Nr. a» 7 « _ Mittwoch, S 4 . Juni 1914 . _ Wiesbadener Tttgbiair.
geforberte Attest zu erhalten. Er habe die Krankheit selbst beurteilen können. Wenn aber die Behörde unbedingt eine ärztliche Bescheinigung haben wollte, dann hätte sie einen Arzt zu dem Kind schicken sollen. Das Kammergericht hob das Urteil als vochtsirrig auf. Es beruhe auf der irrigen, vielfach unzutreffenden Anschauung, als ob die unterlassene Entschuldigung den Vater ohne weiteres strafbar mache und als ob eine ärztliche Bescheinigung über die Krankheit des Kindes gefordert werden könne. Eine Bestrafung könne nicht ein» treten, wenn d i e Schülversäumnis tatsächlich entschuldbar war. Eine ärztliche Bescheinigung könne von der Schulbehörde nicht erzwungen werden.
§psrt unb Luftfahrt»
Pferderennen.
* München-Riem, 23. Juni. Juni-Flachrennen. 2000 M.
1. L. Adlers Well managed (Bleuler), 2. Wassertropfen, 3. Kandy. 41:10; 22, 39:10. — Preis von Beugstetten. 5000 M. 1. Graf M. Arco-Zinnebergs Kaliope (Cockeram), 2. Sungart, 3. Haralt. 28:10; 17, 19:10. —• Klub-Rennen. 3500 W.
1. M.. Rannertshausers Bauernfänger (Bonnet), 2. Ray o'Light, 3. Ernest 2. 50:10; 19, 18, 35:10. — Bayerisches Zuchtrennen. 10 000 M. 1. A. v. Schmieders Drosselbart (Slave), 2. Mirior, 3. Onda. 11:10; 11, 14:10. — Nacht- (chatten-Rennen. 1500 M. 1. W. Blatts King 1 (Lt. Hermann),
2. Salier, 3. Smaragd. 26:10; 11, 11:10. — Preis von Dagl- nng. 8000 M. 1. W. Blatts Samiel (Unterholzner), 2. Kronstadt, 3. Geri.
* Longchamp, 23. Juni. . Prix du Boi. 5000 Franken. 1. Comte F. de Castejas Perplexite (Sharpe), 2. Sülorge,
3. Glossop. 41:10; 28, 47:10. — Prix Berteux. 15 000 Franken. 1. Tissots Djamh (Roupnell), 2. Man Petiot, 3. Frileux 3. 33:10; 19, 16:10. — Prix Mackenzie-Grieves. 10 000 Franken.
1. Baron Ed. de Rothschilds Frizzle (Mac Gee), 2. Mousse de Maer. 3. Cherry Brandy. 72:10; 25, 24:10. — Handicap Limite. 20 000 Franken. 1. L. Prates Genillg (Lancaster),
2. Ardeche, 3. Vangoyen. 81:10; 35, 52, 89:10. — Prix de Ehatou. 5000 Franken. 1. Marquis de Ganahs Mkermös (L. Bara), 2. Linios, 3. Roi des Etes. 48:10; 20, 17:10. —• Prix de Rüeil. 5000 Franken. 1. Comte de la Cimeras Bon Succtzs (Bellhoufe), 2. Rebellis, 3. Francinet. 149:10; 33, 18, 17:10.
Die Gewinnsumme deS Oppenheimschen Nennstalls auf
Der Flachbahn beläuft sich jetzt nach dem Hamburger Erfolg von Ariel auf rund 271 000 M.
Internationale Segelfahrt des Norddeutschen Regattavercins.
wb. Cuxhaven, 23. Juni. Heute vormittag begann bei heiterem Wetter und frischem Südwestwinde die internationale Segstlwettfahrt des Norddeutschen Regattaveveins. Eine große Anzahl von Begleitdampfern und anderen Fahrzeugen hatten sich am Startplatze eingefunden. Um 11.50 Uhr startete' als ewste der Jachten der A-I-Klasse „Germania", als^ zweite „Hamburg" und als dritte die neue KaiserjachÜ „Meteor". Gleich nach dem Start ging „Meteor" vor und zog davon. Bei der 19-Meter-Klasse gingen „Wendula" als erster, „Cedille" als zweiter über das Startband. Bei der 15-Meter-Klasse ging „Pamela" als Erste über die Startlinie, hatte dann aber den bereits gemeldeten Zusammenstoß mit dem Dampfer „Cuxhaven". Als Zweiter ging „Jsabella Alexandra" und als Dritte „Paula III." über die Startlinie und zogen in dieser Reihenfolge davon.
