Einzelbild herunterladen
 

Skr. NS2.Dienstag, 14, Juli 1911 MkSba-eNer

Ehina ausbrach, nahm er als Kommandeur des 1. Ostasta­tischen Infanterie-Regiments an der Niederwerfung dieses Aufstandes teil. Hierauf befehligte er als Generalmajor vom 22. April 1902 bis zum 4. Februar 1904 die 42. Infanterie- Brigade in Frankfurt a. M., worauf er auf sein Gesuch zur Disposition trat. Am 1. Juli 1913 verlieh ihm der Kaiser den Charakter als Generalleutnant.

Ordensverleihungen. Den Roten Adler-Orden zweiter Kasse mit Eichenlaub wurde dem Gen.-Major z. D. Quade, bisher Kom. der 25. Jnf.-Brig.. verliehen.

* Eine OrgarrisationSänderung im preußischen Kriegs­ministerium. Am 1. Oktober werden im preußischen Kriegs­ministerium drei neue Abteilungen in Wirksamkeit treten: die Etatabteilung, die Luftfahrtabteilung und die Unter­kunftsabteilung West. Die beiden letzten werden zunächst nur als vorläufig gebildet.

Die Sommerreise des Nordseegesckwaders. Wilhelms­haven, 13. Juli. Die großen Linienschiffe des Nordsee­geschwaders haben heute nachmittag ihre Sommerreise nach Norwegen angetreten.

Deutsche Schutzgebiete.

Kamerun 30 Jahre deutsch. Am 14. Juli 1884, somit heute vor 30 Jahren, hißte Nachtigall an der Küste Kameruns die deutsche Flagge. Unter dem Einfluß englischer Umtriebe waren in den ersten Jahren Eingeborenen-Unruhen an der Küste zu unterdrücken, was die kleinen Kreuzer „Olga" und „Bismarck" durchführten. Verhältnismäßig spät erst drang eine deutsche militärische Expedition ins Hinterland vor; Oberstleutnant Pavel erreichte 1902 den Tschadsee. Seit­dem ist viele Arbeit geleistet worden. Das Bild des heutigen Kamerun macht der deutschen kolonialen Verwaltungstätigkeit alle Ehre. Die nun durch das Abkommen mit Frankreich er­weiterte Kolonie wird sich hoffentlich in Zukunft, wenn die Erschließung so weitere Fortschritte macht, als einer der wert­vollsten und einträglichsten Telle des deutschen Kolonial­besitzes erweisen.

Kuzlanö.

Gsterrsich-Nncrarn.

Verschiebung deS allslawischen S-kolistentages. Wien, 13. Juli. Wie die tschechischen Blätter melden, hat das Prä­sidium des altslawischen Sakolversins aus Laibach die Mit­teilung erhalten, daß der diesjährige all slawische Sokolkongretz, der, wie erinnerlich, von der Regierung verboten wurde, aus den 7. und 8. September verschoben wurde. Bis zu diesem Zeitpunkte hofft man die Erlaubnis zur Abhaltung des Kongresses zu erhalten.

Graf Czernin in Wien. Wien, 13. Juli. Der öster- Deichifch-ungarische Gesandte in Bukarest, Goas Ezernin, ist hier eingetrossen.

Die Troppauer Zwischenfälle. Trapp au, 13. Juli. Über die gestrigen Zwischenfälle anläßlich deS Tschechischen und Deutschen Volkstages in der Nachbargemeinde Katharein wird noch folgendes .gemeldet: Als die Tschechen durch die Stüdt Troppau zogen, kam es zu mehreren Zusammenstößen. Mehrere Tschechen wurden leicht verwundet, u. a. wurde der tschechische Landtagsabgeordnete Gudrich durch einen Schlag mit einem Stock über den Kopf verletzt. Deutsche griffen den Wagen an, dessen Pferde scheuten; ein Angreifer wurde überfahren und schwer verletzt. Zur Unterstützung der städtischen Wache wurden die Gendarmeriereserven und die Militävbereitschaft ausgeboten. Im Stadtinnern Trop- paus wurden an tschechischen Gebäuden mehrere Fenster eingöschlagen.

Luxemvurg.

Deutsche Ausflügler unter Spionageverdacht. Luxem-

b u r g, 14. Juli. Vor 14 Tagen unternahmen zwei deutsche Angestellte.der Disferdinger Hüttenwerke einen Ausflug nach der benachbarten Grenzfestung Montmedh. Bon dort sind sie .wicht zurüchgekchrt. Rach Meldungen, die gestern hier ein­trafen, sollen beide in Begleitung eines ihnen befreundeten französischen Unteroffiziers_ eingehend die Festungs» werke besichtigt und dabei' photographische Auf­nahmen gemacht haben. Beide sollen setzt angeblich in Haft gehalten werden, ebenso wie .der französische Unteroffi­zier, den sie besuchten. In Differdingen herrscht lebhafte Be­unruhigung über das Schicksal der beiden Ausflügler.

