Nr. 2 K 8 . Freitag, 5 . Juni 1914 . MiSSV MettS« Tagv!«NI. _ Mbeud-AusgaLe, 1 . Blatt Seite L
die nationale Entwicklung und Lage des österreichischen Deutschtums veranstaltet werden, für welchen als Redner führende Persönlichkeiten aus Deutsch-Österreich gewonnen sind. Zum ersten Vorsitzenden des Vereins wurde wiederum Staatsminister z. D. v. H e n t i g gewählt. Schließlich wurde noch eine Spende der Frauengruppe des Vereins in Höhe von 6000 M. überreicht.
* Der Kampf gegen die Tuberkulose. Unter dem Vorsitz des bayerischen Bundesratsbevollmächtigten, Grasen Lerchenfeld, trat gestern in Berlin im Reichstag der Ausschuß des deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose zusammen. Das erste Referat über die Prophylaxe der Säuglingstuberkulose erstattete Professor Dr. L a n g st e i n. Als das beste Verfahren gegen die Säuglingstuberkulose bezeichnete er die frühzeitige Entfernung des Säuglings von den Eltern und seine Isolierung in besonderen Heimen, ferner gründliche Aufklärung und Zusammenwirken von Tuberkulosenfürsorge und Säuglingsfürsorge. In der Aussprache wurde darauf hingewiesen, daß das Reichsvcr- sicherungsamt den Landesversicherungsanstalten die Aufwendung besonderer Mittel für die Unterbringung von Säuglingen in Heimen gestattet, wo die Gemeinden die gleichen Mittel zuschietzen. Dr. v. Gimborn behandelte das Thema: „Angestelltenversicherung und Tuberkulose" und stellte fest, daß durch die Ängestelltenversicherung nunmehr auch einem großen Teile des Mittelstandes diejenigen öffentlichen Fürsorgemahnahmen gegen die Tuberkulose zuteil würden, deren Anwendung bislang auf die Arbeiter beschränkt war. Stadtrat Seydel (Charlottenburg) schilderte die große Bedeutung der kommunalen Wohnungs- ä m t e r irn Kampf gegen die Tuberkulose. Heute tritt das Zentralkomitee selbst zu einer Sitzung zusammen.
* Eine Tagung deutscher Statistiker. Die Vertreter der statistischen Ämter des Deutschen Reiches und der Bundesstaaten sind in Annaberg zu einer Konferenz unter dein Vorsitz des Präsidenten Delbrück vom Kaiserlichen Statistischen Amt zusammengetreten. Unter den Gegenständen der Beratungen ist von weitgehendster Bedeutung diejenige, die die Vorbereitung der nächsten Volkszählung am 1. Dezember 1918 betrifft. Den Statistikern liegt hierbei die Aufgabe ob, Vorschläge zur Beratung der für jene Zählung in Betracht kommenden Bestimmungen für den Bundesrat auszuarbeiten.
* Die Beschwerde des Herrn Clement - Bayard. Die von Herrn Clement - Bayard verfaßte Beschwerde gegen seine wegen Spionageverdachts in Köln erfolgte Verhaftung ist nunmehr von dem französischen Botschafter in Berlin Camban dem Berliner Auswärtigen Amt übermittelt worden. Die darin enthaltenen Einzelheiten unterliegen gegenwärtig der eingehenden Prüfung durch die deutschen Behörden.
's Die Reichstagsersatzwahl in Kobnrg. Der Termin für die Reichstagsersatzwahl für den bisherigen nationalliberalen Abgeordneten Q u a r ck ist auf den 10. Juli festgesetzt worden.
* Zur Landtagsersatzwahl in Köln-Land. Bon der Zentrumspartei ist an Stelle des verstorbenen Zentrumsabgeordneten Decker Rittergutsbesitzer Pauli, ein Schwager des Oberbürgermeisters von Köln, aufgestellt worden.
