Einzelbild herunterladen
 

Nr. 888*_ Freitag, IS. Juni 1914.

begrüßte die Bestimmung des § 11, wonach die nicht dem Eigentümer zustehenden Fischereirechte auf Antrag des Be­rechtigten ins Wasser'buch einzutragen fein sollen. . Er ging u. a. auf den Schutz der Fischerei gegenüber ungünstigen Ein­flüssen durch industrielle Anlagen ein und regte ern-e^bessere Sorge für die Küstenfischerei an, als der Entwurf vorsehe.

tzeer und Llotre.

Fürstliche Gäste bei dem Kaisermanöver. Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich, der, wie er­wähnt, aus Einladung des Kaisers an den Kaisermanövern teilnimmt, wird vom 14. bis 18. September rn Bad Hom­burg v. d. H. im Schlosse Wohnung nehmen. König Kon­stantin von Griechenland hat jetzt ebenfalls seine Teilnahme zugesagt. Er wohnt vom 14. bis 18. September Lei seinem Schwager, dem Prinzen Friedrich Karl von Hessen auf Schloß Friedrichshos bei Cronberg.

Soldatenbeime aus allen Übungsplätzen. Gelegentlich der Besichtigung des neuen Sol'datercheims in Döberitz sprach der Kaiser den Wunsch aus, daß es gelingen möge, aus allen Übungsplätzen bald solche So-ldatenheime zu errichten.

KuZlanö.

Frankreich.

Ein Budget mit 60« Millionen Defizit. Paris, 18. Juni. Bei der heutigen W eit erb er atun g des Budgets erklärte Finanzminister Noulens, es sei un­möglich das Gleichgewicht des Budgets für 1915 her­zustellen. ' Die Lage des Staatsschatzes erheische Vorsicht, mache aber eine sofortige Anleihe nicht unbedingt erforderlich. Diese sei also eine einfache Vorsichtsmaßregel. Der Minister schätze das Defizit für 1915 auf ungefähr 600 Millionen. Er drückte die bestimmte Absicht aus, die ganze im Jahre 1909 von der Kammer angenommene Steuerreform auch in Senat zur endgültigen Annahme zu bringen. Die Finanzen Frankreichs seien unbedroht. Die Betriebsamkeit des Landes gestatte die Hoffnung auf bald,ge Besserung. (Beifall.)

Das große Anleiheprojekt. Paris, 18. Juni. Der konservative Devutierte Brousse brachte zum Anleiheentwurf den Zusatzantrag ein, daß die Anleihcziffer von 805 Millionen auf 1500 Millionen Franken erhöht werde. — Zum Vorsitzenden der Kommission, welche den Anleiheentwurf prüfen soll, wurde Cochery, zum Be­richterstatter Metin ernannt.

Der Chef des russischen Marincgcneralstabs in Paris. P a r i s , 19. Juni. Admiral R u s s i n, der Chef des russi- ichen Marinegeneralstabs, ist gestern hier eingetroffen. Er wird zunächst einige Tage in Paris verbleiben und sich so­dann nach Toulon begeben.

Brand eines Unterseebootes. Cherbourg, 19. Juni. Durch Bersten eines Petroleumleitungsrohres entstand heute auf den, Unterseeboot „Gustave Zody" ein Brand. Hilfe war schnell zur Stelle. Der Schaden ist unbedeutend.

Enaland.

Lhnchjustiz an den Suffragetten. London, 18. Juni. Auf dem Trafalgar-Square haben gestern Arbeiterinnen einige Suffragetten, die dort ihre Reklametafeln herumtrugen, durchgeprügelt. Gleichzeitig wurde eine Suffragette am Denkmal Wellingtons, der belebtesten Stelle von Hydepark- Corner. angekettet ausgefunden und unter gellenden Pfui­rufen der Menge von der Polizei gewaltsam losgemacht und fortgesührt. Füherinnen der Bewegung sollen geäußert haben, daß die Untaten bis auf weiteres unterbrochen werden.

