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Nr. 329. Samstag, 18. Juli 1914. _ Wiesbadener Tayblati.

Hier wurden die Teilnehmer von einfsen dortigen Mlt- nliedern empfangen und unter Führung eines derietben ging es nach dem herrlich gelegenen Kloster Marienstatt und in die Kroppacher Schweiz. Abends wurde Montabaur erreicht. Am Montagmorgen wurde in Wirges eine Krugbackerei be­richtigt und dann nach Ransbach marschiErr. -in Kansb^) patten die Teilnehmer Gelegenheit, die großartigen und hoch­interessanten Anlagen der Mosaikfabrik unter der freuniÄichen Führung des Betriebsdirektors und dessen Wuch­

tigen, Hierauf lernten die Teilnehmer die Eiitstehungsweise der Tonpfeifen und des Westerwälder Steingutes kennen. Nach der Mittagsmahlzeit wurde von Grenzau aus auf herr­lichem Wege Grenzhausen mit seinen Hopfengarten erreicht. Zn Höhr beschloß der Besuch der Kunsttöpferei von Marz, und Remh unter freundlicher Führung des Direktoren die Reihe der Besichtigungen. Wahrend von hier aus ein Teil der Wanderer die Elektrische benutzte. Marschierten die übrigen durch ein schönes Waldtal nach Vallendar am Rhein, von wo die Rückfahrt^ angetreten wurde. Die HauptversamnÄnng der Ortsgruppe findet am 7. August Um 9 Uhr imEinborn" statt.

* Das närrische Sommerfest der ,,W i es La den er Kinner" am verflossenen Sonntag auf der »Klostermuhle >var trotz der vielen Festlichkeiten stark besucht. humo­

ristischen Vorträge auf der extra erbauten Sommerbuhne wur­den lebhaft applaudiert. Ein farbenprächtiges Bad bot die Fahnenkinderpolonaise. Mehr als 800 Kinder nahmen daran teil. Für Humor sorgten auch die verschiedenen Kinderspiele. Für die großenKinner" war durch Tanzbelustigung, Prers- tegeln und Preisschießen bestens gesorgt.

Kris dem Landkreis Wiesbaden.