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* Rhein- und Taunusklub Wiesbaden (E. B.) Am Sonntag, den 28. d. M., findet eine Nachmittagswanderung ans die Hallgarter Zange statt. Wiesbaden ab 1.27 Uhr. an Erbach 2.05 Uhr. Fußwanderung nach Kloster Eberbach. Ankunft daselbst 3 Uhr (Sammelrast). Auf ausfichtsrecchen Wegen, teils durch schattigen Wald, über die Kisseimühie. an der Moosschen Jagdhütte vorbei zur Hallgarter Zause. die gegen 5 Uhr erreicht wird. Rast 1 Stunde. Abstieg über Hallgarten n<A H a t t e n h e i m. Ankunft %8 Uhr. Einkehr: Gasthaus Noll. Mcrrschzeit 4% Stunden. Führer: die Herren Hch. Gabriel und D.^Wendler. — Die Vorberatung der 7. Hauptwanderung: ^dftein-Camberg, die am 12. Juli zur Ausfühmng kommt, findet am Donnerstag im Klublokal statt.
* Kegelsport. Am Sonntag veranstaltete der „Kegelklub Zieten" im Restaurant „Taunus". Lahnstraße 22. sein erstes diesjähriges Preis! eg ein bei gutem Verlauf und reger Beteiligung. Zahlreiche geschmackvolle Preise standen zur Verfügung. Auch viele Mitglieder anderer Klubs waren anwesend: die ganze Veranstaltung fand ungeteilten Beifall. Leider ist es. so heißt es in dem uns hierüber gesandten Bericht weiter, in Wiesbaden, obwohl es wiederAlt versucht wurde, noch nicht dazu gekommen, alle Kegelklubs zu einem Verband zusammen zu schließen, dessen Hauptzweck sein soll, aus allen Bahnen gileiche Kugeln und Kegel einzuführen. Hierdurch würde sich jeder Kegler» mag er hinkommen, wo er will, sofort heimisch fühlen, weil er dann überall das gleiche Material vorfindet. Solche Kealervetzbande hat man bereits in allen großen Städten. Hoffentlich kommt es in Wiesbaden auch noch so weit, zumal der Kegelsport der schönste und älteste deutsche Svort ist.
bs. Beim Bezirks-Wetturnen des MittellährrLczirks in
Falkenbach (Oberlahnkreis) erreichten 52 der zum Wettkampf angetretenen Turner die borgeschriebene Punktzahl und wurden mit Eichenkranz und Diplom ausgezeichnet. Die ersten Sieger sind: 1. I. Kollee-Dehrn. 81 Punkte, 2. K. Strieder- Limburg, 80 P.. 3. K. Herrche-Limburg, 74 P.. 4. W. Feh- Limburg. 64 P.. 5. Ludwig Koch-Kirbergs 63 P. Die ersten Sieger im Zöalingswetturnen sind: 1. G. Aumüller-Villmar, 126 P.. 2. H. Christmann-Kirberg, 115V« P- 3. I. Sehr-Dehrn, 112% P.. 4. K. Prcußer-Kirbevg. 111% P-, 5. K. Schmidt- Limburg. 110% V.
* Hundesport. Der bekannte Zwergrehpintscherzwinger ..Von der Leichtweishöhle", Besitzer Theodor Heß. Bierstadt- Wiesbaden. Mumenstraße 6, P.. holte sich unter sehr starker Konkurrenz auf der Internationalen Spezral-Zwerghund-Aus- stelluna am 14. Juni in Stut'tgart mit mehreren sslbst- gezüchteten Zwergpintschern 1., 2.. 3. und Ehrenpreise sowie für seinen Sieger 1913 den Champ i on trt el 19i4 und den 1. Preis für die beste Gruppe Zwergrehpintscher.
