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Morgen-Ausgabe, 1. Blatt._MrSda-LNSr Tagbllllt. Freitag, 19. Juni 1911 . Nr. 379.
з. B. deutsche Krawatten mit englischen Bezeichnungen sich weigern zu kaufen. Soll hier eine durchgreifende Änderung eintreten. so liegt es an den Kaufleuten selbst, sie herberzu- führen. Einmütig ist von den Lieferanten zu verlangen, deutsche Waren mit deutschen Bezeichnungen in den Handel zu bringen: dies ist ausdrücklich ber den Bestellungen auszubedingen und alles andere streng zuruck- zuweisen."
Daß mit der militärischen die „wirtschaftliche Mobilmachung" Hand in Hand gehen muß, wird in den „Hamburger Nachrichten" in folgender Weise klargelegt:
„Ob die Erzeugnisse unserer eigenen Landwirtschaft unter allen Umständen ausreichen werden, ist eine Frage, dre nch keineswegs mit einem glatten Ja beantworten labt... Hierüber wird die Getreidestatistit die nötige Klarheit zu schaffen haben. Reichen die vorhandenen Vorräte und die Erzeugniste unserer eigenen Landwirtschaft aber nicht aus. so bleibt nichts anderes übrig, als schon im Frieden Getreidespeicher anzulegen und in ihnen allmählich so viel Brotgetreide anzuhäufen, daß der Bedarf für etwa ein. volle? Jahr sichergesteut ist. Das wäre die Rückkehr zu einem bereits früher in Preußen angewendeten und damals vortrefflich bewahrten System. Es genügt aber nicht, daß genügende. Getreidevorräte vorhanden sind, sie müssen auch rechtzeitig an den Ort des Verbrauchs gelangen können. Dies wird namentlich während der Periode der Mobilmachung und des Aufmarsches, wenn alle Eisenbahnen belegt find uiid der gewöhnliche Güterverkehr eingestellt ist. nicht leicht sein, um so weniger, als auch die leistungsfähigsten Pferde dann ausgehoben und alle Last- frachtwagen von der Heeresverwaltung beansprucht werden. Es wird daher ein empfindlicher Mangel an Transportmitteln eintreten, der es durchaus nicht gewiß erscheinen laßt, ob es gelingen wird, die Großstädte mit ausreichenden Lebensmitteln zu versorgen. Die Stadtverwaltungen täten gut, diese Frage eingehend zn prüfen und sich schon im Frieden mit den Militärbehörden über die zu vereinbarenden. Vorkehrungen in Verbindung zu sehen. Hierher gehören z. B. die. Einschiebung besonderer Vervflegungszüge für die. große!: Städte und dre Einrichtung eigten-er LaWraftwagenlinien von den Stabten nach dem platten Lande. Sache der landwirtschaftlichen. Vereine wäre es. an den einzelnen Orten Depots zu errichten, wo die landwirtschaftlichen Erzeugnisse für die Weiterbeförderung angesammelt werden könnten. Alle diese. Maßnahmen bedürfen aber einer gründlichen Vor bereitnn.g, von der vorläufig leider noch nichts verlautet. Mit der militärischen Mobilmachung muß die wirtschaftliche Mobilmachung Hand tn ^Hand gehen, wenn wir der Zukunft ruhig ins Auge sehen wollen!"