Frankreich.

Das Budget in der Kammer angenommen. Paris, 13. Juli. Die Kammer hat das Budget in seiner Gesamtheit mit 385 gegen 132 Stimmen angenommen und sich auf morgen nachmittag vertagt.

Kein Aufschub in PoincarSs Nußlandreise. Paris,

13. Juli. Die Abreise des Präsidenten PoincarK nach Peters­burg wird, wie in den heutigen MachmittagSblättern erklärt wird, unter keinen Umständen aufgeschoben werden. Man hofft bestimmt, daß die Kammer das Budget 'doch noch durch peil schon wird, eventuell unter Zuhilfenahme von Nachmittags- und Nachtsitzungen. Sollten aber diese Sitzungen auch nicht genügen, so wird ernstlich erwogen, die Kammer auf einige Tage im Monat August nochmals zu- sammentreten zu lassen, oder aber nicht das ganze Budget, sondern zunächst e i n w e i t e r e s Z w ö l s t e l zu bewilligen. Dies dürfte das achtemal sein, daß man zu einem solchen Ausweg schreiten muß.

Hansis Flucht und die Patriotenliga. Paris, 13. Juli. Die Nachricht, daß Haust Deutschland verlassen habe, hat seine nationalistischen Freunde in Paris heftig verstimmt. Man will dort nicht glauben, daß Flucht vorliege. Der neue Chef der Patriotenliga, Barres, erklärte auf Befragen, er habe das Vertrauen, daß Hansi feine Strafe lo yal abbützen werde.

Zur Verhaftung weiterer Nihilisten. Paris, 14. Juli. Mit der Verhaftung des russischen Anarchisten Daharach- vili scheint die Polizei einen sehr guten Fang gemacht zu haben. Daharachvili, der sich anfangs sehr schweigsam ver­hielt und nicht die geringste Mitteilung über ferne Vergehen machte, hat sich plötzlich anders besonnen und eine grauen­hafte Schilderung von seinem Vorleben .gebracht. Seit 1907 hat er danach ganz Südrußland unsicher gemacht und als Wegelagerer teils allein, teils mit Komplizen die Passanten angefallen und sie ihrer Wertsachen und ihres Geldes beraubt. Auf diese Weise will er eine bedeutende Summe zus.ammenbekommcn haben. Nach den letzten Ergeb­nissen der Untersuchung scheint es tatsächlich der Fall zu sein, daß ein anarchistisches Komplott gegen den Zaren, der bekanntlich im Oktober dieses Jahres nach Paris kommen soll, geplant gewesen ist.

Portugal»

Politische Unruhen. Lissabon, 14. Juli. Gestern ist aß hier und in O p o r t o zu schweren politischen Unruhen ge­

kommen, deren Grund besonders in der Feindschaft zwischen der demokratischen und fortschrittlichen Partei liegt. In Lissabon hatten geistern nachmittag die Fortschrittler, Sozialdemokraten und Anarchisten ein großes politisches Meeting abgehalten. Rach Schluß 'der Ver- samnüungen gerieten die Teilnehmer in ein Handge­menge. Auch die Anhänger anderer Parteien mischten sich in den Streit. Revolver wurden gezogen und es ent­spann sich ein erbitterter Kampf, in dessen Verlauf mehrere Personen verletzt wurden. Berittenen Gendarmen gelang es mit großer Mühe, die Streitenden zu trennen. Ähnliche Vovgänge spielten sich in Oporto ab. Man be'fii-rchtet neue Unruhen, da binnen kurzem die Wahlkampagne ihren Anfang nehmen wird.

Enkkland.

Eine Riescndemonstralion der Nlsterleute. Belfast, 13. Jüls. Heute fand anläßlich des Jubiläums der -Schlacht am Bohne eine große unionisiische Demonstration statt. C a r s o n ritt an der Spitze des Zuges von 50 000 Mann, der sieben Meilen lang war, an den Versammlungsort auf einen Platz außerhalb der Stadt. In 'den früheren Jahren führten solche Umzüge gewöhnlich zu Blutvergießen; heute trat in­folge der strengen Vorschriften der Führer auf beiden Seiten trotz der politischen Spannung bisher k eii n Zwischenfall ein. Nach dem Eintreffen des Zuges auf dem Festplatz hielt Carson eine Ansprache, in der er erklärte, die Regierung würde den Geist der Ulsterleute nie unterdrücken. Er betonte, Ulster werde gewinnen, weil Gott ihr Recht schützen werde. Me Versammlung schloß mit einer Resolution, die eine Huldigung an den König enthielt. Es war in Belsaijt eine starke Polizeimacht au'sgebaten; die Truppen tvaren in den Kasernen zusammengez-ogen. Auch alle anderen Festversammlungen 'in ganz Ulster Verliesen ruhig, ein be­merkenswerter Gegensatz zu den früheren Jahren.

