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Sonntag, 12. Januar 1936.

Wiesbadener Tagblatt

Nr.LL^ Seite 5.

Seiten auf einsamer Höhe. Aber das Licht, das von dieser Höhe ausstrahlte, erleuchtet den Weg der deutschen Kriegs- flieger zu ihr und gab ihnen die Kraft des Willens und des Geistes, auf ihm erfolgreich weiterzuschreiten. Auch der Ftiogernachwuchs von heute will und wird diesen Weg zur Höhe gehen. Die Gewißheit, daß es ihm gelingen wird, schöpfen wir aus dem einzigartigen Aufstieg deutschen Fliegertums, der einst in großer Zeit mit dem 12. Januar 1916 einsetzte.

Neue Entwicklungen im Fernen Osten.

Die Tatsache kann nicht mehr geleugnet werden, daß 3 a p an seinem Ziel, der ausschließlichen Vormacht­stellung im Fernen Osten, ständig näherrückt. Es hält sich dabei an die sogenannte Monroe-Erklärung, die das Tokioter Auswärtige Amt am 17. April 1934 abgab und in der Japan sich als di« stärkste Macht des Fernen Ostens und als hauptverantwortlich für Ruhe und Frieden in diesem Raum bezeichnete und aus diesen Feststellungen die Folgerung zog, daß im Raum der gelben Rasse der Ernsluß fremder, nichtasiatischer Mächte ausgeschaltet werden müsse. Die Tokioter Erklärung ? erregte seinerzeit in Europa und in den Vereinigten Staaten ungÄeures Aufsehen. In den daraus folgenden erregten politischen Erörterungen erinnerte man -sich des politischen Testaments des japanischen Staatsmannes Tanaka. Obwohl, abgesehen von der sogenannten Tokioter Monroe-Erklärung, auch der Austritt Japans aus dem Völkerbund ein die im : Pazifischen Raum interessierten Kolonialmächte warnendes v Ereignis war, wurde vor allem die europäische Aufmerksam- . teilt zumeist durch kritische europäische Verwicklung und Äus- sinawdersetzungen vom Fernen Osten abgelenkt. Unterdessen bewahrheiteten sich die ersten Vermutungen über Japans 1 politische Absichten nach seinem Kampfe um ManÄschukuo.' Es setzte eine Neuordnung der Beziehungen zwischen Japan und China ein, die, durch viele Schwierigkeiten behindert, noch heute im Stadium der Ent- , Wicklung ist. Augenblicklich stellt eines der Hauptthemen der sf Fernostpolitik die Einberufung einer Zweistaaten-Konserenz 'JapanChina dar. Die Vorbesprechungen darüber sind so­weit fortgeschritten, daß der japanische Außenminister Hirota bereits den Botschafter in Nanking Aryoshi beauftragt hat, bei der Nanking-Regierung festzustellen, inwieweit ste geneigt -ist, bestimmten japanischen Forderungen entgegenzulommen. Es heißt in diesem Zusammenhang, daß die eigentlichen Ver­handlungen für Japan der inzwischen -in Tokio eingetroffene 7 japanische Botschafter in Brüssel Arita führen werde, -doch erscheint diese Vermutung insofern verfrüht, als noch -keiner­lei Klarheit besteht, ob die Zweistaaten-Konserenz überhaupt zusammentreten kann. Vielleicht -ha-t Arita lediglich die Auf- r gäbe, das Auswärtige Amt in Tokio über d i e neueste E n twi cklun g auf der Fl ottenkons e ren z und-im Zusammenhang -mit den Auswirkungen des Ostafvika-Streites ' zu unterrichten. Das zweite H-auptthema der Fernosipolitik . ist unzweifelhaft die Aktivierung der j-ap-ani scheu ' Politik in der Südsee. Vor wenigen Tagen auf» tauchende Nachrichten über eine weitgehende japanisch- fiam-chrsche Annäherung -scheinen sich zu bestätigen, denn inzwischen ist der siamesische Innenminister in Japan einige» t troffen, dem man eine bef-onders -wichtige Mission, nämlich ^ Vorverhandlungen für den Abschluß eines militärischen Frenn-dsch-afts-abkommens zwischen Tokio und Bangkok, zu- - spricht. Auch heißt es, daß Ende des Monats eine ja-panische _ Handelsmiss-ion -in Bangkok über ein neues japanisch - ftamest-sches Wirtschaftsabkommen verhandeln werde. Äm ' Zuge der Annäherung an Siam strebt Japan dem f'-Ziele zu, den Bau eines Kanals durch den Isthmus von Kra durchsetzen zu können. Mit einem solchen K-awal-bau verfolgt Japan zwei mi-litärstrategische Probleme: erstens die Sicherung 'des Südchinefischen Meeres Hund zweitens die Möglichkeit, ohne Sin-gapore zu passieren in den Indischen Ozean zu gelangen.