Als einziges Hilfsmittel gegen die Rennwettseuche wird in der freikonservativen Wochenschrift „Das neue Deutschland" die Abschaffung des Totalisators gefordert:
„Die Wettsucht ergreift immer breitere Massen des Volkes, von Renntag zu Renntag werden neue Schichten an den Strudel gerissen. Jeder Portier und jeder Dienstmann in den deutschen Großstädten wettet, in jedem Friseurladen und in jeder Destille werden Wetten vermittelt. Der kleine Angestellte, ja selbst der Arbeiter, legt seine letzten paar Pfennige im Rennen an. Das Hauptgespräch in allen diesen Kreisen bilden die Rennen, die Form der. Pferde, der Zustand der Bahnen, die Jockeis, die Trainer, die Tips. Wer sich nie in seinem Leben ein anständiges Buch kauft, leistet sich Tag für Tag nicht eine, sondern mehrere der teuren Sportzeitungen und außerdem noch die sehr viel teureren Extraausgaben von Tips. Dazu blüht die Vermittelung von sogenannten Geheimtips, die schwer bezahlt werden. Der kleine Mann kümmert sich aber nicht etwa nur um die deutschen Rennen, sondern auch um die französischen, ja um diese viel mehr noch als um die deutschen. Das Ganze ergibt das Bild einer geistigen Epidemie. die gar nicht ernst genug zu nehmen ist. weil sie das deutsche Volk, dessen Ruhm bisher darin bestand, das am tiefsten angelegte Volk der Welt zu sein, in einen Kultus jämmerlicher Hohlheiten hineintreibt. Hohlheiten zudem, die mit schweren materiellen Schädigungen verbunden sind. Es kann also für diejenigen, denen Politik nicht Volkseinlullung und Volksverdummung, sondern Volksveredelung bedeutet, nur eine Forderung geben, die gerade jetzt, wo das Rennwettgesetz zur Diskussion steht, aufs schärfste erhoben werden muß: Völlige Abschaffung des
Totalisators I Die Beträge, die die Landespferdezucht gebraucht, sollen ihr in voller Höhe bewilligt werden, aber sie sollen nicht aufgebracht werden durch eine Zugrunderichtung des ganzen Volkes. Kleine Mittel, wie das Verbot, Tips zu veröffentlichen, helfen nichts mehr, dazu ist das übet schon zu sehr eingefresfen. Sicherlich wird das Wetten und Spielen mit der Abschaffung des Totalisators nicht aus der Welt kommen. Wesentlich ist vielmehr nur. daß die systematische, dauernde Verschaffung von Gelegenheit zum Spiel für die große Masse des Volkes ausgeschaltet wird, und daß damit wieder unser Volk an anderes denken lernt, als an Jockeis und Tips. Die Pferderennen werden dann aber eine wirkliche sportliche Betätigung sein: es wird sich zeigen, wer an dem Rennen an sich Interesse hat und wer nur am Wetten. Heute ist 90 von IM Rennbahnbesuchern das Rennen gänzlich gleichgültig. Sind die Rennen künftig ein Zehntel so stark besucht wie beute, so wird das kein Schade sein; das Volk geht dann des Sonntags statt ans die staubigen Rennplätze in die wirkliche Natur."
Gegen die Spiel- und Sportsucht zieht Dr. A. Huth in der „Umschau" zu Felde. Mit Bezug auf die Begleiterscheinungen des Pfad find ertums fragt er: „Sollte man nicht etwas bremsen?" und macht nach Hervorhebung verschiedener ^Einwände vom Standpunkt der pädagogischen Psychologie folgende Bemerkungen:
„Zu beachten würde fein, ob sich mit der Beteiligung am Sport nach seinen verschiedenen Seiten der Anfang einer freien individuellen Betätigung geistiger Interessen, wie die Übung einer schönen Kunst, selbstgewählte Lektüre, Vertiefung in ein einzelnes Lehrfach, Sinn für belehrende Unterhaltung und gelegentlich Anregungen nebst der Neigung, an das Gesehene oder Gehörte eigene Fragen und Einwürfe zu knüpfen, bereinigt findet. Ferner, ob sich Interesse für Sammlungen von künstlerischem oder wissenschaftlichem Werte
и. dgl. m., aber auch die Neigung erkennen läßt, im Gegensatz zu der oberflächlich zerstreuenden Geselligkeit, die die gemeinsamen sportlichen Veranstaltungen mit sich bringen, sich gelegentlich einer die innere Verarbeitung der gewonnenen Eindrücke begünstigenden ruhigen Beschaulichkeit hinzugeben, die die Voraussetzung eben so sehr für die Entwicklung schöpferischer Begabung wie für sittliche Selbsteinkehr bildet. Diese Neigung vslegt sich freilich erst in reiferem Alter herauszustellen. Ihr wird aber von vornherein der Boden entzogen, tvenn die Zöglinge sich in frühen Jahren gewöhnen, einer Spiel- und Svortsncht nachzubängen, die sie zu wenig zur Ruhe und Besinnung gelangen läßt."
