»kr. SÄ».
Donnerstag, 16. Juli 1814.
Wiesbadener Tagblntt.
Morgen-NnSgave, 1. Blatt.
Seite 8.
> r Bürstadt. 14. Juli. In den letzten Tagen scheinen wie iw einnml Lang sing er ihr Handwerk auszuuben. Einer «Ave, welche sich und ihre Kinder durch ihren 'leinen ^aicher^ibei.ieü ehrlich zu ernähren sucht, wurde des Nachts
Teil der ihr anbertrauten Herrschaftswäsche gestohlen. Da w, die gestohlenen Wäschestücke ersetzen mutz, ist dw .«rau, beträchtlich geschädigt. — Einer Familie, die im Distrikt Bien- ^-ten ein Gärtchen hat. wurde ein Teil ihrer Äruhkn tosfeln
Zwiebeln entwendet. Von den Dieben hat man Ins letzt ^sch keine Spur.. — Die vor einigen Wochen gewählten -Nit- stieder des Schulvorstandes haben nunmehr dis land- Mche Bestätigung erhalten. Außer den vier ständigen Mit- «ledern gehören nunmehr dem Schulvorstande an: Zraurer- ,«eister Wilhelm Wagner Maurermeister Ludwig Drink Land- ^:rt Friedrich Vogel 2r. Gemeindesekretär Chn,tian Litzinger , und Schreiner Karl Will Die Herren sind auf eine Amts- * ^’Uer von 6 Jahren gewählt.
el. Hochheim. IS. Juli. Der .Verein na s säuisch er Waffenbrüder" ist sehr zusammengeschmolzen. ein --st.it- 'J'ieb nach dem anderen wird zur großen Armee abgerufen: °e: Verein zählt nur noch sechs Mitglieder. Innrer Leute, die fas biblische Alter überschritten haben. Die „Soldaten- 'nmeradschaf'i" bat beschlossen, diese alten nassamicken Kampfer
Ehrew'mita'lie.der aufzunchmen. — Kirschen-
ernte, die reiche Erträge lieferte, geht ihwm Ende entgegen Die Preise sind bei dem starken Angebot bis auf 10 und rs Pfennig für das Pfund nurückgegangen. An btc Kirschen- l'rnte wird sich die Aprikosen- und Pfirsich ernte wfort anschlietzen Auch diese Obstsorten liefern letten hohe Erträge, so daß ein geringer Preis erwartet werden darf. Da stich alle anderen Obstsorten, wie Mirabellen, Zwei,chen. Mel und Birnen einen reichen Behang zeigen, durften die Obst^üchte^ mit ihren diesjährigen Einnahmen dom zünden sein. ___
Provinz Hessen-Nassau.
Negierttnasbezirst Wlesvaden.
«. Caub, 14.. Juli. Pfarrer Kopf er mflnn und Frau ^ierselbft seierien am Sonntag das Fest der silbernen Hochzeit. Der Gottesdienst wurde verschönt durch Gesänge des Kirchenchors. Das Jubelpaar empfing von allen Seiten reiche Geschenke; so von den Kirchenvorständen von Caub und Lorch, von dem Evangelischen Kirchengescmgver-ein, von den Schülern, dem Jugendklub usw, Viele Gemeindemitglieder überreichten Gratulationen und Ge;chenk-e. Der Verein 8rauenhilfe übersandte ein Plumenarr-an'gemeut. Der Vorstand des Kriegervereins 1870/71 ließ durch seine Vörstandv- »>itg,lieber gratulieren. Die Kirche und viele Privathäuser hatten reich geflaggt, auch die Vereine, denen Pfarrer Köpfer, »rann als Mitglied angehört, hatten geflaggt. Pfarrer Köpfer- wann ist jetzt im 10. Jahr in Caub.
— Obcrlahnstcin, 15. Juli. Den: Gerichlsdien-er und Aefangenenaufsehcr a D. Stumpf wurde ras Kreuz be-> Allgemeinen Ehrenzeichens verlieben.
