Nr. 84«
Adend-AuSgabe, 1. Blatt.
Freitag, S4. Juli 1S14._ g3Te#BtfggttCy CagVIttM.
schlossen, Latz Serbien nicht in der gewünschten Zeit Len berechtigten Forderungen der Donaumonarchie eine Antwort erteilen wird. Man _ weist daraus hin, datz die Regierung in Petersburg eine strikte Neutralität in der Frage bewahrt hat. Andererseits wieder wirkt es beruhigend, datz Deutschland aus seiner Reserve bisher noch nicht herausgetreten 'ist und daß man die Angelegenheit als einen rein österreichischserbischen Zwischenfall und nicht als einen solchen zwischen dem Dreibunde und der Tripel- Entente zu betrachten hat.
Die „Narodna Obrana" hetzt weiter.
Wie dem „Prager Tagebl." aus Belgrad gemeldet wird, setzt die Zeitung des Großserbischen Gcheim- bundes, die „Narodna Obrana", ihre Agitation im Lande mit allem Nachdruck fort und erläßt. Aufrufe an die serbische Bevölkerung, in denen Beiträge für die Obrana gefordert werden. In den Aufrufen wird betont, datz die Spenden für das Werk der weiteren Befreiung dienen. Es sei Pflicht, der Jugend einen neuen Geist einzuflötzen, der zur Erreichung des schließ- lichen Zieles der Serben führen soll.
Die Tschechen als Freunde Serbiens.
Tetschen, 23. Juli. Fast die gesamte tschechische Presse entwickelt einen ferbenfreundlichen Standpunkt, so daß heute zahlreiche Konfiskationen verfügt wurden.
Serbische Truppenbewegungen.
* Serasewo, 24. Juli. Aus Zwornik wird gemeldet: Auf den Höhen der Jagodina Planina am serbischen Ufer sind Bewegungen serbischer Truppen bemerkbar. Auf den Straßen des rechten Drinausers sieht man Züge cinrückender R e s e r v i st e n. Es sind offenbar in Serbien umfangreiche Vorbereitungen im Gange.
Der Honvcdminister unterbricht seinen Urlaub.
Wien, 23. Juli. Der in Karlsbad zur Kur weilende ungarische Honvedminister H a s s a i hat seine Kur plötzlich abgebrochen und ist nach Ofewpest zurückg ekehrt. _ __
Po!ncör#s Abschied.
Die Abschiedstoaste.
wb. Petersburg, 23. Juli. Rach dem Frühstück begaben sich der Kaffer und Präsident Poincarö nach dem Peterhof und fuhren von dort um 6 Uhr 30 Min. abends an Bord der Jacht „Alexandria" Nach Kronstadt. Um 7 Uhr 30 Min. fand an Bord" des französischen Panzerschiffes „La France" ein Diner statt. Dabei brachte Präsident P o i n c a r K folgenden Trinkfpruch aus:
Sire! Ich will mich nicht von diesen Gestaden entfernen, ahne Eurer Majestät nochmals zu sagen, wie sehr ich gerührt bin von der reizenden Herrlichkeit, die Majestät mir während meines Aufenthaltes bezeugten, und von dem warmen Empfang, den ich seitens des russischen Volkes hatte. Mein Land wird in den Beweisen der Aufmerksamkeit, mit denen ich überschüttet wurde, ein neues Unterpfand sehen für die Gefühle, die Eure Majestät immer Frankreich gegenüber gegeigt haben und die nachträgliche Bestätigung des unlös- lichen Bündnisses, das Rußland und Frankreich eint. Gegenüber allen Fragen, die täglich an die beiden Regierungen herantreten, die die verabredete Tätigkeit ihrer Diplomatien erfordern, kam es immer zu einer Übereinstimmung und es wird immer wieder dazu kommen, mit um so größerer Leichtigkeit, als die beiden Länder manchesmal Vorteile, die füdem von ihnen durch diese regelmäßige Zusammenarbeit verschafft worden sind, erfahren haben, und als sie b e i d e dasselbe Jdealdes Friedens in der Kraft, der Ehre und der Würde haben. Ich trinke auf das Wohl der Majestäten, der Kaiserin Maria Feodorowna, des Grotzsürsten-Thronfolgers und der ganzen käiserilicken Familie, ich trinke auf den Ruhm ves russischen Kaiserreiches.