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Bus Stabt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Der Vleidenftadter Tinjährigen-Streich.
Der törichte Streich, den etwa sechzig Einjährig-Freiwillige unserer Achtziger gelegentlich einer nächtlichen Übung in Bleidenstadt verübten, hat einem hohen Offizier Veranlassung zu einer ernsthaften Betrachtung gegeben/ die er rm „Deutsch. Kurier" veröffentlicht. Generalmajor z. D. SPo hr schreibt dort unseren Einjährigen folgendes ins Stammbuch. „Wir stehen hier vor einem Rätsel, dessen Lösung stch m einer befriedigenden Weise kaum finden läßt. Die menschlichen Fehler und Schwächen, die wir alle mit uns tragen, machen es erklärlich, wenn hier oder dort einmal ein Ernsah- rig-Freiwillrger auf Abwege gerät, aber daß unter sechzig auch nicht einer ist, der seine Stimme warnend und mahnend erhebt, we-nn der Leichtsinn die Führung übernehmen will, oder der, wenn feine ernsten Worte ungehört verhallen, in Pflichttreue nicht mitmacht, bleibt völlig unverständlich. Hier kommt ja schäumender Jugendübermut nicht in Frage, und mit einem frischen Studentenstreich kann eine grobe Pflichtvergeßenheit auch nicht in Vergleich gezogen werden; dazu ist die Sache viel zu ernst. Der Einjährig-Freiwillige soll als Führer im Ernstfall angesichts des Todes und umringt von lauernden, überall drohenden Gefahren seinen Untergebenen ein weithin leuchtendes Vorbild sein; sein Wille soll sich mühelos auf seine Soldaten übertragen. Sein Einfluß soll sie begeisterst und zu kühnen Taten fortroißen, im Frieden aber soll er schon während seiner Ausbildung das Vertrauen der Mitkameraden erwerben und ihnen durch seine höhere Bildung sowie durch die ihm eingeräumte Sonderstellung ein Sporn zur Nacheiferung
^ Für den Einjährigen genügt es schon nickst, den Dienst einfach mitzumachen, er muß vielmehr selbst die scheinbar kleinsten Pflichten derart ernst nehmen, daß, er erzieherisch auf seine Kameraden einwirkt. Darum füllt, ein Einjähriger nur bann seine Stelle aus und ist nur dann der Schnüre würdig, wenn er in tadellossr Moral, in der unerläßlichen militärischen Unterordnung, in strengster Selbstzucht, im Pünktlichkeit und peinlichster Ordnung, in Lerneifer und Willenskraft durch seine ganze Dienstzeit hindurch es allen anderen z u v o r t u t, um seine Kameraden erziehen zu helfen und sich das Vertrauen zu erwerben.
Lässige militärische Auffassungen sind eines Einjährigen unwürdig und bedeuten immer eine Gefahr für die Disziplin. Jeder Soldat lernt in der Instruktion, daß er ganz besonders dann, wenn er nicht unter den Augen seiner Vorgesetzten steht, um so mehr bestrebt sein soll, seine Pflicht in vollem Umfang zu tun, und das gilt fite den Einjährigen in erhöhtem Maße.
Der Einjährige hat nur e i n Vorrecht, und das liegt in der denkbar schärfftem Pflichterfüllung; er ist ja nicht um seiner selbst willen da, sondern er hat seine ganze physische und moralische Kraft in den Dienst der Armee zu stellen. Darin liegt seine hohe Bedeutung, darum ist das Vergehen der Sechzig sehr ernst zu nehmen und auf das schärfste zu verurteilen."