* Der Internationale Olympische Kongreß in Paris wurde gestern vormittag g e s ch l 0 s s e n. _ In der letzten Sitzung wurden noch nachträglich Bogenschießen, Rüghby, Hockey und Eishockey als fakultative Sportzweige ausgenommen. Die Zuwiderhandlung gegen die Amateurbeftimmung wird mit Preis- und Punktentziehung bestraft. Wenn die Mitschuld eines zuständigen Landesverbandes erwiesen ist,
werden dem Lande alle Punkte genommen. Für das Kampf- und Schiedsgericht wurde ein deutsch-eng- lisch-schwedischer Antrag angenommen. Das Platz geeicht wird wesentlich deutsch unter Hinzuziehung internationaler Funktionäre sein, die Jury (Berufungsinstanz) international. Selbstverständlich gelten die besonderen Bestimmungen für Fechten, Turnen, Reiten und dergl. Bekanntgsgeben wurde noch die Stiftung eines Golf-Challenge durch den Grafen Arnim-Blumberg.
sr. Für die Lawn-Tcnnis-Weltmeistcrschaften auf Grasplätzen, die in Wimbledon, der klassischen Stätte der englischen Lawn-Tennis-Meisterschaften. abgehalten werden, wurde jetzt die Auslosung vorgenommen. In der Herren-Meister- schaft treffen Froitzheim auf den neuen englischen Stern Hove-Crisp. R. Kleinschroth auf C. Eltringhanr. (England). Heyden auf Harvey (England) und R. C. spieß auf Jarois. Im Doppelspiel haben E. T. Kuhn-Oppenheimer das englische Paar Gore-Kingscote zum Gegner. Fvoitzheim-R. Kleinschroth treten gegen Cvaig-Biddle-Meyers und Spretz- Heyden gegen die noch sehr dunkslen Edward-T. W. Last an. Für die Damen-Meisterschaft ist deutscherseits keine ^ Nennung erfolgt. Dem großen Aufgebot der englischen Spielerinnen treten als einzige Ausländerinnen Miß Ryan (Amerika) und Mlle. Proquedis (Frankreich) gegenüber.
* Archibald und Shaw, über die Vorgänge am Schluß des Rennens um den Großen H a n s a p r e i s. der am Sonntag in Hamburg-Horn zur Entscheidung kam. schreibt die „Sport-Welt": „Der Trainer Taml kündigte an der Wage einen Protest wegen Kreuzens an. doch legten die Herren A. und C. v Weinberg, deren vornehmer sportlicher Gesinnung Proteste nie entsprochen haben, diesen Nichtsein. Recht unerquicklich war die Szene, die dann folgte. Shaw attackierte Archibald. und dieser revanchierte sich als gewandte: Boxer auf recht fühlbare Weife. Die beiden Kampf- hähne wurden rasch getrennt. Wir verstehen es. wenn gerade ein so ruhiger Dtann wie Shaw nach der gewaltigen Erregung eines großen Rennens, das sogar die Unbeteiligten siebe n läßt, und in der Wut, Erbitterung und Empörung über die R e i t p 0 l i t i k Archibald s einmal fü. einen Augenblick die Fassung verliert und die Herrschaft über seine Nerven. Seit Jahren weisen wir wieder und wieder darauf hin, daß die gewalttätige Art und Weise des sonst g:oß- artigen Reiters Archibald oft eine Lebensgefahr für die anderen Jockeis bildet Wenn ein Mann wie Shaw, der schon so viel unter der Rücksichtslosigkeit von Archibald zu leiden hatte, einmal seine Gefühle nicht mehr beherrschen kann, wie in Hamburg so sollte die Technische Kommission des. Unionklubs daraus entnehmen, wie weit bei vielen Jockeis die Er- bitterung über Archibald gediehen ist. Wir möchten den Fall aus dem Hansa-Preis nicht als den typischsten für die Taktik von Archibald erklären, denn verpflichtet tvar er nicht. Orelio dnrchzulassen. und das Zumachen des Lochs ist ihm nicht verwehrt, aber das einladende Offen lassen der Innenseite und das Schließen, sobald der Gegner darin sitzt, sieht man bei Archibald so oft, daß es den absoluten Eindruck einer wohlerwogenen Taktik macht. Und das darf nicht sein. Die Pferde sollen die Rennen, gewinnen und nicht die Tricks der Jockeis " — Wie wir bereits meldeten, ist der Vorfall der Technischen Kommission des Unionklubs bereis angezeigt.