Die Nachricht über den Kanalban hat vor allem in , London ungeheures Aufsehen erregt, denn -würde die Durch- ' stechung des Isthmus von Kra erfolgen, so wäre ohne Zweifel mit einer gewaltigen Verringerung der Bedeutung Singa- pores zu rechnen. Die japanischen Annäherungsversuche an 1 Siam sind -übrigens nicht neu, sondern datieren, was ihre besondere Aktivität betrifft, von -der Jahreswende 1934/35. Sie -scheinen aber jetzt, sofern die Nachrichten _ über Vor­verhandlungen mit dem Ziele eines Freundschaftsvertrages : zwischen Tokio und Bangkok zutreffen, im entscheidenden Stadium zu stehen. Auf-sehenerregend wirkt auch die Nach­richt über japanische Pläne -in Südchina, indem Japan die Bereitstellung von Gelände im Hafen Amoy in der Provinz Fukien zum Ausbau eines Stützpunktes ge­fordert haben -soll. Ein japanischer Ausbau des Haf-ens Am-oy würde die -südliche Sicherung -des Ostchinesischen ' Meeres bedeuten. Zunächst spricht -man, was den Isthmus von Kra und Amoy betrifft, nur von Plänen. Die bereits in e-uvopäische-n Kolonialländern entfachte -lebhafte Er­örterung dieser Möglichkeiten -läßt erkennen, daß es -für Japan trotz der starken Ablenkung Europas von der Fernost- politik -mit der Durchführung der Pläne eine harte Nutz zu knacken geben -wird. Es -darf nicht vergessen werden, daß auch Holl an Ä mit wachsender Sorge die neuen Entwicklungen im Fernen Osten verfolgt, und daß gerade diese Ent- wicklun-gen in den gegenwärtigen Beratungen über den holländischen Berteidigungshaushalt eine besondere Rolle spielen. ___________________

Ein neues Geschwader wöchentlich.

Beschleunigung der englischen Lustrüstung.

London, 11. Jan. WieDaily Telegraph" in großer Aufmachung meldet, ist eine erneute große Beschleunigung der englischen Lustrüstung vorgesehen. Die englische Luft­flotte werde in Zukunft durchschnittlich um ein Ge­schwader (zwölf Flugzeuge) in de r Woche vermehrt werden. Seit der Ankündigung des zweijährigen Auf­rüstungsprogramms im vergangenen Mai feien die eng lifchen Luftstreitkräfte bereits um 285 Frontflug,zeuge ver­stärkt worden. Die gegenwärtige Stärke der Luftflotte fei 1300 Maschinen. Eine große Anzahl neuer Flugzeuge sei außerdem sofort -lieferbereit. Ferner würden mehrere völlig neue Kriegsflugzeugtypen hergestellt, deren Wert und Leistung alle Erwartungen übertroffen hätten. . . .

