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Test« ;k. , > ALenb-Ausgabe, 1* Blatte

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ihrer Freude Ausdruck, datz ihnen ihr scheußliches Ver­brechen geglückt sei. Die Täter kennen sich nicht. Die Polizei glaubt jedoch, daß beide Mitglieder von großserbi­schen Kainpforganisationen sind.

Die Bestürzung in Wien.

Wien, 28. Juni. Die Nachricht von dem Attentat und dem Tod des Erzherzog-Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Gemahlin, die in Wien um 4 Uhr bekannt wurde, wurde in der ganzen Stadt unter dem Ausdruck tiefster Teil­nahme, Bestürzung und E nt setzen lebhaft be­sprochen. Von den einzelnen Häusern wehen bereits schwarzeFahnen. Die Zeitungen verbreiteten die Nach­richt durch Extrablätter. Auf dem Flugplatz traf die Nachricht um 144 Uhr ein, und zwar zunächst in Form von unbe­stimmten Gerüchten. Sie wurde zuerst von niemand geglaubt. Die Flugkonkurrenzen wurden daher fortgesetzt. In der Hofloge wohnte Erzherzog K a r l A l b r e ch t den Vor­führungen bei. Als ihm die offizielle Nachricht von dem Attentat zur Kenntnis gebracht wurde, verliest er sofort das Flugfeld. Die Flüge wurden sofort eingestellt.

Konsignirrung der Wiener Pvlizeimannschast.

Wien, 28. Juni. Die Behörden gerieten durch die Nach­richt von der Ermordung des Thronfolgers in die größte Er­regung. Der Statthalter Freiherr v. Bienerth ließ sofort den Präsidenten der Polizeidirektion Ritter v. Brzesowsky zu sich entbieten und nach einer halbstündigen Konferenz wurde die Konsignierung der gesamten Wiener Polizeimannschaft ver­fügt.

Panikartige Aufnahme an der Wiener Börsen

Wien, 2g. Juni. Die Börse hat die Nachricht von dem Attentat direkt panikartig aufgenommen. Trotz des Feiertags bildete sich ein lebhafter geschäftlicher Privatverkehr. Die füh­renden Aktien erlitten Kursstürze. Alpine Montan sanken -uf 780, d. h. um 12 Kronen, während Staatsbahnen auf 682, d. h. um 6 Kronen, sanken.

Die Trauer im Lande.

wb. Wien, 29. Juni. Aus der ganzen Monarchie treffen Depeschen ein, die den erschütternden Eindruck wiedergeben, den die Nachricht des Attentats hervorgerufen hat. Überall wurden die Festlichkeiten abgesagt. In vielen Orten fanden Kundgebungen statt, in denen die unwandelbar« Treue zu Kaiser und Kaiserhaus ausgedrückr wurde.

Serajewo nach dem Attentat.

wb. Serajew», 28. Juni. Sobavd die Nachricht von dem Hinscheiden des Erzherzogs Franz Ferdinand und feiner Ge­mahlin in der Stadt bekannt .gewvrlden War, wurden alle Fahnen auf Halbmast gesetzt. Die Trauer in der Stadt ist allenthalben außerordentlich. Das Landtagsprästdium rich­tete sofort -au die Käbinedtskanzlei Seiner Majestät ein Tele­gramm, in dem dem Schmerz uuid der E n t r ü st u n g der gesamten Bevölkerung über das ruchlose Attentat Ausdruck gegeben und Seiner Majestät unerschütteÄicher Treu« und Ergebenheit an das Herrscherhaus versichert -wirb. Um 4 Uhr nachmittags fand eine T r a u e r sä tz u ng des Gemeindevats statt. Für 8 Uhr ist der Landtag zu einer Trauevsitzung einberufen worden. Im ganzen Lande herrscht vollkom­men« Ruhe und Ordnung. Mit lbswegter Stimme gab der Bürgermeister der Entrüstung der Bevölkerung über «die feige Mordtat Ausdruck. Die Straßen sind wie ausge­storben. Militärpatrouillen mit -aufgepflanztem Bajonett und scharfgeladener Waffe durchziehen die Stckdt. Eine große Anzahl von Verhaftungen wurde vovgenommen. Vor dem Konak, in -dessen Thronsaal die Leichen des Thro-nfolgers und seiner Gemahlin vorläufig aufgebahrt sind, haben starke Jn- fanterieabteilungen P»sto gefaßt. Die Geistlichkeit aller Be- konntnisse begab sich in den Konak, um dem Landeschef den Abscheu der Bewohner über die grauenvolle Mordtat aus-zu- drücken.