Der Kaiser antwortete: Herr Präsident! Indem ich Ihnen für die liebenswürdigen Worte danke, lege tdj Wert darauf, Ihnen noch einmal zu sagen, wie viel Vergnügen wir davon hatten, Sie unter uns zu sehen. Wenn Sie nach Frankreich zurückgekehrt sind, wollen Sie bitte Ihrem schönen Lande den Ausdruck treuer Freundschaft und herzlicher Sympathie ganz Rußlands überbringen. Das verabredete Vorgehen unserer beiden Diplomatien und die Bruderschaft, die zwischen unseren beiden Armeen zu Lande und zu Wasser besteht, werden die Aufgaben unserer beiden Regie- runoen erleichtern, die dazu berufen sind, über die Interessen der beiden verbündeten Völker zu wachen, indem sie sich ffir das Friedensideal begeistern, das unsere beiden Volker in dem Bewußtsein ihrer Stärke sich geffeht haben. An Bord dieses schönen Schiffes, das den ruhmreichen Namen „La France" trägt, lege ich Wert darauf, ganz besonders die tapfere französische Marine in die Wünsche einguMießen, die ich ausspreche, indem ich das Glas erhebe auf Ihre Gesundheit, Herr Präsident, und auf den Ruhm und das Wohlergehen Frankreichs. ^
Tic Abreise Poincarös. Petersburg, 23. Juli. Rach dem Diner an Bord des Linienschiffes „France", dem der Kaiser, die Kaiserin, die Großfürsten und die Großfürstinnen beiwohnten, ging das französische Geschwad-r um Ml Uhr nach Schweden in See.
Der Dank PoincarAs an die russischen Hetzblätter.
Petersburg, 22. Juli. Als Antwort auf die warmen Willkommengrüße der „Nowoje Wremja" und der „W e t s ch e r n e j a Wremja" an die französischen Gösse erhielten die Schriftleitungen der beiden Zettungen folgende Drahtungen von dem französischen Botschafter in St. Petersburg: .Der Präsident der Republik ist gerührt von Ihren Glückwünschen und hat mich beauftragt, der „Wetscherrneja Wremw" seine lebhafte Dankbarkeit auszudrücken." „Der President der Republik bat mir die angenehme Pflicht uus- -rlegt. Ihnen kür die Gefühle Dank zu sagen, die Sie durch Ihre „Nowoje Wremja" zum Ausdruck gebracht haben.
Der Gegenbesuch des Zaren verschoben.
Wien, 23. Juli. Nach einer Pariser Meldung der Politischen Korrespondenz ist der Besuch des Zaren bei den französischen Heeresmanövern von diesem auf nächsten Herbst verschoben worden.
Ein auffallender Artikel des krregsministeriellen Blattes.
Petersburg, 28. Juli. In den diplomatischen Kreisen erregt der Leitartikel eines amtlichen Blattes großes Auf-
ieben und wird als ein eigentümlicher Gegensatz zu den Frie
denstrinksprüchen und als mit ihnen unvereinbar angesehen. Es ist der Leitartikel des amtlichen Blattes des Kriegsministeriums „Rußki Invalid". Da heißt es: Das militärische Rußland sieht imGeisteFrankreichs Fahnen mit Sieges- kränzen geschmückt und beteuert, datz in der Stunde des furchtbaren Kampfes beide Mächte von Osten und Westen den feindlichen Willen brechen, im Kampfe neue Lorbeeren für Rußland und Frankreich erringen und dem Heldengeist Ehre machen werden, der die künftigen Kampfgenossen beseelt. Die russische und die französische Armee haben nur eine gemeinsame heilige Hoffnung; wenn ihr nach Hause zurückkehrt, sagt euren Kameraden, daß diese Hoffnung auch in den Geschwadern und Regimentern Rußlands lebt!
Oie Streikbewegung in Rußland.
Schwere Unruhen längs der Bahnlinie Petersburg-Moskau.
* Paris, 24. Juli. Die letzten aus Petersburg hier eingelaufenen Meldungen berichten von schweren Unruhen, die längs der Bahnlinie Petersburg-Moskau an verschiedenen Punkten auSgebrochen sind. Die Zensur verhindert zwar das Durchdringen näherer Nachrichten. Es steht jedoch fest, daß eine große Anzahl von Truppen aus dem Feldlager von Kras- noje Selo alarmiert, und, ausgerüstet mit scharfer Munition und Schnellfeuergeschützen, nach den bedrohten Punkten abgesandt worden sind.