Wir finden, daß der Herr Generalmajor die Sache doch etwas zu traaisch nimmt. Das mag daher kommen, daß der Bleidenstadter Streich in auswärtigen Blättern erheblich schlimmer dargestellt wurde, als er tatsächlich gewesen ist. Un- fenes Erachtens ist das Vergchöy gegen die strenge militärische Disziplin, dessen sich die sechzig Schnürenträger in jugendlichem Übermut schuldig machten, mit dem Ausschluß vom Offiziers-Unterricht und drei bis sieben Tagen Arrest genügend gesühnt worden. Mildernd kommt, vom bürgerlichen (und vielleicht auch vom militärischen) Standpunkt betrachtet, jedenfalls auch der Umstand in Betracht, daß die Führung der Einjährigen ein Einjährig-Gefreiter hatte, den als vollgültige Autorität.anzusehen den jungen Leuten besonders schwer gefallen sein mag. _
Der plötzliche Tod der Badenden.
Nicht selten hört man von plötzlichen Todesfällen, die sich in Fluß- und Seebädern ereignen. Die Erklärung, die man gewöhnlich dafür gibt, ist die, daß der Badende infolge von Überanstrengung und Erhitzung von einem Herzschlag betroffen worden sei. Auch der volle Magen gilt bisweilen als Ursache des Ertrinkens. Aber alle bis jetzt vorgebrachten Wahrscheinlichkeitsursachen sind nicht ganz plausibel, wenn man bedenkt, daß die Schwimmer gewöhnlich junge kräftige und häufig auch recht geübte Leute sind. Auch wurde bei den meisten Sektionen der Leichen von Personen, die beim Baden plötzlich ertrunken sind, kein Herzfehler scstgestellt. Es ist nun recht interessant, eine Hypothese zu hören, die Dr. A. G ü t t i ch (Frankfurt) in der Medizinischen Klinik aufgestellt hat. Er tveist auf den sogenannten Vestibularapparat des inneren Ohres hin, dessen Störungen Schwindel, unwillkürliche Augenbewegungen und Erbrechen Hervorrufen können. Derartige Erscheinungen treten bei gewissen Menschen auf, wenn man ihnen kaltes Wasser ins Ohr spritzt. Das ist besonders bei Personen der Fall, deren Trommelfell schadhaft ist, kann aber auch Leuten passieren, die ein durchaus gesundes Trommelfell besitzen. Die plötzlichen Todesfälle im Wasser sind durch solche Reizungen des vestibulären Apparats zwanglos zu erklären. Es gibt eine Menge Menschen, die von Jugend an einen Riß im Trommelfell haben, ohne etwas davon zu spüren. Auch kann ein mißlungener Kopfsprung zu einem Riß führen. Dann dringt kaltes Wasser durch den äußeren Gehörgang in die Paukenhöhle und reizt von hier aus den vestibulären Apparat. Es kommt zu Orientierungsstörungen denn bekanntlich ist das Vestibulum das statische Sinnesorgan — und zum Erbrechen infolge Reizung der Magennerven auf nervösem Wege vom Gehirn her. Dabei ist ein voller Magen natürlich gefährlicher als ein leerer. Man müßte daher, so verlangt Dr. Güttich, Leute mit Tr ommel- felldefekten warnen, allzu kühne Kopfsprünge auszuführen oder in zu kaltem Wasser unterzutauchen. Ein ins Ohr gesteckter Wattepfropfen ist ein gutes Vorbeugungsmittel gegen die Gefahr, die dem inneren Ohr droht. C. K.
— Erste deutsche Mädchenflottenfahrt. Eine Fahrt, die sich rühmen darf, die erste ihrer Art gewesen zu sein, veranstaltete der Flottenverein Jungdeutschland in den Tagen vom 29. Mai bis 5. Juni. Eine stattliche Anzahl jugendlicher Teilnehmerinnen aus dem Rheinland, Westfalen und Hessen-Nassau hatten sich zur ersten deutschen Mädchen- flottenfahrt zusammengefunden, die unter b.er umsichtigen Leitung des Präsidenten des Vereins Oskar Dyckerhoff (Bonn) über Köln nach Wilhelmshaven, Bremerhaven. Helgoland, Bremen und Hamburg führte. Der erste Teil der Fahrt,
die Besichtigung der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven, einiger Torpedoboote, des Linienschiffs S. M. S. „Rheinland" sowie der Insel Helgoland, suchte auch bei Deutschlands weiblicher Jugend das Verständnis zu -wecken für die gewaltigen Waffen, die unser Vaterland zur Wahrung seiner Macht und seines Ansehens auch zur See nach außen hin bedarf, während der zweite Teil, die Besichtigung der blühenden Handelsstädte Bremen und Hamburg, ihnen dann die Früchte rastloser Friedensarbeit und wachsenden Wohlstandes in Gestalt pr , tiger Bauwerke (Rathäuser, Börsen, Denkmäler, Gotteshäuser) und gewaltiger Hafenanlagen vor Augen führte.