Die großserbischen Berschwörerkomitccs.

Eine vergebliche Warnung des Wiener serbischen Gesandten.

* Wien. 28. Juni. Zu der Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand und seiner Gemahlin liegen noch folgende weitere Einzelheiten vor: Die Erregung in Kroatien und

Bosnien unter den dort wohnenden Ser'ben «egen die öster­reichisch« Herrschaft ist nicht erst jüngsten Datums. Seit einigen Jahren bereits hat sich der Fanatismus der dortigen Serben in einer Reihe von Attentaten geltend gemacht. Gegen tzie österreichische Herrschaft besteht ein förmliches Netz von Verschwörer-komite-es. und von Zeit zu Zeit gelang es der Wachsamkeit der Behörden, Verschwörungen a-uszudeckem be­vor sie zur Reife gelangten. Die großserdische Agitation, die durch die Ereignisse in A l b a n i e n- neue Nahrung erhielt, war in Wiener politischen Kreisen Ibis in die kleinston Einzel­heiten bekannt. Die Reise des Thronfolgers vollzog sich unter den größten Vorsichtsmaßregeln, über 1000 Gendarmen

Mesbadeirer TagAM

waren -aus -allen Teilen des Landes in Serajelivo.Susamm?n- gezogen. Die Spalier bildenden Truppen hielten die Zivilisten in respektvoller Entfernung von dem Wagen-zuge des Erz­herzogs. Die Polizei hatte die Anordnung getroffen, daß Sie Mit Blumen geschmückten Balkons unbesetzt blieben und auch der Blumenschmuck mußte entfernt wor­ben, um Niemandem-als H-iuiterhalt zu dicm-en. — Ter lerbrsche Gesandte in Wien hatte den Thronfolger vor dom Antritt seiner Reise -gewarnt, doch der Thronfolger hatte ihm erklärt, daß ihn derartige zwar wohlgemeinte Ratschläge von der Er­füllung seiner Pflicht nicht -abhalten könnten.

Der Sicherheitsdienst in Serajewo. — Die Warnungen vorher.

wb- Wien, 29. Juni. Über den -Sicherheitsdienst m Sera­jewo wird von privater Seite gemeldet: Angesichts des

Aufenthaltes des Erzherzogs Franz Ferdinand und 1 einer Ge­mahlin wurden schon seit acht Tagen die Polizeimatz- n a h m e n sehr st r e n g gehandhaibt. Jeder nur halbwegs Verdächtige und jeder, der von -auswärts kam, mußte sich durch besondere Le g i t i m-a t i 0 n s p a p i e r e -auÄveisen, Vorgestern wurden 3 7 verdächtige Personen ^ver - h astet. Die Vorkehrungen der Behörden gingen poweu, datz hinter dem Militärspalier keine AnsamnÄung des Publi­kums -geduldet wurde, ebenso ivar es streng verboten, daß die Fenster besetzt ivürden. Sogar jeder Blumenschmuck an den Fenstern und Ballonen mußte (wir gemeldet) entfernt werden. Wie ferner -verlautet, sollen dem Erzherzog -schon vor Beginn der -großen Manöver zahlreiche Warnungen zugeg-angen sein. Der Erzherzog soll, -als ihm die Gefahr der Teilnahme -an den großen Manövern -vor Augen geführt wurde, erklärt haben, er sei -entschlossen, unter allen Umstan­den an den Manövern t e i-l z u n eh-m e n und vor Drohungen nicht zurückzuweichen. -Der Erzherzog soll dagegen seine -Gemahlin zu -bestimmen versucht haben, in Kono- pischt zu bleiben, doch war es die Herzogin, die ihren Gemahl dringend bat, die Reise mitinachen zu dürfen. Erst auf bis wiederholten Bitten der Herzogin willigte der Erz­herzog in ihre Teilnahme -an der Reise ein. Die unglücklichen Kinder des Erzherzogspaarcs weilen zurzeit in KonopiM.