Barrikaden in Petersburg!
wb. Petersburg, 23. Juli. Die Streiklage ist unverändert. Es streiken über 100 000 Arbeiter. Heute vormittag wurde an eimgen Stellen versucht, Barrikaden zu errichten. Aus der Petersburger Seite fand ein Zusammenstoß zwischen Demonstranten und der Polizei statt. Mehrere Aribeiter wurden verhaftet. Auf der N i k o la ib ah n stellten gestern abend 400 Arbeiter die Arbeit ein, nahmen sie aber heute wieder aus, nachdem die Rädelsführer des Streiks verhaftet worden sind. 500 Streikende versuchten, sich dem Gelleise der Rrkolaübahn zu nähern, wurden jedoch von Kosaken zerstreut. Ter Straßenbahn verkehr wurde zum Teil wieder ausgenommen, dach werden die Strecken verkürzt. Die Zahl der verkehrenden Wagen ist um- bedeutend. Bei der Vertreibung der Streikenden von Barrikaden wurden gestern 17 verwundet. Bei dem heutigen Zusammenstoß in dem Petersburger Stadtteil wurde eine Frau getötet und ein Schutzmann verwundet. Der Streik.der Drucker nimmt immer weitere Ausdehnung an. Mehrere Zeitungen konnten gestern nicht erscheinen.
Streik auf der Werft in Nikolajcw.
wb. Nikolajcw. 23. Juli. Aus der Schiffswerft der Niko- lajewer Aktiengesellschaft begannen 8000 Arbeiter den Streik. Die Arbeiter stimmten revolutionäre Lieder an und entfalteten eine rote Fahne. Es fand ein Zusammenstoß zwischen Militär und den Streikenden statt, wobei mehrere Verwundungen vorkamen.
Die Streiklagt in der Provinz.
* Petersburg» 23. Juli. Der Avbeiterstreik hat bekanntlich auch auf eine Reihe von Städten übevgsgri'ffsn. Arbeitsniederlegung im kleineren oder größeren Maßstäbe wird aus Reval, Jekaterinoslaw, Saratow und Charkow gemöbdet. In Riga nimmt der Streik täglich an Umfang zu. Tie Ausstände sind durchweg politischen Charakters. In allen großen Städten Südrußlands gährt es unter den Arbeitern. In einzelnen Städten hat die Polizei den Zeitungen die Veröffentlichung van Streiknachrichten verboten.
Die Gründe der Arbeiterschaft.
* Petersburg, 23. Juli. Mer die Gründe des Streiks erklärte dem Korrespondenten ides „Petit Parisien" ein Arbeiterführer, der Werkmeister Wassiliew, ein Angestellter der Putilowwerke, folgendes: Wir verlangen nichts für ums, weder Gehalts- bezw. Lohnerhöhung, noch Herabsetzung der Arbeitszeit. Wir verlangen nur Gerechtigkeit für die Petroleju-mavoeiter in Baku, die, ails sie ihre Forderungen geltend machten, arg mißhandelt wunden. Wir protestieren dagegen und erklären ums durch «seren Streik mit ihnen solidarisch.
Oie Ereignisse in Albanien.
Eine neue entschiedene Absage der Rebellen an den Fürsten.
* Durazzo, 24. Juli. In einem Rundschreiben, das die Führer der Rebellen an die Gesandten gerichtet haben, wird gesagt. Fürst Wilhelm könne unmöglich noch weiter i m Lande verbleiben. Falls Europa ihn nicht ersetze, würden sich die Rebellen veranlaßt sehen, aus Durazzo ein Grab zu machen.
Ein italienisches Geschwader nach Durazzo unterwegs.
* Rom, 24. Juli. Wie die „Tribuna" mittetlt, ist das erste italienische Geschwader, bestehend aus den Dreadnoughts „Dante", „Cesare" und „Leonardo da Vinci" sowie mit einem Geschwader Torpedobooten mit 'dem Ziel Durazzo in See gegangen.
Demission des Gouverneurs von Balona.
wb. Wien, 23. Juli. Nach Nachrichten aus Balona demissionierte der dortige Gouverneur, weil er mit der Rolle, die IS mail Ae mal dort zu spielen trachte, nicht einverstanden ist. Die Aufständischen sollen gegenwärtig bei Vojussa stehen.