London von einem großen Transportarbeiterstrcik bedroht. London, 19. Juni. London ist von einem neuen großen Streik bedroht. Die Mechaniker und Heizer mehrerer Linien bab-n in den Häfen die Arbeit niedergelegt und es ist zu be­fürchten, daß die Transportarbeiter in den Häfen einen Sympathiestreik erklären werden.

Italien-

Sechs Budgetzwolftel genehmigt. Rom 18. Juni. Die Kammer nahm die Vorlage über die Bewilligung von sechs BudgstzwAfteln in geheimer Abstimmung m.t 264 gegen

21 einem TrnppentranSportschiff beim Salut-

schießen. Aden, 19. Juni. Das Italien-,che Truppentrans­portschiff „Juliaua" ist gestern in den hmtzgen Hasen. emge- laufen. Als das Schiff den vvrichrftsmahrgen Salu °b- ieuerte ereignete sich ein schwerer Unfall. Eine Kartusche ervlodi'erte zu frühzeitig. Z w e i Seeleute wurden getötet und ein Artillerist so schwer verletzt, daß .an 1«nem Auskom­men «zweifelt wird. An Bord des SchUfes wurde durch die Aploston erst eb l i ch e r S ch a d e n angerichtet.

Nliftland.

Der Besuch des Königs von Sachsen. Ey dt kühnen, 18. Juni. Im Sonderzug, von Trakehnen kommend, traf der König von Sachsen um 6,17 Uhr auf dem hiesigen Bahnho- ein. Der König, der bei seiner Ankunft nnt Hurrarufen be­grüßt wurde, fuhr um 6,33 Uhr nach Wirb allen weiter. Stü­bern Bahnhof Wirballen, wo eine Ehrenschwadron des m Mariampol liegenden russischen Dragoner-Regiments auf­gestellt war, fand ein offizieller Empfang statt.

Kein Attentat auf den Zarenzug? Petersburg.

o-inii Die biestae Presse dementiert die in der auslcmdi-

SÄoSV; d°-

Postzuges. Danach soll es sich nicht unr ein Attentat gegen den Zug des Zaren gehandelt haben. Vwlmchr sei ein mad an der Lokomotive des Postzuges zerbrochen, so daß die Entgleisung erfolgte. Der Lokomotivführer, der He^er und zwei Passagiere wurden verletzt und mehrere Postwagen zer­trümmert. Die Untersuchung nimmt ihren Fortgang, doch wird das Ergebnis noch immer streng geheim gehalten.

Valkanstaaten.

Die Thronrede zur Eröffnung der rumänischen koWi- tuierendcn Versammlung. A- R-B u k a r e st, 18. Jum. Die Session der konstituierenden Versamntlung wurde heute mit­tag vom König mit einer T h r o n r e d e eröffnet, die lbe,agt: Ich halbe die Überzeugung, daß Sie das große Werk der Revision der Verfassung 3}> eurem gedeihlichen Ende führen und daß Sie es in der HEsesston vollenden werden. In dem Augenblick, da Sie an ein Werk von w großer Bedeutung gehen, habe ich die ganz be,andere Befrie­digung, feststellen zu können, daß sich die guten Be­ziehungen zu allen Staaten rm Jntereste des Friedens noch mehr befestigen. Getreu diesem ständigen Ziel unserer Politik werden wir über die Erhaltung des Glerch- aewichis auf der BalkanhalLinsek wachen, zu

Wiest»adertrr TagtrtE» Mend-Ausgabe, l. Blatt.Seit« 8,

welchem wir im »ergangenen Sommer so mächtig beigetragen

haben. Der B e s u ch, welchen der Kaiser von Rußland mit seiner Familie uns in Konstanza -abstattete, ist ein Beweis der hohen Stellung, weiche Rumänien durch seine kluge Poli­tik und durch den mächiigen Aufschwung aller Kräfte des Königsreichs in Europa -erworben hat. Der Besuch ist gleich­zeitig für Rumänien ein Beweis -des Wertes, welchen das mächtige russische Reich un-cren Bemühungen für den Frieden heimißt, sowie eine neue Seite der ruhmvollen Wassenbrüder- chast des Jahres 1877 und der immer freundschaft­licheren Beziehungen, die zwischen beiden Ländern bestehen. Der König wurde im Parlament mit besonders herzlichen Kundgebungen begrüßt. Die Thronrede wurde wiederholt von lebhaftem Beifall unterbrochen. Aus der Fahrt brachte die zahlreiche Menschenmenge, dem König lebhafte Ovationen dar.