ä Idstein 14. Juli. Da? hiesige Schwimmbad , d<w üch im Besitze einer Wohltätigkeitsg-esellschaft befindet erfreut sich bei dem heißen Weiter einer großen Inanspruchnahme, tlurzeit werden insgesamt wöchentlich 3M0 Bader genommem Durch die Freundlichleit und das rechte Verstandni-. für Volts- d'ohlfahrt der Besitzer des Bodens (Gebr. Merz) ist es etniw licht worden das Bad als eine Stiftung für bauernde Zeiten »u erkalten. Die eingehenden Beratungen dazu schweben zurreit — In Camüerg hat die Stadt, beschlaflen ein aroges 's r e i l i ch t ba d zu errichten und dafür froren Platz. Wäger Und eine Bansumme von 6000 M. leihweise zu 3 Proz. zur Verfügung zu stellen.
- Frankfurt a. M,. 14, Juli. Bei der Revision einer Wirtschaft an der Dominikänergässe wurde am Montag von der Kriminalpolizei einö Person, angelrossen, die im Herbergs- Huch nicht eingetragen war. Es stellte sich bald heraus, daß es der von Osseubach stammende 23 Jahre alle Tagiöhncr Jllert war, der in Ermangelung van eigenen Kleidungsstücken sich in den Unierrock und das. Kleid einer Frauens-
. p e r s o n gesteckt hatte. Er wurde verhaftet.
- Bad Homburg. 15. Juli. Ein Igjähriger Gärtner- «eKrlfe schoßt s i ch eine Revolverkugel in die schlafe und blieb scht^werlctzt liegen. Die Verwundung . iwtr eure , so föimere 'daß der Verletzte gleich nach ferner Einlieferung ins Krankenhaus verstarb. Als Ursache des Selbstmordes wrr.d Liebeskummer angegeben.
— Obcrursel. 15. Juli. Der hiesige Pfarrer Heß. erhielt den Roten Adlerorden 4. Klasse und der Drechsler Tender das Allgemeine Ehrenzeichen.
Regierungsbezirk Rasse!.
X Marburg, 14. Juli. Einer der beiden Einbrecher, denen !8 kürzlich in Gladenbach, nachdem sie den Gendarmerie- Wachtmeister Greiling durch einen Stich unschädlich ge- tiacht hatten, gelang, die Flucht zu ergreifen, wurde in Koblenz ^griffen und ins hiesige Untersuchungsgefängnis emgeliefert. Damals gelang es bekanntlich in den Straßen Glaoenbachs
Gerichtssaal.
«a» varren, gelang, ow üiäud „u wuiwj, griffen und ins hiesige Untersuchungsgefängnis eingeliefert. 7-flmals gelang es bekanntlich in Pen Straßen Glaoenbachs Kreits einen der drei Ausreißer wieder festzunehmen. Dieser ^findet sich ebenfalls vier in Untersuchungshaft Der in Koblenz Vc'bastete nennt sich Fritz Meyer und stammt aus Mitten. Nach dem dritten Gauner wird eifrig gefahndet.
— Kassel. 15. Juli. Der Proviantinspektor Joseph Äund in Kassel hatte, nachdem er kürzlich von seiner..Frau Geschieden wo den war. mit einem Mädchen namens Kawart e>N Verhältnis angeknüpft und ihm eine luxuriöse Wohnung Ungerichtet. Die Militärverwaltung, beabsichtigte letzt, gegen >bn ein Diszipliiiarverfahren einzuleiten. Als Mund hiervon 'rfuhr begab er sich mit seiner Geliebten m den Wald be, -fasseh wo er seine Geliebte erschoß und sich rann selbst durch ^-nen Schuß tötete. __ _
Nachbarstaaten u. -VrGVinzen.
Die Förster als Wirte.
, ü Mainz. 15. Juli. Während bisher viele einsam ge- Fflene Forstbäuser in Hessen gleichzeitig Wirtschaftsbetrreb Ptten den die Föster beziv. ihre Frauen nebenbei ausübten. M das in Zunkunft nicht mehr der Fall sein. Die Förster, welche den Wirtschciftsbetrieb haben, sollen ihn behalten, aber 1 w Neubesetzung der Stelle wird die Genehmigung dazu nicht e h r erteilt Vielmehr sollen staatliche Gebäude. Burgruinen usw wo bisher Förster wohnten und Wirtschaftsbetrieb Ktten an Wirte verpachtet werden. Der. Anfang mit dieser Neuerung ist bereits verschiedentlich gemacht.
Ein SvÜjährigcs Schiltzenstiftuiigsfest.