Serbenfeindliche Studentendemonstrationen in Serajewo.

Q Wien, 29. Juni. (Eig. Drahtbericht) Abends um 91/2 Uhr begannen sehr ernste Demonstrationen in Sarcgewo seitens der Studenten gegen Serbien und die Serben. Man rief: „Hier können wir keine Mörder brauchen, heraus mit ihnen. Alle Feinde Österreich-Ungarns heraus! Nieder mit Serbien!" Gegen die Wohnung eines Serbenführers, des Schwiegersohnes des serbischen Gesandten, wurde ein Steinbombardement eröffnet, so daß das Militär ausrücken mußte. — Die Verhaftungen von Serben dauern fort, es werden auch Frauen und Mädchen verhaftet.

Die Überführung der Leichen des Erzherzogspaares.

A Sarajewo, 29. Juni. (Eig. Drahtbericht) Die Lerchen des Erzherzogs Franz Ferdinand und der Herz 0 gin von Hohenberg werden im Konak aufgebahrt werden und von einem Wiener Professor einbalsamiert. Daher dürfte die Überführung nach Wien nicht vor morgen er­folgen. Über die Leichenfeierlichkeiten sind noch kerne Be- stirnmungen getroffen, doch verlautet, datz die Bersetzu n g nicht vor dem 10. Juli stattfinden wird.

Der Schmerz des greisen Naisers Kranz Joseph.

Wien, 29. Juni. Kaiser Franz Joseph war, als er in Bad Ischl die Unglücksbvtschaft erfuhr, tief erschüttert. Er brach beinahe völlig zusammen und wcrntc und rief aus: Ent­setzlich, entsetzlich, auch dieses noch! Auch dre­ier Weg soll mir nicht erspart werden! Auf dieser Welt ist mir nichts erspart geblieben. Der Karser zog sich hierauf aufs tiefste erschüttert in seine Appartements zu­rück. Sämtliche Beranstaltungen und Theatervorstellungen wurden sofort nach dem Bekannt!» erden der Trauernachrrchten abgesagt. Der Kaiser gab Befehl, die Hofhaltung nach Wren zu verlegen. Die Rückreise wird bereits heute Montagfrüh angctreten werden.

Der Herzog von Cumbcrland beim Kaiser.

Bad Ischl, 28. Juni. Der Herzog von Cumbcrland ist heute nachmittag in Begleitung feines Dienstkämmercrs im Automobil von Gmunden hier erngetroffen. Gr strrttete um 5 Uhr dem Kaiser einen Kondolenzbesuch ab.

Tiefe Trauer auch in Deutschland.

Die Benachrichtigung des Kaisers in Kiel.

Kiel, 29. Juni. K a i s e r W i lh e l m erhielt bte Trauer­botschaft am frühen Nachmittag. Die im Hafen liegenden Kriegsschiffe und Jachten setzten die Flaggen »fort auf Halb- stock. Auf Anordnung des Kaisers wurde ern ^rauersalut abgefeuert. Es wird erwogen, die Kieler Woche abzu- brechen. Auch der Kommandant des englischen Ge­schwaders ließ alle englischen Schisse sofort Halbmast flaggen.