dann auch fünf Burschen den Aufenthalt auf den Bänken der!

Spielplätze untersagte. Sehr widerwillig kamen die jungen Leute der Anordnung des Schutzmanns nach. Jedenfalls dürfte es sich -empfehlen, zumSchutz der Kinder, Kindermädchen und der Spaziergänger in den Anlagen eine -etwas strengere Kontrolle auszuüben, da diese Burschen schon seit 14 Tagen ihr Unwesen auf den Spielplätzen treiben.

— Die Konservative Bereinigung für den R-egi-erungsbL- zirk Wiesbaden hält ihre diesjährige Hauptversammlung — wie aus dem Inseratenteil unserer Zeitung ersichtlich war — übermorgen (Sonntag), nachmittags 5 Uhr, im großen Saal der „Wartburg" ab. Neben dem Jahresbericht, den der Vor­sitzende Kammerherr Landrat v. Heimburg.erstatten wird, ver­zeichnet die Tagesordnung einen Vortrag des bekannten Kan-- zelredners der Paulskirche in Frankfurt Pfarrer Julius Werner über: „Konstitutionelle Monarchie —nicht parlamenta-

Mexrko.

Ein Ultimatum Villas an Carranza. New Dork,

18. Juni. (Über Eagle Paß in Texas.) General Villa hat Carranza ein Ultimatum überreicht, in dem er die völlige Trennung der Zivil- und Militävgswalt der Regierung der Konstitutionalisten fordert. Rach Depeschen aus dem Haupt­quartier der Konstitutionalisten in Piedras Regras soll ein Komitee von drei Offizieren Carranza in Saltillo Villas Forderungen überreicht halben.

Der Geldmangel in Tampico. Tampico, 19. Juni. Der Mangel an Zahlungsmitteln ist noch nicht behoben. Als kleine Münze ist jetzt eine Pokermünze aus Celluloid in Umlauf.

China.

Schadcnsersatzzahlung an Deutschland. Peking,

19. Juni. Die chinesische Regierung hat auf Anerkennung der deutschen Forderungen auf Schadensersatz aus der Zeit der Revolution als erste Rate 500 000 Taels bezahlt.

Ku§ Stadt und tanh.

Wiesbadener Nachrichten.

Sonntagsruhe.