Vertagung des Unterhauses im August. London» 13. Juli. Im Unterhaus teilte heute Premierminister Asguith mit, daß die Vertagung des Hauses im August stattfinden werde. Die neue 'Session beginne dann im frühen Winter, damit die verschiedenen Maßnahmen be­raten werden, welche in Lloyd Georges Budgetrede 'skizziert worden sind.

Großfeuer aus einem Kreuzer. London, 14. Juli. An Bord des Kreuzers „Minerva" brach in der Nacht zum Mon­tag 'ein Feuer aus, das erst nach vierstündiger Löscharbeit ein­gedämmt werden kannte. 40 Tonnen Kohlen mußten entfernt werden, che man an den Brandherd heran konnte. Der Luft- zuitriA sachte die Flammen an. Die Hitze war so enorm, daß die Panzerplatten des Schisses rotglühend waren. Zwei Mann erkrankten an Rauchvergiftung.

NorNsche Staaten.

Bon der Nordlandsreise des Kaisers. Balestrand, 13. Juli. Heute morgen -gegen 8 Uhr unternahm der Kaiser einen säst zweistündigen Landausflug. Mittags fand ein kriegsgeschi-chtlicher Vortrag des Generals Frerherrn von Freytag statt. Nachmittags bearbeitete der Kaiser die von dem Kurier gebrachten Eingänge. Das Wetter ist -andauernd schön.

Italien.

Zur Reservistenmobilisierung. Rom, 14. Juli. Wer die gemeldete Mobilisierung von 120 000 Reservisten wird von zuständiger Seite aufs entschiedenste versichert, daß der Maß­regel kein besonderer Anlaß zugrunde liege. Diese Maßregel stelle weder einen Akt gegen die griechische Regierung noch gegen einen arideren Staat dar. (Die Maßregel scheint demnach gegen einen inneren Feind ergriffen worden zu seien und dürste mit dem drohenden Aus stand der Eisenbahner zusa-mme ich äugen. Schrift!.)

Neuerliche Verschlimmerung im Befinden des Herzogs von Aosta. Neape l, 14. Juli. Nachdem der Herzog von A o st a von einem infektiösen Fieber, von dem er befallen wor­den war, gänzlich geheilt schien, ist gestern übend folgendes Bulletin ausgegöben worden: Die Kr'arvkheit des Herzogs von Aosta, ein infektiöses D a r m l e i d e n, das seit den ersten Tagen des Juni einen regelmäßigen Verlauf genom­men hatte, zu keiner Besorgnis Anlaß bot und «m 7. und 8. Juli beinahe gänzlich geschwunden schien, zeigt seit drei Tagen eine Verschlimmerung mit hohem Fieber, Darmbeschwerden und leichten Anzeichen von Herzschwäche. Die Temperatur beträgt 39.0. (gez.) Pes-carolo. Verde. Nach der Veröffentlichung des Bulletins begab sich eine große Zahl von Einwohnern Neapels in den Palast des Herzogs, um sich einzutragen. Die Herzogin Helene leitet die Pflege ihres Ge­mahls.

Ein Unfall bei der Landung eines Militärlustschiffes.

U d i n e, 18. Juli. Als das lenkbare Luftschiff „P. 5" hier landete, wurde es plötzlich von einem heftigen Windstoß wieder sovtgerissen. Von den zehn'Kavalleristen, welche das Luftschiff hielten, ließen neun die Taue los, während einer in eine Höhe von 150 Meter m i t s o r t g e f ü h r t wurde, aus der er dann abstürzte. Er war sofort t o t. Das Luftschiff landete unbeschädigt.

«Qlkanftaaten.

Das Zeremoniell beim Staatsbegräbnis des russischen Gesandten. Belgrad, 14. Juli. Zu dem Staatsbegräbnis des russischen Gesandten von Hartwig, das hier stattfin- foei, ist gestern die Witwe des Verstorbenen eingetrossen. Hartwig wird neben dem ehemaligen Minister Milanowitsch beigesetzt. Ein besonderes Zeremoniell wurde für das Leichenbegängnis ausgearbeitet. Die Kosten werden von der serbischen Regierung bestritten. Die serbischen Minister heben den Sang vom Wagen und tragen ihn in die Kirche hinein, die fremden Diplomaten aus der Kirche heraus.