sr. Die Segel-Regatten um den Eintonner-Pokal, die nach
dem vorjährigen Sieg von England vor der Reede von Spithead am 17. August ihren Anfang nehmen, werden auch in diesem Jahre eine deutsche Jacht am Start f,ehe>n. Ws Vertreterin der deutschen Farben wurde die Jacht „Maro, rete" des Herrn Kirsten (Hamburg), die Gewinnerin des Pokals von Belgien, ausersehen.
* Sportliteratur. Zwei kleine Sportbändchem, die soeben im Verlag von Grethlein u. Co. in Leipzig erscheinen, berichtein in knapper, aber instruktiver Weife über die Gebiete des Schwimmsports und der Leichtathletik. Die beiden Heftchen sind im Auftrag der Deutschen Sportbehörde für Athletik herausgegeben. „W i e schwimme i ch" von Fritz Draemer und „Wie trainiere ich Leichtathletik" von Joseph Waitzer und A. Kränz lein, dürften die ihnen gebührende Beachtung schon infolge des billigen Preises bald gefunden haben.
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* Weltgipfelleistungcn im Flugwesen. Nach der soeben erfolgten fünften Ausschreibung der Nationalflug spende erhalten deutsche Flugzeugführer, die auf in Deutschland hergeftellten mit deutschem Motor versehenen
s Flugzeugen die zurzeit bestehenden Weltrekorde der höchst erreichten Höhe und des längsten ununterbrochenen Danerflugs in einer von der Föderation Aeronautique Internationale anerkannten Weise Überbieren, 5000 M., wenn der Rekord sich zuvor in Händen eines deutschen oder zurzeit des Rekords in einem deutschen Unternehmen angestellten Flugzeugführers, 10 000 M., wenn er sich zuvor in Händen eines ausländischen, nicht bei einem deutschen Unternehmen beschäftigten Flugzeugführers befand. Die Gesamtsumme der Preise wird aus 60 000 Mark festgesetzt.
wb. Unfall eines russischen Lenkballons. Wilna,
23. Juni. Der Lenkballon „Taube", der eine Besatzung von 10 Mann an Bobd hatte, nahm infolge ungünstigen Windes aus dem Wog nach Riga eine Notlandung vor. Er geriet gegen einen Baum und wurde fast gänzlich vernichtet; die Mitfahrenden wurden leicht verletzt.
Neues aus aller Welt.
Der Tod in den Flammen. Stettin, 23. Juni. In dem Nachbarort Pcchejuch war in einem Hause ein Brand aus- «etzrvchen. Hierbei erilitt bin Einwohner namens' Kap- schewski. den Tod durch Verbrennen, als er zum zweitenmal in seine Wohnung drang, um Möbelstücke zu retten.
Eine Kirche durch Blitzschlag eingcäschert. Brandenburg a. d. Havel. 23. Juni. In der vergangenen Nacht entlud sich in der Umgobuna von Brandenburg ein äußerst heftiges Gewitter. Der Blitz schlug in die Kirche von Ketzin ein und zündete. Trotz der Löschversuche brannte das Gotteshaus völlig nieder.