^ — Büdingen 15 Juli. J>i der Woche von 25. Juli bis
"■ August begeht die ..Büdinger Schützengesellschaft" durch Fest- SU«. Festspiel und Preisschießen dre Jubelfeier ihres fünf- LUndertjährigen Bestehens. Dem auswärtigen , Mlikllm wird insbesondere an den «estzugstagen (Sonnten, 58 Juli) und an den beiden -vestsvieltegen (Mittwoch, Juli, und Sonntag, 2. August) .ein besonderer Genuß ge- Men. Sonderzüae werden den Beiuch des seftes erleichtern. ?.Ur Unterkunft und Verpslegnng der Gaste ist gesorgt. Für L Schützen sind schon jetzt Ehrenpreise nn Werte von über '0ö0 M gestiftet Erhebliche Teile der Schreßgelder werden
L. “ -'-'V
u Geldpreisen verwendet.
s„,„rv. Darmstadt. 15. Juli. Bei dem Bau der Zeppelin MscknffhMe e eignete sich heute em schwerer Unfall. ?er an dem Eisengcrüst beschäftigte Schlosser Auracher stürzte iJteb und erhielt so schwere Verletzungen, daß er bald darauf
Wie man den Mädchenhandel bekämpft.
sti. Darmstadt, 12. Juli. Ein 27jähri-ger Architekt traf vor einiger Zeit gegen Mitternacht auf dem hiesigen Hauptbahnhof ein junges Mädchen, das spät abends ang-ekommen war und in der Frühe des nächsten Morgens die Reise fort- setzen und darum wahrscheinlich die Kosten für das Logis sparen wollte. Der Angeklagte machte sie auf die Gefahren aufmerksam, denen sie sich nach seiner Ansicht bei einem weiteren Verbleiben auf dem Bahnhof aussetzen würde. Das Mädchen ließ sich dann auch von der Überredungskunst des Angeklagten überzeugen und folgte ihui nach dem katholischen Schwesternhaus, das allerdings verschlossen war. Nach nrehr- maligem Läuten öffnete schließlich ein 80jähriger Pförtner, aber der Angeklagte faßte seine dache sehr ernst auf und vertraute auch diesem Mann seine Schutzbefohlene nicht ohne weiteres an. Er begab sich mit dem Pförtner, dem Dtädchen und einem Schutzmann auf den Klosterhof und weckte durch lautes Rufen die Schwestern, denen er das Mädchen übergab. Eine der Schwestern war wohl durch das Erscheinen so vieler Männer auf dem sonst so stillen Klosterhof etwas irritiert; jedenfalls tvar sie der Ansicht, daß das Rufen durch den Angeklagten eine nächtliche Ruhestörung bedeutete, und brachte den Vorfall zur Anzeige, worauf gegen den Angeklagten ein Strafbefehl von 15 M. erlassen wurde. Das Schöffengericht wies seinen Einspruch zurück, da es der Ansicht war, daß der Angeklagte bei der Verfolgung seines gewiß löblichen Zwecks sich in den Mitteln vergriffen habe. Auf die Berufung hin er- kann te aber nunmehr die S t r a f k a m m er auf Freisprechung und legte der Staatskasse die Kosten des Verfahrens auf.
F. C. Von einem Ehemann, der keiner mehr war. Der
Packer Hermann Zimmermann in Wiesbaden lebte 12 Jahre mit seiner Ehefrau im besten Einvernehmen, bis diese den Musiker St a u t y von hier kennen lernte. Der Berus Zimmeruran ns machte mehrfache längere Abwesenheit von Wiesbaden nötig, und so geschah es, daß er, als er am 17. März zu den Penaten zurückkehrte, keine Ahnung davon hatte, daß seine Ehe in der Zwischenzeit geschieden worden war. Seine Erregung ist daher zu begreifen, die ihn packte, als er in seiner Wohnung seine Ehefrau und Nauth aus dem Sosa beim Schäserjtündchen antraf. Daß er den Galan und seine verflossene Ehefrau traktierte und sie mit Totstechen, Halsabschueiden bedrohte, kann man ihm nicht sehr übel nehmen. Das Gericht ließ auch diese Milderung in seinem Urteil zum Ausdruck kommen, das Zimmermann wegen Körperverletzung, Bedrohung Usw. in 25 M. Geldstrafe nahm.
v. Freiburg, 14. Juli. Das hiesige Schwurgericht verurteilte heute nach zweitägiger Verhandlung den 37 Jahre alten Metzger Karl Friedrich G r c t h e r, Inhaber eines Delikateßgeschäsis und einer Gemüsehandlung in Baden- Weiler, der in der Nacht vom Ostermontag zum Osterdiens- iag die 77 Jahre alte Rentnerin Maria Sutter in deren Villa ermordet und beraubt hat, zu lebenslänglichem Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Überlegung' wurde bei der Tat nicht angenommen.