Varlamenlarisches.
Die bayerische Arbeitslosenversicherung gescheitert. Die bayerische Kammer der Abgeordneten beschäftigte sich gestern nochmals mit der R e g i e r u n g s v o r - l a g e, betreffend die Einstellung von 78 000 M. für jedes der beiden Budgetjahre zur Förderung der gemeindlichen Arbeitslosenversicherung in Bayern. Von der Kammer der Reichs- r ä t e war diese Forderung abgelehnt worden, dagegen hatte sie die gleiche Summ« rat Budget stehen lassen für die Förderung der gemeindlichen Arbeits Vermittelung. Redner aller Parteien mit Ausnahme der des Bundes der Landwirte bedauerten die Haltung des Reichsrates, wobei der Sozialdemokrat Timm scharfe Angriffe gegen die Kammer der Reichsräte richtete. Fast einstimmig lehnte schließlich das Haus es ab, dem Beschlüsse der Kammer der Reichsräte bei- zutreten. Damit ist die Einführung der gemeindlichen Arbeitslosenversicherung mit staatlichen Zuschüssen gescheitert, da nach der Verfassung ein Gegenstand, über den sich die beiden Kammern nicht einigen, in derselben Session nicht wieder zur Beratung gebracht werden kann.
Heer und Flotte.
Die Gcneralstabsrcise. M etz, 6. Juni. Die gestrige Be- sichtigungsreise des Großen Generalstabs und des Kronprinzen erstreckte sich auf das Gelände der Schlacht vom 16. August 1870 und die dort errichteten Befestigungsanlagen. Heute wird das Schlachtfeld vom 18. August besichtigt und morgen 'die Weiieroeis-e in Automobilen in or-e Eifel nach St. Vieth und Montjoie angetreten.
Zu dem Unfall des Generalobersten v. Eichhorn. Der Unfall, den der Generalinspekteur der 7. Armeeinspektion Generaloberst von Eichhorn am 29. Mai gelegentlich einer Be- sichtigung des Husaren-Regiments Nr. 13 der Metz erlitten hat, ist glücklicherweise verhältnismäßig l e r ch t e r Natur. Exzellenz von Eichhorn bat sich durch Prellen seines etwas unruhigen Pferdes eine Muskelguetschung zugezogen. Die Heilung nimmt einen normalen Verlauf, so daß die völlige Wiederherstellung in etwa zwei bis drei Wochen zu erwarten ist. _
Eingetroffen. S. M. S. „Loreley am 3. Jnm m Kon- stantinopel. — S. M. S. „Herta" und „Hansa" am 3. Juni in Swinemünde. S. M. S. „Grille lrm 3. azuni in Aarö- sund (ab 4. Juni). — S. M. S. „Pelikan hat am 3. Juni in Danzig außer Dienst gestellt.
Ausland»
Oslerreich-Unaarn.
Audienzen bei Kaiser Franz Joseph- W'en 4 ^um. Der Kaiser hat heute vormittag ra Schonbrunn den Kriegs- Minister K r 0 b a t i n in längerer Audienz empfangen; nach
ihm erschien der Reichsfinanzmtnlster und sodann
der C h e f -d e s G e n e r a l st a b s Konrad v. Hotzendorff, mit dem der Kaiser ein« einstündige Unterredung hatte. Spater wurde der gegenwärtig aus Urlaub hrer werlende osterrerchnch- ungarische Gesandte in Bukarest Graf Czernrn vom Km,er in längerer besonderer Audienz empfangen.
