Veite 2._ Mend-Ausgabe, 1. Blatt.
dem Herannahen dieser etwa 1000 Mann starten Abteilung erfahren hatten, warteten, bis sie hinlänglich weit von Durazzo entfernt waren, um sie sodann von mehreren Seiten zu überfallen und die Kolonne fast vollkommen aufzureiben. Nach diesem Siege griffen sie von neuem Durazzo an, und die Stadt scheint nach Lage der Dinge kaum zu halten zu fein. Man erwartet stündlich den Fall der Hauptstadt.
wb. Durazzo, 17. Juni, 12 Uhr mittags. Das Gefecht ist im Gange. Die Malissoren und Miriditen sind bis unterhalb der Hohe von Rasbull vorgedrungen. Eine bespannte Batterie unter Ingenieur Häßler hält vorläufig an der Brücke. Diese sowie eine Batterie auf dem Hügel unter dem holländischen Hauptmann Fabius und dem albanischen Rittmeister Baron v. Gumppenberg, ferner eine dritte Batterie weiter links unterstützen die Angriffe mit heftigem Feuer. Drei Albanesen sind verwundet aus der Feuerlinie zurückgekehrt. Der deutsche Freiwillige Hartmann wurde durch den Rückschlag eines Geschützes verletzt. Der Fürst erschien bei der Batterie auf dem Hügel und beobachtete das Gefecht durch das Fernrohr.
Ein ausführlicher Bericht.
Mailand, 18. Juni. (Eig. Drahtbericht) Der „Corriere della Sera" erhält folgendes von gestern nachmittag 5 Uhr datiertes Telegramm aus Durazzo: Kurz nach dem Abmarsch der Vorposten und nach dem Angriff der tragbaren Kanonen an der Brücke des Sumpfes ist die Streitmacht der Malissoren auf der Straße nach Schiak vorgedrungen, ohne auf Widerstand zu stoßen. Voller Siegeszuversicht marschierten die Truppen nach Schiak. Als sie aber an den Punkt kamen, wo die Straße sich zu senken beginnt, wurden sie von den Aufständischen umzingelt. Diese griffen von der Höhe des seitlichen Hügels an. Andere Aufständische haben Rastbul erstürmt und wieder besetzt. Die Regierungstruppen sahen sich nun vollständig umzingelt. Die ersten Flüchtlinge sind bereits in Durazzo cingetroffen. Hier herrscht unbeschreibliche Verwirrung. Die Flüchtlinge erzählen, daß eine Metzelei der Umzingelten im Gange sei. Der Fürst weilt im Palais. Die Kontrollkommission ist im Begriffe, die Regierung für international zu erklären.
Die Haltung des Fürsten.
* Durazzo, 18. Juni. Der römische Korrespondent des „Matin" meldet seinem Blatte folgende Einzelheiten über die Lage in Durazzo, die, wie er angibt, aus bester Quelle stammen. Danach ist der Fürst nicht gewillt, Durazzo zu verlassen. Die österreichischen und italienischen Marinetruppen werden mit Aufbietung aller Kräfte den Palast des Fürsten verteidigen. Trotz der eindringlichen Vorstellungen des englischen Admirals Troubidge hat sich der Fürst nicht entschließen können, den Palast zu verlassen und Wohnung auf einem Kriegsschiff zu nehmen. Zwei Parlamentäre der Rebellen, die mit einem Briefe an die internationale Kontrollkommission bei den Vorposten erschienen waren, wurden sogleich zum Fürsten geführt. Das Schreiben enthielt anstatt der erwarteten Aufforderung, die Verwundeten wegschaffenzu dürfen, eine Art Ultimatum, das den Fürsten auffordert, Durazzo zu verlassen. Der Fürst sandte nach diesem UDma- tum sofort Eilboten nach, um sie zur sofortigen Rückkehr zu veranlassen. Diese fielen jedoch den Rebellen in die Hände, von denen sie erschossen wurdert. Dadurch war es den Rebellen möglich, die Überrumpelung der Malissoren durchzuführen und die Stadt von neuem zu berennen.
Erfolge der Regierungstruppen im Süden?
Ä. K. Wien, 18. Juni. Im südalbanischen Aufftands- gebiet sollen regierungstreue Truppen einzelne Erfolge erzielt haben. Nach einem hartnäckigen Kampf mit den Aufständischen sollen die unter dem Kommando des Majors Besim stehenden Albaner die Höhen beim Kloster Ardenico erstürmt und die Aufftändischen, die große Verluste erlitten, in die Flucht geschlagen haben. Der übrige Teil rückt gegen Sjuschna vor, wohin die Aufständischen sich zurückgezogen hätten.