—- Ausbildung von Hortnerinnen. Aus den Landtagsver- handlurvgen über das Kinderhortwesen geht hervor, daß zurzeit großer Mangel an geeigneten Hortnerinnen und Hortleite- rinnen besteht und daß daher jungen Mädchen, die einen sozialen Beruf suchen, dringend die Ausbildung als Hortnerin, die mit einem staatlichen Examen abschließt, geraten werden kann. Die Ausbildung zur Hortnerin geschieht in biern Seminar des Jugendheims, Charlottenburg, Goethestraße 22, und dauert 1% Jahre. Bedingung zur Aufnahme in das Seminar ist das Abschlußzeugnis einer lOklassigen höheren Mädchenschule.
— Mansardendiebe sind gegenwärtig eifrig tätig. In den letzten Tagen sind in verschiedenen Straßen der Stadt Mansarden ausgebrochen und geplündert worden. Die Diebe gehen dabei mit großer Frechheit vor. Meistens sind es natürlich Dienstmädchen, die bestohlen werden.
— Eingetroffenc Fremde. Exzellenz Sophie v. Belle- garde. geborene Fürstin v. Ouroussofs. Gemahlin des Hofmeisters des russischen Kaiserlichen Hofes und Senators in St. Petersburg, ist in Haeffners „Hotel Wilhelma" einge- troffen.
— Besitzwechsel. Die altbekannte, mit einem Cafe verbundene Feinbäckerei Wilhelm Maldaner in der Marktstraße ist durch Kauf in den Besitz der Bäckermeister Gebrüder Scheffel in der Webergasse übergegangen. Der Gesamtbetrieb der vereinigten Firmen wird am 1. Juli erfolgen.
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Israelitischer Gottesdienst. Israelitische Kultus-
gemeinde. Synagoge: Michelsberg. Gottesdienst in, der Hauptshnagoge: Freitag: abends 7)4 Uhr. Sabbat: morgens 8 % Uhr, Predigt 9'fl Uhr. Jugendgottesdienst nachmittags
3 Uhr, abends 9.40 Uhr. Wochentags: morgens 6% Uhr,
abends 7)4 Uhr. Die Gemeindebibliothek ist geöffnet: Dienstagabend von 8 bis 9 Uhr. Donnerstagnachmittag von 3 bis
4 Ubr.
Altisraelitische Kultusgemeinde. Synagoge: Friedrichstraße 33. Freitag: abends 7)4 Uhr. Sabbat: morgens 7 Ubr, Mnssavh 9)4 Ubr. Vortrag 10% Ubr Jngendgottes- dienst nachmittags 3)4 Uhr, nachmittags 4 Uhr, abends 9.40 Uhr. Wochentags: morgens 6 % Uhr, abends 7% Uhr
Talmud Tbor«-Verein Wiesbaden. Stiftstraße 3, Sabbat-Eingang, 7.45, morgens 8,30, Mussaph 9.30, Schiur und Mincha 4. Ausgang 9,40, Wochentags: morgens 6.30, Mincha und Schiur 815, Maarif 9.35.
Mrs dem vereinsleben.
vorbertchte, Vereinsversammlungen.
* Der Männergesängberein „Union, E. V.", veranstaltet übermorgen ein Picknick auf dem alten Exerzierplatz an der Aarstraße. (Siehe Anzeige.)
Kus dem Landkreis Wiesbaden.
—: Schierstein a. Rh., 18. Juni. Die Strandbad- Rest anration wird morgen eröffnet. Sie Wird von dem bekannten Pächter der Rennbahn-Restauration,, A. F a-b e r , geleitet. Herrn Faber geht der Ruf eines tüchtigen Restaurateurs voraus. Die Gemeinde Schierstein hat mit der Wahl des Pächters einen guten Griff getan. Die Restauration „Strandbad" soll möglichst großzügig betrieben werden.