Unglaubliche serbische Verdächtigungen der österreichischen Gesandtschaft. Paris, 14. Juli. Der „Petit Parisien" er­hält folgende Depesche aus Belgrad: Hier erhält sich mit

Hartnäckigkeit das Gerücht, daß der russische Gesandte Herr von Hartwig, der vor drei Tagen im Gebäude der öster­reichisch-ungarischen Gesandtschaft plötzlich verstarb, ver­giftet worden sein soll. Dieses Gerücht hat große Auf­regung, besonders in den unteren Schichten der Bevölkerung hervorgerufen. Die serbische Zeitung „Tribuna" beschuldigt Österreich-Ungarn in aller Form, Herrn von Hartwig ermor­det zu haben. Eine -andere Zeitung behauptet, daß sehr wich­tige Dokumente, die Hartwig bei sich geführt hätte, aus 'der österreichisch - ungarischen Gesandtschaft verschwunden seien.

Die offiziöse bulgarische^ Darstellung des jüngsten Grenz­zwischenfalles. A. T. B. isafta, 13. Juli. Der neue Zwischenfall an der 'bulgarisch-rumänischen Grenze (vergl. die rumänische §^"»t-ll,unw in der heutigen Morgenausgabe) hat

Mend-AuSgave, 1 . Blatt. Sette &

sich folgendermaßen zuigetragen: Vorgestern begaben sich d-reZ bulgarische Soldaten in die Ortschaft Kujun-dschuk aus rumä­nischem Gebiet, nur dort einer Hochzeit beizuwohnen. Sie -erblickten alsbald die Braut, die -vor -acht rumänischem Sol­daten und vier rumänischen Gendarmen, die sie verfolgten, flüchtete. Die Soldaten nahmen die junge Frau -in Schutz. Es entwickelte sich eine lebhafte Auseinandersetzung, woraus schließlich die Rumänen einen Bulgaren anyrissen und ihn" gra-us am mißhandelten. Die zwei anderen Bulgaren flüch­teten, holten ihre Gewehre und kehrten dann zurück, um ihren Kameväden zu befreien. Im Lause des sich nun entwickelnden' Gswehrfeuers wurden zwei Rumänen verletzt. Rumänische und bulgarische Offiziere haben sich sofort an Ort und Stelle begeben.

Todesstnrz zweier griechischer Flugoffiziere. Athen,

13. Juki. Während eines Mungsflulgos auf dem hiesigen! Flugplatz -sind der Slvbskapitän Firssow <uuä> sein Fluggast abgestürzt. Beide sind tot.

Türke! _

Der Konflikt mit Griechenland. K o n st a n -t i n o pel,

13. Juli. In -unterrichteten Kreisen heißt es. daß -die P s o r t e und Griechenland sich an den schweizerischen B u n d e s -p r ä s i d e n -t e n gewandt hüben mit d-em Er- 'suchen, einen Schiedsrichter zu bestimmen, der über etwaige MÄWungsverschiedenheiien in der griechisch-türkischen Aus- wan'derun'gskornmission in Smyrna entscheiden soll.

Vereinigte Staaten.

Eine Sicherheitsmaßnahme zur Revolution in Haiti.

W a s h i n g t o n, 18. Juli. Aus Anlaß der Revolution auf. Haiti hat die amerikanische Regierung Befehl -gegeben, daß 700 Marinssoldaten in Guan-tanam-o zur Einschiffung nvch Haiti bereitzuhalten sind.

Mexiko.

Carranza unerbittlich. W a 's h i n g t o n, 13. Juli. Ge-" neral Carranza hat die amerikanische Regierung in aller Fovm davon unterrichtet, daß er sich äuf keine Ber - Mittelung mit Huertas Abgesandten einlasse, und nur die bedingungslose Übergabe annehme.

China.

Die neue Revolution im Wachsen. Peking, 13. Juli. Die Regierung ist von den Meldungen über den Ausbruch der dritten Revolution im Süden sehr beunruhigt. Die! revolutionäre Streitmacht w ä ch st täglich. Aus S ch a n -g * -ha i begeben sich täglich u n-geh e-u r e Mengen F teil williger nach dem Süden. Duanischikai ersuchte die eng-- lischen Konsuls, die revolutionären Freiwilligen am Landen zu verhindern, aber diese Maßnahme dürste keinen Erfolg hüben. Da Sunjatsen sich in China, Amerika und Japan be­deutende Geldmittel beschafft hat, besteht für die Sachk Revolutionäre keine schlechte Aussicht.