Italien nunmehr für Fürst Wilhelm.
Rom, 18. Juni. „Giornale d'Jtalia" schreibt zu den letzten Nachrichten auS Durazzo: Wir haben die Hoff
nung und das Vertrauen nach dem guten Beispiel, welches der Fürst im Laufe des Montags den Soldaten gegeben hat. daß auch dieses Mal der Angriff der Aufftändischen zurückgeschlagen und die Stadt gerettet sein tmrd. Es wäre überflüssig zu sagen, daß unsere volle Sympathre die Bemühungen des Fürsten begleitet, der stch mit großer Energie und deutscher Zähigkeit standhaft auf dem Kampfplatz der Bewegung der Aufftändischen entgegengestellt hat und bestrebt ist, sein Ansehen in Albanien zu festigen. Italien hat alles Interesse daran, daß die Herrschaft des Fürsten befestigt werde und daß er die schwere, ihm von Europa anverträute Aufgabe lösen könne, die albanischen
WoNen hingen über bet Sonne und warfen beten Feuerschein tuf Meer und Berge. Und als dann der Sonnenball m» jfteer gestiegen war und das brennende Rot des Abems hm- ftbenMafote in eine silbrige Dämmernacht, in deren mattem -cErin das letzte Glühen des Abends sich mit flammendem Frühschein vereinte, da leuchteten die Johannisfeuer der Nordländer auf. In den Tälern und auf den Hohen lohten die Freudenfeuer .der stillen Fjordbewohner tn bte feierliche M hinein. — Schon lange hatte das zackige Romsdalshorn tam LLoyddampfer „Großer Kurfürst" den Weg nach NaeS gewiesen, und als er gegen 2 Uhr morgens vor Anker gmg, umspielte TageShelle die obersten Zinnen deS Romsdalshorn. Der Zauber der Johannisnacht war verflogen und em neuer Sommertag brach an.
Das Närödal.
Schweigen und Einsamkeit ist ringsumher im Näröfjord. Enger und enger rücken seine ragenden Bergwände aneinander und lassen schließlich nur noch eine schmale dustere Wasserstraße frei, die nach Gudvanyen im Narödal fuhrt. Dom hohen Fels stürzen Wasserfälle. Ihr leises Rieseln durchzittert die Stille der Nacht. Wenn kbrausende Stürme schwere Wolken durch das Tal jagen, dann soll -das Närödal am gewaltigsten sein, aber auch im Sonnenschein bietet es unvergeßliche Bilder. — Aus einer Höhe von fast 600 Meter springt der Krlefos vom Kilsbotten herab, schlägt nach- weitem Sprunge am Felsen auf, wirft feinen Staub in die Luft und webt zarte Schleier über die Felswände. Die imposante Fels- bildung des weitzschimmern-den kegelförmigen Jordalsnut und Wasserstürze halten den Blick gefangen? Am großartigsten aber wird das Dal am Ende der Fahrt: der St-alheimsklev. c?chon weit vor der Schlucht kündigt sich eine eigenartige Erscheinung an, die wie eine Wolke über das Stalheimsklcv ivwTii Beim NäheÄommen gewahren wir einen Waffer-- hiö von geradezu unbeschreiblicher Großartigkeit. Es ist der
Wiesbadener Tagblatt.
Stämme allmählich zu einem organischen Staatswesen zu verschmelzen. Jede andere Lösung der albanischen Mage bietet in der Tat viele ungewisse Punkte und eine Reihe von vielleicht unübersteigbaren Hindernissen. Der politische Sinn der Italiener ist naturgemäß dem Hasardspielen abgeneigt.
Ein neues hvlländischcs Gcndarmeriekorps.
* Amsterdam, 18. Juni. Der Ministerrat beschloß gestern, dem Fürsten von Albanien die nötigen Offiziere und Unteroffiziere für ein neues, 1000 Mann starkes Gendarmeriekorps zur Verfügung zu stellen.
Oberst Thompson das Opfer eines Meuchelmordes?