Auch in der P e rs o na I a us b i l d u n g seien große Fortschritte gemacht worden. Fünf neue Kampffliegerschulen seien bereits in Betrieb und von den 13 vorgesehenen neuen Sportfliegerschulen für die Anfangsausbildung von Militärfliegern feien neun eröffnet worden. .

Aus Manchester meldet derDaily Telegraph". dan die ! berühmte Aoro-Flugzeugfabrik, die zurzeit Tag und^Nacht > arbeitet ihren Betrieb demnächst vergrößern werde. 3n den j letzten Monaten seien schon Hunderte von neuen Arbeitern I eingestellt worden.

Wiesbadener Nachrichten.

Einer weiß es besser.

Unweit desScharfen Ecks" sammelten sich die Vor­übergehenden um die Zeit, da die Geschäfte schließen, um ein Auto und etnen Radfahrer. Sie bleiben auf dem Bürgersteig stehen. Andere wieder gehen weiter, denn es ist an sich eine ganz geringfügige Sache gewesen. Das Nummernschild des Autos ist ganz am Rand kaum nennens­wert verbeult. Auch an dem Rad, welches ein recht bleicher Mann an die Seite gestellt hat, wird kaum etwas zu sehen sein.

Der Schupo nimmt aber nichtsdestoweniger all das in sein Buch auf, wie er es pflichtgemäß zu tun hat. Radfahrer, und der Mann am Steuer stehen sich gegenüber. Zwischen ihnen der Schupo, ein junger und umsichtiger Beamter. Alle drei sind bemüht die Dinge wieder zu regeln; nur der Rad­fahrer, der von der Arbeit kam und dem der Schreck in die Glieder gefahren ist, ist etwas erregt. Um ein Haar, und es wäre ganz anders ausgegangen. Die Straße ist naß vom letzten Guß. Ein Unglück wurde vermieden. Nun schaut sich der Schupo das Rad an, da ruft ein Mann, in feinen Regen­mantel gehüllt, die Hände tief in den Taschen vom anderen Bürgersteig herüber:Ich hält em an deiner Stell aa runnergehaache ... So en Krimmelsucher . . . Nit s o viel an seim Rad . . . Hätt achtgewe solle. . ."

Der Mann im Regenmantel und der Automobilist scheinen sich nun unglücklicherweise auch noch zu kennen. Er geht mit ihm, ungefragt und als gehöre das ganz zur Ord­nung, zu dem Radfahrer und dem Schupo hin. Der Beamte sagt kühl und ganz folgerichtig:Wenn ich Sie brauche, dann rufe ich Sie. . aber er, einer von denen, die es immer besser wissen, bleibt stehen. Der Radfahrer steht selbst ein, daß alles halb so schlimm war. Der Schreck hat ihn übermannt. Er reicht dem Automobilisten seine Hand. Da zieht ihn der andere zurück. Sein meckerndes Lachen ist lauter als der Straßenlärm.Ist ja lächerlich so was . . sagt er wegwerfend.

Dann gehen sie alle weiter. Das abendliche Zwischen­spiel hat sein Ende gefunden. Es ist kaum der Rede wert, gewiß, aber dennoch: daß es immer einen geben muß, der es besser weiß als alle anderen, der sich wichtig machen und aufspielen muß, anstatt still seiner Wege zu gehen?

Snventumrfauf 1936

Vom 27. Januar Bis 8. Februar.

Wie die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel mitteilt, findet der diesjährige Jnventurverkauf vom 27. Januar bis 8. Februar statt. Er trägt zum letzten Male den Namen Jnventurverkauf, denn nach der Anordnung des Reichswirtschaftsministers erhält er vom nächsten Jahre an die BezeichnungWinterfchlußverkau f", im Gegensatz zuSommerschlußverkauf" Ende Juli.