Die deutsch - tschechischen AusgletchSverhandlungen. Wien 4 Juni. Auf Einladung des Präsidenten des Abgeordnetenhauses versammelte sich heute nachmittag im Abgeordnetenhause eine Reihe von Abgeordneten und Mitgliedern des Herrenhauses, und zwar Vertreter fast sämtlicher deutschen und tschechischen Parteien Böhmens sowie Vertreter 'des konservativen und verfassungstreuen Großgrundbesitzes
Böhmens, um über Mittel und Wege zur Wiederherstellung des verfassungsmäßigen Zustandes in Böhmen und damit auch zur Fortsetzung des Reichsrats zu diskutieren. Nach vierstündiger Debatte und nachdem konkrete Vorschläge des Tschechen Dr. Kramarc und des Hervenhaus- mitgliedes Dr. Bärnreither auf Widerspruch der Deutschen lbezw. der Tschechen stießen, einigte man sich dahin, daß zur F 0 r ts etz u n g der heutigen Verhandlungen am 16. Juni in Prag im Palais des Grasen Nostitz eine interne Besprechung unter den Parteien ohne Teilnahme der Regierung stattfinden soll. Im Laufe der Debatte erklärten die Parteien, zu Verhandlungen «bereit zu fein, sie ü e h a r r t e n jedoch auf ihrem bisher eingenommenen Standpunkt.
Schweiz.
Regelung des AutomobilwescnS. Zürich, 4. Juni. Im Nationalrat wurde heute neuergmgs auf die dringende Notwendigkeit hingewiesen, durch ein eidgenössisches Gesetz dem Wirrwarr in der kantonalen Gesetzgebung der Schweiz über bas Automobilwesen nbzuhelfen, Die Regierung wind nun zunächst die verfassungsmäßige Grundlage für ein solches Gesetz gu schaffen suchen.
Italien.
Abreise des Kardinals v. Hartman«. Rom, 4. Juni. Kavdinal von Hartmann ist heute morgen abgereist. Am Bahnhof verabschiedeten sich von ihm der preußische Gesandte Baron von Mühlberg, der bayerische Gesandte Baron Ritter, Baron Gebsattel, Prälat Dr. Brenner, Direktor des Germa- nicums Müller und verschiedene Mitglieder iw deutschen Kolonie.
Luxemburg.
Bei der Springprozessio» vom Herzschlag getroffen.
L u x e m b u r g, 8. Juni. Einer der gemäßigteren Klerikalen, die der luxemburgischen Kammer angehören, der Rechtsanwalt Philipp Bech, wurde am Dlenstagmittag in Echternach nach der Springprozession in «ber alten Basilika von einem Herzschlag getroffen und war auf der Stelle tot. Er ltvar 63 Jahre alt. Kürzlich hatte er wegen eines Herzleidens in deutschen Badern Heilung gesucht. Die liberalen Blätter widmen ihm freundliche Nachrufe. Für die klerikale Partei, der es an gemäßigten und vornehmeren Eleuienten fehlt, ist sein Tod ein schwerer Verlust.
Krankrelch.
Eine Mobilisierungsübung bei Nacht. Paris, 6. Juni. Wie aus Nancy gemeldet wird, hielt das gesamte M. Armeekorps in der vergangenen Nacht eine Mobilisierungsübung ab. Der Befehl hierzu war allen Garnisonen dieses Korps durch den Luftkreuzer „Adjutant Bmcenot" überbracht worden.
Schöne Erfolge mit drahtloser Tclephonie. Paris, 6. Juni. Gestern fanden mit einem von den Marineoffizieren Colin und Jecmce erfundenen drahtlosen Fernsprecher zwischen Paris und dem 20 Kilometer entfernten Orte Mettrey Versuche statt, die den Blättern zufolge ein verblüffend glänzen- des Ergebnis hatten.
England.
Die Versorgung der königlichen Familie durch die Wahl- rechtssurien. London, 4. Juni. „Evening Standard" meldet, daß die Frauenrechtlerinnen einen sorgfältig ausgearbeiteten Plan entworfen hätten, um einer von ihnen den Zutritt zu dem großen Empfange bei Hofe zu verschaffen. Demgemäß hätte die Polizei die strenMen Vorsichls- maßregeln getroffen. Alle Damen würden beim Eintreffen im Palaste gründlich untersucht werden.