Der Dotzbeimer Bahnhof und die Eingemeindung -o- Dotzheim, 17. Juli. DemWiesbadener Tagblatt kann man sehr zu Dank verpflichtet sein, daß, es durch die be­kannte UmfrageWiesbaden und die Industrie die Aufmerk­samkeit auf das gelenkt hat, ivas not tut. um Wiesbaden. als Großstadt zu erhalten und zu heben. Den trefflichen Au.- führungen des Herrn Dähne. des Herrn Sturm u. a. braucht Man nichts mehr hinzuzufügen. Es ist das^was wir schon vor Jahren imTagbl." immer betont haben: Eingemeindung und Heranziehung von Industrie Aber mit seltener^Hartnäckig­keit spielte man in Wiesbaden die Vogel-Strauß-Pofitik. Um nur eines zn erwähnen, möchte ich nur kurz noch einmal me »Wassers.age" streifen, für eine Großstadt die wichtigste, ^n Dotzheim besteht eine ausgezeichnete Gebirgs- und Duell­wasserleitung. die bei der seitherigen Un.age ichon Ivorel de^ besten Wassers liefert, daß fortwährend , ein gMlzer Bach, ohne verbraucht werden zu können, fortlauft, Wurde man aber den Stollen noch weiter treiben, so ergaben sich noch ganz unermeßliche Wassermengen. die auch biS auf die höchsten Punkte der Stadt geleitet werden könnten, Setnerzerlffchweb- ten auch Verhandlungen zwischen Wiesbaden und LDtzheun wegen Abgabe von Wasser, doch zerschlug, Uck die Sache, weil Man sich nicht einigen konnte: wegen einiger Pfennige pro Kubikmeter Differenz ließ man die Sache liegen, und anstatt nüt fester Hand znzupacken uiid einMgemeinden ging man ..Uif die Wassersuche nach auswärts (Schterstem, Hessen usw.) Für die Millionen, die dafür unnötig bezw, ohne Erfolg mrs- gegeben wurden, hätte rnan die Eingemeindungr>f-age glatt erledigen können, und man wäre aller Sorge ledig Hweien. Ja eingemeinden wollte Wiesbaden schon in ren 90er wahren, aber Dotzheim bloß bis zum Bahngleise Vierstadt bis an den Eingang des Dorfes usw Daß das, die betr. Gemeinden nicht eingeben konnten, liegt doch klar am der Harro. Das war da­mals 'der wichtige Zeitpunkt zur Eingemeindung, und das Ver­säumen desselben bat sich bitter gerächt. Doch wenn auch große Fehler gemacht wurden, so ist es doch immer noch Zeit genug, noch größere zu vermeiden. Mit dem Dotzheim er Bahnhof verhält es sich nämlich ähnlich wie Mit der Wasserleitung, d, h, auch da könnten unter Umständen Fehler gemacht werden, die nicht wieder gut zu machen wären. Die Verhältnisse dort sind schon jah elang unhaltbar geworden, wie die verschiedenen A tikel bewiesen: und wenn die Kosten für die völlige Um­gestaltung der Dotzbeimer Bahnhofsverhä-ltnisse viele Hundert­tausende betragen sollen, so kann nur eine völlige Verlegung des Bahnhofes in Frage kommen. Eingeweihte wollen nun wissen daß der neue Bahnhof noch weiter nach dem Walde zu. in die Rahe de>- Linnenkoülschen Backsteinfabrik käme, also noch meh- von der Chaussee abgelegen Der Einsender eines der erwähnten Artikel hat mit Recht behauptet, daß der Bahn- bös Dotzbmm mich ein Wiesbadener Babnhof wäre, das legt der Stadt aber auch die Pflicht auf., beizenen sich mit dieser Vahnhofsfrag« zu befassen und sich nicht mit einer vollendeten Tatsache Übemaschen zu lassen. Ohne Zweifel , gehört der Bahnhof Dotzheim unterhalb der Chmissee unv konnte zweck­mäßig mit dem Güterbahnhof als Bahnhof Wiesbaden-West vereinigt werden Denn dos ist doch auch Tatsache daß der Äüterbahnhof <m feine negenwärtipe Lo>ge nicht Mtzt. denn einmal Tieat er mitten im Bauaelande besonders wenn die Wätiafeit sich wieder heben wird, und dann ist et auch zu

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eingeengt zumal für die Zukunft, Der unstreitig beste Platz

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für ttn ist da-? f eie Feld auf der Hohe zwischen Dotzheim und der Schierstein-Wiesbadener Straße. Von hier ist leicht etne

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viuduni mit der Hafenbahn und diesem selbst herziistellen, hier und in dem Mosbacker Tal bietet sich ausreichend Platz fit - Lagervlätze ebenso vieles sehr geeignetes Baugelände für Klein- und OiialitätSinduftrie. und von hier ist auch die Ab­fahrt na» Wiesbaden ebenso leicht (abwärts) wie seither lvenn auch etwas weiter '

ro?nn mich etwas weirer. Sicher ist auch. daß damals der Güterbahnbof gleich auf die Höbe gekommen wäre wenn Dotzheim eben eingemeindet gewesen wäre Zudem kommt aber Noch etwas anderes hinzu: die Frage der Weiterfuhrung der elektrischen Babn, Wie die Sachen eben lreaen kann sie nickt Beiter kommt der Babnhof mehr nach dem Walde zu, cbenmlls nickt, im andern Falle aber ist leickt eine Unter- oder Über­führung herziistellen denn daß die Bahn spater weiterqehlbrt Berden mi'ß ist dock, besonders bei Ansiedelung von Industrie, obre Zwesssl: man könnte dann elektrisch bis zum Exe"z,er- platz (g-oßer Spielplatz!) und weiter bis m das geradezu B-w-le zukünftige Jndiistriegebret zwischen Dotzheim und schierstem m'ch von Dotzheim nach Biebnch risch Das ist d»8 rickiiae B'ld von dem zukünstigen Groß Wiesbaden:.Auf *><-,. T-n8e her Babnhof rechts davon die Industriestadt bis zum Rhein bin links tve Kurstadt Mit dem schonen Kranze vracht- beller Vill-n im Tale und ans den Hoben. Beides/ Jndustne "ad ftiir v»M räumlich getrennt durch den Hohenzug, aber doch b-üderl-ch geeint und sich gegenseitig unterstützend, nicht Bber als feindliche Brüder sich gegenseitig bekämpfend.