Die am Jnventurverkauf beteiligten Warengruppen umfassen im wesentlichen Textilien, Bekleidungsgegenstände und Schuhwaren, Glas, Porzellan und Steingut und einzelne Lederwaren. Im übrigen gelten auch für diese Warengruppen gewisse Beschränkungen entsprechend den Anordnungen des Reichswirtschaftsministers.

Zwecklose Anträge!

Deutsche Hausangestellte in jüdischen Haushalten.

Bei dem Reichs- und preußischen Ministerium des Innern gehen ebenso wie bei vielen anderen Behörden zahl­reiche Anträge ein, die Befreiungen von § 3 des Blutfchutz- gefetzes und § 12 der ersten Ausführungsverordnung er­streben, wonach Juden keine weiblichen Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes unter 45 Jahren neu einstellen und unter 35 Jahren weiterbeschäftigen dürfen.

Viele dieser Anträge beruhen auf irriger Auslegung der Vorschriften. Ein Haushalt ist nur dann jüdisch im Sinne der Vorschriften, wenn ein jüdischer Mann Haushaltungs­vorstand ist oder der Hausgemeinschaft angehört. Als Mann in diesem Sinne ist nur anzusehen, wer über 16 Jahre alt ist; ein Haushalt, in dem nur Frauen oder Kinder jüdisch sind, fällt also nicht unter das Gesetz. Weibliche Staatsan­gehörige deutschen oder artverwandten Blutes, die am 16. September 1935 in einem jüdischen Haushalt beschäftigt waren, können in diesem Haushalt bleiben, wenn sie bis zum Jahresschluß 1935 das 35. Lebensjahr vollendet hatten, sie dürfen aber nicht in einem anderen jüdischen Haushalt angestellt werden.

Anträge auf Befreiung von diesen Vorschriften haben grundsätzlich keine Aussicht auf Erfolg und sind daher zweck­los, sofern nicht ganz außergewöhnliche Umstände vorliegen. Etwaige Anträge sind zu richten an die untere Verwaltungs­behörde in deren Bezirk der jüdische Haushalt sich befindet. Unter Verwaltungsbehörden sind der Polizeipräsident oder Polizeidirektor und in solchen Stadtkreisen, wo diese Be­hörden nicht bestehen, der Oberbürgermeister.

Das Winterhilfswerk dankt!

Die Eauführung des WHW. teilt mit: An der groß angelegten Weihnachtspaketaktion im Gau Hessen-Nassau haben sich alle Kreise der Bevölkerung in weihnachtlicher Volksverbundenheit und hervorragendem Opfersinn beteiligt. Unter den Weihnachtsspendern ver­dienen einige Gruppen ganz besonders hervorgehoben zu werden:

Die Schneiderinnen haben über ihre Innungen Frauen-, und Kinderkleider und Mäntel in solch liebevoller Ausführung zur Verfügung gestellt, daß die Pakete in vielen Familien unendliche Freude ausgelöst haben.

Ähnlich haben sich die Schuhhändler durch besonde­ren Ovfersinn ausgezeichnet. Sie haben durch ihre Fach­gruppe über 2000 Paar Schuhe für bedürftige Volksgenossen als Weihnachtsgeschenk gestiftet. Wer Gelegenheit hatte, diese Schuhpakete zu sehen, wird bestätigen, daß hier nach dem Grundsatz gehandelt wurde: Für den bedürftigen Bruder meines Volkes ist zu Weihnachten das Veste gerade gut genug.

Auch die Herrenschneider unseres Gaues standen in keiner Weise zurück. Sie ließen, zur großen Freude der Beschenkten, über ihre Organisation einen großen Posten von Herrenhosen zur Verreilung gelangen.