Energische Maßnahmen gegen die Suffragetten. Londons. Juni. Die Polizei wird von jetzt ab in jedem Falle, bei dem von den Stimmrechtlerinnen öffentliches Eigentum zerstört wurde, beim Zivilgericht auf Schadenersatz klagen. Das Ministerium des Innern hat sich jetzt dazu entschlossen, die reichen Fonds der Stimmrechtlerinnen, die nicht wenig zur Weiterführung ihrer Agitation mithelftn, anzugreifen.
Tödlicher Unfall zweier Fliegeroffiziere. London, 5. Juni. Aus Portsmouth wird gemeldet: Das Wasserflugzeug 128, geführt van Leutnant Cretzwch mit Kapitänleut- nant Ri« als Passagier, stürzte bei einem Fluge über den Hafen ins Wasser. Beide Insassen ertranken. Die Maschine kollidierte beim Manövrieren mit drei anderen. Cretzwetz war an seinem Sitz festgebunden und 'ging mit unter. Rice wurde aus seinem Sitze geschleudert, ehe das Flugzeug das Wasser berührte. Seine Leiche ist noch nicht gefunden worden.
Die Arbeiterbewegung. London, 4. Juni. Die Vertreter der Bergleute, der Eisenbahner und der Transportarbeiter hielten in London eine vertrauliche Besprechung oh, zwecks Schaffung eines großen Arbeiterbundes. Die Anwesenden waren völlig einmütig für "den Bund, der eine gemeinsame Aktion in allen Fragen von wesentlicher Wichtigkeit für das Gewerkschasiswesen sichert und Meinungsverschiedenheiten unter den einzelnen Berufszweigen bor- beugt. Cs wurde beschlossen, einen nationalen Kongreß zur Bestätigung des Beschlusses einzuberufen.
Dänemark.
Eine Interpellation wegen ber Staatenlosen in Nord- schleswig. Kopenhagen, 4. Juni. Der Vorsitzende der radikalen Parteigruppe deS Folkething, P 0 n l f e n, richtete an den Minister des Äußern folgende Anfrage: Ist der Minister des Äußern in der Lage- dem Folkething Aufklärung über d'ie Verhandlungen zwischen Dänemark und Deutschland wegen der vertragsmäßigen Lösung der Staatenlosenfrage in Nordschleswig ' und lder damit im Zusammenhänge stehenden Fragen zu geben?
ttitfttanft.
Ein Besuch des Prinzgemahls der Niederlande. Petersburg, 8. Juni. Der Prinzgemahl der Niederlande trifft am 11. Juli auf einem holländischen Kriegsschiff zum Beisuch seiner Schwester, der Großfürstin Wladimir, in Petersburg ein und wird eine Woche Gast der Zarenfamilie in Zarskoje Selo fein.
Di Verzollung ausländischen Getreides. Petersburg, 5. Juni. Das Gesetz, betr. die Verzollung von ausländischem Getreide, Erbsen und Bohnen, ist heute veröffentlicht worden. Es tritt eine Woche nach der Veröffentlichung in Kraft.
Valkanftaalen.
Abreise der Königin von Griechenland nach Deutschland. Athen, 4. Juni. Die Königin Sophie und ihre beiden jüngsten Töchter Irene und Katharina sind nebst Gefolge über Venedig nach Frankfurt a. M. abgereist.
Eine rumänisch-bulgarische Post- und Telegraphenkonven- tion. Sofia, 4. Juni. Die Söbranje genehmigte die Tete- graphen- und Postkonventron mit Rumänien.
Ku§ Stabt und taub.
Wiesbadener Nachrichten.
Erfolge des Mittelstandsbundes.