,v = Dovbeim. 17. Juli, Gefäß t. wurde endlich ein älterer ^aelöbner der schoii längere Zeit i,n Verdachte jtand, nber Bockt Stücke der Wasse-ablaufrohre an den Häusern, Haus- - :rt ' iiifer usw entwendet zu haben und in der Stadt zu Pvvkm'fcn suchte Er wurde beobachtst, wie er dieser Tage wühmoraenS wieder seinem lichtscheuen Gewerbe Nachsehen

sollte Auch ein anderer Mann ist ermittelt, der bei "den

f'ckstMeu Schmiere gestanden haben wll Die dies Sommerferien für die Volks- und Fort- ^ldungsfchule beginnen am nächsten Montag und dauem zum

"runcr?'scvnle vearnnen -am na^itui uuu vuue u

L'^enmnl ' 3% Wocken. der neuen Fenrnordnuna entbrechend.

I'wch'^sf Anordnung "der "Ferien .fallen Mich die Tage der ^'rchweih (9, und 10. August) in dieselben.

, Sonnenberg, 17. Juli. Der G e s u n d h e i t s z u -

s» n d in unserer Gemeinde ist zurzeit ein sehr

^ freu lieh er Die vereiwzelien Erkrankungen, die An- !°ng Juni auftraten, sind behoben. Die Untersuchungen des fNtungNwaffers haben ergeben, daß unsere Quellen vorzüg- "ckes Wasser liefern. Seit die größeren Wäschereien in Ram- ,°ch mit ihren Abwässern an den von der Stadt Wiesbaden hauten Kan>al anaeschlaffen sind, hat die Verschmutzung des

die sonst so lästigen Aus-

'.pmbaches aufgeihört,

ebenso

L

proVMZ Hessen-Nassau.

Kegterttnqsbeitrfc Wresvaden.

Die Kaiserparabc.

X Homburg v. d. H., 17. Juli. Nach endgültiger Be­stimmung findet, der »Franks. Ztg." zufolge, dm Kaiierparade des 8. Armeekorps am 8. September bei Koblenz statt, ^-er Kaiser trifft in Koblenz an diesem Tage vormittags ein und wird von der Kaiserin, dem Herzogs.paar von Braun,chweig, dem Prinzenpaar Eitel Friedlich, den Prinzen August -tvi Helm, Joachim und Oskar begleitet sein. Als Gaste werden der Parade beiwohnen der König von Griechenland, der zu dieser Zeit auf Schloß Friedrichshof im Taunus sein wird, und verschiedene andere Fürsten. In der Gesolg,chast befinden sich Kriegsminister v. Falkenhahn, Generalintend-nt Graf Hülsen-Haeiseler, Graf v. MolKe und ungefähr 40 fremdherrlichL Offiziere. Die Gesamtstärke der Parademann- schcrft beträgt ungefähr 40 000 Mann, die von dem Konmnan- di--rcnden General Tülff von Tscheve und Wewenbach be­

fehligt werden.

Regierungsbezirk Rcrffei.

Verhaftung einer Mädchenhändlerin, rvsi. Kassel, 17. Juli. Auf dem. Zentralbahnhof gelang es, eine ausländische Mädchenhändlerin in dem Moment zu ver­haften, als sie die Tochter einer Kasseler Bürgerfamilie ins Ausland zu entführen versuchte.

u. MwomzEM.