Sport und Luftfahrt.
vkerderennen.
* Hoppegarten, 15. Juli. Totalisator-Rennen. 5000 M.
1 Württ. Privat-Gest. Weils Wolferai (Schläfke), 2. Wand, 3. Eifer. 91:10; 20, 22, 25:10. — Banubia-Rennen. 12 000 Mark. 1. A. u. C. v. Weinbergs Fabella (Shaw), 2. Askania, 8. Mont desir. 64:10; 29, 20:10. — Asche-Rennen. 5000 M.
1. Hansels Pontresina (F. Laue), 2. Wasserrose 2, 8. Jnvista.
31:10; 12. 12, 12:10. — Herdringen-Rennen. 5000 M. 1. K. Hauptgestüt Graditzs' Waldteufel (Winter). 2. Nicolo, 3. Malta 2. 18:10; 11, 13, 16:10. — Andre-Erinnerungs^
Handikap. 13 000 M. 1. A. u. C. v. Weinbergs Pirol (>shaw),
2. Rheingau, 3. Teddy. 29:10; 13,. 18, 23:10. — Sommer- Verkaufsrennen. 3800 M. 1. W. Lindenstaedts Grachus (Plüschte), 2. Madison, 8. Dodilberga. 20:10; 11, 12, 23:10. — Valberg-Handikap. 6200 M. 1. R. Cordes Mars la Tour (Wedgewood), 2. Eidechie. 3. Lunirus. 33:10; 16, 45, 56.10.
* Le Tremblay, 15. Juli. Prix Haricot. 3000 Franken. 1. de Bremonds Wise (O'Neil), 2. Plassac und Rubia. 25.10, 13:10; Plassac 75:10; Rubia 22:10. — Prix Lady Langden. 3000 Franken. 1. Blanchets Maimaia (Howarth), 2. Cabriole.
3. Mar-sco. 144:10; 28, 24. 13:10.— Prix Sir Beohs. 3000 Franken. 1. Veil Picards Carle Blanche (Marsh), 2. Cahchenz.
3 Croix de Mist. 71:10; 18, 14:10. — Prix Hampton. 15 000 Franken. 1. W. K. Banderbilts Ghiberti (O'Nei-l), 2. Calixto, 3. Cher Maitre. 23:10; 16, 18:10. — Prix Lord Clifden.
4000 Franken. 1. H. B. Duryeas Clairet (Mac Gee), 2. Mobo, 3. Whirlwind. 20:10; 11, 33, 14:10. — Prix Caller Ou. 5000 Franken. 1. I. Trarieuxs Ouesture (O'Neil), 2. Bangyen, 3. Prute. 42:10; 19, 19:10.
Larvn-Tennix.
* Um den Davis-Pokal. Die Zwischenrunde Frank r e i ch - E n g l a n d um den Davis-Pokal wurde mit den noch ausstehenden zwei Einzelspielen beendet, Beide Mal gewannen die Engländer, und zwar siegte Mavrogodato 6:1, 7:5, 7:5 gegen Decugis und Parke 7:5, 6:1, 6:3 gegen Germot. England gewann somit die Zwischenrunde mit 4:1. Im vorigen Jahr spielte bekanntlich Deutschland gegen Frankreich in der Zwischenrunde, und zwar hier in Wiesbaden, wo Frankreich ebenfalls 3:1 unterlag.