Im Saal des „Vater Rhein" hielt gestern abend der „Mittelstandsbund für Hessen-Nassau eine Mitgliederversammlung unter seinem Vorsitzenden Fleischerobermeister Matt ern ab. Der Versammlungsleiter berichtete zunächst über die auf Eingaben des Bundes von den Behörden nsw. eingegangenen Antworten. Darnach sind zwei w e s e n t l i ch e E r f 0 l g e zu verzeichnen. Zunächst haben die Oberposttürektion Frankfurt a. M. und da^ Reichs- Postamt in Berlin den Postbeamten ra Wiesbaden den Warenhandel im Postgebäude untersagt und die dazu zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten den Beamten gekündigt. Das Reichspostamt hat sich weiter dahin geäußert, daß es den Postbeamten die Mitgliedschaft» beim Beamten- komunwerein nicht untersagen könne, wohl aber werde es den Beamten keine Erlaubnis zur Betätigung im Vorsüind oder Aufsichtsrat dieses Vereins erteilen und die schon erteilte Erlaubnis zurückziehen. Der zweite Erfolg sei auf eine Eingabe an den Wiesbadener Magistrat zu verzeichnen gewffen. Der Plan einer auswärtigen Firma, allwöchentlich auf dem hiesigen Markt eine große Auktion von Ob st - undSüd- fruchten äbznhalten, wurde durch diese Eingabe vereitelt. Die Mitgliederbewegung ist im Steigen begriffen, obwohl sich die von dem früheren Vorsitzenden des Mittelstandsbundes gegründete Mittelstandsvereinigung bemüht. Mitglieder herüberzuziehen. Zum Ausbau der Organisation soll versucht werden, Korporationen, wie beispielsweise Innungen, als M i t g l i e d e r zu gewinnen. Mit der Bäckerinnung und dem Droschkenbesitzerverein sind bereits Verhandlungen in die Wege geleitet. Um mit den verschiedenen Geschäftsleuten in der Stadt in Verbindung zu kommen, sollen Ob m ä n n e r in den verschiedenen Teilen der Stadt bestimmt werden. Es tvurde zum Schluß der Beschluß gefaßt, anfangs
— Todesfall. In einem hiesigen Hotel verstarb heute vormittag der Geh. Hoskammerrat Wilhelm Steinberger aus Sigmaringen im Alter von 71 Jahren.
— Ein dummer Streich, der für die Beteiligten von unangenehmen Folgen begleitet sein dürfte, wird erst jetzt bekannt. Vor Pfingsten waren abends mehrere Einjährig- Freiwillige des hiesigen Füsilier-Regiments v. Gersdorsf (Knrhess.) Nr. 80 zur Lösung einer Feldaufgabe, deren Hauptinhalt eine nächtliche Rekognoszierung bildete, unter Führung eines Gefreiten, ebenfalls eines Einjährig-Freiwilligen, in der Richtung nach Bleidenstadt abmarschiert. Als der später ausgerückte „Feind" in Gestalt einer größeren Abteilung Soldaten des glei«chen Regiments zum Angriff übergehen wollte, fand er den Ort der Übung noch imbesetzt vor. Der Gegner war noch nicht eingetroffen, sondern hatte zuriächst in einer Wirtschaft in Bleidenstadt „Feldlager" bezogen. Die Herren „Einjährigen", die mit einem als Überraschung gedachten Angriff nicht gerechnet hatten, und denen die Störung ihrer Ruhe und des fröh- lichen Gelages recht unerwartet kam, wollten nun anscheinend das Versäumte nachholen und unter Veränderung der Gefechtslage zur Verteidigung ihrer Stellung übergehen, wobei auch einige Platzpatronen in die Luft geknallt wurden. Daß die Sache durchaus nicht spaßhaft war, und der Dienst auch in Friedensgeihen eine sehr ernste Angelegenheit ist, kam ihnen anscheinend erst zum Bewußtsein, als ihre Ankunft in der Garnison auch gleichzeitig das Verbleiben in der Kaserne bedeutete. Wie die Angelegenheit beurteilt, und ob sie eine Bestrafung aller — es soll sich um etwa 60 „OktcBer-Einjährige" handeln — oder einzelner zur Folge haben wird, das kann erst die noch im Gang befindliche Untersuchung ergeben.
