette" veröffentlicht werden.

Hierauf werden beide Häuser des Parlaments zu­sammentreten, um den Treueid abzulegen. Seit dem Reform-

Eduard VIII.

Der englische Thronfolger, Kronprinz Eduard Albert, Prinz von Wales.

(Scherls Bilderdienst, 3Ji.)

Euere Majestät bitte ich, den Ausdruck meines tiefempfundenen Beileids zu dem schmerzlichen Verlust entgegenzunehmen, den Euere Majestät erlitten haben.

(gez.) Adolf Hitler, deutscher Reichskanzler."

Beileidstelegramm des Reichsautzenministers

Berlin, 21. Jan. Ebenso hat der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, dem königlich- britischen Außenminister Eden seine Anteilnachme und das Beileid der Reichsregierung telegraphisch zum Ausdruck ge­bracht.

Trauerbeflaggung in Berlin.

Berlin, 21. Jan. Zum Zeichen der Trauer setzen die Präsidialkanzlei, die Reichskanzlei, das Auswärtige Amr und der Reichstag ihre Dienstflaggen auf Halbmast.

Der König ist tot, es lebe der König!"

Eduard VIII.

wird heute öffentlich zum König ausgerufen.

London, 21. San. Nach dem Tode König Georgs wurden sofort Maßnahmen ergriffen, um den Kronrat, voraus­sichtlich int St.-2ames-Palast in London, einzuberufen. Seine Mitglieder werden auf den neuen König Eduard VIII. vereidigt werden.

Eduard VIII., ider bisherige Prinz von Wales, wird am heutigen Dienstag nach alter Überlieferung von den Stufen der Königlichen Börse in London öffentlich zum König ausgerufen. Die königlichen Herolde werden dabei den historischen Satz aussprechen:D e r König i st tot, es lebe der König!