* London, 18. Juni. Über den Tod des Obersten Thompson
meldet noch der „Daily Telegraph": Die Vermutung, daß
Thompson nicht durch eine Kugel der Aufständischen getötet, sondern von einem Verräter ermordet sein soll, gewinnt immer mehr an Boden. Ein Augenzeuge, ein russischer Journalist, der den Obersten fallen sah, erklärte, daß dieser lange Zeit auf dem Terrain ohne Hilfe liegen geblieben sei. — Die Leiche des Obersten Thompson mußte vorläufig provisorisch beigesetzt werden, und zwar auf dem katholischen Friedhof.
Die Überführung der Leiche.
■wb- Haag, 17. Juni. Die Niederlande haben das Angebot Österreich-Ungarns, ein Torpediwoot zur Beförderung der Leiche des Obersten Thompson von Durazzo nach Triest zur Verfügung zu stellen, angenommen und übernehmen den Transport Triest-Niederlande. Hauptmann Thompson, der Bruder des Obersten, ist nach Triest abgereist und beauftragt worden, die Leiche nach der Heimat zu überführen.
Der griechisch-türkische RonflikL.
Die türkische Antwortnote.
* Konstantinopel, 18. Juni. Der Ministerrat setzte gestern nachmittag den Wortlaut der türkischen Antwortnote . fest. Gegen Abend wurde auf der Pforte erklärt, es fei unsicher, ob die Note noch abends überreicht werden könne. Die Überreichung werde aber spätestens heute vormittag erfolgen. In den Kreisen der griechischen Gesandtschaft wurde gestern vormittag erklärt, die Athener Regierung werde der Türkei ein Ultimatum zugehen lassen, falls die Note nicht bis zum Abend beantwortet wäre.
Eine Entspannung?
* London, 18. Juni. Wie die „Times" meldet, ist es zu einer Entspannung in den griechisch-türkischen Beziehungen gekommen, wodurch eine entschiedene Wendung zum Besseren eingetreten ist. Bis gestern nachmittag noch war es griechischen Handelsschiffen unmöglich, durch die Dardanellen zu fahren, da sie stets unter irgend einem Vorwand von den türkischen Behörden an der Durchfahrt gehindert wurden. Diese unberechtigten Maßregeln sind seit gestern aufgehoben und die griechische Bevölkerung zeigt stch infolgedessen bedeutend ruhiger. Die griechische Auswanderung ist im Rückgang begriffen. Die Regierung in Konstantinopel hat die Versicherung gegeben, daß sie jeden den Griechen entstandenen Schaden ersetzen wird. Die Erntearbeiten konnten infolgedessen in aller Ruhe wieder ausgenommen werden.
Interpellation im englischen Parlament.
* London, 17. Juni. Die griechisch-türkische Spannung bildete den Gegenstand einer Anfrage in der heutigen Parlamentssitzung. Der Unterstaatssekretär des Auswärtigen A c I a n d erklärte, daß die englische Regierung im Verein mit den anderen Großmächten jede Gelegenheit wahrnehme, um auf die Aufrechterhaltung des Friedens zwischen der Türkei und Griechenland hinzuwirken.
Ein versöhnlicher Schritt der österreichisch-ungarischen Regierung.
wb. Wien, 18. Juni. Wie das „Neue Wiener Tagiblatr" erfährt, hat die österreichfich-ungarische Regierung wie die arüderen Mächte in Konstantinopel und Athen in versöhnlichem Sinne gewirkt. Zu einem Kollektivschritt der Machte liegt zunächst keine Veranlassung vor. Sämtliche Mächte sind einig, für die Anfrechievhaltung des Friedens tätig zu sein.
Eine türkische Note an die Großmächte.
wb. Konstantinopel, 18. Juni. Die Pforte hat ihre Botschafter beauftragt, den Kabinetten eine Note zu überreichen, in der dargelegt wird, daß die griechi.fche Regierung durch die Übertreibung der Nachrichten über die Auswanderung der Griechen die öffentliche Meinung aufrege, während die türkische Regierung alles mögliche tue, um die Auswanderungsbewegung einzudämmen. Wenn die Mächte es wünschten, könnten sie in privater Form zum Minister des Innern Talaat-Bei Vertreter entsenden, um die Lage
Sivlefos, der hier ungeheuere Wassermaffen zu Tal stürzt und den Bewunderer seines grandiosen Spiels mit feinem Wassepstaulb überschüttet. Tosend und zischend schlägt der Strom auf die Felsen, sprühend steigt der Wafferstaub auf, und brausend stürzen die Wassevmaffen in die'Diese. Lange ninß man dem überwältigenden -Schauspiel des Sivlefos zu- schen, und ist man seinem Getöse entronnen, dann dringt das Donnern eines anderen Wassersturzes an das Ohr. An der gegenüberliegenden Wand wirft der Stalheimsfvs seine Wasser wütend zu Dal. Die Luft ist erfüllt von nnherm- lichem Brausen, gewaltige Stimmen der Natur umtosen uns. Während 'Heller Abendsonnenschein über!den hohen -Felsen des Närödals liegt, blaut in der Tiefe die Dämmerung. Drohend umschließen uns bald wieder die Felswände des Närödals, im Sprühregen des Sivlefos hoch über uns spielt int Abendsonne, wirft farbige Zaüber-bilder -an die Felswand, und tief im Tal künden Bergstürze und Lawinenreste von dunklen, schauerlichen Winternächten.