— Hundesteuer. Der Magistrat macht bekannt, daß die steuerpflichtigen Hunde innerhalb acht Tagen im Zimmer 2 des Rathauses angemeldet werden müssen, iuenn nicht Bestrafung wegen versuchter Sundesteuerentziehung erfolgen soll.
— Hebung der Fischerei. Der „Fischereiverein für den Regierungsbezirk Wiesbaden" hat vor einigen Tagen ausgesetzt: in den Schiersteiner Hafen und in den Rhein unterhalb Schiersteins 20 000 Stück Hechtbrut sowie 1 Zentner Aalsetzlinge; in den Main bei Höchst 20 000 Stück Hechtbrut und 1 Zentner Aalsetzlinge; in die Lahn bei Weil- burg und Runkel 60 000 Stück Hechtbrnt, 1 Zentner Aalsetzlinge.
— Personal-Nachrichten. Zum Postdirektor wurde Ober- postinsvektor M e i st e r in Langenschivalbach und zum Post- inspektor Oberpostvraktikant Oehler in Höchst ernannt., — Den Postinspektoren Karll. Magnus und Steinhäuser in Wiesbaden wurden Vizepostdirektorenstellen übertragen und der efftere von Wiesbaden nach Düsseldorf versetzt.
— Kleine Notizen. Am nächsten Sonntag wird in der Lutherkirche evangelischer Gottesdienst für Taübst u m m e stattffriden.
vorderichte über Kunst, Vorträge und verwandtes.
* Königliche Schauspiele. „Tannbäuser" gebt am Sonn-
cts zum 275. Male ra Szene. Es dürste interessieren, daß ie Erstaufführung des Werkes hier am 18. November 1882 battfand. In der jetzigen Aufführ ina gastiert nt 6er TitÄ- olle Joseph Mann von der Bolksoper in Wien E Engage- aent. Die weitere Besetzung bleibt unverändert bis aus Ine Zartie der „Venus", welche diesmal Frau ^riedfeldt, und. den Landgrafen", lvelchen diesmal Herr Eckard snyst. Anf
ührung findet im Abonnement p statt. ^e
er Abvnnementsbuchstaben für die
Sonntag D. Montag B. Dienstag aufgehobenes Abonnement. Nittwocb D, Donnerstag ^-Freitag B, Samstag t, Sonn- ag B, Montag geschlossen. Dienstag v.
* Residenz-Theater. Infolge plötzlicher Erkrankung des Herrn Bertrmn must die Urans,uhrung des neuen Lustspiels Die große Vergangenheit verschoben werden, dafür gelangt >m Samstag und Sonntag der große Schlager „Als ich noch m FlügelKeide . . -" M'r Auffuhning.-Die Spielzeit schließt Acht, wie irrtümlich berichtet, am kommenden Montag, ondern Montag, Io. Juni.
= Bierstadt. 6. Jnm. Die Eheleute Maurermeister Ludwig Wink ye r kau f t e n ihre neue Villa Bierstadter Höhe 63 <nt die Freifrau v. Brandenstern zum Preise von 31800 M.
88 Naurod, 4. Juni. Am 7. Juni, nachmittags 4 Uhr, findet im Savlbau „Zum Taunus" (Bef. Louis Dörr) die Hauvt^rfammlnng des L e s e v e r e i n s für den Landkreis Wiesbaden statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Bortmg des Hauptlehrers Trautwein über: „Die Beteiligung der Nassauer an den Freiheitskriegen". Zur Unterhaltung werden Gesangsvorträge der Gesangvereine „Germania" und „Mannergesangverein" sowie turnerische Vorführungen der „Turngememde" beitragen.