Feuilleton.

Nus Kunst und Leben.

* Kurtheater. Im Kuvtheater erlebte der -drei artige Schwank „Poker!" von Alexander Engel nnd Jülius Horst am Samstag seine Erstausführung. Ern Schwank, wie es Dutzende -gibt, mit den üblichen Verwechslungen, M>h- vevständniflen -und zum Schluß Verlobungen. Der zwei.« Akt spielt auf dem Semmering, wo die Hanptbetcrliigten rm Rodelkostüm erscheinen uNÜ rodeln sollen — es wurde aber fast nur „geschwommen!!!". Die Souffleuse durfte sich ern-es regen Interesses seitens der Mitspieler erfreuen. Trotzdem ,var Hans S 0 n n e n t h a l «in li-ebenswübdiger Schwerenöter von einem Sportre-da-kteur, Egon Brecher tat sich besonders durch seine gute Maske hervor, desgleichen Herr Blaß. Recht fesch waren die Damen von Klingenberg und Römer, während Fvau L a r s k a durch ihr Äußeres sehr lustig wirkte. Ein Erlebnis -war dieser Schwank nicht — muß es denn -auch solche Schwänke geben?! B. v. N*

Kleine Chronik.

Theater und Literatur. „Die gute Auskunft", Lustspiel in 8 Akten von Richard Skowronnek, wurde für das Berliner Komödienhaus zur Aufführung in der kommenden Spielzeit angenommen.

Das Elsässer Theater in Mülhausen veröffent­licht ein Preisausschreiben für Theaterstücke in elsässi- schein Dialekt, für die Preise von 1000, 800, 300, 200 und 100 M. zur Verfügung stehen. Die näheren Bedingungen des Preisausschreibens sind durch den Präsidenten zu erfahren.

Julius Wolfs wird in dem von ihm viel besungenen Harz. IN seiner Heimat, ein Denkmal gesetzt. In Trese-

burg, an der Stätte deS von Wolff gedichteten „Wilden Jägers", wird das Denkmal zu stehen kommen. Dre Ent­hüllung wird im September 1914 anläßlich der 80. Wieder­kehr des Geburtstags des Dichters stattfinden.

In Wien ist ein Denkmal für den Dichter Ferdinand v. Saar enthüllt worden.

Maeterlincks „Monna Vanna", bisher für England verboten, ist jetzt zur Aufführung frcigegeben und wird Anfang Juli in London gespielt.

Bildende Kunst und Musik. Geraldine Farrar, die schon den Winter hindurch eines nervösen Magenübels halber ihre gewohnte Tätigkeit in Amerika nicht im vollsten Um­fang ausüben konnte, hat sich veranlaßt gesehen, wie das „B. T." schreibt, mit großem Bedauern auch ihre Mitwirkung in Salzburg bei den Mozart-Festspielen abzusagen. Lilli Lehmann ist es gelungen, die Hofopernsängerin Elaire Dux, welche die Rolle der Zerline im Don Juan in London singen sollte, als Ersatz zu gewinnen, wozu Graf Hülsen- Haeseler in liebenswürdigster Bereitwilligkeit seine Erlaub­nis erteilte.

Wolf-Ferraris Oper „Die vier Grobiane hat am Teatro Lirico in M a i l a n d ihre erste Aufführung in italienischer Sprache erlebt und fand bei Publikum und Presse begeisterte Aufnahme.

Der Allgemeine Deutsche Musikverern be­schloß, das 80. Deutsche Tonkünstlerfest 1918 in Chemnitz abzuhalten. Für diese Jubiläumsveranstaltung hat, wie die Leipz. N N." Mitteilen, Richard Strauß eine neue "Alpensinfonie" zur Uraufführung zur Verfügung gestellt.