Wie in der vorgestrigen Morgen-Ausgabe des „Wiesbaden ner Tagblatts" bereits mitgeteilt wurde, hat die „Kom­mission zur Erreichung völliger Sonntags­ruhe im Handelsgewerbe" eine Eingabe an die Stadtverordneten - Versammlung bezw. den Magistrat gerichtet, in welcher die Einführung der völligen Sonntagsruhe im Handelsgewerbe zu Wiesbaden gewünscht wird. Für das Bedürsnisgewerbe sind natürlich Ausnahmen vorgesehen, wie sie im Frankfurter Statut und im Wiesbade­ner Statutenentwurf vom Jahre 1912 enthalten sind. Da der Kommission die meisten hiesigen kaufmännischen Ver­bände angehören, dürfte dem Antrag eine erhebliche Stoßkraft innewohnen, und dies um so mehr, als die Eingabe, obgleich- bereits geplant und vorbereitet, auf das Drängen von selbständigen Geschäftsinhabern erfolgte. Das Bedürfnis nach der völligen Sonntagsruhe hat eben un­zweifelhaft im Handelsgewerbe eine -Steigerung erfahren, und ein großer Teil der Ladoninhaber, vielleicht der größte, hat nicht die geringste Lust, die veichsgesetzliche Regelung abzu- warten. Augenfällig ist diese Tatsache besonders in letzter Zeit geworden. Wer aufmerksamen Blickes des Sonntagvor- mittags durch die Straßen unserer Stadt geht, wird nicht wenig geschlossene Läden bemerken. Es gibt wohl kaum ein bedeutungsvolleres Zeichen für das Erkennen des eigenen Ruhebedürfnisses des Ladeninhabers und für die Schärfung des sozialpolitischen Gewissens gegenüber den Angestellten, als dieses. Dieser freiwillige Ladenschluß ist auch ein Beweis dafür, daß man immer mehr Vertrauen in das soziale Ver­ständnis des kaufenden Publikums setzt; man befürchtet heute nicht mehr, daß die Kundschaft dem Ladenbesiher untreu wird, weil er auch -einen freien Sonntag für sich- beansprucht. Wie wir noch von autoritativer Seite erfahren, ist auch in M a i n z, auf das ja von den wenigen Gegnern der völligen Sonntags­ruhe immer hi-nigewiesen wird, in dieser Frage ein- vollkomme­ner Umschwung der Meinungen eingetveten. In dem dortigen Stadtparlament besteht seit den letzten Wahlen -eine absolute Mehrheit für die Einführung der völligen Sonntagsruhe. Und da die Mainzer S-onntagsruhekommission bereits eine der hiesigen .entsprechende Eingabe vorbereitet und in kürzester Frist einreichen wird, kann es keinem Zweifel unterliegen, daß Mainz unserer Stadt in dieser Frage auf dem Fuße folgen wird, wenn sie vorher den völligen Ladenschluß an Sonntagen einführt. Wenn nun auch trotzdem noch von einigen Herren der Popanz „Mainzer Konkurrenz" her-vorgeholt werden sollte, so besteht doch begründete Aussicht aus Einführung der völli­gen Sonntagsruhe im Handelsgewerbe in Wiesbaden. Denn auch die Wiesbadener Stadtverordneten-Versammlung zeigt .nach den letzten Wahlen ein freundlicheres sozialpolitisches Ge­sicht wie vorher. ________ ^

— Abgereist ist gestern nachmittag die Herzogin Max v o n W ür t t e mb erg, die zwei Wochen hier zur Kur weilte und in den „Bier Jahreszeiten" wohnte.

— Urlauber. Es ist anzu-erkennen, daß unsere Militär­behörde mit dem Urlaubge-ben nicht knausert. Gern gestattet sic den Truppencm-gehörigen, die nicht allzuweit von der Garnison daheim sind, daß sie am Samstag einen Abstecher nach Hause machen dürfen, befiehlt aber die rechtzeitige Wiederkehr am Sonntagabend. Leider macht die Militärbe­hörde die Erfahrung häufiger Ur la ub s üb er s-ch r e i ­tu n g e n. Die jungen, in ihrem Charakter noch nicht gefestig­ten Soldaten haben am Sonntagabend wirklich die Absicht, nach der nächsten Station zu gehen, um in die Garnison zu­rückzukehren, begegnen unterwegs einem Trupp früherer Kameraden, lassen sich überreden und kehren zu einem Ab­schiedsschoppen noch einmal ein, wobei dann gar oft die Rück­kehr zum Regiment völlig versäumt wird. Die Nachwehen bleiben nicht aus. Es sollten daher alle Angehörigen von den dem Soldatenstand angehörigen Personen darauf bedacht sein, dahin zu wirken, daß Urlauber rechtzeitig in ihre Gar­nison zurückkehren. Eine Überführung des jungen Mannes an den vorschriftsmäßigen Eis-enbahnzug durch -einen zuver­lässigen Angehörigen kann unter Umständen nur empfohlen werden.