Ni Bingen. 17, Juli, Eine sich allem Anscheine nach nur kurze Zeit im Wasser befinderw.- männliche Lei che wurde hier im Rheine goländet. Die Unrersirchung hat ergeben daß es fic& hier pochst wnbrscheinlich um die Lerche des Ärchrtekten Max B o r h o l z aus Frankfurt a M, handelt. Vor einigen Tagen wurde hier die Leiche des beim Baden ertrunkenen Schlossers Schweickhard gelandet. Nunmehr wurden Stimmen laut, daß es nickt die Leiche des Schweickbard, sondern die eines anderen, ebenfalls beim Baden ertnmKtien junoen Mannes gewesen sei,- Demgegenüber kann sestqestellt werden daß. die Leiche vom Vater, und vom Onkel als die des Schlossers Schweickhard anerkannt wurde,

m. Kreuznach, 16. Juli. In die Nahe gestürzt hat fick vom hohen, schroffen R h e i n g r a f e n st e i n ein junger Mann, Es handelt sich um einen A m t s a s s e s s o r aus Kusel in der Rheinpfalz. Die stark verstümmelte Leiche wurde ge­borgen,

= Attenkirchen, 16 Juli, Beim Beerensuchen fanden Kinde'' die Leiche des hochbetaaien Johannes Schäfer an einem Baum hängend vor. Was den alten Herrn in den Tod trieb, konnte noch nicht ermittelt werden.

Gerichtssaal.

* Eine für Jäger wichtige Gerichtsentscheidung teilt die JacfdzeitungHubertus" mit: Ein Jäger war angezeigt wor­

den, weil er beim Betreten eines Gasthauses sein Gewehr nicht entladen hatte. Das Gericht enizog dem Jäger den Jagdschein auf die Dauer von 3 Jahren, Sämtliche Berufungsinstanzen wiesen die Berufung des Verurteilten zurück.

w. Verurteilung wegen Beleidigung der Armee. Kiel, 17. Juli. Wegen Beleidigung der preußischen Armee, insbe­sondere der OffiAiere und Unierofffiziere durch einen in der Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung" anläßlich der Zabern- Angelegenheit veröffentlichten Artikel verurteilte die Straf­kammer den Redakteur König zu einem Monat, den Verfasser Schriftsteller Bachnewski, genannt Karski, aus Steglitz zu drei Monaten Gefängnis. In dem Artikel wurde behauptet, daß die Sokdaten shstematisch in Roheiten erzogen und die gemeinen Instinkte in ihnen ge­weckt ,mirden, damit sie nachher auf das Volk losschlügen wie die Ko,aken,in den Straßen Petersburgs.

Sport ttnö Luftfahrt.

Nkerderenneu!.

* Rambouillet, 17, Juli. Paule de Slacks et HunterS. 1000 Fr. 1. Barillers Vade mecum 2 (Umhauer), 2. Grand Cousier, 3. Kemmel. 28:10; 13, 19:10. Prix de Voisins. 2000 Fr. 1. litte. Voe-Houyets Glaneur 7 (Lesafre), 2. Counterpaß, 3. Paillette d'Argent. 72:10; 23, 13:10. Prix de Blainton. 4000 Fr. 1. Sanfords Men Cliff (O'Leary), 2. Oxupre, 3. Pull Up. 33:10; 19, 30:10. Prix de la Sociottz des Steeple-Chase de France. 2600 Fr. 1. du Verdiers Rosette (Roupnell), 2. Les Scorpion, 3. Liberateur. 33:10; Prix de Clairefontaine. 2500 Fr. 1. Fenwicks Counter­paß (Mr. de Fraguier), 2. Arbiter, 3. Espoir de Gers. 16:10; 16, 21:10.

-r-

vsi. Der Boxkampf Carpentier-Smith. London,

17. Juli. Der Boxkampf zwischen dem Franzosen Carpentier und dem Amerikaner Smith endete mit der Disqualifizierung des letzteren. Smith hatte Carpentier, als dieser auf den Knien lag, einen Schlag versetzt.