Max Schillings neue Oper „M 0 n a L i s a" wird am 1. November am Stuttgarter Hoftheater die Urauffüh­rung erleben. Für die männliche Hauptrolle wurde Kammer­sänger John Forsell engagiert. Wenige Tage später ge-

Moutag, 28. Juni 1914. _ Nr. 396.

Der tiefe Eindruck der Trauerbotschaft in Berlin.

Berlin, 29. Juni. Da gestern nachmittag der Verkehr in der inneren Stadt nur gering war. erfuhr die Bevölkerung die Nachricht von dem furchtbaren Unglück, von dem die havs- burgische Monarchie betroffen worden war, erst allmählich. Überall gab sich die Teilnahme in lebhaftester Weise kund. C" allen Lokalen, in denen Konzertdarbietungen stattfanden, wurden diese aufgehoben und die Kapellen intonierten unter dem stürmischen Beifall der ergriffenen Menge „Gott erhalte Franz, den Kaiser". Die österreichische Botschaft wurde zu­erst durch das Auswärtige Amt von dem Attentat verständigt. Um 4 Uhr fuhr der Reichskanzler vor dem Botschafterpalais vor und stattete dem Botschafter einen längeren Besuch ab. Später kamen die Hausminister und die Vertreter der aus­wärtigen Staaten und gaben ihre Karten ab.

Die Ehrenstrllen des ermordeten Thronfolgers in der deutschen Armee.

Der Erzherzog ist Chef des preußischen Ulanen-Reg!- ments Prinz August von Württemberg (pasensches) Nr. 10, des -bayerischen 2. Schweren Reiter-Regiments Erzherzog Franz Ferdinand, sicht L ln suite des Kaiser-Franz-Garde» Grenadier-Regiments Nr. 2, der deutschen Marine, des wurt- temb. Füsilier-Regiments Kaiser-Fvanz-Joseph Nr. 122 utt» des sächsischen 1. Ulanen-Regimeüts Nr. 17 Kaiser-Franz- Joseph und bekleidete -auch in -anderen.fremden Heeren bt-e üblichen Ehrenstellen.

Der neue Thronfolger.

Erzherzog Karl Franz Joseph.

Durch den Tod des Erzherzogs Franz Ferdinand geht die Thronfolgeanwartschaft auf den G r 0 ß n e f f e n des Kaisers, den Erzherzog KarlFranzJoseph über. Dieser ist der älteste der beiden Söhne des am 1 November 1906 verstorbene« Erzherzogs Otto, der ein jüngerer Bruder Franz Ferdinands war. Der jetzige Thronfolger, mit vollem Namen Karl Franz Joseph Ludwig Hubert Georg Otto Maria,, wurde arn 17. August 1887 in Persenbeug geboren, steht also im 27. Lebensjahre. Nach absolviertem Gymnasium schlug er, wie üblich, die militärische Laufbahn ein und steht zurzeit als Major im Infanterie-Regiment dir. 39 in Wien. Seit dern 21. Oktober 1911 ist er mit der am 9. Mai 1892 geborene« Prinzessin Zita von B 0 u r b 0 n und Parma vermählt, und der am 20. November 1912 in dieser Ehe geborene Erzherzog FranzJosephOtto stellt also jetzt die dritte Generation dar. Der Thronfolger gilt als ganz besonders deutsch- , freundlich, und er hat, ohne politisch hervorgetreten z« sein, aus dieser Gesinnung nie ein Hehl gemacht.

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pressestimmen.

# Berlin, 29. Juni. (Eig. Drahtbericht) Das .ber­liner Tageblatt" schreibt: Die nächste Frage ist, welche die politischen Folgen des politischen Verbrechens sei« werden. Die ohnedies gespannten Beziehungen Österreich- Ungarns zu Serbien werden zweifellos verschärft werden, auch wenn nachweisbar ist, daß nur österreichil Untertanen serbischer Nationalität am Verbrechen beten ^ ligt gewesen sein sollen. Aber die von so vielen besondere« Umständen abhängigen Folgen für bte_ auswärtig? Politik treten fast zurück vor denen, die für die innere« Verhältnisse Österreich-Ungarns zu erwarten sind.