— Schutz den Kinderspielplätzen! Wie schon öfter, trieben sich auch gestern abend zwischen 7 und 8 Uhr mehrere 18- bis 22jährige Burschen auf den Kinderspielplätzen am Warmen Damm herum. Da die Burschen den dort sich aufhaltend.en Kindermädchen -gegenüber sich in unflätigen Redensarten er­gingen, holte -ein Mädchen einen Schutzmann zu Hilfe, der

rische Regierung".

— Wertzuwachssteuer. Der Baubeflissene D., der in der Nr. 227 des „Wiesbadener Tagblatts" seine üble Erfahrung mit der Wertzuwachssteu-er geschildert hat und auf dessen Schilderung in der .in der gestrigen Abend-Ausgabe veröffent­lichten Entgegnung des „Bundes deutscher Bodenreformer" Bezug genommen wurde, bestreitet in einer Zuschrift, daß seine Wertzuwachssteuersache mit dem Ausfall einer zweiten Hypothek zu tun gehabt habe. Der Verlust von 300 M. stelle lediglich den Unterschied- von Erwerbs- und Verkaufspreis dar. — Da wir unmöglich den wahren Sachverhalt derartiger Fälle feststellen können, ziehen wir es vor, die Auseinandersetzung in der Wer-tzuwachssteuer-Angel-egenheit an dieser Stelle zu schließen.

— Der Mansardendicb, der seit einiger Zeit in Wies­baden und Biebrich sein Unwesen treibt, ist endlich, dank den vereinten Bemühungen der Wiesbadener und Mebricher Polizei, -gestern nachmittag in Biebrich fest genommen worden, und zwar in der Person des Schlossers L e n d l e. Der Verhaftete leugnet zwar, wurde aber von einer ganzen Anzahl von Personen wieder als derjenige erkannt, der sich in verdäch­tiger Weise in den heimgesuchten Häusern herumge-trieben hat. Lendle wurde dem Untersuchungsrichter zugeführt.

• — überfahren wurde gestern abend das sechsjährige Söhn- chen des Bäckermeisters Kuller in der Dotzheim-e-r Straße von -einem Radfahrer. Der Radfahrer ließ das verletzte Kind ein­fach liegen und fuhr im schärfsten Tempo weiter. Er konnte später in der Person des italienischen Zementarbeiters Dominica ermittelt werden.

— Gestohlen wurde aus der Albrecht-Dürer-Anlage eine der dort auf dem Weiher angesiedelten türkischen Enten. Ein Polizeihund folgte der Spur des Diebs, die zu einem Neubau in der Nähe führte.

— Kleine Notizen. Die Nr. 25 der „Anstellungs - N ach r i ch t e n" liegt in der Geschäftsstelle des „Wiesbadener Tagb-latts" zur unentgeltlichen Einsicht offen. -— Der Kais er bat bei der Firma I. B. Schäfer hier. Atelier für moderne Photographie. ein werteres großes Bild von der Kaiser- parade bestellt, welches folgenden Aufdruck erhalten hat: „1. Kompagnie Infanterie - Regiments König der Hellenen (2. Nassauisches) Nr. 88. Wiesbaden, 16. Mai 1914." Der Firma ist ein Dank- und Anerkennungsschreiben vom Zibil- kabinett des Königs von Griechenland zugegangen.,— Die Marktkirchengemeinde hält am 22. Juni, nach­mittags 5 Uhr. in der Marktkirche eine Sitzung ab. — Morgen Samstagabend findet „Unter den Eichen" großes Militär- konzert statt. Leitung: Obermusikmeister Gottschalk. — Die Dien st männer machen neuerdings im Anzeigenteil bekannt, daß Bestellungen direkt am Bahnhof und im Vege­tarischen Restaurant. Ecke Taunus- und Geisbergstraße, tele- ponisch gemacht werden können.

Mustk- und Vortragsabende.