KuZ §taöt ARd £anb.

Wiesbadener Nachrichten.

— Beisetzung. Der in Badenweiler nach kurzem Leidest' verstorbene Major beim Stab des 2. Unterelsässischen Jn- fanterie-Re-giments Nr. 137 .(Garnison Hagenau) Max Bade wurde gestern nachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle des alten Friedhofs aus auf dem Nordfriedhof zur letzten Ruhe bestattet.- Zwei Kompagnien des Füsilier-Regiments v. Gersdorff (Kur­hess.) Nr. 80 mit den Sptelleuten und der Regimentsmusik un­ter dem Kommando von Major v. Bonin erwiesen die mili­tärischen Ehren. Dem mit Len Offiziersemblemen geschmück­ten Sarg folgten nächst den Angehörigen eine Offiziers- und Unt-eroffiziersabordnung des 2. Unterelsässischen Infanterie- Regiments Nr. 137, Offiziere des hiesigen Füsilier-Regiments mit Oberst v. Hake an der Spitze und eine Abordnung des hiesigen Offizierkorps des Nassau-ischen Feldartillerie-Regi- ments Nr. 27 (Oranten). Die Trauerrede hielt für den be­urlaubten Divistonsprediger Pfarrer Beidt. Mit Gebet und Segen und mit 3 Ehrensalven der Jnsan-terie schloß die Trau-erfeier.

— Feuerbestattet wurden hier in Wiesbaden in der Zeit seit der Errichtung des Krematoriums bis Ende Mai insge­samt 133 Leichen. In dem die dreifache Einwohnerzahl auf­weisenden Frankfurt belief sich um dieselbe Zeit die Zahl der Kremierten auf nur 172, obwohl -das Frankfurter Krema­torium einige Monate früher wie das hiesige in Betrieb--ge­nommen wurde.

— Dienstjubiläum. Postschaffner -Theodor F o r m, Goethes strahe 17, begeht am 16. d. M. sein 25jähr-iges Menstjubi-läum.

— Der Waldmensch dem Waldmenschen. Aus dem Lebest des -am Sonntag tot -aufgesundenen „Waldmen-schen" Fröh- l -i ch wird ein schöner Zug gemeldet, der wert ist, mitgeteilt zw werden. Als sein guter Freund bestattet wurde, erschien Fröhlich noch während der Bcstattungsfeierlichkeiten mit einem großen Strauß aus Waldblumen an dem offenen Grab und legte diese mit den Worten „Der Waldmensch dem Wald­menschen" dort nieder. Der Freund hatte selbst Hand an sich gelegt. Es war ihm von kirchlicher Seite mit Rücksicht darauf die Begleitung verweigert worden, und Prediger Welker hatte am Grabe gesprochen.

— Für Automobilisten. Nach Mitteilung des Großh. Hess. Kreisamts in Friedberg i. H. ist auf der neuen Kveisstratz-e von Friedberg -nach Bad Nauheim (Strecke Bur-gberg-Friedberg bis Gassabrik Bad Nauheim) durch Polizeiverordnung vom 25. Juni d. I. das Fahren mit Kraftfahrzeugen aller Art ver­boten worden.

— Ein neuer großer Wald- und ümgebungsplan, genast und nach besten Onellen in vorzüglicher B-earbeitu-ng in Farbendruck, verbunden mit einem in gleicher Art geferti-gten großem Stadtplan, -im Ümschlag geheftet, leicht handliches Format, ist von den Bereinigten Druckereien Hammelmann u. Sprunkel in neuester Auflage hergestcllt worden und wird jedem Fremden sowie Einheimischen die besten Dienste tun» Er ist in den Buch- und Papierhandlungen käuflich.

— Jminobilien-Zwangsverstcigerungen. Vor dem hiesi­gen Amtsgericht standen gestern verschiedene Jmmobilien- Zwangsversteigerun-gstermm-e an. Es handelte sich dabei zu­nächst um das Wohnhaus mit Hosraum und Nebengebäuden Rheinstraße 67, seither den Eheleuten W-einhändler Heinrich H e tz dahier -gehörig. Das Immobil hat -einen Schätzungs­wert nach der Steuerbehörde von 140 000 M., nach dem Feld­gericht von 100 920 M. Höchst- und Lehtbieten.de Web Fräulein Pauline Mahr, Rheinstratze 107, mit 30010 M, Die -eigene Hypothek der Ersteigerin beträgt 53 000 M. Be­stehest bleiben 100 000 M. Hypotheken. Termin rur EÄeilung