Über 10 000 Pakete für Neugeborene und Klein­kinder wurden im Eangebiet von den VdM. - Mädels in ihren Heimabenden zusammengestellt. Die Art der Ge­schenke, die mit rührender Liebe getroffene Zusammen­stellung und Verpackung legten Zeugnis ab für die Be- geisterungsfähigkeit und Gebefreudigkeit unserer BdM.- Mädels. Können unsere Jungmädels auch keine Reichtümer verschenken, so geben sie doch etwas, was mehr wert ist als Gold und Silber, nämlich kindliche Liebe, die sie, dein Ruf des Führers folgend, auf die Volksgemeinschaft übertragen.

Die Welt brennt--

Deutschland baut auf!

41 Massenkundgebungen der NSDAP, am 16. Januar.

Die NSDAP., Kreis Wiesbaden, wird am Donners­tag, 16. Jan., in 40 großen Kundgebungen in Eroß-Wies- baden allen Volksgenossen einen Querschnitt geben durch die Aufbauarbeit im nationalsozialistischen Staat und die weite­ren Ausgaben, die im neuen Jahr fortgeführt werden. Unter dem Motto:Die Welt brennt Deutschland baut auf!" werden die Redner der Partei eine Gegen­überstellung der Verhältnisse bei uns und jenseits der Grenzen Deutschlands vermitteln. Während in allen Teilen der Welt Unruhen, kriegerische Auseinander­setzungen und bolschewistischer Aufruhr herrscht, arbeitet das deutsche Volk zäh und unbeirrt an seinem Wiederaufbau, opfert es im Winterhilfswerk für seine not­leidenden Volksgenossen, die noch nicht in den großen Ar­beitsprozeß eingeliedert werden konnten. Kein Volks­genosse wird an den Massenkundgebungen des 16. Januars fehlen.

Als Auftakt zu den Kundgebungen wird am Sonntag, 12. Januar, gegen 12 Uhr, ein

Propagandamarsch aller Gliederungen der Partei durchgeführt, der vom Deru- schen Gelände aus durch die Marktstraße, Michelsberg, Schwalbacher Straße, Bleichstraße, Bismarckring, Rhein- straße, Karlstraße, Albrechtstraße, Nikolasstraße, Bahnhof­straße zum Ausgangspunkt führen wird.

Wiesbadener Fremdenzahl. Die Zahl der vom 1. bis 9. Januar 1936 gemeldeten Fremden beträgt 2607 Kurgäste und Passanten.

Neue Bestimmungen übet die Einrichtung von Rund- funkanlagen auf Probe.' Der Reichspostminister hat die Bestimmungen über die Sondergenehmigung für Einrichtung von Rundfunk-Empfangsanlagen auf achttägige Probe in folgender Weife geändert: Während bisher Unternehmer, die sich gewerbsmäßig mit der Herstellung oder dem Betrieb von Empfangsapparaten befassen, verpflichtet waren, schon die Absicht der Einrichtung einer Rundfunkanlage auf Probe der Zustellpostanstalt mitzuteilen, ist künftig der Beginn der Einrichtung anzeigepflichtig. Zwangsläufig ergibt sich daraus, daß bei der Anzeige, ob die Anlage endgültig über­nommen wird, in Zukunft bei der achttägigen Frist der Tag mitzurechnen ist, an dem mit der Einrichtung begonnen worden ist, während früher der Tag der Fertigstellung der Anlage in die achttägige Frist miteinzubeziehen war. Zu beachten ist auch, daß von jetzt ab für die erstmalige Er­hebung der Rundfunkgebühr der Tag des Beginns der Ein­richtung, nicht mehr der Tag der Fertigstellung der Anlage, maßgebend ist.

Eine neue Straßenoerbreiterung. Ecke Park- und Paulinenstraße wird zur Zeit eine Verbreiterung der Straßenecke vorgenommen. Und zwar wird ein Stück des Gartens vor dem ehemaligen HotelHohenzollem", der Straße zugeteilt. Zur Zeit ist man damit beschäftigt, die Mauer, die den Garten umgibt, zu entfernen, und das Eartendreieck der Straße einzuverleiben. Dadurch wird eine bedeutend bessere Verkehrsübersicht geschaffen.