* Die Meisterschaft von Freiburg wurde von dem Engländer M a st e r m a n gewonnen, der auch im Herren-Einzel und in der akademischen Meisterschaft Sieger blieb. Die dritte Meisterschaft, das Damen-Einzel, gewann Frl. Weihe. — Bei dem jetzt beendeten Turnier in Pyrmont siegte Logic (Dresden) im Fürsten-Pokalspiel gegen Rosenberg (Hamburg) 6—1, 6—1, im Preis der Kurverwaltung gegen Grimm 6—2, 9—7, ferner in den beiden offenen Doppel- spteleu. Im Damen - Einzel siegte Frau Behrens Hannover in vaft: over gegen Frau Lenk, die infolge der Hitze von starkem Unwohlsein befallen wurde und in der Schlußrunde nicht antreien konnte. ^
sr. Die Radfernfahrt Rund durch Frankreich brachte in der achten, von P e r p i g n a n nach Marseille führenden Etappe über 370 Kilometer noch 51 Gruppenfahrer und 21 Einzelfahrer an den Start. Das Feld löste sich nur langsam, da die Strecke den Fahrern keine Schwierigkeiten bot. In Marseille kam nach 13 Stunden dann auch noch eine
Spitzengruppe von 25 Fahrern ein, so daß sich die Kommission des Rennens entschloß, die Klassifikation der Etappe durch Austragen von Vor- und Zwischenläufen sowie einem Enolauf auf der Rennbahn vorzunehmen, da ein Massenspurt voraussichtlich nur ein irreguläres Resultat gezeitigt haben» würde. Den Endlauf gewann L a p i z e knapp vor Brocco, während die beiden anderen, Egg und Engel, stürzten. Beide gaben Lapize an ihrem Sturz schuld und legten Protest ein, der aber abgewiesen wurde. Engel geriet darauf mit dem Rennkom'.tee in Streit und es kam zu einem Skandal. Engel wurde aus der großen Konkurrenz ausgeschlossen. Im Gesamtklassement steht immer noch der Belgier Thys mit 35 Minuten Vorsprung vor den Franzosen Pelifsicr und I. Alavoine sowie den Belgiern Rossius, Dcsraye und dem Schweizer Egg.
* Die Fortschritte der deutschen Luftfahrt. Das neue Jahrbuch des Deutschen L u f t f a h r e r v e r b a n d s gibt einen Überblick über die gewaltigen Fortschritte, welche die deutsche Luftfahrt in den ersten zehn Jahren ihrer Entwicklung zu verzeichnen hat. Am 26. Dezember 1913 waren 10 Jahre verflossen seit der Gründung des Verbands durch vier Vereine, den Berliner, Münchener, Augsburger und den Oberrheinischen Verein. Am Ende des Geschäftsjahrs 1913 gehörten ihm 88 Vereine mit 78 700 Mitgliedern an; von den die Luftfahrt ausübenden Vereinen stehen der Berliner Verein mit 1274 Mitgliedern und der Niederrheinische Verein mit 1152 Mitgliedern an der Spitze. Dem Verband gehören 1017 Freiballonführer, 39 Luftschifführer und 604 Flugführer an. Die stete Aufwärisbewegung zeigt insbesondere der Zugang von 11 Vereinen mit 1826 Mitgliedern im abgelaufenen Geschäftsjahr. Außer den Militärstationen sind zurzeit 19 Luftschiffballen und an 48 Orten Flugzeughallen bezw. Flugstützpunkte über ganz Deutschland verteilt vorhanden. Flugwett- bewerbe fanden im vergangenen Jahr 15 statt, und zwar 10 Verbands- und 5 Vereinswettbewerbe, wofür 475 000 M. für Preise zur Verteilung kamen. Die Rekorde des Vorjahres wurden lümal verbessert und 10mal brachten Deutsche einen Weltrekord an sich. Der Stand der deutschen Rekorde am 1. Januar 1914 war folgender: Im Freiballon stellte Hugo Kaulen den Dauer- und Entfernungsrekord mit 87 Stunden und 2828 Kilometer auf; den Höhenrekord halten dre Professoren Berson und Sürrng mit 10 800 Meter; diese Höchstleistungen rm Freiballon sind auch Weltrekorde. Im Flugzeug hält Langer den Dauerrekord ohne Fluggast, Bemus^ mit einem, Schirrmeister mit zwei und Gsell mit drei Fluggästen, Fallen stellte Höchstleistungen mit vier, fünf, sechs und sieben Fluggästen auf. Inhaber des Höhenrekords ohne Fluggast ist Linnekogel und desjenigen mit einem Fluggast Cauicr; dre Höchstleistungen mit zwei, drei, vier und fünf Fluggästen hat Sablatnig zu verzeichnen.
. ......III linnr —wummm ■!I! .- ..
Neues aus aller weit.