Oie Ereignisse in Klbamen.

Ein Erfolg der Epiroten bei Valoua.

A. St. Valona, 17. Juü. Es verlautet, daß die Epiroten, die durch viertausend Mann re^gulärer, griechischer Truppen mit vier Kanonen verstärkt sind, den Durchmarsch durch L o g a r a erzwangen. Der älbaniische Major Husni, dem als Generafftabschef Haupt­mann Ghillatzdi zur Seite steht, übernahm den Oberbefehl über die Stadt; Erntet Esfendi übernahm den Befehl über die Regierungstruppen. Die Stadt ist ruhig.

Vordringen der Aufständischen bei Durazzo.

wb. Durazzo, 16. Juli. Die Aufständischen bemächtigten sich des Spitalis-Punktes auf dem Westhügel und legten dort Verschanzungen an. Sie richteten ihr Hauptquartier dort ein. Ein Parlamentär wurde zu ihnen geschickt, aber vom Vor­posten nicht durchgelassen. Als er zum zweitenmal zu den Aufständischen kam, übergaben sie ihm Briefe für die Ge­sandten Italiens, Rußlands, Frankreichs und Englands. Die Kontrollkommission beschloß, für die Verpflegung der Flücht­linge aus Valona zu sorgen.

Oie ilalisnischen Maßnahmen.

** Turin, 17. Juli. Ein unter dem Kommando des Herzogs der Abruzzen stehendes Geschwader, bestehend aus den PanzerschiffenRoma",Napoli",Regina",

Morgen-Ausgabe, 1. Blatt. _ Sette 5«

Helena" undVittorio" undEmanuele", wird am Montag in S p e z z i a erwartet, um dort kriegsmäßige Ausrüstung anfzunehmen und sofort nach den albanischen Gewässern mit dem Ziel Durazzo abzudampfen. Das in Genua liegende 9. Infanterie-Regiment erhielt gleichzeitig den Be­fehl, sich für den Ausmarsch bereit zu halten, und ist voll­ständig feldmarschmäßig ausgerüstet. Es wird also ange­nommen, daß dieser Befehl sich auf eine bevorstehende Ein­schiffung nach Albanien bezieht.

Ein offiziöses italienisches Dementi zur Mobilisierung, wb. Rom, 17. Juli. Die Agenzia Stefani teilt mit, alle Nachrichten über eine Zusammenziehung oder Enffendung von Truppen entbehrten jeder Grundlage.

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Auch Serbien dementiert feine Rüstungen, wb. Belgrad, 17. Juli. Gegenüber der Meldung aus­wärtiger Blätter über außerordentliche, militärische Vorbe­reitungen Serbiens ist festzustellen, daß nach bestimmten Erklärungen cm maßgebender serbischer Stelle keiner­lei militärische Maßnahmen getroffen werden, welche die alarmierende Blättermeldu.ng im entferntesten rechffertigen könnten.

Oie L'aae in Mexiko.

Die verwickelte Lage.

R. Mexiko, 17. Juli. Carbajal ordnete die sofortige Ent­lassung aller politischen Gefangenen an. Das diplomatische Korps hielt zwei Versammlungen ab, um mit Rücksicht auf die Ungewißheit über die Anerkennung der neuen Regierung durch die Vereinigten Staaten den Inhalt ihrer Ansprache bei dem mittags beim Präsidenten stattfinden­den Empfang festznsetzen. Schließlich wurde beschlossen, dem Brauch gemäß in Uniform zu erscheinen. Es hängt jetzt alles davon ab, ob C a r r a n z a und Carbajal zu einer Einigung gelangen. Wenn Carranza darauf besteht, gewalt­sam in die Stadt Mexiko einzuziehen, wird mit der Aner­kennung zurückgehalten, bis die Wahl stattgefunden hat. Jedenfalls werden die Vereinigten Staaten die Anerkennung der konstitutionalistischen Regierung verschieben, bis eine be­friedigende Regelung der aus der Revolution sich ergebenden Forderungen erfolgt. Die amerikanischen Truppen werden nicht aus Veracruz zurückgezogen, bevor nicht jede Schwierigkeit beigelegt ist.