Ein riesiger Speicherbrand. Paris, 23. Juni. Heute nacht zwischen 1 und 2 Uhr ist in dem großen Warenspeicher im Stadtviertel La Billette in der ».Avenue d'Allemagne ein großes Schadenfeuer ausgebrochen. ' Das Feuer ist in dem Speicher A, in dem hauptsächlich zollpflichtige Waren lagern, wahrscheinlich infolge Kurzschlusses ausgebvochen. Dep Speicher A ist ein fünfstöckiges und 200 Meter langes Gebäude, das im Augenblick vollständig in Flammen stand. In dem brennenden Speicher lagerten riesige Vorräte von Kakao. Kaffee. Teppichen und anderen aus dem Orient kommenden Waren. Fast die gesamte Feuerwehr von Paris ist auf der Brandstätte erschienen und bemüht sich, die Feuershrunst zu bekämpfen und den Brand wenigstens auf seinen Herd zu beschränken. Die Arbeiten der Feuerwehr wurden durch heftigen Wind und den beißenden Qualm außerordentlich erschwert. Trotz der frühen Morgenstunde befindet sich eine riesige Menschenmenge an der Brandstätte. Der Schaden, den die FeuerSbrunst angorichtet hat. ist enorm und dürste sich nach einer Schätzung auf eine Million, nach einer anderen soaar aus zwei Millionen belaufen. Jedenfalls ist er aber vollkommen durch Versicherung gedeckt.
Ein Bär als Selbstmörder. N e w N 0 r k . 23. Juni. Bob. der gr^oße schwarze Bär des New Norker Zentralparks, hat das Zeitliche gesegnet. In Gegenwart einer großen Menge von Zuschauern hat er Selbstmord verübt. Und zwar anscheinend -Selbstmord aus Reue und Gewissensbissen. Der Obeüvärter berichtet, daß das Tier in den letzten Tagen die Nahrungs- ausnahme verweigerte, offenbar aus Reue über eine vor kurzem verübte Untat: Bob bat nämlich seinen Käftggenossen «rdrosseilt. Dieser Tage .klettert: der Missetäter nun im
Hintergrund des Käfigs die Felsterrasse empor, trat an den Rand des höchsten Felsens und warf sich rückwärts auf den Asphaltboden des Zwingers hinab. Die Höhe des Falles betrug nicht ganz zehn Meter, aber Bob erreichte glücklich sein Ziel, brach sich das Genick und war wenige Minuten später nur noch ein toter Bob.
Morgen-Ausgabo, 1. Blatt» Seite 8«
Die Ereignisse in KLbanien.
El Bassan im Besitze der Aufständischen, wb. Wien, 23. Juni. Die „Neue Freie Presse" meldet aus Valona: El Bassan befindet sich bereits in den Händen der Aufständischen.
Feindliche Angriffe trotz des Waffenstillstandes, wb. Durazzo, 22. Juni. (Wiener Korr.-Bureau.) Trotz des Waffenstillstandes unternahm der Feind des Abends Angrisfsversuche und eröffnete ein heft-iges Feuer gegen die verschanzten Regierungsmannschaften, die das Feuer lebhaft erwiderten. Bald griffen auch die Kanone n in den Kampf ein, der jedoch nach einer halben Stunde wieder verstummte.
Eine neue Niederlage der Regierungstruppcn. wb. Durazzo, 23. Juni. (Wiener Korr.-Bureau.) Meldungen aus dem Süden besagen, daß die Regierungstruppen am Semeni-Flusse von den Aufständischen geschlagen worden seien, wobei sie Geschütze und ein Maschinen g e wehr verloren hätten. — Der Platzkommandant von Durazzo beabsichtigt, das gesamte buschige Gelände zwischen der Stadt und Rasbul, durch welches sich der Feind vor 8 Tagen unbemerkt an die Stadt heranschleick)en konnte, durch Stadtbewohner planieren zu lassen, um einen freien Überblick bis über die Sümpfe zu gewinnen und dem Feinde jede Möglichkeit zu einer abermaligen Überraschung zu nehmen.
Essad-Pascha auf der Rückkehr? ff Paris, 23. Juni. Wie der Korrespondent des „Temps" aus Rom meldet, ist Essad-Pascha plötzlich verschwunden. Man fragt sich, ob er unter Verletzung der von ihni eingegangenen Verpflichtungen sich nicht etwa tn Bari oder Brindisi eingeschifft hat, um nach Albanien zurückzukehren.