Mütterschulung in Großbetrieben. An den Lehr­gängen des Reichsmütterdienstes beteiligten sich auch in großer Zahl erwerbstätige Frauen. Um ihnen die Teil­nahme auch in solchen Fällen zu erleichtern, in denen be­sondere Zeitverhältnisse, Entfernungen usw. zu bedenken sind, ist die Möglichkeit geschaffen worden, sogenannte Be­triebskurse durchzuführen, die in einzelnen Großbe­trieben bereits jetzt mit großem Erfolg laufen. Gelegentlich werden von Betriebsführern auch geldliche Zuschüsse neben der Bereitstellung geeigneter Räume und Einrichtungen für die Lehrgänge gegeben. Auf diese Weise ist auch beispiels­weise den in der Schicht stehenden werktätigen Frauen die Möglichkeit gegeben, sich an den Lehrgängen der Mütter­schulung zu beteiligen.

Lutherkirche. Die Lutherkirchengemeinde feiert am Sonntag, 12. d. M., den 25. Jahrestag ihrer Kircheinweihung, morgens im Hauptgottesdienst und nachmittags um 5 Uhr auf den Eerneindetag im Luthersaal. Der Kirchenchor der Lutherkirche wird beide Male mitwirken.

Der Tod aus der Straße. Ecke Wilhelmstraße und Bismarckplatz fiel am Donnerstagabend ein 65 Jahre alter Maurermeister aus Bierstadt plötzlich bewußtlos zu Boden. Passanten nahmen sich feiner an und das Sanitätsauto brachte ihn ins St.-2osefs-Hospital, wo jedoch nur noch sein Tod festgestellt werden.

Treffen ehemaliger 5. Kürassiere. Ein Wiedersehens­treffen der ehemaligen 5. Kürassiere ist für den 11. bis 13. Juli 1936 in Riesenburg (Westpr.) geplant. Alle alten Kameraden werden gebeten, schon jetzt ihre Anschrift an Bürgermeister Schwanke, Riefenburg (Westpr.), Rathaus, mitzuteilen.

Nassauischer Kunstverein. Die Ausstellung Wies­badener Künstler bleibt bis einschließlich 15. Januar geöffnet. Es stehen für den jeweils 50. und 100. Besucher noch eine Reihe schöner Geschenkblätter zur Verfügung. Eine stattliche Anzahl konnte bereits Besuchern überreicht werden.

Nassauischer Verein für Naturkunde. Am Montag, 13. Januar, 2054 Uhr, spricht Landgerichtsdirektor Dr. W. Müller im Vortragssaal des Nassauischen Landes­museums über das Thema:Vom Fernpaß zu den Oetztaler Alpen.

Verein der Künstler und Kunstfreunde. Das Leipziger Gewandhaus-Quartett, bestehend aus den Herren: Professor Edgar Wollgandt, Kammervirtuosen Karl Wolschke, Prof. K. Herrmann und Konzertmeister 21. Eichhorn, wird in dem am Dienstag, 14. Jan., 19.30 Uhr, im Kasino stattfindenden Konzert drei der berühmtesten und schönsten Werken deut­scher Kammermusik zu Gehör bringen und zwar Beethovens Harfenquartett, Mozarrs B-Dur- und Schuberts E-Dur- Quartett.

- Kurhaus. Zu Gunsten des WHW. findet am Dienstag, 20.30 Uhr, im großen Saal ein großes Militärkon­zert unter Mitwirkung sämtlicher Musikzüge des 9. Arrnee- l korps statt. Ein tänzerisches Ereignis bildet der für Mittwochabend angesetzte Tanz-Abend Mary W i g m a n s , mit ihrer Tanzgruppe, dem das Programm zugrunde liegt, ; mit dem die Künstlerin in diesem Jahre auf den Deutschen i Tanzfestspielen in Berlin großen Erfolg zu verzeichne«