Tic „Deutsche Tageszeitung" bemerkt über die Folgen: „Was das Deutsche Reich anlangt, so ist möglich, daß die jetzt geschaffene Lage, ihre Entwicklung und Folgen die deutsche Politik, sei es jetzt, sei es später, vor schwer­wiegende Entscheidungen von höchster Bedeutung ) stellen werden. Möge der Augenblick, wenn er kommt dre Leiter des Deutschen Reiches bereit und überlegt zur EE schließung finden. Schon wird aus. Paris eine Äußerung des „Temps" berichtet, welche die Genugtuung über das furchtbare Ereignis zeigt, welches Österreich-Ungar« seines künftigen, jetzt schon erprobten Führers beraubt ha« Halten wir Deutsche also die Augen offen, seien wr entschlossen und bereit." — Der „Vorwärts" sagt: „über raschung und Grauen, Unwillen über die Sinnlosigkeit der individuellen Gewalttat, die auch die Frau des ersehnte p Opfers nicht verschont, erweckt die Kunde dieser grausame' - Tat. Und dann denken wir an den greisen Mann, de auf dem alten vermorschenden Kaiserthron sitzt, der eve« erst eine schwere Krankheit überwunden, hat. Vv« tragischem Schauer umwittert erscheint dieses alte Haupt de Dynastie: ein trauriger Lebensabend .... Sinnlos u« nutzlos erscheint die Tat, aber wie ward sie möglich? . - -' Die Todesschüffe knallen den Regierungen Österreich-Ungar«'-), eine furchtbare Warnung ins Ohr. Serbische Fanatiker, jung?' unreife Nationalisten sind die Attentäter gewesen. Fra«s Ferdinand war das Opfer der österreichisch-ung« rikchen Balkan- und N a t i 0 n a l it ä t e n p 0 l 1 1!.

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gelangt das Werk an der Wiener Hofoper sowie in Ha«^ b u r g zur Aufführung. t

In Berlin ist Professor Hermann Prüfer, v?. frühere Direktor des Königl. Hof- und Donichors, rm P 5 von 70 Jahren gestorben. .

Wissenschaft und Technik. Der millionenreiche Automol«, fabrikant Henry Ford in New York hat eine Millrv Dollar gestiftet zum Kampfe gegen K r e b s und T u b e kulose. Von einem Teile des Geldes wird ern Versus laboratorium an das gleichfalls von Ford gestiftete Hosp« angebaut werden. Das Laboratorium soll ausschließlich ve Studium der Methoden zur Bekämpfung der beiden Kra«

heiten dienen. . ..

In Chrene wurde der Torso einer mannliw Figur gefunden. Es handelt sich um ein Kunstwerk vo hohem Worte.

Das norwegische Segelschiff „Armaner Hansen r« Funchal eingetroffen. An Bord befand sich der fahrer Nansen sowie ein Stab von Gelehrten, die jetzt e Expedition zum Zweck von Tiefseeforschungen in der Geg^ der Azoren unternehmen wollen. . , t

Aus dem Ernst-Haeckel-Schatz für den Mo«' mu§, gesammelt zu Haeckels 80. Geburtstag, wurd 30 000 M. an die Kasse des Deutschen Monistenbunves uno Phvletischen Archivs in Jena überwiesen. _ ^

' Die kürzlich verstorbene Frau M 0 r r i s - I e 1 u p * läßt dem Naturhistorischen Museum in New ö 8 Millionen Dollar. ..»!,?<

Der deutsch-amerikanische Ausschuß der Wel j,«* siel ln n g in San Francisco 1915 hat den 9t«® [en , Tierärztlichen Hochschule, Geheimrat Professor Dr. berger, und Dr. med. Riedel rn Dresden, zu Mitgliedern ernannt.