Carranzas Forderungen.

R. Moniere», 17. Juli. Nach Aussage hoher Beamter der Konstitutionalisten will Carranza, sobald die Kon- stitutionalisten zur Herrschaft gelangen, die Gültigkeit der Schulden Huertas nicht anerkennen. Diese Mitteilung be­deutet die Antwort auf die Anfragen betreffs der Meldung, daß die fremden Regierungen durch die Regierung der Ver­einigten Staaten verlangt haben, Carranza solle die Schulden Huertas anerkennen und allen politischen Gefangenen ?l m n e st i e gewähren. Carranza erklärte, nur wenn die Bundestruppen sich bedingungslos übergeben, könnten die vorgeschlagenen Verhandlungen über den Einzug der Kon­stitutionalisten in der Stadt Mexiko erfolgreich sein. Daß Carbajal an die Stelle Huertas getreten sei, sei fiir die Konstitutionalisten kein Grund zu einem Kompromiß bezüg. lich der Grundsätze, für die sie kämpften.

Carbajal hält für Carranza den Platz.

wb. Washington, 17. Juli. Carbajal teilte der Regie­rung der Vereinigten Staaten informell mit, daß er die Ab­sicht habe, zugunsten Carranzas zurückzutreten.

Strenge Zensur der neuen Regierung.

R. Mexiko, 17. Juli. Die neue Regierung hat über alle eingehenden und ausgehenden Nachrichten eine ^ strenge Zensur verhängt. General V e l a s e o ist an Stelle B.augue!-- zum Kriegsminister ernannt worden.

Oetzte Orahtderichte.

Kern Rücktritt des Obcrpräsidcnten von Schleswig- Holstein.

wb. Apenrade, 17. Juli. DasAvenrader Tage­blatt" schreibt: Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, dass an der Meldung derNeuen politischen Korre­spondenz" über einen bevorstehenden Rücktritt des Oberpräsidenten v. Bülow kein wahres Wort ist.

Ein neuer Regierungspräsident in Lüneburg.

wb. Berlin, 17. Juli. DerStaatsanzeiger" ver­öffentlicht die Ernennung des Geh. Qberregierungsrats und Vortragenden Rats im Ministerium des Innern Freiherr» v. Zitier zum Präsidenten der Regierung von Lüneburg.

DieDeutsche Tageszeitung" und ihr Pariser Korrespondent.

Berlin, 17. Juli. (Eig. Drahtbericht) Die Deutsche Tageszeitung" teilt im Anschluß an den Kon­flikt ihres Pariser Korrespondenten Stefan mit den Brüdern Cassagnac mit: Nachdem uns die letzten Unterlagen für das Verhalten unseres bisherigen Parise Mitarbeiters zugegangen sind, haben wir uns veranlasst gesehen, unsere Bezichungen zu Herrn Stefan zu lösen.

Um den konfessionslosen Unterricht in Bayern.

* München, 17. Juli. In ,der Reichrats­kammer nahm heute der Reichsrat Gras Arno Henneberg gegen den konfessionslosen Unterricht Stellung. Kultusminister v. Kn i llin g erklärte, er habe die ganze Frage geprüft und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die RegieruugsgenehmiguNgeu für die­sen Unterricht nicht aufrechterhalten werden können. Ein verfassungsmäßiger Anspruch aus den Bestand eines solchen Unterrichts bestehe nicht. Im Gegenteil gebe die Zulassung voni verfassungsrechtlichen Standpunkte aus zu Bedenken Anlaß. Die ministerielle Entschließung, durch welche die Regierungsgenehmigungen ausser Wirk­samkeit gesetzt werden, sei bereits verfasst und werde in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Der Öberkonsistorialpräs ident Dr. von Bezzel und der Regensburger Bischof Dr. von H e n l e sprachen dem Minister den Dank stir diese Erklärung ans. die allgemeines Aufsehen erregen tviro.