Vernichtung eines Naturdenkmals. Die letzten Gcwitter- stürme arn Niederrhein haben einem weithin bekannten Naturdenkmal, der SonSbecker Linide, nahezu den Garaus gemacht, die Krone ist abgebrochen und die morschen Seiterräjte mußten beseitigt werden. Die alte Linde hat schon manchmal unter Blitzschlag und schwerem Sturm zu leiden gchabt. Eiserne Bänder hielten den Baumriesen zusammen. Über das Alter der Linde enthält das Frotztroeollum Lonshsaonsis die Aufzeichnung, daß sie am 2. Dsosintzris 1693 eingepflanzt wurde.
Von einer Lokomotive zermalmt. Essen (Ruhr), 14 Juli. In Dinslaken wurde der Brermer Legug als er einen Wagen des sich in Bewegung oefmdlichen Guierzuges besteigen wollte, von diesem überfahren und getötet. — Beim Zusammenkuvveln eines Güterzugös wurde auf derselben Station der Rangiermeister Meine«, als er vom Zuge auf das Nebengleise absvrana. von einer Vorubersahrenden Lokomotive ersaßt und zermalmt.,
Folgenschwere Automol,,lunralle. Berlrn. Io. Juli. Ein schwerer Automobiluufall ereignete sich gestern abend auf der Chaussee zwischen Niederschonl-ausen und Blankenfelde. Der Schneider Gärtner wollte nach Berlin fahren als kurz hinter Blankenfelde infolge Bruches eines Bolzens die Steue- runa berfia&te. Das Auto fuhr gegen einen Baum, uberschlug sich und wurde völlig zertrümmert. Die sechs ^nsasien wurden aus dem Wagen geschleudert. Nach Anlegung von Noi- verbänden wurden sie nach Berlin geschasst. r-r
14 Juli Bei dem Zusammenstoß zwo chen einem Automobil und einem Motorrad auf der Landstraße bei Brngge wurde der belgische Rennfahrer von Doorne getötet und der französische. Fahrer Delacroix schwer verletzt.
Ein Dampfer gestrandet. Bordeaux, 15. -3uli. —er Paketdamipfer ..Devona". der mit der Po,t voii Senegal und Brasilien an Bord gestern in Bordeaux ankammen sollte, ,st beim Festmachen gescheitert. Die Passagiere wurden mrt
Booten an Land gebracht. _ r ,
Ein weiteres Opfer der Berge. Salzburg, Io Jul,. Der OberbezirkSarzt Kleinmann ist m den. Lasirer Steinbergen abgestürzt und tödlich verunglückt. Dre Lcich» nt geborgen worden. __
Oie Ereignisse in Klbanien.
Die Lage in Turazzo und Balona.
W. K- B. Durazzo. 15. Juli. Nach einem gestern abend -aufgegebenen Radiogramm ist die Lage unverändert. In der Stadt herrscht -eine niedergedrückte Stimmung wegen des Falles von Berat und Fielt, sowie des bevorstehenden Einzuges -der Aufftandischen m Valona das durch den dort einigetvoffenen Haupimann Ghillard m,t etwa 1000 Fre,- willigen nach Möglichkeit vcrieldigt werden soll. Die Einnahme der Stadt -durch die Aufftandr,chen ist «“»■ wendbar. Zahlreiche Familien aus Valona sind gefluchtet, über ihr Schicksal ^herrscht in Durazzo im all-gemernen Unklarheit. Die Bewegungen des Feindes m 1 einer S.ellung am Raslbul, die täglich intensiver wer-don, der andauernde Signal- w-cchsel mit der Stadt, sowie einige Arbeiten an den S.el- lumen. in denen die den Nogierungstruppen abgenommenen Geschütze sichtbar werden, verur,achen täglich amrmrerende Gerüchte über Anari'ftsMichten der Aufttandl,chen, di-e Nis- ke ondere ch den Abendstunden Erregung Hervorrufen. Ein Mohammedaner soll von Sch>ak dre vertraucich-e Nachricht mit^ 2racht baben die Äu-fständtschen beabsichtigten, heute Nackt Durazzo a» z u greifen. Die Nachricht wurde ikevstsch aufgenom-mei', da dre Überzeugung herrscht, daß die Aufständischen vor ihrer Vereinigung mit den vor Volona operievenden Kräften gegen Durazzo nichts unternehmen
werden. Neue Verhandlungen vor Durazzo.
A- St. Durazzo» 15. Juli. Gestern abend um 9 Uhr wurde ein Parlamentär zu den Aufständischen gesandt, der ihnen Vorschlägen sollte, entweder mit der Bevölkerung von Durazzo, oder mit der Kontrollkommission oder mit dem