* Zwei monumentale Werke Bachs standen am Mittwoch an der Spitze des Programms des Orgelkonzerts in der Marktkipche. die große A-Moll-Fuge und die Cha­conne für Violine allein. Erstere wurde von Herrn Petersen nach der neuen Ausgabe von Straube gespielt, dosten indivi­duelle stilistische Auffassung zunächst aus manchen befremdend wirken dürfte. Dagegen wird man von, instrumentalen Standpunkte aus die Straubesche Art allgemein begrüßen, da durch sie bag polyphone Gewebe an Klarheit und Ausdruck ge­winnt. Die herrliche Chaconne wuvde von Konzertmeister Schiering nicht nur aus dom Kopfe, sondern auch „pur coeur" im vollsten Sinne des Wortes gespielt. Einen nicht minder künstlerischen Eindruck hinterließen die voestevollen. Varia­tionen von Rheinberger. Den gesanglichen Teil: Rezitativ und Arie aus der Schöpfung sowie ein ansprechendes Lied: „An Jesu Hand" unseres einheimischen Eduard Diener und das „Abendlied" von A. Pet. Schulz" hatte der bekannte Gesangs­pädagoge Herr Wolf-Aranda sreunsdlichst übernommen, der mit seiner gediegenen Kunst die zahlreichen Hörer zur An­dacht stimmte. rs.

Hus dem Landkreis Wiesbaden.

§§ Maffenheim, 18. Juni. Der „Mittel-Daunus--Gau" wird (wie bereits an anderer Stelle mitgeteilt) vom 27. bis 29. d. M. sein 24. Gau turn fest in unseren Mauern ab- halten. Die Vorbereitungen hierzu sind in vollem Gange. Eingeleitet wird das Fest durch einen Fackelzug am Sams­tagabend, an dem sich sämtliche hiesigen Vereine und die aus­wärtigen Turner beteiligen werden. Hieran anschließend findet Kommers in der großen Festhalle an der Wickerer Straße statt. Am Sonntagm argen beginnt das Einzelwett­turnen. Mittags finden nach der Begrüßung die, Maffen- freiübunqen. das Vereinsriegenturnen und die Spiele statt. Abends Festball in drei Sälen. Montag von 3 Uhr nach­mittags ist Volksfest und Vorführung turnerischer Übungen. Auf Anregung des rührigen Festkomitees „wird der Autoomnibus von Sonntagmorgen 10 Uhr ab in stundtichem Verkehr zwischen Erbenheim und Mastenheim verkehren.

Provinz Hessen-Nassau.

Regierungsbezirk Wiesbaden.

— Scklaii-ieiibad 18. Juni. Unter Leitung des Musik­direktors Mar Ei l e n b e r g fand gestern ,m Künigl. Kursaal das 3 Sin so nie - K° n z e r t statt, das zu einem überaus großen Erfolg besonders durch Mitwirkung der Pianistin Fraulein Mimi Pfafs.Es Berlin, führte Die Künstlerin, eine Schülerin von Professor Lhevknne (Berlin), die auch im vorigen Jahre durch ihre Leistungen hier großen Beifall er­rungen hatte, entwickelte ,m ^Moll-Konzertstück von C. M. v Weber hohe musikalische Begabung, gepaart mit einer aus- a-ezeichneten, vollendeten Technik und gesunder Empsindungs- gabe. getragen von einem sehr reichen Temperament. Die prachtvollen Leistungen sicherten der tüchtigen Künstlerin vollen Grfo-la. , .

-o- Hattenheim, 18. Juni. Heute vormittag fanden unter zahlreicher BeteiliMng vier Ersatz- bezw. Ergän- zungswahten zur Gemeindevertretung statt. Gewählt wurden mst großer Nlehrheit die Kandidaten des Büraerverenis. Es sind dieses in der 2. Klaffe: Privatier

Wilhelm Schumann. Weinbergsbesitzer Martin Nicolai und Weinbergsbesttzer Heinrich Horne, in der 8. Klasse ist es Wein- bergsbesitzer A. Ettingshaus. Die im März abgehaltenenWahlen ,2. Klasse wegen eines Formfehlers und in der 3-, Klasse infolge des Einspruches des Bür-gervereins für rm° gültig erklärt worden