Aus Kunst und Leven.
Ein Besuch in Jsadora Duncans neuer Tanzakademie.
Hoch über dem unermeßlichen Häusermeer van Paris, aus einem malerischen Hügel an der Seine in Bellevue, erhebt sich in stiller Einsamkeit der neue Palast, ben Jsadora Duncan ber Tanzkunst errichtet hat. Ein Mitarbeiter der „Dame" hat die rührige Prophetin Terpsichorens in ihrer Residenz besucht und sich von ihr interessante Einzelheiten über die Ziele ihrer Tanzschule erzählen lassen. Das weißstrahlende Kolossalgebäude ist nach ihren Angaben prächtig eingerichtet und soll den Schülerinnen sogleich die rechte Stimmung ein- aeben. „DaS Ideal", so erzählte die Künstlerin, „das ich mir zum Ziele gesetzt habe, ist: die Schönheit der natürlichen Bewegung des menschlichen Körpers im Tanze wiederzufinden und durch ihn zum Ausdruck zu bringen. In Wahrheit liegt
Donnerstag, 18. Juni 1914. Nr. 2V8.
f e st zuste l l e n. Die Note wurde auch den hiesigen Botschaf
tern überreicht. Wie es scheint, wird die für Samstag erwartete Rückkehr Talaat-Beis -infolge dieses Vorschlags verschoben werden,
*
Die griechisch-bulgarischen Zwischenfälle, wb. Sofia, 17. Juni. In Erwiderung auf eine Interpellation in der Sobranje über die griechenfeindliche Bewegung bestritt der Ministerpräsident Radoslawow, daß Ausschreitungen gegen die Griechen vorgekommen feien. Die Kirchen des griechischen Patriarchats wurden ohne Ruhestörung in Besitz genommen. Die Regierung wurde von der Bewegung überrascht in dem Augenblick, als sie rn Athen mit einigem Erfolg Schritte unternahm, um die die öffentliche Meinung Bulgariens erregenden Bulgarenver- folgungen in Mazedonien zu beendigen. Das bulgarische Volk besitze genug gesunden Sinn, um Ausschreitungen zu vermeiden. Die Regierung traf vorsichtshalber Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung.
Deutsches Reich.
* Hof- und Personal-Nachrichten. Der Kaiser wird zum Stapellauf der Kafferjachi „Ersatz Hohenzollern am 8. August nach Stettin kommen.
-Mg. Dr. Pichler erhielt anläßlich des Besuches des bayerischen Königspaares in Passau den Verdienstorden der bayerischen Krone und damit den p er>sön lich e n Adel.
* Der Bundesrat wird am Freitag nächster Woche seine letzte Sitzung vor der Sommerpause äbhalten.
Ausschüsse ihr Ende.
* Der Besuch des Königs von Sachsen am russischen Hof. König Friedrich August ist gestern abend um 8 Uhr 32 Min. nach Zarskoje Sselo abgerefft, um dem russischen Hof einen Besuch abzustattcn.
* Ein Unfall bei dem Besuch des bayerischen Königspaares in Passau. Aus Anlaß des gestrigen Besuches des bayerischen Königspaares in Passau wurde am Abend an beiden Ufern der Donau ein großartiges Feuerwerk veranstaltet. Dabei traf ein Holzsplitter einer Rakete die Königin an der rechten Kopfseite und brachte ihr eine kleine Kopfverletzung ber. Gleichwohl fuhr die Königin mit dem König unter den begeisterten Hochrufen der Menge ins bischöfliche Palars
y’j rr l. xx u. * , .
* Zur Förderung der deutsch-englischen Beziehungen.