Provinz Hessen-Nassau.
Regierungsbezirk Wiesbaden.
k Nied, 18. Juni. Die Gemeindevertretung rörterte gestern abend den Ausbau der Kanalisierung und die Errichtung eines K l ä r b e n §. Das etwa 230 000 M. er- ordernde Projekt soll ans Anregung der Bahnverwaltung ,egen der im Bau befindlichen Eisenbahnwerkstätten ge schäften ierden. Die Bahn will hierzu 50 000 M. Zuschuß geben. Es mrde beschlossen, die Pläne durch Oberbaurat Schunck Nachrufen zu lassen und mit , der Bahn weiter zu unterhandeln. — Sur Bekämpfung der Kindersterblichkeit ,rnd 1913 ür Säuglingsmilch und Stillpramrcn hier 1400 M. ausgezahlt wrden. Zur Bekämpfung der Lungentuberkulose wurden .91 M. nachbewilligt. Um die D e s i n s e k t i o n e n möglichst u fördern werden die Gebühren fortan nach den Einkommen- iufen erhoben. Bis zu 1200 M. Einkommen werden überhaupt keine Gebühren, von 1200 bis-,165V M. die halben und ei böheren Einkommen die vollen Sätze erhaben.
S. Hachenburg. 17, Juni. Am 1.. 2 und 3. August feiert ie Stadt ihr 600jübriges Bestehen. Als. wichtigste /eile der Feier haben zu gelten die Aufführung eines Fest- Vieles und eines historischen Festzuges. Das Festspiel „Der s-emgraf" von Dr. Spielmann hat als Helden den Grasen öerhard II., den Statthalter der heiligen Fem. Als Buhne sird die Wiese im historischen „Burggarten" benutzt. Zur lbernahme der zwei Hauptrollen sind Berufsschanspisler gewonnen Der Festzug, ebenfalls von Spielmann entworfen, ringt in 6 Gruppen Episoden aus der saynischen Geschichte, lls erste die Gründung des Klosters Marienstatt. In emer ' und 8 Gruppe wird der Bergbau des Westerwaldes und das »eutige Hachenburg vorgeführt. Herr Hofrat Dr. Spielmann, oar kürzlich hier anwesend, um die Rollenverteilung und Lre ssruppierung des Festzuges vorzunehmen.. Auch eine Fest- (frift wird erscheinen. Es handelt stch bei ihr nicht um die andläufigen Festschriften, sondern um.eine auf Quellenstudien -eruhende Ortsgeschichte. Verfasser ist Lehrer Sohngen Wiesbaden).
Regierungsbezirk Rassel.
wb. Hanau, 18. Juni. Der Stadtkreis Hanau bringt als Wehrbeitrag 1 163 106 M., der Landkreis Hanau 1349 152 M.
wc, über die Anwendung des Gesetzes zum Schutz der Baufordcrungen. Auf Grund eines Beschlusses der Handwerkskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden -ist ein Prozeß durch alle Instanzen durchgeführt worden, bei dem es sich um folgenden Sachverhalt handelte: Zwei bekannte B a u - spekulauten verkauften einem Gärtner einen Bauplatz für 22 000 M., ohne daß der Ersteher, welcher mit den Speku? lanten Geschäftsverbindung unterhielt, eine Anzahlung zu leisten hätte. Er übernahm die auf dem Bauplatz lastenden 20 000 M. Pfandschuld und ließ den Verkäufern für das Rest- kaufgeld auf eine ganze Reihe von Ansprüchen, die zum Teil mit dem geplanten Iieubau absolut nichts zu tun hatten, kurz nacheinander drei Hypotheken über 37 000 M. eintragen, dann erhielt der Gärtner Baugelder, und er führte auch einen Neubau auf. Eine erste Hypothek von 68 000 M. zugunsten einer Baubank wurde dann errichtet, dieser Betrag in vier Raten ausgezahlt, der größte Teil des Geldes aber fand