Die Lage in Mexiko.
Abschluß eines Waffenstillstaudes mit den mexikanischen Konstitutionalistcn.
New Dort, 23. Juli. Wie die Blätter aus Mexiko melden, hat der Gouverneur der Stadt Mexiko Jturhido im Aufträge des provisorischen Präsidenten der Republik, C a r b a j a s, offiziell mitgeteilt, daß ein Waffenstillstand mit den Konstitutionalisten abgeschlossen sei und den K ä m p f e n in der allernächsten Zeit ein Ende gesetzt würde. — Inzwischen legt Zapata eine immer größere Rührigkeit an den Tag und nähert sich der Hauptstadt. General Kosmas meuterte mit 200 Mann Regierungstruppen, indessen wurde seine Bande versprengt und 50 Mann zu Gefangenen gemacht. Die Regierung zieht Truppen in der Hauptstadt zusammen. Gestern trafen mehrere Militärzüge mit Truppen ein.
Roch keine englische Anerkennung Carbajals.
London, 23. Juli. Sir Edward Grey erklärte im Unterhause, daß bisher keine Schritte, betreffend die Anerkennung irgend einer Remeruna in Mexiko, unternommen worden seien,
Seit« ».
Deutsches Reich.
* Zur Verlobung des Fürsten von Hohenzollern-Sigma- ringen. In Sigmar i »gen herrscht großer Jubel über die Verlobung des Fürsten Wilhelm. Besonders angenehm empfunden wird, datz der Fürst sich mit einer echt deutschen Fürstentochter verbindet. WtttelSbach und Zollern, zwei alte deutsche Häuser, so hörte man allgemein, das ist gut. Sämtliche Häuser sind ideskaggt. Die Verlobung wurde durch Böllerschüsse der Bevölkerung mitgeteilt.
* Glänzender liberaler Wahlsieg in Labiau - Wehlau. (Vorläufiges amtliches Wahlergebnis.) Bei der heutigen Reichsiagsersatzstichwahl im Rerchstagswahlkreis Labiau- Wehlau erhilten Bürgermeister Wagner (Vpt.) 9072 Stimmen und Amtsrat Schrewe-Kleinhof (kons.) 7650 Stimmen. ^ Itn» gültig waren 10 Stimmen, Bürgermeister Wagner ist somit mit einer Mehrheit von 1422 Stimmen gewählt. Bei der Hauptwahl wurden abgegeben 7522 konservative Stimmen. 6181 fiir die Fortschrittliche Volkspartei. 2176 Stimmen sur den Sozialdemokraten. Die Fortschrittliche Volkspartei. yat nun das vierte Reichstagsmandat seit den allgemeinen Wahlen vom Jahre 1912 erobert. Ihre Mandatsziffer ist damit auf 46 gestiegen, und sie ist die d r i t t st ä r k st e Partei im Reichstage. Der volksparteiliche Kandidat hat also noch einen Zuwachs von rund 700 Stimmen über die der Linken bei der Wahl vom 16. Juli erhalten, während die Konservativen nur noch rund 100 Stimmen mehr auszubringen vermochten.
* Zum 60. Geburtstag des Abg. Baffermann. Am 26. Julr feiert der Führer der nationalliberalen Partei, Ernst Bassermann, seinen 60. Geburtstag. In nationalliberalen Blättern wird der Vorschlag gemacht, diesen Tag zur Gewinnung neuer Anhänger der nationalliberalen Partei in besonderer Weise auszunützen.
* Bürgermeister Knöpsfler Ehrenbürger von Zaber»? Wie elsässischen Blättern aus Zabern gemeldet wird, machen sich im dortigen Gemeinderat Besttebungen geltend, dem nicht bestätigten Bürgermeister Knöpsfler in Anbetracht seiner großen Verdienste um die wirtschaftliche Entwicklung Zaberns während seiner Amtsperiode das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Im Januar dieses Jahres hatte derselbe Gemeinderat die Absicht, dem Kreisdirektor Mahl das Ehrenbürgerrecht zu verleihen, konnte sie jedoch nicht ausführen, weil die Genehmigung für Verleihung eines Ehrenbürgerrechts der Regierung zusteht.