Der Verein der Berliner Kaufleute und Industriellen hat gestern eine lOtägige Reise nach England angetreten, die den Zweck hat, die wirtschaftlich und politisch guten Beziehungen zwischen Deutschland und England fördern zu helfen. An der Reise nahm u. a. der ehemalige Staatssekretär Dernburg sowie erne Reche angesehener Kaufleute teil.
* Eine Beschränkung der Ordensverleihungen. Der Kultusminister hat einen Erlaß veröffentlicht, in dem es heißt: „Bei Prüfung der Vorschläge zur Verleihung von Orden und Ehrenzeichen aus Anlaß des Krönungsund Ordensfestes ist hier die Beobachtung gemacht worden, daß insbesondere hinsichtlich der Orden 3. und 4. Klasse des Noten Adlerordens und des Kronenordens wie auch bezüglich des Adlers der Inhaber des Hausordens von Hohenzollern die Zahl der von den Nachgeordneten Behörden gestellten Anträge von Jahr zu Jahr w ä ch st. So sind z. B. zum diesjährigen Ordensfest für die genannten Ordensgrade ungefähr viermal soviel Anträge vorgelegt worden, als Orden zur Verfügung standen. Die Verminderung der Anträge erscheint hiernach und auch zur Erleichterung der Auswahl der zu Dekorierenden und weiter im Interesse der Verminderung des Schreibwerks dringend geboten."
. * Die Beratungen über den Patentgesetzentwurf. Am 18.
und 16. Juni haben im Reichsamt des Innern zum Ausgleich der Gegensätze, die über grundlegende Bestimmungen des neuen Patentgesetzentwurfs innerhalb der beteiligten Kreise hervorgetreten waren, eingehende Verhandlungen zwischen Vertretern der Verbündeten Regierungen, der Industrie und der industriellen Angestellten, der Wissenschaft, der RechtS- und Patentanwaltschaft und Mitgliedern höchster Gerichtshöfe stattgefunden. Wenn gleich in einzelnen Fragen von einem Teil der Großindustrie noch grundsätzlicher Widerspruch auf- rechtcrhalten wird, so ist doch im ganzen eine Annäherung der -Anschauungen in dem Maße erzielt worden, daß ein mittlerer
jede Tanzbewegnng ursprünglich in der Natur selbst, und ich sage meinen Zöglingen, sie müßten sich, wenn sie auf der Bühne tanzen, immer einbilden, sie tanzen im Freien und nicht innerhalb geschloffener Mauern, und müßten wie die Bäume und der Himmel selbst nach der höchsten Schönheit und Harmonie streben. Um ihnen stets edle Bewegungen und Gesten, vor Augen zu halten, habe ich in den Sälen Abbildungen von Basreliefs und Skulpturen tanzender Kinder der klassischen Zeit bis auf die Kindergruppen des Donatello und selbst die farbenstrahlenden Kinder von Gainsborough aufgestellt. An diesen Kindergestalten sowie aus Zeichnungen und Büchern können sie die Harmonie edler Bewegungen beobachten und in sich aufnehmen." Ein halbes Hundert Knaben und Mädchen werden in der vor kurzem eröffneten Tanzakademie der Duncan ihre Ausbildung erhalten. Die Kinder werden am besten mit 6 Jahren, spätestens aber im 0. Jahre ausgenommen, und ihre Eltern verpflichten sich, sie bis zum 18. Lebensjahr der Akademie anzuvertrauen. Schon im nächsten Jahr wird diese Tanzschule auch über ihr eigenes Theater verfügen, das jetzt im großen Hofe vor der Akademie gebaut wird und mit seinen 1400 amphitheatralisch ansteigenden Sitzplätzen ein wahres „Palais de Danse" sein wird.
Hier wird alljährlich eine größere Anzahl von Vorstellungen gegeben werden, und Frau Duncan hofft, aus den Erträgnissen dieser Aufführungen die bedeutenden Erhaltungskosten der Tanzakademie zu decken. Die Kleinen, die aus aller Herren Ländern, zumeist aus Frankreich, England und Deutschland stammen, werden zunächst durch gymnastische Übungen zu einer geschmeidigen Entwicklung ihres Körpers geleitet und ! erlernen so gewissermaßen die Tonleiter der Bewegungen.
Erst dann beginnen die Tanzübüngen, die in einem hohen prächtigen Saal abgehalten werden; ein zweiter kleinerer Saal dient für die Übungen der Erwachsenen. Der Nachmittag ist dann der Musik und dem allgemeinen Unterricht [ gewidmet,