Ein Bombardement der Hilfskolonne Prenk Bibdodas.
wb. Durazzo, 22. Juni, 10 Uhr abends. (Wiener Korr.-Bureau.) Heute früh bemerkte man in der Ferne nördlich von Durazzo starke Rauchsäulen. Wie später bekannt wurde, rührten diese von brennenden Dörfern her, die Prenk Bibdoda auf seinem Vormarsch in Brand gesteckt hatte. Auch will man in Durazzo Kanonendonner vernommen haben. Am Vormittag traf in Durazzo ein von den Aufständischen entsandter Pa r I a m e n t ä r ein und überbrachte die Bitte der Aufständischen, der Fürst möge dem Bombardement Prenk Bibdodas Einhalt gebieten, da dieser unter der Bevölkerung des Aufftandsgebietes, das er vom frühen Morgen bis um 8 I /2 Uhr vormittags beschoß, fürchterliche Verheerungen anrichte. Der Parlamentär zog jedoch wieder unverrichteter Sache ab. Der Waffenstillstand ist bis Mittwoch früh verlängert worden.
Die Streitkräfte der Anfftändischen. wb. Durazzo, 23. Juni. (Wiener Korr.-Bureau.) Dem schwerverwundet gefangengenommenen Keimakan von Schiak, dem Scheich Hamdi Rubeka, wurde die istachricht überbracht, daß Turkan-Pascha und die übrigen Mitglieder des Llabinetts für ihn die Todesstrafe Lurch den Strang forderten, wogegen Major Kroon energisch Stellung nahm. Aus Dankbarkeit für die Haltung Kroons machte der S ch e i ch Hamdi Rubeka dem albanischen Hauptmann folgende Mitteilung aus dem Rebellenlager: „Die Aufständischen rekrutierten sich aus den Gebieten von Dibra, Tirana, Pekini, Lkawaja und Schiak. Ihre Gesamtzahl betrage 6500 Mann. Davon seien wahre Anhänger der Bewegung nur etwa 3000, während die übrigen, darunter zahlreiche Christen, durch Drohungen zur Solidarität gezwungm worden seien. Cr selbst war, wie er zugab, die >LeeIe der Bewegung. Er verfüge über 1600 Leute, auf deren unbedingten Gehorsam er rechnen könne. Diese ständen unter der Führung des früheren Konftantinopeler Polizeibeamten Scheiket und des früheren türkischen Oberleutnants Kiemil bei El Bassan." Über die übrigen Führer der Aufständischen enthielt sich der Scheich jeder Äußerung. Im weiteren Verlauf der Unterredung erklärte der Scheich, daß er seine Leute auffordern wolle, die Waffen bedingungslos a u s z u liefern und sich dem Fürsten zu unterwerfen.
Zum Tode des Obersten Thomson, wb. Durazzo, 23. Juni. (Wiener Korr.-Bureau.) Gestern ist hier Hauptmann Thomson eingetroffen, um die Leiche seines Bruders, des Obersten Thomson, nach der Heimat zu befördern.
Letzte DeahLderichLe»
Die beabsichtigte Kronprinzenreise nach den Kolonie # Berlin, 23. Juni. (Erg. Drahtbericht) Die vo „Deutschin Kurier" gebrachte Meldung über eine ni ~ ' bevorstehende Kronprinzenreise nach den Koloni
dem „B. L." im Reichskolonialamt als I e e 1
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Kombination bezeichnet. Es sei brsher^ nichts weiter unternommen worden und daher sei auch die M teilung, daß die Kosten der Reffe vom Reichst einaefordert wurden, falsch, ^oenso unrichtig sei daß das alte Projekt daran ge,cheitert sei, daß
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Kaiser mangels genügender Burgichaft für die Sich heit Les Kronprinzen dre Zustimmung zur Reise v sagte. Der wahre Grund, warum die Reise unterbli war der. Laß inan mrt den Vorbereitungen zu l
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Fahrt in der -urzen Zeit nicht fertig wer! konnte. . _ t
ie r wank des Königs von Sachsen, wb. Dresden, 23. Juni. Der König von Sachs richtete von Eydtkuhnen aus an den Zaren v- Rutzland ein Telegramm, in dem es heißt: Im 8 ßpif' den Boden Rußlands zu verlassen, drängt es mi Ew. ücasestat nochmals von ganzem Herzen für L