* Die Berufung des Landesverräters Pohl zurückgezogen. Der am 14. Juli vom Kriegsgericht der Berliner Kommandantur wegen Verrats militärischer Geheimnisse an Rußland zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilte Vizefeldwebel Walter Pohl hat seinen Verteidiger Justizrat Dr. Barnau beauftragt, die eingelegte Berufung gegen das Urteil zurückzuziehen, da er sich "bei dem Urteil beruhigen will.
* Ein Defizit im diesjährigen sozialdemokratischen Kassenbericht. Der Kassenbericht ides sozialdomakratischen Parteivorstandes verzeichnet ein Defizit von 816 352 M.. Geringere Erfolge als in den letzten Jahren hatte die Partei nach ihrem Bericht bei den L a n d t a g s w ah le n.
Rechtspflege unb Verwaltung
Landgerichtspräsibent Abg. Viereck in Ostrowo ist zum 1. Oktober d. I. als Landgerichtspräsident an das Landgericht I in Berlin versetzt worden. Geh. Oberjustizrat Viereck war seit 1906 Landgerichtspräsident in Ostrowo. Er vertritt seit 1903 (mit Unterbrechung von August bis Oktober 1906) als Mitglied des Abgeordnetenhauses den ersten Wahlkreis des Regierungsbezirkes Bromberg (Kolmar-Ezarnikau und Filehne) und gehört der freikonservativen Fraktion an.
Heer und Llotte.
Heimkehr eines ostasiattschcn Ablösungstransportes. Die von den Schiffen des ostasiaitischen Kreuzergeschwaders ab- aelösten Offiziere und Mannschaften. 740 Köpfe, sind Mittwochabend in Kiel angekommen. Die Heimgekehrten, die zwei Jahre in Ostasien und drei Monate auf den Transportdampfern zugebracht haben, waren in vorzüglicher Verfassung. Sie wurden am Bahnhof von der Kapelle und einer Mann- schaftsabordnung der 1. Matrosendivision empfangen. Die heimgekehrten Offiziere und Chargierten erhalten einen mehrwöchigen Urlaub; die Matrosen und Heizer kommen zur Entlassung. ___—
Ausland.
Österreich-Ungarn.
Neue tschechisch-deutsche Prügeleien in Mähren. Wien, 28. Juli. Die „Lokalkorrespondenz" meldet aus Troppau: Troppauer deutsche Turner unternahmen gestern einen Ausflug. Als sie durch das tschechische Dorf Zimrovrtz zogen, feuerte ein Teilnehmer an dem Ausflug ans Übermut einen R e v o l v e r s ch u ß in die Luft. Die Bevölkerung, die hierdurch alarmiert wurde, stürzte aus den Häusern und warf sich auf die Turner. Es entstand eine große Prügelei, bei welcher auf beiden Seiten zahlreiche Personen verletzt wurden. " Die Gendarmerie stellte die Ordnung wieder ber und nahm einige Verhaftungen vor. Bon Olmütz sind z w e i B a t a i l l o n e nach MährischMstrau abgegangen.
Nukrland"
Rasputin bald wieder gesund! Petersburg, Juli. Aus Tjumen wird gemeldet, daß Rasputin bet Lebensgefahr und bald wieder gesund sein \ Er wurde zusammen mit der Attentäterin G u s s e w u Chef der Gendarmerieverwaltung Dobrodeiew und dem vernommen.
Ein Botschafterwechsel in Paris. London, 24. Juli. Es verlautet bier, daß der augenblickliche Unterstaatsserretär im Auswärtigen Amte, Sir Arthur Nicolson. anserseheu ist an Stelle Sir Francis Berties den englischen Botschafter- Posten in Pa r i s zu übernehmen. Bevor jener UntefftaatS- sekretär im Auswärtigen Amte war, war er englischer Botschafter in Petersburgs Er wird voraussichtlich im Auswärtigen Amte durch Sir C r o w e ersetzt werden, der zweiter
Staatssekretär ist.
vereinigte Staaten-
S. M. S. „Nürnberg" in San Francisco. San Francisco, 23. Juli. Der deutsch-amerikanische Verband veranstaltete zu Ehren der Offiziere und Matrosen des Kreuzers „Nürnberg" einen glänzenden Empfang im deutschen Hause. Der Bürgermeister Rolph und anders Persönlichkeiten vielten Unsprachen,
